Die Erfindung betrifft das Polieren von Gläsern, Halbleitern, dielektrischen
Verbunden/Metallverbunden und integrierten Schaltkreisen. Genauer gesagt betrifft
diese Erfindung Verbesserungen in der Oberflächenherstellung von Verbundmaterialien,
bei der verbesserte Ratenunterschiede zwischen Siliziumoxid und anderen Komponenten
erwünscht sind.
STAND DER TECHNIK
Konventionelle Polierzusammensetzungen oder Aufschlämmungen bestehen
im Allgemeinen aus einer Lösung, die abrasive Teilchen enthält. Das Teilstück, oder
das Substrat wird in der Aufschlämmung gebadet oder ausgewaschen, während ein Elastomerkissen
gegen das Substrat gedrückt wird und gedreht wird, so dass die Aufschlämmungsteilchen
unter Belastung gegen das Substrat gedrückt werden. Die seitliche Bewegung des Kissens
bringt die Aufschlämmungsteilchen dazu, sich über die Substratoberfläche zu bewegen,
was zu Abnutzung und volumetrischem Abtragen der Substratoberfläche führt.
In vielen Fällen wird die Oberflächenabtragrate allein durch den Grad
des angewandten Drucks bestimmt, die Geschwindigkeit der Kissendrehung und der chemischen
Aktivität des Aufschlämmungsteilchens. Dadurch zeigen Aufschlämmungsteilchen mit
einem hohen Grad chemischer Aktivität gegenüber dem Substrat (beispielsweise CeO2
gegenüber SiO2) deutlich höhere Polierraten als inerte Teilchen (beispielsweise
La2O3 gegenüber SiO2). Diese Steigerung der chemischen
Aktivität der Polierteilchen war die Basis zahlreicher Patente, beispielsweise des
U.S.-Patents Nr. 4,959,113.
Ein alternatives Mittel zum Erhöhen der Polierraten ist das Hinzufügen
von Komponenten zu den Aufschlämmungen, die selbst gegenüber dem Substrat korrodierend
wirken. Wenn diese zusammen mit abrasiven Teilchen eingesetzt werden, können wesentlich
höhere Polierraten erreicht werden. Dieses Verfahren, das oft chemo-mechanisches
Polieren (CMP) genannt wird, ist eine bevorzugte Technik zum Polieren von Halbleitern
und Halbleitervorrichtungen, speziell integrierten Schaltkreisen. Beispiele von
derartigen CMP-Verfahren zum gesteigerten Polieren von Siliziumwaferoberflächen
wurden offenbart durch Payne in dem US-Patent Nr. 4,169,337. Beyer et al. (US-Patent
Nr. 4,944,836) und Chow et al. (US-Patent Nr. 4,702,792) lehren den Einsatz von
CMP beim Verbessern von Ratenselektivität bei dem Polieren von dielektrischen/metallischen
Verbundstrukturen wie etwa verbundene Leitungen in integrierten Schaltkreisstrukturen.
Sie lehren speziell die Einführung von Additiven, die die Auflösung der Metallkomponente
beschleunigen. Der Zweck dieser und anderer verwandter Techniken ist es, bevorzugt
den Metallanteil des Schaltkreises abzutragen, so dass die resultierende Oberfläche
koplanar wird. Das Verfahren wird gewöhnlich als Planarisation bezeichnet.
Es ist äußerst wünschenswert, die Selektivität der Metallplanarisation
soweit wie möglich zu verbessern. Carr et al. (US-Patent Nr. 4,954,142) lehren weitere
Verbesserungen der CMP-Planarisation von dielektrischen/metallischen Verbundstrukturen
durch Hinzufügen eines Chelatwirkstoffs zu der Aufschlämmung, der für die interessierende
Metallkomponente selektiv ist. Dieses führt zu einem weiteren Anstieg der Korrosionsrate
der Metallphase und einem Selektivitätsanstieg des Metalls gegenüber dem Abtragen
der dielektrischen Phase, was das Planarisationsverfahren viel effizienter macht.
