Die Erfindung betrifft einen Einband zur Aufnahme von Dokumenten und
ein Verfahren zum Binden von Dokumenten in einem solchen Einband mit den Merkmalen
der Oberbegriffe der unabhängigen Patentansprüche.
Zum raschen Binden von Dokumenten mit möglichst wenig Arbeitsund apparativem
Aufwand werden häufig beispielsweise Schnellhefter verwendet. Hierbei handelt es
sich um eine Vorrichtung beinhaltend ein Rückenteil und ein Deckteil, welche an
einer ihrer Seitenkanten miteinander verbunden sind. Die Bindung von Dokumenten
in einem solchen Schnellhefter erfolgt mittels einer Lochung der einzubringenden
Dokumente und einer der Lochung entsprechenden Aufnahmevorrichtung innerhalb des
Schnellhefters. Nachteilig hierbei ist jedoch das relativ grosse Spiel der Dokumente
innerhalb der Aufnahmevorrichtung. Insbesondere bei der Verwendung eines solchen
Schnellhefters als Präsentationsmappe wird zudem der wertige Gesamteindruck durch
die auffällige Aufnahmevorrichtung gestört. Zudem ist der Lesebereich durch die
relativ weit vom Rand der Dokumente angeordnete Lochung eingeschränkt.
Das Dokument JP 09254566 A beschreibt eine einstückige Mappe, welche
in einem mittleren Bereich einen fünffach gefalteten Abschnitt aufweist. In diesen
Abschnitt werden die Dokumente eingeschoben und mit Befestigungsmitteln in der Mappe
befestigt. Zwar sind hierbei die Befestigungsmittel bei geschlossener Mappe nicht
sichtbar, jedoch wird die Höhe und damit der Platzbedarf der fertiggestellten Mappe
durch die fünffache Faltung in unerwünschter Weise vergrössert. Zudem verbleibt
im Bereich der Faltung nach Aussen hin ein unerwünschter Schlitz.
Aus dem Patent US 4,007,950 ist ein Heftstreifen bekannt, welcher
in einem Randbereich auf die zu verbindenden Dokumente aufgeheftet wird. Anschliessend
wird der Heftstreifen in Richtung des Heftrückens zurückgefaltet und mittels eines
auf dem Heftstreifen angebrachten Klebestreifens auf dem Heftrücken fixiert. Hierdurch
können die Heftmittel wirksam verdeckt werden. Nachteilig bei diesem Prinzip ist
jedoch ebenfalls die Vergrösserung der Höhe des Heftrückens durch das notwendig
Zurückfalten des Heftstreifens. Zudem erscheint die Notwendigkeit der Verwendung
von zwei unterschiedlichen Befestigungsmitteln - Klebestreifen und Heftmitteln -
relativ umständlich.
Das Dokument US 5,601,312 beschreibt eine Mappe, in welche bereits
geheftete Dokumente eingelegt und darin fixiert werden können. Die Fixierung erfolgt
hierbei über auf der Innenseite des Rückenteils angebrachte Klebeelemente. Zur optischen
Kaschierung der Heftmittel auf der Vorderseite wird ein an dem Rückenteil angebrachter
Flügel über den Heftrücken auf das Deckteil geklappt und dort ebenfalls mit Klebeelementen
fixiert. Die auch in diesem Falle notwendige Verwendung von zwei unterschiedlichen
Befestigungsmitteln erscheint relativ umständlich. Zudem ist eine Verklebung von
Heftrücken und Deckblatt auf der Vorderseite zumeist aus ästhetischen Gesichtspunkten
nicht erwünscht.
Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile
des Bekannten zu vermeiden, insbesondere also einen Einband zur Aufnahme von Dokumenten
bereitzustellen, welcher ohne aufwändige Spezialwerkzeuge, lediglich unter Verwendung
von Heftmitteln benutzt werden kann. Es sind zudem weitere Aufgaben der Erfindung,
Verletzungen des Benutzers durch die Heftmittel vorzubeugen sowie weitestgehend
bekannte Herstellungsverfahren und Produktionsabläufe zur Bereitstellung des Einbands
zu verwenden. Darüber hinaus ist es eine Aufgabe der Erfindung, einen Einband bereitzustellen,
welcher den Lesebereich möglichst wenig einschränkt.
