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Dokumentenidentifikation DE202004004443U1 23.09.2004
Titel Trainingssystem für Pferde
Anmelder Szewczyk, Andrzej, 38446 Wolfsburg, DE
DE-Aktenzeichen 202004004443
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 23.09.2004
Registration date 19.08.2004
Application date from patent application 22.03.2004
IPC-Hauptklasse B68B 1/00
IPC-Nebenklasse B68B 1/04   

Beschreibung[de]

Zum Longieren von Pferden mit einfacher Longe wird üblicherweise ein Longiergurt benutzt, an dem sich fest angebrachte Ringe zum Einschnallen von Ausbinde- und anderen Hilfszügeln befinden. Durch Verwendung von Hilfszügeln wird das Pferd in Körperhaltung und Bewegung willkürlich beeinflusst. Der Gebrauch einer Doppellonge, bei der eine Longe direkt vom Kopfstück der inneren Seite des Pferdes und die Andere außen um das Pferd herum zur Hand des Longenführers geht, wird nur von wenigen Personen perfekt beherrscht. Bei nicht sachgemäßer Anwendung können dadurch Probleme auftreten oder sich verstärken und so eine Gefährdung für Mensch und Tier ergeben.

Bei dem nachfolgend beschriebenen Trainingssystem bestimmt der Longenführer lediglich Richtung und Tempo während sich das Pferd durch das flexible System wie es in den Schutzansprüchen 1–4 beschrieben wird, punktgenau selbst korrigiert und nicht von außen in eine bestimmte Körperhaltung gezwungen wird.

Problem

Die Arbeit mit Longe oder Doppellonge ist in der Ausbildung von Pferden und deren weiterer Gymnastizierung ein unerlässlicher Bestandteil. Jede Aktion des Longenführers bewirkt eine Reaktion des Pferdes. Bei der Arbeit mit einfacher Longe werden oft Hilfszügel verwendet, die das Pferd willkürlich in der Bewegung beeinflussen und oft nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Die Verwendung einer Doppellonge erfordert viel Erfahrung und ist nicht einfach zu handhaben. Bei nicht sachgemäßer Anwendung können sich vorhandene Probleme noch verstärken und vor allem ein ungeübter Longenführer ist damit oft überfordert, womit sich zusätzlich eine Gefährdung für Mensch und Tier ergeben kann.

Lösung

Das Trainingssystem für Pferde ist ein für jedes Pferd individuell verstellbares flexibles Elastiksystem im Kopf-Schulterbereich kombiniert mit einem frei beweglichen Umlaufseil um die Hinterhand des Pferdes. Die Paraden gibt das Pferd sich selbst punktgenau, indem eine verstärkte Aktion der Hinterhand ein Nachgeben am Gebiss unmittelbar zur Folge hat. Dadurch erhält man die gewünschte losgelassene Vorwärts-Abwärtsbewegung mit weicher Anlehnung und aktiver Hinterhand ohne direkte Einwirkung durch den Longenführer. Der Longenführer bestimmt lediglich Richtung und Tempo.

Erreichte Vorteile

Das System lässt sich für jedes Pferd individuell anpassen.

Es ist für alle Bereiche des Reit-und-Fahrsportes geeignet, z.B. Ausbildung junger Pferde, Konditions-und Muskelaufbau von Freizeit-und Turnierpferden

Korrektur von Bewegungsstörungen, z.B. bei Rückenproblemen können Blockaden durch Mobilisation der gesamten Muskulatur gelöst werden

Korrektur von Buckeln oder Steigen, d.h. bei Hoch-oder Wegspringen entsteht starker Druck im Pferdemaul, das Pferd straft sich selbst

Ersetzt zu 100% die Arbeit mit Longe oder Doppellonge

Ermöglicht auch Anfängern Training und Korrektur des Pferdes, die einfachere Handhabung ermöglicht mehr Zeit zur Beobachtung des Pferdes und dessen Reaktionen.

Durch das ergonomische System findet das Pferd schnell zu Losgelassenheit mit weicher Anlehnung wie sie von allen Reit-und Fahrsportlern gewünscht wird.

Die Verwendung des Trainingssystems ist körperlich viel weniger anstrengend für den Longenführer als z.B. die Arbeit mit der Doppellonge, gerade bei der Arbeit mit mehreren Pferden werden Arme und Kniegelenke des Longenführers spürbar entlastet.

