PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10218997B4 29.07.2004
Titel Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten aus einer Blisterverpackung
Anmelder Christ, Alexander, 42115 Wuppertal, DE;
Endert, Guido, 42115 Wuppertal, DE;
Wergen, Horst, 42115 Wuppertal, DE
Erfinder Christ, Alexander, 42115 Wuppertal, DE;
Endert, Guido, 42115 Wuppertal, DE;
Wergen, Horst, 42115 Wuppertal, DE
Vertreter Buse, Mentzel, Ludewig, 42275 Wuppertal
DE-Anmeldedatum 27.04.2002
DE-Aktenzeichen 10218997
Offenlegungstag 20.11.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.07.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.07.2004
IPC-Hauptklasse B65D 83/04
IPC-Nebenklasse A61J 7/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten, wie z. B. Kapseln, Tabletten und Dragees aus einer Blisterverpackung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Tabletten, Dragees oder dergleichen werden im Allgemeinen aus Blisterverpackungen durch Ausdrücken der die Tabletten oder Dragees enthaltenden Näpfe entnommen, diese Art der Blisterverpackungen werden auch Durchdrückblister genannt. Eine andere Möglichkeit den Inhalt der Näpfe freizulegen besteht dagegen darin, die Schutzfolie abzuziehen, weshalb auch diese Blisterverpackungen die Bezeichnung Peelblister tragen.

Das Öffnen solcher Blisterverpackungen (Durchdrück- und Peelblister) erfordert vom Patienten besonderes feinmotorisches Geschick. Beide Arten der Entnahme können deshalb für ältere Menschen mit steifen, gichtigen Fingern schwierig bzw. gänzlich unmöglich sein. Es besteht die Gefahr, dass mehrere Tabletten ungewollt gleichzeitig entnommen werden oder zumindest andere Tablettennester beschädigt werden. In einem solchen Fall ist der Inhalt nicht mehr ausreichend geschützt, je nach Art des Medikaments kann dieses allein durch Luftkontakt bzw. unbeabsichtigte Kontamination seine Wirkung verändern oder sogar verlieren.

Aus der Patentschrift US 5 405 011 A ist eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten aus einer Blisterpackung bekannt, die durch eine einfache Druckbewegung einen Auswerfer betätigt, der den Inhalt (nämlich das Medikament) genau eines einzelnen, bis dahin verschlossenen Nestes aus einer Durchdrückblisterpackung herausdrückt. Diese Vorrichtung kann jedoch nicht dazu verwendet werden, um Peelblisterpackungen zu öffnen. Darüber hinaus besteht diese Vorrichtung aus einer Vielzahl von einzelnen Bauteilen, die sowohl in ihrer Herstellung als auch in ihrer anschließenden Montage zu der entsprechenden Vorrichtung kostenintensiv sind.

Eine weitere Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten aus einer Blisterpackung wird durch die Patentschrift US 5 332 096 A offenbart. Bei dieser Vorrichtung wird ein Nest einer Blisterverpackung mittels einer Messerklinge aufgeschnitten, um den bisher verschlossenen Inhalt (s. o.) freizugeben. Dabei kann es vorkommen, dass versehentlich das nächste Nest mit angeschnitten wird, wodurch der Inhalt ebenfalls freigeben wird. Folglich ist eine klar definierte und schrittweise Einzelentnahme der Medikamente nicht sichergestellt. Außerdem verfügt die zuvor genannte Vorrichtung nicht über einen Auswerfer, der das Medikament aus dem aufgeschnittenen Nest herausbefördert, so dass z. B. die Kapsel, Tablette oder dergleichen mühevoll aus dem Nest genommen werden muss.

Aufgabe der Erfindung ist es eine zuverlässige und einfache Einzelentnahmevorrichtung für Medikamente in Form von Tabletten usw. aus Blisterverpackungen bereitzustellen, die den Patienten insbesondere in schwierigen Situationen dabei unterstützt, die Blisterverpackung zu öffnen und den Inhalt zu entnehmen (bzw. diesen in einem medizinischem Gerät z.B. zur Einnahme des Medikaments zu positionieren).

Die Aufgabe wird durch den kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient als Öffnungshilfe, welche den Blister fasst, öffnet und den Inhalt freigibt; anschließend wird der Inhalt ausgedrückt und fällt in ein medizinisch-technisches Gerät bzw. liegt zur Einnahme bereit.

Das Öffnen des Blisters geschieht unter Zuhilfenahme der erfindungsgemäßen Vorrichtung wesentlich zuverlässiger und sicherer. Die Vorrichtung kann vom Benutzer sicher gefasst und bedient werden. Die Nester werden einzeln geöffnet, die anderen Kapseln bleiben bis zur weiteren Öffnung des Blisters vorschriftsmäßig geschützt.

