Die vorliegende Erfindung betrifft Vorrichtungen und Verfahren zum
Regulieren des Flüssigkeitsflusses in Mikrokanalstrukturen.
Hintergrund der Erfindung
In den letzten Jahren fanden Mikrokammer- und -kanalstrukturen zur
Durchführung verschiedener Umsetzungen und Analysen eine breitere Anwendung. Beispiele
für wissenschaftliche Gebiete, in welchen Vorrichtungen eingesetzt werden, die solche
Mikrokanalstrukturen umfassen, sind Trennungstechniken (Gaschromatographie, Elektrophorese),
die Zellbiologie, DNA-Sequenzierung, Probenpräparierung, die kombinatorische Chemie,
um nur einige zu nennen.
Die Ausdrücke "Kammer" und "Hohlraum" werden im Kontext der Erfindung
untereinander austauschbar verwendet, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben
ist. Eine Kammer oder ein Hohlraum kann Teil eines Mikrokanals sein.
Bei bestimmten Anwendungen ist es üblich, eine Vielzahl an Mikrokammern,
in welchen Reaktionen erfolgen oder in welchen Material für die spätere Verwendung
etc. inkubiert wird, vorzusehen. Es kann oft wünschenswert sein, das Material von
einer Kammer in eine andere zu transportieren. Zu diesem Zweck werden die Kammern
durch Mikrokanäle verbunden. Ganz klar kann es notwendig werden, gewisse Mittel
zum Verschließen der Kanäle vorzusehen, nachdem das Material durch diese hindurchgeflossen
ist, und ebenfalls dürfte es wünschenswert sein, die Möglichkeit eines Wiederöffnens
des Kanals zu haben, um zu ermöglichen, dass mehr Material hindurchfliesst.
In der WO 94/29400 ist ein mikrofabriziertes Kanalsystem offenbart.
Dieses System ist für die chemische Analysenanwendung i.a., wie die Elektrophorese
und Chromatographie, entworfen. Bei einem Strukturtyp ist ein Kanal- und/oder Hohlraumsystem
zwischen zwei ebenen Materialschichten definiert, wobei die Vertiefungen, welche
zu den Kanälen bzw. Hohlräumen korrespondieren, jeweils in einer oder in beiden
Oberflächen der gegenüberliegenden Schicht gebildet sind. Die Schichten sind in
der Regel durch Verkleben miteinander verbunden.
Alternativ können sie verschmolzen sein, wenn die zwei Schichten
aus thermoplastischem Material bestehen.
In der WO 9721090 ist ein Mikrofluidsystem mit einer Ventilfunktion
auf Basis der Eigenschaft eines Polymers beschrieben. Das Öffnen der Ventilfunktion
wird durch die externe Anwendung von Wärme ausgelöst. Allerdings hat die Ventilfunktion
den Nachteil, dass eine Unterbrechung bzw. Störung des Erwärmens, z. B. durch Abkühlen,
das Ventil nicht verschließt.
Die Art der Systeme, um die es in der vorliegenden Erfindung geht,
kann Kanäle aufweisen, die kapillare Abmessungen für den Flüssigkeitsfluss/-transport
aufweisen. Der Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Wänden in einem Kanal kann
≤ 1000 &mgr;m, wie ≤ 100 &mgr;m, oder gar ≤ 10 &mgr;m, wie ≤ 1 &mgr;m,
sein. Dieser Systemtyp kann auch eine oder mehrere mit den Kanälen verbundene, klar
definierte Kammern enthalten, die Volumina zwischen ≤ 500 &mgr;l, wie ≤ 100
&mgr;l, und gar ≤ 10 &mgr;l, wie 1 &mgr;l, haben. Die Tiefen der Kammern können
typischerweise im Bereich ≤ 1000 &mgr;m, wie ≤ 100 &mgr;m, wie ≤ 10 &mgr;m,
oder gar ≤ 1 &mgr;m, liegen.
Die Untergrenze für die Abmessungen ist durch Einschränkungen der
Herstellungstechnologie festgelegt, kann aber im Nanometerbereich liegen, wie >
10 nm, > 100 nm oder > 1000 nm.
Eines oder mehrere Flüssigkeitstransportsysteme dieses Typs können
auf eine gewöhnliche Platte, zum Beispiel eine drehbare, wie eine Scheibe vom CD-Typ,
platziert werden. Im Falle von drehbaren Formen kann die Flüssigkeit durch ein oder
mehrere Segmente des Transportsystems durch Rotieren lassen der Scheibe (Zentripetalkraft)
gepresst werden, d. h. die Flüssigkeit wird in einer nach außen gerichteten Richtung
in Bezug auf das Zentrum der Scheibe transportiert. Andere Arten von Druck erzeugenden
Systemen können ebenfalls zur Anwendung kommen.
Eine Vorrichtung mit einem oder mehreren Flüssigkeitstransportsystemen,
umfassend Kanäle und Kammern mit einer Tiefe von ≤ 1000 &mgr;m, wie ≤ 100
&mgr;m oder gar weniger als 10 &mgr;m, wie ≤ 1 &mgr;m, werden ferner auch als
eine mikrofabrizierte Vorrichtung oder ein Mikrokammer- und Kanalstruktursystem
oder ein Mikrofluidstruktursystem bezeichnet. Die Kammern/Kanäle und auch die Vorrichtung,
Struktur und das System sollen im Mikroformat vorliegen. Eine Mikrovorrichtung weist
typischerweise Kanäle und Kammern in einer einzigen Ebene auf, wie in der Oberfläche
einer Platte, zum Beispiel auf einer Scheibe. Die Platte kann kreisförmig, oval,
rechteckig (einschließlich in Form eines Quadrats) oder in irgendeiner anderen geometrischen
2D-Form vorliegen.
