Hintergrund der Erfindung
1. Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vergasungsvorrichtung, um
Ausgangsmaterial zu vergasen, welches kommunale, industrielle, bau- und landwirtschaftliche
Abfallmaterialien und Nicht-Abfallmaterialien, wie Holz und Kohle, beinhaltet. Die
vorliegende Erfindung vermindert das Deponievolumen fester Abfallmaterialien und
produziert einen gasförmigen Brennstoff, der für die Benutzung in verschiedenen
Anwendungsbereichen wiederverwendet werden kann. Insbesondere betrifft die vorliegende
Erfindung Verbesserungen für die kontrollierte Autothermo-Vergasung von Abfallmaterialien,
wobei der Abfall Gegenstand einer Rezirkulation innerhalb einer Verbrennungseinheit
ist. Als ein Resultat des Prozesses nach der vorliegenden Erfindung wird das Ausgangsmaterial
im Volumen um wenigstens 90%, aber nicht begrenzt auf diesen Prozentwert der Reduktion,
reduziert und ein sauberer gasförmiger Brennstoff wird produziert, ohne irgendwelche
ungünstigen Effekte auf die Umwelt durch seine Benutzung zu erzeugen. Der augenblicklich
bevorzugte Vergasungsprozeß wird in einen einzigen abgeflachten spheroidgeformten
Vergasungsreaktor erreicht, wenngleich Abwandlungen von dieser Form benutzt werden
können.
2. Technologischer Hintergrund
Die Entsorgung von Abfallmaterialien war immer und bleibt ein wesentliches
Problem in unserer Gesellschaft. Die Menge von festem Abfall steigt ständig und
Landflächen, die für konventionelle Deponien benötigt werden, verschwinden rapide.
Deponien an sich sind problematisch. In Deponien abgelagerter Müll braucht oft über
dreißig Jahre, um zu verrotten. Während dieser Zeit ergeben sich weitere ökologische
Probleme. Verschmutzungen, die aus dem Müll in das Grundwasser versickern, führen
zu signifikanten Bedenken, die Probleme von Gerüchen und atmosphärischer Verschmutzung
sind vielseitig. Weiterhin bedenklich ist die Tatsache, daß die Entsorgung von festen
Abfällen in einer Deponie oft zu unerwarteten langfristigen Gefahren durch die Bodenverschmutzung,
welche durch die Art des Abfalles bedingt war, sowie durch die ungleichmäßige Absackung
der Deponieanlage, lange nachdem die Deponie zu anderen Benutzungsarten konvertiert
wurde, geführt hat.
Die am weitesten verbreitete Alternative zur Deponie-Müllentsorgung
ist die Einäscherung an offener Luft oder in zwangsbelüfteten Verbrennungsanlagen.
Konventionell wird während der Einäscherung die Verbrennung des Mülls in einer Verbrennungskammer
vorgenommen, in welche Luft zum Zwecke der Verbrennung eingeleitet wird. Als Teil
der Einäscherung müssen die organischen Materialien aus den Abfallmaterialien in
Materialien umgewandelt werden, die gleichmäßig in der Verbrennungskammer brennen.
Feste Abfallstoffe variieren so stark in ihrer Zusammensetzung und ihrem Feuchtigkeitsgehalt,
daß die Verbrennungsreaktion nicht adäquat kontrolliert und aufrechterhalten werden
kann. Unvollständige Verbrennung des Abfalls ist üblich mit dem Ergebnis, daß große
Mengen von Rauch und Verschmutzung in die Atmosphäre abgegeben werden. Obwohl es
wünschenswert ist, festen Abfall einzuäschern oder zu verbrennen, um sein Volumen
zu reduzieren, sind weder die Verbrennung an offener Luft noch die zwangsbelüftete
Einäscherung wegen der prozeßinherenten Abluftverschmutzungsprobleme umweltfreundlich.
Es sind zahlreiche Systeme für die Pyrolyse und Vergasung von Abfallmaterialien
vorgeschlagen worden. Während Pyrolyse-Techniken eine Reihe von theoretischen Vorteilen
bieten, haben Pyrolyse-Systeme zum Umgang mit üblichen Abfällen erst gerade begonnen,
eine signifikante kommerzielle Benutzung zu erreichen. Diese Evolution der Pyrolyse-Technologie
beginnt einen akzeptierten Status im Feld der Entsorgung von kommunalen festen Abfällen
(Municipal Solid Waste ("MSW")) zu erzielen. Ältere Vergasungsmethoden beinhalten
wenigstens zum Teil Hitzeübertragungsprobleme, die durch die große Varianz in Zusammensetzung
und Feuchtigkeitsgehalt der Abfälle entstehen.
Aufgrund der Varianz in der Zusammensetzung und dem Feuchtigkeitsgehalt
von kommunalem Abfall, ist es schwierig, die Temperatur für eine ordentliche Pyrolyse
des Abfalls zu kontrollieren, ohne lokalisierte Anstiege in der Temperatur, die
in einer Schlackenbildung resultieren, zu vermeiden. Beispielsweise wurden, um einen
relativen Gleichgewichtsbetrieb bei der Vergasung üblicher MSWs zu erzielen, Temperaturen
in den älteren Systemen benutzt, die die Temperaturen erreichen, bei welchen die
Verschlackung von anorganischen Materialien auftritt. Die anorganischen Bestandteile
der MSWs schmelzen, um einen zäh haftenden Schlackenbelag auf allen Oberflächen,
die dem Abfall ausgesetzt sind, zu bilden.
