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Dokumentenidentifikation DE60101501T2 30.09.2004
EP-Veröffentlichungsnummer 0001155873
Titel Buchbindesystem und Verfahren zum Verteilen von Stapeln von Lagen
Anmelder Meccanotecnica S.p.A., Gazzaniga, Bergamo, IT
Erfinder Meratti, Gianattilio, Baska HR, HR
Vertreter Klunker, Schmitt-Nilson, Hirsch, 80797 München
DE-Aktenzeichen 60101501
Vertragsstaaten CH, DE, IT, LI
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.05.2001
EP-Aktenzeichen 012018297
EP-Offenlegungsdatum 21.11.2001
EP date of grant 17.12.2003
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.09.2004
IPC-Hauptklasse B42B 4/00
IPC-Nebenklasse B42C 19/08   B42B 2/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Buchbindesystem.

Buchbindesysteme werden üblicherweise zur Herstellung von durch einen Nähvorgang gebundenen Büchern verwendet. Ein Buchbindesystem besteht im Allgemeinen aus einer Zuführstation, die Stapel von Lagen nacheinander zu einer Nähmaschine zuführt, die die Lagen miteinander vernäht, um die Bücher zu bilden. Die Nähmaschine weist eine Arbeitsgeschwindigkeit auf, die niedriger ist als die der Zuführstation; aus diesem Grund werden bei den Buchbindesystemen sehr häufig mehrere Nähmaschinen verwendet, die parallel arbeiten. In diesem Fall sind die Nähmaschinen mit der Zuführstation durch eine Station verbunden, die die Stapel von Lagen zu jeder Nähmaschine verteilt.

Eine bekannte Lösung besteht in der Anordnung einer Sortiermaschine stromabwärts von der Zuführstation. Die Sortiermaschine bewegt die Stapel von Lagen transversal zu einer Zuführrichtung derselben, um dadurch die von der Zuführstation gelieferten Stapel von Lagen auf mehrere parallele Linien aufzuteilen. Die Stapel von Lagen jeder Linie werden dann auf einem entsprechenden Rollenbett platziert, das transversal zu der Zuführrichtung angeordnet ist und die Stapel von Lagen zu der zugeordneten Nähmaschine transportiert.

Ein Nachteil dieser Lösung besteht in der Tatsache, dass die vorstehend beschriebene Konstruktion nicht in der Lage ist, eine hohe Anzahl von Nähmaschinen in effizienter Weise zu bedienen; tatsächlich ist es so, dass im Fall von mehr als drei Nähmaschinen der von der Sortiermaschine ausgeführte Bewegungsvorgang eine Schieflage der Lagen hervorrufen kann, wodurch sich eine Fehlfunktion des gesamten Buchbindesystems ergibt. Ferner machen die Rollenbetten jeder Nähmaschine (die transversal zu der Zuführrichtung der Stapel von Lagen angeordnet sind) diese Konstruktion sehr aufwendig.

Eine andere bekannte Lösung besteht in der Bildung eines Rings, der eine kontinuierliche Rotationsbewegung einer Reihe von Förderkästen für die Stapel von Lagen veranlasst; die Zuführstation und die Nähmaschinen sind in geeigneter Beabstandung voneinander um den Ring herum angeordnet. Jedes Mal, wenn eine Nähmaschine einen Stapel von Lagen benötigt, wird ein voller Kasten vor der Nähmaschine gestoppt, die den Stapel von Lagen von diesem entnimmt. Die Zuführstation belädt die leeren Kästen direkt, wenn diese in der Nähe davon vorbeilaufen.

Die vorstehend beschriebene Konstruktion ist extrem teuer, so dass die erforderliche Investition nur dann gerechtfertigt ist, wenn eine hohe Anzahl (mindestens drei) von Nähmaschinen vorgesehen ist. Ferner benötigt das Buchbindesystem auch in diesem Fall beträchtliche Resourcen hinsichtlich des Platzbedarfs.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Überwindung der vorstehend geschilderten Nachteile. Zum Lösen dieser Aufgabe wird ein Buchbindesystem vorgeschlagen, wie es in Anspruch 1 angegeben ist.