Die Kanäle und/oder Kammern definieren ein Durchgangsmuster in dem
System, welches durch Barrieren umrissen ist. Die Barrieren können in der Form physischer
Wände, Böden und Abdeckungen vorliegen, welche auf oder in einer planaren Oberfläche
angeordnet sind. Hydrophobe Barrieren, kombiniert mit wässrigen Flüssigkeiten und
umgekehrt für nicht-polare Flüssigkeiten (siehe WO 99/58245) wurden zum Definieren
von Durchgängen und zum Leiten des Flüssigkeitsflusses, d. h. um die Wände und dergleichen
in mikrofabrizierten Vorrichtungen zu ersetzen, vorgeschlagen. Es gibt typischerweise
auch eine zweite, gegen das Muster angebrachte Oberfläche, die als ein das Muster
bedeckendes Oberteil fungiert und das Verdunsten von Flüssigkeit (mit Ausnahme von
kleineren Teilen/Punkten, die für die Zusetzung/Entfernung von Flüssigkeiten
bestimmt sind).
Flüssigkeitstransportsysteme des obenstehend genannten Typs können
auch Ventile, Pumpen, Filter und dergleichen enthalten.
Wie obenstehend erwähnt, ist in einer speziellen Anwendung eine Kammer-
und Kanalstruktur in oder auf einer Kunststoffscheibe vorgesehen. Zwei oder mehr
in Reihe angeordnete Mikrokammern sind radial mittels eines Kanals ausgerichtet.
Wenn die Scheibe gedreht wird, wandert in einer nahe dem Zentrum befindlichen Kammer
befindliches Material durch den Kanal zu einer außerhalb gelegenen Kammer, wodurch
ein regulierbarer Durchgang vorgesehen wird, damit Reagenzien von einer Kammer in
eine andere fließen.
Allerdings ist es selbstverständlich schwierig, den Fluss zu regulieren.
Das Drehen der Scheibe könnte mit einer die Position angebenden Einrichtung zum
Lokalisieren einer Probe zu einem bestimmten Zeitpunkt korreliert werden, doch bei
Fehlen einer Ventilfunktion kommt es immer zu einem gewissen "Spillover bzw. Überlaufen"
zwischen Kammern.
Es ist der Einsatz so genannter auf einen Anreiz ansprechender Materialien
für eine Reihe von Zwecken, z. B. in Mikromaschinen-, Trennungs-, Arzneistoff-Abgabesystemen
etc. bekannt. Dieser Materialtyp und dessen Herstellung ist in Radiat. Phys. Chem.,
Bd. 46, Nr. 2, SS. 185-190, 1995, in einem Artikel mit dem Titel "Thermoresponsive
Gels" (auf Wärme ansprechende Gele) von Ichijo et al., beschrieben.
Eine mögliche Anwendung ist ein in einer Röhre vorgesehenes automatisches
Gelventil. Ein Netz ist daran angebracht, um den Auslass der Röhre zu bedecken,
und ein poröses PVME (Poly(vinylmethylether))-Gerstopfen ist in die Röhre eingeführt
und auf dem Netz positioniert. Als Reaktion auf durch die Röhre fließendes heißes
Wasser kollabiert das Gel und das heiße Wasser wurde frei hindurchfließen gelassen.
Wenn kaltes Wasser eingeleitet wird, erlangt das Gel in umkehrbarer Weise wieder
seinen aufgequollenen Zustand, wodurch der Auslass blockiert wird. Dieses Konzept
für eine Ventilfunktion lässt sich nicht in einer Mehrventilstruktur anwenden, da
nur ein Gel-Stopfen auf diese Weise in eine Röhre eingeführt werden kann. Der bereits
eingeführte Stopfen behindert die Einführung nachfolgender Stopfen stromabwärts.
Es ist ebenfalls unmöglich, nachfolgende Stopfen stromaufwärts des bereits positionierten
Stopfens anzuordnen, da es unmöglich ist, für ein Verstopfen der Netzstruktur für
die stromaufwärts angeordneten Stopfen zu sorgen.
In der US-5 547 472 (Onishi et al.) wurde ein an einem Katheter befestigter
perforierter Ballon mit einem auf einen Anreiz ansprechenden Polymer beschichtet,
wodurch ein Verschließen oder Öffnen der Poren in Reaktion beispielsweise auf Temperaturveränderungen
ermöglicht wird. Das Polymer ist an die Oberfläche des Ballons gebunden und ist
anscheinend nicht in die Poren eingeführt.
Während des Prioritätsjahres wurden Verfahrensweisen innerhalb desselben
Gebiets wie die Erfindung von Beebe et al. (Nature 404 (6. April 2000) 588-590)
und Liu et al. und Madou et al. (in Micro Total Analysis System 2000, Hrsg. Van.
der Berg et al., Sitzungsprotokoll des &mgr;TAS 2000-Symposiums in Enschede, Niederlande,
am 14. – 18. Mai 2000, Seiten 45-48 bzw. 147-150) veröffentlicht.