Es wurden Systeme vorgeschlagen, um feste Abfallmaterialien durch
Hochtemperaturvergasung in gasförmige Brennstoffe, die auch Produzentengase genannt
werden, zu konvertieren. Derartige Systeme bestehen üblicherweise aus einer vertikal
ausgerichteten Kammer, welche nacheinander angeordnete trocknende, destillierende,
oxidierende und reduzierende Reaktionszonen aufweist. Wiederum waren aufgrund der
großen Varianz in der Zusammensetzung von kommunalen Abfällen sowie den Feuchtigkeitsinhalten
der Abfälle die Vergasungssysteme einer adäquaten Regelung, so wie sie für diese
verschiedenen Ausgangsmaterialien notwendig ist, nicht zugänglich. Frühere Systeme
waren von Betriebsproblemen genauso wie von ernsthaften Verschmutzungsproblemen
geplagt, die daher rührten, daß es nicht möglich war, unerwünschte Bestandteile
und Elemente aus dem Gasstrom zu entfernen und ihrer letztlichen Abgabe in die Atmosphäre
durch die Benutzung des Brennstoffgases.
Die meisten bekannten Vergasungssysteme vermeiden Ausgangsmaterialbrennstoffe,
die einen sehr hohen Schwefelanteil aufweisen, wie beispielsweise Gummi. Experimentelle
Untersuchungen zeigen, daß die Vergasung eines 90%-igen Gummiabfallstromes mit einem
10%-igen O2-Überschuß, Abgasstrombedingungen erzeugt, welche 1100 ppm
SO2 ergeben. Eine Verringerung des überschüssigen O2 auf 3.9%
reduziert das SO2 um eine proportionale Menge. Die Anwesenheit von überschüssigem
O2 kann auf Gasblasen im Brennstoffbett zurückgeführt werden.
Umweltüberlegungen rechtfertigen die Entfernung von SO2
im Abgas eines jeden Verbrennungsprozesses kommerzieller Größenordnung. Dies ist
ein großes Anliegen jedes Verbrennungsprozesses und von großem Belang beim Entwurf
der Ausrüstung. Je größer das Auftreten von SO2 dem Ausgang des Vergasers
ist, um so größer und teurer wird die benötigte Ausrüstung, um es zu entfernen.
Demzufolge werden, um Kosten zu reduzieren, hochschwefelige Brennstoffe vermieden.
Der Kohlenstoffgehalt des Ascheanteils ist ebenfalls eine wichtige
Überlegung beim Entwurf und Betrieb eines Vergasungssystems. Während ehemals 20
bis 50% Kohlenstoff in der Asche üblich waren, sind nun 3 bis 5% Kohlenstoff in
der Asche wünschenswert. Jede Form der indirekten Pyrolyse läßt große Prozentsätze
von Kohlenstoff in der Asche zurück, primär wegen eines nicht ausreichenden Anteiles
von molekularem Sauerstoff, um die Umwandlung von Kohlenstoff in ein bestimmtes
stabiles Gas zu erreichen. Demzufolge ist die Pyrolyse nicht wünschenswert, außer
daß es eine wirtschaftlich sinnvolle Benutzung für die Kohle gibt. Ohne eine wirtschaftlich
sinnvolle Benutzung der Kohle bedeutet der hohe Kohlenstoffanteil in der Asche einen
Verlust von Effizienz des Systems. Es wäre ein Fortschritt auf dem Gebiet, wenn
es möglich wäre, den Kohlenstoffanteil der Asche zu kontrollieren.
Um einen ausufernden Kohlenstoffanteil in der Asche zu vermeiden,
muß ausreichend Sauerstoff in Form von Luft, reinem gasförmigen Sauerstoff oder
in Form eines sauerstoffreichen Feststoffes in die Reaktionskammer eingebracht werden.
Um effektiv zu sein, müssen gasförmige Oxidationsmittel in innigem Kontakt mit dem
Kohlenstoffanteil des Brennstoffes ausreichend Zeit haben, um zu ermöglichen, daß
die Reaktion stattfindet.
Wenn das Brennstoffbett optimale Dimensionen aufweist und die Pfadlänge
durch den Reaktor ausreichend für die volle Reaktion des Oxidationsmittels ist,
besteht weiter das Problem von Gasblasen oder Kanälen niedrigen Widerstands durch
das Bett, außer wenn das Oxidationsmittel in kleinen differentialen Drücken (niedrige
Geschwindigkeit) über das Brennstoffbett zugegeben wird. Diese niedrigen Geschwindigkeiten
machen es sehr schwer, die Reaktion bei optimalen Temperaturen zu halten und sie
reduzieren den Brennstoffdurchsatz und die Gasabgabe für eine bestimmte Reaktorgröße.
Auch wenn befriedigende Ergebnisse anfänglich erreicht werden, verschlechtert sich
die Situation mit der Zeit rapide, weil das Oxidationsmittel direkt durch das Brennstoffbett
in den Abgasstrom wechseln kann, ohne mit dem Brennstoff zu reagieren.
Aus dem Vorangegangenen ist zu erkennen, daß ein fixes Bett keine
gute Wahl für die gegenströmende Reduktion von kommunalen Abfällen darstellt wegen
des Vorhandenseins von überschüssigem Sauerstoff, welcher die Bildung von SO2
fördert.
Dies ist unmittelbar beeinflußt durch die Schwierigkeit, eine gleichförmige
Brennstoffpartikelgröße zu erzielen. Ein Ansatz war, das Bett mit einem Paddel oder
einer Reihe von Paddeln oder Armen zu bewegen. Dieses bewegt immer nur einen Teil
des Brennstoffbettes zu jeder Zeit und benötigt weiterhin ein durchlässiges Brennstoffbett.
