Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ausgleich unterschiedlicher
körperlicher Voraussetzungen bzgl. der Pedalerreichbarkeit beim Spiel an Tasteninstrumenten.
Es ist musikpädagogisch bekannt, dass ein möglichst frühzeitiger Beginn
in der Musikerziehung der Grundstein für eine spätere virtuose Beherrschung eines
Instrumentes ist. Daher gibt es in einigen Sparten des Instrumentenbaus Optionen,
z. B. verschiedene Streich-, Blas- oder Zupfinstrumente jugendgerecht leichter und
kleiner herzustellen, ohne allerdings dabei die Eigenart des jeweiligen Instrumentes
in technischer Hinsicht zu verändern, d. h. der Schwierigkeitsgrad der Bespielung
bleibt durchaus erhalten. Eine solche maßstäbliche Verkleinerung ist jedoch regelmäßig
für Tasteninstrumente, wie insbesondere bei Klavieren und Flügeln nicht vorgesehen,
außer es handelt sich um Artikel der Spielzeugindustrie.
So kommt es vor, dass Kinder im Vorschul- oder Grundschulalter oder
generell auch kleinwüchsige Erwachsene vor Schwierigkeiten stehen, eine optimale
Sitzposition vor einem Klavier oder einem (Konzert-)Flügel einzunehmen, wenn es
darum geht, den richtigen Abstand zur Tastatur einerseits und zu den Fußpedalen
andererseits zu finden. Es ist nicht damit getan, einen in bekannter Weise höhenverstellbaren
Klavierhocker oder eine entsprechende Bank zu benutzen, da dann zwar die Tastatur
gut erreichbar wird, was sich aber bzgl. der (nicht vorhandenen) Beinlänge wieder
zum Nachteil auswirkt. Es muss daher gesichert werden, dass in Abstimmung zu den
gegebenen Körperproportionen die Funktionen des Tastenerreichens und des Pedalbedienens
gleichermaßen leicht durchgeführt werden können. Aus musikpädagogischen Gründen
ist es wichtig, möglichst früh alle Funktionen der Bespielbarkeit eines Tasteninstrumentes
in die Ausbildung aufzunehmen.
Zur Erreichbarkeit der Pedale wurden bisher Lösungen angeboten, wonach
direkt an der jeweils vorliegenden Pedalform im rechten Winkel nach oben führend
sogenannte Pedalverlängerungen zum Höhenausgleich angebracht wurden und der Hacken
auf einem Fußbrett – entsprechend der Höhe des Aufsatzpedals – aufzusetzen
war. Diese Lösungen sind in der Weise unzureichend, als es eines hohen Kraftaufwandes
bedarf das Pedal zu bedienen. Die Konzentration auf das Tastenspiel leidet dabei
zusätzlich.
Aus dem bekannten Stand der Technik sind somit keine brauchbaren Lösungen
bekannt, wonach im körpergerechten Verhältnis die Bedienbarkeit der Klaviatur und
der Fußpedale an Tasteninstrumenten ohne physische Belastung möglich ist.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, über eine in der Kombination
aus besonders ausgebildeten Einzelelementen bestehenden Einrichtung die Möglichkeit
zu bieten, den Kraftaufwand der Pedalbedienung drastisch zu senken, einen angepassten
sicheren Halt des Hackens zu gewährleisten, eine optimale Sitzhaltung einzunehmen,
wobei die Herstellung der Elemente in einfacher Weise und kostengünstig erfolgen
soll.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe wie folgt gelöst, wobei hinsichtlich
der grundlegenden erfinderischen Gedanken auf den Schutzanspruch 1 verwiesen wird.
Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus den Ansprüchen 2 bis 4.
Folgende ergänzende Hinweise zur erfindungsgemäßen Lehre sind erforderlich.
