Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Buchbindesystem.
Buchbindesysteme werden üblicherweise zur Herstellung von durch einen
Nähvorgang gebundenen Büchern verwendet. Ein Buchbindesystem besteht im Allgemeinen
aus einer Zuführstation, die Stapel von Lagen nacheinander zu einer Nähmaschine
zuführt, die die Lagen miteinander vernäht, um die Bücher zu bilden. Die Nähmaschine
weist eine Arbeitsgeschwindigkeit auf, die niedriger ist als die der Zuführstation;
aus diesem Grund werden bei den Buchbindesystemen sehr häufig mehrere Nähmaschinen
verwendet, die parallel arbeiten. In diesem Fall sind die Nähmaschinen mit der Zuführstation
durch eine Station verbunden, die die Stapel von Lagen zu jeder Nähmaschine verteilt.
Eine bekannte Lösung besteht in der Anordnung einer Sortiermaschine
stromabwärts von der Zuführstation. Die Sortiermaschine bewegt die Stapel von Lagen
transversal zu einer Zuführrichtung derselben, um dadurch die von der Zuführstation
gelieferten Stapel von Lagen auf mehrere parallele Linien aufzuteilen. Die Stapel
von Lagen jeder Linie werden dann auf einem entsprechenden Rollenbett platziert,
das transversal zu der Zuführrichtung angeordnet ist und die Stapel von Lagen zu
der zugeordneten Nähmaschine transportiert.
Ein Nachteil dieser Lösung besteht in der Tatsache, dass die vorstehend
beschriebene Konstruktion nicht in der Lage ist, eine hohe Anzahl von Nähmaschinen
in effizienter Weise zu bedienen; tatsächlich ist es so, dass im Fall von mehr als
drei Nähmaschinen der von der Sortiermaschine ausgeführte Bewegungsvorgang eine
Schieflage der Lagen hervorrufen kann, wodurch sich eine Fehlfunktion des gesamten
Buchbindesystems ergibt. Ferner machen die Rollenbetten jeder Nähmaschine (die transversal
zu der Zuführrichtung der Stapel von Lagen angeordnet sind) diese Konstruktion sehr
aufwendig.
Eine andere bekannte Lösung besteht in der Bildung eines Rings, der
eine kontinuierliche Rotationsbewegung einer Reihe von Förderkästen für die Stapel
von Lagen veranlasst; die Zuführstation und die Nähmaschinen sind in geeigneter
Beabstandung voneinander um den Ring herum angeordnet. Jedes Mal, wenn eine Nähmaschine
einen Stapel von Lagen benötigt, wird ein voller Kasten vor der Nähmaschine gestoppt,
die den Stapel von Lagen von diesem entnimmt. Die Zuführstation belädt die leeren
Kästen direkt, wenn diese in der Nähe davon vorbeilaufen.
Die vorstehend beschriebene Konstruktion ist extrem teuer, so dass
die erforderliche Investition nur dann gerechtfertigt ist, wenn eine hohe Anzahl
(mindestens drei) von Nähmaschinen vorgesehen ist. Ferner benötigt das Buchbindesystem
auch in diesem Fall beträchtliche Resourcen hinsichtlich des Platzbedarfs.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Überwindung
der vorstehend geschilderten Nachteile. Zum Lösen dieser Aufgabe wird ein Buchbindesystem
vorgeschlagen, wie es in Anspruch 1 angegeben ist.
Kurz gesagt schafft die vorliegende Erfindung ein Buchbindesystem
mit einer Zuführstation zum Zuführen von Stapeln von Lagen nacheinander, mindestens
einer Nähmaschine für die Lagen und einer Verteilstation zum Verteilen der Stapel
von Lagen zu jeder Nähmaschine, wobei die Verteilstation eine Fördereinrichtung
vom Reibungs-Typ zum Befördern der Stapel von Lagen von der Zuführstation zu der
mindestens einen Nähmaschine entlang einer offenen Bahn sowie für jede Nähmaschine
eine Stoppeinrichtung zum Stoppen eines Stapels von Lagen in der Nähe der Nähmaschine
sowie eine Einrichtung für das Entnehmen des gestoppten Stapels von Lagen von der
Fördereinrichtung und Zuführen desselben zu der Nähmaschine aufweist.
Ferner schafft die vorliegende Erfindung auch eine Verteilstation
zur Verwendung bei diesem Buchbindesystem sowie ein entsprechendes Verfahren zum
Verteilen der Stapel von Lagen.