Wenn während der Reduktion der Brennstoff zu einer sehr feinen Asche
wird, die einen ausufernden Rückdruck auf den Oxidationsmittelfluß ausübt, dann
benimmt sich das gerührte Bett wie ein fixes Bett, welches anfällig ist für die
Bildung von Gasblasen.
Eine Abwandlung des gerührten Bettes ist die Benutzung eines rotierenden
Tisches oder Düsensystems unterhalb des Bettes. Allerdings bietet eine rotierende
Düse nur eine minimale Brennstoffbewegung in den höheren Zonen und erlaubt es, feineren
Brennstoff- und Flugstoffpartikeln sich zu sammeln und die gesamte Durchlässigkeit
des Bettes störend zu beeinflussen. wenn die Durchlässigkeit sinkt, steigt der Rückdruck
auf die Oxidationsmittelversorgung, bis es seinen Weg durch das Bett zwingt. So
beginnt das Bett Nieder-Widerstandskanäle durch das Bett aufzuweisen mit dem charakteristischen
hohen SO2-Auslaß.
Die oben beschriebenen Methoden zur Bewegung erlauben keine Variation
in der Brennstoffgröße oder Konsistenz, die ökonomisch mit festen Abfallmaterialien
erreicht werden kann. Um einen variablen Ausgangsbrennstoff, wie kommunale, industrielle,
bau- und landwirtschaftliche Abfälle zu vergasen, muß die Vorrichtung fähig sein,
die Betriebskondition über einen weiteren Bereich der Regelung einzustellen, als
bei Systemen notwendig ist, die zur Benutzung mit einem homogenen Ausgangsmaterial
entworfen wurden. Die Durchlässigkeit des Brennstoffbettes stellt sich als primäre
Wichtigkeit dar und wird gegenteilig durch Änderungen in den Brennstoffbestandteilen
beeinflußt, die durch ein flüssiges Stadium gehen, wenn sie mit der Temperatur innerhalb
des Vergasers in Kontakt kommen.
Aus dem vorbeschriebenen Hintergrund könnte man erwarten, daß "verflüssigende"
Bedingungen in der Lage wären, einen kontrollierten innigen Kontakt
mit einer solchen variablen Brennstoffstruktur zu erlauben. Unglücklicherweise bieten
konventionelle verflüssigende Bedingungen einen Sauerstoffüberschuß, welcher wegen
der SO2-Produktion nicht tolerierbar ist.
Ein weiteres signifikantes Problem mit konventionellen Vergasungsgeräten
ist die Unfähigkeit, die breite Varianz in der Zusammensetzung des Ausgangsmaterials
genauso wie in der Varianz des Flüssigkeitsinhaltes des Abfalles zu berücksichtigen.
Ausgangsmaterial mit hohem Wassergehalt kann die Betriebstemperatur des Vergasers
signifikant reduzieren. Ein weiterer Mitwirkender zu diesem "Quench-Vorgang" sind
Materialien, die in großen Prozentwerten im Ausgangsstrom die Möglichkeit haben,
durch eine flüssige Phase zu gehen. Eine breite Varianz in der Betriebstemperatur
macht es schwierig, die Verbrennung des Ausgangsmaterials zu kontrollieren und beeinflußt
den Materialdurchsatz und die nachfolgende Abgabe.
Die folgenden sind einige der Gründe, warum konventionelle Vorrichtungen
zur Vergasung von festen Brennstoffen (Holz und Kohle) nicht gänzlich kommunalen
Abfall vergasen:
- (a) Geringe Brennstoffbettdurchlässigkeit oder die Varianz in der Durchlässigkeit.
- (b) Hohe Tendenz, Kanäle durch die Brennstoffbettstruktur zu formen.
- (c) Brennstoff-Feinteile entweder im Ausgangsbrennstoff oder durch Entstehung
im Verlauf des Prozesses, die zu Flugpartikeln im Abgasstrom und zur Durchlässigkeit
beitragen.
- (d) Ein hoher Prozentsatz von Flüssigphasen-Materialien und die Varianz im Prozentsatz
dieser Materialien.
- (e) Ein hoher Feuchtigkeitsinhalt des Brennstoffes.
- (f) Geringe thermische Gasgeschwindigkeiten, die verhindern, daß Partikel und
große kondensierende Zusammenballungen mitgerissen werden.
Konventionelle Vergaser berücksichtigen diese Parameter, die auf einer
sich kontinuierlichen ändernden Basis berücksichtigt werden müssen, nicht adäquat.
FR-361 127 bietet eine Vergasungsvorrichtung, welche aber ebenfalls
eine ausreichende Regelung des Oxidationsgases vermissen läßt, um das Ausgangsmaterial
unter der vollen Bandbreite von Bedingungen, die in der Praxis auftreten, zu vergasen
und riskiert, daß einige Materialien dem Oxidationsgas nicht ausreichend ausgesetzt
werden.
WO-8102/581 stellt eine Vergasungsvorrichtung zur Verfügung, in welcher
die Reaktionsgasversorgung Pulsationen ausgesetzt wird. Allerdings wird keine Kreislaufführung
der Gase ermöglicht, der Vorrichtung fehlen wesentliche weitere Merkmale der Anspruchsstruktur
und als Resultat ergeben sich hier Probleme, die Regelung und effiziente Vergasung
zu sichern. Demzufolge wäre es ein wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiet, eine
verbesserte Vorrichtung zur Vergasung von Ausgangsbrennstoffmaterialien zur Verfügung
zu stellen. Eine derartige Vorrichtung, um Ausgangsmaterialien zu vergasen, wird
hier offenbart und beansprucht.
