Die Erfindung betrifft ein Herstellungsverfahren für ein absorbierendes
Faserprodukt, bei dem ein Ausgangs-Faserprodukt bereitgestellt wird, mit Fasern,
die statistisch zum einen mit einem Abstand beabstandet voneinander vorliegen und
die sich zum anderen in Berührungspunkten berühren. Die Erfindung betrifft auch
ein nach dem Herstellungsverfahren hergestelltes absorbierendes Faserprodukt.
Faserprodukte wie Hygieneprodukte oder sogenannten Non-Wovens, wie
zum Beispiel Papier für Küchenrollen, Toilettenpapier und Tissues etc., zeichnen
sich durch ihre hohe Absorptionsfähigkeit aus. Die Absorptionsfähigkeit eines Faserproduktes
bestimmt dessen Qualität und Wert. Ganz überwiegend eingesetzte Faserarten sind
z.B. Fasern aus Holzzellstoffen.
Die Absorptionsfähigkeit eines Faserproduktes wird dabei im wesentlichen
durch das freie Volumen in einem solchen Faserprodukt bestimmt. Dabei kommt es hauptsächlich
auf die Anordnung der Fasern zueinander an, die statistisch zum einen mit einem
Abstand voneinander beabstandet vorliegen und sich zum anderen in Berührungspunkten
berühren. Die Zwischenräume zwischen den Fasern können zur Aufnahme von Flüssigkeiten
aller Art dienen. Daneben spielt auch die Aufnahmefähigeit der Faser selbst eine
Rolle.
Zur Herstellung von absorbierenden Faserprodukten bekannte Verfahren
begnügen sich mit der Herstellung eines Faserproduktes, dessen Absorptionsvermögen
durch die genannte Anordnung der Fasern sowie durch die Eigenschaft der Fasern selbst
im Herstellungsprozeß bestimmt ist. Hinsichtlich Faserprodukte sind bislang keinerlei
Maßnahmen bekannt, die außerdem die Absorptionsfähigeit solcher Faserprodukte erhöhen
könnten und dabei auf die spezifischen Eigenschaften von Faserprodukten Rücksicht
nehmen.
Ganz allgemein ist aus der DE
196 39 491 C2 bekannt, die Oberfläche von Partikeln, wie Granulate oder
Pulver, z.B. Betonstücke, dadurch zu vergrößern, daß die zumindest in begrenztem
Umfang Flüssigkeiten absorbierenden Partikel einer Flüssigkeit oder einer diese
enthaltenden feuchten Atmosphäre ausgesetzt werden, bis die Flüssigkeit zumindest
in die oberflächennahen Bereiche der Partikel, vorzugsweise bis zum Kern derselben,
penetriert ist. Danach werden die flüssigkeitshaltenden Partikel mit Mikrowellen
bis zum schlagartigen Verdampfen der penetrierten Flüssigkeit und Aufsprengen der
Struktur der Partikel bestrahlt. Dieses Verfahren findet Anwendung auf weitgehend
harte Partikelstrukturen und erhält als Ergebnis zersprengte Partikel, da die Flüssigkeit
innerhalb der Partikel verdampft wird.
Im Unterschied zu lose aneinander liegenden Partikeln ist ein Faserprodukt
jedoch aus einem Konglomerat von Fasern gebildet, die aufgrund ihrer Beschaffenheit
zusammenhängend und das Konglomerat, z.B. als Papier, zusammenhalten. Die Fasern
liegen statistisch, zum einen mit einem Abstand beabstandet voneinander vor und
berühren sich zum anderen in Berührungspunkten.
Eine Umsetzung des genannten Verfahrens bei Faserprodukten obiger
Art würde das Faserprodukt unbrauchbar machen und hätte zumindest ganz fatale Nachteile,
da die Faserstruktur und das Konglomerat unkontrolliert zerstört bzw, zersprengt
würde. Desweiteren würde die intensive Strahlung die im Faserprodukt verwendete
Faser selbst thermisch angreifen und zu einer thermischen Schädigung des Fasermaterials
führen, was nur vordergründig zu einer Erhöhung einer Flüssigkeitsaufnahme zu führen
scheint. Durch die nachhaltige Schädigung der Faser würde aber das Faserprodukt
rau werden, und in nassem Zustand leicht zerfallen, was das Faserprodukt weniger
aufnahmefähig und praktisch unbrauchbar macht. Bislang sind keine Herstellungsverfahren
bekannt, bei denen versucht wird, die Absorptionsfähigkeit von Faserprodukten nach
ihrer Herstellung als solche vorteilhaft zu beeinflussen. Wünschenswert wäre ein
Herstellungsverfahren, das eine ungewollte thermische Schädigung des Fasermaterials
weitgehend vermeidet und dennoch in der Lage ist, die Flüssigkeitsaufnahme eines
absorbierenden Faserproduktes erheblich zu verbessern.
