Die vorliegende Erfindung betrifft einen elektrischen Lastschalter
zur Einstellung der Kontakte, umfassend bewegliche Hebel für jede elektrische Phase
mit Hauptkontakten und Lichtbogen-Unterbrecherkontakten, die mit auf einer Anschlußleiste
angeordneten Hauptkontakten und Lichtbogen-Unterbrecherkontakten zusammenwirken.
Aus dem Dokument US-A-5519180 ist ein elektrischer Lastschalter nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt.
Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, daß industrielle Niedrigvolt-Lastschalter
hauptsächlich zwei Aufgaben erfüllen: sie ermöglichen das Fließen eines Nennstroms
und unterbrechen größere Überlasten oder Kurzschlußströme. Hinsichtlich der elektrischen
Kontakte stehen diese beiden Aufgaben zueinander im Widerspruch.
Um nun einen geringen Verbrauch und geringe Arbeitstemperaturen während
des Flusses des Nennstroms sicherzustellen, benötigen die elektrischen Kontakte
eine geringe Resistivität. Andererseits müssen die Kontakte zum Zwecke der Unterbrechung
von Überströmen gegenüber dem elektrischen Lichtbogen, der während der Unterbrechung
eines Überstroms oder Kurzschlusses entsteht, hohen Widerstand und damit hohe Resistivität
aufweisen.
Da es unmöglich ist, mit Einsatz des gleichen Materials zugleich eine
geringe Resistivität sowie eine hohe thermische Resistenz zu erzielen, werden die
Aufgaben, den Nennstrom zu übertragen und Überströme zu unterbrechen von zwei gesonderten
Kontakten aus unterschiedlichem Material erfüllt.
Die Funktion, den Nennstrom zu übertragen, wird von den ersten Kontakten
oder den Hauptkontakten erfüllt, die aus einem weicheren Material hergestellt sind.
Die Funktion, Überströme oder Kurzschlußströme zu unterbrechen, wird von zweiten
Kontakten oder Lichtbogen-Unterbrecherkontakten übernommen, die aus einem härteren
Material hergestellt sind.
Metalleinsätze, welche die Hauptkontakte und die beweglichen Lichtbogen-Unterbrecherkontakte
bilden, werden auf unterschiedlicher Höhe auf beweglichen Hebeln angeordnet, die
von Kurbeln getragen sind, die an dem Gehäuse des Lastschalters schwenkbar angeordnet
sind. Entsprechende Metalleinsätze, welche die Hauptkontakte und die feststehenden
Lichtbogen-Unterbrecherkontakte bilden, werden an dem Ende oberer Anschlußleisten
des Lastschalters angeordnet.
Durch eine bekannte Verbindung wird während der Phase der Inbetriebnahme
die Bewegung der kontakttragenden Hebel hervorgerufen, wodurch von den Hauptkontakten
auf die Lichtbogen-Unterbrecherkontakte umgeschalten wird. Um den effizienten Betrieb
des Lastsschalters sicherzustellen, ist es notwendig, daß das Umschalten von den
Hauptkontakten auf die Lichtbogen-Unterbrecherkontakte in einer exakten Zeitfolge
stattfindet. Die gewünschte Exaktheit der Zeitfolge erhält man durch Einstellen
des Abstands der entsprechenden feststehenden und beweglichen Kontakte.
Derzeit wird dieses Einstellen durch das Drehen der beweglichen kontakttragenden
Hebel mit Hilfe eines bekannten Justiermittels erzielt, das auf jeden kontakttragenden
Hebel wirkt.
Der Vorgang des Einstellens der Position der einzelnen Kontakte des
gesamten Lastschalters ist sehr arbeits- und zeitaufwendig, da in dem Lastsschalter
drei oder vier elektrische Phasen vorhanden sind, von denen jede mit mehreren, beispielsweise
acht, kontakttragenden Hebeln ausgebildet ist, von denen jeder einen Hauptkontakt
und einen Lichtbogen-Unterbrecherkontakt hat.
