Wie in der EP-A-0 530 864 (eingereicht am 3. Juli 1991) ausgeführt
ist, müssen Schokoladezusammensetzungen, die herkömmliche Ingredienzien, wie Kakaopulver,
Kakaobutter, Kakaobutteräquivalente, Zucker und Emulgatoren, enthalten, wegen des
Vorliegens polymorpher Fette, z. B. POP, POSt und/oder StOSt (P = Palmitinsäure;
St = Stearinsäure und O = Ölsäure) einer Wärmebehandlung (bzw. einem Tempern) unterzogen
wirdn.
Nach der oben genannten Patentanmeldung wird bezüglich des Ausblühens
(bzw. der Reifbildung) eine Verbesserung erreicht, indem eine Mindestmenge eines
"Hardstock"-Fetts der Schokoladenzusammensetzung zugesetzt wird. Die verwendeten
"Hardstock"-Fette gehören zum (H2M + M2H)-Typ, worin H = gesättigte
Fettsäure mit mindestens 16 C-Atomen und M = gesättigte Fettsäure mit C8-C14-Atomen,
vorzugsweise C12-C14-Atomen. Sehr nützlich sind Hardstock-Fette,
die durch Umesterung von Gemischen pflanzlicher Öle, die einen hohen Gehalt an Triglyceriden
mit Fettsäureestern, welche Fettsäurereste mit mindestens 16 C-Atomen haben, aufweisen
und Triglyceriden, die reich an Lurin- und/oder Myristinsäure-Resten sind, erhältlich
sind, wie dies z. B. in unserer australischen Patentanmeldung 12346/85 (Serial Number
549 465) beschrieben ist.
In der EP 521 549 (veröffentlicht
am 7.1.1993) werden eingekapselte Füllungen offenbart, wobei entweder die Füllungen
oder die Beschichtung für die Füllung Fette des H2M + M2H-Typs als Mittel gegen
Ausblühen (bzw. Reifbildung) enthalten. Allerdings gibt es keine Angabe über die
Verwendung spezifischer Fraktionen dieses H2M + M2H-Fetts.
Nach der EP 322 027 (veröffentlicht
am 28. Juni 1989) werden Fette mit reduziertem Kaloriengehalt hergestellt und in
Lebensmitteln angewendet; diese Fette umfassen Triglyceride, die aus der Gruppe
bestehend aus MML-; MLM-; LLM- und LML-Fetten und Gemischen davon ausgewählt sind.
Allerdings ist weder etwas über Antiausblüheigenschaften noch über die Verwendung
spezifischer Fraktionen von H2M + M2H-Fetten offenbart.
Obgleich die gemäß der oben genannten europäischen Patentanmeldung
erzielten Resultate im allgemeinen sehr befriedigend sind, haben wir festgestellt,
daß insbesondere nach Lagerung bei Umgebungstemperatur noch ein Ausblühen (bzw.
eine Reifbildung) erfolgt, wenn diese "Hardstock"-Fette in relativ hohen Konzentrationen,
d. h. über 1,5 Gew.-% im Produkt, insbesondere in Zusammensetzungen dunkler Schokolade
angewendet werden. Es wurde allerdings festgestellt, daß die Prävention eines Ausblühens
bei hohen Temperaturen am wirksamsten ist, wenn mehr des Additivs angewendet wird.
Daher haben wir eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, wie dieses
Problem gelöst werden könnte. Als Resultat haben wir eine neue Triglycerid-Mischung
gefunden, welche nach Anwendung auf gebackene Bäckereiprodukte, die mit einer Schokoladenschicht
oder einer schokoladeartigen Schicht versehen sind, oder bei Füllungen mit eingeschlossener
Schokolade zu einer Verbesserung des Anti-Ausblühverhaltens der Schokoladezusammensetzungen
führt. Somit betrifft unsere Erfindung nach einem ersten Aspekt neue Triglycerid-Zusammensetzungen,
die Triglyceride des Typs A und B und C umfassen, wobei A eine Triglycerid-Zusammensetzung
des (H2M + M2H)-Tps, wie oben definiert, ist; B eine weiche
Triglycerid-Zusammensetzung mit einem relativ hohen Level an (U3 + U2S)-Triglyceriden
ist und C ein pflanzliches Fett oder eine Fraktion davon mit einem N20-Wert
(nicht stabilisiert) von mehr als 15 ist.
