Die vorliegende Erfindung betrifft Zusammensetzungen und Verfahren
zur Verhinderung von Korrosion von Metallen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Atmosphärische Korrosion von Metallen ist die am besten sichtbare
Form eines spontanen Prozesses, welcher vorangetrieben ist durch O2,
H2O und verschiedene Luftschadstoffe, die in industrieller oder urbaner
Umgebung immer gegenwärtig sind.
Unter zahlreichen Alternativen für Techniken zur Vorbeugung von Korrosion
sind sicherlich organische schützende Überzüge am vielseitigsten und ökonomischsten.
Strukturell sind die korrosionsvermeidenden Primer feste Zusammensetzungen, welche
fein aufgeteilte anorganische Pigmentphasen aufweisen, die gewöhnlicherweise mehrere
Komponenten aufweisen, und die aufgelöst sind in kontinuierliche organische Polymerphasen,
welche stark an den zu schützenden metallischen Substraten haften.
Obwohl alle physikalischen Charakteristika, welche relevant sind für
die schützende Wirkung des Primers, durch die aufgelöste anorganische Pigmentphase
verstärkt werden, bleiben diese dennoch durchlässig für O2, H2O
und Luftschadstoffe.
Als eine Konsequenz vermeiden organische Überzüge keine atmosphärische
Korrosion von Metallen, wenn diese nicht besonders zusammengesetzt sind mit aktiven
korrosionsvermeidenden Pigmentbestandteilen, die in die Pigmentphase eingeschlossen
sind.
Abweichend zu den Erscheinungsbildern ist ein ein metallisches Substrat
schützender Primer im Gleichgewichtszustand mit seiner Umgebung ein dynamisches
Medium: der Primer ist verschiedenen konkurrierend auftretenden physikalischen und
chemischen Prozessen ausgesetzt, in welchen Wasser, welches immer anwesend ist infolge
der Durchlässigkeit der Harz-Phase, eine kritische Rolle spielt.
Der Wasserinhalt des Überzugs ist variabel bzw. eine Funktion zu jeder
Zeit von der chemischen Zusammensetzung der Harzkomponente, der Zusammensetzungsparameter
und der Feuchtigkeit der umgebenden Luft. Unter Bedingungen mit kondensierender
Feuchtigkeit erreicht der Feuchtigkeitsgehalt einen Maximalwert, welcher durch die
entsprechenden Verbindungsparameter festgelegt ist.
Der Wasserinhalt beeinflusst die physikalische Integrität des organischen
Überzugs in mehreren Weisen. Vor allem fördert dieser den hydrolytischen Abbau der
Harzphase, löst alle löslichen Komponenten (einschließlich der Pigmente) zu Sättigungs-Konzentrationen
auf und einer unterstützt eine in-situ-Diffusion mit Transport-Prozessen der aufgelösten
Bestandteile.
Wasser sammelt sich vorzugsweise an Metall-Überzug-Zwischenflächen
an, wodurch ein Verlust der Adhäsion der Zwischenflächen verursacht wird und mehr
spezifisch der elektrochemische Prozess der Metallkorrosion unterstützt wird. Paradoxerweise
stützt in aktiv pigmentierten organischen Überzügen Wasser die Verhinderung einer
atmosphärischen Korrosion von metallischen Substraten, ebenso, mittels einer in
situ-Auflösung von aktiven Pigmenten. Weiterhin werden mittels Diffusion aktive
Arten zu beiden Zwischenflächen transportiert und verfügbar gemacht zu einer Korrosionsvermeidung
an Metall-Überzug-Zwischenflächen.
Unter Berücksichtigung der dynamischen Natur der atmosphärischen Korrosion
erfordert eine effektive Verhinderungswirkung ein kritisches Minimum oder eine höhere
Konzentration des verhindernden Bestandteils, welcher kontinuierlich zu den Zwischenflächen
zwischen Substrat und Überzug gefördert werden muss. Offensichtlich ist eine substantielle,
aber begrenzte Löslichkeit eine kritische Größe für aktive korrosionsvermeidende
Pigmente, welche funktionell genauso wichtig ist wie die chemische Zusammensetzung
und die verbundene molekulare Struktur. Folglich können Inhibitor-Pigmentbestandteile
von schützenden Primern als in Reservoiren einer korrosionsvermeidenden Sorte gebildet
angesehen werden.
Elektrochemisch aktive korrosionsvermeidende Pigmente, die grundsätzlich
verwendet werden für den Schutz von Fe, Al oder Cu, gehören ausschließlich zu wenigen
generischen Typen von anorganischen Materialien, so wie Chromate, Phosphate, Molybdate,
Borate, Silikate und Phosphite von Zn, Ca, Sr, Ba, Al, Mg, Pb, Cr, Fe oder verschiedene
Kombinationen derselben. Übergangs-Metallderivate von hydrogenen Zyanamiden, insbesondere
ZnNCN, sind auch bekannt für eine "pigment grade" (im Folgenden "pigmentartige")
Anwendung, allerdings begrenzt auf spezielle "mirror-backing"-Überzüge, welche vorgesehen
sind für den Schutz von Ag.
Die aktive Inhibitor-Sorte sind grundsätzlich die anionischen Bestandteile.
Die gegenwärtigen Kationen bestimmen allerdings wichtige physikalische Eigenschaften
derartiger Pigmente, nämlich: die Löslichkeit oder die kinetische Verfügbarkeit
der effektiven Sorte.
Chromate und insbesondere SrCrO4 (gekennzeichnet durch
eine wünschenswerte Kombination von relativ hohem CrO4–2-Gehalt
und optimale Löslichkeit) werden im Stand der Technik als besonders vielseitige pigmentartige
Korrosions-Inhibitoren angesehen sowie als kompatibel mit allen Fahrzeugen, als
höchst effektiv auf allen metallischen Substraten und daher als sehr effektiv, obwohl
toxisch.
Es ist die Redox-Aktivität der chromaten Sorten, die verantwortlich
ist für deren verhindernde Wirkung, welche das Zusammenwirken zwischen anodischen
und katodischen Korrosionsprozessen gestattet. Als eine Konsequenz werden Chromate
als anodisch-katodische Inhibitoren oder Inhibitoren von gemischtem Typ berücksichtigt.
Als direktes Ergebnis einer Cr(VI)-Reduktion mittels eines Korrosionsprozesses ist
die Ausbildung von Cr(III)-Sorten in situ einer schützenden Oxidschicht für metallische
Substrate ein ausgeprägtes Merkmal von chromaten Korrosionsvermeidungsmechanismen.
Im Gegensatz zu den Chromaten sind alle anderen oben genannten aktiven
korrosionsvermeidenden Pigmente, insbesondere die entsprechenden anionischen Bestandteile
von Phosphaten, Molybdaten, Silikaten, Boraten, Phosphiten und Zyanamiden, "redox-inaktiv"
unter normalen Bedingungen einer Metallkorrosion. Folglich eigenen sich diese nicht
in diesem Sinne als elektrochemisch aktive Materialien.
Ein charakteristisches Merkmal der "Redox-Inaktivität", so genannte
"anodische" Vermeidungswirkung von Pigmenten, ist die begrenzte Fähigkeit der betreffenden
anionischen Sorten zum Zusammenwirken, welche ausschließlich begrenzt ist auf anodische
Korrosionsprozesse, die vermutlich unlösliche ausfällende Verbindungen einschließen,
und die anodische lösliche Metallkationen betreffen. Es gibt weitreichende Konsequenzen
der verringerten Effizienz des korrosionsvermeidenden Mechanismus der anodischen
Pigmente. In diesem Sinne kann grundsätzlich festgestellt werden, dass pigmentartige
anodische Korrosionsvermeider qualitativ unterlegene, weniger effiziente und vielseitige,
aber nicht toxische Alternativen zu den Chromaten darstellen.
In gegenwärtiger industrieller Praxis erfreuen sich pigmentartige
nicht-toxische Alternativen zu den Chromaten kommerzieller Akzeptanz, allerdings
mit praktischer Beschränkung auf Anwendungen für den Schutz von Eisen oder Stahl.
Diese Situation lässt sich auch übertragen auf verschiedene Multi-Phasen-Pigment-Systeme,
die verschiedenste Kombinationen von anionischen und kationischen Sorten wie zuvor
beschrieben enthalten.
Unter Berücksichtigung dieser Überlegungen kann gefolgert werden,
dass die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung von effektiven, nicht-toxischen
anorganischen Alternativen zu pigmentartigen Chromaten nicht gerechtfertigt sind.
Es ist ebenso bekannt, dass es ein großes Arsenal von organischen
Korrosions-Inhibitoren gibt, die in der industriellen Praxis angewendet werden.
Diese sind allerdings begrenzt auf Anwendungen mit Gas-Phasen und flüssigen Medien.
Logischerweise wäre zu erwarten, dass dieselben grundsätzlich für Farb- und Überzugsanwendungen
ebenso geeignet wären, was paradoxerweise allerdings nicht der Fall ist. Dieser
scheinbare Gegensatz ist verständlich bei der Berücksichtigung, dass Anwendungen
in Verbindung mit Farben und Überzügen zusätzlich zu der korrosionsverhindernden
Effizienz ebenso eine Qualität der Pigmentarten erfordern.
Zusätzlich zu den grundsätzlichen Qualitätsanforderungen wie geringe
Toxizität, wettbewerbsfähiger Preis, physikalische und chemische Stabilität, ausbleibende
Reaktivität mit Farbsystemen, wird die Qualität der Pigmentart definiert durch zusätzliche
Parameter. Die wichtigeren dieser Parameter sind: Nicht-Flüchtigkeit, feste Konsistenz,
spezifisches Gewicht von 2,5 bis 5,0, substantielle, aber begrenzte Löslichkeit
in Wasser, virtuelle Unlöslichkeit in organischen Lösungsmitteln, moderater alkalischer
Hydrolyse-pH-Wert und ein Ausbleiben einer Interferenz mit überzugshärtenden Prozessen.
Es ist daher ersichtlich, dass Anwendungen mit Bezug auf Überzüge nicht kompatibel
sind mit physikalischen Eigenschaften wie Flüchtigkeit und exzessiver Löslichkeit
in Wasser oder organischen Medien, was kritische Anforderungen für Anwendungen von
organischen Korrosions-Inhibitoren in Verbindung mit Gas-Phasen oder flüssigen Medien
sind.
Verschiedene organische Bestandteile, wie Nitrogen-beinhaltende heterozyklische
Merkapto-Derivate: 2-Merkaptobenzothiazol (im Folgenden mit "MBT" bezeichnet), sind
gut bekannt als Korrosions-Inhibitoren, die praktisch ausschließlich angewendet
werden in aufgelöster Form als funktionaler Bestandteil von wässrigen, polaren organischen
oder Hydrokarbon-basierten flüssigen Systemen. Typische Anwendungen von organischen
Korrosions-Inhibitoren in Wasser, polaren organischen Lösungsmitteln oder Hydrokarbon
schließen Wärmetauscher, Anti-Frostsysteme, Dampf-Kondensierer, hydraulische Öle
oder Schmiermittel/Flüssigkeiten im Zusammenhang mit dem Schneiden von Metall ein.
Wasserlösliche Sodium- oder Potassium-Salze (wie beispielsweise Na-MBT) oder "Thio"-Bestandteile
in deren mehr Hydrokarbon-löslicher saurer Form (sowie MBT) werden bevorzugt verwendet
in vielen der letztgenannten Anwendungen. Allerdings sind die vorgenannten Anwendungen
nicht verbunden mit Farb- oder Schutzüberzügen. Ein Einsatz für eine Kontrolle einer
atmosphärischen Korrosion ist nicht beabsichtigt.
Die Druckschrift US 4,329,381
offenbart die Verwendung von Pb- oder Zn-Salzen von ausgewählten organischen heterozyklischen
Merkapto-Derivaten, die Nitrogen enthalten mit 5 oder 6 Mitgliedern, als Additiv
für Farb- und Überzugsverbindungen, die auf einen Einsatz für einen Antikorrosionsschutz
von Metallen, insbesondere Eisen oder Stahl, abzielen. Insbesondere schließen die
zuvor genannten ausgewählten heterozyklischen Bestandteile neben anderen Pb- oder
Zn-Salze ein von Merkaptobenzothiazolen, Merkaptopyridinen, Merkaptothiazolen
und Merkaptotriazinen bzw. Derivaten, welche angewendet werden in bevorzugten Konzentrationen
von 1–3 Gewichts-% der Farbverbindungen.
