Die vorliegende Erfindung betrifft ein elektrisches Flächenelement
zum elektrischen Heizen oder zur Stromableitung. Das Flächenelement weist zumindest
ein elektrisches Leitelement auf, welches zwischen Kontaktleitern verlegt ist. Das
Flächenelement kann insbesondere bei einer Sitzheizung von Automobilsitzen verwendet
werden. In diesem Fall ist es in den Automobilsitz eingenäht. Ferner kann das elektrische
Flächenelement im antistatischen Bereich eingesetzt werden, wenn eine elektrostatische
Aufladung von Gegenständen verhindert werden soll. Das elektrische Flächenelement
dient in diesem Fall der Stromableitung.
Herkömmliche elektrische Flächenelemente für Sitzheizungen bestehen
aus einem Trägermaterial, elektrischen Leitern, die üblicherweise in das Trägermaterial
eingearbeitet sind, und Kontaktleitern. Zwischen den Kontaktleitern und den Leitern
in dem Trägermaterial besteht eine elektrische Verbindung, so dass Strom von den
Kontaktleitern durch die Leiter zu dem weiteren Kontaktleiter fließen kann. Im Folgenden
wird die Verbindung der Leiter mit dem Trägermaterial als elektrisches Leitelement
bezeichnet. Herkömmlicherweise werden die Kontaktleiter auf solche elektrische Leitelemente
ein- oder aufgelegt oder über ein Schusseintragungsverfahren eingebracht.
In der DE 41 01 290 C2
ist beispielweise ein elektrisches Heizflächenelement beschrieben, bei dem Kontaktleiter
auf ein Trägerband aufgenäht oder als Borte eingewebt oder eingewirkt sind. Das
so gebildete Kontaktband wird auf einem Flächenelement verlegt, das die Heizleiter
enthält. Um eine möglichst gute Anpassungsfähigkeit an verschiedenen Sitzformen
und Sitzbereiche zu erzielen, sind die Heizleiter sowie die Kontaktleiter in dem
Kontaktband wellenförmig verlegt.
Weitere elektrische Flächenheizelemente sind in der EP
0 532 468 A1 und der EP 0 463 516
A2 beschrieben.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein elektrisches Flächenelement
der Eingangs genannten Art zu schaffen, das kostengünstig und einfach herstellbar
ist und das sehr flexibel und knickfähig ist. Ferner soll es bei dem Flächenelement
möglich sein, getrennt voneinander vorgesehene Leitelemente auf einfache Weise elektrisch
zu verschalten.
Diese Aufgabe wird durch ein elektrisches Flächenelement mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Das erfindungsgemäße elektrische Flächenelement ist dadurch gekennzeichnet,
dass seine Kontaktleiter schlauchförmig sind. Es hat sich herausgestellt, dass die
Verwendung eines schlauchförmigen Kontaktleiters fertigungstechnisch vorteilhaft
ist. Er lässt sich sehr leicht mit dem elektrischen Leitelement verbinden. Diese
Verbindung ist sehr flexibel. Ferner bleibt die elektrische Kontaktierung zwischen
dem schlauchförmigen Kontaktleiter und dem Leitelement auch dann bestehen, wenn
sehr kleine Knickwinkel auftreten. Außerdem ist ein schlauchförmiger Kontaktleiter
sehr kostengünstig als Meterware beziehbar.
Gemäß einer bevorzugten Ausbildung des elektrischen Flächenelements
enthalten die schlauchförmigen Kontaktleiter Metallfäden, -fasern, -drähte und/oder
Mischungen aus Metall und textilem Fasermaterial. Der Kontaktleiter kann dabei aus
Metalldrähten, -fäden oder -litzen gestrickt, geflochten oder gehäkelt sein. Ferner
kann der Kontaktleiter aus Fasermaterial einerseits und Metalldrähten, -fäden oder
-litzen andererseits gestrickt, gehäkelt oder geflochten sein.
Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des elektrischen Heizelements
ist der Kontaktleiter aus sich abwechselnden leitenden und nichtleitenden Fäden
gestrickt, gehäkelt oder geflochten. Das Flächenelement umfasst in diesem Fall mehrere
Leitelemente, die im Bereich der Kontaktleiter im Wesentlichen senkrecht zu diesen
verlaufen. Die Leitelemente werden abwechselnd von einem leitenden und einem nichtleitenden
Faden des Kontaktleiters kontaktiert. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Verschaltungen
der Leitelemente realisieren. Beispielweise können die Leitelemente parallel oder
in Reihe geschaltet werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausbildung des elektrischen Flächenheizelements
sind die schlauchförmigen Kontaktleiter auf das Leitelement aufgenäht. Beispielweise
können die Kontaktleiter auf das Leitelement durch Einfachsteppstich, Zick-Zack-Stich,
3-Stich-ZZ-Stich oder Kettenstich aufgenäht sein. Andere artverwandte Nähverfahren
sind jedoch auch möglich. Durch diese Befestigung der Kontaktleiter an dem Leitelement
kann eine sehr flexible feste und dauerhaft elektrische Verbindung sichergestellt
werden.
