Lebensmittelprodukte, die mehr als eine Produktschicht umfassen, sind
auf dem Fachgebiet bekannt. Es ist auch bekannt, dass, wenn das Lebensmittel Schichten
umfasst, wobei mindestens eine der Schichten Wasser enthält, so dass die Schichten
eine unterschiedliche Wasseraktivität (Aw) haben, diese Produkte oft an einer Wanderung
des Wassers aus einer Schicht in die andere Schicht leiden. Diese Wanderung hat
oft einen negativen Einfluss auf die Eigenschaften des Lebensmittelproduktes, beispielsweise
könnte das Produkt an Durchfeuchtung leiden, was zu einem Produkt mit nicht-zufriedenstellendem
Aussehen und nicht-zufriedenstellender Textur führt. Daher wird in diesen Produkten
oft eine Wassersperrschicht verwendet, um die Wanderung von Wasser (bzw. die Migration)
zu verringern oder, wenn möglich, zu verhindern.
Eine gute Wassersperrschicht sollte dabei die folgenden Kriterien
erfüllen:
– Sie sollte eine geringe Wasserpermeabilität haben;
– sie sollte gut an den Oberflächen der Schichten, die sie gegen Wasserwanderung
schützen soll, haften;
– sie sollte nicht zu bröckelig (bzw. zerbrechlich) sein, so dass die
Bildung von Rissen in dieser Schicht soweit wie möglich vermieden wird;
– sie sollte bei der Temperatur, bei der sie während der Herstellung der
Lebensmittelprodukte aufgebracht wird, eine geeignete Viskosität haben, andernfalls
wird die Verarbeitung schwierig;
– die mechanischen Eigenschaften sollten passend sein, so dass die Schichthandhabungsvorgänge,
z. B. Verpacken, ohne zu brechen, überleben können;
– die Schicht sollte während des Essens nicht wahrnehmbar sein, andernfalls
wird die Essqualität negativ beeinflusst;
– die Schicht sollte für den Konsumenten nicht in Erscheinung treten.
Bisher basieren die meisten Sperrschichten, die in handelsüblichen
Produkten vorliegen, auf Acetoglyceriden. Allerdings haben diese Schichten noch
eine beträchtliche Wasserpermeabilität und sind nicht immer flexibel genug und haben
somit nicht die gewünschten mechanischen Eigenschaften.
Aus US 5,130,151 ist bekannt,
dass Zusammensetzungen, die als Feuchtigkeitssperre für ein Lebensmittelprodukt
einsetzbar sind, aus einem essbaren, ölhaltigen Material mit einem Schmelzpunkt
über Raumtemperatur, wobei ein Teil des Materials aus Sucro-Polyfettestern und Zuckeralkoholpolyolpolyestern
ausgewählt ist, und Wachs bestehen können. Die erwähnten Wachse umfassen kein Sonnenblumenwachs,
wenn auch nach diesem Dokument immer ein Polyester in der Zusammensetzung vorliegen
muss.
In unserer früheren Patentanmeldung EP
0 910 955 (veröffentlicht April 1999) offenbaren wir Mischungen von Wachsestern
und Triglyceriden als Fettersatzstoffe. Die Wachsester bestehen aus mindestens zwei
verschiedenen Wachsestern, von denen mindestens einer einen Schmelzpunkt von 20
bis 60°C hat, während das Wachsestergemisch einen Schmelzpunkt von 15 bis 45°C
hat. Die Triglyceride, die vorliegen können, können aus der folgenden Gruppe ausgewählt
sein: flüssige Öle, Fraktionen gehärteter flüssiger Öle, gehärtete flüssige Öle,
Kakaobutter, Kakaobutteräquivalente, Palmöl, Fraktionen davon, Fischöl, Fischölfraktionen,
gehärtetes Fischöl oder Fraktionen davon, enzymatisch hergestellte Äquivalente der
obigen Fette und Gemische aus einem oder mehreren dieser Fette. In Beispiel 2 dieser
Druckschrift wird ein Wachs aus Behenylalkohol und den Fettsäuren von Sonnenblumenöl
hergestellt. Allerdings hat dieses Produkt eine Zusammensetzung, die von der von
Sonnenblumenwachs verschieden ist.
