TECHNISCHES GEBIET
Die Neuerung betrifft eine elektrische Heizung zur Erdbodenerwärmung
für Freilandkulturen, insbesondere für Spargelkulturen.
STAND DER TECHNIK
Freilandkulturen, insbesondere Gemüsekulturen und hier speziell Spargelkulturen
gedeihen klimabedingt nur in bestimmten Jahreszeiten. Die Ernte des in Deutschland
angebauten Freilandspargels erfolgt etwa zwischen Ende April und Mitte Juni. Frühe
Spargelernten lassen sich durch bestimmte Maßnahmen wie beispielsweise Abdeckung
der Spargelbalken mit Wärmestrahlung absorbierenden Folien erreichen. Hierbei handelt
es sich um einen externen Wärmeeintrag aus der Atmosphäre, wobei diese Folien den
Wärmeeinfang durch gute die Wärmestrahlung absorbierende Eigenschaften begünstigen
und die durch Abstrahlung bedingte Wärmeabgabe behindern und gleichzeitig ein Verbleiben
der Wärme im Boden in begrenzten Umfang sicherstellen. Ein weiteres Vorziehen der
Spargelernte in die Wintermonate ist durch die vorstehend geschilderten Maßnahmen
nicht möglich, da der zur Verfügung stehende externe Wärmeeintrag für eine hinreichende
Bodenerwärmung nicht ausreicht.
Spargelverzehr in den Wintermonaten und im Frühjahr in Deutschland
erfordert daher regelmäßig den Import von ausländischem Spargel, wobei dessen Qualität
und Geschmack in der Regel nicht an die gewohnte deutsche Qualität heranreicht.
Die Preise, die für deutschen Freilandspargel zu erzielen sind, sind
zu Beginn der Erntezeit am höchsten und sie nehmen bei normalem Witterungsverlauf,
d.h. bei durchgehend warmer Witterung kontinuierlich ab, wobei zum Ende der Erntezeit
das Angebot mengenmäßig abnimmt und die Preise für das geringere Angebot in der
Regel nur deshalb nicht wieder signifikant ansteigen, weil die Spargelqualität deutlich
abnimmt.
Jede Woche, um die die Spargelernte gegenüber dem bislang möglichen
Erntebeginn vorgezogen werden könnte, bedeutete die Erzielung von Preisen auf höchstem
Niveau. Die Möglichkeiten, die es erlauben, die Spargelernte frühestmöglich beginnen
zu lassen, sind vorstehend kurz dargestellt und weitgehend ausgeschöpft. Bodenerwärmungssysteme
mittels Rohrsystemen, die dem Transport eines Wärmeträgermediums wie beispielsweise
Wasser, Luft oder Abgase dienen, sind zu aufwändig und kostenintensiv, sodass deren
Einsatz bislang nicht in Betracht gezogen wurde.
Es ist Aufgabe der Neuerung, eine einfache und kostengünstige Heizung
zur Erdbodenerwärmung für Freilandkulturen, insbesondere für Spargelkulturen, zu
schaffen, mit der der Erntebeginn weit gegenüber dem bisherigen klimabedingten Erntebeginn
vorverlegt werden kann.
ZUSAMMENFASSUNG DER NEUERUNG
Diese Aufgabe wird durch eine elektrische Heizung zur Erdbodenerwärmung
für Freilandkulturen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der vorgeschlagenen elektrischen Heizung gemäß der Neuerung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
Der neuerungsgemäße Grundgedanke besteht darin, in das Erdreich unterhalb
des tiefsten Wurzelbereichs der Kultur Heizelemente einzubetten, die aus einem drahtförmigen
elektrischen Leiter bestehen, die flexibel sind und zweidimensional eine durch die
zu beheizende Kultur determinierte begrenzte Ebene abdecken. Die elektrische Heizung
arbeitet dabei als Wiederstandsheizung und gibt die im elektrischen Leiter freiwerdende
Wärme unmittelbar in das Erdreich ab. Der Vorteil der neuerungsgemäßen Maßnahmen
zur Erdbodenerwärmung besteht insbesondere darin, dass die Freisetzung der im elektrischen
Leiter generierten Wärme sehr leicht steuerbar ist und dass die Wärme in den entscheidenden
Wurzelbereich der Kulturen, dort wo das Wachstum generiert wird, gezielt eingebracht
wird. Die Verlegung des flexiblen drahtförmigen elektrischen Leiters ist relativ
einfach und stellt keinen störenden Eingriff in die Kultur, insbesondere die Spargelkultur,
dar.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform wird die zu beheizende begrenzte
Ebene als langgestreckte Fläche ausgebildet, wobei die Belegung dieser derart geometrisch
ausgestalteten Fläche mit der neuerungsgemäßen elektrischen Heizung sehr einfach
möglich ist. Dadurch ist beispielsweise eine optimale Anpassung dieser elektrischen
Heizung an Spargelkulturen möglich, die bekanntlich in Form von sog. Balken ausgestaltet
sind.
