Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung eines inneren Filets
von einem Geflügelkörper. Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur
Verarbeitung eines Geflügelkörpers zu dem Zweck, das innere Filet von dem Geflügelkörper
zu erhalten.
Die inneren Filets von Geflügel, beispielsweise Hühnern, Truthähnen
und dergleichen, die auch Bruststücke genannt werden, liegen auf dem Brustbein (Sternum)
auf beiden Seiten des Kammes (crista sterni) davon und bilden Teil der wertvollsten
Fleischteile des Geflügels.
Das Entfernen der inneren Filets von einem Geflügelkörper wird gemäß
dem Stand der Technik, wie er in EP-A-0,695,506 beschrieben ist, die auch die Oberbegriffe
der Ansprüche 6 und 12 offenbart, dadurch durchgeführt, dass die Flügel von dem
Geflügelkörper entfernt werden, dass eine Auftrennung in der von dem Gabelbein und
dem Brustbein begrenzten Öffnung gemacht wird, und dass dann die inneren Filets
von dem Geflügelkörper abgekratzt werden. Gemäß der US-A-5,314,374 besteht ein anderer
Weg beim Entfernen der inneren Filets darin, dass die inneren Filets von dem Geflügelkörper
ohne Flügel teilweise abgeschnitten und abgekratzt werden, und dass dann die inneren
Filets von dem Geflügelkörper mit Hilfe von Greifelementen weggezogen werden. Entsprechend
der EP-A-0,695,506 besteht ein weiterer Weg beim Entfernen der inneren Filets darin,
die Membranverbindungen zwischen den inneren Filets und dem Brustbein aufzutrennen,
den canalis triosseus aufzuschneiden und die inneren Filets mit Hilfe der Flügel
abzuziehen, die damit durch Sehnen verbunden sind.
Ein Nachteil des oben erwähnten Verfahrens gemäß dem Stand der Technik
ist es, dass mit jedem der entfernten, inneren Filets immer noch wenigstens ein
Teil einer Sehne verbunden ist, die in dem Geflügel die inneren Filets mit den zugehörigen
Flügeln verbinden. Bei der weiteren Verarbeitung der inneren Filets zu hochwertigen
Verbrauchsprodukten, beispielsweise zu „nuggets", müssen die Sehnen und gelegentlich
auch wenigstens ein Teil der mit den inneren Filets verbundenen Teile entfernt werden,
da der Verbraucher des Fleisches solche Sehnenteile nicht schätzt. Das Entfernen
der Sehnen von Sehnenansatzteilen wird gewöhnlich von Hand vorgenommen, indem sie
von den inneren Filets, die entfernt werden sollen oder die von dem Geflügelkörper
entfernt worden sind, entfernt werden. Dies erfordert eine erhebliche Nutzung an
menschlicher Arbeitskraft, was teuer ist, nur eine mäßige Reproduzierbarkeit und
Qualität hat und nicht zu der Hygiene der Verarbeitung der inneren Filets beiträgt,
was Nachteile darstellt.
US-A-5,395,284 offenbart eine Vorrichtung zum automatischen Abschneiden
von einem Teil von der Sehne, die mit jedem inneren Filet verbunden ist, von den
inneren Filets, die in Tabletts gefördert werden. Die inneren Filets müssen in die
Tabletts von Hand eingelegt und positioniert werden, und es wird keine Lösung bereitgestellt,
um den vollständigen, unerwünschten Sehnenteil von dem inneren Filet zu entfernen.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung
bereitzustellen, mit der bzw. mit dem ein inneres Filet ohne einen unerwünschten
Sehnenteil erhalten werden kann, wobei es nicht erforderlich ist, die oben erwähnten
Tätigkeiten von Menschenhand durchzuführen.
Um diese Aufgabe zu lösen, ist das Verfahren gemäß der Erfindung charakterisiert,
wie es in dem unabhängigen Verfahrensanspruch beschrieben ist, und die Vorrichtung
gemäß der Erfindung ist charakterisiert, wie es in den unabhängigen Vorrichtungsansprüchen
beschrieben ist. Bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung liefern eine
erhebliche Arbeitseinsparung und eine Verbesserung in der Qualität und der Reproduzierbarkeit
bei der Verarbeitung, indem ein automatisierter, gleichförmiger Schnitt an dem Moment
gemacht wird, wenn das innere Filet und die zugehörige Sehne immer noch im Wesentlichen
in ihrer natürlichen Position sind, die in Bezug auf den Ort wohl definiert ist.
