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Dokumentenidentifikation DE10133215B4 29.07.2004
Titel Hydraulischer Bremsdruckerzeuger
Anmelder Lucas Automotive GmbH, 56070 Koblenz, DE
Erfinder Seibert, Werner, 56206 Kammerforst, DE
Vertreter WUESTHOFF & WUESTHOFF Patent- und Rechtsanwälte, 81541 München
DE-Anmeldedatum 09.07.2001
DE-Aktenzeichen 10133215
Offenlegungstag 30.01.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.07.2004
IPC-Hauptklasse B60T 13/128
IPC-Nebenklasse F16K 25/00   B60T 13/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen hydraulischen Bremsdruckerzeuger, insbesondere für Kraftfahrzeuge, der eine in Fluidverbindung mit einem Bremskreis stehende Druckkammer aufweist, in der ein Druckkolben abdichtend und gleitend verschiebbar geführt ist, des weiteren eine Füllkammer, in der ein Füllkolben gleitend verschiebbar geführt ist, sowie eine Pumpe, deren Eingang in Fluidverbindung mit der Füllkammer steht und deren Ausgang in Fluidverbindung mit dem Bremskreis steht. Zwischen der Füllkammer und dem Bremskreis befindet sich eine Verbindungsleitung, in der ein Ventil angeordnet ist, das die Verbindungsleitung in Abhängigkeit des Betätigungszustandes des Bremsdruckerzeugers öffnet oder schließt. Ein solcher Bremsdruckerzeuger ist aus der DE 197 16 404 C1 bekannt.

Bremsdruckerzeuger der genannten Art sind beispielsweise Teil einer Fahrzeugbremsanlage und dienen dazu, eine Bremskraft in die Bremsanlage einzuspeisen und zu verstärken. Hierzu wird, üblicherweise durch das Niederdrücken eines mit dem hydraulischen Bremsdruckerzeuger verbundenen Bremspedals, eine Betätigungskraft in den Bremsdruckerzeuger eingeleitet, woraufhin sich der Druckkolben verschiebt und so das in der Druckkammer enthaltene Hydraulikfluid unter Druck setzt. Der mit dem Druckkolben gekoppelte Füllkolben wird bei einer Betätigung des Bremsdruckerzeugers ebenfalls verschoben und verdrängt Hydraulikfluid aus der Füllkammer zum Eingang der genannten Pumpe, die das aus der Füllkammer verdrängte Hydraulikfluid in die Druckkammer oder gleich in den mit letzterer verbundenen Bremskreis fördert und auf diese Weise den Bremsdruck in dem Bremskreis entsprechend erhöht. Die Pumpe dient also als Bremskraftverstärker. Da die Pumpe bei jedem Bremsvorgang Hydraulikfluid in den Bremskreis fördert, reicht die beim Lösen der Bremse auftretende Volumenzunahme der Druckkammer (hervorgerufen durch die Rückverschiebung des Druckkolbens) nicht dazu aus, den im Bremskreis vorhandenen Bremsdruck vollständig abzubauen. Kurz vor Erreichen der Ausgangsstellung des Druckkolbens, die dieser bei unbetätigtem Zustand des Bremsdruckerzeugers einnimmt, ist demnach noch ein Restdruck im Bremskreis und damit auch in der Druckkammer vorhanden, der schlagartig in einen Hydraulikfluidvorratsbehälter des Bremsdruckerzeugers abströmen würde, wenn der Druckkolben kurz vor Erreichen seiner Ausgangsstellung die sogenannte Nachlaufleitung freigibt, die die Druckkammer mit dem Hydraulikfluidvorratsbehälter verbindet. Ersichtlich ist ein solches Verhalten des Bremsdruckerzeugers unerwünscht, denn es führt zu unterschiedlichen Betätigungsweg/Druck-Kennlinien beim Druckaufbau und Druckabbau. Zur Vermeidung dieses Problems ist gemäß der DE 197 16 404 C1 in der die Pumpe umgehenden Verbindungsleitung zwischen der Füllkammer und dem Bremskreis ein Ventil angeordnet, das bei einer Betätigung des Bremsdruckerzeugers geschlossen wird, um der Pumpe einen Druckaufbau zu ermöglichen, und das beim Lösen der Bremse wieder geöffnet wird, um das durch die Pumpe zusätzlich in den Bremskreis gedrückte Hydraulikfluid zurück in die Füllkammer strömen zu lassen.