Schließlich ist es gemäß einer weiteren Ausgestaltung des Flächenelements
möglich, die schlauchförmigen Kontaktleiter mit einem Gewebe des Leitelements zu
vernetzen.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit
Bezug zu den Zeichnungen erläutert.
1 zeigt das elektrische Flächenelement
gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung,
2 zeigt das in 1
gezeigte elektrische Flächenelement in einem Schnitt entlang der Linie B–B,
3 zeigt das in 1
gezeigte elektrische Flächenelement in einem Schnitt entlang der Linie A–A,
4a zeigt einen Querschnitt eines geflochtenen
schlauchförmigen Kontaktleiters,
4b zeigt einen Querschnitt eines gehäkelten
schlauchförmigen Kontaktleiters,
4c zeigt einen Querschnitt eines gestrickten
schlauchförmigen Kontaktleiters,
4d zeigt einen Querschnitt eines schlauchförmigen
Kontaktleiters, der abwechselnd nach oben und unten geführte Metall- und Kunststofffäden
aufweist,
4e zeigt einen Querschnitt eines schlauchförmigen
Kontaktleiters, in dem in dem Schlauchinnenraum Metallfäden befestigt sind,
5 zeigt schematisch einen Längsschnitt
des in 4d gezeigten Kontaktleiters, bei dem nur die
abwechselnd nach oben und unten geführten Metall- und Kunststofffäden gezeigt sind,
6 zeigt eine Aufsicht auf ein weiteres
Ausführungsbeispiel des elektrischen Flächenelements, bei dem geteilte Leitelemente
vorgesehen sind, die in Reihe verschaltet sind,
7 zeigt eine Aufsicht auf ein weiteres
Ausführungsbeispiel des elektrischen Flächenelements, bei dem geteilte Leitelemente
vorgesehen sind, die parallel verschaltet sind,
8 zeigt eine Aufsicht auf ein weiteres
Ausführungsbeispiel eines elektrischen Flächenelements, bei dem geteilte Leitelemente
vorgesehen sind, die in Gruppen verschaltet sind,
9 zeigt eine Aufsicht auf ein weiteres
Ausführungsbeispiel eines elektrischen Flächenelements, bei dem geteilte Leitelemente
vorgesehen sind, die auf andere Weise in Gruppen verschaltet sind,
10 zeigt einen Querschnitt eines Kontaktleiters,
wie er in 4e gezeigt ist, der an dem Leitelement befestigt
ist,
11 zeigt eine Aufsicht auf ein weiteres
Ausführungsbeispiel eines elektrischen Flächenelements mit einem Kontaktleiter gemäß
der 4d und der 5, und
12 zeigt einen Schnitt entlang der Linie
D–D der 11.
Die in den folgenden Ausführungsbeispielen beschriebenen elektrischen
Flächenelemente können als Heizflächenelemente zum elektrischen Beheizen von Automobilsitzen
oder zur Stromableitung zum Verhindern einer elektrostatischen Aufladung verwendet
werden. Gleichermaßen können sie bei anderen Anwendungen eingesetzt werden, die
eine flächenmäßige Stromableitung oder Stromzufuhr über ein elektrisches Flächenelement
erfordern. Die 1 bis 3
zeigen den grundsätzlichen Aufbau eines Ausführungsbeispiels des elektrischen Flächenelements.
Es umfasst als Hauptbestandteile ein elektrisches Leitelement 1 und zumindest
zwei Kontaktleiter 3. Das elektrische Leitelement 1 befindet sich
zwischen zwei im Wesentlichen parallel verlaufenden Kontaktleitern 3. Strom
kann somit von dem einen Kontaktleiter 3 durch das Leitelement
1 zu dem anderen Kontaktleiter 3 fließen. An den Enden der Kontaktleiter
können Anschlüsse für die Stromzu- und -abfuhr vorgesehen sein.
Das elektrische Leitelement 1 ist an sich bekannt. Es kann
beispielweise ein textiles Flächenelement sein, in das elektrische Leiter, wie z.B.
Karbonfasern oder Metallfäden, eingebracht sind. Derartige Leitelemente
1 sind beispielweise in den eingangs erwähnten Druckschriften beschrieben.
Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere die Ausbildung der Kontaktleiter
3 sowie die Verbindung der Kontaktleiter 3 mit dem Leitelement
1.
Die Kontaktleiter 3 sind am Rand des Leitelements
1 auf die Ober- oder Unterseite aufgenäht. Hierbei können bekannte Nähverfahren
verwendet werden. Als besonders bevorzugt hat sich ein Einfachsteppstich, ein Zick-Zack-Stich,
ein 3-Stich-ZZ-Stich oder ein Kettenstich erwiesen. Die Kontaktleiter
3 zeichnen sich dadurch aus, dass sie schlauchförmig sind. Dies bedeutet,
dass sie im Querschnitt einen Ring bilden. Verschiedene Ausbildungen des Kontaktleiters
3 sind in den 4a bis 4e
gezeigt. Der in 4a gezeigte Kontaktleiter ist ein geflochtener
Schlauch. Der Schlauch kann beispielweise aus Metalldrähten, Metallfäden oder leitenden
Litzen bestehen.
