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Dokumentenidentifikation DE20320434U1 23.09.2004
Titel Flexible Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
DE-Aktenzeichen 20320434
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 23.09.2004
Registration date 19.08.2004
Application date from patent application 23.05.2003
File number of patent application claimed 103 23 470.5
IPC-Hauptklasse B41F 13/008
IPC-Nebenklasse B41F 33/12   G05D 13/64   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Endung betrifft eine Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine, deren Transportzylinder durch einen Räderzug koppelbar sind.

Bogendruckmaschinen nach dem Stand der Technik bestehen meist aus mehreren Druckwerken, wobei jedes Druckwerk für das Aufbringen einer Farbe auf einen Bedruckstoff ausgelegt ist. Damit diese Farben auf den Bedruckstoff registergenau übereinander gedruckt werden können, muss der Transportweg eines Bogens durch die Druckwerke entsprechend gestaltet werden. Auf ihrem Weg durch die Druckwerke durchlaufen die zu bedruckenden Bogen einen Weg aus Transportzylindern, welche bei Bogendruckmaschinen meist über einen Räderzug aus Zahnrädern gekoppelt sind. Durch diesen Zahnräderzug wird sichergestellt, dass die Bogen in den einzelnen Druckwerken registergenau bedruckt werden können. Da die einzelnen Druckwerke über den Zahnräderzug fest miteinander verkoppelt sind, ist es nicht möglich, einzelne Druckwerke unabhängig voneinander zu betreiben.

Aus der DE 197 42 461 C2 ist eine Vorrichtung zum Antrieb einer Bogendruckmaschine mit Mehrmotorenantrieb bekannt, welche mindestens zwei eine Bogendruckmaschine darstellende Druckwerksgruppen aufweist. Zwischen diesen Druckwerksgruppen liegt eine Bogenübergabestation, welche einen separat regelbaren Antrieb aufweist. Die beiden Druckwerksgruppen und die Bogenübergabestation sind somit unabhängig voneinander antreibbar, wobei sie über die elektronische Steuerung der Antriebsmotoren miteinander synchronisiert werden, so dass ein registergenauer Druck möglicht ist. Diese Vorrichtung hat den Nachteil, dass die beiden Druckwerksgruppen und die dazwischen liegende Bogenübergabestation grundsätzlich nur elektrisch synchronisiert sind, aber nicht mechanisch über einen Räderzug. Dies erfordert eine aufwendige Steuerung und Regelung für die Synchronisation der Druckwerksgruppen und der dazwischen liegenden Bogenübergabestation.

Weiterhin ist aus der DE 195 12 865 C2 eine Schön- und Widerdruckbogenrotationsdruckmaschine bekannt, welche über Druckwerke für Schön- und Widerdruck verfügt, welche über einen Räderzug gekoppelt sind, der wiederum von zwei Antriebsmotoren angetrieben wird. Der Räderzug ist an der Schön- und Widerdruckeinrichtung aber ständig unterbrochen, so dass die beiden Teile der Druckmaschine stets nur mittels einer elektronischen Regelung über die beiden Antriebsmotoren elektrisch synchronisiert sind. Die Unterbrechung wird durch eine lösbare Verbindung der Schön- und Widerdruckeinrichtung oder ein vergrößertes Zahnspiel der zugehörigen Zahnräder realisiert. Diese Art der Unterbrechung trennt zwar den mechanischen Räderzug auf, führt aber nicht dazu, dass die beiden Teile der Bogendruckmaschine völlig unabhängig voneinander gegeneinander verdreht werden können. Der Verdrehwinkel der einzelnen Teile der Druckmaschine gegeneinander ist nämlich durch den Phasenwinkel bei der Umstellung von Schön- auf Widerdruck oder bei der Formateinstellung begrenzt. Außerdem müssen Vorkehrungen getroffen werden, um eine Kollision von Bogengreifern an der Unterbrechungsstelle liegender Bogentransportzylinder zu verhindern, was dann ebenfalls ein freies Verdrehen der beiden Teile gegeneinander verhindert. Auch aus diesem Grund sind in der DE 195 12 865 C2 die beiden Teile der Druckmaschine nicht unabhängig voneinander verdrehbar. Dies hat aber den Nachteil, dass beim sogenannten Einrichte- oder Wartungsbetrieb die Druckmaschine nur als Ganzes in Bewegung gesetzt werden kann, so dass sich einzelne Druckwerk nicht unabhängig voneinander drehen können. Damit wird das parallele Einrichten von Druckwerken unabhängig voneinander unmöglich.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, mit welchen Rüst- und Einrichtvorgänge sowie Wartungsarbeiten bei Bogendruckmaschinen in kurzer Zeit parallel nebeneinander erfolgen können, wobei während des Drucks ein Betrieb mit einem durchgehenden Räderzug der Druckwerke möglich ist.