Kurz gesagt schafft die vorliegende Erfindung ein Buchbindesystem mit einer Zuführstation zum Zuführen von Stapeln von Lagen nacheinander, mindestens einer Nähmaschine für die Lagen und einer Verteilstation zum Verteilen der Stapel von Lagen zu jeder Nähmaschine, wobei die Verteilstation eine Fördereinrichtung vom Reibungs-Typ zum Befördern der Stapel von Lagen von der Zuführstation zu der mindestens einen Nähmaschine entlang einer offenen Bahn sowie für jede Nähmaschine eine Stoppeinrichtung zum Stoppen eines Stapels von Lagen in der Nähe der Nähmaschine sowie eine Einrichtung für das Entnehmen des gestoppten Stapels von Lagen von der Fördereinrichtung und Zuführen desselben zu der Nähmaschine aufweist.

Ferner schafft die vorliegende Erfindung auch eine Verteilstation zur Verwendung bei diesem Buchbindesystem sowie ein entsprechendes Verfahren zum Verteilen der Stapel von Lagen.

Weitere Merkmale und Vorteile des Buchbindesystems gemäß der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels derselben, das lediglich in nicht einschränkender Weise zu verstehen ist, unter Bezugnahme auf die Begleitzeichnungen verdeutlicht; darin zeigen:

1 ein schematisches Blockdiagramm des Buchbindesystems, und

2a und 2b Darstellungen von Details des Buchbindesystems in einer Seitenansicht bzw. einer Draufsicht.

Unter Bezugnahme insbesondere auf 1 ist ein System 100 dargestellt, das bei einer Buchbindeanlage zum Herstellen von gebundenen Büchern verwendet wird. Jedes Buch wird gebildet durch Zusammennähen einer Reihe von Lagen (in einer vorgegebenen Anzahl); jede Lage besteht aus einem großen bedruckten Blatt, das einmal oder mehrmals gefaltet ist (um die Seiten des Buches zu bilden).

Die Lagen werden unter Verwendung einer Serie von Paletten 105 in die Nähe des Buchbindesystems 100 transportiert. Die Lagen sind in homogenen Sätzen gruppiert, von denen jeder aus Lagen des gleichen Typs besteht (d. h. die die gleichen Seiten des Buches bilden). Eine oder mehrere Bedienungspersonen entnehmen die Lagen von den Paletten 105 und platzieren diese auf einer Sammelmaschine 110. Die Sammelmaschine besteht aus einer Reihe von Kästen, von denen jeder mit den Lagen eines entsprechenden Typs beladen wird. Die Lagen werden einzeln nacheinander auf eine Fördereinrichtung (in der Zeichnung nicht dargestellt) fallen gelassen; die Fördereinrichtung nimmt die Lagen in Blöcken auf, von denen jeder ein Buch bildet.

Die Blöcke von Lagen werden einem Verbindungskanal 115 zugeführt, der die Blöcke von Lagen zu einer Stapelmaschine 125 befördert. Die Stapelmaschine 125 nimmt mehrere Blöcke von Lagen (z. B. einige Zehn) und platziert diese eine auf den anderen, um dadurch entsprechende Stapel von Lagen 130 zu bilden. Die Stapel von Lagen 130 werden nacheinander abgegeben, z. B. mit einer Geschwindigkeit in der Größenordnung von 100 Stapeln von Lagen pro Minute. Wie im Folgenden ausführlich beschrieben wird, werden die Stapel von Lagen 130 dann zu einer oder mehreren Nähmaschinen 135a, 135b (von denen zwei in der Zeichnung dargestellt sind) verteilt; typischerweise hat jede Nähmaschine 135a, 135b eine Arbeitsgeschwindigkeit, die niedriger ist als die der Stapelmaschine 125, und zwar beispielsweise eine Geschwindigkeit in der Größenordnung von einigen Zehn Stapeln von Lagen pro Minute.