Zusammenfassung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung stellt ein umweltverträgliches Verfahren
und eine Vorrichtung zur Vergasung von Ausgangsmaterialien, wie kommunalen, industriellen,
bau- und landwirtschaftlichen Abfällen, zur Verfügung. Die vorliegende Erfindung
kann zur Vergasung konventioneller fester Vergasungsbrennstoffe, wie Kohle und Holz,
angepaßt werden. Eine bevorzugte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung stellt
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Vergasung fester Abfallmaterialien zur Verfügung,
welches die Emission von Rauch und anderen Verschmutzungen in die Atmosphäre verhindert.
Das organische Material im Ausgangsprodukt wird in relativ sauberes
Produzentengas sowie Asche konvertiert. Die Asche hat ein Volumen von üblicherweise
weniger als 10% des Volumens des Ausgangsabfallmateriales. Das resultierende feste
Aschematerial ist steril und umweltunschädlich. Das Produzentengas und feste Aschematerial
können für unterschiedliche kommerzielle Zwecke benutzt werden. Beispielsweise kann
die Asche als ein Bodenverbesserungsmittel zur Entfernung von Eis auf Autobahnen,
als ein Betonzusatzstoff, als ein Straßenbelagszusatzstoff benutzt werden und das
Produzentengas kann als ein sauberer Verbrennungsbrennstoff benutzt werden, alternativ
kann das Gas einfach verbrannt und die Asche in herkömmlicher Weise auf einer Deponie
vergraben werden.
Eine gegenwärtig bevorzugte Vorrichtung für die Ausgangsmaterialvergasung
nach der vorliegenden Erfindung beinhaltet eine einzelne Vergasungskammer in Form
eines abgeflachten Spheroiden. Ein gegenwärtig bevorzugter Spheroid ist ein geodesischer
Spheroid (GOS). Ausgangsmaterial wird in die Vergasungskammer unter Benutzung einer
Speiseeinrichtung eingebracht. Es ist wichtig, daß das ausgewählte Speiseeinrichtungsdesign
in der Lage ist, Ausgangsmaterialien in eine unter Druck stehende Vergasungskammer
einzubringen. Das Speiseeinrichtungsdesign kann abhängig von dem zu vergasenden
Ausgangsmaterial variieren. Beispielsweise können benutzte Reifen unter Benutzung
einer Kompressionsspeiseeinrichtung erfolgreich in die Reaktion eingespeist werden.
Die Art der Speiseeinrichtung ermöglicht eine genaue Ausgangsmaterialeinspeiseregelung
und erlaubt es den Reifen, in eine unter Druck stehende Vergasungskammer eingebracht
zu werden. Weitere konventionelle Speiseventile sind nützlich, um getrocknete oder
teilweise getrocknete Ausgangsabfallmaterialien in die unter Druck stehende Vergasungskammer
einzubringen. Beispiele für konische Speiseventile sind in dem
US-Patent Nr. 5 484 465, herausgegeben am 16.01.1996, offenbart.
Zentral um den inneren Rand der Vergasungskammer sind eine oder mehrere
Kreislaufventurirohre angeordnet. Die genaue Anzahl der Kreislaufventurirohre kann
abhängig von der Größe der Vergasungskammer und der Art des zu vergasenden Abfallmateriales
variieren. Jedes Venturirohr beinhaltet einen Kreislaufgaseinlaß, einen Kreislaufkanal,
eine Engstelle und einen Venturigasauslaß, der in Richtung der Vergasungszone ausgerichtet
ist. Die Engstelle beinhaltet einen Einlaß für gasförmige Oxidationsmittel und eine
Mehrzahl von Öffnungen, welche das gasförmige Oxidationsmittel durch jedes Venturirohr
leiten und Bewegungsenergie dem Gaskreislauf zufügen.
Das gasförmige Oxidationsmittel ist vorzugsweise Luft, kann aber auch
Sauerstoff, mit Sauerstoff angereicherte Luft oder andere gasförmige Oxidationsmittel
enthalten. Andere reaktive Gase können ebenfalls in die Engstelle eingebracht und
mit dem Kreislauf gemischt werden, um die gewünschten chemischen Reaktionen innerhalb
der Vergasungskammer zu bewirken. Ungefähr 50% des gasförmigen Oxidationsmittels
werden vorzugsweise in die Vergasungskammer durch die Engstellen-/Venturigaseinlässe
eingebracht. Diese Menge kann variiert werden abhängig von der Zusammensetzung der
Ausgangsmaterialien und den gewünschten Vergasungsprodukten. Das durch die Venturirohre
in die Vergasungskammer eingebrachte gasförmige Oxidationsmittel beeinflußt den
resultierenden gasförmigen Kreislauffluß und die Anzahl der Male, die die sich verflüchtigenden
Ausgangsmaterialien durch die Vergasungszone durchtreten.
Die Vergasungskammer beinhaltet bevorzugt Einlässe für das gasförmige
Oxidationsmittel an zwei weiteren bestimmten Orten innerhalb der Vergasungskammer.
Eine oder mehrere Luftkanonen sind unterhalb der Venturigasauslässe und eine Mehrzahl
von gasförmigen Oxidationsmitteleinlässen sind unterhalb der Vergasungszone in dem
Aschesammelbereich angeordnet. Luftkanonen können optional in der Aschesammelzone
angeordnet sein.
Die Luftkanonen sind in Richtung der Vergasungszone ausgerichtet,
um einen pulsierenden Luftstrom in die Vergasungszone zur Verfügung zu stellen,
welcher das Abfallmaterialbett bewegt und fluidisiert. Die Bewegung wird durch die
Betriebsfrequenz und von mit den Luftkanonen verbundenen Pulsventilen geregelt.
