Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Düngemittelverbundgranulats unter Verwendung der Feststoffgranulierung.
Der Begriff „Verbunddüngemittel" wird gemäß einiger verschiedener
Bedeutungen definiert und verwendet; ein derartiges Düngemittel enthält mindestens
zwei der Pflanzennährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium. Verbunddüngemittel
werden auf chemischem Weg oder durch Mischen hergestellt. Sie werden in Form von
Granulaten, Presslingen, Sprühkristallisationsprodukten oder Kristallen hergestellt
und sind in der Regel frei fließend.
Verbunddüngemittel (Düngemittelverbundstoffe) werden hergestellt und
häufig benutzt, da sie leicht herzustellen, zu transportieren, zu lagern und anzuwenden
sind, und da sie lokale oder regionale Nährstofferfordernisse, insbesondere grundlegende
Nährstofferfordernisse, gut erfüllen. Zusätzlich zum Gehalt verschiedener Anteile
der Primärnährstoffe (N + P2O5 + K2), können die
Verbunddüngemittel bestimmte sekundäre Nährstoffe und Mikronährstoffe enthalten,
die spezifisch auf die Nutzpflanzenbedürfnisse in bestimmten agroklimatischen Regionen
abgestimmt sind.
Granulat-Dünger besitzen verschiedene Vorteile gegenüber Pulvern,
insbesondere die Verminderung der Staubmenge, eine verbesserte Gleichförmigkeit
des Flusses beim Ausbringen der Dünger und – beim Mischen – Verbesserungen
hinsichtlich der Entmischung.
Bei der Klassifizierung der Granulierungsverfahren werden die physikalischen
Eigenschaften der zu granulierenden Materialien herangezogen. Entsprechend der „Dichte"
der Materialien können die folgenden drei Gruppen unterschieden werden: Granulierung
von Feststoffen, Granulierung von Aufschlämmungen oder Schmelzen und Granulierung
aus Flüssigkeiten, gleichzeitig zu der Reaktion, durch die das Produkt gebildet
wird.
Grundlegende Verfahren zur Herstellung von Verbunddüngemitteln sind:
Dampf/Wasser-Granulierung, chemische Granulierung oder Komplex- oder Aufschlämmungsgranulierung,
Tropfenbildung oder Sprühkristallisation, Pressgranulierung, sowie trockenes Mixen
oder Vermischen.
Die grundlegenden Mechanismen, die für die anfängliche Bildung des
Düngemittelkörnchens und dessen nachfolgendes Wachstum verantwortlich sind, sind
Agglomeration und Akkretion. Die bekannten und in breitem Umfang angewendeten Verfahren
zur Granulierung von Verbunddüngemitteln sind beispielsweise in „Fertilizer
Manual", Kluwer Academic Publishers, 1998, S. 434–451 und „Studies
of Granulation of Compound Fertilizers Containing Urea: A Literature Review", G.
C. Hicks, National Fertilizer Development Center; Bull Y-108, 15 pp., 1976, gut
beschrieben.
Akkretion ist ein Vorgang, bei dem Schicht um Schicht eines flüssigen
Materials auf einem festen Partikel aufgebracht wird, um dessen Größenwachstum zu
bewirken; so sind z. B. die verwendeten Granulierungsverfahren des Aufschlämmungs-Typs
zur Herstellung von DAP, MAP, TSP und einigen Nitrophosphat-Verbindungen Granulierungsverfahren
des Akkretions-Typs.
Die Agglomeration (Zusammenballung) oder Granulierung fester Partikel
ist ein klassisches Verfahren, um Dünger zu granulieren, z. B. NPK-Produkte. Bei
den meisten NPK-Formulierungen des Agglomerationstyps werden 50–75% des Rohstoffs
als feste Partikel zugeführt. Die (vorab gemischten) Rohstoffe werden in einen Granulierapparat
eingegeben, in dem die Agglomeration gestartet wird. Dem Granulierapparat werden
Dampf und/oder Wasser oder andere Flüssigkeiten) zugeführt, um genügend Flüssigkeit
bereit zu stellen, um die Granulierung voranzutreiben. In einigen Verfahren kann
auch eine geringe Menge an Ammoniak zugegeben werden, um die Granulierung zu unterstützen
und die Produktqualität durch Steigerung der CHR (kritische relative Humidität)
und durch Verminderung des sauren Charakters zu verbessern. Die festen Partikel
werden durch eine Kombination aus mechanischer Verzahnung und Verkittung miteinander
verbunden und zu Körnchen zusammengefügt.