Erfindungsgemäss werden diese Aufgaben mit einem Einband zur Aufnahme
von Dokumenten und einem Verfahren zum Binden von Dokumenten in einem solchen Einband
mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Die Erfindung betrifft einen Einband mit einem Rückenteil und einem
Deckteil zur Aufnahme von Dokumenten. Der Einband verfügt in einem Verbindungsbereich
zwischen Rückenteil und Deckteil oder benachbart zu diesem Verbindungsbereich über
mindestens einen Abschnitt, welcher reversibel freilegbar und abdeckbar ist. Dieser
Abschnitt erlaubt es dem Benutzer, von ausserhalb des Einbands im geschlossenen
Zustand räumlich begrenzt Zugriff auf das Innere des Einbands und die darin befindlichen
Dokumente zu erhalten und diese in dem Einband zu fixieren, ohne dass das Äussere
des Einbands hierdurch beschädigt wird. Zudem wird es ermöglicht, die Fixierung
der Dokumente von aussen nicht sichtbar zu gestalten. Die Fixierung kann beispielsweise
durch ein Heftmittel erfolgen. Unter Heftmitteln werden hier und im folgenden insbesondere
Heftklammern verstanden, wie sie standardmässig in Büroheftgeräten verwendet werden.
Der Abstand der Heftmittel vom Dokumentenrand kann minimal gehalten werden, was
einen grossen Lesebereich gewährleistet.
Gemäss einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung verfügt
das Rückenteil und/oder das Deckteil des Einbands über mindestens einen Befestigungsabschnitt
zur Befestigung von Dokumenten durch ein Heftmittel. Hierbei ragt dieser Befestigungsabschnitt
zumindest teilweise in den Abschnitt hinein, welcher reversibel freilegbar und abdeckbar
ist. Hierbei kann der Befestigungsabschnitt entweder einseitig oder auch beidseitig
von den zu fixierenden Dokumenten angeordnet sein. Da der Befestigungsabschnitt
in dem Bereich des Abschnitts angeordnet ist, welcher reversibel freilegbar und
abdeckbar ist, sind die verwendeten Heftmittel im Endzustand bei geschlossenerm
Einband nicht von aussen sichtbar. Dies erhöht einerseits den wertigen Eindruck
des Einbands, andererseits besteht keine Verletzungsgefahr durch vorstehende Heftmittel.
Darüber hinaus ist die resultierende Höhe der fertiggestellten Mappe minimiert,
da zusätzlich zu den zu bindenden Dokumenten lediglich drei bzw. vier Lagen zur
Gesamthöhe beitragen (abhängig davon, ob das Befestigungsteil lediglich einseitig
oder um die Dokumente herumreichend ausgebildet ist), nämlich Rückenteil, Befestigungsabschnitt
und Deckteil.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der Einband als
Befestigungsabschnitt eine Heftlasche auf, an welche die Dokumente heftbar sind.
Hierbei sind bevorzugterweise ein Fenster im Bereich der Heftlasche, durch welches
die Dokumente an die Heftlasche heftbar sind, und ein Abdeckelement zum Abdecken
der Heftung vorgesehen. Unter einem Fenster wird hier und im folgenden ein Abschnitt
verstanden, welcher reversibel freilegbar und abdeckbar ist.
Besonders vorteilhaft ist der reversibel freilegbare und abdeckbare
Abschnitt durch einen aus dem Rückenteil und/oder Deckteil herausklappbaren Bereich
des Einbands gebildet. Ein klappbarer Bereich innerhalb des Einbands kann besonders
einfach erzielt werden beispielsweise durch Einschnitte des Einbands im Verbindungsbereich
zwischen Rückenteil und Deckteil. Vorteilhafterweise wird hierbei ein rechteckiger
oder quadratischer Abschnitt gewählt, wobei die Einschnitte lediglich an drei Seiten
erfolgen; bei der nicht eingeschnittenen Seite kann es sich selbstverständlich sowohl
um eine Kante parallel als auch orthogonal zu der zu fixierenden Kante der Dokumente
handeln. Hierdurch kann ein definierter Bereich reversibel aus dem Einband herausgeklappt
werden. Durch eine derartige Klappbarkeit wird eine leicht erzielbare, reversible
Abdeckung der Fixierung der innenliegenden Dokumente erreicht, was sowohl das Verletzungsrisiko
durch vorstehende Heftmittel eliminiert als auch den wertigen Eindruck des Einbands
erhöht.