Die Benutzung von Luftkanonen und Pulsventilen erlaubt die Vermeidung von allen
inneren mechanisch bewegten Teilen. Die sinuswellenförmigen Pulse der Luftkanonen
sichern die vollständige Bewegung alles noch nicht reagierten Materials, welches
noch nicht vollständig vergast wurde und regelt die zur Vergasung nötige Oxidationsmittelbalance.
Die im Aschesammelbereich angeordneten Einlässe für gasförmiges Oxidationsmittel
werden benutzt, um den Kohlenstoffinhalt der übrig bleibenden Asche zu regeln. Größere
Mengen von Oxidationsmittel werden für eine komplette Verbrennung von kohlenstoffhaltigen
Abfallmaterialien sorgen. Ein Aschekohlenstoffanteil unter 5% des Gewichtes kann
erreicht werden. Alternativ wird wenig oder kein Oxidationsmittel innerhalb des
Aschesammelbereiches in einer unvollständigen Verbrennung des Ausgangsmateriales
resultieren, was der Bereitung von Hochkohlenstoffasche, wie beispielsweise Ruß,
dienen kann.
Chemische Reaktanten können in die Vergasungskammer eingebracht werden,
um mit dem Ausgangsmaterial oder seinen Nebenprodukten zu reagieren. Der Kreislaufbetrieb
der Vergasung erlaubt eine längere Verweilzeit und Reaktionszeit der chemischen
Reaktanten. Ein Beispiel für einen typischen chemischen Reaktanten innerhalb des
Bereiches der vorliegenden Erfindung ist eine chemische Verbindung zur Trockenreinigung,
um unerwünschte Schwefeloxide (SOx) oder andere unerwünschte Verbindungen
zu kontrollieren. Verschiedene bekannte und neue chemische Reinigungsverbindungen
können mit der vorliegenden Erfindung benutzt werden, beinhaltend, aber nicht beschränkt
auf Kalzium, Kalkstein, Kalk und Ölschiefer. Die chemischen Reaktanten werden der
Vergasungskammer bevorzugt durch den Ausgangsmaterialspeiseeinlaß zugeführt, obwohl
ein separater Einlaß für derartige Verbindungen zur Verfügung gestellt werden kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
1 ist eine perspektivische Ansicht einer
geodesischen abgeflachten Spheroid-Abfallvergasungsvorrichtung im Rahmen der vorliegenden
Erfindung.
2 ist eine Querschnittsansicht gemäß
Linie 2-2 in 1, die das Innere der Abfallvergasungsvorrichtung
zeigt.
3 ist eine Querschnittsansicht gemäß
Linie 3-3 der 1, die das Innere der Abfallvergasungsvorrichtung
zeigt.
4 ist eine vergrößerte Querschnittsansicht
der Engstelle innerhalb des Kreislaufventurirohres in 2.
5 ist eine Querschnittsansicht einer
Pulsventilrotorgruppe.
6 ist eine weitere Querschnittsansicht
des Pulsventils, die Mittel zur Anbringung des Ventils an konventionellen Gasleitungen
zeigt.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Vergasung von verschiedenen Ausgangsmaterialien. Die Erfindung wird
mit größerem Detail unter Bezugnahme auf ihre gegenwärtige bevorzugte Ausgestaltung,
wie in den Figuren illustriert, beschrieben werden.
Unter Bezugnahme auf 1 ist ein gegenwärtig
bevorzugtes Vergasungssystem allgemein mit 10 bezeichnet. Das Vergasungssystem
10 nach der vorliegenden Erfindung, wie in 1
dargestellt, beinhaltet eine geodesisch abgeflachte spheroidisch geformte Vergasungskammer
12. Die Vergasungskammer 12 beinhaltet einen Ausgangsmaterialeinlaß
14. Wie in den 1 bis 3
dargestellt, ist der Ausgangsmaterialeinlaß 14 bevorzugt in einem oberen
Bereich der Vergasungskammer 12 angeordnet. Ein Verbrennungsgasauslaß
16 erlaubt die Entfernung von Verbrennungsgas aus der Vergasungskammer
12. Die Verbrennungsgase beinhalten typischerweise eine Mischung von kondensierbaren
Hydrocarbonverbindungen und Brennstoffgasen, welche für ihren Brennstoff oder Rohmaterialwert
gewonnen werden können. Eine Mehrzahl von Einlässen 18, 20 und
22 für gasförmiges Oxidationsmittel erlaubt das Einbringen von gasförmigem
Oxidationsmittel in verschiedene innerne Bereiche innerhalb der Vergasungskammer
12. Die Einlässe 18, 20 und 22 für gasförmiges
Oxidationsmittel sind bevorzugt mit Ventilen (nicht gezeigt) verbunden, um den Druck
und die Flußrate des gasförmigen Oxidationsmittels, das durch die Einlässe fließt,
zu kontrollieren. Ein Ascheauslaß 24 erlaubt die Entfernung des Ascheproduktes
des vergasten Ausgangsmateriales. Der Ascheauslaß 24 kann bekannte oder
neue Aschetore (nicht gezeigt) oder ähnliche Vorrichtungen zur Entfernung der Asche
bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Druckes innerhalb der Vergasungskammer
12 beinhalten. Ein Einlaß für gasförmigen Brennstoff 26 erlaubt,
zusätzlichen Brennstoff in die Vergasungskammer während des Startens des Vergasungsprozesses
einzubringen, um die Vergasungskammer auf eine gewünschte Betriebstemperatur zu
bringen. Der zusätzliche Brennstoff kann außerdem in die Vergasungskammer eingebracht
werden, wenn er zur weiteren Regelung des Vergasungsprozesses nötig ist.
