1. Anwendungsgebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Herstellen
von Möbeln sowie die danach hergestellten Möbel.
II. Technischer Hintergrund
Während zur Aufbewahrung von Gegenständen bestimmte Möbel wie z. B.
Schränke vorzugsweise aus plattenförmigen Einzelteilen bestehen, sind andere Möbel,
z. B. Sitzmöbel, vorzugsweise aus die Tragstruktur bildenden Stäben mit geringem
Querschnitt und daran befestigten flächigen Elementen aufgebaut. Nach demselben
Schema lassen sich auch Schränke und andere Möbelstücke herstellen.
Dabei ging das Bestreben dahin, die Stäbe – aus Gewichts- und
optischen Gründen – mit möglichst geringem Querschnitt und dennoch ausreichender
Stabilität auszubilden.
Zu diesem Zweck wurden in der Vergangenheit Stäbe aus z. B. Metallrohr
verwendet. Wenn das Möbelstück jedoch durchgängig aus Naturprodukten bestehen sollte,
und – wie vor allem bei Sitzmöbeln notwendig – die Stäbe hierfür Biegungen
aufweisen mussten, bestand von vornherein das Problem, dass nachwachsender Rohstoff
wie z. B. Holz nicht in der gewünschten Biegung vorlag und deshalb entweder aus
großflächigen z. B. Platten in dieser Form herausgeschnitten werden musste (mit
großem Materialverlust) oder entsprechende gerade Stäben gebogen werden mussten.
In diesem Zusammenhang ist es bei Holz bereits bekannt, derartige
Stäbe entweder aus massivem Holz oder auch aus Holzschichten zusammengesetzt zu
biegen, indem das Holz durch Einwirkung von Dampf unter Überdruck über eine gewisse
Zeit erweicht wird, indem durch die Dampfeinwirkung die klebenden Bestandteile des
Holzes, vor allem Lignin, erweicht werden, und danach das Holz in die gewünschte
Form gebracht und durch Abkühlung wieder in der gewünschten Form zur Erstarrung
gebracht wird.
Trotz der relativ hohen Beaufschlagungszeit und des dabei vorherrschenden
Überdruckes, der sich immer über das gesamte Material, welches an nur einer Stelle
gebogen werden sollte, erstreckte, erfolgte dabei – insbesondere bei schichtverleimten
Stäben – die Biegung jeweils nur um eine quer zur Längsrichtung des Stabs
liegende Achse, also keine Torsion um die Längsrichtung des Stabs insbesondere unter
Beibehaltung der Verlaufsrichtung des Stabs insgesamt.
Darüber hinaus ist ein Halbzeug aus Holz bekannt, welches –
vorzugsweise als Plattenmaterial, aber auch in Form von Stäben – im biegeweichen
Zustand gehandelt wird, indem der Holzwerkstoff mittels Stauchung in Längsrichtung
der Fasern und ggf. zusätzliche Bedämpfung bzw. chemische Behandlung biegeweich
gemacht und in diesem Zustand luftdicht verpackt in den Handel gebracht wird. Nach
Öffnen der Verpackung kann dieser Holzwerkstoff mit geringem Kraftaufwand wiederum
um eine quer zur Längserstreckung der Fasern liegende Achse gebogen und geformt
und in diesem Zustand zur Erstarrung gebracht werden allein durch Abtrocknen in
der Umgebungsluft.
Ferner hat – einhergehend mit der Globalisierung der Materialbeschaffung
– die Verwendung von Bambus im Möbelbau auch in Europa Einzug gefunden. Bekannt
sind hierbei Möbelkonstruktionen, bei denen die tragende Struktur aus ganzen Bambusrohren
bestand, und insbesondere flächige Elemente primär dem Sichtschutz, weniger der
Stabilität dienten, und nur aus miteinander verflochtenen Bambusstreifen bestanden
oder aus einem Holzwerkstoff, der lediglich aus optischen Gründen z. B. auf der
Außenseite mit Bambusstreifen belegt war.
Es sollen auch bereits Möbelkonstruktionen aus Bambus existieren,
bei denen die Stäbe aus übereinander gelegten Bambusstreifen bestehen, jedoch ähnlich
der Verwendung von schichtverleimtem Holz nur um eine quer zur Längserstreckung
der Stäbe liegende Achse gebogen wurden.