Aus der DE 39 38 557 A1 ist eine hydraulische Steuereinrichtung für eine Anhängerbremse bekannt, die bei einem Bremsvorgang von einer Pumpe gefördertes Druckmittel über ein Stromregelventil einem Bremszylinder zuführt. In dieser Steuereinrichtung findet ein in zwei Stellungen verschiebbarer kolbenförmiger Schieber Verwendung, der einen inneren Hohlraum hat, welcher über eine stirnseitig angeordnete Öffnung in Fluidverbindung mit einem ersten Anschluss steht und durch eine mantelseitig angeordnete Öffnung in Fluidverbindung mit der Mantelfläche des Schiebers steht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hydraulischen Bremsdruckerzeuger bereitrustellen, bei dem das genannte Ventil einfach und damit kostengünstig und dennoch funktionssicher ausgeführt ist.

Diese Aufgabe wird, ausgehend von dem eingangs genannten Stand der Technik, erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Ventil ein Gehäuse mit einem gleitend verschiebbar darin aufgenommenen, kolbenförmigen Schieber aufweist, der einen inneren Hohlraum hat, welcher durch eine stirnseitig angeordnete erste Öffnung in Fluidverbindung mit dem ersten Anschluss und durch eine mantelseitig angeordnete zweite Öffnung in Fluidverbindung mit der äußeren Mantelfläche des Schiebers steht. Der Schieber ist federnd in eine erste, vor einer Bremsbetätigung eingenommene Stellung vorgespannt, in der die zweite Öffnung in Fluidverbindung mit dem zweiten Anschluss des Ventils steht, so dass das Ventil geöffnet ist. Durch Fluiddruck ist der Schieber in eine zweite, während der Bremsbetätigung eingenommene Stellung verschiebbar, in der die Fluidverbindung zwischen der zweiten Öffnung und dem zweiten Anschluss unterbrochen ist, so dass das Ventil geschlossen ist. Ein solches Ventil erfüllt nicht nur die gestellte Aufgabe in idealer Weise, sondern es ist darüber hinaus kompakt und damit bauraumsparend und es erübrigt schließlich eine teure Elektromagnetbetätigung.

Das Ventil ist so ausgestaltet, dass die zweite Öffnung des Schiebers in eine auf seiner Mantelfläche gebildete Ringnut mündet. Eine solche Ringnut gestattet es, den zweiten Anschluss des Ventils mittels einer Bohrung auszubilden, die sich durch das Ventilgehäuse erstreckt und in der Ringnut mündet, wenn der Schieber sich in seiner ersten Stellung befindet. Die Bohrung braucht somit bezüglich des Umfangs des Ventilgehäuses nicht an einer bestimmten Stelle angeordnet zu sein, sondern kann sich auf jeder Umfangsposition befinden. Hinsichtlich seiner Einbaulage ist ein solchermaßen ausgestaltetes Ventil somit sehr flexibel.

Der zweite Anschluss des Ventils kann auch durch mehrere Bohrungen gebildet sein, die sich durch das Ventilgehäuse erstrecken und in der ersten Stellung des Schiebers mit der Ringnut fluchten, d.h. in ihr münden.

Obwohl der Schieber beispielsweise einen quadratischen, rechteckigen, ovalen oder andersartigen Querschnitt haben kann, hat er bei bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Bremsdruckerzeugers eine im wesentlichen hohlzylindrische Gestalt. Mit "im wesentlichen" ist hier gemeint, daß der Schieber nicht über seine gesamte Länge hohlzylindrisch zu sein braucht, sondern nur in dem Bereich zwischen seiner ersten und seiner zweiten Öffnung.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bremsdruckerzeugers weist das Gehäuse des Ventils zwei sich axial aneinander anschließende Teile auf, von denen ein erstes Teil den Schieber aufnimmt und ein zweites Teil einen Entlastungsraum bereitstellt, in den das von dem Schieber bei seiner Verschiebung aus der ersten in die zweite Stellung verdrängte Volumen verschoben wird. Der Entlastungsraum verhindert, daß sich bei der Verschiebung des Schiebers ein Gegendruck aufbaut, der die Verschiebung in die zweite Stellung behindern könnte.

