Gegenstand dieser Erfindung ist eine zum Umrüsten eines herkömmlichen
Ölkessels auf feuchten, körnigen Festbrennstoff dienende Anordnung, bei der ein
in die Rauchgaslinie des Kessels geschalteter, die Rauchgaswärme nutzender Brennstofftrockner
und eine Festbrennstoff-Verbrennungseinrichtung als Ersatz des Ölbrenners zum Einsatz
gebracht werden. Unter Festbrennstoff sind hier in erster Linie Sägespäne, Torf
und andere Biobrennstoffe zu verstehen.
Die herkömmlichen ölbefeuerten Heiz-, Heißwasser- und Dampfkessel
eignen sich schlecht für Festbrennstoffe. Man kennt verschiedene Vorbrennkammer-Konstruktionen,
die jedoch mit mehreren Mängeln behaftet sind. Volle Leistung wird in der Regel
mit ihnen nicht erreicht, weil die Brenngase in ihren Eigenschaften beträchtlich
von den Bemessungswerten abweichen. Die Rauchgastemperatur der feuchten Brennstoff
verbrennenden Vorbrennkammer bleibt viel niedriger als bei der Bemessung entsprechender
Ölfeuerung. Der Wasserdampfanteil liegt beträchtlich über dem Bemessungswert. Die
Situation bessert sich wesentlich, wird der feuchte Brennstoff vor dem Verbrennen
mit Hilfe von Rauchgasen getrocknet, weil dann die Verbrennungstemperatur und damit
auch die Brennleistung steigt. Bisher konnte jedoch keine praktische und wirtschaftliche
Methode zum Umrüsten eines Ölkessels kleiner Leistung von 0,5–10 MW auf Festbrennstoff
gefunden werden. Es ist schwierig, einen dem herkömmlichen Ölkessel nachgeschalteten
Brennstofftrockner zum Funktionieren zu bringen, weil die Rauchgasendtemperatur
zu niedrig ist. Die oben genannten Vorbrennkammer-Lösungen sind ziemlich ungefüge
und kostspielig. Meistens bleibt bei ihnen der Wirkungsgrad gering und die maximale
Brennleistung weit unter der Nennleistung des Ölkessels. Staubfeuerung kommt im
Allgemeinen wegen der damit verbundenen hohen Kosten nicht in Frage.
Der Erfindung liegt die Aufrage zu Grunde, eine neuartige zum Umrüsten
eines herkömmlichen Ölkessels auf feuchte, körnige Festbrennstoffe dienende Anordnung
zu schaffen, die auf einfachere Weise als bisher einen guten Wirkungsgrad und fast
die volle Leistung des umgerüsteten Kessels liefert. Die kennzeichnenden Merkmale
der Erfindung gehen aus den beigefügten Patentansprüchen hervor. Bei dieser Erfindung
werden an sich bekannte Lösungen in einer neuen Kombination genutzt, wobei der Ölkessel
auf einfachere Weise als bisher angenähert unter Optimalbedingungen betrieben werden
kann. Bei gewöhnlichen Ölkesseln befinden sich im Allgemeinen hinter der Brennkammer
mehrere aufeinander folgende Heizflächen. Irgendwo zwischen diesen oder sogar hinter
dem Feuerraum, zum Beispiel am Mannloch, kann im Allgemeinen eine Anzapfung, d.
h. eine Zwischenentnahme eingefügt werden, wobei dann zwecks Erzielens der gewünschten
Temperatur, 200–300°C, heißes Rauchgas in einem gewünschten Verhältnis
unter die kalten Rauchgase gemischt wird. Als Trockner kann dabei ein an sich bekannter
Umlauftrockner benutzt werden, der zum Beispiel für den CMR-Brenner Brennstoff von
10–15 Feuchte liefert.
Eine besonders vorteilhafte Anordnung ihrer Einfachheit wegen erhält
man durch Einsatz eines CMR-Brenners wie er in der PCT-Schrift WO 97/12177 beschrieben
ist. Der CMR (Chemi mechanical reactor) eignet sich ausgezeichnet als Ersatz für
den Ölbrenner, weil er auch mit grobem Brennstoff eine kurze Flamme liefert. Die
bekannten Zyklonschmelzfeuerungen sind dagegen komplizierter und teuerer auch wenn
sie an sich für diese Anordnung geeignet sind.
Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen, die einige Ausführungsformen der Erfindung zeigen, beschrieben. Es
zeigen:
1 eine mit CMR-Brenner arbeitende Kes-selanlage;
2 eine mit Vergaser und Gasbrenner arbeitende
Kesselanlage;
3 die Lösung von 1
in genauerer Darstellung;
4 den Rauchgas- und Anzapfanschluss in
einem konventionellen Flammrohr-Rauchrohr-Kessel.