Es ist eine Anzahl von Herstellungsverfahren für Verbunddüngemittel
in industrieller Größenordnung entwickelt worden und in Anwendung befindlich. Im
Verfahren der Dampf/Wasser-Granulierung wird/werden Dampf und/oder Wasser oder Flüssigkeit
von Nassabscheidern in den Granulierapparat gegeben, um ausreichend Flüssigphase
und Plastizität bereit zu stellen, um die Agglomeration der trockenen Rohstoffe
in Granulate der gewünschten Körnergröße des Produkts zu bewirken.
Es ist üblich, Harnstoff als N-Quelle für Dünger der verschiedenen
Typen und Qualitäten zu verwenden. Fester Harnstoff mit relativ hohem Biuret-Gehalt
(0,8–2,0 Gewichts-%) wird hauptsächlich für direkte Applikation auf den Boden
verwendet, schwache wässrige Harnstofflösungen mit niedrigem Biuret-Gehalt (max.
0,3 Gewichts-%) werden für Blattsprays verwendet.
Die Verwendung von Harnstoff ist auch bei der Herstellung (körniger)
Verbunddüngemittel, basierend z. B. auf Superphosphat oder Ammoniumphosphat, etabliert.
Die konventionelle, feuchte Granulierung ist kein geeignetes Verfahren
zur Herstellung von Formulierungen, die Harnstoff enthalten, insbesondere wenn auch
Kaliumchlorid anwesend ist, da das Produkt sehr hygroskopisch wird und daher schwierig
und kostenintensiv getrocknet werden muss.
Bei der chemischen Granulierung werden neben einer großen Menge an
festen Ausgangsstoffen außerdem Wasser, Dampf, Flüssigkeit von Nassabscheidern,
und/oder Ammoniak und Säure in den Granulierapparat eingespeist; die Granulate werden
meist durch Agglomeration gebildet, jedoch kann bei einigen Verfahren auch Granulatbildung
mittels Akkretion erfolgen.
Tropfenbildung oder Prillen (Sprühkristallisation), Pressgranulierung,
trockenes Mixen oder Mischen, etc. werden ebenfalls in recht breitem Umfang angewendet,
um verschiedene Formulierungen von Granulatdüngern herzustellen.
Da bei den meisten traditionellen Verfahren der Granulierung stets
etwas Wasser oder Feuchtigkeit vorliegt, ist Trocknung ein obligatorischer, schwieriger
und teurer Schritt des Verfahrens und macht eine separate Apparatur zum Trocknen
erforderlich. Um die Probleme der Granulierung, Produktqualität und Trocknung zu
lösen, sind verschiedene von der Dünger-Art abhängige Verfahren in Entwicklung.
Ein Verfahren der Granulierung wird von Doshi, S. R. in dem Artikel
„Fusion blend", Fertilizer Research, vol. 30(1): p. 87–97, 1991, beschrieben.
Es wird Wasser (oder Dampf) verwendet, um Feststoffe entweder in Form von Pulver
oder Sprühkristallen oder Granulaten zusammenzufügen, ohne dabei andere Flüssigkeiten
wie Ammoniak, Phosphorsäure oder Salpetersäure in das beschriebene Verfahren einzubeziehen;
eine Trocknung bleibt nach wie vor essentiell.
Eine gewisse Menge an Wasser oder Feuchtigkeit ist stets Teil des
Vorgangs. Der Vorgang steht in Beziehung, bzw. Abhängigkeit zu Temperatur und Feuchtigkeit
des Materials. Zum Beispiel zeigt sich bei den meisten NPK-Düngern des Agglomerationstyps
eine flüssige Phase von 300 kg/t Produkt als optimal.