Weitere Merkmale und Vorteile des Buchbindesystems gemäß der vorliegenden
Erfindung werden anhand der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
derselben, das lediglich in nicht einschränkender Weise zu verstehen ist, unter
Bezugnahme auf die Begleitzeichnungen verdeutlicht; darin zeigen:
1 ein schematisches Blockdiagramm des
Buchbindesystems, und
2a und 2b
Darstellungen von Details des Buchbindesystems in einer Seitenansicht bzw. einer
Draufsicht.
Unter Bezugnahme insbesondere auf 1 ist
ein System 100 dargestellt, das bei einer Buchbindeanlage zum Herstellen
von gebundenen Büchern verwendet wird. Jedes Buch wird gebildet durch Zusammennähen
einer Reihe von Lagen (in einer vorgegebenen Anzahl); jede Lage besteht aus einem
großen bedruckten Blatt, das einmal oder mehrmals gefaltet ist (um die Seiten des
Buches zu bilden).
Die Lagen werden unter Verwendung einer Serie von Paletten
105 in die Nähe des Buchbindesystems 100 transportiert. Die Lagen
sind in homogenen Sätzen gruppiert, von denen jeder aus Lagen des gleichen Typs
besteht (d. h. die die gleichen Seiten des Buches bilden). Eine oder mehrere Bedienungspersonen
entnehmen die Lagen von den Paletten 105 und platzieren diese auf einer
Sammelmaschine 110. Die Sammelmaschine besteht aus einer Reihe von Kästen,
von denen jeder mit den Lagen eines entsprechenden Typs beladen wird. Die Lagen
werden einzeln nacheinander auf eine Fördereinrichtung (in der Zeichnung nicht dargestellt)
fallen gelassen; die Fördereinrichtung nimmt die Lagen in Blöcken auf, von denen
jeder ein Buch bildet.
Die Blöcke von Lagen werden einem Verbindungskanal
115 zugeführt, der die Blöcke von Lagen zu einer Stapelmaschine
125 befördert. Die Stapelmaschine 125 nimmt mehrere Blöcke von
Lagen (z. B. einige Zehn) und platziert diese eine auf den anderen, um dadurch entsprechende
Stapel von Lagen 130 zu bilden. Die Stapel von Lagen 130 werden
nacheinander abgegeben, z. B. mit einer Geschwindigkeit in der Größenordnung von
100 Stapeln von Lagen pro Minute. Wie im Folgenden ausführlich beschrieben
wird, werden die Stapel von Lagen 130 dann zu einer oder mehreren Nähmaschinen
135a, 135b (von denen zwei in der Zeichnung dargestellt sind)
verteilt; typischerweise hat jede Nähmaschine 135a, 135b eine
Arbeitsgeschwindigkeit, die niedriger ist als die der Stapelmaschine 125,
und zwar beispielsweise eine Geschwindigkeit in der Größenordnung von einigen Zehn
Stapeln von Lagen pro Minute.
Ähnliche Betrachtungen gelten, wenn das Buchbindesystem eine andere
Konstruktion aufweist, z. B. wenn die Sammelmaschine 110, der Kanal
115 und die Stapelmaschine 125 durch eine andere äquivalente Zuführstation
ersetzt werden, wenn die Nähmaschinen in einer anderen Anzahl vorhanden sind, wenn
die Stapelmaschine und die Nähmaschinen eine andere Betriebsgeschwindigkeit aufweisen,
und dergleichen.
Bei dem Buchbindesystem 100 ist zusätzlich zu der vorstehend
beschriebenen bekannten Konstruktion ein gerades Rollenbett 140 vom Reibungs-Typ
vorgesehen, auf dem die von der Stapelmaschine 125 zugeführten Stapel von
Lagen 130 platziert werden. Das Rollenbett 140 vom Reibungs-Typ
besteht aus einer Reihe von Rollen 142 vom Reibungs-Typ, die transversal
zu dessen Längsachse angeordnet sind. Jede Rolle ist durch eine Achse gebildet,
auf die eine Reihe von kleinen Hülsen gepasst ist. Die Achse zieht die Hülsen durch
Reibungskraft rotationsmäßig mit, wobei die Hülsen dann die Stapel von Lagen
130 veranlassen, sich in Richtung auf die Nähmaschinen 135a–135b
zu bewegen; ein entlang des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ angeordnetes
Hindernis ist jedoch in der Lage, die Stapel von Lagen 130 zu stoppen (zusammen
mit den Hülsen, die auf den entsprechenden Achsen antriebslos laufen).