Ein in horizontaler und in vertikaler Verlängerung vorliegender Pedal"vorsatz",
bestehend aus natürlichen und/oder metallischen Werkstoffen und/oder Kunststoffen
wird in Verbindung mit einer modifizierten Fußauflage verwendet. Die letztgenannte
Fußauflage kann insbesondere aus leichten, natürlichen Werkstoffen, Leichtmetall
oder Kunststoffen bestehen. Die horizontale Verlängerung des Pedalvorsatzes besitzt
an der pedalzugewandten Seite eine trichterförmige hohle Aufnahme und an ihrer entgegengesetzten
Seite eine vertikale Verlängerung, die in einem federbelasteten Gelenk eine geringe
Auslenkung ermöglicht. Im Inneren der hohlen Aufnahme, die auf das vorhandene linke
(Tondämpfung) und rechte (Tonverstärkung) oder nur rechte Pedal eines Klaviers oder
Flügels aufgeschoben wird, befindet sich eine textile Auskleidung, damit mechanische
Beschädigungen der Messingoberfläche des Pedals ausgeschlossen werden. Die hohle
Aufnahme besitzt bzgl. ihrer inneren Weite eine solche Vorspannung, dass auf zusätzliche
Befestigungsmittel (Arretierverschraubung, umlaufendes Spannband etc.) verzichtet
werden kann.
Die vertikale Verlängerung des Pedalvorsatzes, welche durch einen
Zwischenboden und eine Deckplatte der Fußauflage hindurchgeht ist mit der horizontalen
über ein in definiertem Winkel nachfedernden Gelenk verbunden. Die mögliche Auslenkung
kann im Winkel von 0° bis 20° eingestellt werden.
Die Fußauflage besitzt an den Standfüßen ein- und ausschraubbare Höhenversteller,
damit insbesondere eine Neigung ihrer Aufsetzfläche zum Klavierspieler hin die Bedienung
der/des Pedalvorsätze/-es erleichtert.
Die Erfindung soll nunmehr anhand eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert werden.
Dabei zeigen die einzelnen Figuren:
1: Seitenansicht der Fußauflage und des
Pedalvorsatzes
2: Vorderansicht des Pedalvorsatzes
Am Fußpedal leines Tasteninstrumentes 4, z. B. eines Klaviers
oder Flügels, befindet sich der aufgeschobene horizontale Pedalvorsatz
2, der sich mittels der trichterförmigen Erweiterung 8 jeder Form
und Größe eines Fußpedals 1 anpassen läßt. Der horiozontale Pedalvorsatz
2 ist in seinem Inneren mit weichem textilen Material ausgefüttert. Der
Übergang in den vertikalen Pedalvorsatz 3 erfolgt über
ein einstellbares, im Winkel bis max. 20°, federndes Gelenk 9, wobei
an dem oben aus der Fußauflage 5 heraustretenden vertikalen Pedalvorsatz
3 eine Fußplatte 10 angebracht ist.
Die Fußauflage 5, bestehend aus einer Deck- und Zwischenplatte
und 4 Standfüßen, besitzt in der Deck- und Zwischenplatte jeweils eine
Öffnung 6, die die Bewegungsfreiheit des vertikalen Pedalvorsatzes
3 zulassen.
Zur weiteren Verminderung des Fußdruckes auf das beschriebene Hebelsystem
befinden sich in den Standfüßen der Fußauflage 5 die Höhen- und Neigungseinstellungen
7. Dadurch ist es vorteilhaft möglich, die Ebene der Deckplatte der Fußauflage
5 besser der Neigung der Fußplatte 10, für eine optimale Betätigung
anzunähern.
1
- Fußpedal
2
- horizontaler Pedalvorsatz
3
- vertikaler Pedalvorsatz
4
- Tasteninstrument
5
- Fußauflage
6
- Öffnung
7
- Höhen- und Neigungseinstellung
8
- trichterförmige Erweiterung
9
- federndes Gelenk
10
- Fußplatte