Wir führten Studien durch, um herauszufinden, ob wir neue Zusammensetzungen
finden könnten, die ohne die oben beschriebenen Probleme als Wassersperrschichten
in Lebensmittelprodukten eingesetzt werden könnten.
Diese Untersuchungen resultierten im Auffinden von neuen Mischungen
von essbaren organischen Materialien, umfassend ein natürliches Wachs und Glyceridmaterialien,
wobei das natürliche Wachs ein Wachs ist, das von Sonnenblumenöl abgeleitet ist,
und die Glyceride im wesentlichen Triglyceride mit einem Gehalt von festen Fetten
bei 20°C (N20), gemessen durch unstabilisierte NMR-Techniken, von mindestens
20%, vorzugsweise mindestens 40%, am bevorzugtesten 50 bis 95% sind, und wobei das
Wachs in der Mischung in einer Menge von 1 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 2,5 bis 60
Gew.-%, am bevorzugtesten 5 bis 40 Gew.-%, vorliegt.
Der hier genannte N-Wert wird durch NMR-Techniken an einem Fett gemessen,
das nicht stabilisiert wurde, d. h. das Fett wurde der folgenden Vorbehandlung unterworfen:
Schmelzen bei 80°C,
Abkühlen auf 0°C und
Halten bei 0°C für 60 min,
danach Erwärmen auf Messtemperatur (hier 20°C) und Halten bei 20°C für 30
min, bevor der N-Wert gemessen wird.
Bevorzugte Mischungen sind Mischungen aus
1. einem Wachs von Sonnenblumenöl, das durch Kühlen des Sonnenblumenöls auf
0 bis 20°C, Halten des gekühlten Öls für 12 bis 48 h, Entfernen
des Wachses durch Filtration und Re-Filtration des Wachses bei 30 bis 70°C erhalten
wird, und
2. anderen Glyceridkomponenten.
Äußerst bevorzugte Mischungen sind Mischungen, bei denen das Wachs
nach einem weiteren Reinigungsprozess erhalten wurde, der mindestens eines der folgenden
Verfahren beinhaltet:
1. Schmelzen, Kühlen auf 50 bis 70°C und Filtration oder
2. Lösen in einem Lösungsmittel, z. B. Aceton oder Hexan, Kühlen auf 20 bis
60°C und Filtration, Gewinnen des Wachses als Feststoff.
Die in diesen Mischungen vorliegende Glyceridkomponente kann aus einem
weiten Bereich von Fetten und Ölen ausgewählt werden. Vorzugsweise wird die Glyceridkomponente
aus der Gruppe, bestehend aus flüssigen Ölen, teilweise oder vollständig gehärteten
flüssigen Ölen, Fraktionen davon, Palmöl oder Fraktionen davon, Schiöl oder Fraktionen
davon, Kakaobutter oder Fraktionen davon, Sal oder Fraktionen davon und Gemischen
dieser Öle, ausgewählt.
Die Wachskomponente wird in unseren Mischungen oft als Gemisch mit
einem Öl, aus dem sie isoliert wurde, erhalten, da die Triglyceride oft schwer vollständig
zu entfernen sind. Wir bevorzugen die Verwendung von Mischungen, in denen die Glyceridkomponente
mindestens teilweise eine flüssige Ölkomponente ist, wie sie in Sonnenblumenwachs,
das durch das oben erläuterte Verfahren erhalten wird, vorliegt.
