Die Erfindung betrifft ein Knopfbefestigungssystem für Knöpfe mit
Fadenlöchern oder Ösen, bestehend aus einem Adapter für die Befestigung verschiedener
Knopfformen, die sich in Dimension und Befestigungsart unterscheiden, und einer
Arretierhülse, die aus einem Arretierabschnitt und einem stielartigen Unterbau besteht,
in den ein Arretierstift einschiebbar ist.
Bisher wurden Knöpfe, insbesondere bei Lederwaren, Mantel- oder Canvasstoffen
auf einem stielartigen Unterbau mit den Gewebestrukturen vernäht. Diese Art der
Befestigung ist jedoch relativ aufwendig und erfordert entweder den Einsatz teurer
Maschinen oder zeitraubende Handarbeit. Außerdem sind für die verschieden konfektionierten
Knöpfe jeweils darauf abgestimmte Unterbau-Konstruktionen erforderlich. Für die
Ersatzbeschaffung bei verlorengegangenen bzw. Wiederbefestigung von Knöpfen und
für Reparaturzwecke müssen logistische Maßnahmen getroffen werden, wodurch Aufwand
und Kosten für die Anbringung eines Ersatzknopfes zusätzlich ansteigen.
Ein maschinelles Verfahren zum Vernähen von stielartigen Knöpfen zeigt
die DE 10202128 A1. Für das bekannte
Verfahren werden sogenannte Ansetzmaschinen verwendet, die ein Unterwerkzeug und
ein Oberwerkzeug aufweisen und motorbetrieben oder pneumatisch aufeinanderzu bewegbar
sind. Die Komponenten der Knöpfe, bestehend aus einem Knopfteil, einer Hülse und
einem Arretierstift, werden in die Werkzeuge der Ansetzmaschine automatisch zugeführt,
wobei der stielartige Unterbau des Knopfes einen Kunststoffinnenkörper aufweist,
der leicht konisch bis zur Unterkante der Knopfanschlussfläche zunimmt. Dies ist
erforderlich, um die Hülse von außen maschinell am Knopfstiel befestigen zu können.
Das bekannte Knopfbefestigungssystem ermöglicht die Befestigung von
glattflächigen Knopfformen mit stielartigem Unterbau. Die Montage erfolgt durch
das Einpressen eines Nagelstiftes in den Innenkörper des stielartigen Unterbaus,
wobei die Presskraft von dem Außenkörper der Hülse aufgenommen wird.
Zwar kann die Fertigung von bestimmten Knopfformen durch die
DE 10202128 A1 erleichtert werden,
jedoch ist dieses Verfahren nicht für alle Knopfarten anwendbar. Außerdem sind damit
keine Reparaturarbeiten durchführbar und auch beim Ersatz verlorengegangener Knöpfe
ist das bekannte Verfahren nicht anwendbar. Eine feste Verbindung kann nur mit sogenannten
Ansetzmaschinen erfolgen, bei denen die Anpresskraft zur Verbindung zwischen Hülse
und Kunststoffinnenkörper im Stielbereich des Knopfes über mechanisch angetriebene
Ober- und Unterwerkzeuge aufgebracht wird. Sogenannte „Ösenknöpfe" oder andere
mit Fadenlöchern ausgestattete Knopfformen können mit dem bekannten Verfahren nicht
befestigt werden. Ebenso wenig eignet sich das bekannte Befestigungssystem für Reparaturzwecke
bei schweren Gewebestrukturen wie Lederwaren, Mantel- oder Canvasstoffen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Nachteile bekannter
Knopfbefestigungssyteme zu vermeiden und Knöpfe aller Art mit unterschiedlichen
Befestigungskomponenten ohne maschinelle Unterstützung an allen gebräuchlichen Gewebestrukturen
dauerhaft zu befestigen. Dabei soll das neue Knopfbefestigungssystem auch für Reparaturzwecke
und Ersatzbefestigungen eingerichtet sein und keine besonderen Hilfsmittel oder
Maschinenfunktionen benötigen, um Knöpfe verschiedener Dimensionen von 12 –
40 mm, insbesondere an Lederwaren, Mantel- und Canvasstoffen mittels eines stielartigen
Unterbaus und eines Adapters, auf kostengünstige Weise zu befestigen.
Die oben beschriebene Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in den
Patentansprüchen angegebenen Merkmale gelöst. Es hat sich gezeigt, dass mit dem
neuen Knopfbefestigungssystem eine preiswerte und jederzeit und an jedem Ort durchführbare
Befestigung an Lederwaren, Mantel- und Canvasstoffen für verschiedene Knöpfe, insbesondere
solche mit stielartigem Unterbau ermöglicht wird. Die mittels der neuen Knopfbefestigung
erreichte Fixierung an leichte und schwere Gewebestrukturen ist besonders dauerhaft
und selbst bei auftretender Nässe oder unter wechselnder Belastung zeigte sich keine
Lockerung des Befestigungssystems.
