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Dokumentenidentifikation DE20308513U1 12.08.2004
Titel Vorrichtung zum Zuführen von Vorformlingen zu einer Blasmaschine
Anmelder KRONES AG, 93073 Neutraubling, DE
DE-Aktenzeichen 20308513
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 12.08.2004
Registration date 08.07.2004
Application date from patent application 30.05.2003
IPC-Hauptklasse B29C 49/42

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen von Vorformlingen aus thermoplastischem Kunststoff mit einem Tragring im Bereich des offenen Endes zu einer Blasmaschine zum Herstellen von Hohlkörpern gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es ist bereits eine derartige Vorrichtung bekannt, bei der die ausgerichteten und vereinzelten Vorformlinge vom Rollensortierer direkt in den erhöhten Anfangsbereich der Rutsche übergeben werden (WO 02/36466 A1). Da die Einlaufstelle einer modernen Streckblasmaschine zum Herstellen von Flaschen üblicherweise mindestens ein bis zwei Meter über dem Boden sitzt und die Rutsche als Speicher für ausgerichtete Vorformlinge dient und entsprechend lang ist, liegt ihr oberes Ende mindestens drei Meter über dem Boden. Der Rollensortierer muß daher bei dieser „klassischen" Anordnung auf einem eigenen Podest erhöht angeordnet werden und ist nur über Leitern, Stufen oder dgl. erreichbar. Im Falle von Störungen am Rollensortierer dauert es entsprechend lang, bis die Bedienungsperson eingreifen kann, und der bauliche Aufwand ist hoch.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, mit einfachen Mitteln die Zugänglichkeit des Rollensortierers zu verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Bedienungsperson der Blasmaschine bei den unvermeidlichen Störungen am Rollensortierer sofort eingreifen und Stillstandszeiten der Blasmaschine verhindern. Der zusätzliche Aufwand für den Höhenförderer ist auf Grund der vorherigen Ausrichtung und Formierung der Vorformlinge gering; er wird durch den Wegfall des Podests für die erhöhte Aufstellung des Rollensortierers mit Geländern, Treppen usw. mehr als ausgeglichen.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

Zur näheren Erläuterung der Erfindung wird im Nachstehenden ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen beschrieben.

Es zeigen:

1 die schematische Draufsicht auf eine Streckblasmaschine mit einer Vorrichtung zum Zuführen der Vorformlinge

2 die schematische Draufsicht der Anordnung nach 1 und

3 die vergrößerte Draufsicht auf den Höhenförderer der Anordnung nach 1 und 2.

Die Streckblasmaschine 1 nach 1 bis 3 ist zum Herstellen von Hohlkörpern in Form von Flaschen F aus Vorformlingen V aus thermoplastischem Kunststoff, insbesondere PET, eingerichtet. Die rotationssymmetrischen Vorformlinge V sind in der üblichen Weise durch Spritzgießen hergestellt und besitzen ein halbkugelig geschlossenes unteres Ende, einen zylindrischen Körper und ein offenes oberes Ende mit einem Gewinde und einem Tragring T. Die Streckblasmaschine 1 weist einen Linearofen 2 auf, in dem die mit Raumtemperatur zugeführten Vorformlinge V auf die Verarbeitungstemperatur erwärmt werden, sowie ein mit mehreren Streckblasstationen versehenes Blasrad 3, in denen die vorformlinge V mittels einer mechanischen Reckstange und durch Zuführung von Druckluft in die gewünschte Endform gebracht werden.

Der Linearofen 2 umfasst einen um eine senkrechte Achse umlaufenden, einen sägezahnartigen Umfang aufweisenden Einlaufstern 4, durch den die Vorformlinge V vereinzelt und dem Förderer des Linearofens 2 zugeführt werden. Dementsprechend ist der Einlaufstern 4 synchron zum Förderer des Linearofens 2 angetrieben, wobei er die Vorformlinge V in ihrer aufrechten Normalposition, d.h. mit dem offenen Ende nach oben weisend, hängend transportiert.

Die Zufuhr der Vorformlinge V zur Streckblasmaschine 1, genauer gesagt zu deren Einlaufstern 4, der sich konstruktionsbedingt in einer Höhe von ca. 1,5 Meter über dem Boden befindet, erfolgt durch eine insgesamt mit 5 bezeichnete Vorrichtung.