Zusammenfassung der Erfindung
Mithin besteht ein Bedarf an Einrichtungen und Verfahren zur Regulierung
des Flüssigkeitsflusses in Mikrokanalstrukturen, die nicht mit den obenstehend erläuterten
Problemen behaftet sind. Insbesondere ist es wünschenswert und ein Ziel der Erfindung,
eine Vielzahl an selektiv bedienbaren Ventilfunktionen, die nacheinander in einem
einzigen kapillaren Kanal angeordnet sind, wahlweise zwischen Reaktionskammern in
einer Mikrokanalstruktur, vorzusehen.
Dieses Ziel wird mit dem in den Ansprüchen 1 – 14 beanspruchten
Verfahren und dem Mikrokanal-Ventilsystem wie in den Ansprüchen 15 – 21 beansprucht
bzw. dem in den Ansprüchen 22 – 27 beanspruchten chemischen Reaktor erreicht.
Dabei wird ein intelligentes Polymer (ein durch Anreiz ansprechendes
Polymer) verwendet, mit der Fähigkeit, auf extern angewandte Energie (Anreiz) anzusprechen,
durch Verändern einer Eigenschaft des Polymers, um so sein Volumen zu verändern,
wodurch mehr oder weniger von dem Hohlraum eingenommen wird, in welchem das Polymer
eingeschlossen ist. Für intelligente Polymere ist die Veränderung umkehrbar, was
bedeutet, das nach der Beseitigung eines angewandten Anreizes (Energie) das Polymer
zu seinem Ausgangsvolumen zurückkehrt. Durch Anwenden von Energie der geeigneten
Art und Größenordnung wird es möglich, eine Volumenveränderung in einer gewünschten
Richtung herbeizuführen (Zunahme oder Abnahme), um entweder einen Durchgang durch
ein diese Polymerart in einem Mikrokanal umfassendes Ventil zu öffnen oder zu schließen.
Daraus folgt, dass der Ausdruck "Anwenden von Energie" sowohl positive als auch
negative Energiewerte einschließt, d. h. die Entfernung und Zuführung von Energie.
Die erforderliche Energieart hängt unter anderem von dem Polymer
ab und schließt die so genannte freie Energie von chemischen Systemen ein. Die Anwendung
von Energie kann durch Erwärmung, Bestrahlung (UV, IR etc.) etc. oder durch Verändern
der chemischen Zusammensetzung der Flüssigkeit in Kontakt mit dem Polymer (z. B.
eine Veränderung des pH-Wertes, des Lösungsmittels, von Konzentrationen von Verbindungen,
die reversibel mit dem Polymer etc. reagieren) erfolgen. Mit dem Ausdruck "extern
angewandt" ist (von) außerhalb des Polymers gemeint, d. h. die Anwendung von Energie
muss entweder über die das Polymer umgebenden Wände oder über die
mit dem Polymer in Kontakt befindliche Flüssigkeit erfolgen. Dies schließt auch
das Anwenden von Energie auf eine in einem Kanal vorhandene Flüssigkeit ein für
den Transport darin durch die Flüssigkeit zu dem auf einen Anreiz ansprechenden
Polymer in dem erfindungsgemäßen Ventil.
In einer bevorzugten Ausführungsform spricht das Polymer auf extern
angewandte Wärme, z. B. durch elektromagnetische Strahlung, wie Licht, Mikrowellen
oder Infrarot, oder auf ein externes Abkühlen durch Unterwerfung einer Veränderung
in der Konformation an.
In einer weiteren Ausführungsform spricht das Polymer auf ein angewendetes
elektrisches Feld an. In noch einer weiteren Ausführungsform spricht das Polymer
auf Licht an. Das Polymer kann in einer weiteren Ausführungsform auf Magnetfelder
ansprechen.
Vorzugsweise ist das Polymer in Gelform vorgesehen (solvatisierte
Form, geschlossenes Ventil), angeordnet innerhalb eines Kanals und in einer fixierten
Position gehalten, oder gar an mindestens einer Oberfläche des Kanals befestigt.
