Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Zerkleinern des Zuckerrohrs, um das Abfließen und die Trennung des Zuckersaftes
vom Rohr oder ausgepresstem Zuckerrohr (Bagasse) zu verbessern.
STAND DER TECHNIK
Die Entfernung des Zuckersaftes aus Zuckerrohr erfolgt durch Zerkleinern
des Rohrs zwischen Zerkleinerungswalzen. Das zunächst in kurze, ca. 20–50
cm lange Stücke gehackte oder zu kleinen Schnitzeln verarbeitete Rohr wird dann
in einer Reihe vom beabstandeten Mühlen zerquetscht.
Bei einer bekannten Art von Mühle handelt es sich um ein Dreiwalzwerk
aus zwei unteren, nebeneinander stehenden Rollen bzw. Walzen und einer oberen Walze,
die so angeordnet sind, dass die Mittelpunkte der Walzwellen ein Dreieck bilden.
Bei dieser Anordnung tritt Zuckerrohrmasse oder Bagasse in der Regel horizontal
oder unter einer leichten Neigung zwischen den Walzen hindurch und der Saft wird
während des Zerkleinerungsvorganges extrahiert.
Bei einer anderen bekannten Mühle findet ein Paar übereinander angeordneter
Gegenlaufwalzen Einsatz, so dass sich das Zuckerrohr horizontal zwischen den Walzen
hindurch bewegen kann.
Zuweilen weist die Mühle eine oder mehrere Zusatzwalzen auf, die den
primären bzw. Hauptzerkleinerungswalzen vorgelagert sind. Die Zusatzwalzen dienen
dazu, eine Masse aus komprimiertem Zuckerrohr oder Bagasse zu den Hauptzerkleinerungswalzen
hinzuschieben, wobei sie gewöhnlich auch ein wenig Saft aus dem Rohr bzw. der Bagasse
herausquetschen. Dies ist jedoch nicht beabsichtigt, und die Hauptaufgabe dieser
Walzen besteht darin, die Zerkleinerungswalzen mit Rohr bzw. Bagasse zu beschicken.
Bei der Zerkleinerung des Zuckerrohrs in der Fabrik durchläuft das
Rohr eine Reihe separater Mühlen. Jede Mühle besteht aus der oben erwähnten Anordnung
von zwei, drei, vier oder mehr Walzen. Das Zuckerrohr wird für die weitere Zerkleinerung
von einer Mühle zur nächsten weitertransportiert.
Allen derzeit herkömmlichen Mühlen ist gemein, dass die untere Walze
für das Ableiten eines Großteils des Zuckersaftes aus der Bruchmasse dient. Dies
ist in erster Linie auf die Wirkung der Schwerkraft zurückzuführen, unter der der
extrahierte Zuckersaft zu der unteren Walze hinabläuft. Allerdings ist auch die
obere Walze eine Zerkleinerungswalze, was folglich zu einer Ansammlung des extrahierten
Zuckersaftes auf der sich horizontal fortbewegenden Masse aus Rohr oder Bagasse
führt.
Zur Entfernung dieses Saftes befinden sich in der oberen Walze zuweilen
Öffnungen, durch die hindurch der Zuckersaft an jeder Seitenfläche der Walze ablaufen
kann. Diese Walzen sind als „Lotus"-Walzen bekannt.
Zur Effizienzsteigerung bei der Zerkleinerung des Rohrs bzw. der Bagasse
wird bekanntlich sowohl die obere als auch die untere Walze mit Rillen versehen,
um so einen siebähnlichen Effekt zu erzielen.
Bekanntlich werden bei den unteren Walzen in der jeweils zweiten oder
dritten Rille zusätzliche, bis zu etwa 25 mm tiefe Saftrillen eingekerbt, um das
Abfließen des Saftes zu erleichtern. Die Saftrillen ermöglichen somit das Herausfließen
des Saftes aus der Bruchmasse.
Der Nachteil dabei ist jedoch, dass der Saft entgegen der Walzenrichtung
nach hinten abläuft. Dieser der Bewegung der Walzenoberfläche entgegengesetzte Fluss
des Zuckersaftes beeinträchtigt die Effizienz der Entsaftung. Der Reibungswiderstand
zwischen Walzenoberfläche und Saft verzögert den Saftfluss. Der Verzögerungseffekt
steigt bei zunehmender Geschwindigkeit der Walzenoberfläche. Die möglichen Vorteile
von Saftrillen werden daher aufgrund des verzögerten Flusses restringiert und eventuell
vollständig aufgehoben, sobald die Oberflächengeschwindigkeit so weit angestiegen
ist, dass der Saft nicht länger entgegen, sondern mit der Walze nach vorne fließt.
Dieser Effekt schränkt auch die Kapazität der Mühle schwerwiegend
ein, die ja direkt abhängig ist von Walzenlänge, Walzendurchmesser sowie Walzengeschwindigkeit.
Die Erhöhung der Walzengeschwindigkeit bei herkömmlichen Mühlen auf
über etwa 300 mm pro Sekunde kann zu einem drastischen Abfall der Extraktionseffizienz
führen.
Es wurde auch versucht, zur Entfernung von Bagasse den Walzen tief
in die Rillen eingreifende Schaber vorzulagern, doch wird infolgedessen der Saft
unweigerlich von der Bagasse erneut absorbiert, was wiederum zu einer Abnahme der
Extraktionseffizienz führt.
Während des Weitertransports des Zuckerrohrs von einer Mühle zur nächsten
dehnt sich die Rohrmasse oftmals nach Austreten aus der einen Mühle aus, bevor es
dann in der nächsten Mühle komprimiert und zerquetscht wird.
Um die Effizienz der Zuckersaftextraktion in der nächsten Mühle zu
steigern, wird die Zuckerrohrmasse während des Ausdehnens bekanntlich mit Wasser
oder verdünntem Saft versetzt. Dieser Prozess ist als „Imbibition" bekannt.
Der Nachteil, bei einem Zweiwalzwerk in dieser Phase Wasser oder verdünnten
Saft zuzusetzen, liegt darin, dass die Zuckerrohrmasse ebenfalls
in einem halbkomprimierten Zustand sein muss. Daher sind zwischen den einzelnen
Zerkleinerungsstufen Verdichtungsrinnen positioniert, die die Zuckerrohrmasse oder
Bagasse aufgrund der für den Weitertransport der Bagasse zur nächsten Stufe, in
der sie dann horizontal weitertransportiert wird, erforderlichen Antriebskraft weiterhin
in halbkomprimierter Form halten.
Allerdings dehnt sich die Bagasse aufgrund dessen, dass sie in halbkomprimiertem
Zustand gehalten wird, nicht vollständig aus, was die erfolgreiche Imbibition beeinträchtigt.