Verschiedene Ausführungsbeispiele der Druckschrift US
4,329,381 basieren auf einer modifizierten mittleren Öl-Alkyd-Farbverbindung
(medium oil alkyd paint formulation) von ungefähr 39% PVC, die gewöhnliche Verhältnisse
von organischen Lösungsmitteln, Trocknungsmitteln, Füllpigmenten (Talc, TiO2,
BaSO4) und, mit vergrößerter Bedeutung, in einem besonderen Fall 2,3
Gewichts-% Zn(MBT)2 enthält. Weitere Ausführungsbeispiele offenbaren
vergleichende experimentelle Ergebnisse hinsichtlich Variationen der oben angegebenen
Formel. Diese Tests beinhalteten die inhibitive Wirkung auf Stahl. Die Tests, die
auf einer begrenzten Aussetzung mit einem Salz-Spray für nur 200 Stunden basierten,
zeigten, dass Zn(MBT)2 die beste Wirkung zeigt.
Verschiedene Mängel des Konzeptes und der Verfahren entsprechend der
Druckschrift US 4,329,381 können wie folgt
identifiziert werden:
Hinsichtlich der Synthese der MBT-Derivate, ausgewählt entsprechend
der genannten Druckschrift, sind im Wesentlichen zwei Verfahren für die Aufbereitung
von Zn(MBT)2 offenbart:
A. "Direkte Umwandlung" in Zn(MBT)2 von einer gemischten wässrigen
Lösung, die ZnO beinhaltet oder alternativ basisches Zink-Karbonat, und MBT, ausgeführt
bei extensiver Bewegung und Erhitzung auf ungefähr 100°C in Gegenwart einer
katalytischen Menge von Essigsäure.
B. Mittels doppelter Zerlegung oder Abscheidung, unter Verwendung wässriger
Lösungen von Na-MBT und von Zink-Salzen.
Wie im Folgenden anhand des Ausführungsbeispiels 1 der vorliegenden
Offenbarung demonstriert werden wird, ist das Verfahren A grundsätzlich nicht ausführbar
und insbesondere nicht in Verbindung mit Farb-Anwendungen, da dieses kein ausreichend
reines Zn(MBT)2 ergibt, sondern eher ein Gemisch, welches relativ hohe
Verhältnisse von nicht-reagiertem MBT und ZnO enthält. Dieses ist erklärbar infolge
der diffus-kontrollierten, heterogenen Natur des Prozesses, welche, selbst wenn
ZnO mit hoher spezifischer Oberfläche eingesetzt ist, die Gesamtumwandlung des Rohmaterials
hemmt und grundsätzlich verantwortlich ist für die Anwesenheit von MBT in Zn(MBT)2
in technischem Grad (technical grade Zn(MBT)2), welches durch diesen
Prozess hergestellt ist.
Es ist interessant festzustellen, dass die Bildung von Zn(MBT)2
durch direkte Umwandlung, welche entsprechend
ZnO + 2MBT⟷(1 – x)Zn(MBT)2 + 2xMBT + x·ZnO +
(1 – x)H2O (1)
auftritt, eine heterogene Reaktion ist, wobei die Gleichgewichtszusammensetzung
des Reaktionsgemisches vorrangig kontrolliert wird durch die spezifische Oberfläche
der ZnO-Phase. In dieser Hinsicht konnte durch die vorliegende Erfindung die Erfahrung
gewonnen werden, dass, wenn das erforderliche Molverhältnis ZnO/MBT = 1/2 eingesetzt
wird, x >> 0 gilt, selbst wenn ZnO mit einer hohen spezifischen Oberfläche verwendet
wird und das Gleichgewichts-Reaktionsgemisch eine substantielle Menge von nicht-reagiertem
MBT und ZnO enthält.
Wie nachfolgend für das Ausführungsbeispiel 1 demonstriert, kann "technical
grade" Zn(MBT)2 (im Folgenden "Zn(MBT)2 in technischem Grad"),
welches entsprechend den Verfahren in der Druckschrift US
4,329,381 vorbereitet ist, Zn-Inhalte haben, welche praktisch korrespondieren
zu der chemischen Zn(MBT)2-chemischen Zusammensetzung und – paradoxerweise
– zur selben Zeit hohe Inhalte MBT haben, welche mittels eines IR-Spektroskops
detektierbar sind. Beispielsweise enthält für x = 0,2 entsprechend Reaktion 1 das
korrespondiere Reaktionsgemisch 4,0% ZnO, 16,6% MBT und dieses ist gekennzeichnet
durch Zn = 16,28% (im Vergleich zu Zn = 16,35% in reinem Zn(MBT)2).
Experimentelle Ergebnisse, welche auf Basis der vorliegenden Erfindung
erzielt wurden, sind konsistent mit diesen Überlegungen:
Wässrige gemischte Suspensionen mit hochgradig reaktivem ZnO (wie
AZO-66 von "American Smelting and Refining Co." mit einer spezifischen Oberfläche
von 4,7 m2/g, durchschnittlichem Partikeldurchmesser von 0,25 Mikron)
und MBT in einem Mol-Verhältnis von 1 : 2, behandelt bei 95–100°C für
2,5 Stunden und intensiver Bewegung führt auf ein Reaktionsgemisch, welches Zn =
16,41% und 32,7% nicht-reagiertes MBT enthält (vgl. Tabelle 1.1). Der MBT-Gehalt
des erhaltenen Produktes wurde abgeschätzt durch IR-Spektroskopie, welche durch
ein für MBT charakteristisches intensives Absorptionsband bei 1496 und 1425 cm–1
des entsprechenden Spektrums die Gegenwart desselben bestätigt hat.
Es ist beachtenswert, dass die für Zn(MBT)2 charakteristischen
Absorptionsbänder bei 1369 und 153 cm–1 liegen (vgl.
1).
Eine quantitative Ermittlung des Gehalts von nicht-reagiertem MBT
wurde durch wiederholte Extraktion in Ethanol durchgeführt und durch gravimetrische
Auswertung der fortlaufend gefilterten und getrockneten Proben. Die Gehalte von
Zn(MBT)2 und nicht-reagiertem ZnO wurden errechnet unter Berücksichtigung
der verbundenen, experimentell ermittelten Gehalte von Zn und nicht-reagiertem
MBT. Entsprechende analytische Daten sind in Tabelle 1.1 dargestellt.
Ähnliche Rückschlüsse sind anwendbar hinsichtlich der alternativen
Verfahren, die in der Druckschrift US 4,329,381
spezifiziert sind, nämlich eine Vorbereitung von Zn(MBT)2 durch doppelte
Zerlegung (Ausfällung) entsprechend:
2Na-MBT + Zn(X)2 + 2xH2O = (1 – x)Zn(MBT)2
+ 2xMBT + xZn(OH)2 + 2NaX (2)
wobei x > 0 und X = Cl, NO3, usw.
Experimentell konnte festgestellt werden, dass, entsprechend der vorliegenden
Erfindung, ein derartiges Produkt, welches entsprechend den Empfehlungen des Standes
der Technik hergestellt ist, eine große Menge nicht-reagiertes MBT enthält (vgl.
1.3 gemäß Ausführungsbeispiel 1 und Tabelle 1.1), welche anhand der IR-Spektroskopie
auffindbar ist. Es wird angenommen, dass hierfür gleichzeitig ablaufende hydrolytische
Reaktionen von Zn++ und MBT-Sorten verantwortlich sind (vgl.
2).
Die oben dargelegten Überlegungen hinsichtlich der Reinheit von Zn(MBT)2
in technischem Grad, und insbesondere des nicht-reagierten MBT-Gehalts, haben eine
begrenzende Implikation hinsichtlich der Anwendbarkeit derartiger Materialien in
Farb-Verbindungen wie nachfolgend dargelegt wird.
Die Druckschrift US 4,329,381
fördert das Konzept, Pb- und Zn-Salze von verschiedenen organischen Bestandteilen,
beachtenswerterweise Zn(MBT)2, als korrosionsvermeidende Komponenten
von organischen Überzügen anzuwenden, insbesondere durch Herbeiführung derartiger
Bestandteile als fein aufgeteilte, ausgeprägte feste Phasen für zugeordnete Farbsysteme.
Eine signifikante Grenze dieses Konzeptes, welche auf Grundlage der vorliegenden
Erfindung festgestellt wurde, ist, dass Zn(MBT)2 in technischem Grad
(hergestellt entsprechend einem der oben identifizierten Verfahren), wenn dieses
ein fein aufgeteilter, ausgeprägter fester Bestandteil in Farbsystemen ist, mit
dem Aushärtungsprozess zusammenwirkt und diesen verhindert für Öl-Alkyd-Harz-basierte
Überzüge. Bemerkenswerterweise wird geschätzt, dass ungefähr 60% aller Primer, welche
für den Schutz von Metall beabsichtigt sind, auf einem Öl-Alkyd-Harz basieren.
Unterstützende experimentelle Daten, entsprechend für lösungsmittelbasierte
mittlere Öl-Alkyd-Formulierungen und kettengestoppte wasserreduzierte kurze Öl-Alkyd-Harz-basierte
Farbverbindungen, werden in Ausführungsbeispiel 1 dargestellt. Bemerkenswerterweise
wurde experimentell bewiesen, dass die Härtung von kurzen Öl-Alkyd-Farbanwendungen,
welche bei 70°C für 30 Minuten ausgeführt wurde, vermieden ist bei sehr kleinen
Konzentrationen von 0,2 bis 0,3 Gewichts-% MBT. Diese Beobachtung ist konsistent
mit den vorangegangenen Beobachtungen. Es ist daher plausibel, dass Zn(MBT)2
in technischem Grad, welches gewöhnlicherweise einen Überschuss von 10 Gewichts-%
von nicht-umgewandeltem MBT enthält, bei einer grundsätzlich kleinen Konzentration
von 2,5 bis 3 Gewichts-%, den Härtungsprozess von derartigen Farbsystemen verhindern
kann.
Wie für den chemischen Mechanismus für die Verhinderung des Härtungsprozesses
ist es bekannt, dass Alkyd-Harze, löslich oder wasserrückführbar, gehärtet werden
durch sauerstoffunterstützte radikale Wirkmechanismen, welche gewöhnlicherweise
gefördert werden durch Trockner, die auf Co, Ca, Pb oder Zr basieren. Daher ist
es plausibel, dass die freie radikale Desoxidations-Fähigkeit von MBT, die wahrscheinlich
verbunden ist mit der bekannten Oxidierbarkeit der -SH-funktionalen Gruppe, hierfür
verantwortlich ist. In dieser Hinsicht wird wiederum festgestellt, dass offensichtlich
MBT in beachtlichen Mengen in Zn(MBT)2 technischen Grades gegenwärtig
ist, bis dieses spezifisch gereinigt ist, was generell nicht der Fall ist.
Relevante Daten hinsichtlich der Löslichkeit indizieren, dass MBT
ziemlich löslich ist in organischen Lösungsmitteln, welche typischerweise in Öl-Alkyd-basierten
Farbverbindungen gegenwärtig sind. Löslichkeitswerte in g/100 g sind: 10,0; 2,0;
und 1,0 in Aceton, Ethanol und Benzen in der vorgenannten Reihenfolge. Folglich
wird angenommen, dass der MBT-Gehalt von Zn(MBT)2 in technischem Grad
durch flüssige Phasen des zugeordneten Farbsystems aufgelöst wird und daher eine
unerwünschte Vermeidung einer Aushärtung verursacht. Unter der Berücksichtigung
der Tatsache, dass die Gegenwart von funktionellen -SH-Gruppen, zusätzlich zu Thiolen,
ähnliche freie radikale Desoxidationskapazität für verschiedene thio-organische
Komponentfamilien wie Derivate von dithio-karbonischen und dithio-phosphorischen
Säuren zur Verfügung stellt, sollten die oben herausgestellten Grenzen auf diese
Materialien ebenfalls erstreckt werden.