Die 2 und 3
zeigen die interne Konfiguration der Vergasungskammer 12. Ein Ausgangsmaterialkanal
28, aufgebaut aus einem Draht- oder Netzmaterial, befördert Ausgangsmaterial
vom Ausgangsmaterialeinlaß 14 in eine Verdampfungszone 30. Wie
dargestellt, hat die Verdampfungszone 30 eine generell nach unten divergierende
Form, welche sich in eine Vergasungszone 32 öffnet. Ausgangsmaterial, das
in die Verdampfungszone eintritt, wird teilweise verdampft. Verflüchtigte Anteile
und leichte Partikel werden nach oben mitgerissen, wie detaillierter unten beschrieben
wird, während die schweren, nicht verdampften Ausgangsmaterialteile in die Vergasungszone
32 absinken. Die Vergasungszone stellt den oberen Teil einer Vergasungssäule,
die sich durch die zentrale Achse der Vergasungskammer 12 erstreckt, dar.
Wie dargestellt, verengt sich die Vergasungszone 32 graduell, um eine Aschesammelbereich
34 zu bilden, um die Asche, die durch die Vergasung des Ausgangsmaterials
entsteht, zu sammeln.
Die Vergasungskammer beinhaltet einen oder mehrere Kreislaufventurirohre
35. Jedes Venturirohr beinhaltet einen Kreislaufgaseinlaß 36,
der oberhalb der Vergasungszone 30 angeordnet ist, einen Kreislaufkanal
38, eine Engstelle 40 und einen auf die Vergasungszone
32 ausgerichteten Venturigasauslaß 42. Wie am besten in
4 gezeigt, begrenzt die Engstelle eine ringförmige
Kammer 44. Der Einlaß 18 für das gasförmige Oxidationsmittel und
der Einlaß 26 für den gasförmigen Brennstoff führen in die ringförmige
Kammer 44. Die Engstelle 40 hat einen inneren Ring 46,
welcher durch den Venturiraum 35 divergiert. Der Engstellenring
46 beinhaltet eine Mehrzahl von Öffnungen 48. Die Öffnungen
48 erlauben es, gasförmigen Oxidationsmitteln oder anderen reaktiven Gasen,
von der Engstelle in das Venturirohr 35 zu kommen. Die Öffnungen
48 sind bevorzugt nach unten gerichtet. Diese erlauben es dem gasförmigen
Oxidationsmittel, vom gasförmigen Oxidationsmitteleinlaß 18 und optionalem
Brennstoff von dem gasförmigen Brennstoffeinlaß 26 nach unten durch das
Venturirohr 35 in Richtung des Venturirohrausganges 42 geleitet
zu werden.
Wie in 4 dargestellt, verengt sich der
Kreislaufkanal 38 derart, daß die querschnittliche Öffnung etwa gleich
der Größe des inneren Ringes 46 ist. Die querschnittliche Fläche des Venturirohres
35 vergrößert sich graduell zwischen der Engstelle 40 und dem
Venturigasauslaß 42.
Das Venturirohr 35 ist bevorzugt aus einem hitzebeständigen
Material, welches in der Lage ist, hohen Temperaturen zu widerstehen, hergestellt.
Ein hitzebeständiges Material wird gegenwärtig gegenüber konventionellem Stahl zur
Konstruktion des Venturirohres 35 bevorzugt, weil es in der Lage ist, den
hohen Temperaturen unmittelbar hinter der Engstelle 40 zu widerstehen.
Selbstverständlich können Stahl oder andere Konstruktionsmaterialien benutzt werden,
aber diese sind generell nicht so haltbar, wie hitzebeständige Materialien. Die
Wandstärke des Venturirohres 35 ist bevorzugt in der Nähe der Engstelle
40 dicker, um weiter zu helfen, den hohen Temperaturen zu widerstehen.
Der Teil des Kreislaufkanales 38, der am nächsten zur Engstelle
40 ist, wird ebenfalls bevorzugt aus einem hitzebeständigen Material hergestellt,
während der Rest des Kreislaufkanals 30 vorzugsweise aus Stahl hergestellt
wird. Die Engstelle 40 kann vorzugsweise aus Stahl hergestellt werden,
so daß sie maschinell bearbeitet werden kann, um die Öffnungen 48 und die
ringförmige Kammer 44 zu beinhalten.
Die Einlässe 20 für gasförmige Oxidationsmittel werden vorzugsweise
mit Luftpulsventilen 50 verbunden, um Pulse von gasförmigem Oxidationsmittel
bei verschiedenen Frequenzen und Drücken zur Verfügung zu stellen. Die mit den Pulsventilen
50 verbundenen Oxidationsmitteleinlässe 20 werden im folgenden
als Luftkanonen bezeichnet, weil sie in der Lage sind, periodische Schübe von Oxidationsmittel in
die Vergasungskammer 12 und spezieller in die Vergasungszone
32 einzubringen. Die Luftkanonen bieten vorzugsweise sinusförmige Luftpulse
in einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 3 KHz und bei einem Druck, der ausreichend
ist, um das Materialbett zu bewegen. Der Betriebsdruck kann abhängig von der Größe
der Vergasungskammer 12 und dem zu vergasenden Material variieren. Die
Drücke können von 6,9 kPa bis 6,9 Mpa (1 bis 1000 psi) reichen, wobei die typischen
Betriebsdrücke von 6,9 kPa bis mehr als 621 kPa (1 psi bis mehr als 90 psi) reichen.