Bei Zusatz der Imbibitionsflüssigkeit zu der halbkomprimierten Bagasse
ergibt es sich nicht nur, dass die in nicht halbkomprimiertem Zustand größtmögliche
Flüssigkeitsaufnahme nicht erreicht wird, sondern dass die Imbibitionsflüssigkeit
aufgrund der horizontalen oder leicht geneigten Förderrichtung oben auf die Bagasse
aufgesprüht oder aufgetragen wird und die Masse nur schwer durchdringt. Das Aufsprühen
oder Auftragen der Flüssigkeit kann im Allgemeinen nicht an der Unterseite der Bagasse
erfolgen, da die Schwerkraft bewirkt, dass die aufgesprühte oder aufgetragene Flüssigkeit
nicht absorbiert wird, sondern einfach abfließt.
Weitherhin weisen bestehende Mühlen den Nachteil auf, dass sich der
entgegen der nach unten gerichteten Bewegung des Zuckerrohrs nach oben gerichtete
Fluss des Zuckersaftes beeinträchtigend auswirkt. Bei den herkömmlichen Dreiwalzwerken
bzw. bei aus übereinander angeordneten Walzen bestehenden Zweiwalzwerken beispielsweise
bewegt sich das Zuckerrohr bzw. die Bagasse im Allgemeinen entlang einer horizontalen
Bahn fort, die allerdings in bestimmten Bereichen auch leicht geneigt verlaufen
kann. Es stellt sich nunmehr heraus, dass der Zuckersaft bei der hohen Druckbeaufschlagung
auf das Zuckerrohr zwischen den Zerkleinerungswalzen nach oben an die Oberfläche
der Walzen fließt und folglich nicht effizient von dem Rohr abgetrennt werden kann.
Dadurch werden die Walzen glatt und können die Bagasse nicht mehr so gut einziehen.
Dieser Effekt ergibt sich aus der im Wesentlichen horizontalen Bewegung des Zuckerrohrs
oder der Bagasse durch die Mühle.
Ein weiterer Nachteil bei gegenwärtigen Mühlenanordnungen besteht
darin, dass bei mechanischem Defekt eines Walzenpaares der Betrieb der gesamten
Linie eingestellt werden muss, da die fehlerhafte Stufe nicht umgangen werden kann.
Ein weiterer Nachteil bei bestehenden Mühlenanordnungen ist die ziemlich
kleine Eintragszone, d. h. der Querschnittsbereich, wo die Walzen die Bagasse einzuziehen
beginnen, am Zufuhrende eines Walzenpaares. Eine möglichst große Eintragszone, über
die hinweg sich Zuckerrohr bzw. Bagasse in die Walzen vorschiebt, ist wünschenswert.
Eintragswalzen vergrößern bekanntlich den Querschnittsbereich der Eintragszone,
erhöhen jedoch auch die Gerätekosten erheblich.
Ein weiterer Nachteil bei herkömmlichen Mühlen ist deren hoher Energieverbrauch
aufgrund der großen Anzahl an für ein akzeptables Saftextraktionsniveau erforderlichen
Walzen.
Großes Augenmerk wurde auch auf Design und Herstellung der für das
Zerkleinern des Zuckerrohrs eingesetzten Zerkleinerungswalze gelegt.
Zerkleinerungswalzen sind in der Zuckerrohrindustrie bestens bekannt
und finden in Zuckerrohrzerkleinerungsmühlen weitverbreiteten Einsatz für die der
Klärung, Verdampfung und Kristallisation des Zuckers aus dem Saft vorgeschalteten
Extraktion von Zuckerrohrsaft.
Umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind der Effizienzsteigerung
der Zuckersaftextraktion gewidmet worden. Das Maß für die Effizienz sind die für
den Betrieb der Zerkleinerungswalzen benötigte Energie, der Durchsatz von Zuckerrohr
und die Effizienz bei der Zuckersaftextraktion aus dem Rohr.
Bekanntlich kann die Extraktionseffizienz durch Rillen im Zerkleinerungswalzenumfangsbereich
und durch dahinter angeordnete Saftaustragskanäle verbessert werden. Beispiele derartiger
Walzen finden sich in der Patentliteratur bzw. veranschaulichen die folgenden Patentschriften
die gegenwärtigen Walzen: australische Patentanmeldungen 74789/81, 89046/82, 34686/84,
10919/88; US-PSen 3,536,002, 4,077,316, 4,220,288, 4,378,253, 4,168,660, 4,420,863,
4,804,418; die britische Patentanmeldung 2,025,260; französische Patentschriften
2,251,622, 2,569,608; deutsche Patentschriften 2,716,666, 2,657,232, 3,427,418.
Die Saftkanäle erstrecken sich in Längsrichtung im Inneren der Walze,
unmittelbar unter der Umfangs- bzw. Zerkleinerungsfläche der Walze. Bei den Saftkanälen
handelt es sich für gewöhnlich um in der Walze ausgebildete Röhren kleineren Durchmessers.
Diese Röhren stehen in Fließverbindung mit der Walzenoberfläche, wie in der Technik
bekannt, und die Aufgabe der Saftkanäle besteht in der verbesserten Trennung der
Flüssigkeit von dem zu zerkleinernden Material. Die Saftkanäle stehen untereinander
nicht in Verbindung, sondern verlaufen in ziemlich großer Anzahl getrennt in paralleler
Richtung entlang der gesamten Walzenrundung.
Die Saftkanäle selbst sind mit einem Auslass verbunden, so dass der
Saft durch den Kanal in den Auslass fließen kann, von wo er für die Weiterverarbeitung
abgeleitet wird. Der Auslass kann gewünschtenfalls ein Ventil aufweisen. Auslässe
können an beiden oder aber auch nur an einer Seitenfläche der Walze vorgesehen werden.
Die Auslässe stehen mit der Seitenfläche der Walze sowohl in Schiebe- als auch Dichtungseingriff,
so dass während der Drehbewegung der Walze aus den einzelnen Saftkanälen nacheinander
der Saft an dem Auslass abfließen kann. Der Auslass kann sich zwar ganz um die Walze
herum erstrecken, erstreckt sich gewöhnlich aber nur über einen Abschnitt der Walzenseitenfläche,
und zwar jenen, wo der Saft in die Saftkanäle hineinfließt.
Bekanntlich führt eine Vergrößerung des Walzendurchmessers zu einer
Verbesserung der Zerkleinerungseffizienz. Design und Geometrie herkömmlicher Walzwerke
mit 3, 4, 5 oder 6 Walzen erlauben jedoch keinen Walzendurchmesser, der mehr als
etwa die halbe Walzenlänge ausmacht. Dieses Verhältnis von Durchmesser zu Länge
hat sich als sinnvoller Kompromiss zwischen Kapazität, Extraktionseffizienz und
Walzengewicht erwiesen.