Vorzugsweise sind die beiden Teile des Ventilgehäuses so gestaltet, daß sie auf den einander zugewandten Seiten je einen sich axial erstreckenden, ringförmigen Kragen aufweisen, deren Durchmesser so gewählt sind, daß die beiden Kragen ineinandersteckbar sind, wobei ferner das zweite Teil einen Anschlag hat, der die Verschiebung des Schiebers begrenzt und somit seine zweite Stellung definiert. Insbesondere ist der Außendurchmesser des ringförmigen Kragens des zweiten Gehäuseteils kleiner als der Innendurchmesser des ringförmigen Kragens des ersten Gehäuseteils gewählt, und der die zweite Stellung des Schiebers definierende Anschlag ist ebenfalls als ringförmiger Kragen gestaltet, der konzentrisch um und radial innerhalb des ringförmigen Kragens des zweiten Gehäuseteils angeordnet ist. Auf diese Weise ist zwischen dem Kragen des zweiten Gehäuseteils und dem ebenfalls kragenförmigen Anschlag ein Ringraum gebildet, der eine Dichtung aufnimmt, gegen die der Schieber in seiner zweiten Stellung gedrückt wird. Die Dichtung dichtet damit nicht nur die beiden Gehäuseteile gegeneinander ab, sondern sorgt auch dafür, daß in der zweiten Stellung des Ventilschiebers kein unter Druck stehendes Hydraulikfluid in den Entlastungsraum abfließt. Eine üblicherweise im Bereich der Mantelfläche des Ventilschiebers vorhandene Abdichtung gegenüber der Bohrung, in der der Ventilschieber aufgenommen ist, kann bei der vorgenannten Ausführungsform ohne weiteres entfallen.

Wenn der Anschlag für den Ventilschieber als ringförmiger Kragen ausgestaltet ist, dient vorzugsweise der Innendurchmesser dieses ringförmigen Anschlags zur Führung einer den Schieber in seine erste Stellung vorspannenden Schraubenfeder.

Der Entlastungsraum steht vorzugsweise in Fluidverbindung mit dem bereits genannten Hydraulikfluidvorratsbehälter des Bremsdruckerzeugers, so daß Leckfluid, das am Ventilschieber vorbei in den Entlastungsraum gelangt ist, dem hydraulischen System nicht verloren geht.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Bremsdruckerzeugers wird im folgenden anhand der beigefügten, schematischen Figuren näher erläutert. Es zeigt:

1 einen Bremsdruckerzeuger im Längsschnitt,

2 ein in dem Bremsdruckerzeuger aus 1 verwendetes Ventil im Längsschnitt und in vergrößerter Darstellung, wobei 2 eine erste, geöffnete Stellung wiedergibt, und

3 das Ventil aus 2 in seiner zweiten, geschlossenen Stellung.

1 zeigt schematisch einen allgemein mit 10 bezeichneten hydraulischen Bremsdruckerzeuger für eine Kraftfahrzeugbremsanlage. Der Bremsdruckerzeuger 10 hat eine Druckkammer 12, in der ein Druckkolben 14 abdichtend und gleitend verschiebbar geführt ist. Die Druckkammer 12 steht über einen Auslaß 16 in Fluidverbindung mit, einem Bremskreis 18, der eine oder mehrere hier nicht dargestellte hydraulische Radbremsen umfaßt. Eine Rückstellfeder 20 drängt den Druckkolben 14 in seine in 1 dargestellte Ausgangsstellung, die der Druckkolben bei unbetätigtem Bremsdruckerzeuger 10 einnimmt.