Ähnliche Betrachtungen gelten, wenn das Buchbindesystem eine andere Konstruktion aufweist, z. B. wenn die Sammelmaschine 110, der Kanal 115 und die Stapelmaschine 125 durch eine andere äquivalente Zuführstation ersetzt werden, wenn die Nähmaschinen in einer anderen Anzahl vorhanden sind, wenn die Stapelmaschine und die Nähmaschinen eine andere Betriebsgeschwindigkeit aufweisen, und dergleichen.

Bei dem Buchbindesystem 100 ist zusätzlich zu der vorstehend beschriebenen bekannten Konstruktion ein gerades Rollenbett 140 vom Reibungs-Typ vorgesehen, auf dem die von der Stapelmaschine 125 zugeführten Stapel von Lagen 130 platziert werden. Das Rollenbett 140 vom Reibungs-Typ besteht aus einer Reihe von Rollen 142 vom Reibungs-Typ, die transversal zu dessen Längsachse angeordnet sind. Jede Rolle ist durch eine Achse gebildet, auf die eine Reihe von kleinen Hülsen gepasst ist. Die Achse zieht die Hülsen durch Reibungskraft rotationsmäßig mit, wobei die Hülsen dann die Stapel von Lagen 130 veranlassen, sich in Richtung auf die Nähmaschinen 135a135b zu bewegen; ein entlang des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ angeordnetes Hindernis ist jedoch in der Lage, die Stapel von Lagen 130 zu stoppen (zusammen mit den Hülsen, die auf den entsprechenden Achsen antriebslos laufen).

Die Stapelmaschine 125 ist in der Nähe eines Beginns des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ angeordnet (und zwar entsprechend einer Bewegungsrichtung der Stapel von Lagen 130), während die Nähmaschinen 135a, 135b entlang des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ auf dessen Seite platziert sind; insbesondere ist eine letzte Nähmaschine 135b in der Nähe eines Endes des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ platziert. Das Rollenbett 140 vom Reibungs-Typ ist in zwei Sektoren 140a und 140b unterteilt (wobei jeder beispielsweise eine Länge von zwei bis fünf Metern aufweist); der Sektor 140a erstreckt sich von der Stapelmaschine 125 bis zu der Nähmaschine 135a, während sich der Sektor 140b von der Nähmaschine 135a zu der Nähmaschine 135b erstreckt.

Jeder Sektor 140a, 140b ist mit einer jeweiligen Stoppeinrichtung (oder Zeitmarkierung) 145a, 145b versehen; die Stoppeinrichtung 145a, 145b ist zwischen einer Arbeitsposition, in der sie einen Stapel von Lagen 130 in der Nähe der Nähmaschine 135a, 135b stoppt, sowie einer Ruheposition beweglich, in der sie die Passage der Stapel von Lagen 130 zulässt. Eine weitere Stoppeinrichtung 150a, 150b wird in ähnlicher Weise verwendet, um die Stapel von Lagen 130 stromaufwärts von der jeweiligen Nähmaschine 135a, 135b zu stoppen. Im Spezielleren stoppt jede Stoppeinrichtung 150a, 150b einen ersten Stapel von Lagen 130 (der an der Anschlageinrichtung 150a, 150b anliegt) direkt; ein weiterer Stapel von Lagen 130 wird durch den ersten Stapel von Lagen 130 gestoppt, usw., um dadurch eine Linie von dicht aneinander angeordneten Stapeln von Lagen (beispielsweise ca. zehn) zu bilden.