Nach herkömmlicher Denkweise und Lehre wird eine Effizienzsteigerung
der Walze durch Veränderung der Form der Umfangs-Rillen, durch Ausstattung der Walze
mit Austragskanälen, durch Anlegen von Gegendruck an die Walze und durch die Verengung
des Walzenspaltes erzielt.
GEGENSTAND DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Zerkleinern von Zuckerrohr zwecks Saftextraktion, die die zuvor genannten Nachteile
nicht länger aufweisen oder der breiten Öffentlichkeit eine nützliche bzw. kommerziell
nutzbare Alternative bieten mögen.
Bei einer Form besteht die Erfindung in einer Vorrichtug zum Extrahieren
von Saft aus Zuckerrohr, wobei die Vorrichtung ein Paar Gegendrehrollen mit einem
Zerkleinerungsbereich zwischen den Rollen aufweist, in welchem das Rohr zerquetscht
wird, mindestes einer der Rollen einen Umfangs-Saftkanal aufweist, der um die Rolle
verläuft und in welchen Zuckersaft fließen kann, wobei der Kanal so ausgelegt ist,
dass er im Betrieb in einem oberen Abschnitt des Kanals zum Halten des Saftes einen
Verschlusspfropfen aus ausgepresstem Zuckerrohr mit einem offengelassenen unteren
Abschnitt des Kanals, eine Einrichtung zum Entfernen des Pfropfens aus ausgepresstem
Zuckerrohr bildet, um den Pfropfen aus ausgepresstem Zuckerrohr zu entfernen, nachdem
sich das ausgepresste Zuckerrohr durch den Zerkleinerungsbereich bewegt hat, um
dem Saft zu ermöglichen, an einer Stelle von dem Kanal abzufließen, wo der Saft
mit der zerquetschten Rohrmasse nicht in Berührung kommt.
In einer anderen Form besteht die Erfindung in einer Mühle mit einer
Vielzahl von beabstandeten Gegendrehrollenpaaren, zwischen welchen das Zuckerrohr
hindurchtritt und zerquetscht wird, die Rollen so angeordnet sind, dass das Rohr
zwischen den Rollen in einer im Wesentlichen vertikalen Richtung hindurchtritt,
mindestens einige der Rollenpaare einen Umfangs-Saftkanal aufweisen, welcher um
die Rolle verläuft und in welchen Zuckersaft fließen kann, wobei der Kanal so ausgelegt
ist, dass er in einem oberen Abschnitt des Kanals einen Verschlusspfropfen aus ausgepresstem
Zuckerrohr mit einem offengelassenen unteren Abschnitt des Kanals zum Halten des
Saftes, eine Einrichtung zum Entfernen des Pfropfens aus ausgepresstem Zuckerrohr
bildet, um den Pfropfen aus ausgepresstem Zuckerrohr zu entfernen und dem Saft zu
ermöglichen, an einer Stelle von dem Kanal abzufließen, wo der Saft mit der zerquetschten
Rohrmasse nicht in Berührung kommt.
In einer weiteren Form besteht die Erfindung in einem Verfahren zum
Extrahieren von Saft aus Zuckerrohr, welches aufweist: Zerkleinern des Rohrs zwischen
einem Paar beabstandeter Gegendrehrollen, Weiterleiten des extrahierten Saftes in
einen Saftkanal an mindestens einer der Rollen, Verschließen der Kanalöffnung mit
einer Schicht aus in dem Zerkleinerungsbereich der Rollen verdichtetem, ausgepresstem
Zuckerrohr, Drehen der Rolle, um den verschlossenen Kanal von dem Zerkleinerungsbereich
weg und in einen Saftauffangbereich zu bewegen und das in dem Kanal nach dem Zerquetschen
ausgepresste Zuckerrohr zu entfernen, um zu ermöglichen, dass der Kanal entleert
wird.
Es hat sich herausgestellt, dass Vorrichtung und Verfahren bei geringerem
Energieverbrauch und viel einfacherem Design ein zufriedenstellendes Saftextraktionsniveau
bereitstellen.
Die Gegendrehrollen bzw. Gegenlaufwalzen können verschiedene Durchmesser
und Längen aufweisen und aus unterschiedlichen Materialien, in der Regel aus Gusseisen,
hergestellt werden.
In der Regel stehen die Walzen seitlich nebeneinander, wobei sich
die Drehachse horizontal erstreckt, so dass das Zuckerrohr bzw. die Bagasse in wesentlich
vertikaler Richtung zwischen den Walzen hindurchtritt.
Generell sind die Walzen voneinander beabstandet, so dass die Walzenoberflächen
der gegenläufigen Walzen Zuckerrohr bzw. Bagasse zerquetschen können. Eine der beiden
Walzen kann zum einfacheren Zerkleinern Rillen aufweisen.
Zumindestens weist eine, bevorzugt jedoch beide der Walzen Saftkanäle
zum Auffangen des beim Zerkleinern von Zuckerrohr bzw. Bagasse zwischen den Walzen
austretenden Saftes.
Bevorzugt erstrecken sich die Saftkanäle über die gesamte Walze, so
dass der Saft leichter in den Saftkanal hineinfließen und wieder daraus abfließen
kann.
Der Saftkanal kann unterschiedliche Querschnittsformen aufweisen.
Eine Art von Saftkanal kann „flaschenförmig" sein, wobei er am Boden der
Rille einen engeren Halsabschnitt aufweist, welcher sich in einen größeren Kanalabschnitt
öffnet. Durch diese Verjüngung kann ein Eindringen von Rohr oder Bagasse erschwert
oder verhindert werden.
Bei einer weiteren Form kann der Saftkanal im Wesentlichen U-förmig
sein und parallele Seitenwände aufweisen, wobei der Kanal eine Tiefe hat, welche
größer ist als die Rillen in einer herkömmlichen Rolle. Augenscheinlich
gleitet das Zuckerrohr bzw. die Bagasse über den Kanal hinweg oder nur teilweise
in ihn hinein, füllt ihn aber nicht zur Gänze aus.
Bei einer weiteren Form kann wenigstens eine der Walzen mit herkömmlichen
Rillen versehen sein, in deren Boden mit den innen liegenden Saftkanälen verbundene
Öffnungen ausgebildet sind, um den Saft aus dem Zerkleinerungsbereich zwischen den
Walzen abzuleiten.
Bei einer weiteren Form umfasst die Erfindung eine Mühlwalze, deren
Durchmesser ohne Beeinträchtigung des Gesamtgewichts der Walze erheblich größer
sein kann als vormals möglich. Somit ist es möglich, – ohne dabei Gefahr zu
laufen, die maximale Traglast zu überschreiten – die Walze mit einem Kran
zu entfernen. Mit dem größeren Durchmesser der Walze vergrößert sich auch die Eintragszone,
d. h. jener Bereich über dem Einlass, wo das Rohr von den Walzen erfasst und zwischen
diese hinein gezogen wird.
