Die Beurteilung von Personen ist z.B. für eine gute und zielführende
Mitarbeiterführung äußerst relevant. In vielen Unternehmen ist es üblich, dass sich
Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitern austauschen, ob diese den Erwartungen gerecht
wurden bzw. ob beispielsweise weiterer Schulungsbedarf für einen bestimmten Bereich
besteht.
Auch ist es im. Rahmen einer Ausbildung oder im Rahmen eines so genannten
Coachings notwendig, die zu trainierende oder auszubildende Person zu beurteilen
und mit ihr das Ergebnis zu besprechen.
Vielfach ist es üblich, dass beide Personen, also die beurteilende
und die zu beurteilende Person, vor einem Beurteilungsgespräch zunächst jeweils
getrennt Bewertungen bezüglich bestimmter Eigenschaften durchführen. Dies erfolgt
beispielsweise anhand eines Fragenkataloges, der eine Vielzahl an Fragen enthält,
die jeweils beispielsweise in Form von Punkten beantwortet werden müssen. So werden
z.B. abgefragt, ob die zu beurteilende Person einsatzfreudig, sorgfältig, pünktlich,
zielorientiert usw. Von beiden Personen werden jeweils Noten zwischen 1 und 6 vergeben,
die dann in dem anschließenden Gespräch miteinander verglichen werden. Ziel einer
solchen Gesprächsvorbereitung soll sein, dass das Gespräch strukturiert und zielorientiert
durchgeführt werden kann.
Entsprechende Beurteilungsgespräche bzw. Gesprächsvorbereitungen werden
auch durchgeführt, wenn beispielsweise Gesprächsführungs- oder Verkaufsqualitäten
einer bestimmten Person beurteilt werden sollen. Ein Coach beobachtet dabei ein
Gespräch mit einem Dritten, anschließend erfolgt ein Beurteilungsgespräch mit der
auszubildenden Person.
Grundsätzlich ist ein solches Vorgehen, also die Vorbereitung von
Beurteilungsgesprächen anhand von Fragebögen, sinnvoll und führt zu strukturierten
und verbesserten Beurteilungsgesprächen. Allerdings hat sich gezeigt, dass aufgrund
der Verwendung getrennter Fragebögen die Gespräche oftmals abschweifen bzw. Unterschiede
in den Auffassungen oder Meinungen der Personen nicht unmittelbar deutlich werden.
Auch fällt ein Vergleich mit bereits geführten früheren Gesprächen nicht leicht.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung
zu schaffen, die eine Vorbereitung und Durchführung von Beurteilungsgesprächen erleichtert
bzw. verbessert. Die Vorrichtung soll helfen, dass Beurteilungsgespräch zielführend
und strukturiert durchführen zu können. Auch soll es möglich sein, mit Hilfe der
Vorrichtung Entwicklungen von Personen über einen längeren Zeitraum, in dem diese
Person mehrmals beurteilt wird, zu dokumentieren und zu beurteilen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung zur
Vorbereitung und Durchführung von Beurteilungsgesprächen mit
- a) einem ersten beschreibbaren flächigen Bauteil,
- b) einem zweiten beschreibbaren, durchsichtigen flächigen Bauteil,
wobei
– auf den Bauteilen mindestens jeweils ein grafisches Element vorgesehen ist,
anhand dessen ein Benutzer ein Ergebnis einer Beurteilung durch Einzeichnen dokumentieren
kann,
– die Bauteile derart aufeinander anordbar sind, dass der Benutzer durch das
zweite durchsichtige Bauteil hindurch auch das grafisches Element und die eingezeichneten
Beurteilungsergebnisse auf dem ersten Bauteil sehen kann,
– die grafischen Bauteile derart angeordnet sind, dass im aufeinander gelegten
Zustand der beiden flächigen Bauteile die eingezeichneten Bewertungsergebnisse unmittelbar
miteinander vergleichbar sind.
Erfindungsgemäß besteht die Vorrichtung also aus zwei flächigen Bauteilen,
auf denen beispielsweise grafischer Bauteile zu beantwortenden Fragen aufgetragen
sind. Beide Personen bekommen vor dem Beurteilungsgespräch eines der beiden flächigen
Bauteile und tragen auf dieses ihre Ergebnisse zu den jeweiligen Beurteilungsfragen
ein. Beispielsweise können also die abzufragenden Eigenschaften oder Bereiche durch
Stichworte angegeben sein, wobei dann neben diesen Stichworten Linien mit Feldern
für eine Beurteilung von 1 bis 6 angeordnet sind. Werden die beiden flächigen Bauteile
aufeinander gelegt, befinden sich die Linien mit den Beurteilungsfeldern in Deckung,
so dass auf den ersten Blick erkennbar ist, wo Einstimmigkeit gegeben ist und wo
die beiden Personen unterschiedlicher Meinung sind. Entscheidend ist dabei, dass
eines der beiden flächigen Bauteile durchsichtig ist, so dass durch dieses hindurch
auch das andere nicht durchsichtige flächige Bauteil und die darauf eingetragenen
Beurteilungsergebnisse sichtbar sind.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante ist auf den flächigen
Bauteilen ein Spinnendiagramm aufgetragen. Bei diesem erstrecken sich ausgehend
von einem Mittelpunkt Linien in allen Richtungen nach außen, wobei auf den Linien
Beurteilungsfelder beispielsweise von 1 bis 8 aufgetragen sind. Das Beurteilungsfeld
1 ist nahe dem Mittelpunkt angeordnet, wohingegen das Beurteilungsfeld
8 am äußeren Ende der Linie positioniert ist. An den freien Enden der Linien sind
Stichworte aufgetragen, die den Benutzern vermitteln, welche Eigenschaft oder welche
Frage zu beantworten bzw. zu beurteilen ist.