Es wurde gezeigt, dass eine Anzahl von Anionen chelatbildend sind
oder mit Si4+ einen Komplex bilden, in der Weise, dass sie die Korrosion
von Siliziumoxid oder Silikatmaterialien beschleunigen. Wie bei Bacon and Raggon
[JP Amer. Ceram. Soc. vol. 42, pp. 199–205, 1959) beschrieben, wurde gezeigt,
dass eine Vielfalt von schwachen Säuren die Korrosion von Siliziumoxid und Silikatgläsern
in neutraler Lösung (pH ca. 7) beschleunigen. Dieser Effekt wurde der Fähigkeit
der freien Anionen der Säure (konjungierte Base) zugeschrieben, die Si4+-Kationen
zu einem Komplex zu bilden in fast der gleichen Weise wie die Pyrocatechin-Silikatkomplexe,
die, wie unten gezeigt, durch Rosenheim et al. beschrieben wurden (A. Rosenheim,
B. Raibmann, G. Schendel; Z. anorg. u. allgem. Chem., vol. 196, pp. 160–176,
1931):
Die korrodierenden Anionen, die von Bacon and Raggon beschrieben wurden,
hatten ähnliche Strukturen, die wiederum sehr ähnlich zu Pyrocatechin
(1,2-Dihydroxybenzol) waren, nämlich alle waren Mono- oder Dicarbonsäuren, die an
zweiten oder dritten Kohlenstoffplätzen Hydroxylgruppen aufwiesen, die an einer
Alphaposition bezüglich der Carbonsäurengruppe saßen. Ein Beispiel eines aktiven
gegenüber eines inaktiven Zusatzes ist unten gezeigt:
HOOC-CHOH-CHOH-COOH: Weinsäure (aktiv) pKa1 = 3,02
gegenüber HOOC-CH2-CH2-COOH: Succinsäure (inaktiv) pKa1
= 4,2.
Der pKa ist der Logarithmus der Assoziationskonstanten Ka für die
Bildung des freien Anions, wie definiert durch die Reaktion:
Deshalb indiziert ein niedrigerer pKa eine stärkere Säure. Bei äquivalentem
pH wird in der Lösung eine höhere Konzentration der konjungierten Base gefunden.
Korrosionsliteratur des Standes der Technik beschreibt die Korrosionswirkungen
von Katechol in statischer Lösung. Wie bei Ernsberger gezeigt (J. Amer. Ceram. Soc.,
vol. 42, pp. 373-5, 1959) erzeugt das Hinzufügen von Pyrocatechin zu Ethylendiamintetraessigsäurelösung
(EDTA) gesteigerte Korrosion von Natron-Kalk-Silikatglas in dem pH-Bereich 10–14.
Die Steigerung war deutlich mit Raten, die zumindest zweimal so hoch waren, wie
mit EDTA alleine in der Lösung. Eine maximale Wirkung wurde bei pH 12,5 gefunden.
Die Wirkung wurde wiederum der Komplexbildung von freien Si4+-Kationen
mit dem Katechol zugeschrieben.
Aus dem obigen wird deutlich, dass auf diesem Feld veröffentlichte
Literatur erkennen lässt, dass gezeigt wurde, dass derartige Additive gegenüber
Siliziumoxid oder Silikaten unter statischer Exposition korrodierend sind. Es wird
angenommen, dass die Art der Korrosion die Bildung eines Komplexes oder Chelates
mit freien Si4+-Kationen ist. Deshalb würde in ähnlicher Weise wie bei
der Lehre des US-Patents Nr. 4,954,142 eine höhere Siliziumoxidabtragrate während
des Polierens erwartet, wenn derartige Additive in der Polierlösung vorhanden sind.
Folglich wurden diese Arten von Additiven niemals in metallischer Planarisation
eingesetzt, da erwartet wurde, dass die Metall-/Siliziumoxidselektivität deutlich
erniedrigt werden würde.