Walzen mit größerem Durchmesser können folglich ohne Kapazitätseinbußen
eine geringere Länge aufweisen. Die sich aus dem größeren Walzendurchmesser ergebende
größere Eintragszone kann ferner zu einer Extraktionssteigerung führen, da im Zerkleinerungsbereich
der Walzen höhere Faserdichten erzielt werden können.
Die Mühlwalze kann einen mittigen Nabenteil mit einer ersten Länge,
einen sich davon nach außen hin erstreckenden ringförmigen Stegteil mit einer erheblich
unter der ersten Länge liegenden Dicke und einen für den Reibungskontakt mit dem
Material ausgelegten Umfangsrandteil umfassen.
In der wie oben ausgeführten Konfiguration weist die Mühlwalze im
Vergleich zu den herkömmlichen massiven Walzen ein viel geringeres Materialvolumen
auf und ist daher auch kostengünstiger herzustellen.
Durch die erhebliche Verringerung des Walzengewichts kann die Walze
nunmehr einen im Vergleich zu bisherigen Möglichkeiten viel größeren Durchmesser
und/oder eine viel größere Länge aufweisen, ohne die durch die Traglast des Krans
definierte Gewichtsgrenze zu überschreiten. Damit kann wiederum eine wesentliche
Erhöhung der Zerkleinerungskapazität und Saftextraktion herbeigeführt werden.
Durch die Nabe der Walze kann sich ein mittiges Bohrloch erstrecken,
was die Montage der Walze auf einer Welle ermöglicht. Dabei kann die Welle ein mehr
oder weniger herkömmliches Design aufweisen und eine Stahlwelle umfassen, wie sie
gewöhnlich für die Montage bekannter Mühlwalzen eingesetzt wird.
Die Walze selbst kann aus einem beliebigen zweckmäßigen Material geformt
sein. In der Regel werden Mühlwalzen aus einer speziellen Sorte Gusseisen hergestellt,
das sich bei der Zerkleinerung von Zuckerrohr als effektiv erwiesen hat, weshalb
die Walze aus einem ähnlichen Material geformt sein kann. Stahl, andere Metalle
oder Legierungen kommen hier als Möglichkeiten in Betracht. Die Umfangsoberfläche
der Walze kann mit Rillen versehen sein, die den im Bereich der Rohrzerkleinerung
bereits bekannten und Einsatz findenden Rillen ähneln. Sie können oberflächengehärtet
sein oder mittels eines beliebigen der hinreichend bekannten Beschichtungs- oder
Abscheidungsverfahren mit abnutzungsbeständigen Materialien ausgerüstet werden.
Die Außenfläche der Walze kann mit Öffnungen versehen sein, durch
die der extrahierte Zuckersaft in die Saftaustragskanäle im Inneren der Walze laufen
kann.
Die Nabe weist eine erste Länge auf, die für die feste Anbringung
der Nabe an der Welle ausreicht. Die Länge der Nabe kann allerdings variieren und
wird mehr oder weniger durch die gewünschte Länge der Mühlwalze selbst und/oder
ihren Durchmesser festgelegt.
Der Umfangsrandteil weist eine Außenfläche auf, die mit dem Zuckerrohr
in Reibkontakt steht. Der Randteil kann innenliegende Kanäle zum Ableiten des extrahierten
Zuckersaftes aufweisen. Die Länge des Randteils kann, wie dies beim Nabenteil der
Fall ist, variieren, um der gewünschten Länge und/oder dem Durchmesser der Mühlwalze
Rechnung zu tragen. Bevorzugt sind Randteil und Nabenteil in etwa gleich lang.
Der ringförmige Stegteil erstreckt sich zwischen dem Randteil und
dem Nabenteil und dient als Verbindung zwischen den beiden. Bevorzugt ist der Stegteil
ungefähr mittig zwischen Nabenteil und Randteil angeordnet, so dass die Walze symmetrisch
ist.
Zur Verringerung des Gewichts der Mühlwalze ist die Dicke des Stegteils
bedeutend kleiner als die Länge des Nabenteils und beträgt vorzugsweise mindestens
die Hälfte oder sogar weniger als die Hälfte der Länge des Nabenteils.
Weiterhin bevorzugt sind Stegteil und Nabenteil ungefähr gleich dick,
und der Randteil ist ungefähr gleich dick oder nur geringfügig dünner als der Nabenteil.
Die Entwicklung einer weiteren Form der vorliegenden Erfindung beruht
auf der erstaunlichen Entdeckung, dass viele der mit bekannten Mühlen verbundenen
Nachteile durch Bereitstellung eines Systems aus aus einem Paar einander gegenüberliegender
Walzen bestehenden Mühlen, die übereinander angeordnet sind, so dass sich das Zuckerrohr
oder die Bagasse von einem Walzensatz zum nächsten in der Regel vertikal weiterbewegt,
ausgemerzt oder zumindest gemildert werden können.
Bei einer anderen Form besteht die Erfindung daher in einer Mühle
zum Extrahieren von Flüssigkeit aus einem flüssigkeitshaltigen Material. wie Zuckerrohr,
das zwischen den mehreren Paaren einander gegenüberliegender Zerkleinerungswalzen,
die die Mühle umfasst, hindurchlaufen kann, wobei diese Paare einander gegenüberliegender
Walzen übereinander beabstandet angebracht sind und ein im Allgemeinen vertikales Austragsende
aufweisen, so dass das Material sich in der Regel von dem Austragsende des einen
Walzenpaares zu dem Zufuhrende eines darunter angeordneten Walzenpaares vertikal
fortbewegt.
Bevorzugt ergibt sich aus der Anordnung der Walzen eine im Wesentlichen
vertikale Ausrichtung sowohl des Zufuhrendes als auch des Austragsendes.
Es hat sich herausgestellt, dass sich bei einem vertikalen Zufuhrende
der Querschnittsbereich, über den hinweg sich das Zuckerrohr oder Bagasse in die
Walzen vorschiebt, vergrößert. Aufgrund der größeren Menge an Zuckerrohr oder Bagasse,
die aus dem im Vergleich zu bisherigen Möglichkeiten viel größeren Querschnittsbereich
(auch als „Eintragszone" bezeichnet) hineingezogen werden kann, lassen sich
aus einem einzigen Walzenpaar höhere Komprimierung und verbesserte Saftextraktion
erzielen.
