Die Anmeldung befasst sich mit einem Aluminium- oder Aluminiumlegierungsbauteil (1) mit verbesserter Flüssigkeits- und Gaskorrosionsbeständigkeit und Plasmabeständigkeit, auf dem ein Eloxalfilm (2) ausgebildet ist, der sich aus einer porösen Schicht (4) und einer nicht-porösen Sperrschicht (5) zusammensetzt, deren Struktur zumindest teilweise Böhmit oder Pseudoböhmit entsprecht. Der Eloxalfilm ist dadurch gekennzeichnet, dass die Filmlösungsgeschwindigkeit, die durch einen (mit JIS H8683-2 übereinstimmenden) Eintauchversuch in einem Gemisch aus Phosphorsäure und Chromsäure ermittelt wird, weniger als 120 mg/dm2/15 min beträgt, der Flächenanteil, in dem nach zweistündigem Stehen lassen (bei 300°C) in einer 5% Chlor enthaltenden Argonatmosphäre Korrosion auftritt, weniger als 15% beträgt, und die Härte (Hv) des Films nicht weniger als 420 beträgt.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft eine Verbesserung der Flüssigkeits- und Gaskorrosionsbeständigkeit
und der Plasmabeständigkeit bei einer aus einer eloxierten Aluminiumlegierung gebildeten
Vakuumkammer und ihren Teilen für Trockenätzanlagen, CVD-Anlagen, PVD-Anlagen, Ionenimplantationsanlagen,
Sputteranlagen usw., die zur Fertigung von Halbleiterbauelementen und Flüssigkristallvorrichtungen
verwendet werden.
Eine Vakuumkammer für CVD-Anlagen, PVD-Anlagen, Trockenätzanlagen
usw. muss eine hohe Korrosionsbeständigkeit gegenüber korrosivem Gas (nachstehend
als Gaskorrosionsbeständigkeit bezeichnet) haben, da in sie korrosive Gasen eingeleitet
werden, etwa Reaktionsgase, Ätzgase und Reinigungsgase, die Halogene wie Cl, F und
Br enthalten. Darüber hinaus muss die Vakuumkammer auch gegenüber Plasma beständig
sein (nachstehend als Plasmabeständigkeit bezeichnet), da sie neben korrosiven Gasen
häufig auch einem Plasma auf Halogenbasis ausgesetzt ist, das in ihr erzeugt wird.
In letzter Zeit finden in diesem Anwendungsgebiet auch Vakuumkammern Anwendung,
die aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung mit geringem Gewicht und hervorragender
Wärmeleitfähigkeit bestehen.
Unglücklicherweise haben Aluminium und Aluminiumlegierungen keine
zufrieden stellende Gaskorrosions- und Plasmabeständigkeit. Daher wurden verschiedene
Techniken zur Oberflächenmodifikation vorgeschlagen, um diese charakteristischen
Eigenschaften zu verbessern.
Bei einer der vorgeschlagenen Techniken wird eine Verbesserung der
Gaskorrosions- und Plasmabeständigkeit erreicht, indem ein (0,5-20 &mgr;m dicker)
Eloxalfilm ausgebildet wird, der anschließend bei 100-150°C in Vakuum unter
Wärmeeinfluss getrocknet wird, wodurch die adsorbierte Feuchtigkeit verdampft und
entfernt wird (siehe JP 53870/1993 B).
Eine andere Technik schlägt die Eloxierung einer 0,05-4,0% Kupfer enthaltenden Aluminiumlegierung
in einem Elektrolyt aus Oxalsäure vor, wobei diese Eloxierung mit geringer Spannung
fortgesetzt wird (siehe JP 72098/1991 A).
Die bislang offenbarten Techniken ergeben eine Aluminiumlegierung,
die für Vakuumkammerkomponenten geeignet ist und eine bessere Gaskorrosions- und
Plasmabeständigkeit hat. Allerdings unterliegen diese Vakuumkammerkomponenten immer
noch durch das während der Wartung erfolgende Abwischen oder Waschen mit Wasser
einer Korrosion, da das Wasser mit den an der Oberfläche der Aluminiumlegierung
anhaftenden Halogenverbindungen reagiert, wodurch sich eine Säurelösung bildet,
die den Eloxalfilm korrodiert. Mit anderen Worten ist die Aluminiumlegierung gegenüber
einer Säurelösung nicht ausreichend beständig (nachstehend als Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit
bezeichnet). Abgesehen davon enthalten CVD-Anlagen, PVD-Anlagen, Trockenätzanlagen
usw. einige Bauteile, die Halbleiterwafer oder Flüssigkristall-Glassubstrate halten
und in den Anlagen verbleiben, während die Wafer oder Substrate gewaschen werden.
Diese Bauteile unterliegen einer Korrosion, da die Oberflächenmodifikation durch
die herkömmlichen Technologien die Eloxalfilme nicht vor einer Korrosion durch die
beim Waschen verwendete Säurelösung schützt. Eine Korrosion der zur Fertigung von
Halbleiterbauelementen und Flüssigkristallvorrichtungen verwendeten Vakuumkammerkomponenten
aus Aluminiumlegierung führt zu einer lokalen Änderung ihrer elektrischen Eigenschaften,
was die gleichmäßige Verarbeitung beeinträchtigt. Daher sind herkömmliche Vakuumkammerkomponenten
nicht für Anwendungsbereiche geeignet, in denen strenge Bedingungen an die elektrischen
Eigenschaften gestellt werden.
Es wurden verschiedene Techniken zur Lösung dieses Problems vorgeschlagen.
Bei der ersten Technik wird der Eloxalfilm mit Fluor behandelt (siehe
US 5 069 938 A). Bei der zweiten
Technik werden in dem Eloxalfilm vorhandene Poren mit einem Metallsalz gefüllt (siehe
EP 0 648 866 A). Bei der dritten
Technik wird der Eloxalfilm mit einem Siliziumfilm überzogen (siehe US
5 494 713 A). Diese Techniken verbessern in einem gewissen Umfang die Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit,
doch verbessern sie nicht ausreichend die Gaskorrosions- und Plasmabeständigkeit.
Daher haben sie nur beschränkten Nutzen. Außerdem sind sie kompliziert und daher
teuer und für den allgemeinen Gebrauch inakzeptabel. Der derzeitige technologische
Fortschritt erfordert Aluminiumlegierungsbauteile mit besserer Korrosionsbeständigkeit.
Der Erfindung liegt angesichts der mit den oben genannten herkömmlichen
Technologien verbundenen Probleme die Aufgabe zugrunde, ein Aluminiumlegierungsbauteil
zur Verfügung zu stellen, das eine bessere Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit,
Gaskorrosionsbeständigkeit und Plasmabeständigkeit hat.
Die Erfindung sieht zur Lösung des oben genannten Problems ein Aluminium-
oder Aluminiumlegierungsmaterial mit einem darauf ausgebildeten Eloxalfilm vor,
der sich aus einer porösen Schicht und einer nicht-porösen Sperrschicht zusammensetzt,
deren Struktur zumindest teilweise Böhmit oder Pseudoböhmit entspricht, wobei der
Eloxalfilm dadurch gekennzeichnet ist, dass die Filmlösungsgeschwindigkeit, die
durch einen (mit JIS H8683-2 übereinstimmenden) Eintauchversuch in Phosphorsäure/
Chromsäure ermittelt wird, weniger als 120 mg/dm2/15 min beträgt, der
Flächenanteil, in dem nach zweistündigem Stehen lassen (bei 300°C) in einer
5% Chlor enthaltenden Argonatmosphäre Korrosion auftritt, weniger als 15% beträgt,
und die Härte (Hv) des Films nicht weniger als 420 beträgt.
