Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erfassen und/oder Bestimmen
der Beschaffenheit eines Mediums mit einem kapazitiven Mediensensor, der einen Kondensator
umfasst, in dessen Spalt das Medium eingeführt wird, sowie eine Schaltungsanordnung
zur Durchführung dieses Verfahrens.
Im Folgenden wird anhand der zugehörigen Zeichnungen ein besonders
bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung näher beschrieben. Es zeigen
1 in einer Schnittansicht einen kapazitiven
Mediensensor,
2 in einem Blockschaltbild den Aufbau
eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung und
3 in einem Zeitdiagramm die in der Schaltungsanordnung
von 2 auftretenden Signale.
In 1 ist ein Mediensensor dargestellt,
der zur kombinierten Erkennung eines Kraftstoffart sowie des Wasserstandes auf dem
Gebiet der Kraftfahrzeugtechnik verwandt wird. Der in 1
dargestellte Mediensensor umfasst einen Kondensator, vorzugsweise aus koaxialen
Hohlkörperelektroden, insbesondere einen Zylinderkondensator aus einer Messelektrode
5 und einer Abschirmelektrode 4, dessen Kapazität unter anderem
durch die Oberflächen der Messelektrode 5 und den Spalt zwischen den Elektroden
4 und 5 bestimmt ist. Beide Elektroden 4 und
5 sind über Anschlussdrähte 4a und 5a mit einer Auswerteschaltung
2 verbunden, die im Einzelnen in 2 dargestellt
ist.
Zwischen den Elektroden 4 und 5 ist ein Spülloch
4b vorgesehen, durch das ein Medium in den Elektrodenspalt eintreten kann,
so dass es über seine Dielektrizitätskonstante &egr; gleichfalls die Kapazität des
Kondensators bestimmt. Die oben beschriebenen Bauteile sind in einem Gehäuse
1 untergebracht.
Durch die Lage der Messelektrode 5 und des Spülloches
4b ist die Position bestimmt, an der bei der Bestimmung des Wasserstandes
eine Warnung erfolgt. Dazu wird der Sensor stehend mit nach oben gerichteten Elektroden
4 und 5 in einem Raum montiert, der von Kraftstoff durchströmt
wird und in dem sich andererseits Wasser ansammeln kann. Das ist beispielsweise
im Sumpf eines Kraftstofffilters der Fall.
Die Auswerteschaltung 2, die auf einer Leiterplatte angeordnet
sein kann, hat einen Aufbau, wie er beispielsweise in
2 dargestellt ist.
Um den Sensor zur Unterscheidung beispielsweise von fossilem Dieselkraftstoff
DK, Biodieselkraftstoff wie beispielsweise Rapsölmethylester RME aber auch anderen
Carbonsäurealkylestern wie Sojaölmethylester, Palmölmethylester und ähnlichen Kraftstoffe
sowie Wasser verwenden zu können, wird auf die verschiedenen dielektrischen Eigenschaften
dieser Medien zurückgegriffen. Die relative Dielektrizitätskonstante &egr; für Biodiesel
liegt bei ca. 4, bei mineralischem Diesel bei ca. 2 und bei Wasser bei ca. 80.
Bei konstanter Geometrie eines mit einer Messflüssigkeit gefüllten
Kondensators ändert sich seine Kapazität in gleichem Verhältnis wie die Dielektrizitätskonstante
&egr; der Flüssigkeit, so dass sich aus einer Kapazitätsmessung auf die Dielektrizitätskonstante
&egr; der Flüssigkeit und damit auf die Art der Flüssigkeit schließen lässt.
Auf Grund der oben beschriebenen Bauform des Mediensensors sowie der
zur guten Durchströmung des Sensors auch bei hoher Viskosität eines Mediums, wie
z. B. bei tiefen Temperaturen des Kraftstoffs, erforderlichen Flüssigkeitsmindestquerschnitte
ergibt sich eine Kapazität des Kondensators des Sensors von CS = &egr;·2
pF. Die nachgeschaltete Messschaltung muss daher in der Lage sein, Kapazitäten von
4 bis 9 pF linear zu messen. Diese Linearität ist erforderlich, damit auch Gemische
von RME und DK erfasst werden können. Eine Kapazität von über 160 pF, wie beispielsweise
bei Wasser, muss die Schaltungsanordnung ebenfalls sicher verarbeiten können und
durch einen außerhalb des linearen Bereichs liegenden Ausgangssignalwert anzeigen
können.