Der Druckkammer 12 vorgelagert ist eine Füllkammer 22, in der ein Füllkolben 24 abdichtend und gleitend verschiebbar geführt ist. Wie dargestellt, ist der Füllkolben 24 mechanisch mit dem Druckkolben 14 gekoppelt. Wenn der Füllkolben 24 sich in seiner in 1 wiedergegebenen Ausgangsstellung befindet, steht die Füllkammer 22 über eine Nachlaufleitung 26 in Fluidverbindung mit einem Hydraulikfluidvorratsbehälter 28. Ein Verbindungskanal 30 zwischen der Füllkammer 22 und der Druckkammer 12 sorgt dafür, daß in der Ausgangsstellung des Druckkolbens 14 auch die Druckkammer 12 in Fluidverbindung mit dem Hydraulikfluidvorratsbehälter 28 steht.

Die Füllkammer 22 hat einen Auslaß 32, der über eine Leitung 34 in Fluidverbindung mit der Eingangsseite einer Druckerhöhungspumpe 36 steht. Die Ausgangsseite der Pumpe 36 steht in Fluidverbindung mit dem bereits genannten Bremskreis 18. Die Pumpe 36 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel eine motorgetriebene Pumpe, sie kann ihre Antriebsenergie jedoch auch auf anderweitig bekannte Art und Weise beziehen. Vor dem Eingang und nach dem Ausgang der Pumpe 36 ist je ein nicht näher bezeichnetes Rückschlagventil angeordnet, damit von der Pumpe 36 erzeugter Druck sich nicht unbeabsichtigt aufgrund von beispielsweise Leckageverlusten der Pumpe abbauen kann. Diese Rückschlagventile können auch Teil der Pumpe selbst sein, wie z.B. bei Kolbenpumpen üblich.

Zwischen der Füllkammer 22 und dem Bremskreis 18 bzw. der mit ihm in Fluidverbindung stehenden Druckkammer 12 existiert eine die Pumpe 36 umgehende Verbindungsleitung 38, in der ein Ventil 40 angeordnet ist, welches in 1 vergrößert und im Längsschnitt wiedergegeben ist. Das Ventil 40 hat ein Gehäuse 42 mit einem ersten Anschluß 44, der über die Verbindungsleitung 38 in Fluidverbindung mit der Füllkammer 22 steht. Das Ventilgehäuse 42 hat ferner einen zweiten Anschluß 46, der über die Verbindungsleitung 38 in Fluidverbindung mit dem Bremskreis 18 steht.

Wie besser aus 2 zu ersehen, ist in einer Bohrung 48 des Ventilgehäuses 42 ein kolbenartiger Schieber 50 gleitend verschiebbar aufgenommen. Der Schieber 50, der außen von allgemein zylindrischer Gestalt ist, hat einen inneren Hohlraum 52, der durch eine stirnseitig angeordnete erste Öffnung 54 (siehe 3) in Fluidverbindung mit dem ersten Anschluß 44 des Ventils 40 steht. Zwischen dem ersten Anschluß 44 und der ersten Öffnung 54 des inneren Hohlraumes 52 ist im Ventilgehäuse 42 ein Filtereinsatz 55 angeordnet, der verhindern soll, daß Verunreinigungen wie beispielsweise aus der Fertigung stammende Metallspäne in das Ventil 40 gelangen. Durch eine mantelseitig angeordnete zweite Öffnung 56 steht der Hohlraum 52 in Fluidverbindung mit der äußeren Mantelfläche des Schiebers 50, d.h. die zweite Öffnung 56 erstreckt sich zumindest im wesentlichen radial von dem Hohlraum 52 bis zur Außenseite des Schiebers 50. Wie dargestellt mündet die vom inneren Hohlraum 52 ausgehende zweite Öffnung 56 in eine Ringnut 58, die in der Mantelfläche des Schiebers 50 gebildet ist.