An dieser Stelle setzt die Erfindung an, deren Aufgabe es ist, ein
Herstellungsverfahren für ein absorbierendes Faserprodukt anzugeben, bei dem eine
Absorptionsfähigkeit des absorbierenden Faserproduktes im Vergleich zu der Ausgangs-Absorptionsfähigkeit
des Ausgangs-Faserprodukt verbessert ist.
Weiter ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein nach dem Herstellungsverfahren
hergestelltes absorbierendes Faserprodukt anzugeben.
Betreffend das Herstellungsverfahren wird die Aufgabe durch die Erfindung
gemäß dem Herstellungsverfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei dem erfindungsgemäß
- – das Ausgangs-Faserprodukt mit einem fluiden Medium derart behandelt
wird, daß die Fasern wenigstens teilweise benetzt werden, und
- – das fluide Medium unter Einfluß von Strahlung zwischen den Fasern derart
schlagartig verdampft wird, daß ein durch das verdampfende fluide Medium erzeugter
Verdampfungsdruck auf die Fasern eine kinematische Wirkung hat, die den Abstand
zwischen den Fasern erhöht.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, daß eine Ausgangs-Absorptionsfähigkeit
eines Ausgangs-Faserproduktes im Rahmen eines üblichen Herstellungsprozesses durch
die üblichen mechanischen Einflüsse auf das Ausgangs-Faserprodukt im Rahmen des
üblichen Herstellungsprozesses begrenzt ist. Die Erfindung hat erkannt, daß sich
diese Ausgangs-Absorptionsfähigkeit ganz hauptsächlich durch den statistischen Abstand
der Fasern zueinander in dem Ausgangs-Faserprodukt bestimmt. Die
Überlegungen der Erfindung führen dazu, daß durch eine Erhöhung des Abstandes der
Fasern zueinander auch die Ausgangs-Absorptionsfähigkeit erheblich verbessert wird.
Dazu wird die Faser oberflächlich durch das fluide Medium benetzt. Eine schädigende
thermische Einwirkung der Strahung auf die Faser selbst wird vermieden, was erhebliche
Nachteile hinsichtlich der Festigkeit des Ausgangs-Faserproduktes mit sich gebracht
hätte. Dem gegenüber hat die Erfindung erkannt, daß unter Einsatz eines fluiden
Mediums auf der Oberfläche der Faser und massiver Strallung ein jedenfalls ungewollter
Einfluß auf die Faser selbst weitgehend vermieden wird. Das Konzept der Erfindung
sieht deshalb vor, daß nach wenigstens teilweiser Benetzung der Fasern die Strahlung
ganz überwiegend auf das fluide Medium wirkt und zwar indem die Strahlung das fluide
Medium schlagartig verdampft. Gemäß dem Konzept der Erfindung führt dies bei einer
ausreichend schnellen Verdampfung des fluiden Mediums zu einem auf die Fasern wirkenden
derart starken Verdampfungsdruck, oder auch Partialdruck, daß dies eine kinematische
Wirkung auf die Fasern hat. Hauptwirkung ist dabei, daß der Abstand zwischen den
Fasen erhöht wird. Das heißt, der im eigentlich statistische Abstand zwischen den
einzelnen Fasern wird im Mittel erhöht.
Mit anderen Worten, gemäß dem Konzept der Erfindung wirkt das fluide
Medium bei seiner Verdampfung aufweitend auf die Ansammlung von Fasern im Faserprodukt.
Dies führt sozusagen zu einer Oberflächenvergößerung des Faserproduktes auf mikroskopischer
Skala, indem der statistische Abstand zwischen den Fasern im Mittel erhöht wird.
Das fluide Medium benetzt also zunächst die Fasern oberflächlich, wobei ein unkontrolliertes
Eindringen durch Diffusion des fluiden Mediums in die Faser als solche vermieden
wird. Eine ungewollte Beeinflußung der Faser selbst wird also gänzlich vermieden.