Während die oben beschriebenen CMP-Verfahren des Standes der Technik
attraktiv erscheinen, weisen sie signifikante Nachteile auf. Speziell die Ätzflüssigkeiten,
die in CMP-Aufschlämmungen des Standes der Technik inkorporiert sind, sind isotrop,
das heißt, sie greifen alle Anteile der ausgesetzten Phase an, unbeachtlich deren
Position. Diese signifikante Inkorporation von Ätzflüssigkeiten in CMP-Aufschlämmungen
resultieren oft in Anstiegen der Oberflächenrauheit und der Textur, wenn ausgesparte
Eigenschaften geätzt werden. Bei dem Polieren von integrierten Schaltkreisen wird
diese Wirkung mit Waschen bezeichnet und sie tritt oft an dem Ende des Verfahrens
auf, wenn ein signifikanter Anteil der Substratoberfläche aus der haltbareren Komponente
besteht. Dies ist höchst unerwünscht, da das Ziel des Polierens ist, eine einheitliche,
plane Oberfläche frei von Textur zu schaffen.
Es ist aus der obigen Diskussion verständlich, dass, wenn die Polierrate
der Siliziumoxidphase einer Verbundstruktur auf eine kontrollierte Art reduziert
werden könnte, die Selektivität signifikant verbessert werden könnte. Dieses würde
den Einsatz von Lösungen erlauben, die zu der anderen (Metall) Phase weniger aggressiv
ist und deshalb effizientes CMP von Metall-/Siliziumoxidverbunden mit reduziertem
Waschen ermöglicht.
Dementsprechend ist es das Ziel dieser Erfindung, eine Lösung zum
Polieren von Silizium, Siliziumoxid, Silizium- oder Siliziumoxid enthaltenden Teilchen
anzugeben, wobei die Polierrate der Silizium- oder Siliziumoxidphase moduliert oder
gesteuert ist durch das Hinzufügen von spezifischen Additiven oder komplexbildenden
Wirkstoffen.
Es ist ebenso das Ziel dieser Erfindung, eine verbesserte Polieraufschlämmung
anzugeben und ein Polierverfahren für Verbundartikel, das zu einer verbesserten
Selektivität während des Polierverfahrens führt, speziell für metallische/dielektrische
Verbunde, wie etwa diejenigen, die in integrierten Schaltkreisstrukturen auftreten.
Diese und andere Ziele der Erfindung werden den Fachleuten des Gebiets
anhand der folgenden Beschreibung und Beispiele offensichtlich werden.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Das Ziel dieser Erfindung wurde erreicht durch den Gebrauch einer
Zusammensetzung zum Polieren von Silizium, Siliziumdioxid oder
Silizium enthaltenden Artikeln, dazu gehören ein Verbund aus Metall und Siliziumoxid
gemäß den Merkmalen des beigefügten Anspruchs 1.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
In der vorliegenden Erfindung haben wir die unerwartete Fähigkeit
einer Klasse von Zusätzen entdeckt, die Polierrate von Objekten zu unterdrücken,
deren Oberflächen aus Silizium und Silikaten besteht. Inkorporierung dieser Zusätze
in eine Polieraufschlämmung erlaubt die Steuerung der Polierrate der besagten Oberflächen
und ermöglicht deshalb noch nie dagewesene Stufen von Selektivität, wenn die besagte
Oberfläche eine Komponente eines Verbundartikels ist, beispielsweise eines dielektrischen-/metallischen
Verbundes. Was sogar noch unerwarteter ist, ist, dass der Stand der Technik lehrt,
dass dieselben Zusätze als Beschleuniger für die Korrosion von Siliziumoxid- und
Silikatoberflächen unter statischen Bedingungen wirken.