In 2 befindet sich der Schieber 50 in einer ersten Stellung, in die er von einer Druckfeder gedrängt wird, die hier als Schraubenfeder 60 ausgebildet ist und sich mit ihrem einen Ende an der geschlossenen Stirnseite des Schiebers 50 und mit ihrem anderen Ende im Ventilgehäuse 42 abstützt. In dieser . ersten Stellung des Schiebers 50 fluchtet die Ringnut 58 mit mehreren das Ventilgehäuse 42 durchsetzenden und über seinen Umfang verteilt angeordneten Bohrungen 62, die in ihrer Gesamtheit den zweiten Anschluß 46 des Ventils 40 bilden. In dieser ersten Stellung des Schiebers 50 besteht somit eine Fluidverbindung zwischen dem ersten Anschluß 44 und dem zweiten Anschluß 46, d.h. das Ventil 40 ist geöffnet.

Durch Fluiddruck lässt sich der Schieber 50 gegen die Kraft der Feder 60 in eine zweite Stellung verschieben, die in 3 gezeigt ist. In dieser zweiten Stellung fluchtet die Ringnut 58 nicht mehr mit den Bohrungen 62, so daß die Fluidverbindung zwischen dem ersten Anschluß 44 und dem zweiten Anschluß 46 des Ventils 40 unterbrochen ist, d.h. das Ventil 40 ist geschlossen.

Wie gut aus den 2 und 3 zu erkennen, ist das Ventilgehäuse 42 aus zwei sich axial aneinander anschließenden Teilen aufgebaut, die ineinandergesteckt sind. Ein erstes Gehäuseteil 64 enthält die Bohrung 48 zur Aufnahme des Schiebers 50, während ein zweites Gehäuseteil 66 einen Entlastungsraum 68 bereitstellt, in den das von dem Schieber 50 bei seiner Verschiebung aus der ersten in die zweite Stellung verdrängte Volumen verschoben wird. Der Entlastungsraum 68 ist über im zweiten Gehäuseteil 66 vorhandene Querbohrungen 70 mit einem dritten Anschluß 72 des Ventils 40 verbunden, der über eine nur schematisch angedeutete Leitung 74 (siehe 1) ständig in Fluidverbindung mit dem Hydraulikfluidvorratsbehälter 28 steht. Hydraulikfluid, das in der Bohrung 48 am Schieber 50 vorbei in den Entlastungsraum 68 gelangt, geht dem Hydrauliksystem somit nicht verloren.

Die beiden Gehäuseteile 64 und 66 des Ventilgehäuses 42 weisen auf den einander zugewandten Stirnseiten je einen sich axial erstreckenden, ringförmigen Kragen 76 bzw. 78 auf. Der Innendurchmesser des Kragens 76 am ersten Gehäuseteil 64 ist dabei so gewählt, daß der Außendurchmesser des Kragens 78 des zweiten Gehäuseteils 66 gerade hineinpasst, so daß die beiden Gehäuseteile 64 und 66 zusammensteckbar sind.

Radial innerhalb des Kragens 78 des zweiten Gehäuseteils 66 ist ein Anschlag 80 angeordnet, der die Verschiebung des Schiebers 50 begrenzt und die zweite Schieberstellung definiert. Der Anschlag 80 ist ebenfalls als sich axial erstreckender, ringförmiger Kragen ausgebildet, der konzentrisch zum ringförmigen Kragen 78 des zweiten Teils 66 angeordnet ist, sich axial jedoch nicht ganz soweit erstreckt wie der Kragen 78. Zwischen dem Kragen 78 und dem Anschlag 80 ist ein Ringraum 82 gebildet, der eine Dichtung 84 einkammert, welche hier als O-Ringdichtung ausgeführt ist. Weil der Anschlag 80 eine geringere Axialerstreckung als der Kragen 78 hat, wird der Schieber 50 in seiner zweiten Stellung gegen die Dichtung 84 gedrückt (siehe 3). Auf diese Weise erfolgt eine einfache und gute Abdichtung zwischen den Teilen des Ventils 40, in denen sich unter Druck stehendes Hydraulikfluid befindet, und dem lediglich unter Atmosphärendruck stehenden Entlastungsraum 68. Zugleich sorgt die Dichtung 84 für eine Abdichtung des zweiten Gehäuseteiles 66 gegenüber dem ersten Gehäuseteil 64.