Der Kondensator des oben beschriebenen Sensors ist in Form eines Zylinderkondensators
ausgeführt, dessen Abschirmelektrode 4 an Massepotenzial liegt. Die Messelektrode
5 hat maximal Versorgungsspannung. Da die Messung kapazitiv erfolgt, sind
isolierende Oberflächenbeschichtungen auf den Elektroden 4, 5
möglich. Ein elektrisch leitender Kontakt zwischen den Elektroden 4,
5 und dem Medium kann auf diese Weise vermieden werden, wenn das erforderlich
ist.
Der Grundaufbau der Schaltungsanordnung zum Betreiben des in
1 dargestellten Mediensensors, der in 2
dargestellt ist, umfasst einen monostabilen Multivibrator 7 mit einem Sensorelektrodeneingang
ES, der mit der Messelektrode 5 des in 1
dargestellten Mediensensors verbunden ist. Der monostabile Multivibrator
7 wird von einem Grundtaktgenerator 6 getaktet, der mit einer
Niederfrequenzentaktung von beispielsweise 1 kHz arbeitet. Das Ausgangssignal des
Grundtaktgenerators 6 liegt am Eingang ET des monostabilen Multivibrators
7. Der Ausgang A des monostabilen Multivibrators 7 ist mit einem
Tiefpassfilter 8 verbunden, das ein Ausgangssignal USIGNAL liefert.
Die Abschirmelektrode 4 des Mediensensors liegt an Masse.
Wie es weiter in 2 dargestellt ist, liegt die Messelektrode
5 des Mediensensors über einen Vorwiderstand RV 9 an
einer Versorgungsspannung UV.
Die in 2 dargestellte Schaltungsanordnung
arbeitet in der folgenden Weise:
Im Ruhezustand liegt der Eingang ES auf 0 V und somit Massepotenzial,
so dass die Messelektrode 5 über den Eingang ES niederohmig
auf Massepotenzial liegt. Beide Elektroden 4, 5 sind in diesem
Zustand spannungsfrei.
Zu Beginn jedes Grundtaktes, der vom Generator 6 kommt, wird
der Eingang ES auf hochohmig geschaltet, und wird damit ein Ladevorgang
des Kondensators CS des Mediensensors über den Vorwiderstand RV
begonnen, der an die Versorgungsspannung UV angeschlossen ist. Gleichzeitig
kommt der Ausgang A des monostabilen Multivibrators 7 auf das Versorgungsspannungspotenzial.
Der Ladevorgang des Kondensators CS endet, wenn die Spannung an der Messelektrode
5 und damit am Signaleingang ES beispielsweise einen Wert von
63,2 % der Versorgungsspannung UV erreicht. Diese Spannung wird im Folgenden
als Schwellenspannung bezeichnet. Gleichzeitig mit dem Ende des Ladevorgangs geht
der Ausgang A wieder auf Massepotenzial zurück und wird die Messelektrode
5 über den Eingang ES wieder niederohmig auf Massepotenzial
gelegt. Dadurch wird der Kondensator CS entladen.
Die sich durch diesen Arbeitsvorgang ergebende Länge tS
des Impulses am Ausgang A des Multivibrators steht in dem folgenden linearen Zusammenhang
zur Sensorkapazität: tS = RV·CS. Zwischen
der Sensorkapazität und der Impulsdauer besteht daher ein linearer Zusammenhang.
Dieser lineare Zusammenhang ist auch bei anderen Schwellenspannungen
als 0, 632·UV gegeben, wobei in diesem Fall der Proportionalitätsfaktor
nicht mehr gleich 1 ist.
3 zeigt in einem Zeitdiagramm den zeitlichen
Verlauf der Signalspannungen an den Anschlüssen ES und A. Bei einem Grundtakt
von ca. 1 kHz beträgt der in 3 dargestellte Zeitausschnitt,
d. h. die normierte Zeit von 0 bis 5, folglich ca. 1,25 ms.
Das Ausgangssignal am Ausgang A des Multivibrators 7 liegt
am Tiefpassfilter 8, das durch Tiefpassfilterung aus dem gepulsten Ausgangssignal
des Multivibrators 7 eine linear mit der Kapazität CS des Kondensators
des Mediensensors veränderliche Signalspannung USIGNAL bildet, die dann
nur noch in den gewünschten Spannungsbereich durch Verstärkung oder Offset-Korrektur
umzuwandeln ist.