Die vorliegende Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Ansprüche 1, 2 und 3 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind auch den Unteransprüchen und den Zeichnungen zu entnehmen.

Die Vorrichtung gemäß Patentanspruch 1 bietet den Vorteil, dass wenigstens ein Transportzylinder aus dem Räderzug ausgekoppelt werden kann, so dass dieser Transportzylinder in eine gegenüber dem oder den benachbarten weiteren Transportzylindern kollisionsfreie Stellung gedreht werden kann. Die weiteren benachbarten Transportzylinder sind dann unabhängig von dem abgekoppelten Transportzylinder frei drehbar und antreibbar. Dabei können die abgekoppelten Zylinder über Direktantriebe oder über ein zwischengeschaltetes Getriebe angetrieben werden. Außerdem können die Zylinder untereinander über verbliebene Räderzüge angetrieben werden.

Weiterhin ist vorgesehen, dass der Räderzug an wenigstens einer Stelle aufgetrennt wird, dass die durch den einen Teil des Räderzugs verbundenen Transportzylinder in eine mit Bezug auf die durch einen weiteren Teil des Räderzugs verbundenen Transportzylinder in eine kollisionsfreie Stellung gebracht werden. Diese Vorgehensweise bietet den großen Vorteil, dass der Räderzug einer Bogendruckmaschine in zwei völlig voneinander unabhängig antreibbare Teile aufgetrennt werden kann. Die an der Trennstelle liegenden benachbarten Transportzylinder sind somit unbegrenzt gegeneinander verdrehbar, wodurch zwei Teile einer Bogendruckmaschine parallel unabhängig voneinander Drehbewegungen ausführen können. Dadurch ist es möglich, dass der eine Teil der Bogendruckmaschine ein anderes Einricht- oder Wartungsprogramm durchläuft als der andere Teil. Um dieses unabhängig voneinander durchführbare Verdrehen zu ermöglichen, ist es wichtig, dass die an der Trennstelle liegenden Transportzylinder in eine kollisionsfreie Stellung gebracht werden. D. h., dass wenigstens ein Teil des Räderzugs so gedreht und justiert wird, dass sich danach der andere Teil ohne die Gefahr einer Kollision von Bogengreifern an der Trennstelle drehen lässt.

Vorteilhafterweise wird der Räderzug an wenigstens zwei Stellen aufgetrennt, wobei die durch den zwischen den Trennstellen verbliebenen Räderzug verbundenen Transportzylinder in eine mit Bezug auf die weiteren durch weitere Teile des Räderzugs verbundenen Transportzylinder in eine kollisionsfreie Stellung gebracht werden. Diese Vorgehensweise bietet gegenüber den zuvor genannten den Vorteil, dass hier zwei Teile einer Bogendruckmaschine unabhängig voneinander angetrieben werden und gedreht werden können. Dazu wird der zwischen den beiden Teilen liegende restliche Räderzug in eine solche Stellung gedreht, dass an den beiden Trennstellen keine Kollision durch Greifer oder andere von den Transportzylindern abstehende Teile geschehen kann. Mit dieser Ausgestaltungsform ist ein unabhängiges Drehen von zwei Teilen eines Räderzugs in einer Druckmaschine möglich.