Wie oben diskutiert, sind die in Frage stehenden, Raten unterdrückenden
Zusätze diejenigen, die in Lösung dissoziieren, um freie Anionen einer spezifischen
Klasse zu erzeugen, wobei von den Anionen angenommen wird, dass sie mit der Silizium,
Siliziumoxid- oder Silikatoberfläche einen Komplex bilden oder sich an diese binden
über eine Wechselwirkung mit den Hydroxylgruppen (Si-OH) der Oberfläche.
Unerwarteterweise haben wir entdeckt, dass das Gegenteil der Fall
ist; die Einführung dieser Klasse von Anionen in die Polierzusammensetzung unterdrückt
das Abtragen von Siliziumoxid während des Polierverfahrens. Diese Unterdrückungswirkung
wird deutlich in den unten aufgeführten Beispielen demonstriert.
Spezieller gesagt, beobachten wir, dass die besagten Anionen der Raten
unterdrückenden Zusätze gleichzeitig zwei Charakteristiken aufweisen müssen, um
die SiO2-Polierrate zu unterdrücken. Erstens müssen Sie zumindest zwei
Säurengruppen in der Struktur haben, die Komplexbildung an die Siliziumoxid- oder
Silikatoberfläche bewirken und als zweites darf der pKa der ersten disoziierbaren
Säure nicht wesentlich größer sein als der pH der Polierzusammensetzung, damit effiziente
Siliziumoxidratenunterdrückung auftritt. Wesentlich ist hierbei definiert als 0,5
Einheiten (pKa oder pH).
Säurenspezies sind definiert als diejenigen funktionalen Gruppen,
die ein dissoziierbares Proton aufweisen. Zu diesen gehören, aber sind nicht darauf
beschränkt, Carboxylat-, Hydroxyl-, Sulfo- und Phospor-Gruppen. Carboxylat- und
Hydroxylgruppen werden bevorzugt, da diese in der größten Vielzahl von wirksamen
Spezies vorhanden sind.
Der pKa der ersten dissoziierbaren Säure wird stark durch die Struktur
beeinflusst. Wir haben gefunden, dass eine große Vielzahl von Strukturen wirksam
ist, solange die zwei obengenannten notwendigen Bedingungen eingehalten werden.
Speziell wirksam sind Strukturen, die zwei oder mehr Carboxylatgruppen mit Hydroxylgruppen
in einer Alpha-Position aufweisen, wie etwa geradkettige Mono- und -Dicarbonsäuren
und Salze, zu denen beispielsweise Apfelsäure und Malate gehören, Weinsäure und
Tartrate und Glukonsäure und Glukonate. Ebenso wirksam sind Tri- und Polycarbonsäuren
und Salze mit sekundären oder tertiären Hydroxylgruppen in einer Alpha-Position
relativ zu einer Carboxylatgruppe wie etwa Zitronensäure und Zitrate. Auch wirksam
sind Zusätze, die einen Benzolring enthalten wie etwa Orthodi- und Orthopolyhydroxybenzolsäuren
und saure Salze, Phthal-Säure und saure Salze, Pyrocatechin, Pyrogallol, Gallusäure
und Gallate und Gerbsäure und Tanate. Der Grund für die Wirksamkeit dieser Zusätze
liegt in der umfassenden Elektronendelokalisierung, die in den Strukturen beobachtet
wurde. Diese Delokalisierung führt zu einem hohen Grad an Stabilität für die konjungierte
Base in Lösung, wie durch die niedrigen pKa-Werte bewiesen wird:
Gallussäure: pKa1 = 4,4
Apfelsäure: pKa1 = 3,4
Weinsäure: pKa1 = 3,02
Zitronensäure: pKa1 = 3,1
Phthalsäure: pKa1 = 2,95.