Auch vorgefertigte Plattenmaterialien aus stumpf in einer Ebene nebeneinander
gelegten und verleimten Bambusstreifen sind bekannt.
Die Bambusstreifen werden dabei vorzugsweise mit rechteckigem Querschnitt
aus dem Rohrquerschnitt eines Bambusrohres herausgeschnitten, in aller Regel indem
zunächst das Bambusrohr in einzelne Sektoren zerschnitten und anschließend die im
Querschnitt gekrümmten Segmente mittels Hobeln oder Fräsen zu einem rechteckigen
Querschnitt, insbesondere unter Fortfall der harten Außenhaut des Bambusrohres,
gefräst oder gehobelt wird.
Im Inneren der einzelnen Bambusstreifen ergibt sich dadurch immer
noch eine inhomogene Struktur mit trockeneren, härteren Schichten im äußeren Bereich
und feuchteren, weicheren Schichten im dem gegenüberliegenden inneren Bereich, zumindest
vor der Trocknung der Bambusstreifen.
An dieser Stelle muss unbedingt auf die Unterschiede zwischen Holz
und Bambus eingegangen werden:
Zunächst ist Bambus biologisch betrachtet kein Baum oder Strauch, sondern ein Gras.
Auch hinsichtlich des inneren Aufbaus bestehen erhebliche Unterschiede:
Während Holz die Leitzellen zum Flüssigkeitstransport, vor allem in den Außenbereichen
direkt unter der Rinde, hat und daher ein Baumstamm im Außenbereich den höchsten
und im Kernbereich den niedrigsten Feuchtegehalt aufweist, ist es bei Bambus genau
umgekehrt:
Im äußeren Drittel des Rohres befinden sich die Stützzellen, die dem Bambus seine
Festigkeit geben, während nach innen die Leitzellen und Speicherzellen
für das aufzunehmende Wasser mit den enthaltenen Aufbaustoffen folgen. Demzufolge
verhalten sich die beiden Stoffe absolut ungleich, zumal noch hinzukommt, dass das
physikalische Verhalten des Bambus aufgrund der Hohlkonstruktion mit den in axialer
Richtung vorhandenen Querwänden nochmals völlig anders ist.
Zusätzlich ist der Feuchtegehalt von Bambusrohren beim Schnitt nicht
nur grundsätzlich höher als bei Holz, sondern schwankt auch sehr viel stärker in
Abhängigkeit vom Standort, momentanem Klima und, betrachtet in Querschnittsrichtung
des Bambusrohres als auch in axialer Längsrichtung, von der Größe.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Fasern bei Bambus
sehr gleichmäßig parallel liegen, während sich bei Holz die Fasern häufig aneinander
annähern und wieder voneinander entfernen und vor allem an Astgabeln und Ähnlichem
überhaupt nicht mehr parallel zueinander liegen, sondern unter Umständen im 90°-Winkel
auseinanderstreben.
III. Darstellung der Erfindung
a) Technische Aufgabe
Es ist daher die Aufgabe gemäß der Erfindung, ein Verfahren sowie
eine Vorrichtung und damit herstellbare Möbel zu schaffen, bei denen Bambusstreifen
auf einfache Art und Weise zu tragfähigen und beinahe unbegrenzt verformbaren Stäben
geformt und mit plattenförmigen Elementen zu kompletten Möbelstücken konfektioniert
werden können.
b) Lösung der Aufgabe
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Ansprüche 1, 3, 20 und 28
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Indem die Pakete aus Bambusstreifen auch um die Längsachse des Paketes
tordiert werden, und nicht nur wie beim Stand der Technik um eine Biegeachse gebogen
werden, die genau senkrecht zur Längsachse des Paketes und vorzugsweise parallel
zur Ebene der Streifen liegt, werden als Vorteil erzielt:
- – sehr schlanke, in Querrichtung kaum auskragende, Träger-Konstruktionen
und
- – Ausrichtung der Schichtungsebene der Pakete nach Wunsch parallel zu
oder quer zu der Haupt-Belastungsrichtung der Stäbe im späteren Einsatz,
- – gerade Stäbe, deren Belastbarkeit in Querrichtung größer ist als ohne
Tordierung,
- – zusätzliche optische Effekte und
- – sofern ein anschließendes Verschleifen in Kauf genommen wird, die Herstellung
von rundzylindrischen, geraden Stäben, die im Inneren durch Tordieren versteift
wurden, vor allem wenn die Bambusstreifen nicht nur übereinander gelegt sondern
zusätzlich nebeneinander gelegt werden, so dass also der Querschnitt eine Rasterung
in beiden Querrichtungen aufweist.
