Die Erfindung bezieht sich auf eine Bandmesserspaltmaschine, insbesondere
zum Spalten von Blößen, mit einer der Messerschneide vorgeschalteten Zuführeinrichtung,
bei der ein Transportspalt, der durch ein Unterbett und eine angetriebene Transportwalze
begrenzt ist, und ein Zuführspalt, der durch ein Unterbett und eine angetriebene
Zuführwalze begrenzt ist, dicht hintereinander angeordnet sind.
Eine Bandmesserspaltmaschine dieser Art ist aus DE 197 14 592 A1
bekannt. Sowohl die Transportwalze als auch die Zuführwalze haben Zylinderform
und wirken mit einem ebenen, im Ausführungsbeispiel nicht umlaufenden Unterbett
zusammen. Durch die Trennung der Transportfunktion von der Zuführfunktion ist ein
sehr genaues Spalten auch bei problemhaftem Spaltgut, wie es Blößen darstellen,
möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Einführen des Spaltguts
zu erleichtern und die Spaltgenauigkeit noch zu verbessern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Transportwalze
einen zu den Enden hin zunehmenden Durchmesser aufweist und aus mindestens zwei
Teilen besteht, die drehfest und gelenkig miteinander verbunden und derart gelagert
sind, daß ihre Mantellinie im Transportspalt eine zum Unterbett parallele Gerade
bildet.
Bei dieser Konstruktion ergeben sich bei der Transportwalze von der
Mitte nach außen hin höhere Transportgeschwindigkeiten. Dies hat folgenden Vorteil:
Üblicherweise wird eine Haut, z.B. eine Rindshaut, in der Bauchlinie aufgeschnitten
und zum Durchlauf durch die Bandmesserspaltmaschine in die Ebene gebracht. Hierbei
ist der Bauchbereich großflächiger und hat eine losere Struktur als die Rückenpartie.
Wird eine solche Haut mit einer zylindrischen Transportwalze vorbewegt, so staut
sich während des Transports der Bauchbereich an, während der mittlere Bereich längs
der Rückenlinie dem Bauchbereich sozusagen voreilt. Dies kann dadurch kompensiert
werden, daß die Haut im mittleren Bereich durch starkes Bremsen per Hand oder
auch mit Bremsvorrichtung zurückgehalten wird. Verwendet man jedoch die erfindungsgemäße
Transportwalze, ergibt sich aufgrund der Konizität im Außenbereich eine höhere
Umfangsgeschwindigkeit. Da sich im Transportspalt kein oder nur ein geringer Schlupf
ergibt, wird zwangsläufig die Haut im Randbereich mit Voreilung transportiert und
dadurch quer zur Transportrichtung gestreckt. Hierdurch wird ein Stau des Bauchbereichs
weitgehend vermieden und ein sehr genaues Spalten ermöglicht.
Günstig ist es, daß die Transportwalze aus zwei konusförmigen Teilen
besteht. Dies ergibt einen einfachen Aufbau mit nur einer Kupplung in der Mitte
der Transportwalze.
Von Vorteil ist es, daß zwei äußere Lager und ein mittleres Stützlager
für die Transportwalze vorgesehen sind. Mit Hilfe des Stützlagers gelingt es auf
einfache Weise, im Transportspalt die gewünschte gerade Mantellinie der Transportwalze
aufrecht zu erhalten.
Vorzugsweise ändert sich der Durchmesser der Transportwalze um mindestens
5%. Die besten Ergebnisse zeigten sich bei 15% und mehr. Als Beispiel sei eine
Transportwalze angegeben, die in der Mitte einen Durchmesser von 76 mm und außen
einen Durchmesser von 90 mm besitzt.
Empfehlenswert ist es, daß die Teile der Transportwalze über eine
Bogenzahnverbindung, wie sie bekannterweise in der Bogenzahnkupplung verwendet
wird, miteinander gekuppelt sind. Es kommen aber auch andere bekannte Gelenkkupplungen
in Betracht.
Sehr günstig ist es, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Zuführwalze
mindestens gleich der Umfangsgeschwindigkeit der Transportwalze im Bereich des
größten Durchmesser ist. Hiermit ist sichergestellt, daß auch im Bauchbereich
das dort schneller transportierte Material der Messerschneide so zugeführt wird,
daß sich kein Stau und damit ein entsprechend gleichmäßigerer Schnitt ergibt.
Weitere Vorteile bietet es, wenn die Transportwalze als Breitstreckwalze
ausgebildet ist. Es erfolgt dann eine stärkere Ausbreitung des Spaltgutes quer
zur Förderrichtung.