Eine erste Ausführungsform der neuerungsgemäßen elektrischen Heizung
zur Erdbodenerwärmung für Freilandkulturen sieht vor, dass der drahtförmige elektrische
Leiter in einer einzigen meanderförmigen ersten Heizschleife die begrenzte Ebene
abdeckt. Bei dieser ersten Ausführungsform sind dann lediglich zwei elektrische
Anschlüsse erforderlich und die Anordnung des drahtförmigen elektrischen Leiters
weist auf dem Weg zwischen diesen beiden Anschlüssen keinerlei Verzweigungen auf.
Für sehr langgestreckte zu beheizende Flächen ist es von Vorteil,
wenn, wie dies eine zweite Ausführungsform vorsieht, der drahtförmige elektrische
Leiter in meanderförmigen Heizschleifen die begrenzte Ebene abdeckt, wobei die Heizschleifen
jeweils in mehr als einen Abschnitt aufgeteilt sind. Dabei ist es von Vorteil, wie
dies eine weitere Ausgestaltung der Neuerung vorsieht, wenn die einzelnen Abschnitte
der Heizschleifen jeweils parallel an eine Versorgungsleitung angeschlossen sind.
Die einzelnen Bereiche der meanderförmigen Heizschleifen sind gemäß
einer weiteren Ausgestaltung derart ausgeführt, dass der jeweilige drahtförmige
Leiter der zweiten Heizschleifen im Wesentlichen in Richtung der Länge der begrenzten
Ebene verläuft. Eine andere Ausgestaltung gemäß der Neuerung sieht diesbezüglich
vor, dass der jeweilige drahtförmige Leiter der dritten Heizschleifen im Wesentlichen
in Richtung der Breite der begrenzten Ebene verläuf.
Eine äußerst kostengünstige Ausführung des drahtförmigen Leiters ist
dann gegeben, wenn dieser, wie dies vorgeschlagen wird, aus Kupferdraht besteht.
Die Verlegung des drahtförmigen Leiters im zu beheizenden Erdreich
gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung dann besonders einfach,
wenn der drahtförmige Leiter auf einem Träger aufgebracht ist. Dieser Träger wird
entweder als verrottungsresistentes Gewebe oder als verrottungsresistente Folie
ausgeführt. Falls bei der letzten Ausführungsform die Folie wärmeisolierende Eigenschaften
besitzt, ist sichergestellt, dass die über den drahtförmigen Leiter freigesetzte
Wärme im Wesentlichen oberhalb der Folie in das Erdreich eindringt und eine Wärmeabfuhr
in die unterhalb der Folie befindlichen Bodenbereiche verhindert wird.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Ausführungsbeispiele der vorgeschlagenen elektrischen Heizung zur
Erdbodenerwärmung für Freilandkulturen gemäß der Neuerung sind in den Figuren der
Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Es zeigen
1 in schematischer Darstellung eine erste
Ausführungsform der elektrischen Heizung zur Erdbodenerwärmung für Freilandkulturen
gemäß der Neuerung, wobei der drahtförmige elektrische Leiter in einer einzigen
meandertörmigen ersten Heizschleife die begrenzte Ebene abdeckt;
2 in schematischer Darstellung einen
Schnitt durch eine Freilandkultur, im vorliegenden Fall durch einen Spargelbalken,
gemäß einem in 1 mit C–D gekennzeichneten Schnittverlauf;
3 in schematischer Darstellung eine elektrischen
Heizung zur Erdbodenerwärmung für Freilandkulturen in einer zweiten Ausführungsform,
wobei der drahtförmige elektrische Leiter in mehreren meanderförmigen Heizschleifen