Die lediglich partielle Bedämpfung im Bereich der vorgesehenen Biegung
bzw. Tordierung ermöglicht eine schnellere Herstellung von Möbelstücken, da die
nächste Biegung bzw. Tordierung bereits vorbereitet und bearbeitet werden kann,
während die in Verlaufsrichtung vorangegangene Bearbeitung noch am Abkühlen und
Erstarren ist.
Eine Kombination beider Maßnahmen ergibt auch die Kombination der
dadurch erzielbaren Vorteile. Durch das Auseinandernehmen der verformten und erstarrten
Pakete und erst anschließendes Auftragen von Leim bzw. Kleber und Verkleben der
Pakete zu Stäben können zusätzliche Fein-Ausrichtungen vorgenommen werden, die die
Nachbearbeitung durch Schleifen etc. minimieren.
Durch das Niedrighalten der Streifendicke, insbesondere jedoch das
Nicht-Unterschreiten einer Schichtdicke von 3 mm, wird ein Optimum aus geringer
Bedämpfungzeit einerseits und Minimierung des Arbeitsaufwandes für das Verkleben
allzuvieler Schichten andererseits erzielt, indem die Schichtanzahl bei in der Regel
maximal fünf belassen werden kann.
Durch die Wahl der geeigneten Schichtdicke und die prinzipielle Auswahl
von Bambus für die Herstellung der Stäbe kann erreicht werden, dass trotz hoher
Belastbarkeit des fertigen Möbels die Verformung der geschichteten Pakete mit so
geringem Kraftaufwand möglich ist, dass die Verformung von Hand geschieht, also
z. B. durch Anlegen und Fixieren des geraden Paketes an einer Schablone auf der
einen Seite der vorgesehenen Schablonen-Biegung und Herumbiegen um die Biegung der
Schablone von Hand und lediglich nachfolgendes Fixieren des Paketes an bzw. nach
der Biegung an der Schablone.
Vorzugsweise erstreckt sich dabei eine Schablone über die gesamte
Länge des zu formenden Trägers, so dass durch abwechselndes Bedämpfen und Anlegen
der einzelnen Abschnitte des Paketes entlang der Schablone der gesamte Träger in
seiner Endform hergestellt werden kann.
Eine andere Möglichkeit stellt das Auftragen des Leimes bzw. Klebers
zwischen den Schichten vor der Erwärmung dar, was insbesondere dann möglich ist,
wenn es sich um einen Heißkleber handelt, der also erst durch Erwärmung teigig bzw.
flüssig und klebend wird. Dies vereinfacht den Arbeitsablauf drastisch, indem nach
dem Erstarren des Paketes aus Streifen die Streifen nicht mehr auseinandergenommen,
mit Leim bestrichen und neu zusammengefügt und gepreßt werden müssen, sondern ein
und dieselbe Fixierung und damit automatisch Verpressung des Paketes, wie sie für
das Erstarren nach dem Bedämpfen und Verformen notwendig ist, gleichzeitig der Verleimung
dient.
Besonders formstabile Träger ergeben sich, wenn die
Bambusstreifen innerhalb des Paketes immer mit den entsprechenden Seiten gegeneinander
gelegt werden, also Außenseite gegen Außenseite und Innenseite gegen Innenseite
liegt, wobei insbesondere auf den Außenseiten des Paketes auch jeweils die Außenseite
des äußeren Streifens liegt, die dichter als die Innenflächen sind und damit eine
dichtere Oberfläche des Möbelstückes ergeben.
Vorzugsweise umfaßt ein Paket immer eine gerade Anzahl von Streifen,
bevorzugt vier Streifen, um dies zu erreichen. Dabei ist die Dimensionierung der
Streifen hinsichtlich Breite und Dicke so gewählt, dass das fertige Paket entweder
mittensymmetrisch, insbesondere quadratisch oder rund, ist oder der größte Durchmesser
des Paketes in der Richtung der Ebene der Streifen liegt, insbesondere bei einem
rechteckigen Querschnitt.
