Die Erfindung bezieht sich auf eine Zielscheibe, auf der sich eine
oder mehrere markierte Trefferzonen befinden, die bei dem Auftreffen eines Laserstrahles
anzeigen, dass sie getroffen wurden.
Für das Schießtraining von Polizeibeamten in Deutschland wurden bundeseinheitlich
in der Polizei-Dienstvorschrift 211 Symbole festgelegt, die während der Schießausbildung
benutzt werden müssen. Während der Aus- und Fortbildung findet das Schießtraining
in der Regel dahingehend statt, dass der Schütze die auf eine Leinwand projizierten
oder auf Pappscheiben geklebten Symbole beschießt.
Findet der Beschuss mit Laserwaffen statt, dann simuliert ein durch
einen Laserstrahl entstehender Laserpunkt das Projektil. Da der Laserpunkt aber
nur Bruchteile einer Sekunde erscheint und dann sofort wieder verschwindet, wird
zur Detektion und Auswertung des Treffpunktes eine Treffer-Aufnahme-Kamera benutzt,
die die Lage des Punktes mit Trefferzonen vergleicht, die in einem Computer abgespeichert
wurden. Um den Treffer anzuzeigen, wechselt das getroffene Symbol meist die Farbe
oder verschwindet vollständig.
Der Nachteil dieser bekannten Methode besteht darin, dass ein erheblicher
finanzieller Aufwand betrieben werden muss, da ein Computer mit umfangreicher Software,
ein Großbildprojektor und eine Kamera mit dazugehörigem Interferenzfilter angeschafft
werden müssen, um diese großflächigen Ziele auswerten zu können.
Neben den hohen Anschaffungskosten sprechen aber auch technische Gründe
gegen diese landläufig genutzten Systeme.
Da eine Treffer-Aufnahme-Kamera in Deutschland üblicherweise nach
dem PAL System arbeitet, nimmt sie 25 Bilder in der Sekunde auf. Dies bedeutet,
dass nur alle 40 Millisekunden ein Bild gespeichert wird. Dies bedeutet aber auch,
dass der Laserblitz mindestens 40 Millisekunden lang sein muss, wenn er sicher aufgenommen
werden soll. Dadurch wird ein „Malen" mit dem nach dem Durchziehen des Abzugs
emittierten Laserlicht sehr wahrscheinlich, da die Waffe in der Hand nicht völlig
ruhig liegt. Wenn nun die Laserwaffe auch noch über einen Rückstoss verfügt, wie
heute oft üblich, dann ist das Verreißen der Waffe, und damit das Ziehen einer Laserlinie
zwangsläufig.
Das System nimmt in diesem Fall einen beliebigen Punkt aus einer durch
die Bewegung der Waffe erzeugten Linie auf, der mit dem Punkt, der durch ein Projektil
erzeugt werden würde, fast nie übereinstimmt. Vergleiche mit Hochgeschwindigkeitskameras,
die eintausend und mehr Bilder in der Sekunde aufnehmen können, haben diesen Sachverhalt
hinreichend dokumentiert und Abweichungen von bis zu 170mm aufgezeigt.
Im Gegensatz zu dem vorgenannten, bekannten Detektionsverfahren für
großflächige Ziele handelt es sich bei dieser Erfindung um ein Verfahren, dass auf
Großbildprojektor und Treffer-Aufnahme-Kamera und Computer vollständig verzichtet.
Darüber hinaus findet die Detektion des Laserpunktes im Bereich von Nanosekunden
statt, so dass ein „Malen" mit dem Laser völlig unmöglich ist.
Die Zielscheibe besteht aus einer Frontplatte (1), einer
Rückwand (5) und Seitenverkleidungen. Die zur Schießausbildung genutzten
Symbole (2) sind auf einer Platte aufgebracht, die als Front der Zielscheibe
dient. Jedes Symbol wird darauf farblich gekennzeichnet und dann flächendeckend
mit kleinen Bohrungen oder Ausstanzungen versehen. Wird z.B. ein Rechteck als Ziel
dargestellt, so ist das Rechteck farblich von der Zielscheibe abgehoben und mit
kleinen Löchern flächendeckend perforiert. Hinter der perforierten Fläche befinden
sich in Abständen Lichtsensoren (3), die in lichtdichten, reflektierenden
Hohlformen (4) an der Rückwand der Zielscheibe angebracht sind. Das Licht
des Laserstrahls, das durch die Löcher des Lochrasters dringt, wird von den Lichtsensoren
detektiert.