Die oben genannte Aluminiumlegierung sollte vorzugsweise 2,0-3,0 Gew.-%
Mg, weniger als 0,3 Gew.-% Si und weniger als 0,1 Gew.-% Cu enthalten.
Die Aluminiumlegierung ist erfindungsgemäß für Vakuumkammerbauteile
geeignet.
Die wie oben aufgebaute Erfindung ergibt einen Eloxalfilm mit besserer
Korrosions- und Plasmabeständigkeit, der bei Aluminiumlegierungsbauteilen für Vakuumkammern
Anwendung findet, die eine bessere Gaskorrosions-, Plasma- und Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit
haben.
Vor der Erläuterung der bevorzugten Ausführungsbeispiele erfolgt eine
kurze Beschreibung der Zeichnungen. Es zeigen:
1 schematisch im Schnitt den Aufbau des
Eloxalfilms;
2 schematisch im Schnitt ausgeschiedenes
Silizium (mit zur Oberfläche senkrechter Orientierung) und Hohlräume; und
3 schematisch im Schnitt ausgeschiedenes
Silizium (mit zur Oberfläche paralleler Orientierung).
Eloxierte Aluminiumlegierungsbauteile haben wie gesagt in der Regel
keine zufrieden stellende Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit (Wirkung, das Eindringen
von korrosiven Lösungen in die Sperrschicht zu verhindern), Gaskorrosionsbeständigkeit
(Wirkung, das Eindringen von korrosiven Gasen in die Sperrschicht zu verhindern)
und Plasmabeständigkeit (Beständigkeit der eloxierten Oberfläche gegenüber Plasma).
Die Erfinder führten daher umfangreiche Untersuchungen durch, um diese charakteristischen
Eigenschaften zu verbessern. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Plasmabeständigkeit
des Eloxalfilms verbessert, während er eine gute Korrosionsbeständigkeit gegenüber
korrosiven Lösungen und korrosiven Gase beibehält, wenn er eine Sperrschicht hat,
die sich zumindest teilweise aus Böhmit oder Pseudoböhmit zusammensetzt, und wenn
er eine passend eingestellte Härte und einen passend eingestellten Umwandlungsgrad
in Böhmit hat. Der oben näher beschriebene Eloxalfilm verhindert, dass in ihn korrosive
Lösungen und korrosive Gase eindringen und das Aluminiumsubstrat erreichen. Diese
Erkenntnis führte zu der vorliegenden Erfindung. (Im Folgenden bezeichnet der Ausdruck
„(Pseudo-)böhmit" sowohl Böhmit als auch Pseudoböhmit und der Ausdruck „Korrosionsbeständigkeit"
die Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit wie auch die Gaskorrosionsbeständigkeit.)
1 zeigt schematisch im Schnitt den Aufbau
des durch Eloxalbehandlung auf der Oberfläche des Aluminiumlegierungsbauteils ausgebildeten
Eloxalfilms. In dieser Figur sind mit 1 ein Aluminiumsubstrat, mit
2 ein Eloxalfilm, mit 3 Poren, mit 4 eine poröse Schicht
(in der die Poren 3 ausgebildet sind), mit 5 eine Sperrschicht
(die eine zwischen der porösen Schicht 4 und dem Aluminiumsubstrat
1 vorkommende nicht-poröse Schicht darstellt) und mit 6 Zellen
bezeichnet.
Der in 1 gezeigte Eloxalfilm, der aus
der porösen Schicht 4 (die eine große Zahl an der Oberfläche des Films
offener Poren hat) und der nicht-porösen Sperrschicht 5 besteht, zeigt,
wenn die Struktur der Sperrschicht 5 zumindest teilweise in (Pseudo-)böhmit
umgewandelt ist, verglichen mit herkömmlichen Sperrschichten der gleichen Dicke,
die nicht in (Pseudo-)böhmit umgewandelt sind, eine wesentlich bessere Korrosionsbeständigkeit.
Die verbesserte Korrosionsbeständigkeit ist besonders deutlich, wenn
die Umwandlung in (Pseudo-)böhmit unter Einhaltung der folgenden Maßgaben erfolgt.
(1) Der Eloxalfilm löst sich in einem (mit JIS H8683-2 übereinstimmenden) Gemisch
aus Phosphorsäure und Chromsäure bloß mit einer Geschwindigkeit von weniger als
120 mg/dm2/15 min auf.
(2) Der Eloxalfilm unterliegt nach zweistündigem Stehen lassen (bei 300°C)
in einer 5% Chlor enthaltenden Argonatmosphäre bloß in einem Oberflächenbereich
von weniger 15% einer Korrosion.
(3) Der Eloxalfilm hat eine Härte (Hv) von nicht weniger als 420.
Der die oben genannten Maßgaben (1) und (2) erfüllende Eloxalfilm
verhindert, dass in ihn korrosive Flüssigkeiten und Gase eindringen und mit dem
Aluminiumsubstrat reagieren. Wenn sich die Sperrschicht zu (Pseudo-)böhmit ändert,
ändert sich im übrigen auch die poröse Schicht nahe der Sperrschicht zu (Pseudo-)böhmit.
Das macht die Oberfläche des Eloxalfilms und die Poreninnenwände der porösen Schicht
gegenüber korrosiven Flüssigkeiten und Gasen beständiger. Der die oben genannte
Maßgabe (3) erfüllende Eloxalfilm zeigt eine gute Plasmabeständigkeit.
Daraus folgt also, dass Aluminiumlegierungsbauteile eine gute Korrosionsbeständigkeit
und Plasmabeständigkeit zeigen, wenn sie einen Eloxalfilm haben, der die oben genannten
Maßgaben erfüllt.
Der eine bessere Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit aufweisende Eloxalfilm
ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass er eine Sperrschicht hat, deren
Struktur zumindest teilweise in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist und die sich (bei
Messung durch den mit JIS H8683-2 1999 übereinstimmenden Eintauchversuch) in einem
Gemisch aus Phosphorsäure und Chromsäure bloß mit einer Geschwindigkeit von weniger
als 120 mg/dm2/15 min, besser von weniger als 70 mg/dm2/15
min und am besten von weniger als 20 mg/dm2/15 min auflöst. Im übrigen
wird der Eloxalfilm keine zufrieden stellende Korrosions- und Plasmabeständigkeit
zeigen, wenn seine Sperrschicht zwar in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist, die Auflösungsgeschwindigkeit
aber größer als oben angegeben ist, oder wenn zwar die Auflösungsgeschwindigkeit
geringer als oben angegeben ist, seine Sperrschicht aber nicht in (Pseudo-)böhmit
umgewandelt ist.
Die Umwandlung in (Pseudo-)böhmit kann derweil wie später besprochen
durch Hydration erreicht werden. Allerdings führt Hydration zu einer Ausdehnung
des Eloxalfilms und schließlich sogar zu Rissen, wenn die Umwandlung
in (Pseudo-)böhmit. zu stark voranschreitet. Risse in dem Eloxalfilm erlauben das
Eindringen von korrosiven Flüssigkeiten und Gasen, was die durch die Umwandlung
der Sperrschicht in (Pseudo-)böhmit erreichte hohe Korrosionsbeständigkeit aufwiegt.
Abgesehen davon dringen korrosive Flüssigkeiten und Gase nicht nur durch Risse in
den Film ein, sondern auch durch Fehler (etwa Grübchen, die durch Kristallisation
in dem Aluminiumsubstrat oder durch eine unpassende Eloxalbehandlung entstehen).