In Abhängigkeit von der typischen Verwendung der Triglycerid-Zusammensetzungen
können wir verschiedene Triglycerid-Zusammensetzungen definieren, von denen jede
spezifisch an ihre typische Verwendung angepaßt ist.
Die Zusammensetzung A des (H2M + M2H)-Typs wird
vorzugsweise durch eine Umesterung von pflanzlichem Öl, das reich an Triglyceriden
mit Fettsäureresten, die mindestens 16 C-Atome haben, ist (insbesondere gehärtetes
Palmöl, wie z. B. PO-58) und Triglyceriden, die reich an Laurinsäure- und/oder Myristinsäure-Resten
sind (insbesondere gehärtetes Palmkernöl, wie z. B. PK-39), erhalten.
Wir haben nun herausgefunden, daß Probleme, die mit dem Auftreten
eines Ausblühens bei Schokolade oder schokoladeartigen Überzügen von gebackenen
Bäckereiprodukten in Verbindung stehen, durch die Anwendung von erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen überwunden werden könnten. Es wurde festgestellt, daß in diesen
Fällen ein zusätzliches Problem zu lösen war: während die Probleme, die mit dem
Ausblühen bzw. der Reifbildung in Verbindung stehen, durch die Verwendung von Gemischen
aus A und B gelöst werden konnten, stellten wir fest, daß die Anwendung dieser Gemische
nicht immer hochfunktionelle Teige, wie wir es angestrebt hatten, liefert. Es stellte
sich heraus, daß in solchen Fällen hockfunktionelle Teige durch Einarbeitung einer
Fettkomponente C mit einem Mindest-N20-Wert (nicht stabilisiert) von
15 erhalten werden konnten. Die Anwendung solcher Fettkomponenten C setzte voraus,
daß wir Fraktionen der Fettkomponente A, z. B. die Olein-Fraktion davon, anwenden
konnten.
Gebackene Bäckereiprodukte, z. B. Kekse, Cookies oder Kuchen, werden
oft mit einer Schokoladeschicht (oder einer schokoladeartigen Schicht auf der Basis
eines Kakaobutter-Äquivalents) versehen. Diese Schicht kann das gebackene Produkt
vollständig einschließen oder kann als Überzug vorliegen, der das gebackene
Produkt nicht vollständig einschließt.
Da die Schokolade- oder schokoladeartige Schicht auf polymorphen Fetten
mit einem hohen Gehalt an Triglyceriden des SUS-Typs (S = gesättigte C16-C18-Fettsäure,
U = hauptsächlich C18:1-Fettsäure) basiert, führt die Lagerung der Produkte
oft zur Bildung von Fettreif, bzw. zu Ausblühungen an der Schokolade(-artigen)-Schicht.
In unserer australischen Patentanmeldung 19 379/92 haben wir bereits
Fettzusammensetzungen offenbart, die zur Verhinderung von Ausblühen bei Schokolade(-artigen)-Schichten
von eingekapselten Füllungen angewendet werden können. Eine mögliche Füllung ist
ein Keks oder ein Cookie, wobei Beispiel VI der australischen Patentanmeldung die
Herstellung eines Kekses erläutert, der von einer Schokoladenzusammensetzung umhüllt
wird, welche 75 Gew.-% Palmölolein und 25 Gew.-% eines Fettes, das etwa 70 Gew.-%
(H2M + M2H) hat, enthält.
Wir haben nun neue Fettzusammensetzungen gefunden, die einen Effekt
ähnlich dem in der oben genannten australischen Patentanmeldung offenbarten zeigen
können, selbst wenn das gebackene Produkt nicht in einer Schokolade(-artigen)-Schicht
eingekapselt ist, sondern mit einer Beschichtung aus Schokoladematerial (bzw. schokoladeartigem
Material) überzogen ist, die das gebackene Produkt nicht vollständig einkapselt.
