Die vorliegende Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für eine
flexible Lanze. Eine flexible Lanze wird zum Reinigen der Kanäle in einem Wärmetauscher
benutzt. Im Laufe der Zeit wurden diese Kanäle verschmutzt, so dass der Durchfluss
in einem größeren oder geringeren Grad blockiert wird. Um zu ermöglichen, dass der
Wärmetauscher wieder optimal funktioniert, werden die Kanäle, besonders deren Rohre,
durch Einspritzen von Flüssigkeit unter Hochdruck durch diese Kanäle hindurch unter
Verwendung einer Hochdrucklanze gereinigt.
Eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der
GB-A-2,320,076 bekannt.
Das Ziel der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der vorliegenden Art
zu schaffen, welche zuverlässiger arbeitet.
Dieses Ziel wird mit der Vorrichtung gemäß der Erfindung erreicht,
deren Ausführungsform in den beigefügten Figuren gezeigt ist.
1 zeigt schematisch die Verwendung der
Vorrichtung gemäß der Erfindung.
2 zeigt eine teilweise weg gebrochene
perspektivische Ansicht der Vorrichtung entlang des Pfeils II in 1.
3 zeigt schematisch den Pneumatikkreislauf
zur Steuerung der Vorrichtung.
Wie in 1 gezeigt ist, wird die Antriebsvorrichtung
1 für flexible Lanzen von einer Bedienperson benutzt, in diesem Falle zum
Reinigen von Rohren 3 eines stationären Wärmetauschers 2.
Die Vorrichtung 1 weist insgesamt eine Antriebsvorrichtung,
die näher beschrieben werden soll, zum Bewegen von Hochdruckschläuchen
4 in Rohre 3 hinein und aus diesen heraus auf. In an sich bekannter
Weise tragen diese Hochdruckschläuche 4 an ihren vorderen Enden Einspritzdüsen,
mit welchen der in den Rohren 3 abgelagerte Schmutz frei gespritzt werden
kann.
Die Zufuhr von Flüssigkeit unter Hochdruck über Schläuche
4 wird hierbei über einen Steuerhandgriff 6, welcher näher beschrieben
werden soll, an einem vorstehenden Teil der Vorrichtung 1 gesteuert. Der
Antrieb von Lanzen 4 findet gleichfalls mit einem Handgriff 7,
der auch näher beschrieben werden soll, an der gegenüberliegenden Seite der Vorrichtung
1 statt. Die Leitung zur Steuerung des Hochdruckgenerators und ein Luftschlauch
zum Versorgen der verschiedenen Komponenten der Vorrichtung 1 mit Energie
verlaufen über eine Leitung 8, welche gleichfalls mit der Vorrichtung verbunden
ist. Wie 1 deutlich zeigt, ist die Vorrichtung
1 einfach zu handhaben. Selbst wenn nur sehr wenig Raum über dem Wärmetauscher
2 verfügbar ist, können die Reinigungsvorgänge noch in einer ausreichend
komfortablen Weise durchgeführt werden. Die Vorrichtung 1 kann optional
von einer so genannten „Ausgleichseinrichtung" getragen werden, welche das
Gewicht der Vorrichtung 1 kompensiert, so dass die Bedienperson nur eine
Kraft aufbringen muss, um die Vorrichtung zu betreiben. In gleicher Weise kann die
Vorrichtung 1 zum Reinigen horizontaler Rohrbündel benutzt werden. Die Vorrichtung
1 wird dann in einem A-Rahmen von einer Ausgleichseinrichtung getragen,
so dass Rohre 5, durch welche hindurch die Lanzen 4 verlaufen,
an dem vorderen Ende horizontal ausgerichtet gehalten werden.
Ein wichtiger Aspekt der Vorrichtung 1 ist der Antrieb der
Lanzen. Der Klarheit halber ist dies ausführlicher und teilweise schematisch in
2 gezeigt.
Die Vorrichtung 11 weist ein säulenartiges Gehäuse auf, welches
im Wesentlichen den Antrieb 12 aufnimmt. Durch diese Gehäuse hindurch erstrecken
sich bei dieser Ausführungsform drei Kanäle, mit welchen drei flexible Lanzen gleichzeitig
angetrieben werden können. Ein Teil dieser Kanäle wird von Rohren 13 gebildet,
welche die Lanzen 4 zum Antrieb 12 und von dort zu den Wärmetauscherrohren
3 zur Behandlung führen. Der Antrieb 12 ist somit zwischen den
Rohren 13 gelegen.
Der Antrieb 12 weist im Wesentlichen zwei Kettensysteme auf,
die einander gegenüberliegend angeordnet sind. In dem Gehäuse 11 sind zwei
Wellen 14 und 15 montiert, an welchen schematisch dargestellte
Kettenräder angeordnet sind, um welche herum Ketten laufen. Ein zweites Paar von
Wellen 18, 19 ist in einem Hilfsrahmen 21 montiert, welcher
in Führungsblöcken 22 in dem Rahmen 1 verschiebbar montiert ist,
so dass dieser Hilfsrahmen zu dem einander gegenüberliegenden Kettensystem hin und
von diesem weg bewegt werden kann.