Demzufolge sollte der erfindungsgemäße Eloxalfilm nicht nur den oben genannten Eintauchtest
in einem Gemisch aus Phosphorsäure und Chromoxid bestehen, sondern auch frei von
Filmfehlern wie Rissen sein.
Unglücklicherweise deckt der oben genannte Eintauchtest in Phosphorsäure/Chromsäure
nicht das Vorhandensein von Rissen und Fehlern in dem Eloxalfilm auf. Auch ist es
schwierig, lokale Risse und Fehler durch Betrachtung mit einem optischen Mikroskop
oder Elektronenmikroskop zu entdecken. Um diese Schwierigkeit auszuräumen, untersuchten
die Erfinder den Zusammenhang zwischen der Korrosionsbeständigkeit und der korrodierten
Fläche, die ermittelt wurde, nachdem Probekörper bei 300°C in einer 5% Chlor
enthaltenden Argonatmosphäre stehen gelassen wurden. Dabei stellte sich heraus,
dass der Eloxalfilm eine gute Korrosionsbeständigkeit bewahrt, wenn die korrodierte
Fläche weniger als 15% und vorzugsweise weniger als 10% seiner Gesamtfläche einnimmt.
Das heißt, dass der Eloxalfilm eine gute Korrosionsbeständigkeit zeigt und keine
Fehler wie Risse hat, wenn seine Sperrschicht zumindest teilweise in einem solchen
Umfang in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist, dass er den Säureeintauchversuch und
den oben angegebenen Gaskorrosionsversuch besteht.
Der hierin verwendeten Begriffe „Böhmit" und „Pseudoböhmit"
bezeichnen Aluminiumhydroxid, das der allgemeinen Formel Al2O3·nH2O
entspricht, wobei n 1 bis 1,9 beträgt.
Ob die Sperrschicht in Form von (Pseudo-)böhmit vorliegt, lässt sich
anhand von durch Röntgendiffraktometrie, Röntgen-Photoelektronenspektroskopie (XPS),
Infrarotspektroskopie (FT-IR), Rasterelektronenmikroskopie (REM) oder dergleichen
erfolgende Analysen feststellen. Ein mögliches Analyseverfahren besteht darin, den
Querschnitt des Eloxalfilms des Aluminiumlegierungsbauteils mit Hilfe eines REM
zu untersuchen, um dadurch zu bestimmen, wie weit die Sperrschicht von dem Aluminiumsubstrat
entfernt ist (oder um die Dicke der Sperrschicht zu bestimmen), und in Richtung
der Dicke (oder Tiefe) eine Röntgendiffraktometrie und Röntgen-Photoelektronenspektroskopie
(XPS) durchzuführen, um dadurch die röntgendiffraktometrische Peakstärke von Al-O,
Al-OH und Al-O-OH zu ermitteln, die den Eloxalfilm bilden, was eine Identifizierung
und quantitative Bestimmung zulässt. Die Analyseergebnisse geben Aufschluss über
das Vorhandensein von (Pseudo-)böhmit in der Sperrschicht. Dieses Analyseverfahren
erlaubt einem festzustellen, ob die Sperrschicht zumindest teilweise in (Pseudo-)böhmit
umgewandelt ist.
Das erfindungsgemäße Aluminiumlegierungsbauteil muss einen hohen Grad
an Plasmabeständigkeit haben, wenn es bei Vakuumkammern für Trockenätzanlagen, CVD-Anlagen,
PVD-Anlagen, Ionenimplantationsanlagen, Sputteranlagen usw. Anwendung finden soll,
die bei der Fertigung von Halbleiterbauelementen und Flüssigkristallvorrichtungen
verwendet werden. Der Eloxalfilm unterliegt durch Plasma, das eine hohe physikalische
Energie hat, einer Schädigung (etwa einer Filmabschabung). Plasma hat die Tendenz,
sich an den Kanten von Poren auf der Oberfläche des Eloxalfilms zu konzentrieren.
Die Untersuchungsergebnisse der Erfinder ergaben, dass, wenn die Sperrschicht
wie oben besprochen zumindest teilweise in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist, auch
die Oberfläche des Eloxalfilms unter Verbesserung der Plasmabeständigkeit in (Pseudo-)böhmit
umgewandelt ist. Es gibt noch keine vollständige Erklärung für diesen Effekt, doch
wird davon ausgegangen, dass die Umwandlung in (Pseudo-)böhmit die Bindekraft der
den Film bildenden Atome erhöht, was den Film härter und dichter macht und zu der
besseren Plasmabeständigkeit führt. Damit der Eloxalfilm eine ausreichende Plasmabeständigkeit
hat, sollte er eine Härte von (Hv) mehr als 420, besser noch von mehr als 450 und
am besten von mehr als 470 haben.
Das erfindungsgemäße Aluminiumlegierungsbauteil zeigt also eine gute
Korrosionsbeständigkeit und eine gute Plasmabeständigkeit, wenn seine Oberfläche
(Eloxalfilm) hinreichend in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist und hinreichend modifiziert
ist, um ihm eine passende Härte zu verleihen.
Im Folgenden wird der Erfindung ausführlicher im Hinblick auf ein
typisches Herstellungsverfahren beschrieben, das den Schutzumfang der Erfindung
allerdings nicht beschränken soll, sondern in so weit abgewandelt werden kann, wie
dies nicht der Wirkung der Erfindung abträglich ist.
Bei der Erfindung bestehen keine besonderen Einschränkungen für das
das Substrat bildende Aluminium bzw. die Aluminiumlegierung. Das Aluminiumsubstrat
sollte passend unter den Gesichtspunkten mechanische Festigkeit, Wärmeleitfähigkeit,
elektrische Leitfähigkeit usw. ausgewählt werden, wie es bei Materialien für Vakuumkammern
erforderlich ist. Außerdem sollte das Aluminiumsubstrat (was die Menge und Größe
kristallisierten Materials betrifft) eine passende Zusammensetzung haben, die einen
harten Eloxalfilm ohne Risse ergibt.
Das Aluminiumsubstrat sollte eine passend eingestellte Menge Legierungsbestandteile
(insbesondere Si, Cu und Mg) enthalten, da es überschüssige Legierungsbestandteile
auskristallisiert. Das Aluminiumsubstrat sollte günstiger Weise 2,0-3,0% Mg, weniger
als 0,3% Si und weniger als 0,1% Cu enthalten. Eine passend eingestellte Menge Legierungsbestandteile
reduziert die Menge und Größe der sich ergebenden Kristalle. Der Rest
dieser Aluminiumlegierung sollte im Wesentlichen Aluminium sein, doch kann sie auch
unvermeidliche Verunreinigungen wie Cr, Zn und Ti enthalten. Der Gehalt dieser unvermeidlichen
Verunreinigungen sollte so gering wie möglich sein, vorzugsweise nicht mehr als
insgesamt 0,1%. Überschüssige Verunreinigungen lösen sich während des Einsatzes
von der Filmoberfläche, was zu einer Verunreinigung der behandelten Objekte (etwa
der Halbleiterwafer) führt.
Obwohl dieser Mechanismus noch nicht vollständig verstanden wird,
wird davon ausgegangen, dass in der oben angesprochenen Al-Mg Legierung Mg nach
der Eloxalbehandlung die Wärmeausdehnungsdifferenz zwischen den Zellen in dem Eloxalfilm
verringert. Damit die Aluminiumlegierung diese Wirkung voll zeigt, sollte der Gehalt
an Mg vorzugsweise 2,0 bis 3,0% betragen. Überschüssiges Mg verschlechtert die Härte
des Eloxalfilms.