Grundsätzlich wird erwartet, dass schwere Metallsalze in technischem
Grad, und insbesondere Zinksalze von diversen organischen Bestandteilen, die -SH-funktionale
Gruppen enthalten, infolge der Gegenwart von nicht-neutralisierten derartigen Sorten
bei Zugrundelegung der Empfehlungen der Druckschrift US
4,329,381 eine inhibitive Aktivität zeigen hinsichtlich radikaler Aushärtungsprozesse,
welche typisch sind für alkyd-harz-basierte Überzüge.
Eine zusätzliche Begrenzung der Druckschrift US
4,329,381 betrifft die Tatsache, dass das spezifische Gewicht von Zn(MBT)2
(1,5–1,7) relativ niedrig ist im Vergleich mit derartigen typischen Werten
für andere Bestandteile von aufgelösten anorganischen Phasen von Farbsystemen, welche
im Bereich von 2,5–5,0 liegen oder mit Dichtewerten der gehärteten Überzüge
von ungefähr 2,0.
Bekanntlich tendieren aufgelöste feste Phasen von selbst-stabilen
Farbsystemen, gewöhnlicherweise Multi-Komponenten-Bestandteile derselben, zur Absonderung
durch "flooding" (Aufschwimmen), wenn diese Bestandteile mit unterschiedlichen Werten
des spezifischen Gewichts enthalten. Verursacht durch konvektive Prozesse in Verbindung
mit einer Verdampfung eines Lösungsmittels tritt ein "flooding" während der Aushärte-Periode
von frisch applizierten Überzügen auf, was zu einer vorherrschenden Anhäufung von
Komponenten der aufgelösten festen Phase mit kleinem spezifischem Gewicht an der
Zwischenfläche zwischen Überzug und Umgebung führt und letztendlich zu einer anisotropen
Zusammensetzung des resultierenden Überzugs.
Unter Berücksichtigung der Beobachtung, dass kleine Werte für das
spezifische Gewicht typisch sind für Zink-Salze, die gebildet sind durch relativ
massive organische Anteile wie Zn(MBT)2, ist in Erwägung zu ziehen, dass
die Absonderung durch "flooding" relevant für die Anwendung derartiger Komponenten
als Farb-Zusätze ist und einen beachtlichen Nachteil für das in der Druckschrift
US 4,329,381 dargestellte Konzept begründet.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Entsprechend der vorliegenden Erfindung wird eine korrosionsverhindernde
Zusammensetzung für eine Anwendung für metallische Substrate entsprechend den Merkmalen
des Anspruchs 1 bereitgestellt.
Es ist ein grundsätzliches Ziel der vorliegenden Erfindung, Korrosions-Inhibitoren
für Metalle bereitzustellen, welche die vorgenannten Probleme vermeiden, die hinsichtlich
einer Verhinderung des Aushärteprozesses von Farben und Überzügen auftreten.
Entsprechend einem Aspekt der Erfindung werden die zuvor diskutierten
Grenzen hinsichtlich der Vorbereitung, folgender Härteprozess-vermeidender Aktivität
und des verhältnismäßig kleinen spezifischen Gewichts von thio-organischen Zink-Salzen,
insbesondere unter anderem Zn(MBT)2, eliminiert durch eine Synthese und
Anwendung von pigmentartigen organisch-anorganischen hybriden Materialien.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Zn(MBT)2
in technischem Grad, welches gereinigt ist durch Lösungsmittelextraktion mit Ethanol
bei ungefähr einem fest-flüssig Verhältnis von 1 : 3 nicht dieselbe inhibitive Wirkung
zeigt selbst bei beachtlich höheren Konzentrationen von > 10 Gewichts-%.
Es ist die organisch-anorganische Zwischenfläche, die gleichzeitig
mit den konstituierenden organischen und anorganischen Phasen gebildet wird, die
das charakteristische strukturelle Merkmal der hybriden Materialien ist, die auf
Grundlage der vorliegenden Erfindung erhalten werden. Als eine Konsequenz bilden
die Bestandteile der organischen und anorganischen festen Phase, mit Schnittstellen
auf kristallischem Level, einheitliche hybride Materialien, die typisches einphasiges
Verhalten zeigen hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften, die kritisch in
Farbanwendungen sind.
Typischerweise in diesem Sinne, im Gegensatz mit Multi-Phasen organisch-anorganische
Gemische, gibt es kein Aufschwimmen von fein aufgeteilten pigmentartigen hybriden
Materialien entsprechend der vorliegenden Erfindung in Phasenkomponenten durch physikalische
Prozesse wie "flooding" oder Flotation. Weiterhin entsprechen als unmittelbare Konsequenz
des einphasigen Verhaltens der pigmentartigen hybriden Materialien das entsprechende
spezifische Gewicht, der pH-Wert und der Löslichkeitswert ungefähr den gewogenen
Durchschnitten der charakteristischen Werte der Phasenbestandteile. In diesem Sinne
wird festgestellt, dass der pH-Wert der pigmentartigen hybriden Materialien, gemessen
in gesättigten Laugen oder Lösungen derselben, das Ergebnis der Säure-Base-Interaktion
der Phasenkomponenten ist, welche auftritt auf einem intra-granularen Level. In
ähnlicher Weise sind die gemessenen Löslichkeiten kumulative Werte.
Es ist insbesondere wichtig festzustellen, dass pigmentartige hybride
Materialien entsprechend der vorliegenden Erfindung, und insbesondere solche, die
Zn(MBT)2 enthalten, keine aushärtungsinhibitive Aktivität in alkyd-harz-basierten
Farbsystemen zeigen. Konsequenterweise sind diese pigmentartige Materialien, die
kompatibel sind mit allen Farb-Fahrzeug-Systemen, wie im Folgenden dokumentiert
wird.
Wichtig ist, dass pigmentartige Hybride, die entsprechend der vorliegenden
Erfindung hergestellt sind, ein synergetisches Verhalten hinsichtlich der Verhinderung
von Metallkorrosion zeigen.
Anzeichen für das synergetische Verhalten pigmentartiger Hybride sind
deren Fähigkeit zu einer effektiven Verzögerung sämtlicher wichtigen Metallkorrosionen,
insbesondere von Fe, Al, Cu und Ag, ebenso wie deren Kompatibilität mit allen Farb-Fahrzeug-Systemen,
einschließlich wasserlöslicher und lösungsmittelbasierter Alkyde. Insbesondere wird
die effektive Korrosionsverhinderung und das synergetische Verhalten verstanden
als die Fähigkeit der pigmentartigen hybriden Materialien, in identischen Überzugsverbindungen
im Wesentlichen gleiche oder verbesserte korrosionsvermeidende Wirkung auf allen
oben spezifizierten metallischen Substraten zu zeigen im Vergleich mit den korrosionsvermeidenden
Pigmenten entsprechend dem Stand der Technik, die typischerweise angewendet werden.
Der Vergleich in diesem Sinne nimmt ebenfalls Bezug auf alle individuellen Phasenbestandteile
von verbundenen hybriden Zusammensetzungen.
Im Gegensatz hierzu zeigen alle bekannten elektrochemisch-aktiven
pigmentartigen Korrosions-Inhibitoren, welche wie zuvor diskutiert den Stand der
Technik repräsentieren, einen gewissen Grad eines substratspezifischen Verhaltens.
Beispielsweise ist es bekannt, dass Chromate und insbesondere SrCrO4,
welche als hochgradig effektive pigmentartige Inhibitoren praktisch
anwendbar sind für alle Metalle (so wie Fe, Al, Cu), Ag-Korrosion fördern und folglich
inkompatibel sind mit derartigen Substraten.
Nicht-toxische Alternativen zu Chromaten, so wie Phosphate, Molybdate,
Borate, Silikate und verschiedene Kombinationen derselben, werden geschätzt, obwohl
diese weniger effiziente Inhibitoren für Fe-Korrosion sind, welche allerdings schlechte
Ergebnisse zeigen auf Al, Cu und welche ähnlich inkompatibel mit Ag sind. Deren
industrielle Anwendung ist daher praktisch begrenzt auf den anti-korrosiven Schutz
von Fe.
Pigmentartige metallische Zyanamide und insbesondere ZnNCN von salzfreier
Qualität (vgl. Druckschrift US 5,176,894
und US 5,378,446) stellen den Stand der
Technik hinsichtlich der für den Schutz von Ag empfohlenen "non-lead"-korrosionsvermeidenden
Pigmenttechnologie dar, wobei deren industrielle Anwendung auf diesen Fall limitiert
ist.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1–12
sind grafische Darstellungen der IR-Spektren als Ergebnis einer Analyse von Materialien,
welche entsprechend der Erfindung hergestellt sind.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
Die Synthese von pigmentartigen organisch-anorganischen hybriden Materialien
wird vorzugsweise ausgeführt durch Kombination ausgewählter Bestandteile entsprechend
Verfahren, welche die Ausbildung von organisch-anorganischen Schnittstellen fördern.
Bevorzugte anorganische Bestandteile sind wie folgt:
Kationen: Zn, Al, Mg, Ca, Sr, Ti, Zr, Ce, Fe;
Anionen: Phosphate, Polyphosphate, Phosphite, Molybdate, Silikate und Zyanamide.
Entsprechend sind anorganische Verbindungen, die typischerweise in
korrosionsvermeidenden Hybriden vorliegen:
Zn3(Po4)2(H2O)x, x = 2–4;
MgHPO4·(N2O)3, AlPO4, CaSiO3,
Sr- oder CaMoO4, ZnNCN und Kombinationen derselben.
Ausgewählte organische Bestandteile von hybriden Pigmenten, welche
entsprechend der vorliegenden Erfindung synthetisiert sind, sind Zink-Salze oder
Alkyl-Ammonium (z. B.: Zyclohexyl-Ammonium, Di-Zyclohexyl-Ammonium, Octyl-Ammonium)
Salze von organischen Merkapto- und Thio-Verbindungen oder deren alkyl-substituierte
Derivate, wie folgt:
Merkaptobenzothiazole, Merkaptothiazoline, Merkaptobenzimidazole, Merkaptoimidazole,
2,5-Dimerkapto-1,3,4-Thiodiazole, 5,5-Dithio-bis(1,3,4-Thiadiazole)-2(3H)-Thione,
Merkaptobenzoxazole, Merkaptothiazole, Merkaptotriazole, Merkaptopyrimidine, Merkaptopyridine,
Merkaptoquinoline, Alkyl- und Zykloalkyl-Merkaptane, N-Alkyle- oder N-Zykloalkyl-Dithiocarbonate,
O,O-Dialkyl- und O,O-Dizykloalkyl-Dithiophosphate.
Die bevorzugte praktische Umsetzung der Synthese von organisch-anorganischen
Hybriden in heterogenen Prozessen wird erläutert durch Reaktion 3 und Reaktion 4,
wobei erstere eine Adaption an Reaktion 1 ist, die in wässrigen Medien ausgeführt
ist bei extensiver Erwärmung bei 85 bis 95°C wie folgt:
ZnO + 2xMBT→xZn(MBT)2/(1 – x)ZnO + xH2O
(3)
wobei x < 0,25 ist und ZnO feinzerteilt ist mit einer durchschnittlichen Partikelgröße
von 0,25 Mikron oder weniger.
Es ist zu beobachten, dass im Gegensatz zur Reaktion 1 Reaktion 3
mit einem großen stoichiometrischen Überschuss an ZnO von wenigstens 100 Mol/% durchgeführt
wird. Als ein Ergebnis enthält das Gleichgewichts-Reaktionsgemisch kein nicht-reagiertes
MBT, welches, wie zuvor diskutiert, eines der vorrangigen Ziele der vorliegenden
Erfindung ist.