Wie am deutlichsten an dem am Hilfsrahmen 21 angeordneten
Kettensystem gezeigt ist, trägt eine Kette 20 eine Anzahl von Verbindungshaltern
26, welche ihrerseits jeweils mit Klemmelementen 27 verbunden
sind. Jedes Klemmelement weist bei dieser Ausführungsform drei halbzylindrische
Ausnehmungen 25 auf, welche mit entsprechend platzierten halbkreisförmigen
Ausnehmungen 30 der Klemmelemente des in dem Gehäuse 11 feststehend
montierten Kettensystems zusammenwirken. Die zusammenwirkenden halbkreisförmigen
Ausnehmungen können eine der flexiblen Lanzen 4 zusammenklemmen und gemeinsam
verschieben. Das Antreiben des Kettensystems findet mit Pneumatikmotoren statt,
welche in 2 nicht gezeigt sind. An den Wellen
14, 18 sind darüber hinaus Zahnräder 31 angeordnet, welche
in gegenseitigem Eingriff in der Situation sind, wo der Hilfsrahmen 21
zu dem gegenüberliegenden feststehenden Kettensystem hin bewegt wird.
Zwischen den Teilen jeder Kette ist in jedem Fall ein Stützblock
29 angeordnet, welcher in dem linkerhand beweglichen Teil mit Seitenplatten
des Hilfsrahmens 21 fest verbunden ist und mit dem Gehäuse 11
in dem gegenüberliegenden Kettensystem verbunden ist.
An deren Rückseite, d.h. an deren von den halbzylindrischen Öffnungen
25 entfernten Seite, sind Klemmelemente 27 mit Gleitschuhen
28 vorgesehen, welche mit diesem Stützblöcken 29 zusammenwirken.
Die Gleitschuhe 28 gleiten über die Fläche der Stützblöcke 29.
Ein Material wird für die Gleitschuhe 28 und/oder den Stützblock
29 bevorzugt ausgewählt, welches einen geringen Reibungskoeffizienten sichert,
so dass die Antriebsmotoren einen Teil ihrer Energie so viel wie möglich wirksam
nutzen, um die Lanzen anzutreiben. Der Einfachheit halber zeigt 2,
dass ein Pneumatikzylinder 23 mit Stützblöcken 29 verbunden ist.
Tatsächlich ist der Zylinder 23 mit einer Seitenplatte des Hilfsrahmens
21 verbunden, und die Kolbenstange 24 ist mit dem Rahmen
11 fest verbunden. Durch Zuführen von Druckluft zu dem Pneumatikzylinder
23 in einer Weise, die näher beschrieben werden soll, wird die Kolbenstange
24 zurückgezogen und der Stützblock 29 wird daher in die Richtung
zu dem gegenüberliegenden Stützblock hin vorgespannt, wobei die Klemmelemente
27 des gegenüberliegenden Kettensystems über , die Gleitschuhe
28, welche mit den Stützblöcken 29 in Kontakt sind, gegeneinander
gedrückt werden. Die flexiblen Lanzen, die in den halbkreisförmigen Aufnehmungen
aufgenommen sind, werden hierbei mit Kraft geklemmt und während der Drehung des
Antriebs gemeinsam verschoben.
Der Betrieb der Vorrichtung 1 findet mit Handgriffen
6, 7 statt. Diese Handgriffe sind drehbar an dem Gehäuse montiert.
Die unterschiedlichen Funktionen können auf Betrieb eingestellt und mittels Drehung
gestoppt werden. Das Pneumatikschema, durch das die unterschiedlichen Funktionen
ausgelöst werden, ist in 3 gezeigt.
Der Betrieb findet pneumatisch statt, so dass dem System Druckluft
über den Schlauch 8 zugeführt wird, wie in 1
gezeigt ist. Die Druckluft kommt aus einer Druckluftquelle 35.
Das Ein- und Ausschalten der Hochdruckspülflüssigkeit über die Lanzen
4 findet mittels des Handgriffs 6 statt. Ein Ventil
36 wird in einer überdies selbsterklärenden Weise durch Drehen dieses Handgriffs
betätigt, welches Ventil Druckluft über Leitungen 37 zu einem Ventil der
Hochdruckpumpe fördert.
Die Kettensysteme des Antriebs 12 werden in dieser Weise
mit zwei Pneumatikmotoren 37 angetrieben. Jeder dieser Motoren
37 kann in nicht weiter gezeigter, aber selbsterklärender Weise mit einer
der Wellen des Kettensystems gekuppelt werden. Wenn das Ventil 38 in Betrieb
gesetzt wird, werden die Motoren 37 in der einen Drehrichtung, und wenn
das Ventil 39 in Betrieb gesetzt wird, in der anderen Richtung angetrieben.