Es ist weiterhin vorgesehen, dass ein Teil des Räderzugs oder wenigstens ein Transportzylinder durch einen Hauptantrieb einer Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine angetrieben wird. Es ist zwar möglich, zumindest den Teil des Räderzugs, welcher nur in die kollisionsfreie Stellung gedreht wird, auch von Hand in diese Stellung zu drehen, aufgrund der Automatisierung bei Bogendruckmaschinen wird dies in der Regel jedoch auch ein Elektromotor übernehmen. Die drehend angetriebenen weiteren Teile des Räderzugs, welche die Wartungs- oder Einrichtprozeduren durchlaufen, müssen ohnehin von eigenen Motoren angetrieben werden. Sinnvollerweise ist einer dieser Antriebsmotoren zugleich der Hauptantrieb der Bogendruckmaschine im Druckbetrieb, da auf diese An und Weise der Hauptantrieb auch für das Durchlaufen des Einricht- und Wartungsbetriebs oder zur Verbringung eines Teils der Maschine, z.B. eines Transport- oder Druckzylinders, in eine kollisionsfreie Stellung genutzt werden kann. Dies spart einen Antriebsmotor ein gegenüber einer Lösung, bei der jeder Teil des Räderzugs zusätzlich zum Hauptantrieb über einen Hilfsmotor verfügt.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein Teil des Räderzugs oder wenigstens ein Transportzylinder durch einen zusätzlichen Hilfsantrieb angetrieben wird. Neben dem Hauptantrieb, welcher sinnvoller Weise auch während des Einricht- und Wartungsbetriebs genutzt wird, sind zusätzliche Hilfsantriebe vorzusehen, um die anderen Teile des Räderzugs unabhängig voneinander in Drehung versetzen zu können. Außerdem können mittels der Hilfsantriebe auch einzelne Zylinder direkt oder über ein Getriebe angetrieben werden. Dies erlaubt einen vollständig automatisierten Einrichte- oder Wartungsbetrieb einer Druckmaschine.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich dadurch, dass der Teil der Maschine, welcher in eine kollisionsfreie Stellung gebracht wird, durch eine geeignete Einrichtung gegen Verdrehen gesichert wird. Falls der Teil des Räderzugs, welcher in eine kollisionsfreie Stellung gebracht wird, z. B. von Hand bewegt wird, so besteht die Gefahr, dass der abgekoppelte Räderzug durch Vibrationen der Maschine in Bewegung versetzt wird und so zu einer Kollisionsgefahr für die an den Trennstellen liegenden benachbarten Transportzylinder werden kann. Auch wenn dieser Teil des Räderzugs durch einen Motor angetrieben wird, besteht die Gefahr, dass der Widerstand des Motors nicht ausreicht, um zumindest ein leichtes Verdrehen dieses Teils des Räderzugs zu verhindern. Es kann aber sein, dass aufgrund der konstruktiven Gegebenheiten die kollisionsfreie Position nur leichte Abweichungen toleriert. In diesem Fall ist es wichtig, dass ein auch nur geringes Verdrehen dieses Teils des Räderzugs verhindert wird. Dazu kann eine automatische Bremse vorgesehen sein, welche z. B. auf elektromagnetischer Basis arbeitet und diesen Teil des Räderzugs somit verriegelt, weiterhin kann eine mechanische Klinke vorgesehen sein, mit welcher dieser Teil des Räderzugs gegen Verdrehen von Hand gesichert werden kann.

Es ist weiterhin vorgesehen, dass vor dem Verbringen eines Teils des Räderzugs in eine kollisionsfreie Stellung eine eventuell vorhandene Vorrichtung zur Kollisionsverhütung außer Betrieb gesetzt wird. Zwischen den Transportzylindern werden bei Bogendruckmaschinen meist Vorkehrungen getroffen, mit denen eine Greiferkollision zwischen benachbarten Transportzylindern ausgeschlossen werden kann. Dies geschieht meist durch ein Anti-Kollisionsgetriebe, welches ein Verdrehen der einzelnen Transportzylinder zueinander nur in einem Bereich gestattet, in dem keine Kollision der benachbarten Greifer auftreten kann. Wenn eine solche Vorrichtung an der Trennstelle vorhanden ist, muss diese vor dem Verdrehen eines Teils des Räderzugs geöffnet werden, um den entsprechenden Drehwinkelbereich freizugeben.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die abgekoppelten Teile der Maschine in der kollisionsfreien Stellung durch das Schließen einer Kupplung phasenrichtig vor dem Drucken wieder an den Räderzug angekoppelt werden. Wenn der Wartungs- oder Rüstbetrieb an der Maschine beendet ist, wird durch diese besonders vorteilhafte Ausführungsform sichergestellt, dass der Druckbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Dazu müssen die abgekoppelten Zylinder oder Teile des Räderzugs wieder miteinander verbunden werden, wobei es wichtig ist, dass dies phasenrichtig geschieht, da sonst kein registerhaltiger Druck möglich ist. Die abgekoppelten Teile werden dabei durch ihre Antriebsmotoren oder von Hand phasenrichtig zueinander positioniert, so dass der Teil der Maschine, welcher sich in der kollisionsfreien Stellung befand, wieder in Druckstellung gedreht werden kann. Anschließend werden die entsprechenden Kupplungen geschlossen, so dass der Druckbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Weiterhin ist vorgesehen, dass der Räderzug mittels wenigstens einer Kupplung auftrennbar ist. Bevor Teile des Räderzugs gegeneinander verdreht werden können, muss der Räderzug in wenigstens zwei Teile getrennt werden. Dies geschieht sinnvoller Weise durch das Öffnen einer Kupplung an einer entsprechenden Trennstelle. Nach dem Öffnen der Kupplung sind die Teile rechts und links der Trennstelle nicht mehr durch den Räderzug miteinander verbunden. Die Kupplung kann von Hand betätigt werden, sie kann aber auch elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch per Knopfdruck über eine entsprechende Steuerung an der Druckmaschine betätigt werden. Auch eine vollautomatische z.B. in ein Wartungsprogramm eingebundene Steuerung der Kupplung ist möglich.