In vielen Fällen ist es bevorzugt, der Sperrschicht ein Füllmaterial
zuzusetzen, um z. B. ihren Brennwert zu erniedrigen oder die Textureigenschaften
oder andere Eigenschaften der Schicht zu verbessern. Daher ziehen wir es vor, Mischungen
von organischen Materialien und einem Füllstoffmaterial zu verwenden, wobei die
Mischung 90 bis 10 Gew.-% eines Füllstoffmaterials und 10 bis 90 Gew.-% der erfindungsgemäßen
Mischung umfasst. Typischerweise ist das Füllstoffmaterial aus der Gruppe ausgewählt,
die aus
1. Kohlenhydraten, insbesondere Zuckern,
2. Verdickungsmitteln, insbesondere Cellulosepulvern oder -fasern, Stärken und
modifizierten Stärken,
3. Emulgatoren, insbesondere Mono- und Diglyceriden und Lecithinen,
4. Pulvern, insbesondere Milchpulvern, ausgewählt aus Buttermilchpulver, Milchpulver
und Magermilchpulver, und Kakaopulver besteht.
Teil der Erfindung sind auch Lebensmittelprodukte, insbesondere mehrschichtige
oder zusammengesetzte Lebensmittelprodukte, die mindestens eine Sperrschicht, welche
zwei Schichten mit unterschiedlicher Wasseraktivität trennt, umfasst und wobei die
Sperrschicht eine Mischung mit der Zusammensetzung gemäß der Erfindung umfasst.
Diese Lebensmittelprodukte umfassen günstigerweise mindestens drei
Phasen A, B und C, wobei
A ein gebackenes System auf Mehlbasis ist,
B die erfindungsgemäße Sperrschicht ist,
C eine Lebensmittelzusammensetzung auf Wasserbasis ist, und wobei die Schichten
A und C eine solche Wasseraktivität Aw haben, dass die Differenz davon {(Aw)A
– (Aw)c}abs mindestens 0,1, vorzugsweise mindestens
0,3, ist.
Hier ist die Schicht C vorzugsweise aus der Gruppe bestehend aus Fettemulsionen
(mit kontinuierlicher Wasser- oder Fettphase), Sahne (bzw. Cremes), Eiercreme (bzw.
Vanillesoße), Gelees, Speiseeis, Soßen, Früchten, Gemüse und Marmelade ausgewählt.
In einem anderen Typ eines Lebensmittelproduktes könnte die Wanderung
durch die Luft erfolgen, die ein Gemisch aus kleinen Einheiten der Komponenten des
Lebensmittelproduktes umgibt. Beispiele dafür sind Mischungen aus getrockneten Früchten
und einer Cerealie, z. B. Cornflakes oder Haferflocken, wobei die Mischung mit einer
Sperrschicht versehen ist und wobei die Sperrschicht eine Mischung gemäß der Erfindung
umfasst.
Eine letzte Ausführungsform der Erfindung ist die Verwendung einer
Mischung von essbaren organischen Materialien als Sperrschicht in Lebensmittelprodukten,
wobei eine Sperrschicht, die die Mischung gemäß der Erfindung umfasst, angewendet
wird, um eine Feuchtigkeitswanderung im Lebensmittelprodukt zu verhindern und die
Textur der erfindungsgemäßen Lebensmittelprodukte zu verbessern.
BEISPIELEBeispiel 1
Eine Reihe von Törtchenformen wurden mit den folgenden Sperren gefüllt:
– hydriertes Pflanzenfett (= Fett A) mit der folgenden Fettsäurezusammensetzung:
C16 : 0 = 27% C18 : 0 = 13%
C18 : 1 = 60%
– Sonnenblumenöl = Fett B
– Sonnenblumenwachs = Fett C
– eine Mischung aus 90/5/5 Fett A/Fett B/Fett C = Fett D
Fett A wurde als Probe von Loders Croklaan bezogen;
Fett B war ein handelsübliches Sonnenblumenöl;
Fett C wurde als Probe von Unilever erhalten;
Fett D wurde durch einfaches Mischen der Fette A, B und C in den angegebenen Verhältnissen
erhalten.