Die pKa-Begrenzungen, die in der vorliegenden Erfindung dargestellt
sind, gründen sich auf dem Erfordernis, dass das freie Anion oder die konjugierte
Base in vernünftiger Konzentration vorhanden sein muss, damit die Ratenunterdrückungswirkung
auftritt. Bei pH << pKa sind wenig freie Anionen vorhanden. Bei pH = pKa ist die
Säure zu 50% dissoziiert. Bei pH >> pKa ist im Wesentlichen die gesamte Säure als
Anion vorhanden. Deshalb muss die Dissoziationskonstante ausgewählt werden, um den
Bereich der pH-Werte widerzuspiegeln, denen normalerweise beim Polieren begegnet
wird. Idealerweise sollte der pH der Polierzusammensetzung gleich sein oder größer
sein als ein Wert, der mit dem pKa, des Additivs übereinstimmt, das für die Siliziumoxidratenunterdrückung
eingesetzt wird. Falls der pKa, des Additivs wesentlich größer ist als der pH der
Zusammensetzung, wird in der Lösung nicht ausreichend freies Anion produziert und
die Unterdrückungswirkung tritt nicht auf. Deshalb sollten Additive wie etwa Wein-,
Zitronen- und Phthal-Säure (pKa ≤ 3,1) über einen pH-Bereich wirksam sein, der
zu dem normalen pH-Bereich korrespondiert, dem in Poliersilikaten (pH ca. 4–11)
begegnet wird und der bevorzugt würde. Im Gegensatz dazu würde das Hinzufügen von
Pyrocatechin (pKa, ca. 10) nur bei einem sehr großen Lösungs-pH nützlich sein, welcher
beim Polieren von Si-Wafern gefunden werden kann und würde einen begrenzteren Nutzen
haben.
Wirksame Mengen des Zusatzes, der die Abtragrate von Siliziumoxid
unterdrückt, sind gewöhnlich 0,1 molar und größer, bis zu einer Löslichkeit des
Zusatzes in der Polierzusammensetzung bei der benutzten Temperatur.
Die abrasiven Teilchen in den Polierzusammensetzungen dieser Erfindung
können alle diejenigen sein, die gewöhnlich eingesetzt werden zum Feinpolieren wie
etwa SiO2, ZrO2, CeO2, Al2O3
und Diamant. Typischerweise reicht die Menge von abrasiven Teilchen, die in Polierzusammensetzungen
eingesetzt werden, von ca. 1% bis 15% Feststoffgewichtsanteil in der Polierzusammensetzung.
In den folgenden Beispielen sind die eingesetzen abrasiven Teilchen submikroskopische
Teilchen aus Aluminium (Al2O3).
Der oxidierende Wirkstoff in den Polierzusammensetzungen dieser Erfindung
kann jedes Oxidationsmittel sein, das in dem wässrigen Medium lösbar ist, vorausgesetzt,
dass das Oxidationspotential des Oxidationswirkstoffs größer ist als das Oxidationspotential
des Metalls in dem Verbund, der poliert wird. Übliche Oxidationswirkstoffe sind
Chlorate, Perchlorate, Chlorite, Nitrate, Persulfate und Peroxide. In den folgenden
Beispielen wird Wasserstoffperoxid eingesetzt als Oxidationswirkstoff und wurde
gefunden, wirksam zu sein für die Beschleunigung der Abtragrate von Wolfram. Die
Metalle, die normalerweise in den Verbunden enthalten sind, für die die Polierzusammensetzungen
dieser Erfindung wirksam sind, sind Wolfram, Kupfer und Aluminium, jedoch würde
jedes Metall in den Rahmen dieser Erfindung fallen. Oxidationswirkstoffe können
in Mengen bis zu 50 % des Gewichts der Polierzusammensetzung eingesetzt werden,
aber die meisten liegen typischerweise in dem Bereich von 10% bis 40%.
Einige Beispiele von Zusammensetzungen, wie sie bei der vorliegenden
Erfindung gebraucht werden, werden unten dargestellt, um die wesentlichen Eigenschaften
zu demonstrieren und klarzustellen. Sie sind in keiner Weise beschränkend gemeint.
BEISPIEL 1
Die Polierzusammensetzungen werden wie unten gezeigt hergestellt.