die begrenzte Ebene abdeckt und der drahtförmige Leiter im Wesentlichen in Richtung
der Länge der begrenzten Ebene verläuft und
4 in schematischer Darstellung eine elektrische
Heizung zur Erdbodenerwärmung für Freilandkulturen in einer dritten Ausführungsform,
wobei der drahtförmige elektrische Leiter in mehreren meanderförmigen Heizschleifen
die begrenzte Ebene abdeckt und der drahtförmige Leiter im Wesentlichen in Richtung
der Breite der begrenzten Ebene verläuft.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
Die vorgeschlagene Neuerung wird am Beispiel einer Spargelkultur
4 mit mehreren parallel zueinander angeordneten Spargelbalken
4.1 bis 4.n (1) erläutert. Unterhalb
eines Wurzelbereichs W (2) der Spargelbalken
4.1 bis 4.n ist im Erdreich A ein Heizelement in Form eines drahtförmigen
elektrischen Leiters 5 angeordnet. Dieser drahtförmige Leiter
5 wird durch Widerstandsheizung so weit erwärmt, dass die freigesetzte
Wärme das benachbarte Erdreich A und somit den Wurzelbereich W der Spargelkultur
4 in der für das Wachstum erforderlichen Weise erwärmt. Der jeweilige Spargelbalken
4.1 bis 4.n ist als eine begrenzte Ebene E in Form einer langgestreckien
Fläche ausgebildet, deren Breite B sehr viel kleiner als deren Länge L ist (1).
Der drahtförmige elektrische Leiter 5 ist dabei in einer
einzigen meanderförmigen ersten Heizschleife 6 angeordnet, die die begrenzte
Ebene E vollständig abdeckt. Die Enden des drahtförmigen elektrischen Leiters
5 sind mit einem ersten bzw. einem zweiten Anschluss A1, A2 ausgestattet,
die ihrerseits eine Verbindung mit einer ersten bzw. zweiten Anschlussklemme
3.1, 3.2 eines Transformators 3 aufweisen. In gleicher
Weise ist die erste Heizschleife 6 im zweiten Spargelbalken 4.2
mit einer dritten bzw. vierten Anschlussklemme 3.3, 3.4 des Transformators
3 verbunden. Weitere Spargelbalken 4.3 bis 4.n sind in
gleicher Weise jeweils mit einer ersten Heizschleife 6 versehen und jeweils
an den Transformator 3 angeschlossen (Anschlussklemmen 3.5 bis
3.n).
Der Transformator 3 wird primärseitig beispielsweise mit
einer Drehstromspannung 40D/230 V versorgt und verfügt sekundärseitig über eine
Kleinspannung unterhalb 42 V Wechselspannung. Die Strom- und Spannungsversorgung
des Transformators 3 erfolgt Über eine Strom-/Spannungsquelle
2, die beispielsweise ein Hochspannungstrafo sein kann, der von einer überlandgehenden
Hochspannungsleitung über eine Zuleitung 2a versorgt wird. Die Strom-/Spannungsquelle
2 kann aber auch in Form eines Generators ausgeführt sein, der beispielsweise
über ein Kleinwindrad angetrieben wird. Die Strom-/Spannungsguelle 2, der
Transformator 3 und die zugehörigen Verteileinrichtungen und Anschlüsse
A1, A2 sind in einer wetterfesten Stromversorgungseinrichtung 1 zusammengefasst.
Strom und Spannung am elektrischen Leiter 5 werden in Verbindung
mit dessen Widerstand so bemessen, dass eine hinreichende Wärmeentwicklung sichergestellt
ist, ohne dass sich der vorzugsweise als Kupferdraht ausgebildete elektrische Leiter
5 unzulässig stark erwärmt und dabei zerstört wird. Da der elektrische
Leiter 5 flexibel ist, lässt er sich leicht in das Erdreich A in der zweidimensionalen
begrenzten Ebene E ausbringen.