Die Sperren wurden unter Verwendung eines Pinsels auf die Oberfläche
der Törtchenform aufgetragen. Mit Fett A und B konnte dies in einfacher Weise bei
45°C erfolgen. Mit Fett D erfolgte dies bei 90°C. Mit Fett C konnten wir
keine gute Haftung an der Oberfläche erhalten; dieses Material war auch zu bröcklig.
Die Becherförmchen wurden nach Füllen mit Eiercreme (custard) für
24 bzw. 48 h bei 7°C gelagert. Nach dieser Zeit wurde die Textur der Becherförmchen
bestimmt, indem mindestens 5 der Becher manuell gebrochen wurden. Zur Beurteilung
wurden die Resultate mit einer Skala von 1 bis 5 aufgelistet, wobei 1 stark durchweicht
ist und keinen Widerstand gegen Brechen zeigt, 5 knusprig ist, ein gewisses Knacken
zeigt, hohe Resistenz gegen Brechen hat.
Aus den Resultaten kann geschlossen werden, dass die Mischung eine
unerwartete und unvorhersehbare (synergistische) Verbesserung der Textur im Vergleich
zu ihren Komponenten per se zeigte. Die Viskosität der Mischung (Fett D) war unerwartet
ähnlich der Viskosität der Hauptkomponente A, obgleich sie das Fett C mit höherer
Viskosität enthielt.
Die Resultate sind in der Tabelle zusammengefasst:
Die Viskosität der Fette wurde auch bei 85°C gemessen. Die Resultate
sind:
Beispiel 2
Rohes Sonnenblumenstearin (Wachs) wurde von Van den Bergh, Inveruno,
Italien, erhalten. Es wurde durch Hochdruckflüssigkeitschromatographie an Siliciumdioxid
analysiert, und es wurde festgestellt, dass es 5,8% Wachsester enthielt. Es wurde
weiter durch Erwärmen des Öls auf 35°C und Pressen bei 200 bar für 6 h konzentriert.
Das resultierende konzentrierte Wachs aus dem festen Kuchen wurde analysiert; es
enthielt 53,4% Wachs. Es wurde mit einem Level von 10% zu einem partiell hydrierten
Pflanzenöl gegeben, um eine Mischung zu erhalten, die etwa 5% Wachs (zusammen mit
5% Rest Sonnenblumenöl) enthielt – Mischung 1. Das Wachskonzentrat wurde in
ähnlicher Weise zu nicht hydriertem Pflanzenöl gegeben – Mischung 2. Der Gehalt
von festem Fett bei 20°C (N20) von nicht hydriertem Palmöl, bestimmt unter Verwendung
von Impuls-NMR nach Abkühlen des vollständig geschmolzenen Fetts auf 0°C für
1 h, dann Halten bei 20°C für 20 min, war 20,9%. Der N20-Wert des partiell hydrierten
Pflanzenöls war 61,1%. Carnauba-Wachs und Candellila-Wachs (beide von Sigma-Aldrich
Company Ltd., Dorset, UK) wurden jeweils in einer Konzentration von 5% zu
partiell hydriertem Pflanzenöl gegeben, um Mischungen zu erhalten, die 5% Wachs
enthielten (Mischung 3 bzw. 4). Candellila-Wachs wurde auch in einer Konzentration
von 10% zu partiell hydriertem pflanzlichem Öl gegeben (Mischung 5). Als Kontrollen
wurde partiell hydriertes Pflanzenöl allein und mit 5% Sonnenblumenöl verwendet
(Mischung 6 bzw. 7). Jede dieser Mischungen wurde auf 9 Karten aufgestrichen (Cartoncote
von Iggesund Paperboard, Workington, UK). Die Permeabilität jeder dieser beschichteten
Karten wurde unter Verwendung des Versaperm WVTR-Messgeräts (Cheel Scientific, UK)
mit einem RH-Gradienten von 100% bestimmt. Eine nicht-beschichtete Karte lieferte
für das Instrument einen zu hohen Wert, um auf diese Weise Permeabilitätswerte zu
messen, die mit der aufgebrachten Lipidsperre in Verbindung stünden. Die Daten sind
in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
Ein Vergleich der Mischungen 6 und 7 zeigt, dass ein Zusatz von genau
5% Sonnenblumenöl die Feuchtigkeitspermeabilität von partiell hydriertem pflanzlichem
Öl erhöht. Ein Vergleich von Mischung 1 mit Mischung 6 zeigt, dass ein Zusatz von
5% Sonnenblumenwachs (selbst in Gegenwart von 5% Sonnenblumenöl) die Permeabilität
mehr reduziert als es dies die anderen pflanzlichen Wachse tun (vgl. Mischungen
3 und 4 mit Mischung 6). Selbst eine Erhöhung der Konzentration an Candellila-Wachs
auf 10% (Mischung 5) reduziert die Permeabilität nicht zu der mit 5% Sonnenblumenwachs
(Mischung 6). Ein Vergleich der Mischungen 1 und 2 zeigt, dass ein hoher N20-Wert
(d. h. > 40%) für eine niedrige Permeabilität notwendig ist.