Die Patentveröffentlichung GB 1,189,398 (Sumitomo) offenbart ein Verfahren
zur Herstellung eines NK-Düngers, wobei dieses Verfahren das Aufsprühen einer flüssigen
Mischung aus Harnstoff, Kaliumchlorid, Gipsmineral und 1–10 Gewichts-% an
Wasser auf das feste Material in einem Granulierapparat umfasst. Es wird keine Trocknung
verwendet. Jedoch ist die im Verfahren zugegebene Menge an Wasser hoch genug, um
den Harnstoff im gelösten Zustand zu halten, und das Endprodukt hat mit 1–2
Gewichts-% einen relativ hohen Wassergehalt.
Die Patentschrift US 4,138,750
(TVA) offenbart ein Verfahren für die Herstellung von Düngern aus Phosphorsäure,
Schwefelsäure, wasserfreiem Ammoniak und Harnstoff, bei dem ein spezifisch gestalteter
Rohrkreuz-Reaktor verwendet wird, um eine homogene Schmelze oder eine auf Phosphorsäure,
Schwefelsäure und wasserfreiem Ammoniak basierende Aufschlämmung mit niedrigem Feuchtigkeitsgehalt
herzustellen. Der Rohrkreuz-Reaktor eliminiert die Notwendigkeit eines Vorneutralisators,
wobei außerdem aufgrund des geringen Feuchtigkeitsgehalts der Schmelze oder Aufschlämmung
der Trockner eliminiert wird. Die Wärme der Neutralisationsreaktion trocknet das
Material in dem Rohrkreuz-Reaktor.
Aufgrund des Wasser- bzw. Feuchtigkeitsgehalts der Rohstoffe und Produkte
werden Probleme hinsichtlich des Verfahrens und der Produktqualität, wie etwa gesteigerte
Hygroskopizität und Plastizität, oft auftreten, wenn Dünger unter Verwendung von
Dampf/Wasser und chemischen Granulierungsverfahren zu Granulat verarbeitet werden,
insbesondere, wenn z. B. SSP, TSP und/oder Harnstoff im Produkt vorliegen. Die Hygroskopizität
und Plastizität erschweren die Schritte der Trocknung, Siebung und Zerkleinerung,
außerdem sind die Lagerungseigenschaften derartiger Verbunddüngemittel oft schlechter
als die solcher Dünger, die diese Substanzen nicht beinhalten.
Die vorliegende Erfindung ist entwickelt worden, um die Probleme im
Bezug auf die Granulierung, Produktqualität, Lagerung, etc. bei der Herstellung
von Verbunddüngemitteln zu lösen. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Herstellung von Verbunddüngemitteln wie etwa NPK, NK etc., bei der feste Ausgangsstoffe
in einem Mixer gemischt und einem Granulierapparat zugeführt werden, dem außerdem
Heißluft zugeführt wird. Die Rohstoffe werden ohne Hilfe von Wasser oder irgendwelcher
anderer Flüssigkeiten wie etwa Ammoniak, Phosphorsäure oder Schwefelsäure granuliert.
Somit ist diese Granulierung ein wirkliches Verfahren der Feststoffgranulierung.
Da kein Wasser oder irgendeine andere Flüssigkeit zugegeben wird, besteht keine
Notwendigkeit für eine Trocknung des granulierten Produktes. Darüber hinaus ist
auch die physikalische Qualität des Produktes gut.
Insbesondere besitzt das Verfahren der vorliegenden Erfindung große
Vorteile gegenüber bekannten Verfahren der Granulierung, die höhere Temperaturen
in der Trocknungsphase benötigen. Insbesondere ist die Kontrolle der Feuchtigkeit
und der Trocknungstemperatur wichtig und schwierig; eine hohe Temperatur kann das
Schmelzen des granulierten Materials bewirken, das dann an den Innenwänden festklebt
und nahe dem Austrittsende aus dem Trockner austritt. Die optimalen Werte für Feuchtigkeit
und Temperatur variieren stark von Produkt zu Produkt.