Ein Sensor 155a, 155b detektiert das Vorhandensein eines Stapels von Lagen 130, der von der jeweiligen Stoppeinrichtung 150a, 150b gestoppt wird; der Sensor 155a, 155b gibt ein diesem Vorhandensein entsprechendes elektrisches Signal ab, das z. B. bei einem Logikpegel 1 aktiviert wird und bei einem Logikpegel 0 deaktiviert wird. Ein weiterer Sensor 160a, 160b verifiziert, dass die Stapel von Lagen 130 in der Nähe der Stoppeinrichtung 150a, 150b (wenn sich diese in der Ruheposition befindet) voneinander getrennt sind; der Sensor 160a, 160b gibt ein entsprechendes Trennungssignal ab, das ausgegeben wird, wenn kein Vorhandensein von Stapeln von Lagen 130 detektiert wird. Ein Sensor 165a, 165b schließlich, der in der Nähe eines Beginns des Sektors 140a, 140b angeordnet ist, verifiziert schließlich das Füllen der Linie der Stapel von Lagen; der Sensor 165a, 165b gibt ein entsprechendes "Voll"-Signal ab, das bestätigt wird, wenn das Vorhandensein eines Stapels von Lagen 130 für eine vorgegebene Zeitdauer (beispielsweise fünf Sekunden im Stück) festgestellt wird.

Ein Druckelement 170a, 170b sorgt für die Abgabe des Stapels von Lagen 130, der von der jeweiligen Stoppeinrichtung 145a, 145b gestoppt worden ist, von dem Rollenbett 140 vom Reibungs-Typ; insbesondere veranlasst das Druckelement 170a, 170b den Stapel von Lagen 130 zur Ausführung einer Bewegung transversal zu der Längsachse des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ. Der Stapel von Lagen wird dann in einen Schwenkkasten 175a, 175 befördert, der seitlich von einer Ladezone bzw. Bestückungszone der jeweiligen Nähmaschine 135a, 135b angeordnet ist.

Der Betrieb des Buchbindesystems 100 wird durch eine programmierbare logische Steuerung (PLC) 180 gesteuert, die insbesondere die Vorhandenseins-Signale, die Trennungs-Signale und die Voll-Signale empfängt, die von den Sensoren 155a155b, den Sensoren 160a160b bzw. den Sensoren 165a165b geliefert werden.

Unter gemeinsamer Bezugnahme auf die 2a und 2b ist die Konstruktion des Sektors 140a detaillierter dargestellt (ähnliche Betrachtungen gelten auch für den Sektor 140b). Im Spezielleren besteht die Stoppeinrichtung 145a aus einer Reihe von vertikalen Zapfen 205, die durch einen pneumatischen Betätiger 210a betätigt werden. Wenn sich die Stoppeinrichtung 145a in der Arbeitsposition befindet, sind die Zapfen 205a über die Rollen 142 vom Reibungs-Typ angehoben, um dadurch ein Hindernis für die Stapel von Lagen 130 zu bilden; wenn umgekehrt dazu die Stoppeinrichtung 145a in der Ruheposition ist, sind die Zapfen 205a unter die Rollen 142 vom Reibungs-Typ abgesenkt, so dass sie die Bewegung der Stapel von Lagen 130 nicht behindern. Gleichermaßen besteht auch die Stoppeinrichtung 150a aus einer Reihe von vertikalen Zapfen 215a, die durch einen pneumatischen Betätiger 220a betätigt werden (wobei die Zapfen 215a in der Arbeitsposition und in der Ruheposition der Stoppeinrichtung 150a angehoben bzw. abgesenkt sind).