Ein weiterer Lernerfolg war, dass das Gleichgewichts-Gemisch von Reaktion
3, welches Zn(MBT)2 und ZnO beinhaltet, leicht wie folgt mit H2NCN
reagiert:
xZn(MBT)2/(1 – x)ZnO + (1 – x)H2NCN→
xZn(MBT)2/(1 – x)ZnNCN + (1 – x)H2O
(4)
Reaktion 4, oder eine Variation derselben, ist ein Prozess, welcher
grundsätzlich bevorzugt wird für die Ausbildung von organisch-anorganischen Schnittstellen,
welche charakteristisch sind für pigmentartige hybride Materialien entsprechend
der vorliegenden Erfindung. Wie im Folgenden offenbart bietet dieses Verfahren signifikante
Vorteile, von denen das Fehlen von löslichen Nebenprodukten einer der wichtigeren
Vorteile ist.
Ebenfalls ist es wichtig zu beachten, dass bestimmte nützliche Charakteristika
von Reaktion 4, welche entsprechend der vorliegenden Erfindung zu beobachten sind,
auf der Basis der allgemeinen theoretischen Erwägungen essentiell nicht vorhersagbar
sind:
A. Reaktion 4, selbst für eine Durchführung bei einem stoichiometrischen Überschuss
von ungefähr 15 Mol/% von H2NCN und 80 bis 85°C,
kehrt Reaktion 3 nicht um. Folglich erzielt Reaktion 4 pigmentartiges organisch-anorganisches
hybrides Material, welches frei von nicht-reagiertem MBT ist.
B. Zn(MBT)2, welches das Endprodukt von Reaktion 3 ist und welches
in dem verbundenen Reaktionsgemisch bevorzugt als eine absorbierte Schicht auf einem
ZnO-Kern gegenwärtig ist, hemmt die Vervollständigung der Reaktion 4 nicht.
C. Die oben spezifizierte Prozesssequenz, welche symbolisiert ist durch
Reaktion 3→Reaktion 4,
ist reversibel. Es ist experimentell bewiesen worden, dass ZnNCN in wässriger Suspension
vollständig mit MBT reagiert.
Beachtenswerterweise konnte in Erfahrung gebracht werden, dass Versuche,
0,2 Zn(MBT)2/ZnNCN-Typen pigmentartiger Hybride, im Wesentlichen durch
eine umgekehrte Prozesssequenz (vgl. Beispiel 1.4.1 und IR-Spektrum 3) herzustellen,
ein Produkt erzielten, welches kein nicht-reagiertes MBT enthielt entsprechend:
ZnO + H2NCN + H2O-(85°C)→ZnNCN + 2H2O
(5)ZnNCN + 0,2MBT + H2O-(Hitze)→ 0,9ZnNCN/0,1Zn(MBT)2
+ 0,1H2NCN + H2O (6)
Es erscheint vernünftig anzunehmen, dass das verbreiterte Vermögen,
die verbreiterte Affinität, ZnNCN auszubilden und der sehr schwache säurehaltige
Charakter (K = 4.04 10–11)/20°C) von H2NCN, im Vergleich
zu dem stärkeren Säuregehalt von organischen Thiol-Bestandteilen zu der Durchführbarkeit
der pigmentartigen hybriden Synthesen entsprechend den Reaktionen 3 und 4 beitragen.
Es ist wichtig hervorzuheben, dass Reaktion 6, welche aus dem Stand
der Technik nicht bekannt ist, und Reaktion 4 den chemischen Basisprozess für pigmentartige
organisch-anorganische hybride Synthesen begründen entsprechend der vorliegenden
Erfindung.
Aus den vorgenannten Gründen und ebenso infolge einer geeigneten Löslichkeit
und korrosionsvermeidenden Aktivität ist ZnNCN eine unersetzliche funktionale Komponente
von pigmentartigen organisch-anorganischen Hybriden mit synergetischem Verhalten
zur Bereitstellung von Korrosions-Inhibitoren.
Diese Überlegungen werden gestützt durch weitere Beobachtungen, welche
für das Inkorporieren von Salzen von stärkeren Säuren, wie H3PO4
oder H3PO3 und MoO3, in pigmentartige Hybride der
vorliegenden Erfindung gemacht wurden. Beispielsweise haben Bemühungen, Zn3(PO4)2(H2O)2
oder ZnMoO4 durch Einführung von H3PO4 oder MoO3
in das charakteristische Gleichgewichts-Reaktionsgemisch von Reaktion 3 zu inkorporieren,
pigmentartige Hybride erzielt mit substantiellem, unerwünschtem Gehalt von freiem
MBT. Es wird angenommen, dass gleichzeitig mit der Zink-Phosphat-Bildung H3PO4
(und starke Säuren, grundsätzlich) in gewissem Ausmaße unerwünschte Nebenreaktionen
wie folgt fördert:
3Zn(MBT)2 + 2H3PO4 + H2O→Zn3(PO4)2(H2O)2-4
+ 6MBT (7)
Als eine Folge kann eine bevorzugte Technik für das Inkorporieren
aller Bestandteile von einem Multi-Komponenten hybriden Pigment von 0,2Zn(MBT)2/ZnNCN/0,2Zink-Phosphat/0,5CaSiO3
Phasen-Kompositions-Formel wie folgt dargestellt werden:
A. Reaktion 3 wird durchgeführt mit x = 0,2;
B. Reaktion 8 wird separat durchgeführt auf einer gemischten Suspension von
ZnO und CaSiO3 wie folgt:
ZnO/0,5CaSiO3 + 0,53H3PO4 + H2O-(Umgebungstemperatur)→
0,2ZnO/0,26Zn3(PO4)2(H2O)4/0,5CaSiO3(8)
C. die Gleichgewichts-Gemische von Reaktion 3 und Reaktion 8 werden zusammengemischt;
D. ZnNCN wird inkorporiert durch H2NCN-Hinzufügung:
(Gleichgewichts-Gemisch von Reaktion 3–8) + H2NCN-(Umgebungstemperatur)→
0,2Zn(MBT)2/ZnNCN/0,26Zn3(PO4)2(H2O)4/0,5CaSiO3
+ H2O (9)
Es ist insbesondere interessant festzustellen, dass, verhältnismäßig
unerwartet, die ZnO-Komponente des Gleichgewichts-Gemisches von Reaktion 8 (vorzugsweise
gegenwärtig als Zink-Phosphat-überzogener Kern) für eine Reaktion mit H2NCN
zugänglich ist. Dieser Fall ist speziell dokumentiert im Beispiel 17.1.
Natürlich auftretende Wollastonite oder CaSiO3 werden bevorzugt
für das Inkorporieren von Silikatarten in pigmentartige Hybride.
Wie für Molybdat-Arten ist es bequem, die Zn-, Ca- oder Sr-Molybdate
mit löslichen Nebenprodukten durch Reaktion von MoO3 mit ZnO, Ca(OH)2
oder vorzugsweise Sr(OH)2 herzustellen entsprechend folgender Gleichung:
Sr(OH)2 + MoO3 + H2O→SrMoO4
+ 2H2O (10)
Reaktion 10 wird vorzugsweise als eine Variation von Reaktion 8 ausgeführt,
wobei Sr(OH)2 (oder alternativ Ca(OH)2) ein teilweise löslicher
Bestandteil des Reaktions-Vorläufers (eine gemischte Suspension von ZnO und CaSiO3)
ist und eine Einführung von MoO3 H6PO4 vorangeht
oder gleichzeitig mit H6PO4 ausgeführt wird. Die Phasen-Zusammensetzung
eines solchen typischen Multi-Komponenten hybriden Pigmentes kann durch die folgende
Gleichung dargestellt werden:
0,2Zn(MBT)2/ZnNCN/0,25Zn3(PO4)2(H2O)4/0,5CaSiO3/0,2SrMoO4
Entsprechend einem alternativen Verfahren für die Synthese von Multi-Komponenten
beinhalten die organisch-anorganischen hybriden Pigmente die [induzierte] Mitfällung
durch doppelte Dekomposition von Gemischen von löslichen Salzen, welche die oben
genannten ausgewählten anionischen und kationischen Arten enthalten.
Entsprechend werden lösliche Salze von organischen Thiol-Derivaten
und Merkaptanen entsprechend der Regel der Löslichkeit selektiv mitgefällt als Zn-Derivate
mit Phosphaten, Molybdaten, Phosphiten, Poly-Phosphaten und Zyanamiden von Zn, Al,
Ca, Sr, Mg, Ti, Zr und Ce. Zyanamide Arten werden entsprechend der vorliegenden
Erfindung ausgewählt abgeschieden als ZnNCN. Die Ausbildung von löslichen Nebenprodukten
begründet allerdings eine starke Begrenzung des letzteren Verfahrens, da dieses
ein extensives Waschen der synthetisierten Pigmente erfordert.
Die Anwendung der Mitfällung mittels doppelter Dekomposition ist allerdings
unvermeidbar in den Fällen der thiol-organischen Verbindungen, welche nicht in säurehaltiger
Form verfügbar sind, wie beispielsweise Derivate von dithio-karbonischen und dithio-phosphorischen
Säuren.
Um die Unannehmlichkeiten zu minimieren, welche durch die Ausbildung
von Nebenprodukten verursacht sind, wird die Mitfällung durch doppelte Dekomposition
vorzugsweise in Kombination mit den zuvor offenbarten heterogenen Verfahren angewendet
wie im Folgenden veranschaulicht.
Beispielsweise wird die Synthese eines pigmentartigen Hybrides mit
fünf Komponenten bewerkstelligt entsprechend einem kombinierten Verfahren:
A. Eine wässrige Suspension von Sr(OH)2, ZnO und Wollastonit wird
behandelt mit MoO3 und H2NCN entsprechend dem heterogenen
Verfahren:
ZnO + 0,5CaSiO3 + 0,2Sr(OH)2 + 0,2MoO3 + H2NCN
+ H2O-(70–85°C)→ZnNCN/0,5CaSiO3/0,2SrMoO4
+ 2,2H2O (11)
B. Ohne eine fest-flüssig-Phasentrennung wird das Gleichgewichtsgemisch von
Reaktion 11 durch Mitfällung von Gemischen von ausgewählten anionischen und kationischen
Arten, wie beispielsweise PO43–, NCN2–,
thio-organischen Komponenten (wie Natrium-Salze) und Zn2+, Al3+
(gewöhnlich als Nitrate), weiterverarbeitet:
(Reaktion 11 Produkt) + [0,4·DT + 0,5·NCN2–
+ 0,5·PO43–] + 2,9Na+ + 1,45Zn(NO3)2-(70–85°C)→0,2Zn(DT)2/
1,5ZnNCN/0,5CaSiO3/0,2SrMoO4/ 0,25Zn3(PO4)2(H2O)4
+ 2,9NaNO3(12)
wobei DT für thio-organische Komponenten steht, wie beispielsweise O,O-Di-Alkyl-Dithiophosphate,
O-Alkyl-Dithiokarbonate, N-Alkyl-(oder N-Aryl-)Dithiocarbamate oder Merkaptane.
Es wird festgestellt, dass Alkyl-Ammonium-Salze von Merkapto-Derivaten, wie beispielsweise
Di-Zyklohexylammonium-2-Merkaptobenzothiazolate, vorzugsweise in die hybriden Kompositionen
als wässrige Lösungen inkorporiert werden.
Die folgenden Beispiele demonstrieren die Durchführbarkeit der Syntheseverfahren
zur Herstellung pigmentartiger organisch-anorganischer Hybridkompositionen entsprechend
der vorliegenden Erfindung. Der experimentelle Nachweis demonstriert auch das synergetische
Verhalten gleicher Materialien hinsichtlich der Vermeidung von Korrosion in kommerziell
signifikanten metallischen Substraten, welche Eisen, Stahl, Silber, Kupfer und Aluminium
einschließen. Andere Aspekte der Erfindung werden anhand der folgenden Beispiele
dargestellt, wobei alle Prozentangaben Gewichtsprozente betreffen, soweit nicht
anders indiziert.
AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
Die unter Ausführungsbeispiel 1 dargestellten experimentellen Ergebnisse
dienen der Darlegung der oben genannten Begrenzungen des Konzeptes und der Durchführung
entsprechend der Druckschrift US 4,329,381.
VERGLEICHENDES AUSFÜHRUNGSBEISPIEL 1
sVorbereitungen für Exemplare von Zn-2-Merkaptobenzothiazolaten in
technischem Grad wurden ausgeführt gemäß den Empfehlungen der oben genannten Druckschrift
US 4,329,381 unter Verwendung der grundsätzlich
aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren.