Die Vorrichtung 5 weist einen bodennah aufgestellten Silo 6 zur ungeordneten Aufnahme einer Vielzahl von Vorformlingen V auf, der von oben her durch Einschütten der in Kästen K angelieferten Vorformlinge V periodisch befüllt wird. Nahe dem Silo 6 ist gleichfalls bodennah ein üblicher Rollensortierer 7 mit zwei gegenläufig angetriebenen, zylindrischen Rollen 8, 8' aufgestellt, der in Transportrichtung leicht nach unten geneigt ist. Durch einen Schrägförderer 9 werden die Vorformlinge V am Boden des Silos 6 ungeordnet entnommen und am oberen Ende des Rollensortierers 7 eingefüllt. Das obere Ende des Rollensortierers 7 befindet sich ca. 1 Meter über dem Boden, das untere Ende entsprechend tiefer. Der Rollensortierer 7 ist daher von allen Seiten durch eine auf dem Boden stehende Bedienungsperson normaler Größe optimal zugänglich, genauso wie der Schrägförderer 9 und der Auslaufbereich des Silos 6. Bei Störungen in diesen kritischen Bereichen kann die sich normalerweise am Bedienpult 10 der Streckblasmaschine 1 aufhaltende Bedienungsperson schnell zugreifen und Störungen sofort beheben, bevor es zu Stillstandszeiten der Streckblasmaschine 1 kommt.

Dem Einlaufstern 4 des Linearofens 2 ist eine schräge Rutsche 11 unmittelbar vorgeschaltet, die zwei mit Abstand angeordnete Tragschienen 12, 13 umfasst. Die Vorformlinge V liegen mit ihren Tragringen T auf den Tragschienen 12, 13 auf und können, angetrieben durch den Hangabtrieb, zwischen diesen in Richtung Einlaufstern 4 rutschen. Die Rutsche 11 hat eine gewisse Pufferfunktion zwecks Sicherung einer lückenlosen Beschickung der Streckblasmaschine 1 und nimmt daher weit über 100 Vorformlinge V auf. Dementsprechend liegt ihr oberes Ende mehr als 3 Meter über dem Boden.

Zur Überwindung des Höhenunterschieds von ca. 2 Metern oder mehr zwischen dem Auslauf des Rollensortierers 7, der die am oberen Ende ungeordnet zugeführten Vorformlinge V zwischen seinen beiden Rollen 8, 8' in herkömmlicher Weise in eine Einzelreihe formiert und mit dem offenen Ende nach oben ausrichtet, und dem oberen einlaufseitigen Ende der Rutsche 11 ist ein Höhenförderer 14 zwischengeschaltet. Dieser umfasst zwei endlose, flexible Zugmittel in Form von Rollenketten 15, 16, deren Außenseiten mit fingerartigen, elastisch nachgiebigen Mitnehmern 17 aus Kunststoff besetzt sind. Die Rollenketten 15, 16 laufen über untere Antriebsräder 18, 19 und obere Umlenkräder 20, 21 und sind in Führungsschienen 22, 23 geführt. Sie definieren zwischen sich einen S-förmigen Förderweg, dessen Breite etwas geringer ist als der Durchmesser der Vorformlinge V im Rumpfbereich, so dass die Vorformlinge V unter elastischer Biegung der Mitnehmer 17 unterhalb des Tragrings T beidseitig eingeklemmt werden.

Der untere Anfangsbereich des Höhenförderers 14 fluchtet mit dem Rollensortierer 7 und ist entsprechend geneigt, während der obere Endbereich des Höhenförderers 14 mit der Rutsche 11 fluchtet und dementsprechend geneigt ist. Der mittlere Zwischenbereich des Höhenförderers 14 verläuft senkrecht nach oben, wobei zwischen dem Anfangsbereich und dem Endbereich bogenförmige Übergänge vorgesehen sind.

Wie die 3 zeigt, werden die ausgerichteten und formierten Vorformlinge V vom Ende der Rollen 8, 8' durch kurze Tragschienen 24, 25 hängend zwischen die Rollenketten 15, 16 bzw. Mitnehmer 17 des Höhenförderers 14 eingeführt. Die Tragschienen 24, 25 sind gleichfalls nach unten hin geneigt. Auf diese Weise werden die den Rollensortierer 7 in aufrechter Normalposition verlassenden Vorformlinge V dicht aneinander liegend oder auch mit mehr oder weniger großen Abständen in den Höhenförderer 14 eingegeben, der die Vorformlinge V in der momentanen Position und unabhängig vom Abstand erfassen kann. Dieser Abstand wird während des Transports im Höhenförderer 14, wo die vorformlinge V im wesentlichen senkrecht zu ihrer Mittelachse bewegt werden, beibehalten und die Vorformlinge V werden in entsprechender unveränderter Position in die Rutsche 11, bzw. zwischen deren Tragschienen 12, 13 eingegeben. Die Formierung der Vorformlinge V und deren Ausrichtung wird daher durch den Höhenförderer 14 nicht beeinträchtigt und dieser arbeitet mit hoher Betriebssicherheit und Störungsfreiheit.