Die beste Ausführungsform der Erfindung umfasst. einen Ölkessel
1, einen CMR-Brenner 2 und einen in die Rauchgaslinie
6 geschalteten Brennstofftrockner, insbesondere einen Umlauftrockner
4 mit Partikelabscheider 3; 1 Die
Konstruktion des CMR-Brenners ist in der finnischen Patentschrift 98854 im Einzelnen
beschrieben. In ihm wird für den groben Brennstoff eine selektive Verweilzeit dergestalt
geschaffen, dass die groben Teilchen länger in der Wirbelkammer verweilen bis sie
die Größengrenze unterschritten haben. Die Flammenlänge wird namentlich durch den
Umstand kurz gehalten, dass aus dem Brenner nur Teilchen austreten können, die unterhalb
der Größengrenze liegen.
Einige Umlauftrockner sind in den finnischen Patentanmeldungen 852594
und 903097 sowie in dem Compendex-Datenbank-Literaturnachweis Nr. 04252654, Ruottu,
Seppo; Sarkomaa, Pertti: „Present State of regenerative CFB heat exchanger
development, Proceedings of the International Conference on Fluidized bed Combustion,
ASME, New York, NY, USA, vol 1, p. 419–422, 1995 beschrieben. Das Hauptprinzip
besteht darin, den zu trocknenden Brennstoff mit Trocknungsluft so lange umzuwälzen,
bis sein spezifisches Gewicht unter einen Grenzwert sinkt, bei dem er infolge seines
geringen Gewichts zusammen mit der abgehenden Strömung den Abscheidezyklon verlässt.
Danach wird der trockene Brennstoff in einem eigenen Trennungszyklon von den Rauchgasen
getrennt. Eine weitere Trocknungsvorrichtung ist in der US-Patentschrift 2,939,411
beschrieben.
Unter Hinweis auf 1 bringt man auch einen
einfachen Umlauftrockner zu sehr effektivem Arbeiten, wenn am Ölkessel eine Rauchgasanzapfung
angeordnet wird, deren Kanal in der Zeichnung mit der Bezugszahl 6.2 belegt
ist, während der normale Rauchgas-Abzugskanal die Bezugszahl 6.1 trägt.
Diese Kanäle haben Regelventile, mit denen zwecks Regulierens der Temperatur des
Trocknungsgases heißes (200–700°C) und kaltes (100–150°C) Rauchgas
miteinander gemischt werden. Beträgt die Feuchte des Brennstoffs, z. B. der Sägespäne
oder des Torfs, 45–55%, so wird in den Umlauftrockner 4 Rauchgas
von 200–300°C eingeleitet, und diese Wärmemenge reicht aus, die Brennstoffmenge
entsprechender Brennleistung unter mäßigem Luftüberschuss auf einen Feuchtegehalt
von 10–15% zu trocknen. Hinter dem Abscheider 3 beträgt die Temperatur
der Rauchgase im Abzugskanal 8 lediglich 65–70°C, was der gesamten
Anlage trotz dieses Anzapfens des Kessels einen ausgezeichneten Gesamtwirkungsgrad
(von bis zu 95%) verleiht. Sämtliche außerhalb des Kessels 1 der Anlage
befindlichen Komponenten, Trockner 4, Partikelabscheider 3 und
CMR-Brenner 2, sind von sehr einfacher Konstruktion. Insbesondere das Oberteil
des Trockners 4 und der Partikelabscheider 3 sind aus nichtrostendem
Stahl oder einem anderen korrosionsfesten Werkstoff zu fertigen, da sich die Rauchgase
in der Nähe des Taupunktes bewegen.
2 zeigt eine Modifikation der Ausführungsform
von 1. An Stelle des CMR-Brenners wird nun eine Kombination
aus Vergaser 2' und Gasbrenner 2 eingesetzt. Diese Konstruktion
ist komplizierter als die von 1, aber dennoch günstiger
als die früheren Lösungen. Mit trockenem Brennstoff wird auch hier eine hohe Brennleistung
erzielt, da das im Brennstoff enthaltene Wasser nicht mehr durch den Kessel geführt
wird.
3 zeigt das Prinzip der Schaltung von
1 in detaillierterer Form. Der innere Bau des Partikelabscheiders
3 und des Umlauftrockners 4 ist schematisch dargestellt. Außerdem
sind die wichtigsten Hilfsvorrichtungen derselben und des CMR-Brenners
2 dargestellt.
Der herkömmliche Ölkessel, typenmäßig ein Flammrohr- oder Rauchrohrkessel,
ist statt des Ölbrenners mit einem CMR-Brenner 2 ausgerüstet, dessen Brennstoffversorgung
weiter unten beschrieben ist. Als Kessel kommt auch ein Trommel- oder ein Wasserrohrkessel
in Frage. Neben dem eigentlichen Rauchgasabzug 6.1 hat der Kessel eine
Anzapfung 6.2 zur Abzweigung heißen Rauchgases. Die Kesselleistung beträgt
80–90% der Nennleistung bei Ölfeuerung. Im zum Trockner 4 führenden
Rauchgaskanal 6 beträgt die Temperatur wie gesagt 200–300°C.
Der feuchte Brennstoff wird vom Lagersilo 10 mit der Fördereinrichtung
11 über den Zellenradaufgeber (-schleuse) 12 in den Eintragsstutzen
48 des Trockners transportiert.