1.1. Eine gut aufgelöste und hydratisierte, hochreaktive Suspension
von ZnO wurde vorbereitet, um Zn(MBT)2 durch "direkte Konversion" zu
erhalten, indem 1,0 Mol eines derartigen Produktes (AZO 66-Grad, mit einer durchschnittlichen
Partikelgröße von 0,25 Mikron von "American Smelting and Refining Co.") in 500 ml
intensiv gerührtes heißes Wasser (80–85°C) eingeführt wurde und in denselben
Bedingungen für eine Stunde gelassen wurde.
Gleichzeitig wurde in ähnlicher Weise eine wässrige Lösung vorbereitet,
welche 2,0 Mol von fein geriebenem MBT in 1000 ml Wasser beinhaltet (341,2 g von
98%, verfügbar von "Aldrich Chemical Co."), wobei allerdings eine im Wesentlichen
kleine, aber effektive Menge eines oberflächenaktiven Stoffes (Igepal-CA 630, vertrieben
durch "Hydrite Chemical Co.", WI) eingesetzt wurde. Der "Konversions"-Vorgang wurde
durchgeführt mittels einer graduellen Einführung der ZnO-Suspension in die MBT-Suspension,
Hinzufügung von 25 g Eisessig (als Katalysator), und unter heftiger Bewegung des
Reaktionsgemisches bei 98–100°C für 2,5 Stunden. Anschließend wurde die
feste Phase der resultierenden Suspension durch Filterung getrennt, bei 105–110°C
über Nacht getrocknet und pulverisiert zu einem Feinheitsgrad eines 100% + 270 Netzes.
Entsprechende analytische Daten sind in Tabelle 1 dargestellt.
1.2. Eine Vorbereitung von Zn(MBT)2 wurde durch Umwandlung
einer gemischten Suspension, welche basische Zink-Karbonate und MBT enthielt, in
identischer Weise wie oben beschrieben durchgeführt mit der Ausnahme, dass kein
Eisessig verwendet wurde und die zuvor erhaltene ZnO-Suspension zuerst umgewandelt
wurde in eine basische Zink-Karbonat-Suspension durch Kühlung derselben auf ungefähr
40°C und durch kontinuierliche Einführung eines CO2-Gases mit einer
handhabbaren Rate und intensiver Bewegung für ungefähr eine Stunde.
Die verbundenen analytischen Daten werden im Folgenden präsentiert.
1.3. Zn(MBT)2 in technischem Grad wurde hergestellt durch
"Abscheidung" wie folgt:
Wässrige Lösungen von 1,0 Mol ZnSO4/1000 ml bei pH = 4,0–4,3
und von 2,0 Mol Na-MBT/1000 ml wurden vorbereitet, wobei ZnO mit hoher Reinheit
und MBT in technischem Grad mit 98% Gehalt eingesetzt wurden. Insbesondere die letztgenannte
Lösung wurde erhalten, indem in kleinen Inkrementen 341,2 g von MBT und 81,0 g NaOH
in intensiv gerührte 800 ml Wasser bei Umgebungstemperatur hinzugefügt wurden und
im Weiteren das Volumen der Lösung vervollständigt wurde. Zn(MBT)2 in
technischem Grad wurde abgeschieden mittels einer Einführung der oben genannten
Lösungen in ausreichend bewegten 300 ml Wasser bei Umgebungstemperatur, welche simultan
bei identischen Förderraten (in ungefähr 30 Minuten) erfolgte. Nach einer Stunde
währendem Umrühren bei dieser Temperatur wurde der erhaltene Brei gefiltert, intensiv
gewaschen zu salzfreien Zuständen und weiterbehandelt in entsprechender Weise wie
oben offenbart. Die verbundenen analytischen Daten werden nachfolgend präsentiert.
1.4. Zn(MBT)2 in einem gereinigten Grad, welches kein nicht-reagiertes
MBT enthält, wurde mittels lösender Extraktion hergestellt. Für diesen Zweck wurden
200 g Zn(MBT)2 in technischem Grad (hergestellt mittels Abscheidung entsprechend
1.3.) suspendiert in 600 ml von 98% Ethanol, intensiv umgerührt für 30 Minuten bei
ungefähr 45°C, gefiltert, über Nacht getrocknet bei 105°C und pulverisiert.
Verbundene analytische Daten werden nachfolgend präsentiert.
1.4.1 Hybrid in 0,2 Zn(MBT)2/0,8ZnNCN-Komposition in Pigmentart
wurde synthetisiert entsprechend Reaktion 6 gemäß der vorliegenden Erfindung und
mit dem folgenden Verfahren:
Wässriger ZnO-Brei, welcher 1,0 Mol (81,38 g) in AZO 66-Grad in 500
ml H2O beinhaltete, wurde durch intensive Bewegung für eine Stunde vorbereitet
auf die Suspension bei 80-85°C. Unter Beibehaltung der Reaktionsbedingungen
wurde die ZnO-Suspension durch Einführung von 1,1 Mol (46,5 g) von H2NCN
als wässrige Lösung von 25% in dieselbe in ungefähr 15 Minuten umgewandelt in eine
ZnNCN-Suspension (unter Anwendung des Verfahrens entsprechend der Druckschrift
US 5,176,894). Nach einer Weiterbehandlung
für eine Stunde unter denselben Bedingungen und ohne eine Fest-Flüssig-Separierung
wurde die ZnNCN-Suspension mittels der Hinzufügung einer wässrigen Suspension, welche
0,2 Mol (34,0 g) von feingeriebenem 2-Merkaptobenzothiazol beinhaltete, umgewandelt
in eine pigmentartige hybride Suspension (wie beschrieben). Der Konvertierungs-Prozess
entsprechend Reaktion 6 wurde beendet durch intensive Bewegung der Suspension bei
85–90°C für 2,5 Stunden und anschließende Pulverisierung der gefilterten
festen Phase, welche über Nacht bei ungefähr 100°C getrocknet
worden ist, zu einer +325-Netzfeinheit.
Das verbundene IR-Spektrum, welches in 3
dargestellt ist, zeigt, dass das Produkt kein nicht-reagiertes MBT enthält. Es ist
wichtig festzustellen, dass die Testergebnisse, welche nachfolgend in Tabelle 1.3
dargestellt sind, die oben angeführte Behauptung stützt: pigmentartiges Hybrid von
2,0·ZNz(MBT)2/0,8ZnNCN, welches entsprechend der vorliegenden
Erfindung synthetisiert worden ist, besitzt keine eine Aushärtung vermeidende Wirkung.
Tabelle 1.1
Qualitätsparameter von Zn(MBT)2-Arten
IR-Spektren von Zn(MBT)2, hergestellt entsprechend 1.1
und 1.3, sind dargestellt in den 1 bzw. 2.
1.5. Um die eine Aushärtung vermeidende Wirkung von verschiedenen
Zn(MBT)2-Proben in technischem Grad zu bewerten, die entsprechend 1.1.
bis 1.4. produziert worden sind, wurden Lösungsmittel-basierte mittlere Öl-Alkyde
(1.5.1.) und wasserrückführbare, kettengestoppte kurze Öl-Alkydharz basierte Farb-Verbindungen
(1.5.2.) angewendet wie nachfolgend dargestellt.
Tabelle 1.2.
Zulieferer für Rohmaterialien: (1) U.S. Oxides; (2) Pfizer Inc., Chemical
Div.; (3) Columbian Chemical Co.; (4) Rheox, Inc.; (5) McWhorther Technologies;
(6) Reichold Chemicals, Inc.; (7) Interstab Chemicals, Inc.;
1.6. Eine eine Aushärtung vermeidende Aktivität von Zn(MBT)2-Sorten
in technischem Grad, welche synthetisiert sind entsprechend 1.1–1.4 und von
einem MBT in technischem Grad, wurde bewertet unter Bestimmung der minimalen Konzentration
der oben genannten Materialien, die notwendig ist zur Vermeidung eines Aushärtungsprozesses
von Lösungsmittel und wasserlöslicher Akrylharz-basierter Farbverbindung entsprechend
1.5.1 bzw. 1.5.2.
Zu diesem Zweck werden 7,6 × 10–3 cm (3 mil)
dicke Anwendungen der oben genannten Farbformulierungen, welche variable Mengen
von Zn(MBT)2-Sorten beinhalten, auf Sinkgeschwindigkeits-Bretter ("draw-down
boards") appliziert, anschließend getrocknet bei 70°C für 30 Minuten und hinsichtlich
der Aushärtung gewertet. Heftfreie Anwendungen wurden als ausgehärtet angesehen.
Die eine Aushärtung vermeidende Wirkung von Zn(MBT)2-Sorten wurde abgeschätzt
durch eine Beobachtung der entsprechenden minimalen Konzentration, welche notwendig
ist für eine teilweise Verhinderung eines Aushärtens. Daten werden nachfolgend präsentiert.
Tabelle 1.3
Wie beobachtet zeigen alle Zn(MBT)2-Sorten in technischem
Grad, einschließlich 1.3. hergestellt mittels Abscheidung, und MBT, eine eine aushärtungsvermindernde
Wirkung in lösungsmittelbasierten alkyden Systemen bei kleinen Konzentrationen im
Bereich von 0,3– 0,5 Gewichts-%. Im Vergleich vermeidet Zn(MBT)2
von erhöhtem Reinheitsgrad keine derartige Wirkung, selbst bei Konzentration mit
> 10,0 Gewichts-%.
Getestete Materialien zeigen ein ähnliches Verhalten in wasserrückführbaren
alkyden Systemen, allerdings bei höheren minimalen vermeidenden Konzentrationen.
BEISPIELE FÜR AUSFÜHRUNGSFORMEN ENTSPRECHEND DER
VORLIEGENDEN ERFINDUNG
Alle nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiele offenbaren Herstellungsverfahren
und entsprechende chemische Zusammensetzungen von pigmentartigen organisch-anorganischen
hybriden Komponenten, die entsprechend der vorliegenden Erfindung herbeiführbar
sind. Ebenso dargestellt sind experimentelle Daten hinsichtlich der Anwendbarkeit
in verschiedenen und insbesondere in Farbsystemen auf Alkyd-Basis ebenso wie hinsichtlich
deren synergetischem Verhalten hinsichtlich einer Korrosionsvermeidung.
Ausführungsbeispiel 2
Pigmentartiges, organisch-anorganisches hybrides Material, welches
synergetisch ist hinsichtlich Ag, Cu, Al, Fe-Korrosionsvermeidung und repräsentiert
wird durch die Phasen-Zusammensetzungsformel:
2.1. 0,05Zn(MBT)2/ZnNCN, und2.2. 0,05Zn(MBT)2/ZnNCN/0,5CaSiO3
wobei 2.1. ungefähr 17 Gewichts-% Zn(MBT)2 beinhaltet, wurde produziert
entsprechend des nachfolgenden Verfahrens:
Zur Synthetisierung von 2.1. wurde hoch-reaktive, hydratisierte und
feinzerteilte ZnO-Suspension vorbereitet durch die Einführung von 1.0 Mol von ZnO
(AZO 66 Grad, gekennzeichnet durch 0,25 Mikron durchschnittliche Partikelgröße,
Gehalt: > 99,9%, von "American Smelting and Refining Co.") in 500 ml heißes Wasser
unter intensiver Bewegung vorbereitet. Der Dispersions- und Hydrier-Vorgang wurde
vollendet unter Aufrechterhaltung derselben Bedingungen (85–90°C) für
eine zusätzliche Stunde.
Gleichzeitig wurde eine wässrige Lösung von MBT (technischer Grad
98% 2-Merkaptobenzothiazol, verfügbar bei "Aldrich Chemical Co.") erhalten in ähnlicher
Weise, welche 0,1 Mol (17,0 g von 98%) derselben in 200 ml Wasser bei Umgebungstemperatur
beinhaltete, wobei allerdings eine kleine, aber effektive Menge eines nicht-ionischen
oberflächenaktiven Stoffes (Igepal-CA 630, vertrieben durch "Hydrite Chemical Co.",
WI) als befeuchtende Hilfe eingesetzt wurde.