Bevorzugt sind die Zerkleinerungswalzen so angeordnet, dass ihre Drehachse
entlang einer horizontalen oder nahezu horizontalen Ebene ausgerichtet ist. Gewünschtenfalls
kann das oder jedes Paar einander gegenüberliegender Walzen mit Eintragswalzen,
langen Rinnen, Plattenbandaufgebern oder anderen bekannten Vorrichtungen, die die
Dichte der Bagasse in der Eintragszone zu erhöhen in der Lage sind, verbunden sein.
Ein vertikaler Austrag von den auf horizontaler bzw. nahezu horizontaler
Ebene angeordneten Walzen erleichtert die Zufuhr von Bagasse von einem Satz Walzen
zum nächsten maßgeblich. In der Regel können vier, fünf oder sechs Zerkleinerungsstufen
eingesetzt werden, wobei bei dem als „Imbibition" bekannten Prozess der Bagasse
gegenläufig Saft zugesetzt wird.
Bevorzugt erstreckt sich das vertikale Austragsende eines Paares einander
gegenüberliegender Walzen vertikal über dem Zufuhrende eines darunter angeordneten
Walzenpaares.
Dies läßt sich dadurch erreichen, dass man die Walzenpaare im Wesentlichen
vertikal übereinander zu einer turmähnlichen Anordnung anbringt.
Bei dieser Anordnung erübrigen sich Fördermittel, Senkrechtförderer
oder Verdichtungzufuhrrinnen. Daher kann die vertikale Anordnung im Vergleich zu
einem herkömmlichen System, bei dem die horizontal angeordneten Walzen zwischen
den einzelnen Stufen Trägermittel oder Senkrechtförderer aufweisen, mechanisch viel
einfacher ausgeführt sein.
Aufgrund der vertikalen Anordnung der Walzenpaare und der fehlenden
Notwendigkeit von Verdichtungsrinnen zwischen den einzelnen Stufen kann sich die
Bagasse mehr als bisher ausdehnen, was den Imbibitionsprozess viel effektiver macht.
Die vertikale Anordnung birgt den weiteren Vorteil, dass die Imbibitionsflüssigkeit
der Bagasse auf beiden Seiten zugesetzt werden kann und auch beidseitig aufgenommen
wird. Damit unterscheidet sie sich von der Verdichtungsrinnenanordnung, bei der
das Besprühen der Bagasse-Masse mehr oder weniger nur auf deren Oberseite erfolgen
kann.
Ein weiterer Vorteil der vertikalen Anordnung liegt darin, dass bei
mechanischem Defekt eines beliebigen Walzenpaares dieses einfach außer Betrieb genommen
wird und sich die Bagasse-Masse ohne weiteres Zutun unter der Wirkung der Schwerkraft
zu dem unter dem defekten Walzensatz befindlichen Walzensatz weiterbewegt. Somit
kann der Betrieb der Mühle aufrechterhalten werden, wenngleich mit einem Satz Walzen
weniger.
Wie zuvor erwähnt, kann bei einem schwerkraftunterstützten System
die aus einem Austragsende eines Walzensatzes austretende Bagasse vollständig dekomprimiert
werden, um das Untermischen der Imbibitionsflüssigkeit zu verbessern. Weiterhin
können mechanische Rührer und Flüssigkeitsstrahlen Einsatz finden, um die Zerkleinerung
von massiven Bagasse-Klumpen in die kleineren Bestandteile zu fördern.
Ein weiterer Vorteil des wie oben beschriebenen Mühlen-„Turm"-Designs
ist der im Vergleich zu herkömmlichen Mühlen geringe Standflächenbedarf.
Bei einer Ausführungsform ist ein Paar von nebeneinander horizontal
angeordneten Walzen mit radialen und axialen Löchern versehen. Während des Zerkleinerungsvorganges
fließt der Saft durch die Löcher und wird gut von der Bagasse getrennt. Es hat sich
gezeigt, dass bei diesen Löchern dann auf Höhe des Walzenbodens ein wesentlicher
Anteil des Saftes herausläuft.
Bei einer anderen Ausführungsform veränderte man die Walzen dahingehend,
dass in jeder Umfangsrille am Boden über die gesamte Länge hinweg ein schmaler Schlitz
verlief. Der Schlitz erweiterte sich dann auf ungefähr 12 mm und führte radial nach
innen zu der Innenkante der axialen Löcher. Der sich über den gesamten Umfang erstreckende
Schlitz stellte im Vergleich zu den einzelnen radialen Schlitzen für den in den
Komprimierungsbereich (Zerkleinerungsbereich) einfließenden Saft einen größeren
Querschnittsbereich bereit, ebenso für das Abfließen von Saft in Richtung des Walzenbodens.
Der schmale Zugang diente als Hindernis für eindringende Bagasse,
der sich aufweitende Abschnitt für das leichtere Entfernen von eingedrungenen Zuckerrohrstücken.
Der Rückfluss von Saft in die Bagasse, in die Ausdehnungszone hinter dem Walzenspalt,
wurde durch den schmalen Abschnitt des Schlitzes verhindert.
Die obigen Walzen mit den sich über den gesamten Umfang erstreckenden
Saftkanälen erbrachten eine außerordentliche Verbesserung der Leistung. Die Menge
an nach oben fließendem Saft war sehr gering und der Saft floss großteils nach unten
in Richtung des Walzenbodens.
Bei einer weiteren Ausführungsform wurde eine Walze aus herkömmlichem
Gusseisenmaterial hergestellt und unter Verwendung herkömmlicher Werkzeuge mit Rillen
versehen. Dadurch konnten im Vergleich zu dem für die Bereitstellung von Walzen
mit nach innen aufgeweitetem, sich über den gesamten Umfang erstreckendem Saftkanal
eingesetzten Verfahren die Herstellungskosten gesenkt werden.
Bei der herkömmlichen Gusseisenwalze war ein Saftkanal als paralleler,
ungefähr 5 mm breiter und 50 mm tiefer Schlitz ausgebildet. Wenngleich bei herkömmlichen
Walzen mit Zufuhr von unten Saftkanäle bekannt sind, weisen herkömmliche Saftkanäle
nicht das oben angeführte Tiefe/Durchmesser-Verhältnis auf, das für das Abfließen
des Saftes aus dem Kanal entsprechend gewählt wird.
Man nahm an, dass ein offener Schlitz als Saftkanal hinter dem Zerkleinerungsbereich
zu beträchtlicher Rückresorption von Saft aus dem Kanal in die Bagasse, in die Ausdehnungszone
führen würde.
Völlig überraschend war jedoch keine oder nur eine sehr geringe Leistungsverringerung
zu beobachten. Trotz der Tatsache, dass der Kanal als offener Schlitz ausgebildet
war, zeigte sich keine signifikante Rückresorption in die Bagasse. Es sammelte sich
nachweislich bei der Walze mit den breiten, parallelen Kanälen in etwa ebenso viel
Saft an wie bei der oben beschriebenen Walze mit den schmalen Kanalöffnungen.