Si schließt sich mit Mg zu Mg2Si zusammen oder wird in
dem Film ausgeschieden, um eine (später näher erläuterte) Siliziumausscheidungsphase
zu bilden. Mg2Si hindert das Mg daran, die Wirkung zu entfalten, die
Wärmeausdehnungsdifferenz zwischen den Zellen zu verringern. Der Gehalt an Si sollte
daher weniger als 0,3% und besser weniger als 0,2% betragen.
Cu verringert die Härte des Eloxalfilms, obwohl es um das aus überschüssigem
Si stammende Mg2Si herum Lücken bildet. Solche Lücken verringern die
Wärmeausdehnungsdifferenz zwischen den Zellen in dem Eloxalfilm. Damit sich eine
ausreichende Filmhärte einstellt, sollte der Cu-Gehalt weniger als 0,1% und besser
weniger als 0,06 betragen.
Die erfindungsgemäße Aluminiumlegierung kann für ihre gewünschten
Eigenschaften in gewissem Umfang Legierungselemente enthalten, die der Funktion
des Eloxalfilms nicht abträglich ist. Allerdings sollten Legierungselemente wie
Chrom und Zink vermieden werden, da sie während der Fertigung auf dem durch das
Plasma attackierten Eloxalfilm ausstäuben, was zu einer Verunreinigung von Halbleiterbauelementen
und Flüssigkristallvorrichtungen führt.
Das Aluminiumsubstrat kann kristallisierte Materialien enthalten,
die aus Legierungselementen und unvermeidlichen Verunreinigungen stammen. Die kristallisierten
Materialien sind Feststoffe, die in der Aluminiumsubstratmatrix ungelöst bleiben.
So bleibt zum Beispiel eine überschüssige Menge Si ungelöst und kristallisiert in
der Matrix aus. Solche kristallisierten Materialien bleiben während der Eloxalbehandlung
in dem Eloxalfilm zurück, ohne sich aufzulösen, wobei ihre Grenzfläche mit der Filmmatrix
das Eindringen von korrosiven Flüssigkeiten und Gasen erlaubt. Der Eloxalfilm hat
daher eine schlechte Korrosionsbeständigkeit. Im Fall eines wie in 2
gezeigten Eloxalfilms mit kristallisiertem Si befindet sich zwischen dem kristallisierten
Si 8 und der Eloxalfilmmatrix 2 ein Hohlraum 7. Dieser
Hohlraum erlaubt es korrosiven Flüssigkeiten einzudringen und das Aluminiumsubstrat
zu erreichen, dem es an Korrosionsbeständigkeit fehlt. Darüber hinaus kann von dem
Hohlraum in dem Eloxalfilm ein Riss ausgehen.
Um die Korrosionsbeständigkeit und Rissbeständigkeit zu verbessern,
sollten demzufolge möglichst wenig kristallisierte Materialien vorhanden sein. Darüber
hinaus sollten sie eine so geringe durchschnittliche Teilchengröße wie möglich haben,
so dass ihre nachteilige Wirkung eingeschränkt ist, selbst wenn sie in dem Eloxalfilm
vorkommen. Eine geringe Teilchengröße verringert das Volumen der Hohlräume und die
Menge der eindringenden korrosiven Flüssigkeiten. Darüber hinaus ist es wünschenswert,
dass die kristallisierten Materialien wie in 3 gezeigt
parallel zur Oberfläche orientiert sind, da sie nach dem Eloxieren in der gleichen
Richtung orientiert bleiben und demnach korrosive Flüssigkeiten daran hindern, in
Tiefenrichtung (oder Dickenrichtung) einzudringen. Dies führt zu einer besseren
Beständigkeit gegenüber korrosiven Flüssigkeiten. Darüber hinaus ist ein Eloxalfilm
mit horizontal orientierten kristallisierten Materialien weniger anfällig gegenüber
Rissen als eine Eloxalfilm mit vertikal orientierten kristallisierten Materialien.
Das Aluminiumsubstrat sollte daher vorzugsweise feine, parallel zu
seiner Oberfläche orientierte kristallisierte Materialien enthalten. Obwohl solche
kristallisierten Materialien in dem danach ausgebildeten Eloxalfilm verbleiben können,
behalten sie dennoch ihre ursprüngliche feine Größe und Orientierungsrichtung bei.
Folglich sind sie in der Vertikalrichtung, in der die korrosiven Flüssigkeiten eindringen,
ausreichend voneinander getrennt. Dieser Aufbau hindert korrosive Flüssigkeiten
und Gase wirksam daran, durch die Grenzfläche zwischen der Aluminiummatrix und den
kristallisierten Materialien einzudringen.
Damit die kristallisierten Teilchen die oben besprochene Wirkung entfalten,
sollten sie eine Teilchengröße haben, bei der die zur längeren Achse senkrechte
kürzere Achse im Durchschnitt nicht länger als 10 &mgr;m, besser nicht länger als
6 &mgr;m und am besten nicht länger als 3 &mgr;m ist. Bei ausgeschiedenen Teilchen
sollte sie vorzugsweise nicht länger als 2 &mgr;m und am besten nicht länger als
1 &mgr;m sein. Die angesprochene Teilchengröße ist ein Mittelwert, wobei die maximale
Teilchengröße nicht größer als 15 &mgr;m, und besser nicht größer als 10 &mgr;m
sein sollte. Andernfalls hat der sich ergebende Eloxalfilm keine zufrieden stellende
Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit oder Rissbeständigkeit.
Der durchschnittliche Teilchendurchmesser ist übrigens als der Quotient
der Summe der maximalen Durchmesser der einzelnen Teilchen geteilt durch die Gesamtanzahl
der Teilchen definiert. Die Teilchen werden im Schnitt des Aluminiumsubstrats mit
dem darauf ausgebildeten Eloxalfilm mit Hilfe eines optischen Mikroskops untersucht
(wobei der Schnitt senkrecht zur Oberfläche des Aluminiumbauteils verläuft).
Der Eloxalfilm kann aufgrund von kristallisierten oder ausgeschiedenen
Teilchen, die ungleich verteilt sind, lokal geschädigt sein. Um diese Schwierigkeiten
zu vermeiden, sollten die Teilchen möglichst gleichmäßig in dem Eloxalfilm verteilt
sein. Dieses Ziel lässt sich nur dann erreichen, wenn diese Teilchen vor der Eloxalbehandlung
gleichmäßig in dem Aluminiumsubstrat verteilt sind. Im übrigen bestehen keine besonderen
Einschränkungen bezüglich des Verfahrens für die feine Dispergierung und gleichmäßige
Verteilung dieser Teilchen in dem Aluminiumsubstrat. Dieses Ziel kann durch Einstellen
der Gießgeschwindigukeit erreicht werden, wenn das Aluminiumsubstrat hergestellt
wird. Und zwar kann der Teilchendurchmesser durch Maximierung der Abkühlgeschwindigkeit
beim Gießen verringert werden. Allerdings sollte die Abkühlgeschwindigkeit beim
Gießen nicht kleiner als 1°C/s und besser nicht kleiner als 10°C/s sein.