Die Stapelmaschine 125 ist in der Nähe eines Beginns des
Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ angeordnet (und zwar entsprechend einer
Bewegungsrichtung der Stapel von Lagen 130), während die Nähmaschinen
135a, 135b entlang des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ
auf dessen Seite platziert sind; insbesondere ist eine letzte Nähmaschine
135b in der Nähe eines Endes des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ
platziert. Das Rollenbett 140 vom Reibungs-Typ ist in zwei Sektoren
140a und 140b unterteilt (wobei jeder beispielsweise eine Länge
von zwei bis fünf Metern aufweist); der Sektor 140a erstreckt sich von
der Stapelmaschine 125 bis zu der Nähmaschine 135a, während sich
der Sektor 140b von der Nähmaschine 135a zu der Nähmaschine
135b erstreckt.
Jeder Sektor 140a, 140b ist mit einer jeweiligen
Stoppeinrichtung (oder Zeitmarkierung) 145a, 145b versehen; die
Stoppeinrichtung 145a, 145b ist zwischen einer Arbeitsposition,
in der sie einen Stapel von Lagen 130 in der Nähe der Nähmaschine
135a, 135b stoppt, sowie einer Ruheposition beweglich, in der
sie die Passage der Stapel von Lagen 130 zulässt. Eine weitere Stoppeinrichtung
150a, 150b wird in ähnlicher Weise verwendet, um die Stapel von
Lagen 130 stromaufwärts von der jeweiligen Nähmaschine 135a,
135b zu stoppen. Im Spezielleren stoppt jede Stoppeinrichtung
150a, 150b einen ersten Stapel von Lagen 130 (der an
der Anschlageinrichtung 150a, 150b anliegt) direkt; ein weiterer
Stapel von Lagen 130 wird durch den ersten Stapel von Lagen 130
gestoppt, usw., um dadurch eine Linie von dicht aneinander angeordneten Stapeln
von Lagen (beispielsweise ca. zehn) zu bilden.
Ein Sensor 155a, 155b detektiert das Vorhandensein
eines Stapels von Lagen 130, der von der jeweiligen Stoppeinrichtung
150a, 150b gestoppt wird; der Sensor 155a,
155b gibt ein diesem Vorhandensein entsprechendes elektrisches Signal ab,
das z. B. bei einem Logikpegel 1 aktiviert wird und bei einem Logikpegel
0 deaktiviert wird. Ein weiterer Sensor 160a, 160b verifiziert,
dass die Stapel von Lagen 130 in der Nähe der Stoppeinrichtung
150a, 150b (wenn sich diese in der Ruheposition befindet) voneinander
getrennt sind; der Sensor 160a, 160b gibt ein entsprechendes Trennungssignal
ab, das ausgegeben wird, wenn kein Vorhandensein von Stapeln von Lagen
130 detektiert wird. Ein Sensor 165a, 165b schließlich,
der in der Nähe eines Beginns des Sektors 140a, 140b angeordnet
ist, verifiziert schließlich das Füllen der Linie der Stapel von Lagen; der Sensor
165a, 165b gibt ein entsprechendes "Voll"-Signal ab, das bestätigt
wird, wenn das Vorhandensein eines Stapels von Lagen 130 für eine vorgegebene
Zeitdauer (beispielsweise fünf Sekunden im Stück) festgestellt wird.
Ein Druckelement 170a, 170b sorgt für die Abgabe
des Stapels von Lagen 130, der von der jeweiligen Stoppeinrichtung
145a, 145b gestoppt worden ist, von dem Rollenbett 140
vom Reibungs-Typ; insbesondere veranlasst das Druckelement 170a,
170b den Stapel von Lagen 130 zur Ausführung einer Bewegung transversal
zu der Längsachse des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ. Der Stapel von
Lagen wird dann in einen Schwenkkasten 175a, 175 befördert, der
seitlich von einer Ladezone bzw. Bestückungszone der jeweiligen Nähmaschine
135a, 135b angeordnet ist.
Der Betrieb des Buchbindesystems 100 wird durch eine programmierbare
logische Steuerung (PLC) 180 gesteuert, die insbesondere die Vorhandenseins-Signale,
die Trennungs-Signale und die Voll-Signale empfängt, die von den Sensoren
155a–155b, den Sensoren 160a–160b
bzw. den Sensoren 165a–165b geliefert werden.