Somit stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Herstellung
eines Düngemittelverbundgranulats bereit, das mindestens zwei der Pflanzennährstoffe
Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, wobei das Verfahren die Stufen:
– Bereitstellen eines festen Ausgangsmaterials, das mindestens einen festen
Düngemittelrohstoff und wahlweise rezirkuliertes Material umfasst,
– Füllen des Ausgangsmaterials oder eines Teils von ihm in ein Schmelzaggregat
zum Schmelzen eines gewünschten Teils davon und Halten dieses Teils
im geschmolzenen Zustand,
– Leiten des teilweise geschmolzenen Materials und wahlweise anderer gewünschter
fester Rohstoffe in einen Granulierapparat, um ein granuliertes Produkt zu erhalten,
und
– Abkühlen und wahlweise Sieben des granulierten Produktes, um trockenes
Düngemittelverbundgranulat mit der gewünschten Korngrößenverteilung zu erhalten,
umfasst, unter der Voraussetzung, dass kein Wasser oder keine wässrige Flüssigkeit
in das Verfahren eingeführt wird.
Das Schmelzen eines Teils des Ausgangsmaterials in dem Schmelzaggregat
kann durch Einleiten von Heißluft in das Schmelzaggregat bewirkt werden. Das Schmelzen
kann auch durch andere Mittel, z. B. durch Heizvorrichtungen, erreicht werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Verfahren
kontinuierlich durchgeführt und der geschmolzene Teil des Ausgangsmaterials während
des Verfahrens durch Regelung der Durchflussgeschwindigkeit des Ausgangsmaterials
und der Temperatur der in das Schmelzaggregat eingeleiteten Heißluft konstant gehalten.
Der optimale Anteil des geschmolzenen Ausgangsmaterials ist abhängig von Art/Typ
des gewünschten Düngers und von den verwendeten Rohstoffen. Der optimale Anteil
des geschmolzenen Materials kann z. B. etwa 10–40 Gewichts-%, bevorzugt etwa
10–25 Gewichts-%, noch bevorzugter etwa 12– 20 Gewichts-%, in Abhängigkeit
vom Typ betragen.
Wenn das Schmelzen mittels Heißluft ausgeführt wird, beträgt eine
geeignete Temperatur der in das Schmelzaggregat geleiteten Heißluft zwischen 200°C
und 550°C. Am Auslass des Schmelzaggregats hat die Heißluft eine Temperatur
von etwa 90°C bis 120°C.
In geeigneter Weise beträgt die Temperatur des teilweise geschmolzenen
Ausgangsmaterials bei Verlassen des Schmelzaggregats zwischen 70°C und 135°C,
bevorzugt zwischen 70°C und 110°C.
Das Verfahren der Erfindung kann ausgeführt werden, indem entweder
sämtliche einzelnen Komponenten der Rohstoffe in das Schmelzaggregat geleitet werden,
oder indem eine oder einige der einzelnen Komponenten der Rohstoffe in das Schmelzaggregat
geleitet und der Rest der Komponenten dem Granulierapparat zugeleitet wird.
Das in das Schmelzaggregat und/oder den Granulierapparat einzuleitende
Material kann vorerwärmt werden. Dies ist im Hinblick auf die Temperaturkontrolle
des Verfahrend bevorzugt. Geeigneter Weise kann das Material auf eine Temperatur
im Bereich von etwa 80°C bis etwa 110°C vorerwärmt werden.
Die Temperatur der Granulierung kann in Abhängigkeit von der Rezeptur
des Düngers variieren. Die Temperatur der Granulierung liegt vorzugsweise zwischen
etwa 75°C und etwa 125°C, noch bevorzugter zwischen etwa 80°C und etwa
125°C.
Die Temperatur des abgekühlten, zu siebenden, granulierten Produkts
liegt typischer Weise etwa zwischen 40°C und 60°C.
Typische feste Düngemittelrohstoffe, die für die vorliegende Erfindung
verwendet werden können, sind z. B. Harnstoff, Diammoniumphosphat (DAP), KaSO4
(SOP), Monoammoniumphosphat (MAP), Phosphaterz, Kaliumchlorid (MOP, d.h. KCl), normales
Superphosphat (SSP), Triple-Superphosphat (TSP), Ammoniumsulfat (AS) und Ammoniumchlorid
(AC).
Bevorzugt umfassen die Düngemittelrohstoffe Harnstoff, insbesondere
Harnstoff-Sprühkristalle, und mindestens einen anderen Düngemittelrohstoff.