Darüber hinaus lässt sich mit der abschließenden Wärmebehandlung (etwa T4 und T6)
die Form und Verteilung der ausgeschiedenen Teilchen nach Wunsch einstellen. Mit
anderen Worten wird die Wärmebehandlung so durchgeführt, dass die Schmelztemperatur
so hoch wie möglich ist (nahe der Festphasenhöchsttemperatur), so dass sich ein
übersättigter Mischkristall bildet, wonach eine Alterung in zwei oder drei Stufen
folgt. Eine auf das Gießen folgende Wärmebehandlung unter passenden Bedingungen
verkleinert die ausgeschiedenen Teilchen und gewährleistet ihre gleichmäßige Verteilung
in der Substratmatrix. Abgesehen davon orientieren sich kristallisierte Teilchen
und ausgeschiedene Teilchen nach dem Gießen bereitwillig in der Heißextrusions-
oder Heißwalzrichtung. Wenn die Extrusions- oder Walzrichtung passend eingestellt
wird, können die Teilchen daher wie oben besprochen in der Parallelrichtung orientiert
werden.
Die Erfindung befasst sich mit dem Zustand des Eloxalfilms, gibt jedoch
keine besonderen Beschränkungen hinsichtlich des Zustands vor, unter dem der Eloxalfilm
ausgebildet wird. Der Eloxalfilm sollte frei von Fehlern wie Rissen und Hohlräumen
sein und sich nicht von dem Aluminiumsubstrat ablösen. Andernfalls zeigt er keine
zufrieden stellende Korrosionsbeständigkeit, da solche Fehler das Eindringen von
korrosiven Flüssigkeiten und Gasen erlauben. Abgesehen davon verschlechtern solche
Fehler die Oberflächenglattheit des Eloxalfilms und führen dazu, dass sich an den
rauen Stellen Plasma konzentriert, was eine geringe Plasmabeständigkeit zur Folge
hat. Darüber hinaus erlauben solche Fehler das Eindringen von korrosiven Flüssigkeiten
und Gasen, was eine unzureichende Korrosionsbeständigkeit zur Folge hat. Mit der
oben besprochenen Eloxalbehandlung des Aluminiumsubstrats lässt sich, wie von der
Erfindung vorgesehen, leicht ein Eloxalfilm zur Verfügung stellen, der frei von
Fehlern, etwa Rissen, ist und eine hohe Filmhärte hat.
Die Eloxalbehandlung erfolgt mittels einer Elektrolytlösung, für die
eine anorganische Säure (etwa Schwefelsäure, Phosphorsäure, Chromsäure oder Borsäure)
oder eine organische Säure (etwa Ameisensäure oder Oxalsäure) als Beispiel dienen
kann. Als Elektrolytlösung ist eine Lösung wünschenswert, die eine geringe Lösungskraft
für den Eloxalfilm hat. Eine Lösung aus Oxalsäure ist besonders günstig, da sie
eine leichte Einstellung der Eloxierbedingungen (etwa der Elektrolytspannung usw.)
erlaubt und bereitwillig einen sehr glatten Eloxalfilm bildet. Andere organische
Säuren, die ebenfalls verwendet werden können, sind Malonsäure und Weinsäure, die
eine geringe Lösungskraft für den Eloxalfilm haben. Allerdings erlauben diese nicht,
den Eloxalfilm mit ausreichend hoher Geschwindigkeit wachsen zu lassen. Daher sollte
Malonsäure in Kombination mit Oxalsäure verwendet werden, um die Filmwachstumsgeschwindigkeit
zu beschleunigen.
Es bestehen keine besonderen Beschränkungen bezüglich der Konzentration
der Elektrolytlösung. Diese sollte so eingestellt werden, dass sie mit ausreichend
hoher Filmwachstumsgeschwindigkeit einen von Fehlern (etwa Grübchen) freien Eloxalfilm
bildet. Eine Elektrolytlösung aus Oxalsäure sollte eine Konzentration von mehr als
2% haben, damit sie eine ausreichend hohe Filmwachstumsgeschwindigkeit ergibt. Außerdem
sollte sie eine Konzentration von weniger als 5% haben, um die Möglichkeit einer
Grübchenbildung in dem Eloxalfilm auszuschließen.
Es gibt andere bekannte Elektrolytlösungen als die oben erwähnte.
Ein Beispiel dafür ist eine Lösung aus Schwefelsäure, die einen Eloxalfilm hervorbringt,
der zwar hart ist, aber unter Rissen leidet. Daher erfordert das Eloxieren mit Schwefelsäure
bezüglich der Zusammensetzung des Aluminiumsubstrats, der Temperatur der Elektrolytlösung,
der Elektrolysespannung und -dauer und der Konzentration der Schwefelsäure eine
strengere Kontrolle als das Eloxieren mit Oxalsäure. Ein weiteres Beispiel bekannter
Elektrolytlösungen ist Chromsäure. Chromsäure führt jedoch dazu, dass der sich ergebende
Eloxalfilm Chrom enthält, das wie oben erwähnt die charakteristischen Eigenschaften
von Halbleiterbauelementen und Flüssigkristallvorrichtungen beeinträchtigt.
Eloxieren mit Phosphorsäure ist ebenfalls bekannt. Allerdings hat
dies den Nachteil, dass der sich ergebende Eloxalfilm Restphosphor enthält, der
die Hydrationsreaktion behindert, was Schwierigkeiten bei der Umwandlung der Sperrschicht
in (Pseudo-)böhmit bereitet. Darüber hinaus ergibt eine Elektrolytlösung aus Borsäure
keinen für die notwendigen charakteristischen Eigenschaften ausreichend dicken Eloxalfilm,
da ihre Lösungskraft für Aluminium gering ist.
Es bestehen keine besonderen Beschränkungen bezüglich der Badtemperatur
der Elektrolytlösung für die Eloxalbehandlung. Das Eloxieren mit einer zu geringen
Badtemperatur ergibt jedoch keine ausreichend hohe Filmwachstumsgeschwindigkeit,
sondern verringert die Eloxierungseffizienz. Das Eloxieren mit einer zu hohen Badtemperatur
löst den Eloxalfilm dagegen auf und führt zu Fehlern in ihm. Die Badtemperatur von Oxalsäure
sollte nicht geringer als 10°C, vorzugsweise nicht geringer als 15°C und
nicht höher als 35°C und vorzugsweise nicht höher als 30°C sein.
Es bestehen bei der Eloxalbehandlung keine besonderen Beschränkungen
bezüglich der Badspannung. Die Badspannung sollte entsprechend der Filmwachstumsgeschwindigkeit
und der Konzentration der Elektrolytlösung passend eingestellt werden. Das Eloxieren
mit Oxalsäure bei einer geringen Badspannung ergibt einen Eloxalfilm mit geringer
Härte und eine geringe Filmwachstumsgeschwindigkeit (und daher eine schlechte Eloxierungseffizienz).
Das Eloxieren bei einer hohen Badspannung führt dagegen zu einer Auflösung des sich
ergebenden Eloxalfilm, was zu Fehlern in ihm führt. Die Badspannung sollte nicht
niedriger als 20 V, vorzugsweise nicht niedriger als 30 V und nicht höher als 120
V, vorzugsweise nicht höher als 100 V sein. Die Dauer der Eloxalbehandlung unterliegt
keinen besonderen Beschränkungen, sondern kann so eingerichtet werden, dass sie
die gewünschte Filmdicke ergibt.
Es bestehen auch keine besonderen Beschränkungen bezüglich der Dicke
des durch die Eloxalbehandlung zu bildenden Eloxalfilms. Der Eloxalfilm sollte eine
ausreichende Dicke haben, so dass er eine gute Gaskorrosionsbeständigkeit, Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit
und Plasmabeständigkeit zeigt. Er sollte nicht dünner als 10 &mgr;m, besser nicht
dünner als 25 &mgr;m und am besten nicht dünner als 40 &mgr;m sein. Er sollte auch
nicht dicker als 120 &mgr;m, vorzugsweise nicht dicker als 100 &mgr;m und am besten
nicht dicker als 60 &mgr;m sein. Ein übermäßig dicker Film ist aufgrund von inneren
Spannungen für Risse anfällig und löst sich leicht ab.