Bei Aktivierung zieht sich das Polymer zusammen (das Gel kollabiert oder desolvatisiert,
geöffnetes Ventil), wobei ein freier Durchgang in dem Kanal entlang dieser Oberfläche
oder jenen Oberflächen, an welchen das Polymer nicht befestigt ist, gelassen wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird nun mit Bezug auf nicht einschränkende Beispiele
und mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, in welchen:
1 ein Beispiel eines Mikrokanals und
eine Kammerstruktur gemäß der WO 94/29400 zeigt, in welcher die Erfindung angewandt
werden kann;
2 eine Draufsicht der Struktur von
1 zeigt, für den Fall, wo die Mikrostruktur Kanäle
und Kammern umfasst;
3a ein Querschnitt durch einen Kanal
einer Mikrokanalstruktur ist, in welcher ein Stopfen eines auf Anreize ansprechenden
Gels in einem Kanal, ohne an irgendeiner Oberfläche befestigt zu sein, und in einem
gequollenen Zustand angeordnet ist;
3b der gleiche Querschnitt wie in
3a ist, wo das Polymer durch einen Anreiz zum Kollabieren
gebracht wurde, wodurch ein freier Druchgang vorgesehen wurde;
3c ein Querschnitt durch einen Kanal
einer Mikrokanalstruktur ist, in welcher ein Stopfen eines auf Anreize ansprechenden
Gels an einer Oberfläche des Kanals, und in einem gequollenen Zustand, befestigt
ist;
3d der gleiche Querschnitt wie in
3a ist, wo das Polymer durch Stimulation zum Kollabieren
gebracht wurde, wodurch ein freier Durchgang vorgesehen wurde;
3e einen Querschnitt eines Kanals zeigt,
in welchem das Polymer an drei Oberflächen eines Kanals befestigt wurde und in einem
zusammengezogenen Zustand vorliegt;
4a eine perspektivische Ansicht, teilweise
im Querschnitt, eines Kanals mit einem Gitter als mechanischer Einrichtung ist,
um das Bewegen eines Gelstopfens zu verhindern;
4b eine perspektivische Ansicht, teilweise
im Querschnitt, eines Kanals mit einer Vielzahl an zugespitzten Erhebungen ist,
die über einer Oberfläche eines Kanals vorgesehen sind, unter Vorsehung einer Befestigungseinrichtung,
um ein Bewegen eines Gelstopfens zu verhindern;
4c eine perspektivische Ansicht, teilweise
im Querschnitt, eines Kanals mit Seitenräumen ist, in welchen ein Gelstopfen eingeführt
werden kann, um ein Bewegen von diesem zu verhindern;
5a eine Mikroaufnahme des in Beispiel
1 hergestellten Gels im gequollenen Zustand ist; und
5b das gleiche Gel wie in 5a
im zusammengezogenen Zustand ist.
Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
der Erfindung
Für die Zwecke dieser Anmeldung soll der Ausdruck "chemischer Reaktor"
die Bedeutung einer beliebigen Struktur haben, welche chemische und/oder biologische
Reagenzien oder Reaktionspartner aufnehmen kann und in welcher diese Mittel reagieren
können, d. h. miteinander wechselwirken können für die Zwecke der Synthese, Analyse,
Trennung oder von anderen chemischen, physikalisch-chemischen oder biologischen
Verfahren.
In 1 ist ein Querschnitt einer mikrofabrizierte
Kanalstruktur gezeigt, welche Gegenstand der WO 94/29400 ist.
Die Struktur in 1 umfasst zwei Elemente
11,12 mit aneinander gebundenen gegenüberliegenden ebenen Oberflächen.
Eine oder beide der Oberflächen weisen offene Kanäle 14 und/oder darin
vorgesehene Hohlräume auf. Die Verbindung kann durch Aufbringen einer dünnen Schicht
13 einer Lösung eines Materials bewerkstelligt werden, das zum Verschmelzen
mit den Materialien der Oberflächen aus zwei Elementen fähig ist und einen niedrigeren
Schmelzpunkt als diese besitzt, in einem Lösungsmittel, welches das Oberflächenmaterial
bzw. -materialien des Elements praktisch nicht löst. Lösungsmittel wird entfernt,
die Elementoberflächen werden zusammen gebracht und bis zum Schmelzen der Schicht
3 erwärmt, um so die Oberflächen aneinander zu binden.
In 2 ist eine Draufsicht eines vereinfachten,
exemplarischen CD-Typs (Compact disc) der Vorrichtung 21 gezeigt, mit einer
Kammer und einer Kanalstruktur, die z. B. gemäß der Offenbarung der WO 94/29400
hergestellt werden können.
Mithin umfasst die Scheibe zwei Kammern 20, die über einen
Kanal 22 verbunden sind. Es ist ebenfalls ein Einlasskanal
24 mit einer Öffnung nach oben (nicht gezeigt) für die Einführung von Reagenzien
und ein Auslasskanal 26 mit einer Öffnung (nicht gezeigt) für die Abführung
von umgesetztem Material vorgesehen.
Diese spezielle Konfiguration könnte z. B. zur Durchführung einer
Folgereaktion in zwei Stufen verwendet werden, eine in jeder Kammer 20,
wobei die erste Stufe (bezüglich der radialen Richtung) in der innersten Kammer
und die zweite in der äußersten Kammer durchgeführt wird. Diese Struktur macht somit
einen "chemischen Reaktor" wie obenstehend definiert aus, z. B. zur Durchführung
einer Synthesereaktion. Um jedoch in der Lage zu sein, dies in einer regulierten
Weise geschehen zu lassen, ist eine Ventilfunktion gemäß der Erfindung zumindest
in dem Verbindungskanal 22 und dem Auslasskanal 26 vorgesehen.
Dadurch kann die zweite Kammer von der ersten isoliert werden, und die Reaktion
in der ersten Kammer kann in dem gewünschten Maße erfolgen. Im Anschluss wird das
Ventil aktiviert und die Reaktionsmischung in der ersten Kammer kann in die zweite
Kammer befördert werden, wo neue Reagenzien vorhanden sein können, und es wird der
zweite Schritt durchgeführt.
Die antreibende Kraft für den Materialtransport zwischen der Kammer
kann ein durch das Drehen der Scheibe erzeugtes Zentrifugalfeld sein. Für Elektrophorese-Anwendungen
würde ein elektrisches Feld angewandt werden.