Ein Antreiben der flexiblen Lanzen in Richtung nach außen oder nach innen kann somit
hierdurch bewirkt werden. Die Ventile 38 und 39 werden mit Ventilen
40 bzw. 41 gesteuert, welche mit drehbaren Handgriffen
7 derart zusammenwirken, dass in der einen Drehrichtung aus einer Neutralposition
das Ventil 40, und in der anderen Drehrichtung das Ventil 41 betätigt
wird. Eine weitere Anzahl von Ventilen ist in den Steuerleitungen angeordnet, die
den Ventilen 38 und 39 vorangehen. An der ersten Stelle ist dies
ein Hauptventil 42, das von einem Trigger 43 betätigt wird. Nur
wenn der Trigger 43 betätigt wird, kann Steuerluft zu den Ventilen
40, 41 gefördert werden und daher von den Ventilen 38,
39 betrieben werden. In der Praxis wird daher die gewünschte Bewegungsrichtung
zuerst mit einer geeigneten Drehung des Handgriffs 7 gewählt, und die Vorrichtung
wird dann durch Drücken an dem Trigger 43 in Betrieb gesetzt. Im Falle
von Problemen kann die Bedienperson einfach den Trigger 43 lösen, welcher
mittels Federkraft in seine Ruheposition zurückkehrt und wodurch der Antrieb stoppt.
Der Bedienungshandgriff 6 ist auch federbelastet, so dass, wenn dieser
Handgriff gelöst wird, die Zufuhr von Spülflüssigkeit unter Druck sofort gestoppt
wird.
Endschalter 44 und 45 sind ferner in der Steuerleitung
zu den Ventilen 38, 39 angeordnet. Endschalter 44 dienen
zum Beispiel zum Prüfen, ob die flexiblen Lanzen 4 in den Kanälen vorhanden
sind. Die Lanzen 4 können mit einem Kragen versehen sein, welcher die Position
markiert, in welcher die Schläuche 4 in die Wärmetauscherrohre
3 eingesetzt werden können. Diese Krägen können mit dem anderen Endschalter
44 erfasst werden.
Der Endschalter 45 ist in einer nicht gezeigten Weise an
dem vorderen Ende der Vorrichtung 1 derart angeordnet, dass er eingedrückt
wird, wenn die Vorrichtung 1 gegen den Wärmetauscher gedrückt wird oder
an dem Wärmetauscher 2 in der Weise aus 1 ruht.
Sobald wie die Lanzen 4 auf einen großen Widerstand treffen, so dass sie
nicht irgendwie weiter in die Rohre gedrückt werden können, wird die Vorrichtung
1 angehoben, wodurch der Endschalter 45 in Betrieb geht und den
Antrieb stoppt. Wenn das Blockieren in dieser Lage durch die Wirkung der Einspritzdüsen
der Lanzen 4 beseitigt wird, wird die Vorrichtung 1 erst einmal
wieder gegen den Wärmetauscher gedrückt, wodurch der Endschalter 45 eingedrückt
wird und der Antrieb wieder aktiv wird.
Das Klemmen der Lanzen 4 durch die Klemmelemente
27 findet mit Pneumatikzylindern 23 statt, von denen vorzugsweise
zwei an jeder Seite jedes Kettensystems 1 vorhanden sind. Diese Pneumatikzylinder
23 werden unter Verwendung des Ventils 46 ein- oder ausgeschaltet.
Dies kann mit einem Schiebeschalter 47 an dem Handgriff 7 stattfinden.
Die Erfindung ist nicht auf die in der Figur gezeigte Ausführungsform
beschränkt. Die beschriebene Antriebsvorrichtung ist besonders für transportable
Nutzung geeignet, bei der sie von der Bedienperson getragen wird. In Abhängigkeit
von dem Durchmesser der Lanzen 4 kann eine unterschiedliche Anzahl von
Lanzen gleichzeitig von der Vorrichtung bewegt werden. Drei Lanzen können zum Beispiel
im Falle von kleinerem Durchmessern verwendet werden. Die Klemmelemente
27 sind für diesen Zweck vorzugsweise austauschbar, so
dass sie durch Klemmelemente mit Ausnehmungen 25, 30 ersetzt werden
können, welche an die zu benutzende Lanze 4 angepasst sind. Die Rohre
13 können auch austauschbar sein, um die Anordnung einer unterschiedlichen
Anzahl oder anderer Durchmesser zu ermöglichen.
Wenn mehrere Lanzen gleichzeitig angetrieben werden, werden sie gleichzeitig
in verschiedene Rohre eines Wärmetauschers eingesetzt. Um die Lanzen in den richtigen
Abständen zu platzieren, die dem Mitte-zu-Mitte Abstand der Rohre der Rohrbündel
entsprechen, wird ein Führungsstück, durch welches hindurch die Lanzen
4 verlaufen, an dem vorderen Ende der Vorrichtung 1 montiert.