Der durch die Eloxalbehandlung erzielte Eloxalfilm sollte zur erfindungsgemäßen
Umwandlung in (Pseudo-)böhmit einer Hydration unterzogen werden. Da die Hydration
im übrigen den Porendurchmesser ändert, gibt die Erfindung keine besonderen Beschränkungen
für den Durchmesser der Poren vor, die nach der Eloxalbehandlung in der Filmoberfläche
ausgebildet sind.
Die Sperrschicht hat eine wichtige Rolle zum Schutz des Aluminiumlegierungssubstrats
vor einem Kontakt mit in die Poren eindringenden korrosiven Flüssigkeiten und Gasen.
Wenn die Sperrschicht länger korrosiven Flüssigkeiten oder Gasen ausgesetzt ist,
können diese nach und nach zum Aluminiumsubstrat vordringen. Deshalb sollte die
Sperrschicht so dick wie möglich sein. Wenn die Sperrschicht jedoch dicker wird,
ist der Porendurchmesser größer und hat die Sperrschicht mit zunehmendem Porendurchmesser
eine schlechtere Plasmabeständigkeit. Das bedeutet, dass sich die Korrosionsbeständigkeit
der Sperrschicht nicht proportional zu ihrer Dicke verbessert, da dies korrosiven
Flüssigkeiten oder Gasen erlaubt, durch die Poren leichter in sie einzudringen.
Das ist auch der Grund dafür, warum herkömmliche Eloxalfilme keine
ausgeglichene Plasmabeständigkeit und Korrosionsbeständigkeit haben, die für ein
Vakuumkammerbauteil erforderlich ist, das zur Fertigung von Halb-leiterbauelementen
und Flüssigkristallvorrichtungen verwendet wird.
Da das erfindungsgemäße Aluminiumlegierungsbauteil eine Sperrschicht
hat, deren Struktur zumindest teilweise in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist, zeigt
es anders als die herkömmlichen Aluminiumlegierungsbauteile eine gute Beständigkeit
gegenüber Plasma wie auch gegenüber korrosiven Flüssigkeiten und Gase, ohne dass
eine dicke Sperrschicht notwendig wäre, die zwangsläufig einen großen Porendurchmesser
zur Folge hätte. Die Dicke der Sperrschicht unterliegt im übrigen keinen besonderen
Beschränkungen, sondern kann entsprechend den für jeweilige Anwendung erforderlichen
Leistungskriterien passend festgelegt werden. So ist es ist erfindungsgemäß nicht
immer notwendig, die Sperrschicht vollständig in (Pseudo-)böhmit umzuwandeln. Der
Umwandlungsgrad in (Pseudo-)böhmit hängt von dem Umfang der erforderlichen Korrosionsbeständigkeit
ab.
Eine „zumindest teilweise Umwandlung der Sperrschicht in (Pseudo-)böhmit"
bedeutet, dass die poröse Schicht auf der Sperrschicht ebenfalls in (Pseudo-)böhmit
umgewandelt wird, da die Hydration dafür sorgt, dass die Umwandlung in (Pseudo-)böhmit
von der Oberfläche des Eloxalfilms ausgeht. Daher ist bei dem erfindungsgemäßen
Eloxalfilm auch ein Teil der Oberfläche in (Pseudo-)böhmit umgewandelt, und zeigt
er daher eine bessere Plasmabeständigkeit als ein herkömmlicher Eloxalfilm mit gleichem
Porendurchmesser, aber ohne Umwandlung in (Pseudo-)böhmit. Abgesehen davon hat auch
der Eloxalfilm an sich eine bessere Korrosionsbeständigkeit, wenn ein Teil seiner
Oberfläche in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist.
Die Umwandlung in (Pseudo-)böhmit erfolgt durch eine Hydration, die
auf dem auf dem Aluminiumsubstrat ausgebildeten Eloxalfilm (oder Aluminiumoxidfilm)
vorgenommen wird. Eine Hydration umfasst das Eintauchen des Eloxalfilms in heißes
Wasser oder das Beaufschlagen des Eloxalfilms mit Dampf (bei 100°C oder mehr),
wodurch die Poren abgedichtet werden. Die Bedingungen für die Hydration lassen sich
passend einstellen. Da die Hydration eine Volumenausdehnung mit sich bringt, die
von der Oberfläche des Eloxalfilms ausgeht, müssen Druck, Temperatur und Dauer präzise
eingestellt werden. Die Volumenausdehnung nahe der Oberfläche lässt die Poren schrumpfen,
wobei die geschrumpften Poren den Dampfeintritt behindern. Dies wiederum verhindert,
dass die Sperrschicht vollständig in (Pseudo-)böhmit umgewandelt wird. Darüber hinaus
würde eine übermäßige Ausdehnung in der Oberfläche des Eloxalfilms Risse verursachen.
Eine zu kurze Hydration erreicht keine vollständige Umwandlung in (Pseudo-)böhmit.
Dagegen führt eine zu lange Hydration zu Filmrissen, die die Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit
beeinträchtigen. Durch eine Hydration unter hohem Druck kann der Dampf zwar leicht
die Sperrschicht erreichen, doch führt dies auch zu einem schnellen Fortschreiten
in der Filmoberfläche, was das oben genannte Problem aufwirft. Darüber hinaus fördert
eine Hydration bei hoher Temperatur die Umwandlung des Eloxalfilms in (Pseudo-)böhmit,
doch schreitet die Umwandlung auch in diesem Fall rasch in der Filmoberfläche voran,
was das oben genannte Problem aufwirft. Der Druck und die Temperatur, die für die
Hydration mit Dampf geeignet sind, sind von der Größe der Poren in dem Eloxalfilm,
der Filmdicke und der Hydrationsdauer abhängig. Die Hydration mit Dampf bedarf wie
gesagt einer genauen Steuerung und bereitet daher Schwierigkeiten, den erfindungsgemäßen
Eloxalfilm herzustellen. Daher wird eine Hydration durch Eintauchen in heißem Wasser
empfohlen.
Bei der Hydration durch Eintauchen in heißem Wasser sollte vorzugsweise
reines Wasser eingesetzt werden. Das reine Wasser kann entsprechend dem Ziel der
Hydration Additive enthalten, doch erhöhen diese die Kosten und verkomplizieren
den Prozess. Von den Poren eingefangene Additive können auch die charakteristischen
Eigenschaften von Halbleiterbauelementen und Flüssigkristallvorrichtungen beeinträchtigen.
Wenn Additive verwendet werden, ist es daher wünschenswert, die in der Behandlungslösung
enthaltene Menge an Substanzen genau festzulegen.
Im Fall von Nickelacetat als Additiv sollte die Konzentration in der
Behandlungslösung weniger als 5 g/l, vorzugsweise weniger als 1 g/l betragen. Entsprechend
sollte die Konzentration an Kobaltacetat weniger als 5 g/l und vorzugsweise weniger
als 1 g/l betragen. Die Konzentration an Kaliumdichromat sollte weniger als 10 g/l
und vorzugsweise weniger als 5 g/l betragen. Die Konzentration an Natriumcarbonat
sollte weniger als 5 g/l und vorzugsweise weniger als 1 g/l betragen. Die Konzentration
an Natriumsilicat sollte weniger als 5 g/l und vorzugsweise weniger als 1 g/l betragen.
Die Behandlung mit heißem Wasser ist um so kürzer, je höher die Wassertemperatur
ist, wobei die Behandlungsdauer jedoch aufgrund ihres engen Spielraums einer genauen
Steuerung bedarf. Die Behandlung braucht länger, wenn die Wassertemperatur abnimmt.
