Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Flotationsmittel
für Phosphaterz, welches neben einer Fettsäure als Sammler eine Mischung aus ethoxylierten
Alkylphenolen umfasst.
Es ist in der Flotation von Phosphaterz mit Fettsäuren gemäß
ZA-90/9347 Stand der Technik, dass das Flotationsausbringen dadurch verbessert werden
kann, dass zusätzlich zum Sammler (Fettsäure) ein Dispergiermittel, wie beispielsweise
ein Nonylphenol mit 2 - 5 Mol Ethylenoxid (EO) und ein aliphatischer oxethylierter
Alkohol mit der Kettenlänge C11-C15, welcher 2 - 4 Mol EO
enthält, eingesetzt wird. Eine weitere Verbesserung ergibt sich, wenn in dem Dispergiermittel
ein Alkohol mit der Kettenlänge C1-C15 gelöst wird. Dieser
Alkohol verbessert die Emulgierbarkeit des Dispergiermittels.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass die spezifische Dosierung
eines Reaktionsproduktes aus Nonylphenol und 2,75 bis 3,25 Mol Ethylenoxid bei der
Flotation von Phosphat aus Phosphaterz bei gleichem Ausbringen und gleicher Qualität
signifikant vermindert werden kann, wenn das verwendete Nonylphenol statt der standardmäßigen
2 bis 5 Gew.-% Dinonylphenol 9 bis 13 Gew.-% Dinonylphenol enthält. Ebenso gilt,
dass das Phosphatausbringen durch Verwendung des erfindungsgemäßen Dispergiermittels
bei gleicher Dosierung sogar verbessert wird, wobei der P2O5-Gehalt
im Flotationskonzentrat nicht beeinträchtigt wird.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Flotationsmittel für Phosphaterz,
enthaltend eine Fettsäure als Sammler und alkoxylierte Alkylphenole als Dispergiermittel,
dadurch gekennzeichnet, dass die Alkylphenole zusammengesetzt sind aus
- a) 8 bis 20 Gew.-% eines oder mehrerer Dialkylphenole mit Alkylresten von 8
bis 12 C-Atomen
- b) 80 bis 92 Gew.-% eines oder mehrerer Monoalkylphenole mit Alkylresten von
8 bis 12 C-Atomen,
welche mit 2 bis 6 mol Ethylenoxid alkoxyliert sind.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung einer Mischung
von alkoxylierten Alkylphenolen wie oben beschrieben als Dispergiermittel in der
Flotation von Phosphaterzen. In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Verwendung
mit Fettsäuren als Sammler.
Das Dispergiermittel umfasst vorzugsweise 9 bis 15, insbesondere 10
bis 13 Gew.-% des Bestandteils a). Der Gehalt an Bestandteil b) ergibt sich durch
die Differenz auf 100 Gew.-%. Vorzugsweise handelt es sich bei den Alkylresten um
lineare oder verzweigte Nonylreste. Der Gehalt der Bestandteile a) und b) an Ethylenoxid
beträgt in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform zwischen 2 und 4, insbesondere
zwischen 2,5 und 3,5 mol. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält
das erfindungsgemäße Flotationsmittel keine Alkohole.
Bei der Fettsäure, die den Hauptbestandteil des erfindungsgemäßen
Flotationsmittels ausmacht, handelt es sich vorzugsweise um eine lineare oder verzweigte
Monocarbonsäure mit 8 bis 26 C-Atomen. Hierfür können die als Sammler im Stand der
Technik bekannten Fettsäuren verwendet werden.
Das erfindungsgemäße Flotationsmittel enthält vorzugsweise zwischen
1 und 30 Gew.-% des Dispergiermittels. Das erfindungsgemäße Flotationsmittel
wird vorzugsweise in Mengen von 100 bis 1.000 g/t Feststoff zur Flotation von Phosphaterzen
verwendet. Die Zugabemenge des erfindungsgemäßen Dispergiermittels bei getrennter
Sammler/Dispergiermitteldosierung beträgt vorzugsweise zwischen 30 und 150 g/t,
insbesondere zwischen 40 und 60g/t, bezogen auf die Feststoffaufgabe.
Das erfindungsgemäße Flotationsmittel kann, neben den genannten
Bestandteilen Fettsäure und Dispergiermittel, Drücker oder weitere aus dem Stand
der Technik bekannte Bestandteile enthalten. Solche Bestandteile sind beispielsweise
Schäumer und aliphatische Polyglykolether. Außerdem können verschiedene Drücker,
wie z.B. Wasserglas, separat verwendet werden.