Das (H2M + M2H)-Fett, das in der Fettphase des
Teigs vorliegt, aus dem das gebackene Produkt hergestellt ist, wandert zu der Schokoladeschicht
(schokoladeartigen Schicht) und wirkt dort als Antiausblühmittel. Es ist allerdings
auch möglich, die Fettzusammensetzung unmittelbar der Schokoladenzusammensetzung
zuzusetzen, aus der die Schokoladeschicht (schokoladeartige Schicht) hergestellt
wird.
Daher betrifft die vorliegende Erfindung eine Fettzusammensetzung,
die für die Herstellung von nicht-ausblühenden, mit Schokolade überzogenen, gebackenen
Bäckereiteigprodukte geeignet ist und die Fette A, B und/oder C umfaßt, wobei:
Fett A = Fett, das an (H2M + M2H)-Triglyceriden reich ist,
H = gesättigte Fettsäure mit ≥ C16, vorzugsweise C16-C18,
M = gesättigte Fettsäure mit C8-C14, vorzugsweise C12-C14,
Fett B = Fett, das mindestens 35 Gew.-% (U3 + U2S) enthält,
U = einfach- oder mehrfach ungesättigte Fettsäure mit ≥ C18, vorzugsweise
alle cis, S = gesättigte Fettsäure mit ≥ C16, vorzugsweise C16-C22,
Fett C = pflanzliches Fett oder eine Fraktion davon, die einen N20-Wert
(nicht stabilisiert) von mehr als 15 zeigt;
wobei Fett A in Mengen von 5,5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise 30 bis 55 Gew.-% vorliegt,
Fett B in Mengen von 30 bis 80 Gew.-% vorliegt,
Fett C in Mengen von 5 bis 40 Gew.-% vorliegt.
Fett A ist geeigneterweise die Olein-Fraktion aus der Fraktionierung
des umgeesterten Gemisches aus pflanzlichem Öl, das einen hohen Gehalt an Triglyceriden
mit Fettsäureresten, die mindestens 16 C-Atome haben, hat und pflanzlichen Triglyceriden,
die reich an Laurinsäure- und/oder Myristinsäure-Resten sind.
Die Olein-Fraktion des umgeesterten Gemisches zeigt ein Gewichtsverhältnis
C42 : C36 (= Triglycerid mit 42 bzw. 36 C-Atomen) von kleiner
als 2,0.
Die Grundvoraussetzung für Fett A ist, daß sein (H2M +
M2H)-Gehalt 20 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 40 bis 85 Gew.-% ist.
Bei den Fetten A, die reich an (H2M + M2H) Triglyceriden
sind, ist die Triglycerid-Verteilung so, daß (C40-C46) : (C30-C38)
zwischen 0,8 und 15, vorzugsweise zwischen 1 und 10 liegt.
Fett B ist ein flüssiges Öl, das geeigneterweise aus der Gruppe bestehend
aus Sonnenblumenöl, Rapsöl, Sojabohnenöl, Erdnußöl, Palmölolein, Sonnenblumenöl
mit hohem Ölsäuregehalt, Rapsöl mit hohem Ölsäuregehalt, vorzugsweise mit einem
(U2S + U3)-Gehalt von mehr als 45 Gew.-%, ausgewählt wird.
Selbstverständlich können auch Gemische davon eingesetzt werden.
Fett C ist entweder ein gehärtetes pflanzliches Fett, eine Fraktion
davon oder eine Fraktion eines nicht-gehärteten pflanzlichen Fettes.
Besonders geeignete Fette C sind gehärtete pflanzliche Fette oder
Fraktionen davon, die einen Schmelzpunkt von 25 bis 55°C haben, z. B. gehärtetes
Palmölolein-37, gehärtetes Palmöl-44, gehärtetes Sojabohnenöl-36, eine mittlere
Fraktion eines gehärteten Gemisches aus Sojabohnenöl und Baumwollsamenöl.