Als Wassertemperatur wird nicht weniger als 70°C und vorzugsweise nicht weniger
als 75°C empfohlen. Die für die Hydration erforderliche Zeit unterliegt keinen
besonderen Beschränkungen, doch sollte sie passend entsprechend der Temperatur und
der Geschwindigkeit der Hydration eingestellt werden. Eine zu kurze Hydration erreicht
keine vollständige Umwandlung in (Pseudo-)böhmit, während eine zu lange Hydration
zu Rissen in dem Eloxalfilm führen kann, die die Flüssigkeitskorrosionsbeständigkeit
und Filmoberflächenhärte verschlechtern.
Eine wie oben beschriebene Hydration bringt in dem von der Filmoberfläche
bis zur Sperrschicht reichenden Bereich des Eloxalfilms eine Umwandlung in (Pseudo-)böhmit
mit sich. Sie modifiziert den Eloxalfilm daher ausreichend, ohne Filmfehler hervorzurufen.
Die Erfindung schreibt nicht vor, ob in der Filmoberfläche nach der
Hydration Poren vorkommen oder nicht. Die Poren können nach der Hydration entweder
abgedichtet sein oder offen bleiben, solange die Sperrschicht zumindest teilweise
in einem solchen Umfang in (Pseudo-)böhmit umgewandelt ist, dass der Eloxalfilm
die oben genannten charakteristischen Eigenschaften zeigt. Außerdem gibt es keine
Beschränkungen hinsichtlich der Größe (und der Form) der Poren in der porösen Schicht
des Eloxalfilms, wobei die Poren bei der Sperrschicht größer als die in der Filmoberfläche
sein können oder umgekehrt.
Das erfindungsgemäße Aluminiumslegierungsbauteil zeigt mit seiner
eloxierten Oberfläche eine bessere Beständigkeit gegenüber Plasma wie auch gegenüber
korrosiven Flüssigkeiten und Gasen als ein herkömmliches Bauteil, wenn es als eine
Vakuumkammer oder deren Teile für Trockenätzanlagen, CVD-Anlagen, PVD-Anlagen, Ionenimplantationsanlagen,
Sputteranlagen usw. verwendet wird, die zur Fertigung von Halbleiterbauelementen
und Flüssigkristallvorrichtungen benötigt werden.
Die Erfindung wird nun ausführlicher unter Bezugnahme auf die folgenden
Beispiele beschrieben, die jedoch nicht den Schutzumfang einschränken sollen. Es
können an der Erfindung verschiedene Änderungen und Abwandlungen vorgenommen werden,
ohne von ihrem Grundprinzip und Gültigkeitsbereich abzuweichen.
BEISPIELE
Jeder der in Tabelle 1 angegebenen Aluminiumsubstratprobekörper wurde
in 50 mm × 50 mm große viereckige Einzelproben geschnitten. Nach dem Polieren
ihrer Oberfläche mit einem abrasiven Papier (#400) wurden die Einzelproben (zum
Entfetten) 15 Sekunden lang bei 50°C in eine 10% NaOH-Lösung getaucht und dann
(zum Entschmutzen) 5 Minuten lang bei Raumtemperatur in eine 20% HNO2-Lösung
getaucht. Die vorbehandelten Einzelproben wurden unter den in Tabelle 2 angegebenen
Bedingungen eloxiert, so dass darauf ein Eloxalfilm gebildet wurde. Der Eloxalbehandlung
folgte eine Hydration unter den in Tabelle 3 angegebenen Bedingungen. Die sich ergebenden
Prüfstücke wurden dann auf die Korrosionsbeständigkeit hin untersucht.
[Eloxalbehandlung]
Jedes Prüfstück wurde in ein Elektrolytbad gesetzt, das 10 Liter der
in Tabelle 2 angegebenen Elektrolytlösung enthielt. Die Elektrolytlösung wurde durch
ein Thermostat bei der in Tabelle 2 angegebenen Temperatur gehalten. Zwischen dem
Prüfstück bzw. dem Aluminiumsubstrat und einer Platingegenelektrode wurde die in
Tabelle 2 angegebene Spannung angelegt. Die Spannungsanlegung wurde solange fortgesetzt,
bis ein Eloxalfilm der gewünschten Dicke gebildet war. Schließlich
wurde das Prüfstück abgespült.
[Hydration]
Behandlung mit heißem Wasser: Das Prüfstück wurde für eine vorgeschriebene
Zeitdauer in 2 Liter heißes Wasser getaucht. Schließlich wurde das Prüfstück abgespült
und getrocknet.
Behandlung mit unter Druck stehendem Dampf: Das Prüfstück wurde für
eine vorgeschriebene Zeitdauer unter bestimmten Bedingungen (Druck und Temperatur)
in einem Autoklav mit Dampf behandelt. Schließlich wurde das Prüfstück abgespült
und getrocknet.
[Phosphorsäure/Chromsäure-Eintauchtest]
Dieser Test erfolgte entsprechend JIS H8683-2 1999. Zuerst wurde die
Einzelprobe 10 Minuten lang in einer Salpetersäurelösung (500 ml/l bei 18-20°C)
eingetaucht. Dann wurde die Einzelprobe mit entionisiertem Wasser abgespült und
mit Warmluft getrocknet. Die Einzelprobe wurde gewogen. Als nächstes wurde die Einzelprobe
15 Minuten lang in 1 Liter entionisiertem Wasser (38±1°C) eingetaucht,
das 35 ml Phosphorsäure und 20 g Chromanhydrid enthielt. Die Einzelprobe wurde in
einem Bad und dann in laufendem Wasser gewaschen und sorgfältig mit entionisiertem
Wasser abgespült und mit Warmluft getrocknet. Die Einzelprobe wurde erneut gewogen.
Es wurde der Gewichtsverlust pro Flächeneinheit berechnet und anhand des auf diese
Weise gemessenen Gewichtsverlusts die Lösungsgeschwindigkeit (mg/dm2/15
min) berechnet. Je geringer die Lösungsgeschwindigkeit ist, um so größer ist der
Modifikationsgrad des Eloxalfilms, der in (Pseudo-)böhmit umgewandelt worden ist.
Die Lösungsgeschwindigkeit des Eloxalfilms ist in Tabelle 3 unter der Spalte Phosphorsäure/Chromsäure-Eintauchtest
angegeben, wobei die Einheit mg/dm2/15 min ist.
[Chlorgaskorrosionstest]
Zunächst wurde das Prüfstück mit einem weichen, mit Aceton angefeuchteten
Tuch abgewischt. Der Eloxalfilm des Prüfstücks wurde teilweise mit einem Polyimidband
(das gegenüber Chlorgas beständig ist) maskiert, so dass eine Fläche von 20 mm ×
20 mm frei lag. Das Prüfstück wurde in ein (gegenüber Chlorgas beständiges) Quarzrohr
gesetzt, das mit einem Heiz- und Thermoelement zur Temperaturmessung und -steuerung
versehen war. Das Quarzrohr wurde über einen Zeitraum von 20-30 Minuten von Zimmertemperatur
auf 145-155°C erhitzt und dann 60 Minuten lang bei 145-155°C gehalten. Dem
Quarzrohr wurde eine Durchflussmenge von 130 cm3/min Argon zugeführt,
das 5% (± 0,2%) Chlor enthielt. Das Quarzrohr wurde dann über einen Zeitraum
von 10-15 Minuten weiter auf 295-305°C erhitzt und bei dieser Temperatur gehalten,
wobei währenddessen der Druck darin auf Atmosphärendruck eingestellt wurde. Dem
Quarzrohr wurde dann 2 Stunden lang ohne Unterbrechung chlorhaltiges Argon zugeführt.