Unter gemeinsamer Bezugnahme auf die 2a
und 2b ist die Konstruktion des Sektors
140a detaillierter dargestellt (ähnliche Betrachtungen gelten auch für
den Sektor 140b). Im Spezielleren besteht die Stoppeinrichtung
145a aus einer Reihe von vertikalen Zapfen 205, die durch einen
pneumatischen Betätiger 210a betätigt werden. Wenn sich die Stoppeinrichtung
145a in der Arbeitsposition befindet, sind die Zapfen 205a über
die Rollen 142 vom Reibungs-Typ angehoben, um dadurch ein Hindernis für
die Stapel von Lagen 130 zu bilden; wenn umgekehrt dazu die Stoppeinrichtung
145a in der Ruheposition ist, sind die Zapfen 205a unter die Rollen
142 vom Reibungs-Typ abgesenkt, so dass sie die Bewegung der Stapel von
Lagen 130 nicht behindern. Gleichermaßen besteht auch die Stoppeinrichtung
150a aus einer Reihe von vertikalen Zapfen 215a, die durch einen
pneumatischen Betätiger 220a betätigt werden (wobei die Zapfen
215a in der Arbeitsposition und in der Ruheposition der Stoppeinrichtung
150a angehoben bzw. abgesenkt sind).
Die Achse jeder Rolle 142 vom Reibungs-Typ ist durch einen
jeweiligen Antriebsriemen 230a mit einer einzigen Antriebswelle
235a gekoppelt, die durch einen entsprechenden Elektromotor angetrieben
wird. Die Antriebswelle 235a weist einen nicht konstanten Querschnitt auf,
und zwar mit einem Durchmesser, der in der Nähe der Stoppeinrichtung 150a
größer ist. Auf diese Weise drehen sich die Rollen 142 des Reibungs-Typs,
auf denen der durch die Stoppeinrichtung 150a direkt gestoppte erste Stapel
von Lagen 130 platziert wird, mit einer höheren Geschwindigkeit als die
der anderen Rollen 142 vom Reibungs-Typ. Wenn die Stoppeinrichtung
150a abgesenkt wird, wird der erste Stapel von Lagen 130 somit
veranlasst, sich mit einer höheren Geschwindigkeit als die nachfolgenden Stapel
von Lagen 130 voran zu bewegen, so dass dieser Stapel von den nachfolgenden
Stapeln getrennt wird.
Das Druckelement 170a besteht aus einem Schieber
245a, der zur Ausführung einer Gleitbewegung entlang einer Führung
250a veranlasst wird (und zwar durch einen Riemen, der mit einem Elektromotor
gekoppelt ist, wobei dies in der Zeichnung nicht dargestellt ist). Der Schwenkkasten
175a wird durch einen pneumatischen Betätiger 255a betätigt; insbesondere
führt der Schwenkkasten 175a eine Rotationsbewegung zwischen einer abgesenkten
Position, in der er auf der Seite der Rollen 142 vom Reibungs-Typ angeordnet
ist (um einen von dem Schieber 245a mit Druck beaufschlagten Stapel von
Lagen 130a aufzunehmen) und einer angehobenen Position aus, in der er auf
der Seite eines Bestückungs-Reservoirs 260a der Nähmaschine platziert ist.
Die Nähmaschine ist ferner mit einer Zangeneinrichtung 265a versehen, die
dazu veranlasst wird, entlang einer Führung 270a eine Gleitbewegung auszuführen
(und zwar durch einen Riemen, der mit einem Elektromotor gekoppelt ist, wobei dies
in der Zeichnung nicht dargestellt ist); die Zangeneinrichtung 265a greift
den in dem Schwenkkasten 175a befindlichen Stapel von Lagen 130
und platziert diesen in dem Bestückungs-Reservoir 260a.
Wenn bei Betrachtung aller Zeichnungsfiguren gemeinsam das Buchbindesystem
100 in Betrieb ist, sind die Stoppeinrichtungen 145a,
145b abgesenkt und die Stoppeinrichtungen 150a, 150b
angehoben. Die PLC 180 steuert die Stoppeinrichtungen 150a,
150b derart, dass die jeder Nähmaschine 135a, 135b zugeordneten
Linien bzw. Reihen der Stapel von Lagen 130 abwechselnd zugeführt werden
(beispielsweise in einem Ringverfahren), so dass die Stapel von Lagen im Wesentlichen
in gleichmäßiger Weise auf die verschiedenen Nähmaschinen 135a,
135b verteilt werden.