Allerdings können auch Fraktionen von nicht-gehärteten pflanzlichen
Ölen, wobei diese Fraktionen einen SUS-Gehalt von mehr als 35 Gew.-%, vorzugsweise
mehr als 60 Gew.-% haben, erfolgreich angewendet werden.
Ein bevorzugtes Fett C ist Palmölstearin. Der N20-Wert
(nicht stabilisiert, d. h. gemessen nach dem folgenden T-Plan: Schmelzen bei 80°C,
Halten für 10 min bei 60°C, für 1 Stunde bei 0°C und für 30 Minuten bei
20°C [= Meßtemperaturen]) von Fett C ist vorzugsweise mehr als 25, bevorzugter
mehr als 40.
Die N-Linie der Gesamtfettzusammensetzung (bestehend aus der Mischung
der Fette A, B und/oder C) ist vorzugsweise (nicht stabilisiert): N20
= 15 bis 55, bevorzugter 20 bis 45, und N30 = 2 bis 30, bevorzugter 4
bis 15).
Da in vielen Teigzubereitungen für gebackene Bäckereiprodukte Margarinen
oder Aufstriche verwendet werden, betrifft die Erfindung auch Wasser-in-Öl-Emulsionen,
die 20 bis 85 Gew.-% Fett enthalten und in denen das Fett ein erfindungsgemäßes
Fett ist. Diese Emulsionen können unter Verwendung gutbekannter Techniken hergestellt
werden (siehe z. B. eine Fettkontinuierliche Mikrorotatorbearbeitung oder Inversionsbearbeitung).
Die gebackenen Bäckereiprodukte, die mindestens teilweise mit einer
Schokolade oder einem schokoladeartigen Material überzogen sind, wobei die Fettphase
des Teigs, aus dem das gebackene Produkt hergestellt wurde, mindestens teilweise
aus der erfindungsgemäßen Fettzusammensetzung oder der Wasser-in-Öl-Emulsion gemäß
der vorliegenden Erfindung besteht, sind ebenfalls Teil der Erfindung.
In einer anderen Ausführungsform der Erfindung haben wir festgestellt,
daß Probleme, die bei eingekapselten Schokoladefüllungen auftreten, ebenfalls überwunden
werden können, indem die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen angewendet werden.
Tatsächlich haben wir festgestellt, daß ein Problem, ähnlich dem Problem für Teigfette
überwunden werden mußte. D. h. um zu einer Fettzusammensetzung zu gelangen, die
eine hochqualitative Leistung zeigt, wenn sie in Füllungen angewendet wird und die
die Anwendung verschiedener Typen der Fette A ermöglicht.
In Schokolade eingekapselte Füllungen, die mindestens aus einer Füllung
und einem Schokoladeüberzug oder einem schokoladeartigen Überzug bestehen, wobei
die Füllung herkömmliche Füllungsingredienzien wie Zucker, Magermilchpulver, Salz
oder Emulgator und mindestens 25 Gew.-% eines Füllfettes umfaßt, sind gutbekannte
Produkte. Bisher haben diese Produkte allerdings einen großen Nachteil gezeigt,
und zwar insbesondere wenn die Füllung flüssig ist, d. h., das Fett, das in der
flüssigen Füllung vorhanden ist, wandert in die Überzugsschicht. Wegen dieser Wanderung
tritt ein Ausblühen der Schokolade auf.
Um dieses Problem zu überwinden wurde eine Lösung in der Verwendung
einer Zwischenschicht zwischen der flüssigen Füllung und dem Überzug gesucht. Allerdings
macht eine derartige Extraschicht das Produktionsverfahren kompliziert und hat oft
einen negativen Einfluß auf das Feeling durch das Produkt im Mund.