Ohne an theoretische Ansätze gebunden sein zu wollen, scheint die
in den oberen Teil des Saftkanals hineingerammte Bagasse diesen zu verschließen.
Diese Annahme wird durch die Beobachtung untermauert, dass die Bagasse-Masse in
der Ausdehnungszone in zwei Teile zerfällt, die jeweils an der gerillten Oberfläche
der Walze anhaften. Die Bagasse befand sich in äußerst verdichtetem Zustand und
erwies sich bei Permeabilitätsmessungen als weitgehend undurchdringlich, was folglich
die Rückresorption von Saft aus dem Kanal verhinderte. Der „Pfropfen" aus
undurchdringlicher Bagasse hält somit den Saft in dem sich über den gesamten Umfang
erstreckenden Saftkanal bis weit hinter dem Schaber.
Ein besonders vorteilhaftes Merkmal der Erfindung ist die Steigerung
des Saftaustrags, weil der Saft in derselben Richtung fließt wie die Masse aus Zuckerrohr
bzw. Bagasse.
Bei herkömmlichen Walzen bewirkt eine Erhöhung der Walzengeschwindigkeit
einen drastischen Abfall der Extraktionseffizienz. Mit derartigen Einschränkungen
ist die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht behaftet, bei der die Walzen im Wesentlichen
horizontal angeordnet werden können und dadurch der Saft zu gleichen Teilen über
die beiden Walzen und auch in Richtung der Walzenbewegung in Kanälen abfließen kann.
In Tabelle 1 ist die Saftextraktion bei einer herkömmlichen Mühle
und bei den Walzen nach einer erfindungsgemäßen Ausführungsform als Prozentanteil
im Hinblick auf die Walzengeschwindigkeit aufgeführt.
TABELLE 1
Bei der obigen Tabelle zerkleinerten die Mühlen jeweils fein vorverarbeitetes
Zuckerrohr. Das Komprimierungsverhältnis betrug bei der herkömmlichen Mühle 3,5
und bei der erfindungsgemäßen Mühle 3,1. Die Güte der Saftextraktion nimmt mit höherem
Komprimierungsverhältnis zu. Die Ergebnisse zeigen deutlich die Vorteile
des erhöhten Saftaustrags bei der vorliegenden Erfindung. Nicht nur ist die Saftextraktion
bei geringerem Komprimierungsverhältnis zusehends besser, auch die nachteilige Auswirkung
der höheren Geschwindigkeit ist viel geringer ausgeprägt.
Die Möglichkeit bei höheren Geschwindigkeiten zu arbeiten stellt ein
wichtiges Merkmal der vorliegenden Erfindung dar, da Kapazität und Walzengeschwindigkeit
direkt zueinander in Beziehung stehen. Ebenso auch Kapazität und Walzenlänge bzw.
-durchmesser. Bei der vorliegenden Erfindung hat sich herausgestellt, dass zwei
Walzen mit annähernd standardmäßiger Geometrie in etwa die gleiche Kapazität aufweisen
wie ein herkömmliches Fünf- oder Sechswalzwerk, wenn die beiden Walzen bei etwa
doppelt so hoher Geschwindigkeit wie die herkömmlichen Walzen betrieben werden.
Durch die Reduzierung auf zwei Walzen wird eine wesentliche Einsparung an Herstell-
und Installationskosten erzielt.
Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal der Erfindung besteht darin, dass
der Saft im Gegensatz zu herkömmlichen Zerkleinerern, bei denen der Saft hauptsächlich
nur von der unteren Walze abfließt, zu gleichen Teilen über die beiden Walzen abfließen
kann.
Weiterhin wurde die den Gegenstand der vorliegenden Anmeldung darstellende
Mühle mit bekannten gewerblichen Geräten verglichen; die Ergebnisse dazu sind in
Tabelle 2 aufgeführt. Von einer Zuckerfabrik wurde vorbearbeitetes Rohr beschafft
und gleichzeitig eine Probe von aus der ersten Mühle der Fabrik ausgetragener Bagasse
genommen. Bei dieser Mühle handelte es sich um einen herkömmlichen Zerkleinerer
mit sechs Walzen. Das vorbearbeitete Rohr und die Bagasse, sowohl aus der gewerblichen
Mühle als auch der den Gegenstand der vorliegenden Anmeldung darstellenden Mühle,
wurden analysiert und die Extraktion basierend auf Pol über den selben Komprimierungsverhältnisbereich
hinweg verglichen. Die Pol-Extraktion bei einer beliebigen ersten Mühle liegt ein
wenig höher als die Saftextraktion (die Grundlage für den vorhergehenden Vergleich
zwischen zwei Testeinheiten). Pol ist ein Maß für den Saccharosegehalt.
TABELLE 2
Die erfindungsgemäße Mühle, die aus einem Paar horizontal einander
gegenüberliegender Walzen besteht, zeigt einen deutlichen Vorteil bei der Extraktionsleistung
innerhalb desselben Komprimierungsbereichs. Bei der vorliegenden Erfindung werden
durch das Abfließen des Saftes von der Basis der Walzen die mit dem Eindringen des
Saftes in die die Walzen drehbar stützenden Lager verbundenen Probleme, die sich
häufig bei herkömmlichen Mühlen stellen, vermieden. Dies ist auch der Reinhaltung
der Mühle zuträglich.
Der Energieverbrauch der erfindungsgemäßen Mühle liegt ferner wesentlich
unter der von herkömmlichen Sechs-, Fünf-, Vier- und Dreiwalzwerken zum Zerkleinern
pro Tonne Rohr benötigten Energiemenge. Fünf- und Sechswalzwerke weisen zwei Verdichtungszufuhrplatten
und eine Wendestange auf, die aufgrund des Reibungswiderstandes Energie verbrauchen.
Die Verdichtungszufuhrplatten und die Wendestange sind auch mit Schabern zur Beseitigung
von in den gewinkelten Rillen der Walzenoberfläche festgesetzter Bagasse ausgestattet.
Im Grunde genommen benötigen alle Walzen Schaber, so dass für jede zusätzliche Walze
wegen des zusätzlichen Schabers zusätzlicher Energieverbrauch anfällt.
Bei der vorliegenden Erfindung hat die Notwendigkeit der Beseitigung
von Bagasse aus den markant tiefen Saftkanälen von Bagasse zur Entwicklung neuartiger
Schaber und Hilfsanordnungen geführt.
Bevorzugt wird das Ausschaben der Bagasse in zwei Stufen durchgeführt.