Detailbeschreibung 1.) Longiergurt
  • – vorzugsweise aus Leder, ca.80mm breit
  • – Polsterung und Verschnallung wie bei gebräuchlichen Gurten
  • – mit drei fest montierten Niroringen (7) fest montiert, davon einer im
  • – Scheitelpunkt des Gurtes und je einer rechts und links davon im Abstand von 15cm
  • – mit zwei beweglich montierten Niroringen (8) je Seite jeweils im Abstand von 60cm vom oberen Niroring
2.) Selettriemen
  • – aus Zügelgurtband ca. 20mm breit
  • – 40cm lang, schwarz gerippt
  • – ein Ende wird mit einer Umschlagschlaufe am oberen festen Niroring(7) befestigt
  • – das andere Ende dient mit Umschlagschlaufe als Halterung für den Schlagriemen
3.) Schlagriemen
  • – aus Seil, 1,90m lang, z.B. Olympia Star line color 32fach geflochten oder anderes gleicher Qualität
  • – Farben sind variabel
  • – Ein Ende endet in einem Karabinerhaken Messing vernickelt (9)
  • – Das andere Ende endet in einer Umschlagschlaufe die durch eine Tauwerkklemme (10),z.B. Super Sharky 8mm 700daN in der Länge variiert werden kann
4.) Umlaufseil
  • – Länge 3,90m, z.B. aus Olympia Star line color 32fach geflochten 10mm stark oder anderes gleicher Qualität
  • – Farben sind variabel
  • – Es führt von der rechten Seite durch den unteren beweglichen Niroring (8) am Longiergurt (1) um die Hinterhand des Pferdes zurück zum Longiergurt (1) durch den unteren beweglichen Niroring (8) auf der linken Seite
  • – Das Seil endet auf beiden Seiten in einer Umschlagschlaufe in die jeweils ein Niroring(9) eingelassen ist
5.) Plastikschlauch

Länge 1,05m, vorzugsweise durchsichtig

– Überzieht das Umlaufseil (4) auf dem mittleren Abschnitt und und an den Enden mit einer Doppelschlauchklemme Leichtmetall 13/13 Rief (12) auf dem Umlaufseil fixiert

– Der Plastikschlauch soll ein Wundscheuern des Pferdes an der Hinterhand durch das Umlaufseil (4) verhindern

Detailbeschreibung 6.) Gummiseil
  • – Länge 1,6 m, Stärke 8mm
  • – Vorzugsweise weiß, andere Farben möglich
  • – Die Montage ist rechts wie links identisch
  • – Ein Ende läuft mit einer Umschlagschlaufe durch den zweiten festen Niroring(7) des Longiergurtes (1)
  • – Die Umschlagschlaufe wird durch eine Tauwerkklemme (10) in der Länge variabel gehalten, so kann die Länge für jedes Pferd individuell eingestellt werden.
  • – Das andere Ende des Gummiseiles (6) endet in einem Patenthaken (13)
  • – Der Patenthaken (13) wird in den Niroring (11) am Ende des Umlaufseiles eingehakt
  • – Auf dem Stück zwischen Patenthaken (13) und Tauwerkklemme (10) ist eine frei bewegliche Niroumlenkrolle (14) angebracht, an der ein Karabinerhaken (9)angebracht ist
  • – Beim Training wird der Karabinerhaken (9) in den Gebissring am Kopfstück des Pferdes angebracht
Einstellung des Trainingssystems

Das Gummiseil (6) ist mit dem Karabinerhaken (9) am Gebissring der Zäumung einzuhaken. Bei Beginn des Trainings ist die Länge des Gummiseils so zu wählen, dass das Pferd in der Kopflinie kurz vor der Senkrechten steht. Nach der Eingewöhnungsphase sollte die Kopflinie in der Senkrechten sein. Die Länge des Gummiseils (6) wird durch verschieben der Tauwerkklemme (10) reguliert.

Der Schlagriemen (3) hält das Umlaufseil (4) in der richtigen Position. Die Länge des Schlagriemens ist so zu wählen , dass das Umlaufseil (4) in der ersten Beuge der Hinterhand positioniert ist.

Die Länge des Schlagriemens (3) und ebenfalls durch Verschieben einer Tauwerkklemme (10) variiert.