Zusätzlich können Magnesiumsulfat und/oder eines oder mehrere Spurenelemente
(Mikronährstoffe) wie etwa Bor, zugegeben werden.
Weiterhin können Bentonit, Calcit, Calciumoxid, Calciumsulfat (wasserfreies
Calciumsulfat oder Calciumsulfat-Hemihydrat), Dolomit und/oder Sand und/oder jeder
andere, üblicherweise verwendete Füllstoff zugegeben werden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung können sämtliche feste Rohstoffe
(feste Düngemittelrohstoffe und wahlweise rezirkuliertes Material, Mikronährstoffe
und Füllstoffe) in das Schmelzaggregat geleitet werden. Es ist jedoch ebenfalls
möglich, einen Teil der festen Rohstoffe in das Schmelzaggregat und die verbleibenden
festen Rohstoffe in den Granulierapparat zu leiten.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Verfahren der Erfindung
den Schritt der Siebung des granulierten Produkts, um trockenes Düngemittelverbundgranulat
mit einer Körnchengröße von 2 bis 5 mm zu erhalten.
Das beim Sieben erhaltene Unterkornmaterial (< 2 mm) und Überkornmaterial
(> 5 mm) kann jeweils als das genannte rezirkulierte Material zurückgeführt werden.
Wahlweise kann das Überkornmaterial nach dem Sieben zermahlen werden, bevor es zurückgeführt
wird. Die Temperatur des rezirkulierten Materials aus der Siebung beträgt typischer
Weise etwa 60°C oder weniger.
Das Schmelzaggregat und der Granulierapparat können separate Einheiten
sein, jedoch können das Schmelzaggregat und der Granulierapparat auch Teile derselben
Vorrichtung sein.
Diese Erfindung hat Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren der
Granulierung aus dem Stand der Technik, da die Rohstoffe ohne Zuhilfenahme irgendwelchen
Wassers oder irgendeiner anderen Flüssigkeit wie etwa Ammoniak, Phosphorsäure oder
Schwefelsäure zu Granulat verarbeitet werden. Da kein Wasser oder irgendeine andere
Flüssigkeit zugegeben wird, besteht keine Notwendigkeit zur Trocknung des Produkts.
Dies vereinfacht die Durchführung der Granulierung und verringert Investitionskosten,
da keine separate Apparatur zur Trocknung benötigt wird.
Das Endprodukt wird, ausgehend von den Rohstoffen, einen niedrigen
Wassergehalt aufweisen (0,2–0,6 Gewichts-%). Es ist keine zusätzliche Trocknung
erforderlich. Der Wassergehalt der nach herkömmlichen Verfahren hergestellten Produkte
beträgt normalerweise etwa 1–2 Gewichts-%, was die bereits erwähnten Schwierigkeiten
im Bezug auf Verklumpung und Ausbringung hervorruft.
Die Erfindung wird in und anhand der folgenden Beispiele veranschaulicht.
Zusätzlich wurde die Stärke des Produktgranulats, das in den folgenden Beispielen
erhalten wurde, nach 3 Monaten Lagerung getestet; die Stärke wurde dabei als unverändert
ermittelt.
Beispiel 1
Verfahren für die Feststoffgranulierung im Labormaßstab
Das Gemisch der festen Rohstoffe wurde in den Labor-Granulierapparat
eingespeist. Harnstoff wurde in Form von Sprühkristallen zugegeben. Das Schmelzen
der Mischung erfolgte mittels Heißluft im Anfangsabschnitt des Granulierapparats.
Die Granulierung wurde in dem Granulierapparat und teilweise im Kühler durchgeführt.
Die Verfahrensbedingungen und -Ergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1
Der Typ 15-15-15 granulierte besser, wenn er MAP + Sand statt DAP
+ SSP enthielt.
Der Typ 17-17-17, der Ammoniumchlorid enthält, granulierte ebenfalls
gut. Ammoniumchlorid reagierte teilweise mit Harnstoff und bildete Harnstoff ×
NH4Cl. Der Nährstoffgehalt jedes Produkts war gut. Die physikalischen
Eigenschaften der Produkte waren gut; die Produkte waren sehr trocken.
