[3: Anwendungsgebiet]
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung entsprechend dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
Ein geschlossener thermoelekrischer Stromkreis wird als Torus ausgebildet,
dessen Kernzylinder (1) einen Thermoschenkel darstellt, während der Torusmantel
(2) den anderen Thermoschenkel bildet. Durch heizen und kühlen der Verbindungsstellen
(3, 4) stellen sich hohe Ströme (7) ein, die in der Ringkammer
(8) ein starkes Magnetfeld (9) hervorrufen. In der Höchststromausführung
besteht der eine Thermoschenkel aus Kernzylinder (1), innerem Torusmantel
(2b) und äußerem Torusmantel (2c), während der andere Thermoschenkel
aus einer Schicht (22) gebildet wird, auf der sich ein Temperaturgefälle
ausbildet und die inneren Torusmantel (2b) und äußeren Torusmantel (2c)
leitend verbindet.
[4: Stand der Technik]
Es ist bekannt (VDI nachrichten, 25.01.2002, Nr. 4, Seite 3: Ist Fusion
machbar ?) in Kernfusionsreaktoren das ringförmige Magnetfeld zum Einschluss des
Plasmas durch supraleitende Elektromagneten mit Strömen von 80 kA herzustellen.
Die Speisung dieser gekühlten Elektromagneten erfolgt durch Schwungradgeneratoren
und Stromricher-Anlagen.
Ferner ist aus einen Demonstrationsversuch für den Physikunterricht
(Oskar Höfling: Lehrbuch der Physik, Oberstufe – Ausgabe A, 1966, Seite 608
und Firma PHYWE Systeme GmbH, Göttingen, Artikel-Nr. 06593.01: Thermo-Elektromagnet)
bekannt, daß mit einem thermoelektrischen Stromkreis im quasi Kurzschlussbetrieb
hohe Gleichströme mit kräftigen Magnetfeldern erzielt werden können.
[5: Nachteile des Standes der Technik]
- a) Die Baugröße konventioneller Kernfusionsreaktoren ist durch die Anordnung
separater Spulen nach unten hin begrenzt.
- b) Die Spulen benötigen eine aufwändige, räumlich verteilte Kühlvorrichtung.
Es besteht ein extrem großer Temperaturgradient zwischen dem heissen Plasma und
den gekühlten Spulen auf engem Raum, was eine aufwändige Wärmedämmung erfordert.
- c) Die Speisung der Spulen erfolgt mit großem Aufwand und Energieverbrauch über
Schwungradgeneratoren (die auch nur kurzzeitig volle Leistung abgeben) und eine
Stromrichteranlage.
- d) Das durch die Einzelspulen erzeugte, ringförmige magnetische Feld ist räumlich
gerippelt.
- e) Der aus Wechselströmen erzeugte Spulenstrom vom 80 kA hat einen Restbrumm,
wodurch auch das ringförmige magnetische Feld zeitlich gerippelt ist.
- f) Zwischen den Einzelspülen treten große mechanische Kräfte auf, die durch
ein aufwändiges Stützgerüst aufgefangen werden müssen.
- g) Durch die Stromzuführungen zu den Spulen wird das ringförmige Magnetfeld
örtlich gestört.
- h) Die Spulen sind im konventionellen Fusionsreaktor in der Torusgeometrie aufwändig
zu justieren und gegen Wärmedehnungen im Stützgerüst abzusichern
- i) Der Nachteil des Thermo-Elektromagneten der Fa. PHYWE besteht darin, dass
die Leiterquerschnitte der Thermoschenkel relativ klein sind und dass keine Leiter
zur Verringerung des ohmschen Widerstandes im Stromkreis parallel geschaltet sind.
[6: Aufgabe der Erfindung]
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine einfache, in der Herstellung
und Betrieb kostengünstige Vorrichtung zu schaffen, die ein räumlich und zeitlich
hochkonstantes Magnetfeld zum Einschluss des Plasmas in Kernfusionsreaktoren erzeugt.
[7: Lösung der Aufgabe]
[8: Beschreibung zweir Ausführungsbeispiele]
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen der Patentansprüche
1 bis 6 gelöst.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
1: Schaltung des geschlossenen thermöelektrischen
Kreises
2: Thermoelektrischer Torusmagnet mit
Zusatzeinrichtungen
3: Thermoelektischer Torusmagnet mit
Nebenschlüssen
4: Detailansicht einer Revisionsöffnung
im Torusmantel.
5: Thermoelektischer Torusmagnet in Höchststromausführung
In 1 ist die elektrische Schaltung des thermoelektrischen
Torusmagneten dargestellt. Der Leiter (1a) des Kernzylinders (1)
und der Leiter (2a) des Torusmantels (2) sind an den Verbindungsstellen
(3, 4) leitend zu einem geschlossenen Stromkreis miteinander verbunden.