Diese Arbeitsvorgänge werden für gewöhnlich von speziell ausgebildeten
Kräften unter Verwendung von Fühlerlehren durchgeführt, die zwischen den jeweiligen
feststehenden und beweglichen Lichtbogen-Unterbrecherkontakten angeordnet werden,
wenn der Lastschalter geschlossen wird und wenn somit die Hauptkontakte geschlossen
werden. Der Einstellungsvorgang erfolgt durch das Schwenken der einzelnen kontakttragenden
Hebel, so lange bis die Fühlerlehre mit einer gewünschten Kraft zwischen die Lichtbogen-Unterbrecherkontakte
geklemmt ist.
Es versteht sich, daß dieser Arbeitsvorgang eine gewisse Präzision
bei der Durchführung verlangt und daß, im Hinblick auf die beträchtliche Anzahl
von Kontakten in dem Lastschalter, diese Phase der Herstellung des Lastschalters
somit sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Nachteile des Stands
der Technik zu beseitigen und die gleichzeitige Einstellung aller Kontakte des Lastschalters
durch einige einfache Arbeitsvorgänge vorzunehmen.
Die Aufgaben der Erfindung werden erfüllt durch einen elektrischen
Lastschalter mit Mitteln zur Einstellung der Kontakte umfassend bewegliche Hebel
für jede elektrische Phase mit Hauptkontakten und Lichtbogen-Unterbrecherkontakten,
die mit Hauptkontakten und Lichtbogen-Unterbrecherkontakten zusammenwirken, die
auf einer Anschlußleiste angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zapfen
eine Drehkurbel aufnimmt, die von Federn belasteten Hebel der Kontakte an der Kurbel
drehpunktgelagert sind, die Kurbel betriebsmäßig mit einer Verbindungsstange verbunden
ist, die gelenkig mit einer Betätigungswelle verbunden ist, und jedes Ende der Betätigungswelle
von translatorisch beweglichen Einstellträgern getragen ist.
Eine einfache konstruktionsmäßige Realisierung der Erfindung kann
darin bestehen, die Träger als Gleitstücke auszubilden, die in Schlitzen verschiebbar
sind, die in den Widerlagern des Gehäuses des Lastschalters ausgebildet sind, und
an den Trägern Mittel zur Einstellung der Gleitstück-Position vorzusehen.
Vorteilhafterweise weist das Gleitstück seitlich einen Sitz für den
Kopf einer Schraube auf, wobei die Schraube in einer Gewindebohrung aufgenommen
ist, die auf einem Vorsprung angeordnet ist, der seitlich zu dem Schlitz ausgebildet
ist, und die Schraube durch eine Mutter festgestellt ist.
Um ein präzises und somit spielfreies Einstellen zu erzielen, berühren
die Innenflächen des an dem Gleitstück ausgebildeten Sitzes die Ober- und Unterflächen
des Kopfs der Einstellschraube. Um die Schließ- und Öffnungsbewegung des Lastschalters
zu vereinfachen, haben die Gleitstücke für die Zapfen der Betätigungswelle Aufnahmen
aus einem selbstschmierenden Material.
Der Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht hauptsächlich in einer
vereinfachten und bequemeren Vornahme der gleichzeitigen Einstellung der Kontakte
des Lastschalters.
Ein Vorteil liegt ferner in der Reduzierung der für die Einstellung
der Kontakte benötigten Komponenten, wodurch eine Vereinfachung und Verkürzung der
Montagephasen des Lastschalters erzielt wird.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung wird im folgenden anhand
einer beispielhaft gewählten und in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten Ausführungsform
näher erläutert:
1 ist eine axonometrische Teilschnittansicht
des Mechanismus zur Betätigung der Kontakte einer elektrischen Phase eines Lastschalters;
2 ist eine axonometrische Teilschnittansicht
eines Trägers zum Einstellen der Betätigungswelle;
3 zeigt den Träger der Betätigungswelle
in Richtung des mit X gekennzeichneten Pfeils der 2;
4 ist eine schematische Seitenansicht
des Mechanismus der 1 im teilweisen Querschnitt.