Vorteilhafterweise ist außerdem vorgesehen, dass der Räderzug an einer Trennstelle einen Transportzylinder mit wenigstens einem am Zylinderumfang abgeflachten Bereich aufweist. Ein Transportzylinder mit einem am Zylinderumfang abgeflachten Bereich hat den Vorteil, dass der Abstand zwischen diesem Zylinder und dem benachbarten Transportzylinder variiert werden kann, dadurch dass der abgeflachte Zylinder gedreht wird. Beim Auftrennen des Räderzugs kann dieser abgeflachte Zylinder in eine solche Position gedreht werden, dass der Abstand zwischen diesem Zylinder und einem benachbarten Transportzylinder größer wird. Wenn dieser Abstand groß genug ist, das keine Kollision mit dem benachbarten Transportzylinder auftreten kann, so befindet sich der abgeflachte Zylinder in einer kollisionsfreien Stellung.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines abgeflachten Transportzylinders ist eine exzentrische Wendetrommel. Hierbei ist der Umfang der Wendetrommel exzenterförmig ausgebildet, so dass hier ebenfalls der Abstand zu einem benachbarten Transportzylinder je nach Drehstellung der exzentrischen Wendetrommel zu variieren ist.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Transportzylinder an seinem Mantel einen Kanal aufweist. Auch ein solcher Kanal führt dazu, dass der Durchmesser des Transportzylinders an der Stelle des Kanals etwas geringer ausfällt, so dass sich der Abstand zwischen dem Transportzylinder mit Kanal und seinem benachbarten Zylinder vergrößern lässt, wenn der Transportzylinder mit dem Kanal in eine entsprechende Position gedreht wird.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der Transportzylinder einen reduzierten Durchmesser aufweist, so dass ein Spalt zu einem benachbarten Transportzylinder vorhanden ist. Hierbei entsteht ein Spalt unabhängig von der Position des Transportzylinders, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass der Transportzylinder von seiner Oberfläche abstehende Greifer aufweist. Wenn der Transportzylinder aber so gedreht wird, dass sich die Greifer nicht im Spalt befinden, so kann der benachbarte Zylinder gefahrlos durch diesen Spalt hindurchgedreht werden. Auch mit dieser Ausführungsform ist das unabhängige Drehen benachbarter Zylinder gewährleistet.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand einiger Figuren näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:

1 einen Räderzug in einer Druckmaschine mit zwei Trennstellen, bei dem ein Umführzylinder von den benachbarten Druckzylindern über zwei Kupplungselemente entkoppelt werden kann,

1a eine schematische Zeichnung des Räderzugs gemäß der Ausführungsform in 1,

1b eine schematische Darstellung des Räderzugs mit einer alternativen Kupplungsvariante gemäß der Ausführungsform zu 1,

2 die Entkoppelung eines Umführzylinders von seinen benachbarten Druckzylindern, wobei zwischen dem Umführzylinder und den Druckzylindern mehrere Zwischenräder und zwei Kupplungen vorhanden sind,