Im Spezielleren werden bei jeder gewünschten Zufuhr der Linie der
Stapel von Lagen 130 zu einer Nähmaschine (beispielsweise der Nähmaschine
135b) die der vorangehenden Nähmaschine zugeordneten Stoppeinrichtungen
(im vorliegenden Beispiel die Stoppeinrichtung 150a) abgesenkt, so dass
die Stapel von Lagen der betreffenden Linie voranbewegt werden. Der erste Stapel
von Lagen 130, der direkt an der Stoppeinrichtung 150a anliegt,
bewegt sich mit einer höheren Geschwindigkeit voran als die nachfolgenden Stapel
von Lagen 130, so dass er von diesen beabstandet wird. Sobald der jeweilige
Sensor 160a kein Vorhandensein eines beliebigen Stapels von Lagen
130 detektiert, wird das entsprechende Trennungssignal abgegeben. Als Ergebnis
hiervon wird die Stoppeinrichtung 150a angehoben, um dadurch die nachfolgenden
Stapel von Lagen 130 zu stoppen. Der erste Stapel von Lagen 130
steht dann an der nachfolgenden Linie (die der Nähmaschine 135b zugeordnet
ist) an, während die Stapelmaschine 125 die Linie bzw. Reihe der ersten
Nähmaschine 135a direkt zuführt.
Jedes Mal, wenn die in dem Reservoir einer Nähmaschine (beispielsweise
der Nähmaschine 135a vorhandenen Stapel von Lagen unter ein vorbestimmtes
Niveau absinken, gibt die Nähmaschine 135a ein entsprechendes Anforderungssignal
ab, dass der PLC 180 zugeführt wird. Als Ergebnis hiervon greift die Zangeneinrichtung
265a einen in den Schwenkkasten 175 eingebrachten Stapel von Lagen
(wie dies im Folgenden beschrieben wird); die Zangeneinrichtung führt eine Gleitbewegung
entlang der Führung 270a aus und platziert den Stapel von Lagen
130 in dem Bestückungs-Reservoir 260a. Der Schwenkkasten
175a wird dann abgesenkt, so dass er sich auf der Seite der Rollen
142 vom Reibungs-Typ befindet.
Wenn die jeweilige Linie der Stapel von Lagen 130 nicht leer
ist (Bestätigung des von dem Sensor 155a abgegebenen Signals hinsichtlich
des Vorhandenseins), wird die Stoppeinrichtung 150a abgesenkt und dann
wieder angehoben, um den ersten Stapel von Lagen 130 analog zu dem vorausgehenden
Stapel passieren zu lassen. Gleichzeitig wird die Stoppeinrichtung
145a angehoben, um dadurch den Stapel von Lagen 130 vor dem Druckelement
170a zu stoppen. Der Schieber 245a wird zur Ausführung einer Gleitbewegung
entlang der Führung 250a veranlasst, um dadurch den Stapel von Lagen
130 in Richtung auf den Schwenkkasten 175 zu drücken (unmittelbar
danach wird der Schieber zurückgezogen). Der Schwenkkasten 175a wird dann
wieder angehoben, um bereit für die Erfüllung einer nächsten Anforderung der Nähmaschine
135a zu sein.
Ähnliche Betrachtungen gelten auch, wenn die Stoppeinrichtungen durch
andere, äquivalente Einrichtungen ersetzt werden, wenn die Druckelemente eine andere
Konstruktion aufweisen, wenn die Schwenkkästen durch andere äquivalente Einrichtungen
ersetzt werden, und dergleichen. Allgemeiner betrachtet besitzt das Buchbindesystem
der vorliegenden Erfindung eine Fördereinrichtung vom Reibungs-Typ zum Befördern
der Stapel von Lagen von der Zuführstation zu einer oder mehreren Nähmaschinen entlang
einer offenen Bahn sowie für jede Nähmaschine eine Stoppeinrichtung zum Stoppen
eines Stapels von Lagen in der Nähe der Nähmaschine sowie eine Einrichtung für das
Entnehmen des gestoppten Stapels von Lagen von der Fördereinrichtung und Zuführen
desselben zu der Nähmaschine.