Wir haben nun herausgefunden, daß es möglich ist, die Notwendigkeit
einer solchen Extraschicht zu vermeiden, während die Produkteigenschaften ebensogut
oder sogar noch besser sind, indem die erfindungsgemäßen Fettzusammensetzungen angewendet
werden. Eine Anwendung dieser Fettzusammensetzung führt zu einer Hochqualitäts-Produktleistungsfähigkeit
und ermöglicht auch die Verwendung eines spezifischen Typs von Fett A in unseren
Produkten.
Aus der US 2 979 401 sind
stabilisierende Ingredienzien für feste Schokoladenmaterialien oder mit Schokolade
überzogene Produkte bekannt, die in der Schokolade in Mengen von 0,5 bis 5 Gew.-%
eingeschlossen sind. Die stabilisierenden Ingredienzien bestehen aus Triglyceriden
von Laurin-, Myristin- und Palmitinsäure, vorzugsweise in Molverhältnissen von 2,0
: 1,2 : 2,0. Sehr geringe Mengen an anderen Fettsäuren ändern den Grundcharakter
der Ingredienzien nicht. Die Ingredienzien werden verwendet, um die Farbe von Schokolade
während der Lagerung zu stabilisieren. Wegen der sehr strengen Anforderungen, die
an die Fettsäurekomponenten der Triglyceride gestellt werden, die verwendet werden
können, wurden diese Produkte niemals kommerziell verwendet.
Aus der US 3 491 677 ist außerdem
bekannt, daß eine Fettreifbildung (bzw. eine Ausblühen) durch Verwendung von Fettzusammensetzungen
gehemmt werden kann, die Gemische von natürlichen umgeesterten Triglyceriden sind,
die kurzkettige Fettsäuren und langkettige Fettsäuren umfassen, wobei die Iodzahl
(= I.V.) der Verbindungen 30 bis 55 ist und der Schmelzpunkt niedrig ist. Als Folge
der oben erwähnten Anforderungen konnte nur ein begrenzter Bereich von Triglyceriden
angewendet werden, wobei der niedrige Schmelzpunkt Probleme hinsichtlich der Eigenschaften
der Schokoladezusammensetzung hervorrufen kann.
Aus der EP 390 408 sind Triglycerid-Zusammensetzungen
bekannt, die hohe Konzentrationen (mindestens 85%) an kombinierten MLM und MML (M
= gesättigte C8-C10-Fettsäure; L = gesättigte C20-C24-Fettsäure)
und geringe Konzentrationen (d. h. höchstens 10 Gew.-%) an Triglyceriden LLM und
LML (kombiniert) enthalten. Diese Fette sollten immer C8- und C10-Fettsäurereste
(35–60 Gew.-%) in einem Verhältnis von 1 : 4 bis 4 : 1 enthalten, während
auch 35–60 Gew.-% Behensäure vorliegen sollten. Sehr kleine Mengen an C12-C18-Fettsäuren
können in den Fetten vorliegen.
Die Fettphase, die die oben genannten Triglyceride umfaßt, sollte
weniger als 20 Gew.-% Kakaobutter (d. h. weniger als 15 Gew.-% SUS; S = gesättigte
C16/C18; U = Ölsäure) enthalten. Die Triglyceride werden verwendet,
um den Brennwert von Zusammensetzungen, die normalerweise Kakaobutter enthalten,
durch Ersatz von Kakaobutter durch diese gemischten Glyceride zu reduzieren.
Wir haben nun festgestellt, daß die Probleme, die mit der Verwendung
der Produkte des Standes der Technik gelöst werden können, indem ein spezifisches
füllendes Fett zur Verwendung bei der vollständig oder teilweise eingekapselten
Füllung verwendet wird.