2a schematische Darstellung des Räderzugs gemäß der Ausführungsform in 2,

3 Druckzylinder, welche mittels Speichertrommeln und zwei Kupplungen an eine Umführtrommel ankoppelbar sind,

3a eine schematische Darstellung des Räderzugs gemäß der Ausführungsform in 3,

4 einen Räderzug in einer Druckmaschine mit einer Trennstelle, bei dem ein Umführzylinder von den benachbarten Druckzylindern über ein Kupplungselement entkoppelt werden kann,

4a eine schematische Darstellung des Räderzugs gemäß der Ausführungsform in 4,

5 eine Wendeeinrichtung mit einer exzentrischen Wendetrommel und

6 eine Wendeeinrichtung, welche eine Wendetrommel mit reduziertem Durchmesser aufweist.

1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken, deren Bogentransportpfad aus Transportzylindern 1, 2 gebildet wird. Zu den Transportzylindern gehören zwei Druckzylinder 2, welche Teil von zwei Druckwerken sind, und welche über einen weiteren Transportzylinder, einen Umführzylinder 1, im Druckbetrieb miteinander verbunden sind. Der Umführzylinder 1 hat die Aufgabe, den auf dem ersten Druckzylinder 2 bedruckten Bogen dem nachfolgenden Druckzylinder 2 zuzuführen. Während des Druckbetriebs können die beiden Druckzylinder 2 und der Umführzylinder 1 über einen Zahnräderzug mechanisch miteinander verbunden werden. Die beiden Druckzylinder 2 weisen dazu jeweils ein Zahnrad 2a auf, welche jeweils im Eingriff mit einem von zwei Kupplungszahnrädern 1a, 1b des Umführzylinders 1 stehen. Die beiden Kupplungszahnräder 1a, 1b sitzen auf der Achse des Umführzylinders 1 und ermöglichen es, den Umführzylinder 1 aus dem Zahnräderzug auszukoppeln. Eine dazu geeignete Kupplungsanordnung ist in 1a gezeigt, wobei eine erste Kupplung 6 zwischen den beiden Kupplungszahnrädern 1a, 1b angebracht ist und eine zweite Kupplung 6 zwischen dem zweiten Kupplungszahnrad 1b und dem Umführzylinder 1. Durch die beiden Kupplungen 6 kann somit im geöffneten Zustand der Umführzylinder 1 gegenüber den beiden Kupplungszahnrädern 1a und 1b sowie diese Kupplungszahnräder 1a, 1b frei gegeneinander verdreht werden. Dies bedeutet, dass wenn beide Kupplungen 6 geöffnet sind, die beiden Druckzylinder 2 und der Umführzylinder 1 unabhängig voneinander verdrehbar sind. Dadurch kann der Umführzylinder 1 in eine Position gedreht werden, so dass die Greifer des Umführzylinders 1 und die Greifer der Druckzylinder 2, welche in 1 nicht gezeigt sind, nicht mehr miteinander kollidieren können. In dieser Stellung sind die beiden Druckzylinder 2 frei drehbar und können jeweils von eigenen hier ebenfalls nicht gezeigten Antriebsmotoren in Bewegung gesetzt werden. Dies ermöglicht es, die verschiedenen Druckwerken zugeordneten Druckzylinder 2 unabhängig voneinander parallel in einen Einrichtbetrieb oder Wartungsbetrieb zu versetzen. Der Umführzylinder 1 lässt sich gemäß der Ausführungsform in 1b auch auf eine andere Art und Weise von den beiden benachbarten Druckzylindern 2 entkoppeln. Bei dieser Ausführungsform sind die beiden Druckzylinder 2 und der Umführzylinder 1 über einen Räderzug aus den beiden Druckzylindern 2 zugeordneten Zahnrädern 2a und einem dem Umführzylinder 1 zugeordneten Kupplungszahnrad 1a miteinander gekoppelt. Die Kupplung 6 funktioniert hier so, dass in diesem Fall das Kupplungszahnrad 1a auf der Drehachse des Umführzylinders 1 in Pfeilrichtung verschiebbar angeordnet ist, so dass es möglich ist, das Kupplungszahnrad 1a so zu verschieben, dass es nicht mehr im Eingriff mit den benachbarten Zahnrädern 2a der Druckzylinder 2 steht. Auch so ist es möglich, den Räderzug aus den Zahnrädern zu öffnen und den Umführzylinder in eine kollisionsfreie Stellung drehen zu können, so dass die beiden Druckzylinder 2 beliebig drehbar sind.