Gemäss einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der herausklappbare
Bereich des Einbands zur Aufnahme in einem Ordner vorbereitet. Eine Vorbereitung
zur Aufnahme in einem Ordner kann beispielsweise durch eine Aussparung innerhalb
des klappbaren Bereichs gebildet sein. Alternativ ist auch lediglich eine Prägung
oder Perforierung in dem klappbaren Bereich denkbar, entlang welcher der Benutzer
bei Bedarf einen Teilbereich unter Erzeugung einer Aussparung heraustrennen kann.
Unter einem Ordner werden hier und im folgenden sämtliche Vorrichtungen verstanden,
welche unter Verwendung von Tragstäben, die durch Aussparungen in aufzunehmenden
Objekte hindurchzuführen sind, dem Zusammenfassen und/oder Ablegen der Objekte dienen.
In einem weiteren vorteilhaften Ausführungsbeispiel ist der reversibel
freilegbare und abdeckbare Abschnitt verdeckt von einem an der Aussen- oder Innenseite
des Einbands angeordneten Abdekkelement ausgebildet. Als ein solches Abdeckelement
kann beispielsweise eine aufsteckbare Manschette oder dergleichen verwendet werden.
Insbesondere kann ein solches Abdeckelement als zusätzliche oder auch als einzige
Abdeckung des reversibel freilegbaren und abdeckbaren Abschnitts ausgebildet sein.
Besonders vorteilhaft ist das Abdeckelement ein verschiebbarer, insbesondere
austauschbarer Beschriftungsstreifen. Derartige Beschriftungsstreifen werden in
gängiger Praxis beispielsweise an Schnellheftern verwendet; häufig handelt es sich
hierbei um Papier- oder Kartonstreifen, welche in einen Klarsichteinschub auf dem
Deckteil eingeschoben werden. Wird ein solcher Papier- oder Kartonstreifen neben
seiner Funktion als Beschriftungsstreifen auch als Abdeckelement verwendet, so kann
hiermit durch Verschieben ein Abschnitt des Einbands, über welchen die Fixierung
innenliegender Dokumente erfolgen kann, reversibel freigelegt und verdeckt werden.
Vorteilhafterweise ist der erfindungsgemässe Einband aus Kunststoff
oder Papier bzw. Karton hergestellt. Als Kunststoffe kommen hierfür verzugsweise
bekannte Materialien in Frage, wie sie beispielsweise auch für Schnellhefter verwendet
werden, insbesondere Polyether, Polyester, Polyurethane, Polyamine, Polyamide, etc..
Die Verwendung derartiger Materialien sowie die weiteren Produktionsabläufe sind
weitestgehend aus der Produktion beispielsweise von Schnellheftern bekannt, was
die Produktion des erfindungsgemässen Einbands erheblich erleichtert.
Zum Binden von Dokumenten in einem solchen Einband werden die Dokumente
also in mindestens einem reversibel freilegbaren und abdeckbaren Abschnitt des Einbands
an einem Befestigungsabschnitt mit einem Heftmittel befestigt. Die Dokumente werden
hierbei in den Einband bis an den Befestigungsabschnitt heranreichend eingelegt,
wobei das anschliessende Anbringen der Heftmittel über den reversibel freilegbaren
und abdeckbaren Abschnitt des Einbands erfolgt.
Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen und anhand
der Zeichnungen näher erläutert, ohne dass der Gegenstand der Erfindung auf die
gezeigten Ausführungsformen zu beschränken ist. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Einband mit reversibel freilegbaren und abdeckbaren Abschnitten;
- Fig. 2:
- Einband mit Befestigungsabschnitt im Bereich eines reversibel freilegbaren und
abdeckbaren Abschnitts des Einbands;
- Fig. 3:
- Einband mit reversibel freilegbaren und abdeckbaren Abschnitten und Beschriftungsstreifen;
- Fig. 4:
-
- (a) Einband mit Heftstreifen in der Draufsicht;
- (b) Einband mit Heftstreifen in der Seitenansicht.