Die Zusammensetzungen unterschieden sich nur darin, dass die zweite Zusammensetzung
0,3 molares Kaliumhydrogenphtalat als ein Additiv enthielt, das eingeführt wurde,
um die Polierrate von SiO2 zu unterdrücken. Beide Zusammensetzungen wurden
eingesetzt, um Proben von CVD-gelagertem Wolframmetallfilm auf Si-Substraten zu
polieren, und thermisch gezüchtetes SiO2 auf Si-Substraten, wobei identische
Bedingungen auf einer Strasbaugh 6DS Poliermaschine benutzt wurden. Die Polierbedingungen
waren:
Druck: 7 psi (7 × 6895 Pa)
Spindelgeschwindigkeit: 40 rpm
Plattengeschwindigkeit: 50 rpm
Kissenart: Rodel IC1000, 38'' im Durchmesser
Aufschlämmungsfluß: 150 ml/min
Zusammensetzung 1
1000 g Submikroskopische Aluminiumaufschlämmung (33% Feststoffe)
1000 g H2O
2000 ml 50% H2O2
pH = 5,6
Polierrate von W-Metall = 436 Angström/min
Polierrate von SiO2 = 140 Angström/min
Selektivität (W/SiO2) = 3,1 : 1
Zusammensetzung 2
1000 g Submikroskopische Aluminiumaufschlämmung (33% Feststoffe)
1000 g H2O
2000 ml 50% H2O2
221,6 g Kaliumhydrogenphthalat
pH = 2,9
Polierrate von W-Metall = 1038 Angström/min
Polierrate von SiO2 = 68 Angström/min
Selektivität (W/SiO2) = 15,3 : 1
Hinzufügung des Phthalat-Salzes resultiert in einer Reduktion des
Aufschlämmungs-pH auf ungefähr den pKa, der Phthal-Säure. Der erniedrigte pH führt
zu einem Anstieg der Wolframpolierrate. Die Phthalat-Hinzufügung resultierte in
einer Reduktion der SiO2-Polierrate um einen Faktor von 2. Dieses resultierte
in einer fünffachen Verbesserung der Selektivität des Abtragens
für Wolfram relativ zu Siliziumoxid, ein höchst wünschenswertes Resultat. In diesem
Beispiel wurde Wasserstoffperoxid in die Zusammensetzung eingeführt, um das Abtragen
von Wolfram zu beschleunigen. Der hohe Grad an Wirksamkeit der Zusammensetzung 2
bei einem derart niedrigen pH ist überraschend. Dieses steht in direktem Widerspruch
zu der Lehre des US-Patentes Nr. 4,956,131 und des US-Patentes Nr. 4,992,135, die
beide die Wirksamkeit des Einsatzes eines Lösungs-pH von über 6 lehren, um eine
optimale Selektivität für Wolfram gegenüber dem Siliziumoxid-Abtragen zu erhalten.
Deshalb repräsentiert die Zusammensetzung Nr. 2 dieses Beispiels eine bevorzugte
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, da sie für das Polieren von metallischen-/dielektrischen
Verbunden gilt.
BEISPIEL 2
Um deutlicher zu machen, dass die Ratenhemmung von Siliziumoxid nicht
auf die Inkorporation von Wasserstoffperoxid zurückzuführen war, wurde der Test
von Beispiel 1 wiederholt ohne Hinzufügung von Peroxid, wo ein inaktives Salz (Ammoniumnitrat)
in äquinormaler Konzentration relativ zu dem Phthalat-Salz hinzugefügt wurde. Die
Wafer und die Polierbedingungen waren dieselben wie die in Beispiel 1 benutzten.
Wie unten gezeigt wird, wurden die Siliziumoxidraten um einen Faktor von ca. 2 erniedrigt,
während die Wolframraten identisch waren, als Phthalat zu der Zusammensetzung hinzugefügt
wurde. In diesem Beispiel ist der pH von der Phthalat enthaltenden Zusammensetzung
wesentlich oberhalb des pKa1.