Wenn eine säulenartige Konfiguration verwendet wird, d. h. die Kammern
vertikal angeordnet sind, nämlich die erste über der zweiten, könnte die Schwerkraft
als treibende Kraft für den Transport verwendet werden.
Es wird nun die Ventilfunktion gemäß der Erfindung ausführlich unter
Bezugnahme auf die 3a-3e beschrieben.
Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung (3a
und 3b) wird ein Polymer 34, das
zur Bewerkstelligung einer strukturellen Veränderung als Reaktion auf einen Anreiz
(auf einen Anreiz ansprechendes Polymer) fähig ist, in einen Kanal 32 in
einer Kanal- und Kammermikrostruktur des obenstehend beschriebenen Typs platziert.
Bei Aussetzung an besagten Anreiz kollabiert das Polymer oder zieht sich zusammen
und lässt mindestens ein Teil des Kanal, in welchem es sich befindet, frei, so dass
Flüssigkeit hindurchfließt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist ein Polymer,
das zur Bewirkung einer strukturellen Veränderung in Reaktion auf einen Anreiz fähig
ist, in einem Kanal 32 in einer Kanal- und Kammermikrostruktur des obenstehend
beschriebenen Typs befestigt. Das Polymer ist in einer Weise befestigt, dass, wenn
es bis zum Kollabieren und Zusammenziehen stimuliert wird, es die Möglichkeit hat,
zumindest einen Teil des Kanals, in welchem es sich befindet, frei zu lassen, so
dass Flüssigkeit hindurchfließt. Normalerweise ist der Querschnitt der Kanäle recheckig
(siehe 3c), das heißt, es gibt vier Wände
31a-d, im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet. Für eine Konfiguration
dieses Typs würde das Polymer 34 vorzugsweise befestigt werden (schematisch
bei 36 angegeben) an einer, zwei oder gar drei der Wände in dem Kanal.
Dies ist schematisch in 3c gezeigt, wo das Polymer
in seinem gequollenen Zustand gezeigt ist, wodurch der Kanal vollständig blockiert
wird. In 3d ist eine Situation gezeigt, in der das
Polymer stimuliert wurde, z. B. durch Erwärmung, so dass es kollabiert, wodurch
der Kanal 32 für den Flüssigkeitsstrom geöffnet wird. Schließlich ist in
3e eine Ausführungsform gezeigt, wo das Polymergel
34 in drei Wänden eines Kanals befestigt wurde. Bei einer Stimulierung
z. B. durch Wärme neigt das Polymer dazu, sich zusammenziehen, doch da es mit den
Wänden auf drei Seiten verhaftet ist, bildet es eine konkave obere Oberfläche und
lässt dabei einen Durchgang 32 für den Flüssigkeitsstrom frei.
Es gibt zwei Hauptalternativen zum Verbinden des auf einen Anreiz
ansprechenden Polymers mit der Kanalwand:
- (a) die chemische Bindung/Befestigung einschließlich der kovalenten Verbindung
oder physikalischen Adsorption (zum Beispiel mittels Ionenkräften, Van-der-Waals-Kräften,
Dipol-Dipol-Wechselwirkungen etc.; und
- (b) Festhalten durch mechanische Mittel, zum Beispiel in Kammern mit schmalen
Auslässen und/oder Einlässen (Verstopfungen).
Die Alternative (a) erfordert, dass das Polymermaterial nur teilweise
an die Kanaloberfläche gebunden ist, d. h. es sollte einen nicht verbundenen Teil
geben, der einen freien Durchgang zwischen dem Polymermaterial und der Kanaloberfläche
lässt, wenn das Polymermaterial sich im zusammengezogenen Zustand befindet. Daher
erfordert diese Variante, dass das Verbinden nur auf einem Teil der Kontaktfläche
zwischen der Mikrokanaloberfläche und dem Stopfen in einem gequollenen Zustand erfolgt.
Das auf einen Anreiz ansprechende Polymer kann mit der Kanalwand
z. B. durch Bewirken einer Vernetzungsreaktion zwischen Polymereinheiten des Wandmaterials
bzw. dem auf einen Anreiz ansprechenden Polymer verbunden werden (= kovalente Befestigung/Verhaftung/Verbindung).
Es gibt viele Wege zum Befestigen des Polymers, die dem Fachmann zur Verfügung stehen,
wobei ein paar hiervon als nichteinschränkende Beispiele untenstehend angegeben
sind.
- 1) Für durch Radikalpolymerisation hergestellte Polymere (z. B. Polyacrylamide,
Polyacrylate, Polymethacrylate oder Polyvinylamide) kann die Kanaloberfläche modifiziert
werden, um reaktive Gruppen zu enthalten, die an der Polymerisation teilhaben können.
Solche Gruppen können als Initiatoren aktiv sein (z. B. Azo- oder Peroxidgruppen),
copolymerisierbare Gruppen (z. B. Doppelbindungen) oder Kettenübertragungsgruppen
(z. B. Thiole oder tertiäre Amine) sein. Beispiele für Wege zur Einführung de reaktiven
Gruppen sind untenstehend aufgeführt:
- – Reagieren lassen von Glas-, Silica- oder Siliciumoberflächen mit einem
Methacrylsilan, einem Vinylsilan oder einem Thiolsilan;
- – Beschichten verschiedener Oberflächen mit einer dünnen Schicht eines
Doppelbindungen enthaltenden Polymers, wie Allylglycidylagarose, Polybutadien oder
ein ungesättigtes Polyesterharz.