Beispiel 2
Verfahren für die Feststoffgranulierung im Labormaßstab
Das Gemisch der festen Rohstoffe wurde zusammen mit dem Rezyklat in
den Labor-Granulierapparat eingespeist. Das Schmelzen erfolgte mittels Heißluft
im Anfangsabschnitt des Granulierapparats. Die Granulierung wurde in dem Granulierapparat
und teilweise im Kühler durchgeführt.
Die Produkte wurden mit Esso Beschichtungsöl 2 kg/t + Talkum 3 kg/t
beschichtet.
Es wurde eine sehr gute oder gute Granulierung bei guter Produktqualität
erzielt. Allerdings bewirkte der hohe Feuchtigkeitsgehalt der Luft während des Verfahrens
einen gewissen sofortigen Anstieg des Wassergehalts des Endprodukts.
Die Verfahrensbedingungen und Ergebnisse der Produkttests sind in
Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2
Beispiel 3
Verfahren für die Feststoffgranulierung im Labormaßstab
Das Gemisch der festen Rohstoffe wurde zusammen mit dem Rezyklat in
den Labor-Granulierapparat eingespeist. Das Schmelzen erfolgte mittels Heißluft
im Anfangsabschnitt des Granulierapparats. Die Granulierung wurde in dem Granulierapparat
und teilweise im Kühler durchgeführt.
Die Produkte wurden mit Esso Beschichtungsöl 2 kg/t + Talkum 3 kg/t
beschichtet.
Es wurde eine sehr gute Granulierung bei guter Produktqualität erzielt.
Die Verfahrensbedingungen und Ergebnisse der Produkttests sind in Tabelle 3 dargestellt.
Das Gemisch der festen Rohstoffe und das Rezyklat wurden in der Zuführschnecke
des Granulierapparats auf etwa 100°C vorgeheizt. Das Schmelzen erfolgte mittels
Heißluft in der Granuliertrommel. Die Granulierung wurde in dem Granulierapparat
und teilweise in der Kühltrommel durchgeführt.
Die Produkte wurden mit SK Fert FWS AG 2 kg/t + Talkum 3 kg/t beschichtet.
Es wurde eine sehr gute oder gute Granulierung bei guter Produktqualität
erzielt. Die Verfahrensbedingungen und Ergebnisse der Produkttests sind in Tabelle
4 dargestellt.
Das Gemisch der festen Rohstoffe und das Rezyklat wurden in der Zuführschnecke
des Granulierapparats auf etwa 100°C vorgeheizt. Das Schmelzen erfolgte mittels
Heißluft in der Granuliertrommel. Die Granulierung wurde in dem Granulierapparat
und teilweise in der Kühltrommel durchgeführt.
Die Produkte wurden mit SK Fert FW5 AG 2 kg/t + Talkum 3 kg/t beschichtet.
Es wurde eine sehr gute oder gute Granulierung bei guter Produktqualität
erzielt. Die Verfahrensbedingungen und Ergebnisse der Produkttests sind in Tabelle
5 dargestellt.
Das Gemisch der festen Rohstoffe und das Rezyklat wurden mittels IR
in der Zuführschnecke der Trommel auf etwa 100°C vorgeheizt. Die Außenwand der
Granuliertrommel wurde ebenfalls mittels IR erhitzt. Der Harnstoff wurde zuvor zerkleinert.
Beim Schmelzen des Harnstoffs in der Granuliertrommel wurde eine geringe Menge an
Heißluft verwendet. Die Trocknungstrommel diente als Kühler.
Die Produkte wurden mit SK Fert FW5 AG 2 kg/t + Talkum 3 kg/t beschichtet.