Zusammensetzung 3
1000 g Submikroskopische Aluminiumaufschlämmung (33% Feststoffe)
3000 g H2O
177 g NH4NO3 (0,6 normal)
pH = 7,6
Polierrate von W-Metall = 71 Angström/min
Polierrate von SiO2 = 227 Angström/min
Zusammensetzung 4
1000 g Submikroskopische Aluminiumaufschlämmung (33% Feststoffe)
3000 g H2O
221,6 g Kaliumhydrogenphthalat (0,6 normal)
pH = 3,6
Polierrate von W-Metall = 71 Angström/min
Polierrate von SiO2 = 119 Angström/min
BEISPIEL 3
Um weiter die Wirkung von Anionen der vorliegenden Erfindung auf die
Polierrate von Siliziumoxid zu demonstrieren, wurden variierende Konzentrationen
von Kaliumhydrogenphthalat zu Anteilen eines frisch präparierten Loses der obigen
Zusammensetzung Nr. 1 hinzugefügt. Die Wafer und die Polierbedingungen waren wiederum
dieselben wie in Beispielen 1 und 2. Die Testresultate werden unten zusammengefasst:
Tabelle 1
Sowohl die Wolframpolierrate, die Siliziumoxidpolierrate als auch
die Selektivität für die Zusammensetzung ohne Hinzufügung von Phthalat stimmen gut
mit den Daten von Beispiel 1 überein. Die Siliziumoxidpolierrate erniedrigt sich
unmittelbar mit der Erhöhung der Phthalat-Konzentration, während die Rate des Wolfram-Polierens
relativ konstant bleibt bei Phthalat-Hinzufügungen über 0,05 molar. Diese Daten
sind auch in guter Übereinstimmung mit den Daten für die Phthalat enthaltende Zusammensetzung
Nr. 2 von Beispiel 1. Diese Daten zeigen deutlich, dass es die Wirkung von Zusammensetzungen
der vorliegenden Erfindung ist, die Polierrate von Siliziumoxid zu unterdrücken
bei korrespondierenden Verbesserungen der Polierselektivität relativ zu einer Metallphase.
In diesem Beispiel ist eine kritische Konzentration von ca. 0,1 molar für die Wirksamkeit
erforderlich. Hinzufügungen von Zusätzen oberhalb einer derartigen kritischen Konzentration
stellen auch eine bevorzugte Ausführungsform dieser Erfindung dar. Sie sind natürlich
nur nützlich bis zu einer Konzentration, die übereinstimmt mit deren Löslichkeit
in der Zusammensetzung bei der eingesetzten Temperatur. Für Kaliumhydrogenphthalat
ist die Lösbarkeitsgrenze bei Raumtemperatur ca. 0,5 molar.
BEISPIEL 4
Ein Teil der Zusammensetzung 2 vom obigen Beispiel 1 wurde hergestellt
und benutzt, um Proben sowohl von Wolframblech, SiO2-Blech als auch Proben
von integrierten Schaltkreisen zu polieren. Die integrierten Schaltkreise bestanden
aus einer Vorrichtung, die Zwischenlevelverbindungen enthielten (Ansätze) und eine
dielektrische Siliziumoxidschicht, die mit ungefähr 2000 Angström von Wolframmetall
bedeckt war. Die Zusammensetzung der Blechwafer war identisch zu der, die in dem
integrierten Schaltkreis enthalten war. Alle Proben wurden auf einem Strasbaugh-Modell
6 DS Planarizer poliert, wobei die unten aufgeführten Bedingungen benutzt wurden:
Druck: 7 psi
Spindelgeschwindigkeit: 25 rpm
Plattengeschwindigkeit: 25 rpm
Kissenart: IC-1000
Aufschlämmungsfluß: 100 ml/min
Tungstenblechwafer zeigten Abtragraten von 900 Angström/min während
die Rate für SiO2-Blech 70 Angström/min war, was eine Selektivität von
12,9 : 1 ergab. Dies ist nah dran an der Selektivität, die beobachtet wurde, als
die verschiedenen Maschinenbedingungen von Beispiel 1 benutzt wurden. Das Polieren
der integrierten Schaltkreis-Proben wurde fortgesetzt, bis alle sichtbaren Spuren
von Metallbedeckung verschwunden waren. Visuelles Beobachten von Metallmerkmalen
nach dem Polieren bei 50X zeigte saubere Linien und Ansätze. Kein Anzeichen von
Waschen wurde beobachtet. Die Oxidschicht sah sehr glatt aus, mit keinen Anzeichen
von Kratzern, Löchern oder Trübung. Eine Untersuchung bei 200X zeigte scharfe Linien
und glatte Metalloberflächen. Es wurde kein Schaden der Oxidschicht beobachtet.