Um eine möglichst hohe Stabilität gegen Querkräfte mit möglichst geringem
Materialaufwand zu erreichen, werden die Stäbe so gelegt, dass die größte zu erwartende
Querbelastung in Richtung der Ebene der einzelnen Streifen erfolgt, also in der
Regel in Richtung der größeren Querachse des Paketes bzw. Stabes.
Da im Verlauf eines Stabes sich die Angriffsrichtung der zu erwartenden
Querbelastung ändern kann, wird die Orientierung seines Querschnittes durch Tordieren
des Stabes entsprechend geändert.
Das abschnittweise Bedämpfen eines Paketes erfolgt durch Anlegen einer
Manschette um den zu verformenden Längenbereich des Paketes herum, um mit Hilfe
der Manschette Dampf auf das Paket in diesem Bereich einwirken zu lassen. Dies wird
erzielt, indem der Dampf in den Zwischenraum zwischen Manschette und Außenumfang
des Paketes eingebracht und insbesondere ständig nachgeliefert wird und insbesondere
dabei die Streifen des Paketes, beispielsweise mit Hilfe der Manschette, auf definierten
Abstand zueinander gebracht werden, um den Dampf zwischen die Schichten eindringen
und damit alle Streifen und Schichten des Paketes gleichmäßig der Wirkung des Dampfes
unterwerfen zu können.
In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt während des Bedampfens
zusätzlich eine Beheizung dieser Manschette, um das Niederschlagen von Kondenswasser
an der Manschette und damit evtl. Feuchtigkeitsflecken auf dem Bambus zu vermeiden.
Zur Intensivierung der Bedämpfung und vor allem Gleichmäßigkeit des Dampfflusses
kann der Durchgangskanal der Manschette in dessen mittleren Bereich größer sein
als in den Endbereichen, welche insbesondere durch Dichtungen gegenüber dem Außenumfang
des Paketes abgedichtet ist.
Während der Verformung und auch vorher werden die Bambusstreifen weder
einer Stauchung noch einer Dehnung, insbesondere nicht in Längsrichtung der Streifen,
unterworfen, um den Zusammenhang zwischen den einzelnen Fasern des Bambusmaterials
nicht zu zerstören. Die innerhalb eines Bambusstreifens durch Biegung partiell über
dessen Querschnitt auftretende Dehnung und Stauchung durch das Verformen kann dabei
nicht vermieden werden.
Bei dieser Art der Bearbeitung spielt die verwendete Dämpf-Manschette
eine entscheidende Rolle:
Der Durchgangskanal durch die Manschette, in die das Paket eingelegt wird, ist vorzugsweise
gerade, entspricht also der Ausgangsform des Paketes. Das Paket steht auf beiden
Seiten aus der Manschette vor, damit diese Manschette an jeder beliebigen Stelle
eines geraden Abschnittes des Paketes angesetzt werden kann. Zur leichteren Handhabung
besteht die Manschette vorzugsweise aus wenigstens zwei in Längsrichtung geteilten
Teilen, die insbesondere über ein Scharnier miteinander verbunden und um das Paket
herum gegeneinander geklappt und miteinander verbunden werden können. Der Querschnitt
des Durchgangskanals ist im mittleren Bereich vorzugsweise größer als an den stirnseitigen
Enden und weist wenigstens eine Dampfeintrittsöffnung auf.
Der Dampfaustritt erfolgt entweder über den stirnseitigen Spalt zwischen
dem Paket und der Manschette, oder – falls diese gezielt abgedichtet ist –
über eine zusätzliche Dampfabsaugöffnung in der Manschette, die vorzugsweise in
Längsrichtung an dem der Eintrittsöffnung gegenüberliegenden Ende der Manschette
angeordnet ist. Wenn die Manschette zusätzlich beheizbar ist, bleibt der Dampf weitestgehend
in Dampfform und kondensiert nicht, wodurch die Bedämpfungswirkung erhöht und die
Dampfversorgung reduziert wird. Wenn die Manschette zusätzlich mit einem Temperartursensor
und/oder einem Zeitvorwahlschalter für die Bedämpfungszeit ausgestattet ist, ist
der Personalaufwand beim Bedämpfen niedrig.