Die beiden unten liegenden Antriebsräder 18, 19 des Höhenförderers 14 werden durch einen Motor M synchron in Pfeilrichtung angetrieben, wobei der Motor M wiederum synchron zur Streckblasmaschine 1 mit einer für deren Versorgung geeigneten Drehzahl umläuft. Zusätzlich können im Bereich der Rutsche 11 Sensoren S1, S2 vorgesehen werden, die bei einer Unterfüllung der Rutsche 11 die Drehzahl des Motors M geringfügig erhöhen und bei einer Überfüllung der Rutsche die Drehzahl des Motors M geringfügig absenken.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung 5 ermöglicht in gleicher weise wie die klassische Anordnung eine störungsfreie Beschickung von Streckblasmaschinen mit Vorformlingen mit den gegenwärtigen Höchstleistungen von z. B. 60.000 Vorformlingen pro Stunde. Gleichzeitig wird eine optimale Zugänglichkeit des Rollensortierers und der angrenzenden Elemente ermöglicht.

Die erfindungsgemäße Gestaltung der Vorrichtung 5 ermöglicht in idealer weise nach dem Rollensortierer 7 weitere Behandlungseinrichtungen für die Vorformlinge wie z.B. eine Inspektionsvorrichtung I oder eine Ausblasvorrichtung A anzuordnen, die dann gleichfalls nicht mehr erhöht auf einem Podest angeordnet sein müssen. Diese Einrichtungen I, A können einen eigenen, kurzen Transporteur aufweisen, oder, wie in 2 angedeutet ist, direkt im unteren Anfangsbereich des Höhenförderers 14 angeordnet werden, wo die Vorformlinge V bereits vereinzelt und sicher fixiert sind.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (5) zum Zuführen von Vorformlingen (V) aus thermoplastischem Kunststoff mit einem Tragring (T) im Bereich des offenen Endes zu einer Blasmaschine (1) zum Herstellen von Hohlkörpern (F), mit einem bodennah aufgestellten Silo (6) zur ungeordneten Aufnahme mehrerer Vorformlinge, einem die Vorformlinge in eine mit dem offenen Ende nach oben weisende Position ausrichtenden und zu einer Einzelreihe formierenden Rollensortierer (7), einem die vorformlinge ungeordnet vom Silo zum Rollensortierer bewegenden Schrägförderer (9) und mit einer abwärts geneigten, unter den Tragringen angreifende Tragschienen aufweisenden Rutsche (11), die mehrere mit dem offenen Ende nach oben weisende Vorformlinge in einer Reihe aufnimmt und diese mittels Hangabtrieb der Blasmaschine zuführt, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollensortierer (7) bodennah aufgestellt ist und zwischen den Rollensortierer (7) und das erhöhte obere Ende der Rutsche (11) ein die Vorformlinge (V) anhebender Höhenförderer (14) eingeschaltet ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenförderer (14) die Vorformlinge (V) im wesentlichen rechtwinklig zu ihrer Mittelachse bewegt.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenförderer (14) die Vorformlinge (V) im wesentlichen mit der durch den Rollensortierer (7) vorgegebenen Formation bewegt.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenförderer (14) zwei mit Abstand angeordnete, synchron antreibbare endlose Fördermittel (15, 16) aufweist, zwischen denen die Vorformlinge (V) eingeklemmt werden.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die endlosen Fördermittel (15, 16) mit elastischen, fingerartigen Mitnehmern (17) besetzt sind.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenförderer (14) einen mit dem Rollensortierer (7) fluchtenden Anfangsbereich, einen mit der Rutsche (11) fluchtenden Endbereich und einen senkrechten Zwischenbereich aufweist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Rollensortierer (7) ein Vorformling-Inspektor (2) bodennah aufgestellt ist.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Rollensortierer (7) ein Vorformling-Rinser (A) bodennah aufgestellt ist.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenförderer (14) synchron zur Blasmaschine (1) antreibbar ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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