Eine Messung der Oberflächentopologie unter Einsatz eines Tencor-P1-Wafer-Profilometers
zeigte, dass die totale angezeigte Unrundheit (TIR) von Wafern zwischen 1200 Angström
und 4000 Angström über einer 500 &mgr;m Scan-Länge lag, was abhängig war von dem
Ort und dem Merkmal, was zeigte, dass der Schaltkreis erfolgreich planarisiert wurde.
TIR ist die Differenz zwischen den maximalen und den minimalen Oberflächenmerkmalen
über die Scan-Länge und ist ein gemeinhin akzeptiertes Maß für Wafer-Planheit.
Anspruch[de]
Ein Gebrauch einer Zusammensetzung zum Polieren eines Verbundes aus
Metall und einer Siliziumkomponente, ausgewählt aus Silizium, Siliziumoxid und Silikat,
wobei die Zusammensetzung aufweist:
ein wässriges Medium,
abrasive Teilchen,
einen Oxidationswirkstoff, der ein Oxidationspotential aufweist, das größer ist
als das Oxidationspotential des besagten Metalls, und
zumindest einen Zusatz mit zumindest zwei Säurenspezies,
wobei jede Säurespezies ein dissozierbares Proton aufweist und Anionen bildet,
wobei die Anionen fähig sind, sich mit der Siliziumkomponente zu verbinden
oder einen Komplex zu bilden,
wobei der pKa der ersten Säurespezies nicht mehr als 0,5 Einheiten größer ist als
der pH der Polierzusammensetzung,
wobei der Zusatz dadurch die Abtragrate der Siliziumkomponente selektiv unterdrückt.
Ein Gebrauch einer Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei der Zusatz
einen Benzolring enthält.
Ein Gebrauch einer Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei der Zusatz
ausgewählt ist aus einer geradkettigen Mono- oder Dicarbonsäure
und Salz, das sekundäre Hydroxylgruppen in einer Alphaposition relativ zu der Carboxylatgruppe
aufweist.
Ein Gebrauch einer Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei der Zusatz
ein Polycarboxylat ist.
Ein Gebrauch einer Zusammensetzung gemäß Anspruch 4, wobei der Zusatz
ein Tricarboxylat ist.
Ein Gebrauch einer Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, die im Wesentlichen
besteht aus Wasser, abrasiven Teilchen, Wasserstoffperoxid und Kaliumhydrogenphthalat,
in der die Lösungskonzentration der Phthalat-Komponente zumindest 0,1 molar ist.
Ein Gebrauch einer Zusammensetzung gemäß Anspruch 6, nach Gewichtsanteilen
im Wesentlichen bestehend aus: 3,2 Teilen Wasser, 0,33 Teilen abrasiven Teilchen,
1,5 Teilen Wasserstoffperoxid und 0,22 Teilen Kaliumhydrogenphthalat.
Verfahren zum Polieren eines Verbundes, dessen eine Komponente Silizium,
Siliziumoxid oder Silikat ist, in dem die Polierzusammensetzung benutzt wird, die
in einem der Ansprüche 1 bis 7 definiert wird.
Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei der Verbund aus Metall und Siliziumoxid
besteht.
Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei der Verbund eine Oberfläche eines
integrierten Schaltkreises ist.