- – Unterziehen der Polymerobertlächen einer Plasma-(Glühentladungs-)Behandlung
unter solchen Bedingungen, dass Doppelbindungen auf der Oberfläche gebildet werden.
- 2) Noch allgemeiner könnten gangbare Wege sein, eine raue Oberfläche mit den
Möglichkeiten für eine mechanische Verhakung (interlocking) des Polymers vorzusehen
oder ein sich durchdringendes Polymernetzwerk in der Zwischenphase zwischen dem
Polymer und einem polymeren Substrat zu erzeugen.
Es ist ebenfalls möglich, mechanische Mittel zu verwenden, um das
Polymergel in einer fixierten Position zu halten. Diese Optionen werden weiter in
den untenstehenden Beispielen beschrieben.
Das Material in der Mikrokanaloberfläche kann einer Vielzahl an Oberflächenbehandlungen,
wie einem Nassätzen, einer Plasmabehandlung, einer Coronabehandlung, einer UV-Behandlung,
Pfropfung, Adsorptionseschichtung unterworfen werden, um die Oberflächeneigenschaften
zu verbessern.
Der Anreiz, welcher eine strukturelle Veränderung des Polymers in
den Poren herbeiführen kann, ist gewählt aus pH-Wert, Ionen, Lösungsmittelzusammensetzung,
chemischer Substanz, Erwärmung, Elektrizität und Licht, wie UV-Strahlung. Die strukturelle
Veränderung von Polymer ist ein Aufquellen und Zusammenziehen. Die Erfindung nutzt
die Natur von intelligenten Polymeren, dass ein externer Anreiz eine reversible
strukturelle Veränderung zwischen einem solvatisierten Zustand und einem desolvatisierten
Zustand hervorrufen kann.
Ein wichtiges Merkmal der in den Ventilen der vorliegenden Erfindung
verwendeten Polymere ist, dass sie von einem gequollenen Zustand (solvatisierter
Zustand) in einen zusammengezogenen Zustand (desolvatisierter Zustand) oder umgekehrt
in einer umkehrbaren Weise, wie an anderer Stelle hierin erläutert, übergehen. Somit
hängt der derzeitige Stand der Technik von dem Grad/der Intensität eines angewendeten
Anreizes ab, was zum Beispiel bedeutet, dass oberhalb eines) bestimmten kritischen
Grades/Intensität (Größenordnung) des Anreizes ein einziger Zustand verfügbar ist.
Für chemische Substanzen korrespondiert der Grad/die Intensität typischerweise zu
den Konzentrationen. Bei einem Abfall unter den kritischen Grad wird das Polymer
in den anderen Zustand umgewandelt. Für ein wärmeansprechendes Polymer mit einer
niedrigeren kritischen Lösungstemperatur (LCST) ruft ein Anstieg der Temperatur
über die LCST hinaus einen Übergang vom solvatisierten in den desolvatisierten Zustand
und umgekehrt hervor, wenn die Temperatur in der entgegengesetzten Richtung verändert
wird. Bei Verwendung eines Polymers mit einer oberen kritischen Lösungstemperatur
(UCST) führt der Temperaturanstieg zu einem Übergang von einem desolvatisierten
in einen solvatisierten Zustand.
Zum Beispiel ist ein polymeres Elektrolytgel dafür bekannt, einer
strukturellen Veränderung unterzogen zu werden aufgrund einer Veränderung des osmotischen
Drucks durch Elektrolytionen in der Polymerkette und der Wechselwirkung von Elektrolytionen
mit einem Lösungsmittel. Dann erfährt das polymere Elektrolytgel eine umkehrbare
Kontraktion als Reaktion auf eine Veränderung des pH-Wertes, der Lösungsmittelzusammensetzung
und der Ionenkonzentrationen. Ein elektrischer Anreiz (bezüglich des Potenzials,
der Spannung und des Stroms) kann wirksam für das Polymer-Konstraktionsansprechen
genutzt werden, da er eine lokale Veränderung des pH-Wertes oder der Ionenkonzentration
herbeiführen kann. Unter den nichtionischen Polymeren erfahren z. B. Polymere und
Copolymere von Vinylmethylether und N-Isopropylacrylamid eine Veränderung zwischen
hydrophilen und hydrophoben Zuständen als Reaktion auf Wärme und sorgen für ein
Kontraktionsansprechen in einem wässrigen Lösungsmittel. Dann kann durch Nutzung
der Wärmeerzeugung durch elektrischen Widerstand oder Mischungswärme der tatsächliche
Durchmesser der Poren verändert werden. Ein durch eine chemische Substanz ausgeübter
Anreiz ist, dass in Poren gequollene Polymerketten zusammengezogen werden, wenn
ein Komplex durch Nutzung von Wasserstoffbindungen oder dergleichen gebildet wird.
Wenn zum Beispiel ein in Poren gequollenes Carboxylpolymer mit einem einen Polyether
enthaltenden Mittel kontaktiert wird, reagiert die Polycarbonsäure mit dem Polyether
unter Bildung eines hochmolekulargewichtigen Komplexes bei einer gleichzeitigen
Kontraktion, was dazu führt, dass die Poren einen offenen Durchgang für Fluide vergrößern.
