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Dokumentenidentifikation DE202004006642U1 26.08.2004
Titel Gelenkverbindung für Baumaschinen
Anmelder Alfred Thun GmbH & Co. KG, 58256 Ennepetal, DE
Vertreter Köchling, C., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 58097 Hagen
DE-Aktenzeichen 202004006642
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 26.08.2004
Registration date 22.07.2004
Application date from patent application 27.04.2004
IPC-Hauptklasse E02F 9/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gelenkverbindung für Baumaschinen, Hebewerkzeuge oder dergleichen, bestehend aus zwei Lagerlaschen, einem in Lageraugen der Lagerlaschen befestigten Scharnierbolzen, sowie an den freien, über die Lagerlaschen vorragenden Enden des Scharnierbolzens fixierten Sicherungslaschen, die mit einem Endbereich jeweils an der zugeordneten Lagerlasche befestigt ist, vorzugsweise mittels einer die Sicherungslasche durchgreifenden Schraube.

Derartige Gelenkverbindungen sind im Stand der Technik vielfach bekannt. So werden beispielsweise bei Baumaschinen und Hebewerkzeugen die Schaufeln oder Mulden fast ausschließlich mittels derartiger Gelenkverbindungen mit Rahmenteilen der Baumaschinen oder des Hebewerkzeuges verbunden.

Sie stellen dabei eine besonders hochbelastbare Gelenkverbindung dar, die eine sehr hohe Belastbarkeit aufweist, und dabei weitestgehend gegen Umwelteinflüsse und beispielsweise das Eindringen von Schmutz unempfindlich ist.

Bei dem im Stand der Technik bekannten Lösungen werden üblicherweise die Sicherungslaschen mit den freien Enden der Scharnierbolzen verschweißt, und anschließend die Sicherungslasche mittels einer die Sicherungslasche durchgreifenden Schraube mit der jeweiligen Lagerlasche verschraubt.

Bei dem im Stand der Technik bekannten Lösungen ist es nachteilig, dass insbesondere im Bereich der Schweißverbindung eine Nachbearbeitung zum Schutz vor Korrosion zwingend erforderlich ist.

Im Stand der Technik sind auch formschlüssige Schweißverbindungen und formschlüssige Bolzenverbindungen mit durchgesteckter Schraube bekannt. Die formschlüssigen Alternativen erfordern neben hohen Montageaufwand weitere Zusatzteile, zum Beispiel Schrauben, angeschraubte Kulissensteine und an die Lagerlaschen angeschweißte Bleche.

Nachteile aller bekannten Lösungen sind neben der Nachbearbeitung zum Schutz gegen Korrosion der Schweißstelle vor allem die hohen Kosten des Schweißverfahrens, der Schweißzusatzwerkstoffe, der Prüfung der Schweißnaht und die gegebenenfalls erforderliche thermische Nachbehandlung zur Vermeidung von Spannungsrissen.

Ausgehend von dem eingangs genannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Gelenkverbindung gattungsgemäßer Art zu schaffen, die bei hoher Belastbarkeit und Sicherheit kostengünstig zu fertigen ist, und bei der auf eine Nachbearbeitung verzichtet werden kann.

Zur Lösung der Aufgabe schlägt die Erfindung vor, dass der Bolzenmantel im die Lagerlasche überragenden Bereich mindestens eine Nute, vorzugsweise gegenüberliegend zwei Nuten aufweist, die Sicherungslasche an ihrem mit dem Bolzen verbindbaren Ende einen Gabelzinken oder gabelartig mit zwei Gabelzinken ausgebildet ist und die Sicherungslasche mit der oder den so gebildeten Gabelzinken in die Nute(n) einschiebbar oder in die Nute(n) eingeschoben ist, wobei der Gabelfuß der Sicherungslasche von dem Befestigungselement, insbesondere der Schraube, durchgriffen ist.

Bei einer derartigen erfindungsgemäßen Lösung wird erst der Bolzen durch die Lageraugen der Lagerlaschen in üblicher Weise geschoben und gegebenenfalls verpresst, so dass seine freien, mit Nuten versehenen Enden über die Lagerlaschen hervorragen. Nun wird das gabelartige Ende einer Sicherungslasche mit den so gebildeten Gabelzinken in die Nuten eingeschoben und die Sicherungslasche beispielsweise mittels einer Schraube an der Lagerlasche befestigt. Eine derartige Gelenkverbindung ist schnell und einfach insbesondere auch vor Ort ohne den Einsatz von Spezialwerkzeugen zu montieren und auch zu demontieren. Dies führt insbesondere beim Einbau von Austausch- oder Ersatzteilen zu einem deutlich verringerten Arbeits- und somit Kostenaufwand. Ein Nacharbeiten und Maßnahmen zum Korrosionsschutz von Schweißstellen ist nicht erforderlich.