Die Lösung gemäß der vorliegenden Erfindung ist äußerst kostengünstig,
da sie keinerlei Sortiermaschine erforderlich macht und eine sehr einfache Fördereinrichtung
verwendet. Vom Standpunkt der Wirtschaftlichkeit her macht dies sogar die Verwendung
einer einzigen Nähmaschine vorteilhaft.
Das vorstehend beschriebene Buchbindesystem ist besonders flexibel,
da es die Möglichkeit schafft, die Anzahl der Nähmaschinen durch die einfache Hinzufügung
eines neuen Moduls zu einer vorher vorhandenen Konstruktion anwachsen zu lassen.
Durch diese Lösung wird es möglich, zu Beginn ein System mit einer einzigen Nähmaschine
zu erwerben und dieses System dann mit steigenden Produktionsbedürfnissen expandieren
zu lassen.
Die Konstruktion gemäß der vorliegenden Erfindung ist besonders kompakt,
da sie eine einzige Fördereinrichtung mit kleinen Abmessungen verwendet.
Es ist auch darauf hinzuweisen, dass eine Verteilstation (gebildet
durch das Rollenbett vom Reibungs-Typ mit den zugehörigen Stoppeinrichtungen, Drückelementen
und Schwenkkästen) auch einzeln hergestellt und sogar separat von der Zuführstation
und den Nähmaschinen vertrieben werden kann, um bei bereits bestehenden Buchbindesystemen
Verwendung zu finden.
Das vorstehend beschriebene, spezielle Ausführungsbeispiel des Buchbindesystems
bietet weitere Vorteile. Zum Beispiel ist das gerade Rollenbett vom Reibungs-Typ
extrem einfach und kostengünstig. Die Stoppeinrichtungen stromaufwärts von jeder
Nähmaschine und der spezielle Mechanismus, der unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeiten
der Rollen vom Reibungs-Typ erzeugt, erlaubt ein Trennen der Stapel von Lagen in
sehr effizienter Weise. Ferner ermöglichen die Druckelemente und die entsprechenden
Schwenkkästen das Entnehmen der Stapel von Lagen von dem Rollenbett des Reibungs-Typs
in rascher und einfacher Weise, und gleichzeitig ermöglichen sie die Zufuhr der
Stapel von Lagen zu den Nähmaschinen, ohne dass irgendeine Änderung an ihrer Konstruktion
erforderlich ist.
Alternativ hierzu ist das Rollenbett vom Reibungs-Typ entlang einer
anderen offenen Bahn angeordnet, durch ein anderes äquivalentes Element vom Reibungs-Typ
ersetzt, werden die Stapel von Lagen in der Nähe jeder Nähmaschine in einer anderen
Weise gestoppt und werden andere Vorrichtungen zum Entnehmen der Stapel von Lagen
von dem Rollenbett vom Reibungs-Typ sowie zum Zuführen derselben zu den Nähmaschinen,
und dergleichen verwendet.
Vorzugsweise kann jeder Sektor 140a, 140b des Rollenbetts
140 vom Reibungs-Typ unabhängig betrieben werden (durch einen jeweiligen
Elektromotor 240a). Auf diese Weise wird jedes Mal, wenn ein Sektor
140a, 140b voll ist (Abgabe des Voll-Signals durch den Sensor
165a, 165b wird bestätigt) der jeweilige Elektromotor
240a, 240b ausgeschaltet. Dies vermeidet ein Drücken der Stapel
von Lagen gegen die vorangehenden Stapel von Lagen, was zu einer Überlappung oder
einer Schräglage der Lagen führten könnte.
Entsprechende Betrachtungen gelten auch dann, wenn das Rollenbett
vom Reibungs-Typ in einer anderen Weise unterteilt ist, wenn z. B. mehr Sektoren
für jede Nähmaschine verwendet werden, usw.; das Buchbindesystem der vorliegenden
Erfindung ist jedoch selbst mit einem einzigen Rollenbett vom Reibungs-Typ ausführbar,
das einzeln betrieben wird.
Zur Erfüllung lokaler und spezieller Erfordernisse kann natürlich
ein Fachmann bei dem vorstehend beschriebenen Buchbindesystem viele Modifikationen
und Änderungen vornehmen, die jedoch alle im Umfang der Erfindung liegen, wie dieser
durch die nachfolgenden Ansprüche definiert ist.