Beispiel 3
Rohes Sonnenblumenstearin wurde von Van den Bergh, Inveruno, Italien,
erhalten. Es wurde durch Hochdruckflüssigkeitschromatographie an Siliciumdioxid
analysiert und es wurde festgestellt, dass es 5,9% Wachs enthält. Es wurde unter
Verwendung eines Katalysators filtriert, um mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu
entfernen und das trans-Isomer zu bilden; auf diese Weise wurde der Schmelzpunkt
des Öls erhöht (Mischung 8). Zum Vergleich wurde Sonnenblumenöl auch durch dasselbe
Verfahren hydriert (Mischung 9). Der N20-Wert von Mischung 8 war 63,3% und der von
Mischung 9 war 71,5%, was zeigt, dass der N20-Wert des Triacylglycerin-(Fett)-Teils
der Mischung 8 größer als 40% war. Die Feuchtigkeitspermeabilitäten dieser zwei
Fette wurden wie in Beispiel 2 bestimmte. Die Resultate sind unten zusammengefasst.
Die Daten zeigen, dass eine Verwendung von Sonnenblumenstearin mit
6% Wachs als Ausgangspunkt zur Hydrierung viel niedrigere Feuchtigkeitspermeabilitäten
liefert.
Beispiel 4
Partiell hydriertes Pflanzenöl wurde mit 10% konzentriertem Wachs
(ungefähr 50% Wachs), wie in Beispiel 2 hergestellt, vermischt (Mischung 10). Einzelne
Buttergebäcktörtchen-Dessertgrundlagen (Hoppers Farmhouse Bakery, Herne Bay, UK)
wurden mit Mischung 10 beschichtet, indem ein Pinsel verwendet wurde, um
das Innere der Törtchengrundlage mit vollständig geschmolzenem Lipid "anzustreichen".
Achtzehn Grundlagen wurden beschichtet und acht Grundlagen wurden unbeschichtet
gelassen. Nachdem das Lipid sich verfestigt hatte, wurden die Grundlagen mit Bäckerei-Eiercreme
(Baktotaal BV, Nijmegen, Niederlande) gefüllt und in einem geschlossenen Behälter
bei 7°C gelagert. Nach 24 h und 48 h wurden vier Grundlagen aus jeder Gruppe
entfernt. Die Textur des Gebäcks wurde durch eine Testperson beurteilt, die die
Grundlagen nach Entfernung der Eiercreme manuell brach und einer Skala von 1 bis
5 zuordnete, wobei 1 weich und durchnässt und 5 knusprig und brüchig ist. Die Resultate
sind nachfolgend zusammengefasst.
Mischung 10 reduzierte den Verlust der Knusprigkeit in der Backware
beträchtlich. Die Textur war nach 48 h besser als die des Kontrollsystems ohne Sperrschicht
nach 24 h.