Durch Einführung der letztgenannten Suspension in die erstgenannte
wurde eine gemischte Suspension gebildet und umgewandelt bei 85–90°C und
intensiver Bewegung für 2,5 Stunden in eine Zn(MBT)2-ZnO-Suspension.
Anschließend wurde pigmentartiges hybrides Material entsprechend der zuvor stehend
spezifizierten Phasenkomposition, produziert durch Einfügung von 1,05 Mol H2NCN
(als wässrige Lösung von 50 Gewichts-%, verfügbar von "S.K.W.", Deutschland) innerhalb
von ungefähr 30 Minuten in das Reaktionsgemisch und unter Beibehaltung derselben
Bedingungen (80–85°C, intensive Bewegung) für eine Stunde. Die feste Phase
der resultierenden Suspension wurde mittels einer Filtration separiert. Der Presskuchen
wurde ohne Waschen getrocknet bei 105–110°C für 12 Stunden und pulverisiert
bis zu einer Feinheit von 100% + 270 Netz.
Organisch-anorganisches hybrides Pigment entsprechend der Phasen-Kompositionsformel
2.2 wurde synthetisiert in identischer Weise wie für Ausführungsbeispiel 2.1 beschrieben
synthetisiert unter Hinzufügung einer gemischten Suspension von 1,0 Mol (81,38 g)
ZnO und 0,5 Mol (58,0 g) Wollastonit Grad CaSiO3 in 1000 ml Wasser. (Vgl.
Ausführungsbeispiel 3 für spezifischere Daten hinsichtlich CaSiO3).
Entsprechende analytische Daten und IR-Spektren für Ausführungsbeispiel
2.2 sind dargestellt in Tabelle 2 und 4.
Tabelle 2Ausführungsbeispiel 3
Pigmentartige, organisch-anorganische hybride Materialien, gekennzeichnet
durch korrosionsvermeidende Eigenschaften entsprechend Ausführungsbeispiel 2 und
durch Phasen-Zusammensetzungsformeln:
3.1. 0,05Zn(MBI)2/ZnNCN/0,5CaSiO33.2. 0,05Zn(MTH)2/ZnNCN/0,5CaSiO3
wobei Zn(MBI)2 und Zn(MTH)2 für Zinksalze 2-Merkaptobenzimidazol
oder 2-Merkaptothiazoline stehen, die kommerziell verfügbar sind mit 98% Gehalt
von "Aldrich Chemicals Co.") wurden herbeigeführt entsprechend dem folgenden Verfahren:
Eine gemischte Suspension, welche 160,0 g CaSiO3 (NYAD
1250 Grad Wollastonit von "NYCO Minerals Inc.") und 224,0 g (2,75 Mol) von ZnO in
2500 ml H2O enthält, wurde in einer ähnlichen Weise wie beschrieben vorbereitet
in dem anwendbaren Teil von Ausführungsbeispiel 2, allerdings bei kleineren Temperaturen
von 65–86°C.
Anschließend wurden hybride Pigmentsorten entsprechend 3.1 und 3.2
hergestellt durch Einführung von vorbereiteten wässrigen Lösungen von Zn(NO3)2
(0,15 Mol als ungefähr 25-%ige Lösung) in die gemischten Suspensionen von CaSiO3/ZnO
in ungefähr 15 Minuten.
Simultan wurden geeignete Mengen von Na-MBI und Na-MTH hinzugefügt.
Nach einer Stunde intensiver Bewegung bei 65–75°C wurden 3 Mol von H2NCN
(als 20-%ige Lösung) in ungefähr 30 Minuten in das Reaktionsgemisch eingeführt.
Hiernach wurden dieselben Reaktionsbedingungen für ungefähr 60 zusätzliche Minuten
weiter aufrechterhalten.
Wässrigen Lösungen von Na-MBI und Na-MTH wurden vorbereitet durch
Auflösung von 0,30 Mol von 2-Merkaptothiazonlin (36,5 g von 98%) oder 2-Merkaptobenzimidazol
(46,0 g von 98%) in 300 ml H2O, welches 0,30 Mol von NaOH enthält.
Die Umwandlung wurde beendet und die erhaltenen zusammengesetzten
Pigmente wurden weiterbehandelt wie dargestellt in dem entsprechenden Bereich für
Ausführungsbeispiel 2 mit der Ausnahme, dass der Brei abgekühlt wurde auf Umgebungstemperatur,
bevor die fest-flüssige Separation durchgeführt wurde.
Entsprechende analytische Daten und IR-Spektren für Ausführungsbeispiel
3.1 sind in Tabelle 3 und 5 dargestellt.
Tabelle 3Ausführungsbeispiel 4
Pigmentartiges, mehrere Komponenten aufweisendes, organisch-anorganisches
hybrides Material, welches gekennzeichnet ist durch das synergetische Verhalten
hinsichtlich einer Korrosionsvermeidung von Metall und repräsentiert ist durch die
Phasen-Kompositionsformel:
0,06Zn(MBT)2/0,06Zn(MTH)2/ZnNCN/0,21Zn3(PO4)22H2O
wurde hergestellt entsprechend des folgenden Verfahrens:
Eine Dispersion (A) mit 138,5 g (1,7 Mol) von ZnO/1000 ml H2O
und Lösung (B) mit 2,4 Mol ZnSO4/1500 ml bei ungefähr pH = 4,0 wurden
vorbereitet unter Anwendung des anwendbaren Teilbereiches in Ausführungsbeispiel
2 und üblicher Verfahren.
Lösung (C), welche anionische Sorten beinhaltet, wurde vorbereitet
unter Auflösung von jeweils 0,3 Mol MBT (36,5 g von 98%) und MTH (51,2 g von 98%),
sowie 1,0 Mol von H3PO4 in 1000 ml wässriger Lösung von 4,8
Mol NaOH. Nach einer Abkühlung auf Umgebungstemperatur wurden 0,6 Mol von H2NCN
hinzugefügt und das Volumen vervollständigt zu 1500 ml.
Pigmentartiges hybrides Material entsprechend der oben spezifizierten
Phasen-Zusammensetzungsformel wurde hergestellt, indem in ungefähr 30 Minuten 1,8
Mol von wässrigem H2NCN und anschließend (in ungefähr 30 Minuten) Lösungen
(B) und (C) (gleichzeitig) in stark gerührter Dispersion (A) eingeführt wurden.
Der pH-Wert des Reaktionsmediums wurde als 7–8 ermittelt.
Dieselben Reaktionsbedingungen wurden für zusätzliche 60 Minuten aufrechterhalten
bei 60–65°C. Anschließend wurde die feste Phase der Suspension durch Filtration
getrennt, gewaschen zu löslichen salzfreien Bedingungen und weiterverarbeitet in
identischer Weise wie in dem anwendbaren Bereich für Ausführungsbeispiel 2 offenbart.
Entsprechende analytische Daten sind in Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4
Gemessene ParameterErmittelte WerteZn total %46,7NCN %13,6pH8,4Öl-Absorption, lbs/100 lbsSpezifisches Gewicht2,63Ergebnis, gr.550,0
Ausführungsbeispiel 5
Pigmentartiges, organisch-anorganisches hybrides Material, welches
gekennzeichnet ist durch ein ähnliches korrosionsvermeidendes Verhalten wie die
in den vorhergehenden Ausführungsbeispielen beschriebenen Kompositionen und repräsentiert
ist durch die Phasen-Zusammensetzungsformel:
0,075Zn-DMTD/ZnNCN
wobei Zn-DMTD Zn-2,5-Dimerkapto-1,3,4-Thiadiazolat ist, wurde hergestellt entsprechend
der nachfolgend beschriebenen Prozedur:
Hochreaktive ZnO-Suspension (A), die 2,0 Mol eines solchen Produktes
in 1000 ml Wasser enthält, wurde vorbereitet wie beschrieben in dem entsprechenden
Bereich für Ausführungsbeispiel 2. Lösung (B) mit 0,15 Mol ZnSO4 in 200
ml Wasser und Lösung (C) mit 0,15 Mol Disodium 2,5-Dimerkapto-1,3,4-Thiadiazolat
in 200 ml Wasser wurden erzeugt entsprechend einem üblichen gemeinsamen Verfahren
oder über eine Auflösung der geeigneten Menge DMTD (verfügbar von "Aldrich Chemical
Co.") in wässriger Lösung von 0,3 Mol NaOH.
Hybrides Material entsprechend der oben spezifizierten Phasenzusammensetzung
wurde hergestellt durch simultanes Einfügen von Lösungen (B), (C) innerhalb von
ungefähr 30 Minuten und mit einer vergleichsweise höheren Rate von 200 ml einer
Lösung, die 2,1 Mol von H2NCN beinhaltet, in die intensiv bewegte Suspension
(A) bei ungefähr 50–60°C. Nach der Einführung der Reaktionspartner wurde
der pH-Wert des Reaktionsmediums, sofern notwendig, angepasst an einen pH-Wert von
8,0 und dieselben Bedingungen wurden aufrechterhalten für eine Stunde. Anschließend
wurde die erhaltene Pigment-Suspension weiterbehandelt wie in dem anwendbaren Bereich
für Ausführungsbeispiel 1 beschrieben.
Entsprechende analytische Daten und ein IR-Spektrum sind nachfolgend
und in 6 dargestellt.
Tabelle 5
Pigmentartiges hybrides Material mit ähnlichen Eigenschaften wie in
den vorhergehenden Ausführungsbeispielen dargestellt, repräsentiert durch die Phasen-Zusammensetzungsformel:
0,13Zn(CyDC)2/ZnNCN/0,21Zn3(PO4)22H2O
wobei Zn(CyDC)2 für Zn-(-S(S)-NH-C6H11)2,
Zn-Zyklohexyl-Dithiocarbamat steht, wurde hergestellt wie für Ausführungsbeispiel
4 beschrieben mit der Ausnahme, dass Lösung (C) in diesem Fall 1,0 Mol von Na3PO4
und jeweils 0,6 Mol Na2NCN und Na-Zyklohexyl-Dithiocarbamat
enthielt.
Letztere wurde wie folgt synthetisiert entsprechend eines aus dem
Stand der Technik bekannten Verfahrens: 0,65 Mol CS2 wurden langsam hinzugefügt
bei normalen Temperaturen in eine wässrige Lösung, welche 0,6 Mol Zyklohexylamin
und 0,6 Mol NaOH in 400 ml Wasser enthielt.
Entsprechende analytische Daten und ein IR-Spektrum sind nachfolgend
und in 7 dargestellt.
Tabelle 6
Pigmentartiges organisch-anorganisches hybrides Material, welches
über ein ähnliches korrosionsvermeidendes Verhalten verfügt wie die Materialien,
die in den vorherigen Ausführungsbeispielen beschrieben worden sind, und welches
repräsentiert ist durch die Phasen-Zusammensetzungsformel:
0,06Zn(n-pDC)2/ZnNCN/0,21SrMoO4/0,1Zn3(PO4)22H2O
wobei Zn(n-pDC)2 entsprechend (n-C3H7-O-C(S)S-)2-Zn,
Zink-n-Propyl-O-Dithiokarbonat gebildet ist, wurde synthetisiert wie für Ausführungsbeispiel
4 beschrieben mit der Ausnahme, dass die Lösungen (B) und (C) in diesem Fall 0,5
Mol Sr(NO3)2, 1,65 Mol Zn(NO3)2/1500
ml H2O und 0,5 Mol Na3PO4, 0,5 Mol Na2MoO4,
0,6 Mol Na2NCN, 0,6 Mol Na-S(S)C-O-C3H7-n/1500
ml H2O beinhaltet haben.
Die notwendigen Mengen von Na-n-Propyl-Dithiokarbonat wurden synthetisiert
entsprechend dem folgenden aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren: in ein
Gemisch aus 0,61 Mol n-Propanol und 0,6 Mol NaOH/100 ml H2O wurden 0,61
Mol CS2 allmählich eingeführt unter moderater Bewegung und bei 40–50°C.
Anschließend wurden dieselben Bedingungen für eine Stunde aufrechterhalten. Die
erhaltene wässrige Lösung wurde anschließend in die Lösung (C) eingebracht.
Entsprechende analytische Daten werden anschließend dargestellt. Vgl.
das IR-Spektrum gemäß 8.