Figur 1 zeigt schematisch einen erfindungsgemässen Einband 1, mit
einem Rückenteil 2 und einem Deckteil 3. Der Einband 1 verfügt in einem Verbindungsbereich
zwischen Rückenteil 2 und Deckteil 3 (oder benachbart zu diesem Verbindungsbereich)
über mindestens einen Abschnitt A, welcher reversibel freilegbar und abdeckbar ist.
In der gezeigten Ausführungsform ist der reversibel freilegbare und abdeckbare Abschnitt
A durch einen aus dem Rückenteil 2 und Deckteil 3 herausklappbaren Bereich gebildet.
Ein solcher klappbarer Bereich des Einbands 1 lässt sich besonders einfach beispielsweise
durch Ausstanzen in einem rechteckigen oder quadratischen Bereich erzielen, wobei
jedoch ledigleich drei der vier Kanten durchtrennt werden; entlang der nicht durchtrennten
Kante, welche exemplarisch in Figur 1 gepunktet dargestellt ist, kann sodann ein
Teilbereich des Einbands 1 herausgeklappt werden, wodurch der Abschnitt A reversibel
freigelegt und abgedeckt werden kann. Selbstverständlich kann die Kante, um welche
der Bereich aus dem Einband 1 herausklappbar ist, beliebig gewählt werden; die Erfindung
ist nicht auf die in Figur 1 mit einem Pfeil exemplarisch angedeutete Richtung zu
beschränken.
Figur 2 zeigt eine vergrösserte Darstellung des Einbands 1 im Bereich
eines reversibel freilegbaren und abdeckbaren Abschnitts A. Besonders vorteilhafterweise
verfügt das Rückenteil 2 über einen Befestigungsabschnitt 4 zur Befestigung von
Dokumenten durch Heftmittel. Selbstverständlich kann der Befestigungsabschnitt 4
jedoch auch an dem Deckteil 3 angebracht sein. Die Anbringung des Befestigungsabschnitts
4 an dem Einband 1 kann mit Standardtechniken erfolgen, wie beispielsweise Verklebung
oder Verschweissung. Zur Befestigung von Dokumenten in dem Einband 1 werden diese
auf dem Befestigungsabschnitt 4 ausgerichtet, der Abschnitt A durch Herausklappen
eines Bereiches des Einbands 1 freigelegt und die Dokumente mit einem Heftmittel
an dem Befestigungsabschnitt 4 fixiert. Selbstverständlich kann der Befestigungsabschnitt
4 auch derart verlängert ausgebildet sein, dass dieser die Dokumente im fixierten
Zustand in einem Kantenbereich umfasst.
Figur 3 zeigt eine besonders vorteilhafte Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Einbands 1. Der Einband 1 verfügt über reversibel freilegbare und abdeckbare Abschnitte
A, welche im Verbindungsbereich von Rückenteil 2 und Deckteil 3 angeordnet sind.
In dem gezeigten Beispiel ist - im Gegensatz zu den in den Figuren 1 und 2 gezeigten
Ausführungsformen - ein Bereich aus dem Einband 1 um eine Achse parallel zur zu
fixierenden Kante der Dokumente D herausklappbar. Der Einband 1 verfügt zudem über
Befestigungsabschnitte 4, welche in den Abschnitt A hereinragen und an welchen die
Dokumente D mit Heftmitteln 5 befestigt sind. Ein besonderer Vorteil der gezeigten
Ausführungsform liegt in dem Abdeckelement 6, welches über die Abschnitte A und
die aus dem Einband 1 herausklappbaren Bereiche hinweg verschiebbar angeordnet ist.
Hierdurch kann wirkungsvoll ein unbeabsichtigtes freilegen der Abschnitte A vermieden
werden. Zudem kann das Abdeckelement bevorzugt als Beschriftungsstreifen ausgebildet
sein, welcher in einem Klarsichteinschub verschiebbar ist.
Figur 4 zeigt einen erfindungsgemässen Einband 1 in der Seitenansicht
(a) und als Ausschnitt in der Draufsicht (b). Ein Teilbereich des Einbands 1 dient
als Abdeckelement 6 und kann zurückgeklappt werden. Hierdurch ist ein Fenster freilegbar,
durch welches Dokumente D an einem Heftstreifen H mit einem Heftmittel 5 befestigt
werden können. Die Heftung kann mit einem Büroheftgerät 7 erfolgen.