Vorteilhaft bei der angegebenen Lösung ist zudem der mögliche Ausgleich von Toleranzen und die daraus resultierende Verringerung der Teilevielfalt gegenüber bisher üblichen Lösungen. Auch eine Standardisierung in Bezug auf eine Durchmesserstaffelung derartiger Gelenkverbindungen ist einfach durchzuführen.

Auf kostentreibende Nachbehandlung, Zusatzwerkstoffe und/oder Zusatzteile kann bei der erfindungsgemäßen Lösung verzichtet werden.

Um einen besonders spielfreien und somit sicheren Sitz der Gabelzinken der Sicherungslasche in den Nuten des Scharnierbolzens zu ermöglichen, kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Gabelzinken der Sicherungslasche zueinander divergierend ausgebildet sind, wobei die Seitenflächen des Nutgrundes des Bolzens derart divergierend ausgebildet sind, dass die Gabelzinken der Sicherungslasche in der Montagesolllage mit ihren einander zugewandten Innenseiten an den jeweiligen Seitenflächen des Nutgrundes des Bolzens anliegen. Es wird damit eine Art von Verkeilung erreicht.

Um eine besonders schnelle und einfache Verschraubung der Sicherungslasche an der Lagerlasche zu ermöglichen, kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Sicherungslasche im Bereich der die Sicherungslasche durchgreifenden Schraube ein Langloch oder einen randoffenen Schlitz aufweist. Hierdurch können auch Fertigungs- oder Montagetoleranzen ausgeglichen werden.

Auch kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die freien Enden der Gabelzinken in ihrem den Nutgrund in der Montagesolllage überragenden Bereich zueinander biegbar ausgebildet sind.

Hierdurch wird eine Vorfixierung der Sicherungslasche an den Scharnierbolzen bewirkt. Eine derartige Befestigung dient beispielsweise im Falle des Verlustes der Befestigungsschraube oder auch vor der Endmontage als Verliersicherung.

Als weitere Möglichkeit zur Vorfixierung der Sicherungslasche an dem Scharnierbolzen kann bevorzugt vorgesehen sein, dass die Gabelzinken an ihren dem Nutgrund zugewandten Seitenflächen in der Endmontagelage verstemmt sind, und somit gegen ein Herabschieben von dem Bolzen gesichert sind.

Schließlich kann besonders bevorzugt vorgesehen sein, dass an den Gabelzinken an ihren dem Nutgrund zugewandten Seitenflächen in der Endmontagelage zueinander vorragende Vorsprünge befestigt, insbesondere angedrückt, sind.

Auch hierdurch wird eine Vorfixierung der Sicherungslasche an dem Scharnierbolzen ermöglicht.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und im folgenden näher beschrieben. Es zeigt:

1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sicherungslasche in Seitenansicht mit einem Scharnierbolzen geschnitten;

2 einen erfindungsgemäßen Scharnierbolzen im Bereich der Nuten geschnitten;

3 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sicherungslasche;

4 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sicherungslasche in Seitenansicht mit einem Scharnierbolzen im Schnitt.

In den Figuren sind Teile einer Gelenkverbindung für Baumaschinen, Hebewerkzeuge oder dergleichen gezeigt. Die Gelenkverbindung besteht aus zwei Lagerlaschen, einem in Lageraugen der Lagerlaschen befestigten, insbesondere verpressten, Scharnierbolzen 1, sowie an den freien, über die Lagerlaschen vorragenden Enden des Scharnierbolzens 1 fixierten Sicherungslaschen 2. Die Sicherungslaschen 2 sind mit jeweils einem Endbereich an der zugeordneten Lagerlasche vorzugsweise mittels einer die Sicherungslasche 2 durchgreifenden Schraube befestigt.

Erfindungsgemäß weist der Bolzen 3 im die Lagerlasche überragenden Bereich gegenüberliegend Nuten auf. Die Sicherungslasche 2 ist an ihrem mit dem Bolzen 1 verbindbaren Ende gabelartig bei 4 ausgebildet und somit ohne große Mühe in die Nuten des Scharnierbolzens 1 einschiebbar. Zur Befestigung der Sicherungslasche 2 an der Lagerlasche ist der Gabelfuß der Sicherungslasche 2 von einem Befestigungsmittel, insbesondere einer Schraube durchgriffen.

Eine derartige Gelenkverbindung kann schnell und ohne den Einsatz von Spezialwerkzeug im Bedarfsfall auch vor Ort, beispielsweise bei Reparaturen montiert und auch wieder demontiert werden. Es werden bei entsprechender Handhabung keinerlei Beschichtungen der einzelnen Teile zerstört und damit bedarf es auch keinerlei Nachbearbeitung, beispielsweise Beschichten mit einer Korrosionsschutzschicht.