Da die Konstruktions- und Betätigungsweise des elektrischen Lastschalters
im wesentlichen bekannt sind, werden im folgenden nur die Teile erläutert, die an
der Erfindung neu und wesentlich sind.
Anhand der Figuren sind manche der Komponenten zu erkennen, die eine
der Phasen eines Lastschalters bilden, der in der geschlossenen Position dargestellt
ist.
Eine Betätigungswelle 1 ist über eine isolierende Verbindungsstange
2 mit einer Kurbel verbunden, die den Träger für Hebel mit beweglichen
Kontakten bildet, die insgesamt mit dem Bezugszeichen 4 versehen sind.
Die Kurbel 3 kann um einen Zapfen 12 schwenken,
der mit den Widerlagern 21 des Lastschalters einstückig ausgebildet ist.
Die beweglichen Kontakte 4 sind beispielsweise durch acht
Hebel oder Finger 5 ausgebildet, von denen jeder einen Hauptkontakt
6 und einen Lichtbogen-Unterbrecherkontakt 7 umfaßt. Die feststehenden
Kontakte, die insgesamt mit dem Bezugszeichen 8 versehen sind, liegen gegenüber
den beweglichen Kontakten 6, 7. Die feststehenden Hauptkontakte
9 und die Lichtbogen-Unterbrecherkontakte sind von einer oberen Anschlußleiste
11 getragen, die zur elektrischen Verbindung des Lastschalters mit der
elektrischen Anlage verwendet wird.
Über Federn 13 werden die Hebel 5, welche die beweglichen
Hauptkontakte 6 tragen, mit einer Kraft gegen die feststehenden Hauptkontakte
9 gedrückt, die nötig ist, um ein ausreichendes Kontaktfeld zu erzeugen,
um einen geringen elektrischen Widerstand sicherzustellen und um ferner die Verbindung
aus Kurbel 3, Verbindungsstange 2 und Betätigungswelle
1 vorzuspannen.
Die Betätigungswelle 1 überträgt eine Bewegung, die durch
eine nicht dargestellten Steuerung erzeugt wird, gleichzeitig auf die drei oder
vier Phasen des Lastschalters. In den Figuren ist nur eine Phase dargestellt. Die
Enden der Betätigungswelle 1 sind über einen insgesamt mit dem Bezugszeichen
20 versehenen Träger mit den Widerlagern 21 des Gehäuses des Lastschalters
verbunden.
Anhand der 2 und 3
sind die Hauptkomponenten zu sehen, welche den einstellbaren Träger 20
bilden.
Der Zapfen der Betätigungswelle 1, in diesem Fall der Endzapfen
22, ist in einen kreisförmigen Sitz eines Gleitstücks 23 eingeführt.
Vorteilhafterweise ist der kreisförmige Sitz aus einem selbstschmierenden
Material hergestellt, um die Reibung zwischen dem Zapfen 22 und dem kreisförmigen
Sitz während des Drehens der Betätigungswelle 1 zu verringern.
Das Gleitstück 23 weist eine seitliche zylindrische Erweiterung
24 auf, die eine Fortsetzung des kreisförmigen Sitzes des Zapfens
22 bildet. Die zylindrische Erweiterung 24 ist in einen Schlitz
25 eingeführt, der in den Widerlagern 21 des Gehäuses ausgebildet
ist. Dieser Schlitz bildet eine Führung, in der die zylindrische Erweiterung
24 des Gleitstücks 23 verschiebbar ist.