2 zeigt ebenfalls eine Konstruktion mit zwei Druckzylindern 2 und einem Umführzylinder 1, wobei die beiden Druckzylinder 2 mit dem Umführzylinder 1 über Zwischenzahnräder 4 verbunden sind. Um den Räderzug herzustellen, weisen die beiden Druckzylinder 2 jeweils wieder ein Zahnrad 2a auf ihrer Achse auf, welches über zwei Zwischenzahnräder 4 mit einem Kupplungszahnrad 1a des Umführzylinders 1 in Verbindung stehen. Außerdem befindet sich den beiden Zwischenzahnrädern 4 zugeordnet noch jeweils ein Kupplungszwischenzahnrad 4a im Räderzug, so dass die beiden Zwischenzahnräder 4 jeweils von den Zahnrädern 2a entkoppelt werden können. Die Zwischenzahnräder 4 und das Kupplungszwischenzahnrad 4a weisen gemäß der Ausführungsform in 2 jeweils den halben Durchmesser der Zahnräder 2a und des Kupplungszahnrads 1a des Umführzylinders 1 auf. 2a zeigt eine schematische Darstellung des Zahnräderzugs, wie er in 2 vorhanden ist. Hierbei ist zu erkennen, dass zwei Kupplungen 6 vorhanden sind, mit denen die Zwischenzahnräder 4 von den Kupplungszwischenzahnrädern 4a entkoppelt werden können. Wenn diese Kupplungen 6 geöffnet sind, kann der Umführzylinder 1 in eine kollisionsfreie Stellung gebracht werden, so dass danach die beiden Druckzylinder 2 unabhängig voneinander angetrieben und gedreht werden können.

3 zeigt eine Anordnung, welche zwei Druckzylinder 2 über zwei diesen Druckzylindern 2 benachbarte gleichgroße Umführtrommeln 1, von denen eine als Wendetrommel ausgebildet sein kann, mit einer doppeltgroßen Umführtrommel, welche als Speichertrommel 5 ausgeführt ist, zu einem Bogentransportpfad verbindet. Die beiden Druckzylinder 2 weisen auf ihrer Achse jeweils Zahnräder 2a auf, welche mit Kupplungszahnrädern 1b auf der Achse der Umführzylinder 1 in Eingriff stehen. Auf den Achsen der Umführzylinder 1 ist weiterhin jeweils ein Kupplungszahnrad 1a angebracht, welches jeweils mit dem Zahnrad 5a der Speichertrommel 5 in Eingriff steht. Gemäß der schematischen Darstellung in 3a ist zwischen den Kupplungszahnrädern 1a, 1b der beiden Umführzylinder 1 je eine Kupplung 6 angebracht, so dass die Druckzylinder 2 von den benachbarten Umführzylindern 1 entkoppelt werden können. In diesem Fall werden die Umführzylinder 1 samt der dazwischenliegenden Speichertrommel 5 in eine kollisionsfreie Stellung gebracht, so dass die Druckzylinder 2 unabhängig voneinander angetrieben und gedreht werden können. Das Zahnrad 5a der Speichertrommel 5 weist den doppelten Durchmesser der Zahnräder 1a, 1b, 2a auf.

In den 4 und 4a ist eine Möglichkeit dargestellt, ein Auskoppeln von Zylindern aus einem Räderzug mittels nur einer Trennstelle zu ermöglichen. Der Räderzug besteht bei dieser Ausführungsform aus den beiden Zahnrädern 2a der Druckzylinder 2 und dem Zahnrad 1a des Umführzylinders 1. Um den Umführzylinder 1 auszukuppeln und in eine kollisionsfreie Stellung bringen zu können, wird hierbei nicht ein Zahnrad aus dem Räderzug ausgekoppelt, sondern der Umführzylinder 1 wird von seinem Zahnrad 1a mittels einer Kupplung 6, wie in 4a gezeigt, abgekuppelt. Im ausgekoppelten Zustand kann dann der Umführzylinder 1 in eine kollisionsfreie Stellung gedreht werden, so dass die benachbarten Druckzylinder 2 unabhängig vom Umführzylinder 1 gedreht werden können. Die zum Abkuppeln des Umführzylinders 1 vom Räderzug vorhandene Kupplung 6 kann dabei noch zu einem anderen Zweck benutzt werden, nämlich um den Umführzylinder 1 während dem Druckbetrieb bei Kollisionsgefahr zu schützen, wenn dieser während des Druckbetriebs durch einen eigenen Motor angetrieben wird. Falls es Drehzahlunterschiede zwischen dem Umführzylinder 1 und den benachbarten Druckzylindern 2 gibt, so schließt die Kupplung 6 und verbindet den Umführzylinder 1 fest mit dem Räderzug, wodurch eine Kollision der Greifer 7 auf dem Umführzylinder 1 mit den Druckzylindern 2 verhindert wird.