Bei der ersten Stufe bilden die Schaber den vorderen Rand der Austragsrinne. Herkömmliche
Schaber sind aus Stahlplatten hergestellt und die Zähne sind entsprechend den gewinkelten
Rillen in der Walze gefräst. Hat sich die Bagasse am Grund der Rille dick festgesetzt,
so unterliegen die Schaberzähne übermäßiger Abnutzung. Bei der vorliegenden Erfindung
bewegen sich Bagasse und Saft in dieselbe Richtung – die Bagasse innerhalb
des gewinkelten Abschnittes der Rille und der Saft im inneren, parallelen Kanal.
Natürlich sollte der Schaber nicht zu weit in den parallelen Abschnitt vordringen,
jedoch ist das geringfügige Vordringen der Zahnvorderkante erwünscht, damit darunter
liegende, nicht so kompakte Bagasse herausgehoben werden kann und dabei nicht die
mit dem Durchschneiden von verklumpter Bagasse einhergehende Abnutzung zum Tragen
kommt. Es wurde ein verbesserter Schaber entwickelt, bei dem in jeder parallelen
Rille eine Klinge aus Federstahl oder einem anderen geeigneten Material geführt
wird. Die Klingen sind auf einer Schaberplatte mit entsprechend geformten Zähnen
geträgert. Die Funktion der Platte besteht jedoch darin, die durch die Klinge gelockerte
Bagasse in die Austragsrinne zu schieben. Die Klinge ragt daher weit über den Plattenabschnitt
hinaus. Die Spitze kann sich in der Nähe des Walzenspaltes befinden. Bei der Klinge
kann es sich um ein auswechselbares Element handeln, das in einem Schlitz oder mittels
anderer geeigneter Mittel in der Platte befestigt ist.
Der zweite Schaber ähnelt jenen für die Reinigung der Saftrillen mit
geringer Tiefe. Die Schaber können jedoch, indem man sie vertikal hinunterhängen
läßt und eine geeignet geformte Klinge verwendet, auf einer runden oder anders geformten
Stange angebracht werden, so dass sie sich ungehindert seitlich und somit auch zu
einem gewissen Maße innerhalb und außerhalb der Rille bewegen können. Die auf diese
Weise befestigten Schaberklingen werden durch die Bewegung der Walze sowie die geringe
Einwirkung der austretenden Bagasse in der Rille gehalten.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die Beschreibung der erfindungsgemäßen Ausführungsformen folgt nun
unter Bezugnahme auf die nachstehenden Zeichnungen. Es zeigen:
1 einen Längsquerschnitt einer Mühlwalze
gemäß einer ersten Ausführungsform,
2 einen Längsquerschnitt einer Mühlwalze
gemäß einer zweiten Ausführungsform,
3 eine Endansicht der Mühlwalze nach
2,
4 eine als vertikaler Turm angelegte
Mühle nach einer erfindungsgemäßen Ausführungsform, mit einem vertikal angeordneten
Satz von einander gegenüberliegenden Doppelwalzen, zwischen die verstellbare Rinnen
eingefügt sind,
5 eine Schnittansicht einer auf einer
Welle montierten Mühlwalze nach einer Ausführungsform.
BESTE AUSFÜHRUNGSFORM
Unter Bezugnahme auf die Figuren stellt zunächst 1
einen Längsquerschnitt einer Einzelwalze dar.
Die Walze besteht aus auf einer mittleren Welle 2 mit Hilfe
herkömmlicher Mittel montierten parallelen kreisrunden Platten 1. Die Ausformung
der Platten bildet eine gewinkelte, sich über den gesamten Umfang erstreckende Rille
8, die sich radial einwärts zu einem sich über den gesamten Umfang erstreckenden
Schlitz 5 verjüngt und sich dann zu einem sich über den gesamten Umfang
erstreckenden Kanal 6 auf weitet. Der Kanal 6 kommt über den axialen
Löchern 9 zu liegen. Die Spitze und Kante der gewinkelten Rillen können
mit einer harten, rauen Beschichtung 7 versehen sein. Während des Betriebs
wird das safthaltige Rohr bzw. die Bagasse von der gegenüberliegenden horizontalen
Walze in die Rillen gedrückt. Die verklumpte Bagasse kann nicht weiter als bis zu
dem gewinkelten Rillenabschnitt 8. Der Saft kann ungehindert radial in
den sich über den gesamten Umfang erstreckenden Kanal hinein- und darin bis zu den
radialen Löchern hinunterfließen, aus denen er dann herausströmt. Praktisch führt
der Weg des geringsten Widerstands nach unten, und durch die axialen Löcher fließt
nahezu kein Saft.
2 stellt den Längsquerschnitt einer zweiten
Form einer Zerkleinerungswalze dar, die in ihrer Herstellung billiger ist, leichter
gereinigt werden kann und verbessertes Abfließen des Saftes bietet. Die Walze kann
aus einem oder mehreren Stücken 10 aus massivem Gusseisen, Gusseisen mit
Kugelgraphit, Stahl oder anderen geeigneten Materialien als in geeigneter Weise
an einer mittleren Welle 12 befestigte Ummantelung hergestellt sein. Darin
sind sich über den gesamten Umfang erstreckende, gewinkelte Rillen 13 ausgebildet,
und in deren Boden jeweils ein sich über den gesamten Umfang erstreckender paralleler
Kanal 14. Während des Betriebs wird die Bagasse von der gegenüberliegenden
horizontalen Walze in die gewinkelten Rillen 13 und die äußeren Abschnitte
der parallelen Kanäle 14 gedrückt. Der Saft kann ungehindert radial in
die parallelen Saftkanäle 14 hinein- und darin bis zum Boden der Walze
hinunterfließen, wo er dann herausströmt.
3 stellt den axialen Querschnitt von
Walze 10 durch die Mittelebene einer der sich über den gesamten Umfang
erstreckenden gewinkelten Rillen bzw. parallelen Saftkanäle dar. Der primäre und
der sekundäre Schaber sowie der Saftauffangschacht sind ebenfalls im Querschnitt
zu sehen. Der Schaber entfernt verklumpte Bagasse aus der gewinkelten Rille
13 und dem äußeren Abschnitt des parallelen Saftkanals 14. Die
Klingen 15 sind derart positioniert, dass deren vordere Spitzen bis unter
die verklumpte Bagasse in den parallelen Saftkanal 19 eingreifen. Während
der nach unten gerichteten Bewegung von Walze und Bagasse schieben die Klingen
15 das Zuckerrohr aus der Rille nach rechts zu einer Austragsrinne. Der
Saft kann ungehindert durch den sich über den gesamten Umfang erstreckenden Kanal
19 bis zum Boden der Walze und dort in Saftauffangschächte 16
abfließen. Die Klingen 15 sind ein wenig schmäler als der parallele Saftkanal
19 breit ist. Die Klingen 15 sind auf einer Platte 17
geträgert, deren gewinkelte Oberfläche lose Bagasse zu der dafür vorgesehenen Austragsrinne
umlenkt.