Die aus derartigen Elementen zusammengesetzten Bambusmöbel weisen
also eine Tragstruktur aus Stäben mit geringem, massivem Querschnitt aus dem beschriebenen
miteinander verleimten Bambusstreifen auf, an der flächige Elemente als Wendeböden,
Deckel, Sitzflächen, Sitzlehnen oder Tischplatten etc. befestigt werden können.
Die flächigen Elemente können dabei wiederum aus diesmal nebeneinandergelegten Bambusstreifen
bestehen, deren Hauptebenen sich somit aneinander in der ebenen Richtung anschließen,
und die vorzugsweise nur aus einer Lage solcher Bambusstreifen bestehen, um eine
Verformung dieser insbesondere einlagigen Platten zu ermöglichen, allerdings in
konventioneller Form, also vorzugsweise nur um eine Querachse herum, die insbesondere
lotrecht zur Verlaufsrichtung der Streifen, jedoch parallel zu deren Hauptebene,
liegt.
Die mehrschichtigen Träger können sich dabei in zwei oder auch mehr
Äste verzweigen und mit den Ästen anderer Träger wiederum verbunden, insbesondere
verleimt, werden.
Die Träger werden dabei so im Möbelstück eingesetzt,
dass die in Querrichtung auftretende Hauptbelastung in Richtung der Ebene der einzelnen
Bambusstreifen erfolgt, und nicht quer hierzu, es sei denn dass gezielt ein starkes
Federn der Träger erwünscht ist.
e) Ausführungsbeispiele
Ausführungsformen gemäß der Erfindung sind im folgenden anhand der
Figuren beispielhaft näher beschrieben. Es zeigen:
1: ein Paket aus Streifen,
2: das Bedämpfen des Paketes,
3: verformte Pakete,
4: Detailansichten aus Möbeln, und
5: einen Stab
1a zeigt den Ausgangspunkt des erfindungsgemäßen
Verfahrens, nämlich ein Paket von lose übereinandergelegten, in Verlaufsrichtung
geraden, im Querschnitt rechteckigen, Bambusstreifen 3a,b,c,d, welches
am oberen Ende des dargestellten Paketes 4 lediglich aus Gründen der Übersichtlichkeit
etwas aufgefächert dargestellt ist, in Wirklichkeit jedoch dicht nebeneinander liegt.
1b zeigt, dass die insgesamt vier Streifen
jeweils mit Außenseite 19a gegen Außenseite 19a gelegt sind und
dementsprechend auch mit Innenseite 19b gegen Innenseite 19b,
und zwar so, dass die jeweils äußersten Streifen 3a und 3d mit
ihren Außenseiten 19a nach außen weisen, da diese die dichtesten Oberflächen
darstellen.
Die Dimensionierung der Querschnitte der einzelnen Streifen
3a,b,c,d ist identisch und so gewählt, dass der Querschnitt des Paketes
4 gemessen in der Breite der einzelnen Streifen immer noch die größere
Kantenlänge besitzt als quer hierzu, also gemessen entlang der Schmalseiten der
vier Streifen 3.
2a zeigt, wie ein solches Paket
4 aus lose fluchtend übereinander gelegten Streifen bedämpft wird, indem
ein bestimmter Längenabschnitt entlang der Längsachse 10 von einer Manschette
11 umhüllt wird und von einem Dampferzeuger 13 aus über einen
Schlauch Dampf ins Innere der Manschette 11 und damit auf das Paket
4 zur Einwirkung gebracht wird.
Der Durchgangskanal 12 der Manschette 11 besitzt
– zumindest an seinen stirnseitigen Öffnungen – nur einen geringfügig
größeren Querschnitt als der Außenquerschnitt des Paketes 4, also einen
vorzugsweise ebenfalls rechteckigen Querschnitt.
Wie die perspektivische Ansicht der 2a
und vor allem die Querschnittsdarstellung der 2b zeigt,
besteht die Manschette 11 vorzugsweise aus zwei Hälften 11a,
11b, die in einer in Richtung der Längsachse 10 verlaufenden Ebene
getrennt und über ein entlang einer der Trennlinie angeordnetes Scharnier
16 beweglich miteinander gekoppelt sind. Dadurch können die beiden Hälften
11a, 11b auseinander geklappt, und nach Einlegen des Paketes
4 wieder geschlossen werden durch Verbindung der beiden Hälften am freien
Ende gegeneinander. Auch ein Verschieben der Manschette 11 in Längsrichtung
entlang des Paketes 4 ist möglich, da sowohl das Paket 4 als auch
die Manschette 11 in Längsrichtung gerade ausgebildet sind.