Der hier benutzte Begriff "Luft", wie er mit Luftkanone, Luftpuls
und Luftpulsventil verwendet wird, ist gemeint, weitere Arten von Oxidationsmitteln
zusätzlich zu atmosphärischer Luft zu beinhalten. Es ist ebenfalls in Erwägung gezogen,
daß weitere reaktive Gase in die Vergasungskammer eingebracht werden können, um
mit den Verbrennungsgasen zu reagieren. Beispiele solcher Reaktionsgase beinhaltend
sind, aber nicht auf diese begrenzt, Kohlendioxid, Methan, Propan, superheißer Dampf
usw.
Die 5 und 6
zeigen eine geschnittene Ansicht eines der gegenwärtigen Pulsventile 50
nach der vorliegenden Erfindung. Wie in den 5 und
6 gezeigt, ist ein Rotor 54 innerhalb
eines Gehäuses 56 enthalten. Der Rotor 54 rotiert um eine Axialachse
58, die mit einem Motor verbunden ist (nicht gezeigt). Durch das Zentrum
des Rotors 54 führt eine modifizierte, diamantförmige Bohrung
60. Ein Paar von Schlitzen 62 ist an gegenüberliegenden Seiten
des Gehäuses 56 so angeordnet, daß wenn die Bohrung 60 und die
Schlitze 62 aneinander ausgerichtet sind, eine gasdurchlässige Passiermöglichkeit
durch das Pulsventil 50 gebildet wird. Ein Luftabgabeflansch und -rohr
64 ist mit dem Gehäuse 56 verbunden, um zu ermöglichen, daß das
Pulsventil 50 mit dem Einlaß 20 für gasförmiges Oxidationsmittel
verbunden wird.
Wenn der Rotor 54 innerhalb des Gehäuses 56 rotiert,
erzeugt die Interaktion zwischen der geometrischen Form der modifizierten diamantförmigen
Bohrung 60 und der Schlitze 62 in Verbindung mit dem Hochdruckgas
innerhalb des gasförmigen Oxidationsmitteleinlasses 20 die sinusförmigen
Gasdruckpulse, wie oben beschrieben.
Die gasförmigen Oxidationsmitteleinlässe 22, welche gasförmiges
Oxidationsmittel in den Aschesammelbereich 34 leiten, werden benutzt, um
den Kohlenstoffinhalt der übrig gebliebenen Asche zu regulieren. Höhere Mengen von
Oxidationsmittel sorgen für eine vollkommenere Verbrennung von kohlenstoffhaltigen
Ausgangsmaterialien. Mit überschüssigem Oxidationsmittel ist ein Aschekohlenstoffinhalt
unter 5% des Gewichtes erreichbar. Kein oder nur wenig Oxidationsmittel innerhalb
des Aschesammelbereiches sorgt für eine unvollkommene Verbrennung des Ausgangsmateriales,
was in der Erzeugung von Ruß resultiert.
Die vorliegende Erfindung richtet sich auf eine Vorrichtung und ein
Verfahren mit einem weiten Bereich von Anwendungen zur Vergasung von Ausgangsmaterialien
inklusive Abfallmaterialien. Die hier benutzten Ausgangsmaterialen beinhalten, sind
aber nicht hierauf beschränkt, kommunalen, festen Abfall (inklusive Reifen), industrielle,
bau- und landwirtschaftliche Abfälle und selbst Nicht-Abfallmaterialien, wie Kohle
und Holz. Die gegenwärtig bevorzugte Vergasungsvorrichtung ist eine einzelne Vergasungskammer
in Form eines geodesischen abgeflachten Spheroiden, aber ist nicht auf diese Designform
beschränkt, mit einem festen Materialbett mit einer konischen Querschnittsform und
einer Gegenstromkonstruktion, welche sich immer erhöhende Oxidationsbedingungen
erzeugt, wenn das Ausgangsmaterial in Richtung der Aschesammelregion herabsinkt.
Die Höhe der Vergasungskammer kann verändert werden, um die reaktive Weglänge durch
die Vergasungsvorrichtung zu erhöhen oder zu erniedrigen und die Verdampfungszone
zu verändern.
Nachfolgend wird ein Verfahren zur Vergasung von Ausgangsmaterialien
in einer abgeflachten spheroiden Vergasungskammer, wie hier beschrieben, erklärt.
In dieser Diskussion werden als Ausgangsmaterialien benutzte Reifen verwandt, aber
es sollte klar werden, daß die folgende Diskussion auch für andere Ausgangsmaterialien
inklusive Abfall- und Nicht-Abfallmaterialien angewandt werden kann.
Die benutzten Reifen werden vorzugsweise durch eine Speiseeinrichtung
des Extrusionstyps in die Vergasungskammer eingebracht, unter Benutzung eines Druckes,
der ausreichend ist, Gummi von den Reifen in den Ausgangsmaterialeinlaß
14 zu extrudieren. Das Hochdruckextrusionssystem dient einem zweiten Zweck,
eine Abdichtung für die Atmosphäre innerhalb des Einlasses 14 zu bieten.
Es ist wichtig, daß der gewählte Speiseeinrichtungsentwurf in der Lage ist, Ausgangsmaterialien
in eine unter Druck stehende Vergasungskammer einzubringen. Verschiedene Speiseeinrichtungsentwürfe
können abhängig von dem zu vergasenden Ausgangsmaterial benutzt werden. Beispielsweise
sind konische Speiseventile, wie die in dem US-Patent Nr. 5 484 465 offenbarten
nützlich, um getrocknete Abfallmaterialien in die unter Druck stehende Vergasungskammer
einzubringen.