4b zeigt einen Kontaktleiter aus einem
gehäkelten Schlauch. Er kann sich beispielweise aus 4, 5,
6, r oder 8 Metalldrähten, -fäden oder -litzen zusammensetzen.
Er kann außerdem eine Innenseele aufweisen.
In 4c ist ein Kontaktleiter
3 aus einem gestrickten Schlauch gezeigt. Dieser Strickschlauch kann sich
aus textilem Fasermaterial und einer Vielzahl von Metalldrähten, -fäden oder -litzen
zusammensetzen. Die Anzahl der Metallfäden kann beispielweise in einem Bereich zwischen
zwei und 16 liegen.
4d zeigt eine Weiterbildung der in den
4a bis 4c gezeigten
Kontaktleitern 3. Das Basismaterial dieses Kontaktleiters ist nichtleitend.
Ferner sind in den Kontaktleiter 3 leitende und nichtleitende Fäden eingebracht.
In 4d sind mit 5 beispielweise leitende Metallfäden
bezeichnet und mit 6 nichtleitende Kunststofffäden. Diese Fäden
5 und 6 werden in dem Schlauch abwechselnd nach oben und unten
geführt. In dem in 5 gezeigten Längsschnitt ergibt
sich somit, dass sich leitende und nichtleitende Bereiche abwechseln. Weiter unten
wird erläutert, wie mit einem solchen Kontaktleiter 3 mehrere getrennt
voneinander vorgesehene elektrische Leitelemente 1a miteinander verschaltet
werden können.
4e zeigt eine weitere Ausbildung eines
Kontaktleiters 3, der aus einem geflochtenen, gehäkelten, gestrickten Schlauch
besteht, in dem im Inneren zusätzliche Metallfäden 5 eingebracht sind.
Die 6 bis 9
zeigen weitere Ausführungsbeispiele von elektrischen Flächenelementen, bei denen
mehrere elektrische Leitelemente 1a getrennt voneinander vorgesehen sind.
Sie werden über mehrere Kontaktleiter 3 miteinander verbunden, so dass
verschiedene elektrische Schaltungen realisiert werden können.
In 6 ist eine Reihenschaltung zwischen
den vier beispielhaft dargestellten Leitelementen 1a realisiert. In
7 ist eine Parallelschaltung der Leitelemente
1a realisiert. Schließlich sind in den 8 und
9 verschiedene Gruppenschaltungen der Leitelemente
1a verwirklicht. Bei den gezeigten Ausführungsbeispielen ist der Stromfluss
I jeweils durch die Pfeile schematisch dargestellt.
Die Verbindung eines Kontaktschlauchs mit einem Leitelement ist schematisch
im Querschnitt in 10 dargestellt. Als Kontaktleiter
wurde der mit Bezug zu 4e erläuterte Schlauch dargestellt.
Er ist durch die Naht 2 auf das Leitelement 1 aufgenäht. Dabei
kontaktiert der Schlauch 3 im unteren Bereich das elektrische Leitelement
1. Auf diese Weise kann Strom von dem Kontaktleiter 3 zum Leitelement
1 und umgekehrt fließen.
In den 11 und 12
ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des elektrischen Flächenelements gezeigt, bei
dem der mit Bezug zu 4d und 5
erläuterte Kontaktleiter verwendet wird. Durch die Verwendung dieses Kontaktleiters
3 kann beispielweise nur jedem zweiten elektrischen Leitelement
1a Strom zugeführt werden. In Längsrichtung des Kontaktleiters
3 entspricht nämlich der Bereich, bei dem sich der Metallfaden
5 unten, d.h. benachbart zu dem Leitelement 1a, befindet, der
Breite des Leitelements 1a, wie es in dem in 12
gezeigten Querschnitt zu erkennen ist. Diesen Leitelementen 1a wird über
die Metallfäden 5 Strom zugeführt. Jedes zweite Leitelement 1a
kontaktiert nur den nichtleitenden Kunststofffaden 6, so dass diesen Leitelementen
1a kein Strom zugeführt wird.
Schließlich kann der schlauchförmige Kontaktleiter 3 auch
so hergestellt werden, dass die elektrischen Kontaktbereiche über die Herstellungstechnik
nach oben und unten oder seitlich variabel in der Länge und Breite verlegt werden
können. Dies hat den Vorteil, dass die Kontaktbereiche zur leitenden Fläche des
Leitelements 1 nicht extra isoliert werden müssen. Auf diese Weise können
auch Reihen- oder Parallelschaltungen über die Länge des elektrischen Flächenelements
realisiert werden.