In 4 nunmehr ist eine als vertikaler
Turm angelegte Mühle 20 dargestellt, die aus fünf Paaren einander gegenüberliegender
Gegenlaufwalzen 21–25 besteht. Jedes Walzenpaar
21–25 besteht aus zwei Gegenlaufwalzen, zwischen denen die
hindurchlaufende Rohrmasse 26 zerquetscht wird. Kurze Zuckerrohrstücke,
zerquetschtes Rohr bzw. zu kleinen Schnitzeln verarbeitetes Rohr wird über einen
herkömmlichen Zufuhrtrichter dem obersten Walzenset 21 zugeführt. Der von
den Walzen ablaufende Saft wird mittels Einspritzpumpe zu der vorhergehenden Rinne
zurückgeführt. Die Walzen an sich können unterschiedlicher Art sein, entsprechen
jedoch vorzugsweise den Austragswalzen in 2 und
3. Bei der Ausführungsform wird jedes Paar
sich gegenüberliegender Walzen durch eine separate Antriebsanordnung angetrieben.
Die Rohrmasse durchläuft jedes Walzenpaar vertikal, was gegenüber einer horizontalen
Bewegungsrichtung der Rohrmasse verschiedene Vorteile mit sich bringt.
5 nunmehr stellt eine in Zuckerrohrfabriken
eingesetzte, aus Gusseisen hergestellte Walze 50 dar, die an einer drehbaren
Welle 52 angebracht ist. Die Walze ist derart montiert, dass sie sich gegenüber
der Welle 52 drehfrei bewegen kann.
Die Walze weist einen Nabenteil 51, einen sich nach außen
erstreckenden Stegteil 56 mit einer erheblich geringeren Dicke als der
Nabenteil 51 und einen Randteil 57 auf. In dem Randteil
57 sind Rillen 53 der in der Technik bekannten Art ausgebildet.
Die in dem Randteil ausgebildeten Löcher und/oder Schlitze sind mit den länglichen
Saftkanälen 54 verbunden, um die extrahierten Zuckersäfte abzuleiten.
Die beiden in der Walze gut sichtbaren, tiefen, kreisförmigen Aussparungen
58 zur Gewichtsreduzierung ergeben sich aus der verhältnismäßig dünnwandigen
Konstruktion des Stegteils 56. Diese Aussparungen verringern das Gewicht
der Walze erheblich, wodurch diese bedeutend länger oder im Durchmesser viel größer
dimensioniert sein kann, als dies bisher möglich war.
Dies wiederum führt zu effizienterer Zerkleinerungskapazität und Saftextraktion.
Es versteht sich, dass die beschriebenen Ausführungsformen verschiedentlich
verändert und modifiziert werden können, ohne dabei vom Geist und Umfang der Erfindung
abzuweichen.
Anspruch[de]
Vorrichtung zum Extrahieren von Saft aus Zuckerrohr, wobei die Vorrichtung
ein Paar Gegendrehrollen mit einem Zerkleinerungsbereich zwischen den Rollen aufweist,
in welchem das Rohr zerquetscht wird, mindestens eine der Rollen einen Umfangs-Saftkanal
aufweist, der um die Rolle verläuft und in welchen Zuckersaft fließen kann, wobei
der Kanal so ausgelegt ist, dass er im Betrieb in einem oberen Abschnitt des Kanals
zum Halten des Saftes einen Verschlusspfropfen aus ausgepresstem Zuckerrohr mit
einem offengelassenen unteren Abschnitt des Kanals, eine Einrichtung zum Entfernen
des Pfropfens aus ausgepresstem Zuckerrohr bildet, um den Pfropfen aus ausgepresstem
Zuckerrohr zu entfernen, nachdem sich das ausgepresste Zuckerrohr durch den Zerkleinerungsbereich
bewegt hat, um dem Saft zu ermöglichen, an einer Stelle von dem Kanal abzufließen,
wo der Saft mit der zerquetschten Rohrmasse nicht in Berührung kommt.
Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher die Rollen so angeordnet sind,
dass das Rohr zwischen den Rollen in einer im Wesentlichen vertikalen Richtung hindurchtritt,
was dazu führt, dass der Saft von beiden Rollen abfließt.
Vorrichtung nach Anspruch 2, bei welcher beide Rollen den Umfangs-Saftkanal
und die Einrichtung zum Entfernen des Pfropfens aus ausgepresstem
Zuckerrohr aufweisen.
Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher der Saftkanal im Wesentlichen
U-förmig ist und parallele Seitenwände aufweist und der Kanal eine Tiefe hat, welche
größer ist als die Rillen einer herkömmlichen Rolle.
Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher die Saftkanäle einen engeren
Halsabschnitt aufweisen, welcher sich in einen größeren Kanalabschnitt öffnet.
Mühle mit einer Vielzahl von beabstandeten Gegendrehrollenpaaren, zwischen
welchen das Zuckerrohr hindurchtritt und zerquetscht wird, die Rollen so angeordnet
sind, dass das Rohr zwischen den Rollen in einer im Wesentlichen vertikalen Richtung
hindurchtritt, mindestens einige der Rollenpaare einen Umfangs-Saftkanal aufweisen,
welcher um die Rolle verläuft und in welchen Zuckersaft fließen kann, wobei der
Kanal so ausgelegt ist, dass er in einem oberen Abschnitt des Kanals einen Verschlusspfropfen
aus ausgepresstem Zuckerrohr mit einem offengelassenen unteren Abschnitt des Kanals
zum Halten des Saftes und eine Einrichtung zum Entfernen des Pfropfens aus ausgepresstem
Zuckerrohr bildet, um den Pfropfen aus ausgepresstem Zuckerrohr zu entfernen und
dem Saft zu ermöglichen, an einer Stelle von dem Kanal abzufließen, wo der Saft
mit der zerquetschten Rohrmasse nicht in Berührung kommt.
Verfahren zum Extrahieren von Saft aus Zuckerrohr, welches aufweist:
Zerkleinern des Rohrs zwischen einem Paar beabstandeter Gegendrehrollen, Weiterleiten
des extrahierten Saftes in einen Saftkanal an mindestens einer der Rollen, Verschließen
der Kanalöffnung mit einer Schicht aus in dem Zerkleinerungsbereich der Rollen verdichtetem,
ausgepresstem Zuckerrohr, Drehen der Rolle, um den verschlossenen Kanal von dem
Zerkleinerungsbereich weg und in einen Saftauffangbereich zu bewegen und das in
dem Kanal nach dem Zerquetschen ausgepresste Zuckerrohr zu entfernen, um zu ermöglichen,
dass der Kanal entleert wird.
Verfahren nach Anspruch 7, wobei sich das Rohr in einer im Allgemeinen
vertikalen Richtung bewegt.