Die Ventile gemäß der Erfindung sind an ausgewählten Punkten in einem Mikrokanalsystem
vorgesehen. Sie können z. B. durch Photopolymerisierung des auf einen Anreiz ansprechenden
Polymers in situ hergestellt werden, wo die Bestrahlung durch eine Maske erfolgt,
so dass das Polymer nur in den bestrahlten Bereichen gebildet wird. Nach z. B. einer
Wärmekontraktion des Polymers können restliche Monomere aus dem Kanalsystem ausgewaschen
werden. Es ist ebenfalls als eine Alternative zu der Bestrahlung mit Licht denkbar,
Mikrowellen, Elektronenstrahlung oder irgendeine andere Art Strahlung anzuwenden,
die einer Maskierung zugänglich ist.
Eine weitere denkbare Methode ist die Bildung des
Polymers in dem gesamten Kanalsystem und der anschließende selektive Zersetzung
von selbigem (z. B. durch Licht oder Strahlung) überall außer in den bezeichneten
Bereichen. Die Abbauprodukte würden dann nach der Kontraktion der Ventilbereiche
ausgewaschen werden.
Die Erfindung wird nun anhand der folgenden nicht-einschränkenden
Beispiele erläutert.
Beispiele
In den folgenden Beispielen kann eine Vorrichtung vom CD-(Compact
Disk-)Typ, welche Mikrokanäle und Kammern, wie schematisch in 2
gezeigt, umfasst, verwendet werden.
Beispiel 1
N-Isopropylacrylamid (0,5 g) und N,N-Methylenbisacrylamid (0,01 g)
wurden in Wasser (4,0 ml) gelöst. 0,1 ml eines Photoinitiators (Irgacure 184, Ciba-Geigy,
100 mM in Ethylenglykol) wurden danach in 0,5 ml Wasser verdünnt, bevor er mit der
Monomerlösung gemischt wurde. Ein Tropfen der Monomerlösung wurde in einen Kanal
in einer Mikro-CD-Disc aus Kunststoff (Polycarbonat) übertragen und von einem Mikroskop-Deckglas
bedeckt. Die Monomerlösung innerhalb des Kanals wurde danach mit UV-Licht durch
das Deckglas hindurch 10 Minuten lang bestrahlt, um die Monomere zu polymerisieren.
Als die Polymerisation beendet war, wurde ein hydrostatischer Druck
unter Verwendung einer wässrigen Farbstofflösung auf der, Einlass des Kanals aufgebracht.
Es floss keine Flüssigkeit, wie man sehen konnte, durch den Kanal (siehe
5a). Die CD-Disc wurde danach bei 40°C 5 Minuten
stehen gelassen, und es wurde ein hydrostatischer Druck erneut auf den Kanal angewendet.
Dieses Mal floss die Flüssigkeit unmittelbar durch den Kanal (siehe 5b).
Die CD-Disc wurde danach zu Raumtemperatur zurückkehren gelassen, und es wurde erneut
ein hydrostatischer Druck angewendet. Es floss keine Flüssigkeit durch den Kanal.
Ein Bild des Ventils vor und nach der Wärmebehandlung ist in 5a
bzw. 5b gezeigt.
Beispiel 2
Ein Mikroskop-Deckglas wurde mit Methacryloxytriethoxysilan abgewischt
und mit Wasser und Ethanol gewaschen. Eine gelbildende Lösung wurde aus 0,5 g N,N-Diethylacrylamid,
10 mg N,N'-Methylenbisacrylamid, 6,5 ml destilliertem Wasser und 0,1 ml einer 0,1M-Lösung
von Irgacure-184 in Ethylenglykol hergestellt. Ein Tröpfchen dieser Lösung wurde
in einen Kanal einer Polycarbonat-CD-Disc mit einem eingelassenen, 100 &mgr;m tiefen
Kanalmuster auf seiner Oberfläche platziert und es wurde ein Mikroskop-Deckglas
über das Tröpfchen platziert, wobei die behandelte Seite nach unten zeigte. Die
Packung wurde auf eine kalte Stahlplatte unter einem Array von Niederdruck-Quecksilberlampen
gestellt und 5 min. bestrahlt, um die Monomere zu polymerisieren. Ein durchsichtiges
Gel bildete sich in den Kanälen, das bei einer Erwärmung auf 45°C opak wurde
und wieder durchsichtig wurde, als es unterhalb Raumtemperatur abgekühlt wurde.
Eine wässrige Farbstofflösung konnte in das Kanalsystem bei 45°C eindringen,
womit nachgewiesen wurde, dass ein freier Durchgang für den Flüssigkeitsfluss vorgesehen
wurde. Bei Raumtemperatur wurde der Kanal blockiert und es drang keine Farbstofflösung
ein. Das Deckglas wurde danach verstemmt.