Die Achse jeder Rolle 142 vom Reibungs-Typ ist durch einen jeweiligen Antriebsriemen 230a mit einer einzigen Antriebswelle 235a gekoppelt, die durch einen entsprechenden Elektromotor angetrieben wird. Die Antriebswelle 235a weist einen nicht konstanten Querschnitt auf, und zwar mit einem Durchmesser, der in der Nähe der Stoppeinrichtung 150a größer ist. Auf diese Weise drehen sich die Rollen 142 des Reibungs-Typs, auf denen der durch die Stoppeinrichtung 150a direkt gestoppte erste Stapel von Lagen 130 platziert wird, mit einer höheren Geschwindigkeit als die der anderen Rollen 142 vom Reibungs-Typ. Wenn die Stoppeinrichtung 150a abgesenkt wird, wird der erste Stapel von Lagen 130 somit veranlasst, sich mit einer höheren Geschwindigkeit als die nachfolgenden Stapel von Lagen 130 voran zu bewegen, so dass dieser Stapel von den nachfolgenden Stapeln getrennt wird.

Das Druckelement 170a besteht aus einem Schieber 245a, der zur Ausführung einer Gleitbewegung entlang einer Führung 250a veranlasst wird (und zwar durch einen Riemen, der mit einem Elektromotor gekoppelt ist, wobei dies in der Zeichnung nicht dargestellt ist). Der Schwenkkasten 175a wird durch einen pneumatischen Betätiger 255a betätigt; insbesondere führt der Schwenkkasten 175a eine Rotationsbewegung zwischen einer abgesenkten Position, in der er auf der Seite der Rollen 142 vom Reibungs-Typ angeordnet ist (um einen von dem Schieber 245a mit Druck beaufschlagten Stapel von Lagen 130a aufzunehmen) und einer angehobenen Position aus, in der er auf der Seite eines Bestückungs-Reservoirs 260a der Nähmaschine platziert ist. Die Nähmaschine ist ferner mit einer Zangeneinrichtung 265a versehen, die dazu veranlasst wird, entlang einer Führung 270a eine Gleitbewegung auszuführen (und zwar durch einen Riemen, der mit einem Elektromotor gekoppelt ist, wobei dies in der Zeichnung nicht dargestellt ist); die Zangeneinrichtung 265a greift den in dem Schwenkkasten 175a befindlichen Stapel von Lagen 130 und platziert diesen in dem Bestückungs-Reservoir 260a.

Wenn bei Betrachtung aller Zeichnungsfiguren gemeinsam das Buchbindesystem 100 in Betrieb ist, sind die Stoppeinrichtungen 145a, 145b abgesenkt und die Stoppeinrichtungen 150a, 150b angehoben. Die PLC 180 steuert die Stoppeinrichtungen 150a, 150b derart, dass die jeder Nähmaschine 135a, 135b zugeordneten Linien bzw. Reihen der Stapel von Lagen 130 abwechselnd zugeführt werden (beispielsweise in einem Ringverfahren), so dass die Stapel von Lagen im Wesentlichen in gleichmäßiger Weise auf die verschiedenen Nähmaschinen 135a, 135b verteilt werden.

Im Spezielleren werden bei jeder gewünschten Zufuhr der Linie der Stapel von Lagen 130 zu einer Nähmaschine (beispielsweise der Nähmaschine 135b) die der vorangehenden Nähmaschine zugeordneten Stoppeinrichtungen (im vorliegenden Beispiel die Stoppeinrichtung 150a) abgesenkt, so dass die Stapel von Lagen der betreffenden Linie voranbewegt werden. Der erste Stapel von Lagen 130, der direkt an der Stoppeinrichtung 150a anliegt, bewegt sich mit einer höheren Geschwindigkeit voran als die nachfolgenden Stapel von Lagen 130, so dass er von diesen beabstandet wird. Sobald der jeweilige Sensor 160a kein Vorhandensein eines beliebigen Stapels von Lagen 130 detektiert, wird das entsprechende Trennungssignal abgegeben. Als Ergebnis hiervon wird die Stoppeinrichtung 150a angehoben, um dadurch die nachfolgenden Stapel von Lagen 130 zu stoppen. Der erste Stapel von Lagen 130 steht dann an der nachfolgenden Linie (die der Nähmaschine 135b zugeordnet ist) an, während die Stapelmaschine 125 die Linie bzw. Reihe der ersten Nähmaschine 135a direkt zuführt.