Das Anbringen erfolgt über einen Adapter, der die Verbindung zwischen
Knopf und einem stielartigen Unterbau, wie er von Jeans-Knöpfen hinlänglich bekannt
ist, herstellt.
Dieser Unterbau gibt genügend dauerhafte Festigkeit her, um das lästige
„Auf-Stiel-Nähen" der Knöpfe auf längere Zeit zu erübrigen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
Es zeigen:
1: Querschnitt eines erfindungsgemäßen
Knopfbefestigungssystems
2: Erfindungsgemäß ausgebildete Adapter
in Draufsicht
3: Querschnitt durch einen Knopf mit Fadenlöchern
und einem durch die Fadenlöcher durchgeführten Befestigungsmittel zur Befestigung
auf dem Adapter
4: Seitenansicht eines Ösenknopfes
5: Erfindungsgemäß ausgebildete Adapter
für Ösenknöpfe
6: Querschnitt durch ein erfindungsgemäß
ausgebildetes Knopfbefestigungssystem für Ösenknöpfe
Nach 1 besteht das erfindungsgemäß ausgebildete
Knopfbefestigungssystem aus einem Adapter 1, einer Arretierhülse
2 mit einem oberen Arretierabschnitt 3 und einem stielartigen
Unterbau 4, in den ein Arretierstift 5 eingeschoben ist.
Auf der Oberseite des Adapters 1 befindet sich
eine Knopfanschlussfläche 6, die konkav ausgebildet ist, um die konvex-geformte
Unterseite von Knöpfen aufzunehmen.
Aus dem Querschnitt nach 1 ist zu erkennen,
dass der Adapter 1 konisch ausgebildet ist und spielfrei in einem trichterförmigen
oberen Arretierabschnitt 3 der Arretierhülse 2 befestigt ist.
Die Befestigung kann vorzugsweise über eine Schnappverbindung hergestellt werden,
die in 1 durch eine gezackte Begrenzungslinie zwischen
dem Adapter 1 und dem Arretierabschnitt 3 der Arretierhülse
2 angedeutet ist.
Die Arretierhülse 2 wird im vorliegenden Beispiel lediglich
angedeuteten Strukturgewebe 12 mittels eines Arretierstiftes
5 befestigt, der in den stielartigen Unterbau 4 der Arretierhülse
2 hineinragt. Der Arretierstift 5 besitzt eine gewellte Oberfläche
und wird in einer entsprechenden ausgestalteten Riffelung (gestrichelt dargestellt)
gehalten.
In 2 ist der Adapter 1 in Draufsicht
dargestellt wobei man kreuzförmig angeordnete Schlitze 7.1 bis
7.4 für die Durchführung verschiedener Befestigungsmittel erkennen kann.
Der dunkle umlaufende Rand 13 begrenzt eine konkav geformte Vertiefung
14 zur Aufnahme der Knopfunterseiten.
3 zeigt die schematische Befestigung eines
Knopfes 15, wobei Befestigungsmittel 8 in Form von Nylonschnüren
durch Fadenlöcher 16, 17 gezogen sind. Die Enden der Befestigungsschnüre
werden in die Schlitze 7.1 bis 7.4 eingeführt und dort in bekannter
Weise befestigt.
Eine alternative Knopfbefestigungsart zur Darstellung nach
1 bis 3 zeigt
4 bis 6. In
4 ist ein Ösenknopf 18 mit einer Öse
10 in Seitenansicht dargestellt, der in einen zentralen Einschnitt
9 (5) des Adapters 1 einschiebbar
ist. Zu dem in 5 in Draufsicht dargestelltem Adapter
1 gehört ein Fixierstift 11, der in eine Bohrung 19 des
Adapters 1 einschiebbar ist. Damit kann der Ösenknopf 18 in dem
Adapter 1 gesichert werden.
In 6 ist das alternative Knopfbefestigungssystem
im montierten Zustand als Längsschnitt dargestellt. Man erkennt den Adapter
1, der mit seinem Arretierabschnitt 3 im oberen Bereich der Arretierhülse
2 mittels einer Schnappverbindung befestigt ist. Der stielartige Unterbau
4 der Arretierhülse 2 wird wie vorstehend beschrieben auf einen
Gewebeausschnitt 12 aufgesetzt und von der Unterseite durch das Einschieben
eines Arretierstiftes 5 befestigt.
Das Material des stielartigen Unterbaus 4 kann teilelastisch
sein, um das Auswechseln des Arretierstifts 5 zu erleichtern. Grundsätzlich
sind jedoch auch Verbindungen möglich, die aus einem steifen Unterbau bzw. starren
Unterbaumaterial bestehen.