Wenn das Ausgangsmaterial in die Verdampfungszone 30 eintritt,
wird das Ausgangsmaterial teilweise von der Hitze der Vergasungszone 32
verdampft. Die festen, flüssigen und verdampften Materialien trennen sich. Die Dämpfe
und leichten Partikel werden nach oben in Richtung der Kreislaufventurirohreinlässe
36 gezogen und die schweren Feststoffe und Flüssigkeiten fallen weiter
nach unten in Richtung der Vergasungszone 32 und bilden letztlich ein Ausgangsmaterialbett
innerhalb der Vergasungszone 32 und dem Aschesammelbereich 34.
Die Vergasungskammer 12 benutzt ein oder mehrere Kreislaufventurirohre
35, um verdampftes Material knapp oberhalb der Vergasungszone
32, welches die am höchsten oxidierte Zone und der heißeste
Teil der Vergasungskammer 12 ist, abzuziehen. Wenn sich die Feststoffe
nach unten in die Vergasungszone 32 bewegen, wird zusätzlich festes und
flüssiges Material verdampft und durch den Kreislauffluß der Venturirohre
35 mitgerissen, welche die Dämpfe und leichten Partikel zurück in die Vergasungszone
32 bringen. Feste und verdampfte Materialien werden graduell in einen nicht
kondensierbaren, stabilen, gasförmigen Brennstoff reduziert.
Wie oben beschrieben, erlauben die Einlässe 18,
20 und 22 für die gasförmigen Oxidationsmittel die Regelung der
Verbrennungs- und Verdampfungsreaktionen und des Kreislaufflusses innerhalb der
Vergasungskammer, so daß ein stabiles gasförmiges Produkt entsteht. Das gasförmige
Produkt wird durch den Verbrennungsgasauslaß 16 aus der Vergasungskammer
12 abgezogen. Um aus dem Gasauslaß 16 auszutreten, muß das gasförmige
Produkt in die Freibordregion 68 innerhalb der Vergasungskammer
12 eintreten. Es herrscht eine niedrige Gasgeschwindigkeit innerhalb der
Freibordregion 68, was es den mitgerissenen Partikeln erlaubt, sich zurück
in die Vergasungszone 32 abzusetzen. Dies trägt zu dem geringen Partikelanteil
im gasförmigen Produkt bei.
Die Benutzung von Pulsventilen 50 und Luftkanonen in Verbindung
mit den Oxidiermitteleinlässen 20 erzeugt die Bewegung für eine konsistente
Durchlässigkeit innerhalb des Ausgangsmaterialbettes. Die Partikel im verdampfenden
Material haben die Möglichkeit, durch den Kreislauffluß innerhalb der Venturirohre
35 durch das Ausgangsmaterialbett gefiltert zu werden, was für eine längere
Verweilzeit im Bereich der höchsten Temperaturen in der Vergasungskammer
12 sorgt. Auf gleiche Weise werden mitgerissene Partikel kontinuierlich
aus dem Ausgangsmaterialbett entfernt, was für ein gasförmiges Produkt mit niedrigem
Partikelgehalt sorgt. Wenn chemische Reaktanten benutzt werden, wie beispielsweise
chemische Reinigungsverbindungen, sorgt der Kreislauffluß für eine Erhöhung der
Verweilzeit zum Kontakt mit den heißen Verbrennungsgasen, wodurch die Entfernung
von SOx-Verbindungen erlaubt wird oder die gewünschte chemische Reaktion
erreicht wird. Die Benutzung von chemischen Reinigungsverbindungen innerhalb der
Vergasungskammer eliminiert die Notwendigkeit für die chemische Reinigung im Anschluß
an den Vergaser.
Die Luftpulsventile 50 können in einer synchronen oder nicht-synchronen
Art und weise betrieben werden, um eine sinusförmige Wellenform zu erreichen, welche
das Ausgangsmaterialbett bewegt. Wie oben erwähnt, können die Pulsfrequenzen im
Bereich von 20 Hz bis zu 3 KHz variieren, abhängig von der Geschwindigkeit der Ventile.
Die Pulsamplitude kann durch Änderungen des Gasdruckes verändert werden, wobei typische
Betriebsdrücke im Bereich von 6,9 kPa bis etwa 1000 kPa (1 psi bis zu einigen 100
psi) variieren. Veränderungen im Oxidationsmitteleinlaß und Kreislaufflußraten ermöglichen
die Regelung des Vergasungsprozesses und erlauben eine Vielfalt von unterschiedlichen
Ausgangsmaterialien.
Die Vergasungskammer 12 kann unterhalb von Temperaturen betrieben
werden, welche die meiste Verschlackung von organischen Materialien erzeugen. Typische
Betriebstemperaturen innerhalb der Vergasungszone sind im Bereich von ungefähr 180°C
bis 1180°C (350°F bis 2150°F). Die kondensierbaren Stoffe im Gasstrom
treten als verdampfte Materialien aus, wo eine Reduktion der latenten Wärme ein
Abzug dieser Materialien erlauben würde. Die Temperatur, bei welcher der Vergaser
betrieben wird, bestimmt die Anwesenheit von kondensierbaren Stoffen im Ausgangsstrom
und die Produktion von nicht kondensierbarem, gasförmigen Brennstoff.
Ein gasförmiges Oxidationsmittel wird bevorzugt in die Aschesammelzone
mittels der Einlässe 22 eingebracht, um den Kohlenstoffanteil der Asche
bei unter 5% des Gewichtes zu regeln oder, falls gewünscht, können die Oxidationsmitteleinlässe
22 geschlossen werden, um Asche mit hohem Kohlenstoffinhalt zu erzeugen,
wie z. B. Ruß.