Dieses Ausgangssignal hat einen analogen Bereich für den Anteil von
Biodiesel, der beispielsweise von 0 bis 100 % bei 0,4 bis 4,5 V liegt und zudem
einen Signalbereich, der als Wasserwarnung zu interpretieren ist.
Die Erfassung von Wasser mittels der in 2
dargestellten Schaltungsanordnung kann in 2-facher Weise erfolgen.
Wasser hat eine sehr hohe Dielektrizitätskonstante. Dadurch wird im
Fall nicht elektrisch leitender Elektrodenoberflächen des Sensors der vom monostabilen
Multivibrator 7 erzeugte Impuls länger als die eingestellte Dauer des Grundtaktes
vom Grundtaktgenerator 6, so dass der Ausgang A dauerhaft auf einem hohen
Pegel gehalten wird.
Bei leitfähigen Elektroden bewirkt die elektrische Leitfähigkeit des
Wassers einen Kurzschluss der Elektroden. In diesem Fall wird die Schwellenspannung
nie erreicht, so dass der Ausgang A ebenfalls dauerhaft auf einem hohen Pegel bleibt.
Die Tatsache, dass der Ausgang A dauerhaft auf einem hohen Pegel bleibt,
kann als Indiz für die Erfassung von Wasser herangezogen werden.
Da RME hygroskopisch ist und somit eine geringe Menge an Wasser ohne
Phasentrennung einlagern kann, führt dieses Wasser nicht zu einer Veränderung der
Anzeige des Mediensensors.
Mit dem oben beschriebenen Verfahren und der oben beschriebenen Anordnung
können somit verschiedene Medien, wie beispielsweise Dieselkraftstoff, Biodieselkraftstoff
und Wasser auf Grund ihrer verschiedenen Dielektrizitätskonstanten unterschieden
werden. Biodieselkraftstoff und Dieselkraftstoff sind darüber hinaus in beliebigem
Verhältnis mischbar, wobei die Dielektrizitätskonstante des Gemisches einen linearen
Verlauf über das Mischungsverhältnis zeigt.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Schaltungsanordnung
vorgeschlagen, die lediglich drei Bauelemente, nämlich einen Taktgenerator
6, beispielsweise in Form einer CMOS-IC für Uhren mit Quarzoszillator,
einen monostabilen Multivibrator 7 ebenfalls in Form einer CMOS-IC und
ein Tiefpassfilter 8 in Form einer RC-Kombination umfasst, die die Ausgangsspannung
des Kondensators des Mediensensors verarbeiten, der einen Elektrodenaufbau mit zylindrischer
Bauform hat.
Auf Grund der niederfrequenten Signale und der Abschirmung durch die
äußere Abschirmelektrode 4 des Mediensensors, die auf Massepotenzial liegt,
zeigt die Anordnung eine geringe Empfindlichkeit hinsichtlich der elektromagnetischen
Verträglichkeit.
Der Aufbau der Elektroden und der nachgeschalteten Mikroelektronischen
Komponenten ist einfach.
Es wird lediglich ein einziges und zwar analoges Ausgangssignal gebildet,
das proportional zum Mischungsverhältnis der verschiedenen Medien, beispielsweise
der verschiedenen Kraftstoffarten ist.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung
kann in Verbindung mit dem Mediensensor auch eine Wasserwarnung erzielt werden,
wobei für beide Funktionen der Unterscheidung von Medien und der Warnung nur ein
Eingang an der Auswerteschaltungsanordnung, nämlich am Multivibrator 7
benötigt wird.
Da der Mediensensor ein kapazitiver Sensor ist, können die Elektroden
isoliert sein, so dass keine elektrochemischen Reaktionen im Medium, beispielsweise
im Kraftstoff ablaufen.
Grundsätzlich liegt darüber hinaus ein lineares Verhalten der Signalausgangsspannung
in Abhängigkeit von Dielektrizitätskonstanten des Mediums zwischen den Sensorelektroden
vor. Die Taktfrequenz und die Ausgangsspannungstransformation der Ausgangsspannung
USIGNAL können jedoch so gewählt werden, dass dieses lineare Verhalten
nur für den Bereich der Reinkraftstoffe RME und DK zutrifft, während das Vorhandensein
von Wasser zu einem Ausgangssignal mit Maximalpegel führt.