Beispiel 5
Petrischalen wurden mit geschmolzenem Paraffinwachs (Sigma-Aldrich
Company, Ltd., Dorset, UK) gefüllt, in die Buttergebäck-Kekse (Safeway PLC, UK)
eingebettet wurden, wobei die obere Oberfläche frei blieb. Dadurch wurde sichergestellt,
dass die Hauptroute für die Feuchtigkeitswanderung die freiliegende Oberseite der
Backware war. Hydriertes Sonnenblumenstearin, wie es in Beispiel 3 hergestellt wurde
(Mischung 8), wurde mit partiell hydriertem Pflanzenöl (Mischung 11) und mit einer
unbeschichteten Backware verglichen. Um das geschmolzene Sperrmaterial auf die Backware
aufzubringen, wurde ein Pinsel verwendet. Nachdem die Lipidsperre fest geworden
war, wurden die Grundlagen gewogen, mit Bäckereieiercreme (Baktotaal BV, Nijmegen,
Niederlande) gefüllt und in einer Kammer bei 6°C gelagert. Nach 24 h und 8 h
wurden Proben aus jeder Gruppe entnommen, die Eiercreme wurde entfernt und die Grundlagen
wurden gewogen. Die Erhöhung des Gewichts infolge der Feuchtigkeitsaufnahme ist
in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Proben wurden in zweifacher Ausführung
hergestellt.
Die Feuchtigkeitsaufnahme wurde beträchtlich reduziert, wenn Mischung
8 verwendet wurde, wobei diese Aufnahme nach 48 h weniger war als bei Mischung 11
nach 24 h.
Beispiel 6
Mit derselben Anordnung wie in Beispiel 5 wurden Experimente durchgeführt.
Partiell hydriertes Pflanzenöl (Mischung 11) wurde mit demselben Öl, das mit 10%
konzentriertem Wachs kombiniert war (Mischung 12), die wie in Beispiel 2 hergestellt
worden war, verglichen. Die Gewichtszunahme infolge der Feuchtigkeitsaufnahme ist
in der Tabelle unten zusammengefasst. Proben wurden in zweifacher Ausführung hergestellt.
Die Feuchtigkeitsaufnahme war beträchtlich reduziert, wenn Mischung
12 eingesetzt wurde.
Anspruch[de]
Mischung von essbaren organischen Materialien, umfassend ein natürliches
Wachs und Glyceridmaterialien, wobei das natürliche Wachs ein Wachs ist, das von
Sonnenblumenöl stammt, und die Glyceride im wesentlichen Triglyceride mit einem
Gehalt an festen Fetten bei 20°C (N20), gemessen durch unstabilisierte NMR-Techniken,
von mindestens 20%, vorzugsweise von mindestens 40%, insbesondere von 50–55%
sind und wobei das Wachs in der Mischung in einer Menge von 1–80 Gew.-%, vorzugsweise
von 2,5–60 Gew.-%, insbesondere von 5–40 Gew.-% vorliegt.
Mischung nach Anspruch 1, wobei die Mischung eine Mischung aus 1. einem
Wachs von Sonnenblumenöl, das durch Kühlen des Sonnenblumenöls auf 0–20°C,
Halten des gekühlten Öls für 12–48 Stunden, Entfernen des Wachses durch Filtration
und erneute Filtration des Wachses bei 30–70°C erhalten wird, und 2. anderen
Glyceridkomponenten ist.
Mischung nach Anspruch 2, wobei das Wachs nach einem weiteren Reinigungsverfahren
erhalten wird, das mindestens eines der folgenden Behandlungsverfahren beinhaltet:
1. Schmelzen, Kühlen auf 50–70°C und Filtration oder 2. Auflösung in einem
Lösungsmittel, wie in Aceton oder Hexan, Kühlen auf 20–60°C und Filtration,
wobei das Wachs als Feststoff erhalten wird.