Die ganz wesentliche Wirkung des vorgeschlagenen Konzepts beruht also
darauf, daß das fluide Medium zwischen die Fasern eingebracht und in den Zwischenräumen
zwischen den Fasern verdampft wird. Dementsprechend wirken die Kräfte des Verdampfungsdrucks
ganz wesentlich zwischen den Fasern und erhöhen dadurch den Abstand zwischen den
Fasern relativ zueinander. In einer ersten weiterbildenden Variante der Erfindung
kann die Faser ausschließlich oberflächlich benetzt werden und auch ein oberflächennahes
Penetrieren des fluiden Mediums in die Faser vermieden werden. Zusätzlich kann in
einer zweiten weiterbildenden Variante der Erfindung eine Beeinflußung der Faser
selbst allenfalls im Rahmen einer kontrolliert gesteuerten Maßnahme erfolgen, bei
der eine Diffusion des fluiden Mediums in die Faser kontrolliert gesteuert wird
und je nach Anwendung begrenzt zugelassen wird. Beide Varianten lassen sich unter
Nutzung geeigneter fluider Medien, mit geeigneten Oberflächenspannungen und/oder
Flüchtigkeiten und/oder Viskositäten und/oder Diffusionszeiten bei Benetzung einer
bestimmten Faser, je nach Bedarf realisieren und sind weiter unten im Einzelnen
beschrieben.
Das vorgeschlagene Konzept hat erhebliche Vorteile bei der Herstellung
des Faserproduktes selbst. Die herkömmliche Herstellung kann erheblich vereinfacht
werden, zunächst ohne Rücksicht auf die Struktur des Faserproduktes, da eme oben
beschriebene Aufweitung des Faserproduktes im Rahmen des vorgeschlagenen Herstellungsverfahrens
nachträglich erfolgt. Des weiteren bestehen erhebliche Vorteile hinsichtlich des
Faserproduktes selbst, welche insbesondere bei Hygienefaserprodukten wie Küchenrollen-Papier,
Toilettenpapier oder Tissues zum Tragen kommen. So wird bei gleicher Flüssigkeitsaufnahme
des Faserproduktes nach dem vorgeschlagenen Herstellungsverfahren weniger Fasermaterial
benötigt als bei herkömmlichen Faserprodukten, was ein ökologischer und ökonomischer
Vorteil ist. Des weiteren hat das Faserprodukt gemäß dem vorgeschlagenen Herstellungsverfahren
im Vergleich zu herkömmlichen Faserprodukten eine weichere, da aufgelockerte Oberfläche.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen und geben im einzelnen vorteilhafte Möglichkeiten an, das fluide Medium
in das Ausgangs-Faserprodukt einzubringen, und/oder den Verdampfungsprozeß effektiver
zu gestalten. Des weiteren wird das Herstellungsverfahren weitergebildet.
Hinsichtlich der Behandlung des Ausgangs-Faserproduktes mit dem fluiden
Medium erweist es sich als besonders vorteilhaft, daß das Ausgangs-Faserprodukt
mit dem fluiden Medium in Form von Dampf bedampft und/oder durchdampft wird. Das
heißt zum Teil kann es ausreichend sein, das Ausgangs-Faserprodukt lediglich zu
bedampfen, dadurch kann je nach Anwendung bereits eine teilweise Benetzung der Oberfläche
der Faser erreicht werden. Soweit es der Bedarf erfordert, ist es auch angebracht,
das Ausgangs-Faserprodukt intensiv zu durchdampfen.
Zusätzlich oder alternativ kann das Ausgangs-Faserprodukt mit dem
fluiden Medium in Form einer Emulsion benetzt und/oder durchnetzt werden.
Je nach Bedarf erweist es sich in beiden vorerwähnten Fällen als besonders
vorteilhaft, wenn die Fasern homogen mit dem fluiden Medium benetzt werden. Insbesondere
dazu ist es angebracht, das Ausgangs-Faserprodukt intensiv zu durchdampfen oder
zu durchnetzen.
Es hat sich gezeigt, daß bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung die kinematische Wirkung auf die Fasern im Faserprodukt zu einer Verdichtung
der Fasern an den Berührungspunkten führt. Dieser Effekt stellt sich dann ein, wenn
durch die sich voneinander weg bewegenden Fasern der Abstand zwischen den Fasern
erhöht wird und als Folge davon bei den statistisch vorhandenen Berührungs- und/oder
Knotenpunkten eine Verdichtung erfolgt. Die Verdichtung an den
Berührungs- und/oder Knotenpunkten sorgt für eine geringere Oberfläche im Verhältnis
zum Volumen. Folglich wird bei einer zu absorbierenden Flüssigkeit an diesen Stellen
die Flüssigkeit weniger schnell aufgenommen als an anderen Stellen. Dieser Effekt
wirkt sich positiv auf die Naßreißfestigkeit des gemäß dem vorgeschlagenen Herstellungsverfahren
behandelten Ausgangs-Faserproduktes aus.