Beispiel 3
Eine gelbildende Lösung wurde aus 0,5 g N,N-Diethylacrylamid, 10 mg
N,N'-Methylenbisacrylamid, 6,5 ml destilliertem Wasser und 0,1 ml einer 0,1M-Lösung
von Irgacure-184 in Ethylenglykol hergestellt. Ein Tröpfchen dieser Lösung wurde
in einen Kanal einer Polycarbonat-CD-Disc mit einem eingelassenen, 100 &mgr;m tiefen
Kanalmuster auf seiner Oberfläche gegeben und es wurde ein Mikroskop-Deckglas über
das Tröpfchen platziert. Die Packung wurde auf eine kalte Stahlplatte unter einem
Array von Niederdruck-Quecksilberlampen gestellt und 5 min. bestrahlt, um die Monomere
zu polymerisieren. Ein durchsichtiges Gel bildete sich in den Kanälen, das bei einer
Erwärmung auf 45°C opak wurde und wieder durchsichtig wurde, als es unterhalb
Raumtemperatur abgekühlt wurde. Eine wässrige Farbstofflösung konnte in das Kanalsystem
bei 45°C eindringen, womit nachgewiesen wurde, dass ein freier Durchgang für
den Flüssigkeitsfluss vorgesehen wurde. Bei Raumtemperatur wurde der Kanal blockiert
und es drang keine Farbstofflösung ein.
Beispiel 4
Dieselbe Verfahrensweise wie in Beispiel 2 wurde wiederholt, doch
das Deckglas wurde teilweise mit einer Aluminiummaske während der Bestrahlung maskiert.
Das wärmeansprechende Gel bildete sich nur in den bestrahlten Teilen des Kanalsystems.
Beispiel 5
Eine Mikrokanalstruktur in einer Mikro-Disk 40 aus Kunststoff
(Polycarbonat) wird hergestellt, mit der Struktur, wie schematisch in
4 perspektivisch gezeigt. In diesem Fall werden mechanische
Verstopfungen in dem Kanal 44 an den Punkten vorgesehen, wo das Ventil
gewünscht wird. Diese Verstopfungen können in der Form eines Gitters von vertikal
angeordneten Stiften 42 vorliegen, wie in 4a
gezeigt, welche ein Querschnitt durch ein Substrat ist, in welchem ein Kanal mit
solchen Verstopfungen gebildet wurde. Das Gel (nicht gezeigt) wird in dem Kanal stromaufwärts
des Gitters mit Hilfe desselben Verfahrens wie in Beispiel 1 polymerisiert.
Wenn die Polymerisation beendet ist, wird ein hydrostatischer Druck
unter Verwendung einer wässrigen Farbstofflösung bei Raumtemperatur auf den Einlass
des Kanals angewandt. Es war keine Flüssigkeit zu sehen, die durch den Kanal floss.
Die CD-Disc wird danach bei 40°C 5 Minuten stehen gelassen und ein hydrostatischer
Druck wird erneut auf den Kanal angewendet. Dieses Mal floss die Flüssigkeit sofort
durch den Kanal. Die CD-Disc wird dann zu Raumtemperatur zurückkehren gelassen und
erneut wird ein hydrostatischer Druck angewendet. Es floss keine Flüssigkeit durch
den Kanal.
Beispiel 6
Eine Mikrokanalstruktur in einer Mikro-Disc aus Kunststoff (Polycarbonat)
wird hergestellt, mit der Struktur, wie schematisch in 4b
gezeigt. In diesem Fall werden mechanische Verstopfungen in der Form von Erhebungen
46 in dem Kanal vorgesehen, die über die Fläche verteilt sind, wo der Polymerstopfen
positioniert werden soll, d. h. an dem Punkt, wo das Ventil gewünscht wird. Diese
Verstopfungen können in der gleichen Weise wie jene in 4a
gestaltet sein oder könnten kürzer sein, eher wie Nippel, wie in 4b
gezeigt, und fungieren als Festhalteelemente für das Gel. Das Gel wird unter Anwendung
desselben Verfahrens wie in Beispiel 1 in dem Kanal in dem Bereich polymerisiert
(nicht gezeigt), wo die Stifte angeordnet sind. Auf diese Weise werden die Stifte
innerhalb des Gelstopfens geformt, wodurch verhindert wird, dass sie sich in dem
Kanal bewegen.
Wenn die Polymerisation beendet ist, wird ein hydrostatischer Druck
unter Verwendung einer wässrigen Farbstofflösung bei Raumtemperatur auf den Einlass
des Kanals angewandt. Es ist keine Flüssigkeit zu sehen, die durch den Kanal fließt.
Die CD-Disc wird danach bei 40°C 5 Minuten stehen gelassen und ein hydrostatischer
Druck wird erneut auf den Kanal angewendet. Dieses Mal floss die Flüssigkeit unmittelbar
durch den Kanal. Die CD-Disc wird dann zu Raumtemperatur zurückkehren gelassen,
und erneut wird ein hydrostatischer Druck angewendet. Es floss keine Flüssigkeit
durch den Kanal.
Beispiel 7
Selbstverständlich können andere Befestigungsverfahren zum Einsatz
kommen. Eine Alternative ist die Vorsehung eines erweiterten Bereichs des Kanals,
wie die "Seitenräume" 48, wie schematisch in 4c
gezeigt. Ein Gelstopfen ist so vorgesehen, dass er in den Seitenräumen des Kanals
44" befestigt" ist. Wenn die Seitenräume groß genug gemacht werden, wird
ein Bewegen des Stopfens in dem Kanal unter hydrostatischem Druck wirksam verhindert.