In 5 ist ein Ausschnitt aus einer Druckmaschine 11 gezeigt, welcher ein Druckwerk 10 und den angrenzenden Bereich zeigt. Das Druckwerk 10 umfasst unter anderem einen Gummituchzylinder 8, welcher die Druckfarbe auf bogenförmige Bedruckstoffe überträgt, welche durch den Druckzylinder 2 transportiert werden. Zu diesem Druckwerk 10 von einem weiteren hier nicht gezeigten Druckwerk kommend werden die bogenförmigen Bedruckstoffe von einem Umführzylinder 1 zu einer Speichertrommel 5 transportiert, wobei die Speichertrommel 5 Bogengreifer 7 aufweist, um die bogenförmigen Bedruckstoffe registergenau transportieren zu können. Von der Speichertrommel 5 werden die Bogen zu einer Wendetrommel 12 transportiert, welche die Bogen von der Speichertrommel 5 mittels eigener Greifer 7 übernimmt und gegebenenfalls wendet und dann dem Druckzylinder 2 zuleitet. Wie in 4 zu sehen, stehen die Greifer 7 sowohl auf der Speichertrommel 5 als auch auf der Wendetrommel 12 ein Stück aus dem Trommelumfang hervor. Die Wendetrommel 12 ist dabei exzentrisch ausgeformt, so dass je nach Stellung der Wendetrommel 12 zwischen der Wendetrommel 12 und der Speichertrommel 5 ein unterschiedlicher Abstand d vorhanden ist. Das Gleiche gilt für den Abstand d zwischen der Wendetrommel 12 und dem benachbarten Druckzylinder 2, wobei die beiden Abstände nicht unbedingt gleich groß sein müssen. Um die Speichertrommel 5 von dem Druckzylinder 2 für den Einricht- oder Wartungsbetrieb entkoppeln zu können, wird die Wendetrommel 12 in eine Position wie in 5 gebracht. In dieser Position ist der Abstand d zumindest so groß, dass die Speicherronmel 5 und der Druckzylinder 2 ohne Einschränkungen gedreht werden können, wobei Kollisionen zwischen den Greifern 7 der Speichertrommel 5 bzw. des Druckzylinders 2 und der exzentrischen Wendetrommel 12 ausgeschlossen sind. Dasselbe gilt im Verhältnis zwischen der exzentrischen Wendetrommel 12 und dem Druckzylinder 2, so dass auch der Druckzylinder 2 unabhängig von der Wendetrommel 12 gedreht werden kann. Mittels der exzentrischen Wendetrommel 12 und einer Kupplungsanordnung gemäß 1a oder 1b ist es möglich, die Druckmaschine 11 in zwei voneinander völlig unabhängig antreibbare Teile aufzuspalten.

Alternativ zu der Ausführungsform gemäß 5 ist die Wendetrommel 12 in 6 nicht exzentrisch ausgeformt, sondern weist einen reduzierten Durchmesser auf, so dass der Abstand d zwischen der Wendetrommel 12 und dem benachbarten Druckzylinder 2 sowie der benachbarten Speichertrommel 5 unabhängig von der Drehwinkelstellung der Wendetrommel 12 immer gleich ist. Das Verdrehen der Wendetrommel 12 und der Speichertrommel 5 gegeneinander und auf der anderen Seite das Verdrehen der Wendetrommel 12 und des Druckzylinders 2 gegeneinander wird in diesem Fall nur durch die auf der Wendetrommel 12 hervorstehenden Greifer 7 eingeschränkt. D. h., in diesem Fall muss die Wendetrommel 12 in eine solche Position gebracht werden, dass deren Greifer 7 nicht mit den Greifern 7 der Speichertrommel 5 bzw. mit dem Druckzylinder 2 kollidieren können, wenn die Speichertrommel 5 und der Druckzylinder 2 drehend angetrieben werden. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Position der Wendetrommel 12 im entkoppelten Betrieb in einem weiteren Drehwinkelbereich wählbar ist, ohne das Kollisionen auftreten. Auch hier müssen die Abstände nicht notwendiger Weise zwischen den Trommeln/Zylindern 2, 5, 12 gleich groß sein.