Vor dem Abkühlen auf Raumtemperatur wurde dem Quarzrohr für eine Dauer von 2-3 Stunden
Stickstoff zugeführt, um das chlorhaltige Argon auszuspülen. Nach dem Entfernen
des Quarzrohrs wurde das Prüfstück untersucht, um den Anteil der korrodierten Fläche
im Oberflächenbereich zu berechnen. Dieser Anteil gibt einen Hinweis auf das Vorhandensein
von Rissen und anderen Fehlern auf der Oberfläche des Eloxalfilms. Je geringer der
Anteil ist, um so geringer sind die Oberflächenfehler und umgekehrt. Ein Verschwinden
des Eloxalfilms von dem Prüfstück wurde als Vorhandensein von Korrosion angesehen.
Das Prüfstück hatte in dem Teil, an dem der Eloxalfilm verschwunden war und die
Korrosion das Aluminiumsubstrat erreichte, eine Verfärbung. Die Ergebnisse des Tests
sind in Tabelle 3 angegeben.
[Umwandlung der Sperrschicht in (Pseudo-)böhmit]
Das Prüfstück wurde wie folgt untersucht, um zu bestimmen, ob die
Sperrschicht der Umwandlung in (Pseudo-)böhmit unterlag. Zunächst wurde der Querschnitt
des Eloxalfilms des Prüfstücks unter einem REM (bei 2000- bis 100000-facher Vergrößerung)
untersucht, um die Dicke der Sperrschicht zu messen. Die Sperrschicht wurde (in
Tiefenrichtung) quantitativ durch eine Kombination von Röntgendiffraktometrie und
Röntgen-Photoelektronenspektroskopie (XPS) im Hinblick auf Al-O, Al-OH und Al-O-OH
als Bestandteile des Eloxalfilms analysiert. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 angegeben.
Die Symbole &Ogr; und ⨉ geben jeweils an, dass die Sperrschicht zumindest
teilweise einer Umwandlung in (Pseudo-)böhmit unterlag bzw. dieser nicht unterlag.
[Salzsäureeintauchtest]
Zunächst wurde das Prüfstück mit einem weichen, mit Aceton angefeuchteten
Tuch abgewischt. Das Prüfstück wurde in einen auf 150°C erhitzten Ofen gesetzt
(die Ofentemperatur sank durch das Öffnen und Schließen der Ofentür
auf 145°C, kehrte jedoch innerhalb von etwa 10 Minuten auf 150°C zurück).
Das Prüfstück wurde eine Stunde lang bei 150°C in dem Ofen gehalten. Nach dem
(etwa 1 Stunde langen) Abkühlen auf Zimmertemperatur wurde das Prüfstück teilweise
mit einem Fluorkunststoffband (das gegenüber Salzsäure beständig ist) maskiert,
so dass eine Fläche von 40 mm × 40 mm frei lag. Das Prüfstück wurde mit der
frei liegenden Oberfläche nach oben in einen Behälter gesetzt. Der Behälter wurde
mit 7% Salzsäure gefüllt, bis das Niveau der Salzsäure 40 mm über dem Prüfstück
lag. Die der Tiefe von 40 mm entsprechende Salzsäuremenge betrug übrigens 150 cm3.
Das Prüfstück wurde bei Zimmertemperatur in der Salzsäure stehen gelassen. Es wurde
die Zeit gemessen, die (nach dem Hineinschütten von 7% Salzsäure) bis zum Beginn
einer dauernden Entwicklung von Wasserstoffgas erforderlich war. Die mit diesem
Test verbundene Reaktion entspricht der folgenden Gleichung.
2Al + 6HCl → 2AlCl3 + 3HT2↑
Je länger es bis zur Entwicklung von Wasserstoffgas dauert, um so
besser ist die Korrosionsbeständigkeit des Prüfstücks. Die Ergebnisse sind in Tabelle
3 angegeben. Damit das Prüfstück eine gute Korrosionsbeständigkeit hat, sollte die
Zeit bis zur Entwicklung von Wasserstoffgas länger als 260 Minuten, besser länger
als 280 Minuten und am besten länger als 300 Minuten betragen.
[Messung der Filmhärte]
Der Querschnitt des Eloxalfilms wurde JIS Z2244 entsprechend unter
den folgenden Bedingungen im Hinblick auf die Vickershärte untersucht.
Last: 25 gf (0,245 N), Belastungsgeschwindigkeit: 3 &mgr;m/s, Dauer der Belastungsaufbringung:
15 Sekunden.
[Rotationspoliertest]
Zunächst wurde das (50 mm × 50 mm messende) Prüfstück mit einem
weichen, mit Aceton angefeuchteten Tuch abgewischt. Nach der Anbringung des Kopfs
einer automatischen Rotationspoliermaschine wurde das Prüfstück unter einer Last
von 3,4 kf (33,3 N) in fließendem Wasser (800 cm3/min) mit einem bei
einer Geschwindigkeit von 100 U/min rotierenden abrasiven Schmirgelpapier (#500,
290 mm Durchmesser) poliert. Der Kopf war so positioniert, dass die Mitte des Prüfstücks
80 mm von der Mitte des abrasiven Papiers entfernt war. Die Polierdauer betrug abhängig
von der Filmdicke und der Poliergeschwindigkeit zwischen 1 bis 5 Minuten. Vor und
nach dem Polieren wurde anhand der Dicke in der Mitte des Prüfstücks, die durch
nichtzerstörende Prüfung mit einem Überstromfilmdickenmesselement bestimmt wurde,
die Poliermenge berechnet. Anhand der Poliermenge und der zum Polieren benötigten
Zeit wurde die Poliergeschwindigkeit berechnet. Es wird davon ausgegangen, dass
der Eloxalfilm des Prüfstücks eine gute Plasmabeständigkeit hat, wenn die wie oben
besprochen gemessene Poliermenge nicht mehr als 7 &mgr;m/min, besser nicht mehr
als 5 &mgr;m/min und am besten nicht mehr als 3 &mgr;m/min beträgt.
Tabelle 1Tabelle 2
Anspruch[de]
Aluminium- oder Aluminiumlegierungsbauteil (1) mit einem darauf
ausgebildetem Eloxalfilm (2), der sich aus einer porösen Schicht (4)
und einer nicht-porösen Sperrschicht (5) zusammensetzt, deren Struktur
zumindest teilweise Böhmit oder Pseudoböhmit entspricht, wobei der Eloxalfilm
dadurch gekennzeichnet ist, dass die Filmlösungsgeschwindigkeit, die durch
einen (mit JIS H8683-2 übereinstimmenden) Eintauchversuch in einem Gemisch aus Phosphorsäure
und Chromsäure ermittelt wird, weniger als 120 mg/dm2/15 min beträgt,
der Flächenanteil, in dem nach zweistündigem Stehen lassen (bei 300°C) in einer
5% Chlor enthaltenden Argonatmosphäre Korrosion auftritt, weniger als 15% beträgt,
und die Härte (Hv) des Films nicht weniger als 420 beträgt.
Aluminium- oder Aluminiumlegierungsbauteil nach Anspruch 1, das 2,0-3,0
Gew.-% Mg, weniger als 0,3 Gew.-% Si und weniger als 0,1 Gew.-% Cu enthält.
Aluminium- und Aluminiumlegierungsbauteil nach Anspruch 1, das ein
Vakuumkammerbauteil ist.