Auch Patienten mit eingeschränkten physischen und motorischen Fähigkeiten können die Erfindung problemlos handhaben und so zuverlässig und sicher an die für sie oft lebenswichtigen Pharmazeutika gelangen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen der beigefügten Zeichnungen dargestellt und beschrieben. Es zeigen:

1 die Vorrichtung zur Einzelentnahme von Tabletten und Dragees aus Blisterverpackungen Die in 1 dargestellte perspektivische Zeichnung zeigt eine Vorrichtung zur Einzelentnahme von Tabletten und Dragees aus Blisterverpackungen (Kapselspender) mit eingelegtem Blister sowie einen weiteren Blister in der Aufsicht mit. angedeutetem Inhalt.

Der Kapselspender besteht aus einem Gehäuse 1, auf das der Deckel 2 aufgesetzt ist. Deckel 2 und Gehäuse 1 sind gegeneinander verdrehbar aneinander gefügt.

Der Deckel 2 und das Innenteil 3 sind durch die Ausführung der Führung 5 axial beweglich aneinander gefügt. Die Feder 4 hält den Deckel 2 und das Innenteil 3 auf Abstand. An der unteren Stirnfläche des Innenteils 3 befindet sich die Bohrung 11, die auf dem Zapfen 10 des Gehäuse 1 sitzt. Dadurch ist das Innenteil 3 nebst Deckel 2 im Gehäuse 1 drehbar gelagert.

Zwischen Innenteil 3 und Gehäuse 1 ist der Blister 6 eingespannt. Die Klinge 8 steht im unteren Bereich des Gehäuses dem Blister 6 entgegen. Wird der Deckel 2 gedreht, dreht sich gleichermaßen das Innenteil 3 über die Klinge 8, die dadurch den Blister 6 aufschneidet.

Durch Druck auf den Deckel 2 stülpt sich dieser in axialer Richtung weiter über das Gehäuse 1 gegen die Feder 4. Der Bund des Deckels 2 schiebt dabei den Auswerfer 7 nach unten. Dadurch wird eine Kapsel 12 aus dem Blister 6 geschoben und fällt nach unten. Dort kann sie durch die Öffnung 9 entnommen bzw. einem med.-techn. Gerät zugeführt werden.

1 Gehäuse 2 Deckel 3 Innenteil 4 Feder 5 Führung 6 Blisterpackung 7 Auswerfer 8 Klinge 9 Öffnung 10 Zapfen 11 Bohrung 12 Kapsel

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten, wie z. B. Kapseln, Tabletten, usw., aus einer Blisterpackung, deren Nester in einer Reihe angeordnet sind,

    – mit einem feststehenden Unterteil (1),

    – mit einem gegenüber dem Unterteil (1) verdrehbar sowie axial hin- und herbewegbar angeordneten Deckel (2),

    – mit einem innerhalb des Deckel (2) drehfest aber axial bezüglich des Deckels (2) hin- und herbewegbares Innenteil (3), an dessen Umfang die Blisterpackung (6) befestigbar ist, und

    – mit einem Auswerfer (7) zum Herausdrücken des Medikamentes (12) aus einem Nest der Blisterpackung (6), der durch die axiale Bewegung des Deckels (2) zum Unterteil (1) hin betätigbar ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass eine bezüglich dem Unterteil (1) feststehende Klinge (8) vorgesehen ist, die beim Drehen des mit einer Blisterpackung (6) versehenen Innenteils (3) durch den Deckel (2) die Nester der Blisterpackung (6) in ihrem unteren Bereich aufschneidet, und

    dass der Auswerfer (7) so angeordnet ist, dass er durch die axiale Bewegung des Deckels (2) das Medikament (12) aus dem zuvor aufgeschnittenen Nest der Blisterpackung (6) nach unten aussschiebt.
  2. Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterteil (1) als ein Gehäuse (1) mit einer Öffnung (9) zur Entnahme des Medikaments (12) ausgebildet ist.
  3. Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Stirnfläche des Innenteils (3) eine Bohrung (11) und das Gehäuse (1) einen Zapfen (10) besitzt, auf dessen Oberseite die Bohrung (11) aufsitzt, wodurch sich die Drehbarkeit des Innenteils (3) sowie des Deckels (2) bezüglich dem Gehäuse (1) ergibt.
  4. Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenteil (3) durch eine Führung (5) innerhalb des Deckels (2) axial bewegbar ist.
  5. Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein automatische Antrieb zum Transport der Blisterverpackung (6) durch das Gehäuse (1) vorgesehen ist.
  6. Vorrichtung zur Einzelentnahme von Medikamenten nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung dazu dient, eine Kapsel (12) nach dem Öffnen der Blisterverpackung (6) direkt einem med.-tech. Gerät zuzuführen, welches mit Hilfe der Gehäuseöffnung (9) in der Vorrichtung positionierbar ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com