Jedes Mal, wenn die in dem Reservoir einer Nähmaschine (beispielsweise der Nähmaschine 135a vorhandenen Stapel von Lagen unter ein vorbestimmtes Niveau absinken, gibt die Nähmaschine 135a ein entsprechendes Anforderungssignal ab, dass der PLC 180 zugeführt wird. Als Ergebnis hiervon greift die Zangeneinrichtung 265a einen in den Schwenkkasten 175 eingebrachten Stapel von Lagen (wie dies im Folgenden beschrieben wird); die Zangeneinrichtung führt eine Gleitbewegung entlang der Führung 270a aus und platziert den Stapel von Lagen 130 in dem Bestückungs-Reservoir 260a. Der Schwenkkasten 175a wird dann abgesenkt, so dass er sich auf der Seite der Rollen 142 vom Reibungs-Typ befindet.

Wenn die jeweilige Linie der Stapel von Lagen 130 nicht leer ist (Bestätigung des von dem Sensor 155a abgegebenen Signals hinsichtlich des Vorhandenseins), wird die Stoppeinrichtung 150a abgesenkt und dann wieder angehoben, um den ersten Stapel von Lagen 130 analog zu dem vorausgehenden Stapel passieren zu lassen. Gleichzeitig wird die Stoppeinrichtung 145a angehoben, um dadurch den Stapel von Lagen 130 vor dem Druckelement 170a zu stoppen. Der Schieber 245a wird zur Ausführung einer Gleitbewegung entlang der Führung 250a veranlasst, um dadurch den Stapel von Lagen 130 in Richtung auf den Schwenkkasten 175 zu drücken (unmittelbar danach wird der Schieber zurückgezogen). Der Schwenkkasten 175a wird dann wieder angehoben, um bereit für die Erfüllung einer nächsten Anforderung der Nähmaschine 135a zu sein.

Ähnliche Betrachtungen gelten auch, wenn die Stoppeinrichtungen durch andere, äquivalente Einrichtungen ersetzt werden, wenn die Druckelemente eine andere Konstruktion aufweisen, wenn die Schwenkkästen durch andere äquivalente Einrichtungen ersetzt werden, und dergleichen. Allgemeiner betrachtet besitzt das Buchbindesystem der vorliegenden Erfindung eine Fördereinrichtung vom Reibungs-Typ zum Befördern der Stapel von Lagen von der Zuführstation zu einer oder mehreren Nähmaschinen entlang einer offenen Bahn sowie für jede Nähmaschine eine Stoppeinrichtung zum Stoppen eines Stapels von Lagen in der Nähe der Nähmaschine sowie eine Einrichtung für das Entnehmen des gestoppten Stapels von Lagen von der Fördereinrichtung und Zuführen desselben zu der Nähmaschine.

Die Lösung gemäß der vorliegenden Erfindung ist äußerst kostengünstig, da sie keinerlei Sortiermaschine erforderlich macht und eine sehr einfache Fördereinrichtung verwendet. Vom Standpunkt der Wirtschaftlichkeit her macht dies sogar die Verwendung einer einzigen Nähmaschine vorteilhaft.

Das vorstehend beschriebene Buchbindesystem ist besonders flexibel, da es die Möglichkeit schafft, die Anzahl der Nähmaschinen durch die einfache Hinzufügung eines neuen Moduls zu einer vorher vorhandenen Konstruktion anwachsen zu lassen. Durch diese Lösung wird es möglich, zu Beginn ein System mit einer einzigen Nähmaschine zu erwerben und dieses System dann mit steigenden Produktionsbedürfnissen expandieren zu lassen.

Die Konstruktion gemäß der vorliegenden Erfindung ist besonders kompakt, da sie eine einzige Fördereinrichtung mit kleinen Abmessungen verwendet.