Hinsichtlich der schlagartigen Verdampfung des fluiden Mediums im
darauffolgenden Verfahrensschritt erweist es sich als besonders vorteilhaft, wenn
das fluide Medium unter Einfluß von Mikrowellenstrahlung schlagartig verdampft wird.
Vorzugsweise werden die Fasern, um die Leistungsdichte möglichst hoch zu gestalten,
innerhalb einer kurzen Expositionszeit mit Mikrowellenstrahlung im eher hochenergetischen
Bereich mit hoher Leistungsdichte bestrahlt. So ist es besonders zweckmäßig, Mikrowellenstrahlung
einer Wellenlänge zwischen 1000 nm und 1000 &mgr;m zu wählen, wobei eine Mikrowellenstrahlung
höherer Energie, also kürzerer Wellenlänge, zu bevorzugen ist. In jedem Fall ist
es zweckmäßig für die Mikrowellenstrahlung eine Wellenlänge zu wählen, die von den
Fasern schlechter absorbiert wird als von dem fluiden Medium. Auf diese Weise werden
jedenfalls ungewollte thermische Schädigungen bei einer Faser des Ausgangs-Faserproduktes
ausgeschlossen, da die Strahlung praktisch nur auf das fluide Medium wirkt. Die
Strahlung wirkt bei dem vorgeschlagenenen Konzept also nicht direkt auf die Faser
selbst, sondern lediglich mdirekt über die kinematische Wirkung des mit hohem Verdampfungsdruck
verdampfenden fluiden Mediums.
Die Expositionszeit bei der Bestrahlung sollte möglichst gering sein.
Im industriellen Maßstab reicht eine Expositionszeit zwischen 1 &mgr;s und 1000
ms. Dabei wird zunächst von einer kontinuierlichen Mikrowellenstrahlung ausgegangen.
Als besonders vorteilhaft erweist sich vor allem auch eine gepulste Mikrowellenstrahlung,
deren Pulslängen auch im Bereich von ns oder darunter liegen kann. Insbesondere
lassen sich mit einer gepulsten Mikrowellenstrahlung besonders hohe Leistungsdichten
erreichen. Es hat sich gezeigt, daß Leistungsdichten, ob nun bei gepulster oder
kontinuierlicher Mikrowellenstrahlung oder sonstiger Strahlung, zwischen 103W/mm2
und 106 Watt/mm2 vorteilhaft zur Erreichung des obengenannten
kinematischen Effektes bei einem Ausgangs-Faserprodukt geeignet sind. Diese Leistungsdichten
liegen um Größenordungen über denen herkömmlicher Mikrowellenquellen, welche letztere
zwischen 10 und 100 Watt/mm2 liegen. Der Größenordnungsunterschied führt
praktisch zu einer explosionsartigen Verdampfung des fluiden Mediums innerhalb dem
Ausgangs-Faserprodukt, was zu der erwähnten kinemtischen Wirkung auf die Fasern
führt. Eine derart hohe Leistungsdichte läßt sich vor allem durch eine leistungsstarke
Strahlungsquelle und durch eine entsprechend starke Fokussierung der Strahlung erreichen.
Diese Prinzipien gelten grundsätzlich für jede Art der eingesetzten Strahlung. Mikrowellenstrahlung
eignet sich besonders, da dabei die Absorption in dem zweckmäßigerweise wässrigen
oder dampfförmigen fluiden Medium hoch ist, während sie bei üblichen Fasern im Vergleich
um Größenordnungen geringer ist.