2b zeigt ferner, dass am Innenumfang
der Manschette 11 Abstandshalter 20 angeordnet sein können, die
auf den Außenflächen der äußersten Streifen 3a,d anliegen, um einen ausreichenden
Abstand des Paketes 4 gegenüber der Manschette 11 zu gewährleisten,
um das Bestreichen dieser Außenflächen durch Dampf zu gewährleisten.
An den Seitenflächen ragen vorzugsweise Abstandskeile 21
von der Manschette 11 nach Innen an den Fugen zwischen den Streifen
3, und halten diese bei geschlossener Manschette 11 auf Abstand.
Die Abstandskeile 21 sind dabei vorzugsweise nicht über die gesamte Länge
der Manschette 11 angeordnet, sondern nur punktuell, um das Eintströmen
von Dampf auch zwischen die Streifen zu ermöglichen, und damit ein schnelles Erweichen
der Streifen sicherzustellen.
Die Manschette 11 kann an nur einer Stelle eine Dampfeintrittsöffnung
14 aufweisen, wie in 2a dargestellt, wobei
dann das Entweichen des Dampfes über den stirnseitigen Spalt zwischen Manschette
11 und Paket 4 erfolgt.
2c zeigt im Längsschnitt eine andere
Lösung, bei der die Stirnseiten der Manschette 11 durch Dichtungen
17 so gut als möglich gegenüber dem Paket 4 abgedichtet ist, und
die Manschette 11 deshalb außer der Dampfeintrittsöffnung 14 auch
eine Damfpaustrittsöffnung 15, diametral gegenüberliegend der Dampfeintrittsöffnung
14, aufweist, wodurch zuverlässige und reproduzierbare Strömungsverhältnisse
in dem bedämpften Bereich erzeugt werden.
Die 3 zeigen unterschiedlich verformte
Pakete 4, wie sie nach der Bedämpfung und Erweichung von Längsabschnitten
des Paketes 4 mit Aufbringen entsprechender Kraft, vorzugsweise ausschließlich
per Hand, erzeugt werden können.
3a zeigt ein Paket 4, welches
um die Längsachse 10 um 90° tordiert wurde, bei Beibehaltung der ansonsten
geraden Erstreckung des Paketes 1 entlang der Längsachse 10. Es
sind auch Tordierungen um mehr als 90°, bis hin zu 360°, möglich, abhängig
lediglich von der zur Verfügung stehenden Länge für die Tordierung, zumindest bei
den bevorzugten Abmessungen der Streifen von etwa 5 mm Dicke und etwa 25–30
mm Breite.
3b zeigt eine konventionelle Biegung
des Paketes 4, bei der nämlich die Biegeachse parallel zur Ebene der einzelnen
Streifen liegt, und das Paket 4 in einem 90°-Winkel um diese Biegeachse
22 herum gebogen wird, und zwar mit Hilfe einer Schablone 18,
deren Außenkontur als Anlagefläche für die Innenkontur der Biegung des gebogenen
Paketes 4 dient.
Das Paket 4 wird gebogen, indem an einer Stelle
vor der Biegung das Paket entsprechend der Doppelpfeile z. B. mittels einer handelsüblichen
Schraubzwinge auf dem Außenumfang der Schablone 18 fixiert wird und anschließen
von Hand in Richtung des dritten Pfeiles um die Biegung der Schablone
18 herumgelegt wird, mit anschließendem Fixieren in dieser Lage, ebenfalls
wiederum mittels einer oder mehrerer Schraubzwingen nach der Biegung oder im Bereich
der Biegung.
Für die Herstellung von Stäben 1 mit mehreren Biegungen kann
eine Schabloneneinheit alle benötigten Schablonen 18 in fester, mechanischer
Verbindung zueinander, über Holzstäbe oder ähnliches, für den Stab 1 insgesamt
enthalten.