Der Umlauftrockner 4 besteht aus den folgenden Hauptteilen:
Trocknerrohr 40, Luftverteilungskammer 41, Luftverteilungsblech
auf dieser, Abscheidezyklon 46 mit oben befindlichen tangentialen Eintrittsöffnungen
45, Fallrohr 43 und Auslassstutzen 47. Der Brennstoff
wird über den o. g. Eintragsstutzen 48 auf das Luftverteilungsblech
42 gebracht. Größere Brocken werden bei Bedarf über den Abführstutzen
49 entfernt. Mit dem Trocknen des Brennstoffs wird dieser von der kräftigen
Strömung nach oben getragen und gelangt über die tangentialen Eintrittsöffnungen
45 in den Zyklon 46, wo das schwerere feuchte Gut über das Fallrohr
43 zurück auf das Luftverteilungsblech 42 gelangt während der
mehrmals umgelaufene trockene und nun leichte Brennstoff über den Auslass
47 abgeht.
Das Auslassrohr 47 geht über in den Förderkanal
7, der das Brennstoff-Luft-Gemisch zum Partikelabscheider 3 transportiert,
der in diesem Fall aus einem auf den Aufgabesilo 34 aufgesetzten Zyklon
31 besteht. Der Einlaufstutzen 30 ist tangential angeordnet und
bewirkt den für die Trennung erforderlichen kräftigen Wirbel. Der Boden des Zyklons
31 ist ein im Vergleich zum Durchmesser etwas kleinerer Kegel
32, dessen Spitze nach oben weist. Die Brennstoffpartikel rieseln längs
der Kegelfläthe zur Seite hin und weiter in den Aufgabesilo 34. Die zugehörige
Förderschnecke 35 einschließlich Zellenradaufgeber (-schleuse) transportiert
den trockenen Brennstoff in den Verbrennungsluft-Ansaugkanal 21 des CMR-Brenners
2. Das Gebläse 22 saugt den Brennstoff zusammen mit dem Trägerluftstrom
an und befördert ihn in den Brenner. Der Sekundärluftstrom wird mit dem Gebläse
23 erzeugt.
Im CMR-Brenner wird der Brennstoff zusammen mit einer unterstöchiometrischen
Primärluftmenge in die Wirbelkammer geleitet, und der Sekundärluftstrom wird als
konzentrischer, den aus der Wirbelkammer austretenden Strom umgebender Wirbel eingeleitet.
Mit der Sekundärluftmenge wird der Luftfaktor bei Nennleistung im Bereich
1,2–1,35 reguliert.
In 4 ist die Anordnung in Verbindung
mit einem herkömmlichen Ölkessel detailliert dargestellt. Der Ölkessel trägt die
Bezugszahl 1 und ist typenmäßig ein Flammrohr-Rauchrohr-Kessel mit drei
Kesselzügen I, II und III, die auch durch die Bezugszahlen 13,
14 und 15 bezeichnet sind. Den ersten Zug bildet das Flammrohr
13 selbst. Der zweite und dritte Zug bestehen aus Rauchrohren. Der CMR-Brenner
2 bläst die heißen Brenngase in das Flammrohr 13. Am entgegengesetzten
Ende befindet sich die Wendekammer 16, die die Rauchgase in den zweiten
Zug 14 leitet. Am Ende dieses Zugs, zwischen dem zweiten Zug
14 und dritten Zug 15, befindet sich eine zweite Wendekammer
17. Am Ende des dritten Zugs befindet sich die Abzugskammer 18,
an die sich der normale Rauchgas-Austrittsstutzen anschließt. Die Kammern
16, 17 und 18 haben zum. Reinigen der Heizflächen gewöhnlich
ein Mannloch oder lassen sich völlig öffnen.
Der o. g. normale Rauchgaskanal 6.1 ist an die Rauchgas-Abz-ugskammer
18 angeschlossen. Wesentlich vom Standpunkt dieser Erfindung aus ist, dass
an dem herkömmlichen Ölkessel ein Anzapfkanal 6.2 angebracht wird, der
an eine der Zwischenkammern, hier an die Kammer 17, angeschlossen ist.
Alternativ könnte dieser Anzapfkanal auch, falls eine höhere Anzapftemperatur erforderlich
ist, an die Kammer 16, zum Beispiel über deren Mannloch, angeschlossen
werden, was in 4 als gestrichelter Kanal
6.3 dargestellt ist. In praktischen Versuchen war die Temperatur hinter
dem zweiten Zug ausreichend, und die geforderte Temperatur von 200–300°C
wird unter allen Belastungsbedingungen vor dem Trockner erreicht. Ein anderer Ölkessel
kann Anzapfung an einer weiter vorn liegenden Stelle erfordern.
Die Anlage kann mit Rauchgaswäscher oder mit Wärmerückgewinnungseinrichtung
zur weiteren Verbesserung der Rauchgase bzw. des Wirkungsgrades ausgerüstet werden.