Im folgenden wird das erfindungsgemäße Flotationsmittel beispielhaft
dargestellt:
Beispiele
Herstellung von Nonyl-/Dinonylphenol
Die Mischung aus Mono- und Dinonylphenol wird wie folgt hergestellt:
- Phenol wird vorgelegt
- Zugabe 0,2 eq konz. Schwefelsäure
- Unter Rühren Zugabe von Nonen
- Innentemperatur steigt auf 30 bis 50°C, und es entwickelt sich Chlorwasserstoff
- Die Reaktion ist beendet, wenn die Chlorwasserstoffentwicklung aufhört
Im technischen Maßstab kann die Reaktion so geführt werden,
dass das Phenol-/Nonen-Gemisch im Kreislauf über einen sauren Festbettkatalysator
gefahren wird. Es wurden folgende Gemische erhalten:
Mol Phenol
Mol Nonen
Anteil Dinonylphenol
1
0,9
9 Gew.-%
1
1,0
11 Gew.-%
1
1,1
13 Gew.-%
Vergleich
1
0,6
3 Gew.-%
Herstellung von Nonyl-/Dinonylphenolethoxilat
Die Ethoxylierung von Nonylphenol erfolgte in folgenden Schritten:
- Nonylphenol in sauberen Kessel einfüllen.
- Rührer einschalten.
- Die angegebene Menge Natronlauge (als Katalysator) zugeben bzw. einsaugen.
- Kesselinhalt unter Rühren auf 85 - 90°C aufheizen, dann Vakuum anlegen.
- Vakuum mit Stickstoff aufheben und Kesselinhalt unter Rühren auf 140 - 145°C
aufheizen.
- Bei dieser Temperatur Ethylenoxid zudosieren.
- Ethylenoxid bis zum Erreichen der berechneten Menge weiter zudosieren.
- Zur Ethylenoxid-Abreaktion ca. 1 Stunde bei einer Sumpftemperatur von 140 -
150°C nachrühren.
- Probe ziehen und OH-Zahl oder Trübungspunkt bestimmen und bis zum Gutbefund
bei 140 - 150°C weiterrühren.
- Ist die Ziel-OH-Zahl bzw. Ziel-Trübungspunkt noch nicht erreicht, muss zum Kesselinhalt
die berechnete Ethylenoxidmenge nachdosiert werden.
- Ist die Ziel-OH-Zahl erreicht, wird der Kesselinhalt abgekühlt auf 100 °C und
unter Vakuum bei 100°C ausgegast.
- Es folgt die Neutralisation bei 50 - 70°C mit Essigsäure bis auf einen pH-Bereich
von 6,0 - 8,0.
Folgende Ergebnisse wurden erhalten:
Ausgangsstoffe
Rohstoff
Mol
Menge
Nonyl-/Dinonylphenol
1
231,3/233,9/236,4 kg1
Ethylenoxid
3
132 kg
NaOH (50 %ig)
0,006
0,24 kg
Essigsäure (techn. rein)
0,006
0,36 kg
1 mit 9,11 bzw. 13 % Dinonylphenolanteil
erhaltene Substanzen
Anteil Dinonylphenol
Molverhältnis Nonylphenol/Ethylenoxid
Beispiel 1
9 %
1:3
2
11 %
1:3
3
13 %
1:3
Vergleich
3 %
1:4
Anwendungstechnische Untersuchungen
Reagentien in g/t Feststoff
Aufgabe P2O5 in %
Konzentrat P2O5 in %
Ausbeute
Fettsäure
Dispergiermittel
Vergleich
430
81
7,2
38,1
89,8
Beispiel 1
430
65
6,2
38,5
87,2
Beispiel 2
430
54
6,0
38,1
89,8
Beispiel 3
430
43
5,7
37,7
92,4
Reagentien in g/t
Aufgabe P2O5 in %
Konzentrat P2O5 in %
Ausbeute
Fettsäure
Dispergiermittel
Vergleich
400
150
7,3
39,9
71,3
Beispiel 2
400
150
7,8
40,1
76,2
Beispiel 3
400
150
8,1
40,3
76,4
Auswertung
Mit dem neuen Dispergiermittel (Tabelle 4, Beispiele 1 - 3) kann die
Dosierung gegenüber dem Vergleichsprodukt von 81 g/t auf 40 bis 60 g/t abgesenkt
werden, ohne dass sich die Konzentratqualität oder die Ausbeute verschlechtern.
Dosiert man herkömmliches Dispergiermittel (Vergleichsversuch) und
erfindungsgemäßes Dispergiermittel (Beispiele 2 und 3) in gleichen Mengen
(Tabelle 5), erreicht man bei konstanter Konzentratqualität eine signifikante Verbesserung
der Phosphatausbeute.
Zusammensetzung des Roherzes:
Apatit
22 Gew.-%
Phlogopit
24 Gew.-%
Calcit
25 Gew.-%
Dolomit
3 Gew.-%
Forsterit
7 Gew.-%
Diopsid
8 Gew.-%