Es ist auch darauf hinzuweisen, dass eine Verteilstation (gebildet durch das Rollenbett vom Reibungs-Typ mit den zugehörigen Stoppeinrichtungen, Drückelementen und Schwenkkästen) auch einzeln hergestellt und sogar separat von der Zuführstation und den Nähmaschinen vertrieben werden kann, um bei bereits bestehenden Buchbindesystemen Verwendung zu finden.

Das vorstehend beschriebene, spezielle Ausführungsbeispiel des Buchbindesystems bietet weitere Vorteile. Zum Beispiel ist das gerade Rollenbett vom Reibungs-Typ extrem einfach und kostengünstig. Die Stoppeinrichtungen stromaufwärts von jeder Nähmaschine und der spezielle Mechanismus, der unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeiten der Rollen vom Reibungs-Typ erzeugt, erlaubt ein Trennen der Stapel von Lagen in sehr effizienter Weise. Ferner ermöglichen die Druckelemente und die entsprechenden Schwenkkästen das Entnehmen der Stapel von Lagen von dem Rollenbett des Reibungs-Typs in rascher und einfacher Weise, und gleichzeitig ermöglichen sie die Zufuhr der Stapel von Lagen zu den Nähmaschinen, ohne dass irgendeine Änderung an ihrer Konstruktion erforderlich ist.

Alternativ hierzu ist das Rollenbett vom Reibungs-Typ entlang einer anderen offenen Bahn angeordnet, durch ein anderes äquivalentes Element vom Reibungs-Typ ersetzt, werden die Stapel von Lagen in der Nähe jeder Nähmaschine in einer anderen Weise gestoppt und werden andere Vorrichtungen zum Entnehmen der Stapel von Lagen von dem Rollenbett vom Reibungs-Typ sowie zum Zuführen derselben zu den Nähmaschinen, und dergleichen verwendet.

Vorzugsweise kann jeder Sektor 140a, 140b des Rollenbetts 140 vom Reibungs-Typ unabhängig betrieben werden (durch einen jeweiligen Elektromotor 240a). Auf diese Weise wird jedes Mal, wenn ein Sektor 140a, 140b voll ist (Abgabe des Voll-Signals durch den Sensor 165a, 165b wird bestätigt) der jeweilige Elektromotor 240a, 240b ausgeschaltet. Dies vermeidet ein Drücken der Stapel von Lagen gegen die vorangehenden Stapel von Lagen, was zu einer Überlappung oder einer Schräglage der Lagen führten könnte.

Entsprechende Betrachtungen gelten auch dann, wenn das Rollenbett vom Reibungs-Typ in einer anderen Weise unterteilt ist, wenn z. B. mehr Sektoren für jede Nähmaschine verwendet werden, usw.; das Buchbindesystem der vorliegenden Erfindung ist jedoch selbst mit einem einzigen Rollenbett vom Reibungs-Typ ausführbar, das einzeln betrieben wird.

Zur Erfüllung lokaler und spezieller Erfordernisse kann natürlich ein Fachmann bei dem vorstehend beschriebenen Buchbindesystem viele Modifikationen und Änderungen vornehmen, die jedoch alle im Umfang der Erfindung liegen, wie dieser durch die nachfolgenden Ansprüche definiert ist.


Anspruch[de]
  1. Buchbindesystem (100) mit einer Zuführstation (110125) zum Zuführen von Stapeln von Lagen (130) nacheinander, mindestens einer Nähmaschine für die Lagen (135a135b) und einer Verteilstation (140, 145a145b, 170a170b, 175a175b) zum Verteilen der Stapel von Lagen zu jeder Nähmaschine,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilstation eine Fördereinrichtung (140) vom Reibungs-Typ zum Befördern der Stapel von Lagen von der Zuführstation zu der mindestens einen Nähmaschine entlang einer offenen Bahn sowie für jede Nähmaschine eine Stoppeinrichtung (145a145b) zum Stoppen eines Stapels von Lagen in der Nähe der Nähmaschine sowie eine Einrichtung (170a170b, 175a175b) für das Entnehmen des gestoppten Stapels von Lagen von der Fördereinrichtung und Zuführen desselben zu der Nähmaschine aufweist.
  2. Buchbindesystem (100) nach Anspruch 1,