3 zeigt die Ausgestaltung des drahtförmigen
elektrischen Leiters 5 in mehreren meanderförmigen zweiten Heizschleifen
7, wobei diese zweiten Heizschleifen 7 durch die jeweils getrennt
versorgten Abschnitte 7.1 bis 7.n gebildet werden. Dabei sind
die jeweiligen drahtförmigen Leiter 5 der einzelnen Abschnite
7.1 bis 7.n der zweiten Heizschleifen 7 im Wesentlichen
in Richtung der Länge L der begrenzten Ebene E angeordnet und jeweils parallel an
eine Versorgungsleitung 9 angeschlossen.
In einer dritten Ausführungsform (4)
wird die begrenzte Ebene E durch den drahtförmigen elektrischen Leiter
5 in Form mehrerer meanderförmiger dritter Heizschleifen 8 abgedeckt,
wobei die dritten Heizschleifen 8 jeweils in die Abschnitte 8.1
bis 8.n aufgeteilt sind. Jeder dieser einzelnen Abschnitte 8.1
bis 8.n ist wiederum jeweils parallel an eine Versorgungsleitung
9 angeschlossen und der jeweilige drahtförmige Leiter 5 in den
einzelnen Bereichen 8.1 bis 8.n der dritten Heizschleifen
8 verläuft im Wesentlichen in Richtung der Breite B der begrenzten Ebene
E.
Die Ausführungsformen der Neuerung gemäß den 3
und 4 bietet Vorteile bei der Ausbringung
in das Erdreich A, wenn die einzelnen Abschnitte 7.1 bis 7.n bzw.
8.1 bis 8.n auf einem Träger 10 aufgebracht sind (4).
Dieser Träger 10 wird im Erdreich A beispielsweise ausgerollt und die jeweiligen
beiden Enden des meanderförmig auf dem Träger 10 aufgebrachten drahtförmigen
Leiters 5 werden dann mit der Versorgungsleitung 9 verbunden (ersie
Klemmverbindungen A1.1 bis A1.n; zweite Klemmverbindung A2.1 bis A2.n). Dabei kann
der Träger 10 aus einem verrottungsresistenten Gewebe 10a oder
aus einer verrottungsresistenten Folie 14b bestehen.
Falls die Folie 10b, wie dies vorgeschlagen wird, wärmeisolierende
Eigenschaften besitzt, wird ein Abwandern der durch den drahtförmigen Leiter
5 freigesetzten Wärme in das Erdreich A unterhalb des drahtförmigen Leiters
5 weitgehend verhindert, sodass die ausgebrachte Wärme überwiegend in den
darüberliegenden Wurzelbereich W der Kulturen 4 gelangt.
1
- Stromversorgungseinrichtung
2
- Strom-/Spannungsquelle (z.B. Hochspannungstrafo,
- Generator; sekundär 400/23DV⁓)
2a
- Zuleitung
3
- Transformator (sekundär: ≤ 42 V⁓)
3.1
- erste Anschlussklemme
3.2
- zweite Anschlussklemme
3.3
- dritte Anschlussklemme
3.4
- vierte Anschlussklemme
4
- Kultur; Spargelkultur
4.1
- erste Kultur; erster Spargelbalken
4.2
- zweite Kultur; zweiter Spargelbalken
4.i
- I-te Kultur; i-ter Spargelbalken
4.n
- n-te Kultur; n-ter Spargelbalken
5
- Heizelement; drahtförmiger elektrischer Leiter
6
- erste Heizschleife
7
- zweite Heizschleifen
7.1
- erster Abschnitt der zweiten Heizschleifen
7.2
- zweiter Abschnitt der zweiten Heizschleifen
7.i
- i-ter Abschnitt der zweiten Heizschleifen
7.n
- n-ter Abschnitt der zweiten Heizschleifen
8
- dritte Heizschleifen
8.1
- erster Abschnitt der dritten Heizschleifen
8.2
- zweiter Abschnitt der dritten Heizschleifen
8.i
- i-ter Abschnitt der dritten Heizschleifen
8.n
- n-ter Abschnitt der dritten Heizschleifen
9
- Versorgungsleitung
10
- Träger
10a
- Gewebe
10b
- Folie
A
- Erdreich
A1
- erster Anschluss
A1.1
- bis
A1.n
- erste Klemmverbindung
A2
- zweiter Anschluss
A2.1
- bis
A2.n
- zweite Klemmverbindung
B
- Breite
E
- begrenzte Ebene
L
- Länge
W
- Wurzelbereich