Günstig ist es, daß das Unterbett des Transportspalts ein endloses
Band aufweist, das um eine Unterwalze umgelenkt wird, die durch eine Andruckvorrichtung
in Richtung auf die Transportwalze belastbar ist. Eine solche Zuführeinrichtung
mit bewegtem Unterbett empfiehlt sich immer dann gegenüber einem statischen Unterbett,
wenn es sich um ein Spaltgut handelt, das aus histologischen und Körperform-Gründen
ähnliche Probleme beim Schneiden aufwirft wie ein geäschertes Hautmaterial, aber
nicht dessen Gleiteigenschaften besitzt.
Insbesondere kann die Unterwalze von Hebeln getragen sein, an denen
die Andruckvorrichtung in Form einer Kolben-Zylinder-Einheit angreift. Dies ergibt
eine einfachen konstruktiven Aufbau.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch den Arbeitsbereich einer Bandmesserspaltmaschine gemäß
der Erfindung,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den Transportspalt und
- Fig. 3
- eine schematische Draufsicht auf Transportwalze und Zuführwalze.
Die veranschaulichte Bandmesserspaltmaschine 1 weist ein mit einer
Messerschneide 2 versehenes Bandmesser 3 auf, das zwischen zwei Garnituren 4 und
5 senkrecht zur Zeichenebene in Richtung des Pfeiles 6 umläuft.
Der Messerschneide 2 ist ein Zuführspalt 7 vorgeschaltet, der an
der Oberseite durch eine angetrieben Zuführ- oder Lehrwalze und an der Unterseite
durch ein elastisches Unterbett 9, hier bestehend aus einer Gliederwalze 10 und
einer elastischen Walze 11, begrenzt ist. Unmittelbar vor dem Zuführspalt 7 befindet
sich ein Transportspalt 12, der an der Oberseite durch eine angetriebene Transportwalze
13 und an der Unterseite durch ein elastisches Unterbett 14 begrenzt ist. Das
Unterbett weist ein Transportband 15, eine fest gelagerte Walze 16 und eine der
Transportwalze 13 gegenüberliegende Unterwalze 17 auf, die an einem Ausleger 18
befestigt ist, der durch eine Andruckvorrichtung 19, hier eine Kolben-Zylinder-Einheit,
gegen die Transportwalze 13 drückbar ist. Statt des hier dargestellten umlaufenden
Unterbetts 14 für den Transportspalt 12 kann auch ein nicht umlaufendes ebenes
Unterbett verwendet werden, wie dies aus der DE 197 14 592 A1 bekannt ist. Das
gleiche gilt auch für das umlaufende Unterbett 9 im Zuführspalt. Ein Spaltgut 20,
insbesondere eine Blöße, wird über den Transportspalt 12 und den Zuführspalt 7
der Messerschneide 2 zugeführt.
Wie Fig. 2 zeigt, besteht die Transportwalze 13 aus zwei Teilen 21
und 22. Die beiden Teile sind in der Mitte durch eine Gelenkkupplung 23, zum Beispiel
eine Bogenzahnkupplung, miteinander verbunden und in einem Stützlager 24 gehalten.
Der Antrieb erfolgt über ein Außenlager 25 des ersten Teils 21. Das zweite Teil
22 ist in einem Außenlager 26 gehalten. Beide Teile 21 und 22 haben eine Konusform,
bei der sich der Durchmesser von der Mitte zu den Enden hin erweitert. Die Änderung
sollte mindestens 5% betragen, kann aber auch 10%, 15% oder mehr betragen. Die
beiden Teile 21 und 22 werden durch das Stützlager so gehalten, daß die dem Unterbett
14 zugewandt Mantellinie eine Gerade bildet. Beide Teile 21 und 22 haben eine
entgegengesetzt gerichtete Riffelung, um den Kontakt mit dem Spaltgut 20 zu verbessern
und auch eine Breitstreckwirkung zu erzielen. Die entgegengesetzt gerichteten
Riffelungen 27 und 28 an der Oberfläche der Zuführwalze 8 sind üblich.
Wird nun als Spaltgut 20 eine Blöße zugeführt, so ergibt sich wegen
der Konusform der Transportwalze 13 an den Rändern des Spaltguts 20 eine größere
Transportgeschwindigkeit als in der Mitte. Hierdurch werden die weicheren Bauchabschnitte
mit Voreilung gegenüber dem mittleren Rückenabschnitt zum Zuführspalt 7 transportiert.
Gleichzeitig mit der Vorwärtsbewegung (Pfeil 29) erfolgt eine Breitstreckwirkung
(Pfeil 30), die teils auf die unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeit und teils
auf die entgegengesetzt gerichtete Riffelung der Transportwalze 13 und gegebenenfalls
der Zuführwalze 8 zurückzuführen ist.
Vorzugsweise ist dafür gesorgt, daß die Umfangsgeschwindigkeit der
Zuführwalze 8 mindestens gleich der Umfangsgeschwindigkeit der Transportwalze 13
im Bereich des größten Durchmessers ist. Die voreilenden Bauchpartien werden daher
sicher im Zuführspalt aufgenommen und dann durch das Bandmesser mit großer Genauigkeit
geschnitten.