Verfahrensbedingungen:Zufuhr + Rezyklat (kg/h)5,07Verhältnis Rezyklat0,75Rezyklat Heizer (°C)179Granuliertrommelx Außenseite (°C)268x Innenseite (°C)117Luft zur Trommel (°C)287Luft zum Kühler (°C)24Luft vom Kühler (°C)28GranulierungGutProdukteigenschaftenH2O (KF) (%)0,09
N (%)15, 5P2O5 – gesamt (%)15,4K2O (%)16,1S (%)6,6Granulatstärke (N)30Abrieb (%)0,4Zersplitterung (%)28CRH (%)18Absorption Feuchtigkeit 80% RH2 h (%)2,64 h (%)4,86 h (%)6,6
Auf SOP basierendes 15-15-15 granulierte gut.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Düngemittelverbundgranulats, das mindestens
zwei der Pflanzennährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, wobei das Verfahren
die Stufen
– Bereitstellen eines festen Ausgangsmaterials, das mindestens einen festen
Düngemittelrohstoff und wahlweise rezirkuliertes Material umfasst,
– Füllen des Ausgangsmaterials oder eines Teils von ihm in ein Schmelzaggregat
zum Schmelzen eines gewünschten Teils davon und Halten dieses Teils im geschmolzenen
Zustand,
– Leiten des teilweise geschmolzenen Materials und wahlweise anderer gewünschter
fester Rohstoffe in einen Granulierapparat, um ein granuliertes Produkt zu erhalten,
und
– Abkühlen und wahlweise Sieben des granulierten Produkts, um trockenes Düngemittelverbundgranulat
mit der gewünschten Korngrößenverteilung zu erhalten,
umfasst, unter der Voraussetzung, dass kein Wasser oder keine wässrige Flüssigkeit
in das Verfahren eingeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Verfahren kontinuierlich durchgeführt
wird und der geschmolzene Teil des Ausgangsmaterials während des Verfahrens durch
Regelung der Durchflussgeschwindigkeit des Ausgangsmaterials und der Temperatur
des Schmelzaggregats konstant gehalten wird.
Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Temperatur des teilweise
geschmolzenen Ausgangsmaterials zwischen 70 und 135 °C beträgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Schmelzvorgang
durch Einleiten von Heißluft in das Schmelzaggregat durchgeführt wird.
Verfahren nach Anspruch 4, wobei die Temperatur der in das Schmelzaggregat
geleiteten Heißluft zwischen 200 und 550 °C beträgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei 10 bis 40 Gew.-%
des Ausgangsmaterials im Schmelzaggregat geschmolzen werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das in das Schmelzaggregat
zu leitende feste Ausgangsmaterial sämtliche einzelnen Komponenten der Rohstoffe
umfasst.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das in das Schmelzaggregat
zu leitende feste Ausgangsmaterial eine oder einige der einzelnen Komponenten der
Rohstoffe umfasst und der Rest der Komponenten dem Granulierapparat zugeleitet wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das in das Schmelzaggregat
zu leitende feste Ausgangsmaterial vorerwärmt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der in den Granulierapparat
zu leitende feste Rohstoff vorerwärmt wird.
Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, wobei das Material auf eine Temperatur
im Bereich von 80 bis 110°C vorerwärmt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die Granuliertemperatur
im Bereich von 75 bis 125°C und vorzugsweise 80 bis 125°C liegt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei die Düngemittelrohstoffe
aus der Gruppe ausgewählt werden, die aus Harnstoff, Diammoniumphosphat (DAP), KaSO4
(SOP), Monoammoniumphosphat (MAP), Kaliumchlorid (MOP), Phosphaterz, normalem Superphosphat
(SSP), Triple-Superphosphat (TSP), Ammoniumsulfat (AS) und Ammoniumchlorid (AC)
besteht.
Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Düngemittelrohstoffe Harnstoff
und mindestens einen anderen der Düngemittelrohstoffe umfassen.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei zusätzlich mindestens
ein Material, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Magnesiumsulfat und Mikronährstoffen
besteht, in das Verfahren eingebracht wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei zusätzlich mindestens
ein Füllstoff, der aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Bentonit, Calcit, Calciumoxid,
wasserfreiem Calciumsulfat, Calciumsulfat-Hemihydrat, Dolomit und Sand besteht,
in das Verfahren eingebracht wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das beim Sieben erhaltene Unter-
und Überkornmaterial als rezirkuliertes Material zurückgeführt und das Überkornmaterial
wahlweise nach dem Sieben zermahlen wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, wobei der Feuchtigkeitsgehalt
des trockenen Düngemittelverbundgranulats unter 0,6 Gew.-% und vorzugsweise unter
0,3 Gew.-% liegt.