Wie aus den Figuren ersichtlich, können die Gabelzinken 5 der Sicherungslasche 2 zueinander divergierend ausgebildet sein. Dabei sind die Seitenflächen des Nutgrundes 6 des Bolzens 1 derart divergierend ausgebildet, dass die Gabelzinken 5 der Sicherungslasche 2 in der Montagesolllage mit ihren einander zugewandten Innenseiten an den jeweiligen Seitenflächen des Nutgrundes 6 des Bolzens 1 anliegen.

Zur schnellen und einfachen Befestigung der Sicherungslasche an der Lagerlasche weist die Sicherungslasche 2 im Bereich der die Sicherungslasche 2 durchgreifenden Schraube in den 1 und 4 ein Langloch 7 und in der 3 einen randoffenen Schlitz 8 auf .

Bei dem in der 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die freien Enden der Gabelzinken 5 in ihrem dem Nutgrund 6 in der Montagesolllage überragenden Bereich zueinander biegbar (bei 9) ausgebildet. Hierdurch wird die Sicherungslasche 2 an dem Scharnierbolzen 1 vorfixiert und eine Verliersicherung gebildet.

Alternativ oder ergänzend können auch wie aus den 1 und 4 ersichtlich, die Gabelzinken 5 an ihren dem Nutgrund 6 zugewandten Seitenflächen in der Endmontagelage (bei 10) verstemmt sein. Auch durch das Verstemmen wird ein Herabschieben der Sicherungslasche 2 von dem Bolzen 1 verhindert.

Wiederum ergänzend oder alternativ können wie aus 4 ersichtlich, an den Gabelzinken 5 an ihren dem Nutgrund 6 zugewandten Seitenflächen in der Endmontagelage zueinander vorragende Vorsprünge 11 vorgesehen sein. Diese sind im Ausführungsbeispiel angedrückt.

Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern im Rahmen der Offenbarung vielfach variabel.

Alle neuen, in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbarten Einzel- und Kombinationsmerkmale werden als erfindungswesentlich angesehen.


Anspruch[de]
  1. Gelenkverbindung für Baumaschinen, Hebewerkzeuge oder dergleichen, bestehend aus zwei Lagerlaschen, einem in Lageraugen der Lagerlaschen befestigten Scharnierbolzen (1), sowie an den freien, über die Lagerlaschen vorragenden Enden des Scharnierbolzens (1) fixierten Sicherungslaschen (2), die mit einem Endbereich jeweils an der zugeordneten Lagerlasche befestigt ist, vorzugsweise mittels einer die Sicherungslasche (2) durchgreifenden Schraube, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzenmantel (3) im die Lagerlasche überragenden Bereich mindestens eine Nute, vorzugsweise gegenüberliegend zwei Nuten aufweist, die Sicherungslasche (2) an ihrem mit dem Bolzen (1) verbindbaren Ende einen Gabelzinken (5) oder gabelartig (bei 4) mit zwei Gabelzinken (5) ausgebildet ist und die Sicherungslasche (2) mit der oder den so gebildeten Gabelzinken (5) in die Nute(n) einschiebbar oder in die Nute(n) eingeschoben ist, wobei der Gabelfuß der Sicherungslasche (2) von dem Befestigungselement, insbesondere der Schraube, durchgriffen ist.
  2. Gelenkverbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabelzinken (5) der Sicherungslasche (2) zueinander divergierend ausgebildet sind, wobei die Seitenflächen des Nutgrundes (6) des Bolzens (1) derart divergierend ausgebildet sind, dass die Gabelzinken (5) der Sicherungslasche (2) in der Montagesolllage mit ihren einander zugewandten Innenseiten an den jeweiligen Seitenflächen des Nutgrundes (6) des Bolzens (1) anliegen.
  3. Gelenkverbindung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungslasche (2) im Bereich der die Sicherungslasche (2) durchgreifenden Schraube ein Langloch (7) oder einen randoffenen Schlitz (8) aufweist.
  4. Gelenkverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die freien Enden der Gabelzinken (5) in ihrem den Nutgrund (6) in der Montagesolllage überragenden Bereich zueinander biegbar (bei 9) ausgebildet sind.
  5. Gelenkverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabelzinken (5) an ihren dem Nutgrund (6) zugewandten Seitenflächen in der Endmontagelage (bei 10) verstemmt sind, und somit gegen ein Herabschieben von dem Bolzen (1) verhindert sind.
  6. Gelenkverbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Gabelzinken (5) an ihren dem Nutgrund (6) zugewandten Seitenflächen in der Endmontagelage zueinander vorragende Vorsprünge (11) vorgesehen, insbesondere angedrückt, sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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