3c zeigt ein Paket 4, welches
um eine Schablone 18' herum ähnlich um ca. 90° gebogen wurde wie in
3b, jedoch zusätzlich im Bereich der Biegung um 90°
um die Längsachse des Paketes tordiert wurde. Dadurch sind am einen Ende der Biegung
die Seitenansichten der aufeinander liegenden Streifen 3a,b,c von der Seite
der Biegung, also betrachtet in Richtung der Biegeachse 22, am anderen
Ende der Biegung dagegen bei Betrachtung des Stabs radial von außen bezüglich der
Biegeachse 22.
Die 4 zeigen ein Teil eines Möbels, z.
B. eines Stuhles. Dieser besteht aus einem Stab 1 aus den besagten miteinander
verleimten Bambusstreifen 3a,b,c,d, und einer Sitzfläche 23 die
auf einem horizontalen Abschnitt des Stabs 1 aufliegt und auf diesem befestigt
ist.
Die Sitzfläche 23 ist plattenförmig mit abgebogenem Ende
dargestellt, und setzt sich aus mehreren nicht übereinander sondern nebeneinander
in einer Schicht miteinander verleimten Streifen 3' aus Bambus zusammen.
Die einschichtige Sitzfläche 23 kann mittels ähnlicher Bedämpfungsverfahren
zumindest um eine Achse quer, insbesondere lotrecht stehend zur Verlaufsrichtung
der Streifen ebenfalls verformt werden, wie in 4 dargestellt.
4a zeigt ferner, dass der Stab
1 sich aufgabeln kann in unterschiedliche Äste 1a, 1b,
die dann beispielsweise jeweils zwei Streifen umfassen, und die wiederum mit anderen
Stäben oder Teilästen, in diesem Fall einen weiteren Ast 1c, verleimt werden
können.
In diesem Fall bilden drei solcher Äste 1a,b,c mit je zwei
Schichten ein Dreieck, in dem einer der Äste (1a) gerade durchgeht und
die beiden übrigen Äste im jeweils 90°-Winkel gebogen sind, jeweils um eine
Biegeachse 22 in diesem Fall lotrecht stehend zur Verlaufsrichtung der
Äste.
4b zeigt ferner, dass – je nach
beabsichtigter Wirkung – die Abstützung der Sitzfläche 23 durch Stab
1 mehr oder weniger federnd ausgeformt sein kann: Steht der Stab
1 mit den Kontaktflächen seiner Schichten lotrecht zur Ebene der Sitzfläche
23, so wird die Sitzfläche 23 hierdurch weniger stark federn als
bei der in 4b linken Darstellung, bei der der Querschnitt
des Stabs 1 so zur Sitzfläche angeordnet ist, dass die Kontaktflächen der
miteinander verleimten Streifen 3 parallel zur Ebene der Sitzfläche
23 liegen.
5 zeigt ferner einen Stab 1',
bei dem sich an einem geraden Abschnitt an den gegenüberliegenden Enden jeweils
eine Biegung um ca. 90° anschließt, jedoch die Biegeachsen 22a bzw.
22b dieser Biegungen windschief, und in der Aufsicht betrachtet einander
im rechten Winkel kreuzend, liegen.
Um dies zu ermöglichen, ist der Stab 1' in seinem geraden
Bereich zwischen den Biegungen um 90° tordiert, um mit geringem Kraftaufwand
die beiden Biegungen jeweils um eine Biegeachse 22a, 22b durchführen
zu können, die parallel zu den Kontaktebenen zwischen den einzelnen Streifen
3 in der Biegung verläuft.
Die dargestellten und beschriebenen 90°-Biegungen können natürlich
auch einen völlig anderen Biegewinkel zwischen 0° und 360° und sogar mehr
als 360° aufweisen.
1a,b,c
- Stab
2
- Möbelstücke
3a,b,c
- Bambus-Streifen
4
- Paket
5a,b
- zu biegende Stelle
6
7
- größter Durchmesser
8
- Achse
9
- Platte
10
- Längsachse
11
- Manschette
11a,b
- Hälfte
12
- Durchgangskanal
13
- Dampfquelle
14
- Dampf-Eintrittsöffnung
15
- Dampf-Austrittsöffnung
16
- Scharnier
17
- Dichtung
18
- Schablone
19a
- Außenseite
19b
- Innenseite
20
- Abstandshalter
21
- Abstandskeile
22
- Biegeachse
23
- Sitzfläche