Wenn nun die heisse Verbindungsstelle (3) einer hohen Temperatur ausgesetzt
wird, während die kalte Verbindungsstelle (4) auf einer niedrigen Temperatur
verbleibt, so entsteht eine treibende Spannung im mV-Bereich (Seebeck-Effekt). Zum
Zwecke der Temperaturmessung sind einige Paarungen metallischer Werkstoffe in sogenannten
Grundwertreihen nach DIN EN 60584-1 genormt, wobei Temperaturdifferenzen bis 1.820
K und Spannungen bis 76 mV auftreten können. Diese treibende mV-Spannung hat keinerlei
Innenwiderstand und erzeugt im geschlossenen thermoelektrischen Stromkreis einen
Kurzschlussstrom (7), der sich nach dem ohmschen Gesetz aus dem Quotienten
vorgenannter treibender mV-Spannung und der Summe der Widerstände der Leiter (1,
2) zuzüglich der Übergangswiderstände der Verbindungsstellen (3,
4) ergibt. Nach o.g. zitierter Literaturstelle aus Höfling kann der Kurzschlussstrom
beliebig hoch werden, wenn die Summe der Widerstände beliebig klein sind.
2 zeig t ein Ausführungsbeispiel des
thermoelektrischen Torusmagneten mit Zusatzeinrichtungen für das Heizen und Kühlen
der Verbindungsstellen (3, 4). Der geschlossene thermoelektrische
Stromkreis wird gebildet aus dem Kernzylinder (1) und dem Torusmantel (2)
mit unterschiedlichen Werkstoffen. Vorteilhaft besteht der Kernzylinder (1)
aus dem Werkstoff mit dem größerem spezifischen elektrischen Widerstand, z.B. der
Legierung CuNi (Konstantan), da dieser die kleinere Leiterlänge aufweist. Demgegenüber
besteht der Torusmantel (2) aus dem Werkstoff mit kleinerem spezifischen
elektrischen Widerstand, z.B. Kupfer, da dieser eine größere Leiterlänge aufweist.
Die Werkstoffauswahl für den Kernzylinder (1) und den Torusmantel
(2) muss nach folgenden Kriterien optimiert werden:
- a) Hohe Thermospannung
- b) Kleiner spezifischer elektrischer Widerstand
- c) Geringer Temperaturkoeffizient für den elektrischen Widerstand
- d) Niedrige Wärmeleitfähigkeit
Gegenüber dem o.g. Demonstrationsversuch der Firma PHYWE hat diese
Torusanordnung einen extrem niedrigen Summenwiderstand, da
- – die Querschnittsfläche des Kernzylinders (1) groß bemessen
werden kann.
- – der dickwandige Torusmantel (2) eine Vielzahl vor parallel
geschalteten Einzelwiderständen darstellt.
Infolge des extrem niedrigen Summenwiderstandes im Torus ergibt sich
ein hoher thermoelektrischer Strom (7), aufgeteilt in große Stromdichten.
Diese erzeugen in der Ringkammer (8) des Torus ein ringförmiges Magnetfeld
(9) hoher Feldstärke zum Einschluss des Plasmas.
Zum heizen der heissen Verbindungsstelle (3) ist in der Trennschicht
eine Vielzahl von elektrischen Heizpatronen (10) angebracht, so dass diese
nicht die thermoelektrischen Ströme (7) beeinträchtigen. Um die Temperatur
an dieser Verbindungsstelle (3) auf einem hohen Wert konstant zu halten,
ist als Zusatzeinrichtung eine stetige Temperaturregelung, bestehend aus Temperatursensor
(11), Temperaturregler (12) und Stromrichter (13) vorgesehen,
wobei letzterer auf die elektrische Versorgungsleistung der Heizpatronen (10)
einwirkt. Zur Verbesserung des Wirkungsgrades der Heizeinrichtung ist die Unterseite
des Torusmantels (2) mit einer Wärmedämmung (14) versehen.
Die kalte Verbindungsstelle (4) wird durch eine Siedekühlvorrichtung
(6) auf niedriger Temperatur gehalten, da die Siedekühlung hier am vorteilhaftesten
und mit geringem Aufwand konstante Temperaturverhältnisse ermöglicht. Dazu ist die
Oberseite des Torusmantels (2) mit vielen Kühlrrippen (15) und
einem Behälter (16) versehen, in dem eine Flüssigkeit (17) mit
niedrigem Siedepunkt, z.B. Wasser siedet. Der entstehende Wasserdampf wird in einem
Luftkühler (18) kondensiert und wieder dem Siedebehälter (16)
rückgeführt. Aus Übersichtsgründen nicht dargestellt sind Regeleinrichtungen für
Füllstand, Druck und die Verlustwasserzuführung für diese Siedekühlvorrichtung (6).
Um für den vorteilhaften Einschluss des Plasmas in Kernfusionsreaktoren
das ringförmige Magnetfeld entsprechend auszugestalten, können zur Veränderung von
Betrag und Richtung der thermoelektrischen Ströme (7) bzw. deren Stromdichte
– die äusseren Konturen des Kernzylinders (1) und/oder des Torusmantels
variiert werden.
- – die Wandstärke des Torusmantels (2) unterschiedlich bemessen
sein.
- – der Torusmantel (2) mit Schlitzen versehen werden, die mit
Luft oder Isolierstoff gefüllt sind.