Tabelle 7
Mehrphasige pigmentartige hybride Materialien, anwendbar für eine
Korrosionsvermeidung von Ag, Cu, Al, Fe und repräsentiert durch die Phasen-Zusammensetzungsformel:
0,05dCy-MBT/ZnNCN/0,5CaSiO3
(wobei dCy-MBT für Di-Zyklohexylammonium 2-Merkaptobenzothiazolat steht) wurde hergestellt
entsprechend dem nachfolgend dargestellten Verfahren:
CaSiO3/ZnO gemischte Suspension (A), welche 165,0 g CaSiO3
und 224,0 g (2,75 Mol) ZnO in 2000 ml H2O enthält, wurde in identischer
Weise vorbereitet wie in dem anwendbaren Teil für Ausführungsbeispiel 3 beschrieben.
Begleitend wurde eine wässrige Suspension (B) Di-Zyklohexylammonium
2-Merkaptobenzothiazolat hergestellt durch simultane Einführung
von 0,15 Mol Na-2-Merkaptobenzothiazolat (als wässrige Lösung, vorbereitet durch
Auflösung der geeigneten Menge MBT in technischem Grad in 200 ml Lösung, die 0,15
Mol NaOH enthält) und wässriger Lösung Di-Zyklohexylammoniumsulfat, welches zuvor
vorbereitet wurde durch Neutralisierung von 27,5 g (0,15 Mol) von Di-Zyklohexlamin
(technischer Grad mit 98% Gehalt, verfügbar bei "Aldrich Chemical Co.") in 150 ml
H2O, mit 0,08 Mol H2SO4, in 200 ml H2O
(unter Bewegung und normalen Temperaturbedingungen).
Anschließend wurde pigmentartiges hybrides Material entsprechend der
oben spezifizierten Phasen-Zusammensetzungsformel produziert durch Einführung von
Suspension (B) und simultan 3,0 Mol H2NCN (als wässrige Lösung von 25%)
in Suspension (A) unter intensiver Bewegung in ungefähr 30 Minuten.
Während (B) und H2NCN-Einführung wurde die Temperatur des
intensiv gerührten Reaktionssystems bei 65–75°C gehalten. Der Umwandlungs-Prozess
wurde beendet unter denselben Bedingungen innerhalb einer zusätzlichen Stunde.
Der erhaltene Pigment-Brei wurde anschließend auf normale Temperaturen
gekühlt, gefiltert, gewaschen zu salzfreien Bedingungen und weiterverarbeitet entsprechend
dem anwendbaren Teil für Ausführungsbeispiel 2.
Entsprechende analytische Daten und ein charakteristisches IR-Spektrum
werden in Tabelle 8 und 9 dargestellt.
Tabelle 8
Eine pigmentartige organisch-anorganische hybride Zusammensetzung,
repräsentiert durch die Phasen-Zusammensetzungsformel:
0,05Zn(CyM)2/ZnNCN/0,5CaSiO3
(wobei Zn(CyM)2 für Zn(-S-(C6H11)2,
Zn-Zyklohexylthiolat steht) und anwendbar als korrosionsvermeidende Pigment-Komponente
von Farb- und Überzugsformulierungen für den Schutz von Ag, Cu, Al, Fe, wurde herbeigeführt
unter Berücksichtigung aller Details des für die Ausführungsbeispiele 3/3.2. beschriebenen
Verfahrens mit der Ausnahme, dass in diesem Fall, anstelle von 2-Merkaptothiazolin,
0,28 Mol (33,5 g; 97%) von Zyklohexyl Merkaptan (verfügbar von "ELF Atochem North
America, Inc.") eingesetzt wurden.
Alle Handlungen unter Verwendung von Zyklohexyl Merkaptan wurden ausgeführt
in einer geschlossenen Versuchseinrichtung, die ausgerüstet war mit einer Reinigungsanlage
für kaustische Stoffe ("caustic scrubber"). Entsprechende analytische Daten und
ein charakteristisches IR-Spektrum sind dargestellt in Tabelle 9 und 10.
Tabelle 9
Organisch-anorganische hybride Materialien, anwendbar als pigmentartige
Korrosions-Inhibitoren und repräsentiert durch die Phasen-Zusammensetzungsformel: 0,06Zn(DTP)2/ZnNCN/0,4CaSiO3/0,2Zn3(PO4)22H2O
wobei Zn(DTP)2 Zn-(S(S)P[-OCH2-CH(CH3)CH3]2
oder Zn-O, O-Di-i-Butyl-Dithiophosphat symbolisiert, wurde hergestellt entsprechend
dem folgenden Verfahren:
Die gemischte Dispersion (A), die 138,5 g (1,7 Mol) ZnO, 116,5 g (1,0
Mol) CaSiO3/1000 ml H2O enthält, und Lösung (B) mit 2,25 Mol
ZnSO4/1500 ml, letztere mit ungefähr einem pH-Wert = 4,0, wurden entsprechend
dem anwendbaren Bereich von Ausführungsbeispiel 2 vorbereitet und nach üblichem
Verfahren behandelt.
Die Lösungen (C) und (D), die 1,0 Mol Na3PO4,
0,6 Mol Na2NCN/1000 ml H2O und 0,3 Mol Na-DTP/500 ml H2O
enthalten, wurden bei Umgebungstemperatur vorbereitet.
Pigmentartige hybride Materialien entsprechend der oben spezifizierten
Phasen-Zusammensetzungsformel wurden hergestellt, indem zunächst in ungefähr 30
Minuten 1,8 Mol von wässrigem H2NCN und anschließend in ungefähr 30 Minuten
Lösungen (B), (C) und (D) (gleichzeitig) in die intensiv gerührte Dispersion (A)
eingeführt wurden. Es wurde ein pH-Wert des Reaktionsmediums von 7–8 festgestellt.
Dieselben Reaktionsbedingungen wurden aufrechterhalten für zusätzliche
60 Minuten bei 60–65°C. Anschließend wurde die feste Phase der Suspension
abgetrennt durch Filtrierung, gewaschen zu löslichen salzfreien Bedingungen und
weiterbehandelt wie für den anwendbaren Bereich für Ausführungsbeispiel 2 beschrieben.
Entsprechende analytische Daten und IR-Spektren sind dargestellt in
Tabelle 10 und 11.
Tabelle 10
Um die aushärtungsvermeidende Wirkung verschiedener organisch-anorganischer
hybrider Pigmente zu ermitteln, welche entsprechend der vorliegenden Erfindung hergestellt
sind, wurden mittlere Öl-Alkydharz-basierte Farbverbindungen entsprechend 1.5.1/Tabelle
1.2 gemäß Ausführungsbeispiel 1 und das Testverfahren entsprechend 1.6/Ausführungsbeispiel
1 angewendet. In diesem Fall wurden allerdings alle hybriden Pigmente getestet bei
4 Gewichts-% der Farbformulierung und wie zuvor wurden klebfreie Anwendungen als
ausgehärtet betrachtet. Die Ergebnisse sind im Folgenden dargestellt.
Tabelle 11
Wie festgestellt, zeigte kein hybrides Pigment (getestet bei 4% Gewicht)
eine aushärtungsvermeidende Wirkung in dem radikal ausgehärteten, lösungsmittelbasierten
mittleren öl-alkyden Farbsystem. Ein derartiges Verhalten indiziert, dass die hybriden
Pigmente, die entsprechend der vorliegenden Erfindung synthetisiert sind, grundsätzlich
frei von nicht-komplexen Thiol-Komponenten sind. Es wird festgestellt, dass Zn(MBT)2
in technischem Grad, welches vorbereitet ist entsprechend der Druckschrift
US 4,329,381, die Vermeidung einer Aushärtung
zeigt. (Vgl. Tabelle 1.3 und Ausführungsbeispiel 1 für Details).
Ausführungsbeispiel 12
Ausgewählte pigmentartige hybride Zusammensetzungen, die entsprechend
der vorliegenden Erfindung synthetisiert sind, sind (im Vergleich zu Strontiumchromat)
getestet worden als eine Pigmentkomponente mit schützenden Primer-Formulierungen,
speziell für deren korrosionsvermeidende Wirkung für Metall.
Zwei derartige lösungsmittelbasierte Epoxy/Polyamide- (zwei Komponenten)
Test-Formulierungen (bezeichnet als 12.1 und 12.2) und korrespondierende Kontroll-Formulierungen
wurden angewendet und getestet auf Aluminium und Kupfer-Substraten. Details werden
nachfolgend in Tabelle 12 dargelegt. Es wird festgestellt, dass in beiden Fällen
pigmentartiges Strontiumchromat angewendet wurde als korrosionsvermeidende Komponente
von den jeweiligen Kontroll-Verbindungen.
Tabelle 12PM Acetat – Propylen Glycol Methyl Ether Acetat; Zulieferer des
Rohmaterials: (1) Omya, Inc.; (2) DeGussa Co.; (3) American Cyanamide; (4) Wayne
Pigment Co.Ausführungsbeispiel 13
Die Testverbindung 12.1 (vgl. Ausführungsbeispiel 12) wurde angewendet,
um die Effektivität der korrosionsvermeidenden Wirkung von pigmentartigem Hybrid
auf Aluminium zu bewerten, welches repräsentiert ist durch die Phasen-Zusammensetzungsformel:
0,05Zn(MBT)2/ZnNCN/0,5CaSiO3,
welches synthetisiert ist entsprechend Ausführungsbeispiel 2.2.
Zu diesem Zweck wurden die Formulierung 12.1 und die zugeordnete Kontroll-Formulierung
durch einen drahtgewickelten Stab angewendet auf eine Aluminiumplatte vom Typ A
3003 H14 (von "The Q-Panel Co.") mit 1,5 × 10–3–2,0
× 10–3 cm (0,6–0,8 mils) Dicke, bei Raumtemperatur
einem Alterungsprozess für sieben Tage unterzogen, vertikal geritzt und anschließend
einem Salzspray ausgesetzt (entsprechend ASTM B-117). Es wird festgestellt, dass
die korrosionsvermeidende Wirkung als direkt proportional mit der korrosionsvermeidenden
Wirkung der getesteten Pigment-Komponenten angenommen werden kann. Die Testergebnisse
werden zusammengefasst in Tabelle 13.
Tabelle 13
Auf Basis der obigen dargestellten experimentellen Ergebnisse kann
gefolgert werden, dass ein hybrides Pigment mit der Phasen-Zusammensetzung
0,05Zn(MBT)2/ZnNCN/0,5CaSiO3
eine exzellente korrosionsvermeidende Wirkung auf Aluminium besitzt, welche ähnlich
wirksam ist wie SrCrO4, was als industrieller Standard
für derartige Anwendungen angesehen wird.
Ausführungsbeispiel 14
Die Test-Verbindungen 12.1 und 12.2 (vgl. Ausführungsbeispiel 12)
wurden verwendet, um die korrosionsvermeidende Wirkung von pigmentartigen Hybriden,
welche repräsentiert sind durch Phasen-Zusammensetzungsformeln
0,05Zn(MBT)2/ZnNCN/0,5CaSiO3
(Ausführungsbeispiel 2.2) und 0,075 Zn-DMTD/ZnNCN und von denen die letztere Verbindung
synthetisiert ist entsprechend dem Ausführungsbeispiel 5, auf Kupfer zu beurteilen.
Die Test-Formulierung und die zugeordnete Kontroll-Formulierung wurden
auf kommerziell verfügbare Kupferplatten angewendet, gebacken, einem Alterungsprozess
bei Raumtemperatur für sieben Tage ausgesetzt, vertikal geritzt und anschließend
getestet. Die Bewertung der korrosionsvermeidenden Wirkung der oben spezifizierten
hybriden Pigmentverbindungen, vergleichbar mit SrCrO4, wurde wie folgt
ausgeführt entsprechend einem elektrolytischen Prozess (von "NIKE-TECH, Inc.", Alvarado,
TX):
Anodisch polarisierte Test- und Kontrollplatten, ebenso wie eine inerte
Katode, wurden simultan eingetaucht in eine wässrige elektrolytische Lösung, welche
NaCl, Ammoniak, Na2SO4 und einen oberflächenaktiven Stoff
enthielten. 6 Volt Gleichspannung wurde für 30 Minuten bei Umgebungstemperatur angelegt.