Im Folgenden wird die Erfindung weiter unter Bezugnahme der beigefügten
Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels beschrieben, in denen:
1 in perspektivischer Darstellung einen
Teil einer Filetierungslinie mit einer Verarbeitungsvorrichtung gemäß der Erfindung
zeigt;
1a in Seitenansicht ein inneres Filet
und einen Teil der daran befestigten Sehne zeigt;
2 in Seitenansicht, teilweise im Querschnitt,
die Arbeitsweise einer Führung der Verarbeitungsvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung zeigt;
3 in perspektivischer Darstellung Details
der Verarbeitungsvorrichtung gemäß 1 zeigt;
4 in Seitenansicht, teilweise im Schnitt,
die Arbeitsweise der Verarbeitungsvorrichtung gemäß 1
zeigt;
5 in perspektivischer Darstellung ein
anderes Ausführungsbeispiel der Verarbeitungsvorrichtung gemäß der Erfindung zeigt;
und
6 ein Detail der Verarbeitungsvorrichtung
gemäß 5 in einem vergrößerten Maßstab zeigt.
In den unterschiedlichen Figuren beziehen sich die gleichen Bezugsziffern
auf dieselben Teile von Teilen, die die gleiche Funktion haben.
Die 1, 2,
3 und 4
zeigen eine Filettierungslinie 2, in der Träger 6 in der Richtung
des Pfeiles 8 entlang einer Schiene 4 bewegt werden. Jeder Träger
6 umfasst einen Grundkörper 6a mit einem Tablett 6b,
auf der erhaltene Filetteile abgelegt werden können, wenn erwünscht.
An der Seite des Grundkörpers 6a ist ein Geflügelkörper-Fixierungselement
6c vorgesehen, welches in einer kontrollierten Weise um eine Achse, die
nicht im Detail gezeigt ist, drehbar ist, die sich mittig durch das Geflügelkörper-Fixierungselement
6c und quer zu der Seite des Grundkörpers 6a erstreckt. Eine sogenannte
Brustkappe 10 (ein Bruststück ohne Haut, ohne Calvicula, ohne Flügel, mit
Rippen und mit oder ohne einem Teil des Rükkens) des Geflügels wird auf dem Geflügelkörper-Fixierungselement
6c in einer solchen Weise fixiert, dass die Längsachse des Brustbeins
12 davon im Wesentlichen vertikal ausgerichtet ist. Für eine geeignete
Fixierung wird hier auf beispielsweise EP-A-0,254,332 hingewiesen. In
1 sind die äußeren Filets 14 der Brustkappe
10 zum Teil weggezogen, um wenigstens den Teil der inneren Filets
16 freizulegen, der dem Schultergelenk gegenüber liegt, wobei die daran
befestigten Sehnen zu dem Schultergelenk verlaufen. In den 2–4
fehlen die äußeren Filets 14. Die inneren Filets 16 sind im wesentlichen
in ihrer natürlichen Position, und sie sind an dem Brustbein 12 mit Membranen
befestigt. Der Sehnenteil, der von jedem der inneren Filets 16 entfernt
werden soll, erstreckt sich im Wesentlichen auf der Innenseite des canalis triosseus.
Die Längsrichtung der inneren Filets 16 ist im Wesentlichen unter einem
rechten Winkel zu der Förderrichtung 8.
In der Filettierungslinie wird eine Verarbeitungsvorrichtung
18, die an einem Rahmen 20 befestigt ist, in einer festen Beziehung
zu der Schiene 4 angeordnet. Die Verarbeitungsvorrichtung 18 umfasst
eine Führung 22 und zwei rotierende Schneiden 24, 26
(3), die in entgegengesetzten Richtungen entsprechend
den jeweiligen Pfeilen 28 und 30 durch jeweilige Motoren
32 und 34 angetrieben werden. Wie in den 1,
3 und 4
gezeigt ist, ist die Rotationsachse der Motoren 32, 34 gegenüber
einer vertikalen Linie schräg geneigt. In 1 ist eine
Schutzhaube 40 um die rotierenden Schneiden 24, 26 angeordnet,
um Bedienungspersonal zu schützen.