Der Innendurchmesser des ringförmigen Anschlags 80 führt wie dargestellt die Schraubenfeder 60, die den Schieber 50 in seine erste Stellung bringt. Der Entlastungsraum 68 erstreckt sich im zweiten Gehäuseteil 66 in Fortsetzung der Bohrung 48 des ersten Gehäuseteils 64 radial innerhalb des Anschlags 80 bis zu den Querbohrungen 70.

Im folgenden wird die Funktion des Bremsdruckerzeugers 10 näher erläutert: Wirkt eine Eingangskraft F über ein mit dem Füllkolben 24 verbundenes Eingangsglied 86 auf den Bremsdruckerzeuger 10, verschieben sich der Füllkolben 24 und der Druckkolben 14 in 1 nach links. Der Füllkolben 24 überfährt dabei die Nachlaufleitung 26 und unterbricht damit die Fluidverbindung zwischen der Füllkammer 22 und dem Hydraulikfluidvorratsbehälter 28. Der Druckkolben 14 verdrängt Hydraulikfluid aus der Druckkammer 12 in den Bremskreis 18, so daß in dem Bremskreis 18 ein Bremsdruck aufgebaut wird. Gleichzeitig verdrängt der Füllkolben 24 Hydraulikfluid aus der Füllkammer 22 zur Pumpe 36. Die Pumpe 36, der die Betätigung des Bremsdruckerzeugers 10 signalisiert worden ist, beispielsweise durch einen am nicht dargestellten Bremspedal angebrachten Schalter, ist in Betrieb gegangen und pumpt das aus der Füllkammer 22 verdrängte Hydraulikfluid in den Bremskreis 18, wo es für eine weitere Druckerhöhung sorgt.

Über die Verbindungsleitung 38 steht der im Rahmen einer Betätigung des Bremsdruckerzeugers 10 sich aufbauende Bremsdruck am Ventil 40 an, dessen Schieber 50 infolgedessen aus seiner ersten in die zweite Stellung verschoben wird, so daß die Verbindungsleitung 38 gesperrt und ein unbeabsichtigter Abbau des erzeugten Bremsdrucks vermieden wird.

Beim Lösen der Bremse, d.h. beim Wegfall der Eingangskraft F, bewegen sich der Druckkolben 14 und der Füllkolben 24 in 1 wieder nach rechts, der Schieber 50 im Ventil 40 kehrt aus seiner zweiten Stellung in die erste Stellung zurück, in der die Verbindungsleitung 38 geöffnet ist, und das im Bremskreis 18 vorhandene, unter Druck stehende Hydraulikfluid kann sich in die Druckkammer 12 und in die Füllkammer 22 hinein entspannen.

Obwohl in den Figuren das Ventil 40 als separates Teil dargestellt ist, versteht es sich, daß das Ventil 40 in der Regel ein Bestandteil des Bremsdruckerzeugers 10 ist, d.h. im nicht näher bezeichneten Gehäuse des Bremsdruckerzeugers 10 untergebracht ist. Die dargestellten Leitungen, die zu den verschiedenen Anschlüssen des Ventils 40 führen, sind dann ebenfalls integraler Bestandteil des Bremsdruckerzeugergehäuses.


Anspruch[de]
  1. Hydraulischer Bremsdruckerzeuger (10), insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit

    – einer in Fluidverbindung mit einem Bremskreis (18) stehenden Druckkammer (12), in der ein Druckkolben (14) abdichtend und gleitend verschiebbar geführt ist,

    – einer Füllkammer (22), in der ein Füllkolben (24) abdichtend und gleitend verschiebbar geführt ist,

    – einer Pumpe (36), deren Eingang in Fluidverbindung mit der Füllkammer (22) steht und deren Ausgang in Fluidverbindung mit dem Bremskreis (18) steht,

    – einer Verbindungsleitung (38) zwischen der Füllkammer (22) und dem Bremskreis (18), und