Hieran anschließend wurde die physikalische Unversehrtheit der Überzüge visuell
bewertet. Die Wirkung wurde bewertet in einer Klasseneinteilung von 1 (schlechteste)
bis 5 (beste).
Es wird wieder festgestellt, dass die schützende Wirkung der Überzüge
wieder direkt proportional mit der korrosionsvermeidenden Wirkung der getesteten
Pigment-Komponente angenommen werden kann.
Die Testergebnisse werden zusammengefasst in Tabelle 14.
Tabelle 14
Auf der Basis dieser Testergebnisse kann festgestellt werden, dass
die hybriden Pigmente mit den Phasen-Zusammensetzungsformeln
0,05Zn(MBT)2/ZnNCN/0,5CaSiO3 und 0,075Zn-DMTD/ZnNCN
eine exzellente korrosionsvermeidende Wirkung auf Kupfer zeigen, welche substantiell
besser ist als die Verbindung SrCrO4, welche für derartige Anwendungen
der industrielle Standard ist.
Ausführungsbeispiel 15
Pigmentartige Hybride mit der Phasen-Zusammensetzungsformel
0,05Zn(MBT)2/ZnNCN, 0,05Zn(MBT)2/ZnNCN/0,5CaSiO3,
0,05Zn(MBI)2/ZnNCN/0,5 CaSiO3 und 0,05Zn(MTH)2/ZnNCN/0,5CaSiO3,
welche synthetisiert sind entsprechend den Ausführungsbeispielen 2.1, 2.2, 3.1 und
3.2 der vorliegenden Erfindung, wurden hinsichtlich deren korrosionsvermeidender
Wirkung auf Silber getestet als Pigmentkomponenten mit "mirror backing"-Überzugsverbindungen.
Die angewandte Test-Formulierung, welche in der Industrie gut bekannt ist, wird
nachfolgend dargestellt:
Tabelle 15.1Die pigmentartige Verbindung ZnNCN, hergestellt entsprechend den Druckschriften
US 5,176,894 und US 5,378,446 von "Wayne Pigment Co.", Milwaukee, WI, wurde verwendet
in der Kontroll-Formulierung, (1) wurde geliefert von "Rohm & Haas".
Die experimentellen Untersuchungen wurden ausgeführt bei "Nike-Tech,
Inc." (Sitz FM 1807 Nike North, Alvarado, TX, 76009). Die experimentellen Arbeiten
haben die Vorbereitung von Ag-Mirror-Substraten beinhaltet sowie eine Anwendung
durch Eintauchen der Test- und Kontroll-Überzüge bei ungefähr 2,5 × 10–3
cm (1,0 mil) trockener Dicke, eine 24-stündige Lufttrocknung sowie ein vertikales
Ritzen der Testplatten. Die Bewertung der korrosionsvermeidenden Wirkung der oben
spezifizierten hybriden Pigmentverbindungen, im Vergleich zu ZnNCN, wurde ausgeführt
entsprechend der elektrolytischen Prozedur, die im Detail für Ausführungsbeispiel
14 beschrieben worden ist. Die Testergebnisse werden wie folgt zusammengefasst:
Tabelle 15.2Hergestellt durch "Wayne Pigment Co.".
Auf der Basis der dargestellten experimentellen Ergebnisse kann geschlossen
werden, dass die pigmentartigen hybriden Materialien, die spezifisch entsprechend
den Ausführungsbeispielen 2.1 und 2.2 hergestellt sind, eine hohe korrosionsvermeidende
Wirkung auf Silber besitzen, welche größer ist als die von ZnNCN, welches für derartige
Anwendungen nach dem Stand der Technik als "lead"-freies Pigment empfohlen ist.
Ausführungsbeispiel 16
Pigmentartige organisch-anorganische Hybride, welche dem Ausführungsbeispiel
2.2 entsprechen und beschrieben sind durch die Phasen-Zusammensetzungsformel
0,05Zn(MBT)2/ZnNCN/0,5CaSiO3,
wurden bewertet in lösungsmittelbasierter mittlerer Öl-Alkyd-Formulierung für das
synergetische Verhalten hinsichtlich der Vermeidung einer Korrosion
von Stahl. Test-Formulierungen, welche die pigmentartigen Hybrid-Kompositionen enthielten
und deren Phasen-Bestandteile (pigmentartiges ZnNCN, CaSiO3-Wollastonit,
Zn(MBT)2 in technischem Grad, hergestellt entsprechend dem Ausführungsbeispiel
1.3), pigmentartiges SrCrO4 und Zink-Phosphat-Dihydrat wurden auf kaltgewalzte
Stahlplatten (von "The Q-Panel Co.") mit 3,8 × 10–3 cm (1,5
mil) Filmdicke aufgesprayt. Die Proben wurden luftgetrocknet, über Nacht einem Alterungsprozess
bei 12°C (130°F) ausgesetzt und anschließend für 670 Stunden Bedingungen
mit einem Salz-Spray ausgesetzt, entsprechend ASTM B-117 und bei Auswertung mittels
ASTM D-714. Die gesamtkorrosionsvermeidende Wirkung des Testüberzugs, welche als
direkt proportional mit der entsprechenden korrosionsvermeidenden Wirkung der Pigmente
angenommen wurde, wurden vergleichend ausgewertet und beurteilt mit Bewertungsstufen
von 0 (schlechteste) bis 10 (beste). Die Test-Verbindungen und Ergebnisse sind nachfolgend
in den Tabellen 16.1 und 16.2 dargestellt.
Tabelle 16.2
Ergebnisse der Auswertung der korrosionsvermeidenden Wirkung der Pigmente
Ein pigmentartiges Hybrid entsprechend Ausführungsbeispiel 2.2 zeigt
eine synergetisch verbesserte korrosionsvermeidende Wirkung auf kaltgewalztem Stahl
mit einem substantiell besseren Ergebnis in diesem Sinne als pigmentartiges Zn3(PO4)2(H2O)2
und in einem vergleichbaren Level mit SrCrO4. Als Manifestation der synergetischen
Effekte übertrifft dieselbe Pigmentverbindung offensichtlich die Wirkung der Komponenten,
aus denen es besteht.
Ausführungsbeispiel 17
17.1: Pigmentartige Kompositionen mit mehreren Komponenten, welche
über das synergetische Verhalten hinsichtlich der Vermeidung einer Korrosion von
Stahl verfügen und repräsentiert sind durch die Phasen-Zusammensetzungsformel
ZnNCN/0,77ZnO/0,77Zn3(PO4)2(H2O)4/2,42CaSiO3/0,3SrCO3
wurden entsprechend dem folgenden Verfahren synthetisiert:
Eine gemischte Suspension, welche feingeriebene 1,0 Mol (81,38 g)
ZnO, 0,075 Mol (11,0 g) SrCO3, 0,6 Mol (69,5 g) CaSiO3 in
1000 ml Wasser enthielt, wurde vorbereitet mittels einer Bewegung über Nacht bei
normalen Temperaturen. Wässrige Lösung von ungefähr 50%, welche 0,38 Mol H3PO4
enthielt, wurde zuerst eingeführt bei Umgebungstemperatur in die intensiv gerührte
gemischte Suspension in ungefähr 60 Minuten. Anschließend wurden 0,25 Mol H2NCN
(als wässrige Lösung 25%) in das Reaktionsgemisch eingefügt. Hiernach wurde unter
Beibehaltung derselben Reaktionsbedingungen der Prozess innerhalb einer Stunde beendet.
Das synthetisierte Multi-Komponenten-Pigment wurde weiterverarbeitet
in einer identischen Weise wie in dem anwendbaren Bereich aus Ausführungsbeispiel
2 beschrieben mit der Ausnahme, dass das synthetisierte Pigment getrocknet wurde
bei moderaten Temperaturen zwischen 70 und 80°C, um den tetrahydraten Aufbau
des Zink-Phosphat-Bestandteils zu erhalten. Die entsprechenden analytischen Daten
und IR-Spektren sind in Tabelle 17.1 und 11 dargestellt.
Tabelle 17.1
17.2: Pigmentartige Verbindungen mit mehreren Komponenten entsprechend
Beispiel 17.1 in einer lösungsmittelbasierten mittleren Öl-Alkyd-Verbindung wurden
hinsichtlich des synergetischen Verhaltens zur Vermeidung einer Korrosion von Stahl
wurden in einer identischen Weise wie im Detail in dem einleitenden Bereich für
Ausführungsbeispiel 16 beschrieben untersucht. In diesem Fall enthielten allerdings
die verschiedenen Test-Formulierungen die Pigment-Verbindung mit mehreren Komponenten,
deren Phasen-Bestandteile (pigmentartiges ZnNCN, CaSiO3-Wollastonit,
Zn3(PO4)2(H2O)4), mitgefällte
Gemische ZnNCN/Zn3(PO4)2(H2O)4,
ZnO/Zn3(PO4)2(H2O)4 und pigmentartiges
SrCrO4 (vgl. Tabelle 17.3). Die angewendeten Test-Formulierungen und
die Ergebnisse der Untersuchung der korrosionsvermeidenden Wirkung sind nachstehend
dargestellt in den Tabellen 17.2 und 17.3.
Tabelle 17.2
Zulieferer Rohmaterial: (1) McWhorther Technologies; (2) U.S. Oxides;
(3) Pfizer Inc., Chemical Div.; (4) Rheox, Inc.; (5) Interstab Chemicals, Inc.
Tabelle 17.3
Ergebnisse der Untersuchung der korrosionsvermeidenden Wirkung der Pigmente
Auf der Basis der zuvor präsentierten Ergebnisse der vergleichenden
Untersuchung kann geschlossen werden, dass die Pigment-Verbindung mit mehreren Komponenten
entsprechend dem Ausführungsbeispiel 17.1 synergetische Effekte zeigt hinsichtlich
einer Korrosionsvermeidung von Stahl.
Anspruch[de]
Korrosions-Inhibitor-Zusammensetzung für eine Anwendung bei einem metallischen
Substrat mit einer organischen, einen Film bildenden Überzugszusammensetzung, die
eine Pigment-Phase hat, welche eine stabile hybride organisch-anorganische Suspension
aufweist, die ZnNCN in suspendierter Form beinhaltet und ein organisches Zink- oder
Alkyl-Ammonium-Salz von Merkapto- und/oder Thio-Bestandteilen oder den alkyl-substituierten
Derivaten von Merkapto- und/oder Thio-Bestandteilen beinhaltet.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, welche eine Mixtur aus den genannten
organischen Zink-Salzen aufweist.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das organische Zink- oder Alkyl-Ammonium-Salz
ein Bestandteil aus Merkaptobenzothiazol, Merkaptothiazolin, Merkaptobenzimidazol,
Merkaptoimidazol, 2,5-Dimerkapto-1,3,4-Thiodiazol, 5,5-Dithio-bis(1,3,4-Thiadiazol)2(3H)-Thion,
Merkaptobenzoxazol, Merkaptothiazol, Merkaptotriazol, Merkaptopyrimidine,
Merkaptopyridin, Merkaptoquinolin, Alkyl- und Zyklo-Alkyl-Merkaptan, N-Alkyl- oder
N-Zykloalkyl-Dithiokarbamat, O-Alkyl- oder O-Zykloalkyl-Dithiocarbonat, O,O-Dialkyl-
und O,O-Dizykloalkyl-Dithiophosphat ist.
Verfahren zur Bereitstellung eines Korrosionswiderstandes für eine
metallische Oberfläche, bei dem auf die Oberfläche eine Zusammensetzung nach Anspruch
1 appliziert wird, wobei die Pigment-Phase eine korrosions-schützende Menge der
hybriden organisch-anorganischen Suspension enthält.
Korrosions-Inhibitor-Zusammensetzung nach Anspruch 3, bei der die anorganische
Phase ein Zn-, Al-, Mg-, Ca-, Sr-, Ti-, Zr-, Ce- oder Fe-Kation und ein Phosphat-,
Polyphosphat-, Phosphit-, Molybdat-, Silikat- oder Zyanamid-Anion beinhaltet.