1a zeigt das innere Filet 16,
eine Sehne 16a, die daran befestigt ist, und eine Sehnenbefestigung
16b. In der Figur zeigen die Pfeile 17a, 17b,
17c, 17d und 17e unterschiedliche Positionen, wo ein
Einschnitt in dem Bereich der Sehnenbefestigung 16b gemäß der Erfindung
gemacht werden kann. Der Einschnitt 17a ist in dem inneren Filet
16 außerhalb der Sehnenbefestigung 16b. Der Einschnitt
17b ist in dem inneren Filet 16 an dem Rand der Sehnenbefestigung
16b. Der Einschnitt 17c ist in dem inneren Filet 16 in
der Sehnenbefestigung 16b. Der Einschnitt 17d ist an dem Ende
des inneren Filet 16 auf dem Übergang der Sehnenbefestigung 16b
zu der Sehne 16a. Der Einschnitt 17e ist in der Sehne
16a.
Wie in den 1, 2,
3 und 4
gezeigt ist, wird die Brustkappe 10 von der Führung 22 im Bereich
der Schlüsselbeinknochen (os coracoidus) auf der Rückseite der Brustkappe
10 in der Richtung des Pfeiles 36 (2)
weggeschoben und ist damit unter einem Winkel relativ zu den rotierenden Schneiden
24, 26 positioniert (4). In dieser
Weise werden die rotierenden Schneiden 24, 26 daran gehindert,
in Knochenteile einzuschneiden, wodurch unerwünschte Knochenrückstände beigesetzt
werden. Die rotierenden Schneiden 24, 26 sind eine hinter der
anderen in dem Weg der Brustkappe 10 zum Zwecke eines bestimmten Einschnitts
17a, 17b, 17c, 17d oder 17e im Wesentlichen
unter rechten Winkeln zu der Längsrichtung von beiden inneren Filets 16
angeordnet, es ist jedoch im Prinzip auch möglich, nur eine rotierende Schneide
zu benutzen oder eine oder mehrere stationäre oder nachgiebig positionierte Schneide(n)
zu verwenden. Es ist auch möglich, die Rotationsrichtungen 28 und
30 umzukehren. Die Schneiden haben nicht nur eine Schneidfunktion, sondern
auch eine Positionierungsfunktion aufgrund der Schneidkräfte, die auf die Brustkappe
10 in Bezug auf die Führung 22 ausgeübt werden. Die Position oder
Höhe des Einschnitts ist dadurch einstellbar, dass der Ort, an dem die Motoren
32, 34 auf dem Rahmen 20 vorgesehen sind, gewählt wird,
indem die Dimensionen der Brustkappen 10 oder der inneren Filets berücksichtigt
wird.
Nach dem Einschnitt der Brustkappe 10 werden die inneren
Filets 16 von Hand oder mechanisch entfernt, wobei die unerwünschten Sehnenteile
auf dem Geflügelkörper verbleiben.
Es ist hier auch zu beachten, dass der beabsichtigte Einschnitt, der
in der Praxis ein Durchschnitt oder ein nahezu Durchschnitt sein wird, nicht nur
durch eine oder mehrere Schneiden, sondern auch mit anderen Schneidmitteln, beispielsweise
einem Wasserdüsenstrahl, erhalten werden kann.
Es ist ferner zu beachten, dass die Schneidmittel nicht nur stationär
entlang dem Förderweg des Förderers angeordnet sein können, sondern auch bewegbar
gemacht werden können, um sie synchron mit dem Fördern der Träger in den Pfad der
Geflügelkörper zu bringen, um den gewünschten Einschnitt zu machen. Der Geflügelkörper
kann intermittierend gefördert werden, und er kann zu dem Zeitpunkt des Einschnitts
still stehen.
Es ist auch zu beachten, dass es für die Erfindung nicht wesentlich
ist, dass die Flügel an dem Geflügelkörper fehlen, der in der Verarbeitungsvorrichtung
18 verarbeitet werden soll. Wenn der Geflügelkörper Flügel umfasst, können
diese Flügel einfach außerhalb des Arbeitsbereiches der rotierenden Schneiden
24, 26 oder anderer Schneidmittel durch geeignete Führungen gehalten
werden, so dass der gewünschte Einschnitt trotz des Vorhandenseins der Flügel erhalten
wird.
Es ist ferner zu beachten, dass der Sehneneinschnitt auch dadurch
erhalten werden kann, dass die Brustkappe mit dem Brustbein 12 parallel
zu dem Pfeil 8 gefördert wird, wobei Schneiden oder andere Schneidmittel
an dem inneren Filet oder den Sehnenteilen, die eingeschnitten werden sollen, von
der Seite der Brustkappe 10 her angreifen. Dies wird unter Bezugnahme
auf ein Ausführungsbeispiel in mehr Detail beschrieben, das in den 5
und 6 gezeigt ist.