Ein solches Spinnendiagramm hat den Vorteil, dass zum einen eine Vielzahl
von Fragen sinnvoll auf einen Bauteil anzuordnen ist, zum anderen die eingetragenen
Ergebnisse (weist in Form von Kreuzen) miteinander verbindbar sind. Somit ergibt
sich eine um den Mittelpunkt herum verlaufende geschlossene Linie,
die eine Fläche einschließt. Werden nun die beiden flächigen Bauteile aufeinander
gelegt, ergeben sich aufgrund der beiden geschlossenen umlaufenden Linien Flächen,
die unterschiedlich oder gleich sein können. Dies wiederum führt dazu, dass das
Erkennen von unterschiedlichen Ergebnissen deutlich erleichtert wird. Ist beispielsweise
vorgesehen, dass negative Ergebnisse nahe dem Mittelpunkt und maximal positive Ergebnisse
an den freien Enden der Linien eingezeichnet werden, ist es beispielsweise positiv,
wenn die Fläche des Beurteilenden oder Trainers größer ist als die Fläche der zu
beurteilenden Person. Im Idealfall sind die sich durch Verbinden der Beurteilungspunkte
ergebenden Flächen maximal groß und deckungsgleich.
Die beiden flächigen Bauteile können aus allen geeigneten Materialien
hergestellt sein, insbesondere bietet sich an, das zweite durchsichtige flächige
Bauteil aus einem durchsichtigem Papier, z.B. Pergamentpapier, und das erste flächige
Bauteil aus einem nicht durchsichtigem Papier oder einer Pappe herzustellen. Geeignet
sind aber auch wieder abwaschbare Kunststoffe, die mehrmals verwendet werden können.
Auch kann es sinnvoll sein, wenn die eingezeichneten Beurteilungsergebnisse
gerade nicht löschbar oder abwaschbar sind, damit diese zu einem späteren Zeitpunkt
nochmals herangezogen werden können. Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich
nämlich insbesondere auch für eine Beurteilung über einen längeren Zeitraum. Es
werden dann nicht die flächigen Bauteile zweier unterschiedlicher Personen übereinander
gelegt, sondern flächige Bauteile mit Ergebnissen unterschiedlicher Bearbeitungsgespräche.
Die Vorrichtung kann beispielsweise aus kreisförmigen flächigen Bauteilen
gebildet sein, es sind jedoch auch alle anderen Formen denkbar.
Das beschriebene Spinnendiagramm kann eine beliebige Anzahl von Linien
oder Skalen aufweisen, es hat sich aber gezeigt, dass insbesondere 12 Skalen sinnvoll
sind, da sich diese nach Art einer Uhr aufteilen lassen. Dabei sind sieben Beurteilungspunkte
je Skala vorgesehen, wobei dem Mittelpunkt am nächsten der Punkt 1 und
am freien Ende der Skala der Beurteilungspunkt 7 angeordnet ist. Sieben
bedeutet dabei, dass die Erwartungen zu 100 % erfüllt wurden, 1 bedeutet, dass die
Erwartungen gar nicht erfüllt wurden.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nun
folgenden Figurenbeschreibung und aus den Ansprüchen.
Es zeigen:
1: ein schematisch dargestelltes erstes
beschreibbares flächiges Bauteil,
2: ein schematisch dargestelltes zweites
beschreibbares und durchsichtiges flächiges Bauteil,
3: zwei übereinander liegende flächige
Bauteile mit eingezeichneten Ergebnissen.
Wie sich aus den beiden Figuren ergibt, besteht die Vorrichtung aus
einem ersten flächigen Bauteil 10 und einem zweiten durchsichtigen flächigem
Bauteil 12. Auf diesen sind jeweils Spinnendiagramme 14 aufgetragen,
die aus sich von einem Mittelpunkt 16 nach außen erstreckenden Skalen
18 gebildet sind. Auf den Skalen 18 befinden sich Beurteilungspunkte
20, deren Wertigkeit von 1 bis 7 ausgehend vom Mittelpunkt 16
nach außen hin zunimmt. Im Bereich der freien Enden der Skalen 18 sind
stichwortartig die zu beurteilenden Eigenschaften oder Fähigkeiten aufgetragen,
auf die sich die jeweils zugeordnete Skala bezieht.
Nachdem zwei Personen, also beispielsweise ein Coach und eine zu beurteilende
Person jeweils ihr Spinnendiagramm 14 ausgefüllt haben, können die angekreuzten
Beurteilungspunkte 20 vorteilhafterweise innerhalb der jeweiligen Spinnendiagramme
14 miteinander verbunden werden, so dass sich um den Mittelpunkt
16 erstreckende Linien 22 bzw. Flächenbegrenzungen ergeben.
3 zeigt die beiden flächigen Bauteile
10, 12 im aufeinander liegenden-Zustand, wobei die sich unterscheidenden
Flächen jeweils schraffiert dargestellt sind. Es wird deutlich, dass mit Hilfe der
erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Beurteilung visualisiert und damit deutlich erleichtert
wird.