    – einem in der Verbindungsleitung (38) angeordneten Ventil (40), das die Verbindungsleitung (38) in Abhängigkeit des Betätigungzustandes des Bremsdruckerzeugers öffnet oder schließt, wobei das Ventil (40) einen ersten Anschluß (44), der in Fluidverbindung mit der Füllkammer (22) steht, und einem zweiten Anschluß (46) aufweist, der in Fluidverbindung mit dem Bremskreis (18) steht,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    – das Ventil (40) ein Gehäuse (42) mit einem gleitend verschiebbar darin aufgenommenen kolbenförmigen Schieber (50) aufweist,

    – der Schieber (50) einen inneren Hohlraum (52) hat, der durch eine stirnseitig angeordnete erste Öffnung (54) in Fluidverbindung mit dem ersten Anschluß (44) steht und durch eine mantelseitig angeordnete zweite Öffnung (56) in Fluidverbindung mit der Mantelfläche des Schiebers (50) steht,

    – der Schieber (50) federnd in eine erste, vor einer Bremsbetätigung eingenommene Stellung vorgespannt ist, in der die zweite Öffnung (56) in Fluidverbindung mit dem zweiten Anschluß (46) steht, und durch Fluiddruck in eine zweite, während einer Bremsbetätigung eingenommene Stellung verschiebbar ist, in der die Fluidverbindung zwischen der zweiten Öffnung (56) und dem zweiten Anschluß (46) unterbrochen ist, und daß

    – die zweite Öffnung (56) des Schiebers (50) in eine auf seiner Mantelfläche gebildete Ringnut (58) mündet.
  2. Bremsdruckerzeuger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Anschluß (46) des Ventils (40) durch mehrere Bohrungen (62) gebildet ist, die sich durch das Ventilgehäuse (42) erstrecken und in der ersten Stellung des Schiebers (50) mit der Ringnut (58) fluchten.
  3. Bremsdruckerzeuger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (50) eine hohlzylindrische Gestalt hat.
  4. Bremsdruckerzeuger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (42) des Ventils (40) zwei sich axial aneinander anschließende Teile aufweist, von denen ein erstes Teil (64) den Schieber (50) aufnimmt und ein zweites Teil (66) einen Entlastungsraum (68) bereitstellt, in den das von dem Schieber (50) bei seiner Verschiebung aus der ersten in die zweite Stellung verdrängte Volumen verschoben wird.
  5. Bremsdruckerzeuger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Teil (64) und das zweite Teil (66) des Gehäuses (42) auf den einander zugewandten Seiten je einen sich axial erstreckenden, ringförmigen Kragen (76, 78) aufweisen, deren Durchmesser so gewählt sind, daß die beiden Kragen (76, 78) ineinandersteckbar sind, und daß das zweite Teil (66) einen Anschlag (80) hat, der die Verschiebung des Schiebers (50) begrenzt und seine zweite Stellung definiert.
  6. Bremsdruckerzeuger nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Außendurchmesser des ringförmigen Kragens (78) des zweiten Teils (66) kleiner als der Innendurchmesser des ringförmigen Kragens (76) des ersten Teils (64) ist, daß der die zweite Stellung des Schiebers (50) definierende Anschlag (80) ebenfalls ein ringförmiger Kragen ist, der konzentrisch zum und radial innerhalb des ringförmigen Kragens (78) des zweiten Teils (66) angeordnet ist, und daß in dem zwischen dem Kragen (78) des zweiten Teils (66) und dem Anschlag (80) gebildeten Ringraum (82) eine Dichtung (84) aufgenommen ist, gegen die der Schieber (50) in seiner zweiten Stellung gedrückt wird.
  7. Bremsdruckerzeuger nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Innendurchmesser des ringförmigen Anschlags (80) zur Führung einer den Schieber (50) in seine erste Stellung vorspannenden Schraubenfeder (60) dient.
  8. Bremsdruckerzeuger nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Entlastungsraum (68) in Fluidverbindung mit einem Hydraulikfluidvorratsbehälter (28) des Bremsdruckerzeugers steht. 15
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