Die 5 und 6
zeigen Träger 40 des Typs, der in EP-A-0,551,156 gezeigt wird und auf den
Fronthälften 42 von Geflügel mit inneren Filets 44 in der Richtung
des Pfeiles 46 gefördert werden. Eine Schneidvorrichtung 48 ist
stationär entlang dem Förderweg der Fronthälften 42 angeordnet. Die Schneidvorrichtung
48 umfasst zwei Scheiben 50a, 50b, die durch entsprechende
Achsen 52a, 52b, die mit gestrichelten Linien gezeigt sind, in
der Richtung der entsprechenden Pfeile 54a, 54b durch Antriebsvorrichtungen
angetrieben werden, die nicht im Detail gezeigt sind. Die Achsen 52a,
52b drehen sich in stationären Ummantelungen 56a und
56b respektive, auf denen unter den jeweiligen Scheiben 50a,
50b entsprechende Zahnringe 58a, 58b vorgesehen sind.
Auf jeder Scheibe 50a, 50b ist eine rotierende Schneide
64a, 64b respektive drehbar um eine respektive Achse
60a, 60b montiert und mit einem entsprechenden Zahnrad
62a, 62b (nicht gezeigt) versehen, die an den entsprechenden Zahnringen
58a, 58b angreifen. Die Ränder der Scheiben 50a,
50b schneiden nicht. Die Schneiden 64a, 64b drehen sich
in entgegengesetzten Richtungen 66a, 66b respektive durch die
Rotation der Scheiben 50a, 50b in den entsprechenden Richtungen
54a, 54b, wobei die Winkelgeschwindigkeit der Schneiden
64a, 64b größer ist als die Winkelgeschwindigkeit der Scheiben
50a, 50b und die Umfangsgeschwindigkeit der Scheiben
50a, 50b vorzugsweise größer als die Fördergeschwindigkeit der
Fronthälften 42 ist. Die Rotation der Scheiben 50a,
50b ist mit den Trägern 40 so synchronisiert, dass die Schneiden
64a, 64b an folgenden Fronthälften immer an derselben Stelle angreifen.
Die Scheiben 50a, 50b heben die inneren Filets 44 etwas
an. Die Schneiden 64a, 64b schneiden in oder durch die Sehnen
16a der inneren Filets 44, wie insbesondere 6
zeigt, insbesondere oberhalb der Sehnenbefestigung 16b der Sehnen
16a an den inneren Filets 44. Die Längsrichtung der inneren Filets
44 ist im Wesentlichen parallel zu oder unter einem kleinen Winkel zu der
Förderrichtung 46. Die Scheiben 50a, 50b können mit zusätzlichen
Schneidmitteln 68a, 68b versehen sein, um Membranverbindungen
zwischen dem Brustbein der Fronthälfte 42 und den inneren Filets
44 aufzubrechen.
Die Funktionen, die in der Anordnungen der 5
und 6 durch die Scheiben 50a,
50b und die Schneiden 64a, 64b, 68a und
68b erhalten werden, können auch mit geeignet angeordneten stationären
oder beweglichen Führungen und mit zusammenwirkenden stationären oder sich bewegenden
Schneidmitteln erhalten werden, die an Geflügelkörpern angreifen, die auf Trägern
vorgesehen sind, die kontinuierlich oder intermittierend bewegt werden. In diesem
Fall werden zuerst Membranverbindungen zwischen dem Brustbein und den inneren Filets
mit den Schneidmitteln aufgebrochen, sodann werden die inneren Filets durch Führungen
angehoben, und schließlich werden die Einschnitte an den Sehnen oder inneren Filets
durch Schneidmittel durchgeführt.
Es ist auch möglich, die Geflügelteile nicht auf der Oberseite der
Träger zu positionieren, sondern sie unterhalb der Träger anzuordnen, wobei das
Brustbein von dem Träger nach unten gerichtet ist. Diese Situation wird beispielsweise
dadurch erhalten, dass der Träger 40 um 180° um eine horizontale Längs- oder
Querachse gedreht werden. In solch einer Situation kann das aktive Anheben der inneren
Filets (= Vergrößerung der Distanz zu dem Brustbein) weggelassen werden, da die
Schwerkraft diese Funktion erfüllt.