Mischung nach Anspruch 1, wobei die Glyceridkomponente ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus flüssigen Ölen, teilweise oder vollständig gehärteten
flüssigen Ölen, Fraktionen davon, Palmöl oder Fraktionen davon, Shea-Öl oder Fraktionen
davon, Kakaobutter oder Fraktionen davon, Sal oder Fraktionen davon und Gemischen
dieser Öle.
Mischung nach Anspruch 1, wobei die Glyceridkomponente mindestens teilweise
eine flüssige Ölkomponente ist, wie sie in Sonnenblumenwachs, das durch das Verfahren
nach Anspruch 2 oder Anspruch 3 erhalten wird, vorliegt.
Mischung von organischen Materialien und einem Füllstoffmaterial, wobei
die Mischung 90–10 Gew.-% eines Füllstoffmaterials und 10–90 Gew.-%
der Mischung nach den Ansprüchen 1 bis 5 umfasst.
Mischung nach Anspruch 6, wobei das Füllstoffmaterial aus der Gruppe
bestehend aus 1. Kohlenhydraten; insbesondere Zuckern, 2. Verdickungsmitteln, insbesondere
Cellulosepulvern oder -fasern, Stärken und modifizierten Stärken, 3. Emulgatoren,
insbesondere Mono- und Diglyceriden und Lecithinen, 4. Pulvern, insbesondere Milchpulvern,
ausgewählt aus Buttermilchpulver, Milchpulver und Magermilchpulver, und Kakaopulver
ausgewählt ist.
Mehrschichtiges Lebensmittelprodukt, das mindestens eine Sperrschicht
umfasst, welche zwei Schichten mit unterschiedlicher Wasseraktivität trennt, und
wobei die Sperrschicht eine Mischung der Zusammensetzung nach den Ansprüchen 1 bis
7 umfasst.
Mehrschichtiges Lebensmittelprodukt nach Anspruch 8, wobei das Lebensmittelprodukt
mindestens drei Phasen A, B und C umfasst,
A ein gebackenes System auf Mehlbasis ist,
B die in Anspruch 8 definierte Sperrschicht ist,
C eine Lebensmittelzusammensetzung auf Wasserbasis ist, und wobei die Schichten
A und C eine solche Wasseraktivität Aw haben, dass die Differenz davon {(Aw)A
– (Aw)c}abs mindestens 0,1, vorzugsweise mindestens
0,3 ist.
Mehrschichtiges Lebensmittelprodukt nach Anspruch 8 oder Anspruch
9, wobei das gebackene System A auf Mehlbasis ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Keksen, Kuchen, Kräkkern, Plätzchen, Brot, Waffeln, Pizzagrundlagen und Konditoreiwaren.
Mehrschichtiges Lebensmittelprodukt nach den Ansprüchen 8 bis 10,
wobei die Lebensmittelzusammensetzung auf Wasserbasis C ausgewählt ist aus der Gruppe
bestehend aus Fettemulsionen (mit kontinuierlicher Wasser- oder Fett-Phase), Sahne
(bzw. Cremes), Eiercreme (bzw. Milch/Eier-Pudding), Gelees, Speiseeis, Soßen, Früchten,
Gemüse und Marmelade.
Lebensmittelprodukte, umfassend eine Mischung aus getrockneten Früchten
und einem Getreide, wie Cornflakes oder Weizenflocken, wobei die Mischung mit einer
Sperrschicht versehen ist und die Sperrschicht eine Mischung nach
den Ansprüchen 1 bis 7 umfasst.
Verwendung einer Mischung von essbaren organischen Materialien als
Sperrschicht in Lebensmittelprodukten, in denen eine Sperrschicht, die die Mischung
nach den Ansprüchen 1 bis 7 umfasst, angewendet wird, um eine Feuchtigkeitsmigration
in das Lebensmittelprodukt zu verhindern und die Textur der Lebensmittelprodukte
nach den Ansprüchen 8 bis 12 zu verbessern.