Wird nun eine Metallplatte, z.B. aus Aluminium, als Zielscheibe genutzt,
und wurde diese durch Stanzwerkzeuge sauber perforiert, dann entsteht beim Auftreffen
des Laserstrahls ein weiterer physikalischer Effekt, den sich diese Erfindung zu
nutze macht.
Normalerweise würde ein Laserpunkt, der auf eine perforierte Fläche
trifft, die der Waffenmündung nicht waagerecht gegenüberliegt, weniger Licht an
die Lichtsensoren abgeben und damit den Einsatz größerer Mengen von Sensoren notwendig
machen. Dies resultiert aus der Stärke des Materials, das einen großen Teil des
Lichts am Eintritt in die Hohlform hindert. Durch den Einsatz von stark reflektierendem
Material wie z.B. Aluminium wird das auf den Innenrand (8) des ausgestanzten
Lochs auftreffende Laserlicht nach dem Prinzip „Einfallswinkel = Ausfallswinkel"
in den Hohlraum hinein reflektiert. Die Notwendigkeit, mehr Sensoren im unteren,
oberen oder seitlichen Bereich der Zielscheibe anzubringen entfällt somit. Dies
führt zu einer drastischen Reduzierung der sonst notwendigen Sensoren.
Um zu verhindern, dass benachbarte Symbole fälschlicherweise durch
reflektiertes Licht ausgelöst werden, wird das jeweilige Symbol durch eine passgenaue,
lichtdichte Hohlform hinter der Zielscheibe begrenzt. Die Hohlform besteht aus Licht
reflektierendem Material, das beim Auftreffen des Laserlichts dieses gegen die ebenfalls
reflektierende Rückseite der Frontplatte der Zielscheibe zurückspiegelt und dadurch
das parallele Licht des Lasers großflächig in alle Richtungen verteilt. Hierdurch
wird die Anzahl der notwendigen Sensoren ebenfalls erheblich reduziert. Die wenigen
benötigten Lichtsensoren befinden sich innerhalb der Hohlform, vorzugsweise gegenüber
der perforierten Fläche.
Die Anbringung der Sensoren in einem größeren Abstand zum Lochraster
führt dazu, dass künstliches Deckenlicht, wie es in Schießkellern
üblicherweise vorhanden ist, bei richtig dimensionierter Stärke der perforierten
Platte und bei einer richtigen Auswahl der Lichtfrequenz einen ausreichenden Schutz
gegen Fehltriggerung bietet.
Der Fotostrom der Sensoren, der durch das Laserlicht ausgelöst wird,
wird verstärkt und an eine Auswerteeinheit weitergeleitet. Die Anstiegszeiten des
Fotostromes betragen im Regelfall 20 ns. Die Auswertung des Treffers durch die Auswerteeinheit
erfolgt einige hundert Mal schneller als es eine handelsübliche Kamera könnte. Das
Signal der Auswerteeinheit wird an eine Trefferanzeige weitergeleitet.
Durch die hohe Detektionsgeschwindigkeit der Auswerteeinheit ist auch
die Auswertung des Beschusses von auf Laserbetrieb umgebauten Maschinengewehren
und -pistolen problemlos möglich.
Wurde ein Symbol getroffen, schaltet sich eine am Innenrand der Hohlform
befindliche Lichtquelle (7) an. Diese erleuchtet den Hohlraum hinter dem
Ziel und zeigt von hinten durch das Lochraster den Treffer für den Schützen deutlich
sichtbar an. Es können auch andere optische oder akustische Signale oder Trefferanzeigen
angesteuert werden.
Ein Zufallsgenerator, der die Lichtquelle zur Anzeige eines Treffers
in einem der Symbole rhythmisch aufblinken lässt, und damit den Schützen zum Beschuss
eines bestimmten Zieles auffordert, ist in die Zielscheibe integriert. Bei einem
Treffer des Symbols wird das Blinksignal zu einem feststehenden Lichtsignal.
Das Einschalten des Zufallsgenerators und die Rücksetzung der Anlage
in die Ausgangsposition finden durch eine dazugehörige Fernbedienung statt.