Daher betrifft die Erfindung eine Fettzusammensetzung, die zur Herstellung
von nicht-ausblühenden, mit Schokolade überzogenen Konfektprodukten geeignet ist
und die die Fette A und C und gegebenenfalls B umfaßt, wobei
Fett A = ein (H2M + M2H)-Olein mit C42 : C36
< 2,0, H = gesättigte Fettsäure mit ≥ C16, vorzugsweise C16-C18,
M = gesättigte Fettsäure mit C8-C14, vorzugsweise C12-C14,
Fett B = Fett, das mindestens 35 Gew.-% (U3 + U2S) enthält,
U = einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäure mit ≥ C18,
vorzugsweise alle cis, S = gesättigte Fettsäure mit C16-C22;
Fett C = pflanzliches Fett oder Fraktion davon, das einen N20-Wert (nicht
stabilisiert) von mehr als 15 zeigt,
wobei Fett A in Mengen von 5,5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise 30 bis 55 Gew.-% vorliegt,
Fett B in Mengen von 30 bis 80 Gew.-% vorliegt,
Fett C in Mengen von 20 bis 60 Gew.-% vorliegt.
Die Fette A, B und C, die verwendet werden können sind die gleichen
Fette, wie sie zur Verwendung für die Herstellung des gebackenen Bäckereiprodukts
beschrieben wurden.
Die N-Linie der gesamten Fettzusammensetzung (die aus der Mischung
der Fette A, B und/oder C besteht) ist vorzugsweise (nicht stabilisiert): N20
= 10 bis 75, bevorzugter 20 bis 45, und N30 = 0 bis 20, bevorzugter <
18.
Obgleich die Fettzusammensetzung vorzugsweise als Teil der Füllung
einer eingekapselten Füllung verwendet werden, ist es auch möglich, daß die Fettzusammensetzungen
als Teil der Fettphase der Einkapselung verwendet werden.
BEISPIEL 1
1.1 Kekse wurden nach dem folgenden Rezept hergestellt:
1.2. Shortenings wurden in einem Mikrovotator unter Verwendung der
folgenden Fettmischungen hergestellt:
In jedem Fall war Fett A eine Stearinfraktion eines umgeesterten Gemisches
aus gehärtetem Palmöl und gehärtetem Palmkernöl. Es zeigte ein C42 :
C36-Gewichtsverhältnis von 8,5 und enthielt 75 Gew.-% (H2H
+ M2H). Das (C40-C46) : (C30-C38)
war 10.
Das Palmölolein (Fett B) enthielt 75 Gew.-% (U2S + U3).
Das gehärtete Palmölolein hatte einen N20-Wert = 73 (nicht-stabilisiert)
und eine (H2M + M2H)-Konzentration weit unter 5%.
1.3. Herstellung des Teigs und der Kekse
Der Teig wurde nach dem oben beschriebenen Rezept hergestellt. Es
wurden Portionen von 500 g Teig unter Verwendung des folgenden Verfahrens hergestellt:
1. Zucker, Margarine, Milchpulver und Salz wurden in einen horizontalen z-Blatt-Hochgeschwindigkeitsmischer
eingeführt und 3 Minuten lang gemischt.
2. Das Mehl wurde zugegeben und es wurde für weitere 3 Minuten gemischt.
3. Das Backpulver wurde in Wasser gelöst und dann dem oben beschriebenen Gemisch
zugesetzt. Das resultierende Produkt wurde 7 Minuten gerührt.
4. Der Teig wurde dann 10 Minuten stehengelassen, zu einer Dicke von 2 mm ausgewalzt
und dann ausgestochen.
5. Die Kekse wurden vom Teil abgeschnitten und auf eine perforierte Platte gelegt.
Die Kekse wurden 12 Minuten bei 200°C gebacken.
1.4 Schokoladenherstellung
Die dunkle Schokolade (Callebaut) + 2% Kakaobutter (auf das Produkt
berechnet) wurden geschmolzen und in einer Keuter-Temperiermaschine wärmebehandelt.
1.5. Umhüllen der Kekse
Die Kekse wurden bei 35°C umhüllt und in einem Kühltunnel abgekühlt,
wobei Abteiltemperaturen von 16°C, 16°C, 16°C verwendet wurden; die
Verweilzeit war 10 Minuten.
1.6. Lagerungsbedingungen
Nach einer Nacht auf dem Tisch wurden die umhüllten Kekse bei 13°C,
20°C, 25°C und 30°C gelagert. Das Ausblühen (Fettreif) und der Glanz
des Schokoladenüberzugs wurden beurteilt.