Eine besonders bevorzugte Weiterbildung des vorgeschlagenen Herstellungsverfahrens
sieht in einem weiteren Verfahrensschritt vor, daß die Zeitspanne zwischen der Benetzung
der Fasern, durch Behandlung des Ausgangs-Faserproduktes, mit dem fluiden Medium
einerseits und der schlagartigen Verdampfung des fluiden Mediums, unter Einfluß
der Strahlung, andererseits, gezielt eingestellt wird. Dadurch wird das Ausmaß einer
Diffusion des fluiden Mediums zwischen und/oder, wenn erwünscht, in die Fasern hinein
gesteuert. Je nach Art der Bedampfung und der Art des Bedampfungsmediums kann nämlich
gemäß dieser Weiterbildung, zusätzlich zur kinematischen Wirkung zwischen den Fasern,
eine gezielte Beeinflussung der Faserstruktur erreicht werden, ohne daß diese Faser
ungewollt thermisch geschädigt oder zerstört wird. Im Unterschied zu bekannten Verfahren,
die ein Zersprengen von Partikeln vorsehen wird außderdem bei der hier vorgeschlagenen
Weiterbildung, je nachdem welche Oberflächenenergie das fluide Medium/Bedampfungsmedium
aufweist, dasselbe dazu neigen, sich ausschließlich auf der Faser anzulagern, diese
also nur oberflächlich zu benetzen, ohne sie zu pentrieren. Wenn erwünscht kann
dem fluiden Medium auch erlaubt werden in die Fasern hineinzudifundieren. Da dieser
Prozeß durch bekannte Zeitskalen bestimmt ist, läßt sich gezielt einstellen, wie
groß ein Anteil der Menge des fluiden (Bedampfung-) Mediums ist, der sich auf der
Faser bzw. in der Faser befindet. Somit läßt sich über die genannte Zeitspanne sicherstellen,
daß die Fasern ausschließlich auf ihrer Oberfläche benetzt werden, sich das fluide
Medium also nur auf der Oberfläche der Faser anlagert und die Zwischenräume zwischen
den Fasern füllt. Wenn erwünscht kann eine längere Zeitspanne so gewählt werden,
daß ein mehr oder weniger großer Anteil des fluiden Mediums in die Faser eingedringt,
so daß bei einer anschließenden schlagartigen Verdampfung des fluiden Mediums eine
Faser in kontrollierter und gezielter Weise in ihrer Struktur beeinflußt wird. Der
über die Verdampfung des fluiden Mediums erzeugte Verdampfungsdruck kann somit in
der Faser Risse erzeugen. Solche Risse stehen dann als Veränderungen in der Faserstruktur
in dem Faserprodukt für eine zusätzliche Feuchtigkeits- oder Flüssigkeitsaufnahme
zur Verfügung. Die Zeitspanne wird allerdings auch derart kontrolliert gering gehalten,
daß ein Zersprengen oder ein komplettes Zerstören der Faser in jedem Fall vermieden
wird. Bei dieser Art der Weiterbildung des vorgeschlagenen Herstellungsverfahrens
werden desweiteren die Nachteile einer thermischen Beeinflussung der Faserstruktur
vermieden.
Für eine Stabilisierung der Faserstruktur läßt sich insbesondere in
den Fall, daß gemäß der oben erwähnten Weiterbildung des Verfahrens ein zusätzlicher
Eingriff in die Faserstruktur vorgenommen wird, noch in einem weiteren Verfahrensschritt,
nach der Verdampfung des fluiden Mediums, das Ausgangs-Faserprodukt mit einem fluiden
Fixiermedium behandeln. Dieses Fixiermedium kann gleichermaßen durch Be-/Durchnetzen
oder Be-/Durchdampfen in die aufgelockerte Faserstruktur eingebracht werden, was
dann zur Stabilisierung und Fixierung der aufgelockerten Struktur führt.
Die Erfindung führt hinsichtlich der Aufgabe betreffend das absorbierende
Faserprodukt auf ein Hygienefaserprodukt, insbesondere eines aus der Gruppe bestehend
aus Küchenrollen-Papier, Toilettenpapier, Tissue.
Zusammenfassend wird ein Herstellungsverfahren für ein absorbierendes
Faserprodukt vorgeschlagen, bei dem ein Ausgangs-Faserprodukt mit Fasern bereitgestellt
wird, die statistisch zum einen mit einem Abstand beabstandet voneinander vorliegen
und die sich zum anderen in den Berührungspunkten berühren. Dabei wird erfindungsgemäß
das Ausgangsfaserprodukt mit einem fluiden Medium derart behandelt, daß die Fasern
wenigstens teilweise benetzt werden, und das fluide Medium unter Einfluß von Strahlung
derart schlagartig verdampft, daß ein durch das verdampfende fluide Medium erzeugter
Verdampfungsdruck auf die Fasern eine kinematische Wirkung hat, die den Abstand
zwischen den Fasern erhöht. Dabei wird eine ungewollte, insbesondere thermische
Schädigung der Faser ausgeschlossen. Desweiteren wird eine Beeinflussung der Faserstruktur
als solche gänzlich vermieden, oder nur in kontrollierter Weise zugelassen. Dadurch
wird eine unkontrollierte Zerstörung der Faserstruktur und eine nachteilige Beeinflussung
des Faserproduktes selbst, zum Beispiel hinsichtlich der Naßreißfestigkeit vermieden.
Statt dessen führt das vorgeschlagene Konzept zu einer Aufweitung des Faserproduktes
auf mikroskopischer Skala durch Erhöhung des Abstandes zwischen den Fasern. In einer
Weiterbildung kann bei Bedarf auch die Faserstruktur als solche kontrolliert und
gezielt beeinflußt werden, durch Steuerung der Zeitspanne zwischen Benetzung der
Faser und der Verdampfung des fluiden Mediums.