    wobei die Fördereinrichtung ein gerades Rollenbett (140) vom Reibungs-Typ aufweist.
  3. Buchbindesystem (100) nach Anspruch 2,

    das ferner für jede Nähmaschine eine weitere Stoppeinrichtung (150a, 150b) aufweist zum Stoppen der von der Zuführstation zugeführten Stapel von Lagen stromaufwärts von der Nähmaschine.
  4. Buchbindesystem (100) nach Anspruch 3,

    wobei die weitere Stoppeinrichtung zwischen einer Arbeitsposition, in der sie einen ersten Stapel von Lagen direkt stoppt und nachfolgende Stapel von Lagen durch den ersten Stapel von Lagen stoppt, sowie einer Ruheposition beweglich ist, in der sie die Passage der Stapel von Lagen zulässt, wobei das Buchbindesystem (100) ferner eine Einrichtung (230a240a) aufweist zum Trennen des ersten Stapels von Lagen von den weiteren Stapeln von Lagen, wenn sich die weitere Stoppeinrichtung in der Ruheposition befindet.
  5. Buchbindesystem (100) nach Anspruch 4,

    wobei das Rollenbett vom Reibungs-Typ eine Mehrzahl von Reibungs-Rollen (142) aufweist, auf denen die Stapel von Lagen platziert sind, wobei die Trenneinrichtung eine Einrichtung (230a240a) aufweist zum Betreiben der Rollen, auf denen der erste Stapel von Lagen platziert ist, mit einer ersten Geschwindigkeit und zum Betreiben der Rollen, auf denen die nachfolgenden Stapel von Lagen platziert sind, mit einer zweiten Geschwindigkeit, die niedriger ist als die erste Geschwindigkeit.
  6. Buchbindesystem (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

    wobei die Entnahmeeinrichtung (170a170b, 175a175b) ein Druckelement (170a-170b) aufweist, das transversal zu der Fördereinrichtung wirkt.
  7. Buchbindesystem (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

    wobei die Fördereinrichtung (140) eine Mehrzahl von Sektoren (140a140b) sowie eine Einrichtung (240a240b, 180) aufweist, um jeden Sektor unabhängig zu betreiben.
  8. Buchbindesystem (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

    wobei die Entnahmeeinrichtung (170a170b, 175a175b) einen Schwenkkasten (175a175b) aufweist, der zwischen einer ersten Position, in der er auf der Seite der Fördereinrichtung platziert ist, und einer zweiten Position, in der er auf der Seite eines Bestückungs-Reservoirs (260a) der Nähmaschine platziert ist, beweglich ist.
  9. Verteilstation (140, 145a145b, 170a170b, 175a175b) zur Verwendung bei dem Buchbindesystem (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Verteilstation die Fördereinrichtung (140) aufweist und für jede Nähmaschine eine Stoppeinrichtung (145a145b) und eine Entnahmeeinrichtung (170a170b, 175a175b) aufweist.
  10. Verfahren zum Verteilen von Stapeln von Lagen (130) zu mindestens einer Nähmaschine (135a135b) für die Lagen, wobei das Verfahren folgende Schritte aufweist:

    Bereitstellen von Stapeln von Lagen nacheinander durch eine Zuführstation (110125),

    Befördern der Stapel von Lagen von der Zuführstation zu der mindestens einen Nähmaschine entlang einer offenen Bahn durch eine Fördereinrichtung (140) vom Reibungs-Typ,

    Stoppen eines Stapels von Lagen in der Nähe einer Nähmaschine, und Entnehmen des gestoppten Stapels von Lagen von der Fördereinrichtung und Zuführen desselben zu der Nähmaschine.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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