1.7 Resultate
Resultate der Messungen des Ausblühens und des Glanz
Glanzmessungen nach 1 Woche.Skala:
5
sehr gut
4
gut
3
akzeptabel
2
schlecht
1
sehr schlecht
Messung der Fettausblühungen nach 2 Wochen:Skala:
5
kein Ausblühen
4
sehr leichtes Fettausblühen (sehr leichte Fettreifbildung) (unter dem Mikroskop)
3
Beginn des Fettausblühens
2
ernstes Fettausblühen
1
gleichmäßige Schicht aus weißem Fett über der Schokolade
BEISPIEL 2
2.1 Beispiel 1 wurde wiederholt; allerdings wurden die Shortenings
aus den folgenden Fettmischungen hergestellt:
In B1-7 war Fett A' ein umgeestertes Gemisch aus gehärtetem Palmkernöl
und gehärtetem Palmöl (Gewichtsverhältnis 70 : 30). Es zeigte ein C42/C36-Verhältnis
von 2,5.
In den Mischungen 8 und 9 war Fett A' die Olein-Fraktion der Naßfraktionierung
des oben genannten Fetts A' von Mischung 7. Diese Olein-Fraktion zeigte ein C42/C36-Verhältnis
von 1,5.
Die Fette B und C sind mit B und C von Beispiel 1 identisch.
2.2 ResultateMessungen der Fettausblühung nach 1 WocheMessungen der Fettausblühung nach 3 MonatenSkala:
5
sehr gut
1
sehr gut
2.3 In einem Vergleichsbeispiel bestand die Fettphase aus einem 60
: 40-Gemisch von Palmölolein und gehärtetem Palmöl. Die Resultate waren mit denen
von BL-6 vergleichbar.
2.4 Es wurde ferner festgestellt, daß die Teigeigenschaften bezüglich
der Homogenität und Ealstizität verbessert waren, wenn die Fettkomponente C vorhanden
war (so Mischung 9), wenn man einen Vergleich mit Mischungen anstellt, in denen
C nicht vorhanden war (Mischungen 7 und 8).
Anspruch[de]
Fettzusammensetzung, die zur Herstellung von nicht-ausblühenden, mit
Schokolade überzogenen, gebackenen Bäckereiteigprodukten geeignet ist und die Fette
A, B und C umfaßt, wobei:
Fett A = ein (H2M + M2H)-Olein mit C42 : C36
< 2,0, H = gesättigte Fettsäure mit ≥ C16, M = gesättigte Fettsäure
mit C8-C14;
Fett B = Fett, das mindestens 35 Gew.-% (U3 + U2S) enthält,
U = einfach- oder mehrfach ungesättigte Fettsäure mit ≥ C18, S = ist
gesättigte Fettsäure mit C16-C22;
Fett C = pflanzliches Fett oder eine Fraktion davon, die einen N20-Wert
(nicht stabilisiert) von mehr als 15 zeigt;
wobei Fett A in Mengen von 5,5 bis 60 Gew.-%,
Fett B in Mengen von 30 bis 80 Gew.-% und
Fett C in Mengen von 5 bis 40 Gew.-% vorliegt.
Fettzusammensetzung nach Anspruch 1, wobei B eine Olein-Fraktion aus
der Fraktionierung von Palmöl ist.
Wasser-in-Öl-Emulsionen, die 20 bis 85 Gew.-% Fett enthalten, wobei
das Fett eine Fettzusammensetzung nach Anspruch 1 ist.
Gebackene Bäckereiprodukte, die mindestens teilweise mit Schokolade
oder schokoladeartigem Material überzogen sind, wobei die Fettphase des Teigs, aus
dem das gebackene Produkt hergestellt ist, mindestens teilweise aus der Fettzusammensetzung
nach Anspruch 1 oder der Wasser-in-Öl-Emulsion nach Anspruch 3 besteht.