Die in den 1 bis 6 gezeigten Ausführungsformen können dabei für die entkoppelbaren Teile des Räderzugs oder einzelne Zylinder über eigene Antriebsmotoren verfügen, so dass jeder Teil des Räderzugs oder einzelne Zylinder nach dem Entkoppeln entweder rotierend angetrieben werden oder zumindest in eine kollisionsfreie Stellung gedreht werden können. Als Antriebsmotoren können alle bekannten im Druckmaschinenbau verwendeten elektrischen, pneumatischen oder hydraulischen Antriebsaggregate verwendet werden.

1 Umführzylinder 1a Kupplungszahnrad des Umführzylinders 1b Kupplungszahnradgegenstück des Umführzylinders 2 Druckzylinder 2a Zahnrad des Druckzylinders 4 Zwischenzahnrad 4a Kupplungszwischenzahnrad 5 Speichertrommel 5a Zahnrad der Speichertrommel 6 Kupplung 7 Bogengreifer 8 Gummituchzylinder 10 Druckwerk 11 Druckmaschine 12 Wendetrommel

Anspruch[de]
  1. Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (11) mit wenigstens zwei unabhängig voneinander antreibbaren Teilen, deren Transportzylinder (1, 2, 5, 12) durch einen Räderzug (1a, 1b, 2a, 4, 4a, 5a) koppelbar sind, wobei wenigstens ein Transportzylinder (1) von dem Räderzug abkoppelbar ist, der abgekoppelte Transportzylinders (1) in eine mit Bezug auf wenigstens einen weiteren benachbarten Transportzylinder (2) kollisionsfreie Stellung verbringbar ist, der weitere Transportzylinder (2) durch wenigstens eine Antriebseinrichtung direkt oder indirekt antreibbar ist und der abkoppelbare Transportzylinder eine exzentrische Wendetrommel (12) ist.
  2. Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (11) mit wenigstens zwei unabhängig voneinander antreibbaren Teilen, deren Transportzylinder (1, 2, 5, 12) durch einen Räderzug (1a, 1b, 2a, 4, 4a, 5a) koppelbar sind, wobei wenigstens ein Transportzylinder (1) von dem Räderzug abkoppelbar ist, der abgekoppelte Transportzylinders (1) in eine mit Bezug auf wenigstens einen weiteren benachbarten Transportzylinder (2) kollisionsfreie Stellung verbringbar ist, der weitere Transportzylinder (2) durch wenigstens eine Antriebseinrichtung direkt oder indirekt antreibbar ist und der abkoppelbare Transportzylinder (12) an seinem Mantel einen Kanal aufweist.
  3. Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (11) mit wenigstens zwei unabhängig voneinander antreibbaren Teilen, deren Transportzylinder (1, 2, 5, 12) durch einen Räderzug (1a, 1b, 2a, 4, 4a, 5a) koppelbar sind, wobei wenigstens ein Transportzylinder (1) von dem Räderzug abkoppelbar ist, der abgekoppelte Transportzylinders (1) in eine mit Bezug auf wenigstens einen weiteren benachbarten Transportzylinder (2) kollisionsfreie Stellung verbringbar ist, der weitere Transportzylinder (2) durch wenigstens eine Antriebseinrichtung direkt oder indirekt antreibbar ist und der abkoppelbare Transportzylinder (12) einen reduzierten Durchmesser aufweist, so dass ein Spalt zu einem benachbarten weiteren Transportzylinder (1, 2, 5) vorhanden ist.
  4. Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Räderzug (1a, 1b, 2a, 4, 4a, 5a) mittels wenigstens einer Kupplung (6) auftrennbar ist.
  5. Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Transportzylinder (1) mittels wenigstens einer Kupplung (6) vom Räderzug (1a, 1b, 2a, 4, 4a, 5a) abkoppelbar ist.
  6. Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welche eine Druckmaschine (11) ist.
Es folgen 8 Blatt Zeichnungen






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