An der Vorderseite des Gleitstücks 23 ist ein Sitz
26 für den Kopf 27 einer Schraube 28 ausgebildet. Der
Sitz 26, der in dem Gleitstück 23 ausgebildet ist, umschließt
den Kopf 27 der Schraube 28, wodurch eine axiale Bewegung der
Schraube relativ zu dem Gleitstück verhindert wird. Insbesondere sind die Flächen
des Sitzes 26 in Kontakt mit den Ober- und Unterflächen des Kopfes
27 der Schraube 28.
Ein Vorsprung 30 ist vor dem Schlitz 25 mit der
Seitenfläche 21 verbunden, um einen Anschlag für das Gleitstück
23 zu bilden.
Der Schaft der Schraube 28 ist in eine Gewindebohrung in
dem Vorsprung 30 eingeschraubt und steht von dem abgewandten Abschnitt
des Vorsprungs 30 ab. Eine Mutter 31 ist auf den Schaft der Schraube
28 geschraubt und steht von dem Vorsprung 30 ab.
Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist anhand der 4 zu sehen.
Die Betätigungswelle 1 steuert über die isolierende Verbindungsstange
2 die Schwenkbewegung (in die mit den Pfeilen A und B gekennzeichnete Richtung)
um den Zapfen 12 der Kurbel 3, welche die beweglichen Kontakte
trägt.
Die Betätigungswelle 1 ist an dem Gleitstück 23
angeordnet, das sich in den Schlitzen 25, die in den Widerlagern oder in
den zentralen Rippen des Gehäuses des Lastschalters ausgebildet sind, translatorisch
bewegt. Durch das Lösen der Mutter 31 ist es möglich, die Schraube
28 zu drehen und das Gleitstück 23, das die Betätigungswelle
1 trägt, in dem Schlitz 25 in den vorderen Bereich (F) des Lastschalters
oder in den hinteren Bereich (R) des Lastschalters zu verschieben, wobei eine Drehbewegung
der Kurbel 3, welche die beweglichen Kontakte trägt, gegenüber dem Kurbelzapfen
12 im Uhrzeigersinn (in Richtung des Pfeiles B), bzw. gegen der Uhrzeigersinn
(in Richtung des Pfeiles A) entsteht.
Durch die Drehpunktwirkung, die an dem Punkt, an dem sich die feststehenden
9 und die beweglichen Hauptkontakte 6 gegenüberliegen infolge
der Verschiebung des Gleitstücks 23 in den vorderen Bereich (F) beziehungsweise
in den hinteren Bereich (R) des Lastschalters entsteht, drehen sich die Finger
5, wobei der Abstand (D) zwischen den feststehenden 10 und den beweglichen
Lichtbogen-Unterbrecherkontakten 7 des Lastschalters zunimmt, beziehungsweise
abnimmt.
Der Abstand zwischen den Lichtbogen-Unterbrecherkontakten
10, 7 ist somit eine gestaltungsbedingte Größe, welche die Zeitfolge
für das Umschalten des Stroms von den Hauptkontakten 9, 6 auf
die Lichtbogen-Unterbrecherkontakte 10, 7 definiert, um den Verschleiß
der aus weichem Material bestehenden Hauptkontakte 9, 6 aufgrund
des Erlöschens des elektrischen Lichtbogens während der Inbetriebnahme des Lastschalters
zu verhindern.
Durch das Feststellen der Mutter 31 ist sichergestellt, daß
Einstellungen während der gesamten Arbeitszeit des Lastschalters ungehindert erfolgen
können.
Das gleichzeitige Einstellen der Abstände zwischen allen Lichtbogen-Unterbrecherkontakten
10, 7 durch das Verschieben der Träger 20 der Betätigungswelle
1 setzt das präzise Ausrichten der Finger 5 voraus, welche die
beweglichen Kontakte 6, 7 tragen. Ein derartiges Ausrichten muß
in der Gestaltungs- und Montagephase durch eine gute Kontruktionstoleranz sichergestellt
sein.