Ferner zeigt 3, dass das ringförmige
Magnetfeld (9) auch durch Nebenschlusswindungen (19) in Betrag
und Richtung manipuliert werden kann. In 3 sind aus
Übersichtsgünden Heiz- und Kühlvorrichtungen weggelassen worden.
In 4 ist ein Ausschnitt des Torusmantels
(2) mit einer Revisionsöffnung dargestellt. Über diese Revisionsöffnung
ist die Ringkammer (8) ausserhalb des Fusionsprozesses zugänglich.
Hierzu ist in dem Torusmantel (2) eine Öffnung eingelassen,
deren Seitenkontur konisch geschliffen ist, so dass passgenau ein kegeistumpfförmiger
Verschlussdeckel (21) in die Öffnung passt. Dieser Verschlussdeckel (21)
besteht aus dem gleichen Werkstoff wie der betreffende Torusmantel (2).
Ähnlich wie bei einer Widerstandsstöpseldekade ergibt sich hierbei durch die Keilwirkung
des Konus ein sehr niedriger Übergangswiderstand zwischen Torusmantel (2)
und Verschlussdeckel (21).
5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel
(Höchtsstromausführung), bei dem trotz höherem spezifischen elektrischen Widerstand
eines Thermoschenkelwerkstoffes (z.B.
CuNi) höchste Ströme und Magnetfelder erzielt werden können.
Dies wird dadurch erreicht, daß dieser Thermoschenkel mit dem höheren
elektrischen Widerstand als dünne Schicht (22) zwischen einem inneren Torusmantel
(2b) und einem äußeren Torusmantel (2c) angeordnet wird, so daß
diese dem thermoelektrischen Strom (7) eine extrem große Querschnittsfläche
bietet, hingegen aber die Leiterlänge durch die kurze Schichtdicke gebildet wird.
Im Gegensatz zum Ausführungsbeispiel nach 2 benötigt
diese Höchststromausführung weder Heiz- noch Kühlvorrichtung, da
die innere Hitze in der Ringkammer (8) des Kernfusionsreaktors und das
Temperaturgefälle im Torusnantel genutzt wird. Der thermoelektrische Gegenschenkel
zur Schicht (22) wird durch den Kernzylinder (1), dem inneren
Torusmantel (2b) und dem äußeren Torusmantel (2c) gebildet, wobei
hierbei der Thermoschenkelwerkstoff (z.B. Cu) derjenige mit dem niedrigen spezifischen
elektrischen Widerstand ist. Zwischen inneren Tourusmantel (2b) und äußerem
Torusmantel (2c) liegt die Schicht (22) mit der heissen Verbindungsstelle
(3) und der kalten Verbindungsstelle (4). An der Stoßstelle ist
der innere Torusmantel (2b) von dem äußeren Torusmantel (2c) und
dem Kernzylinder (1) durch den Isolierring (23) isoliert. Zur
Bodenauftsellung dient ein Fußkörper (24) aus Isolierwerkstoff.
[9: Vorteile der Erfindung]
- a) Kernfusionsreaktoren können kompakter realisiert werden, da auf engem Raum
und ohne äussere Stromzuführungen hohe magnetische Feldstärken erzielbar sind.
- b) Einfache Konstruktion durch Wegfall von Stromversorgungseinrichtungen, Kühlanlagen
und Stützgerüst.
- c) Geringere Energiekosten für das Magnetfeld.
- d) Örtlich und zeitlich hochkonstantes Magnetfeld durch Wegfall der Rippel und
des Restbrumms.
- c) Keine Feldbeeinfussung durch Stromzuführungen van aussen.
- d) Die Masshaltigkeit der Toruskonturen ist leichter herzustellen als die Anordnung
mit Einzelspulen.
- e) Das Magnetfeld kann leichter manipuliert werden.
- f) Mit kleiner Leistung kann ein stationäres Magnetfeld erzeugt werden. (Wegfall
der Schwungradgeneratoren.)
- g) Bei der Höchststromausführung steigen theromelektrische Ströme und Magnetfeldstärken
mit Zunahme der Temperatur in der Ringkammer.
1
- Kernzylinder
1a
- Schaltplansymbol für den Kernzylinder
2
- Torusmantel
2a
- Schaltplansymbol für den Torusmantel
2b
- Innerer Torusmantel
2c
- Äußerer Torusmantel
3
- Heisse Verbindungsstelle
4
- Kalte Verbindungsstelle
5
- Heizeinrichtung
6
- Siedekühlvorrichtung
7
- Thermoelektrischer Strom
8
- Ringkammer
9
- Magnetfeld
10
- Elektrische Heizpatronen
11
- Temperatursensor
12
- Temperaturregler
13
- Stromrichter
14
- Wärmedämmung
15
- Kühlrippen
16
- Behälter
17
- Flüssigkeit
18
- Luftkühler/Kondensator
19
- Nebenschlusswindung
20
- Revisionsöffnung
21
- Verschlussdeckel
22
- Schicht
23
- Isolierring
24
- Fußkörper