Wichtig: Vor und nach dem Training muss der Karabinerhaken (9) vom Gebissring des Kopfstücks gelöst werden. Er wird zusammen mit dem Niroring (11) zwischen Umlaufseil (4) und Gummiseil (6) in den oberen Niroring (7) am Longiergurt (1) eingehakt. Damit vermeidet man das Zurückgleiten des Umlaufseils (4) und vermeidet, dass das Pferd sich mit den Hinterbeinen darin verfängt.

Fundstellen

Die nachfolgend aufgeführten Titel gelten als Standardwerke, enthalten aber keinerlei vergleichbare Trainingshilfen: Die Hohe Schule der Doppellonge von Phillipe Karl Vom Fohlen zum Reitpferd von Heather Smythe Junge Pferde selber schulen von Anthony Amaral Richtlinien für Reit-und Fahrpferde von dt.reiterl.Vereinigung Richtlinien zum Longieren von dt.reiterl.Vereinigung Longieren sinnvoll und richtigvon Dagmar Schmidt von Dagmar Schmidt

1. Longiergurt 2. Selettriemen 3. Schlagriemen 4. Umlaufseil 5. Plastikschlauch 6. Gummiseil 7. Niroringe ca.50×5mm fest montiert 8. Niroringe ca.50×5mm beweglich 9. Karabinerhaken Messing vernickelt 10. Tauwerkklemme 11. Niroringe 40×5mm 12. Doppelschlauchklemme Leichtmetall 13/13 Rief 13. Patenthaken Kunststoff 14. Niroumlenkrolle

Anspruch[de]
  1. Trainingssystem für Pferde ist dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Longiergurt(1) drei Niroringe (7) fest montiert sind, und zwar einer oben im Scheitelpunkt des Gurtes und einer rechts und links davon im Abstand von 15cm und je ein weiterer Niroring (8) links und rechts beweglich montiert im Abstand von 60cm vom oberen Ring.
  2. Trainingssystem für Pferde ist dadurch gekennzeichnet, dass das Umlaufseil (4)von der rechten Seite des Pferdes durch den unteren Niroring (8) um die Hinterhand des Pferdes auf die linke Seite des Pferdes durch den unteren Niroring (8) führt. Die Enden des Umlaufseiles auf beiden Seiten enden in einer Umschlagschlaufe, in die ein Niroring (11) eingelassen ist. Das Umlaufseil (4) ist im mittleren Teil von einem Plastikschlauch (5) überzogen. Die Enden sind jeweils mit einer Doppelschlauchklemme (12) auf dem Umlaufseil fixiert. In den oberen Teil der Klemme ist jeweils ein Niroring (11) eingelassen. In diesen Ring (11) ist auf beiden Seiten der Schlagriemen (3) befestigt.
  3. Trainingssystem für Pferde ist dadurch gekennzeichnet, dass in den Niroring (11) ein Patenthaken (13) eingehängt wird, an dem ein Gummiseil (6) befestigt ist. Das Gummiseil führt auf beiden Seiten des Pferdes zurück zum zweiten festen Niroring (7) am Longiergurt (1). Auf dem Gummiseil (6) läuft eine frei bewegliche Niroumlenkrolle (4) an der ein Karabinerhaken (9) befestigt ist. Dieser Karabinerhaken (9) wird bei der Arbeit in das Gebissstück des Pferdes eingehakt.
  4. Trainingssystem für Pferde ist dadurch gekennzeichnet, dass im obersten Niroring (7) am Longiergurt (1) ein Selettriemen (2) befestigt ist der in einer Umschlagschlaufe endet, durch die in ca.40cm Abstand zum Longiergurt (1) ein Schlagriemen (3)läuft. Der Schlagriemen (3) läuft auf beiden Seiten über den Pferderücken und endet bei richtiger Einstellung ungefähr in Kniehöhe des Pferdes. Ein Ende des Schlagriemens (3) endet in einer Umschlagschlaufe, die durch eine Tauwerkklemme (10) in der Länge variiert werden kann und so die Länge des Schlagriemens (3) bestimmt. Das andere Ende des Schlagriemens (3) endet in einem Karabinerhaken (9), der in den Niroring am Umlaufseil(4) eingehakt wird. Der Schlagriemen (3) soll das Umlaufseil (4) während der Arbeit auf gleicher Höhe halten.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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