Die Erfindung betrifft ein fluidgekühltes Mittelbalkenelement entsprechend
dem Oberbegriff des 1. Patentanspruches und einen fluidgekühlten Mittelbalken.
Die Erfindung ist überall dort anwendbar, wo mehrbahnige Verbrennungsroste
mit einem Mittelbalken vorhanden sind und verschleißmindemde Maßnahmen, Ausfall-
und Reparaturzeiten der Roste die Betriebskosten der Anlage erhöhen.
Beim Einsatz von mehrbahnigen Verbrennungsrosten kann eine seitliche
Trennung einer jeden Rostbahn zur Nachbarrostbahn erforderlich sein. Diese Trennung
ermöglicht eine unterschiedliche Fahrweise benachbarter Rostbahnen, wenn die dafür
eingesetzte Installation der Rostbahnen mechanisch und lufttechnisch entkoppelt
ist. Dazu werden Bauteile eingesetzt, die fest mit der Unterkonstruktion des Verbrennungsofens
verbunden sind und bis in den Feuerungsraum hineinreichen. Sofern mehr als zwei
Rostbahnen nebeneinander angeordnet sind, kann diesen Bauteilen auch die Aufgabe
der Aufnahme von Längenänderungen über die Rostbahnbreite infolge von Temperaturänderungen
zugeordnet werden.
Die zur Rostbahntrennung eingesetzten Bauteile unterliegen hohem
thermischen und, je nachdem, ob zusätzliche Verschleißelemente an den Seiten der
beweglichen Roststab- bzw. Rostbalkenreihen eingesetzt werden, auch mechanischem
Verschleiß durch Abrieb.
Dem Verschleißproblem an den eingesetzten Bauteilen wird entsprechend
dem derzeit bekannten Stand der Technik durch den Einsatz von hochwertigen Gusswerkstoffen
mit Luftkühlung oder durch fluidgekühlte Schweißkonstruktionen aus Stahl begegnet.
Bei luftgekühlten Gusselementen ist aber infolge des gestiegenen
Heizwertes des Verbrennungsgutes in vielen Fällen eine Kühlung mittels Luft nicht
mehr ausreichend. Außerdem ist das Heranführen von eigentlicher Kühlluft durch
Leckstellen in den bekannten Bauteilen am Rostrand unerwünscht.
Fluidgekühlte Schweißkonstruktionen aus Stahl haben den Nachteil
mangelnder Notlaufeigenschaften, so dass bei kurzzeitiger Unterbrechung der Wärmeabführung
infolge von Schäden am Kühlsystem starke Deformationen oder Zerstörungen von Bauteilen
zu verzeichnen sind.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Standes der
Technik zu beseitigen und Mittelbalkenelemente sowie einen Mittelbalken für mehrbahnige
Verbrennungsroste zu entwickeln, wobei gute Notlaufeigenschaften vorhanden sein
sollen.
Diese Aufgabe wird durch ein Mittelbalkenenlement nach den kennzeichnenden
Merkmalen des 1. Patentanspruches und einen Mittelbalken nach den Merkmalen des
14. und 15. Patentanspruches gelöst.
Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wieder.
Die erfindungsgemäße Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass das fluidgekühlte
Mittelbalkenelement für mehrbahnige Verbrennungsroste aus zwei übereinander liegenden,
miteinander verbundenen, nach unten offenen Teilen besteht, die mindestens einen
Kanal bilden, durch den ein Kühlmittel strömt, und der vollflächig und parallel
an den thermisch belasteten Außenflächen anliegt.
In vorteilhafter Weise sind übereinander liegende Teile glockenförmig
ausgebildet. Der Kanal befindet sich beidseitig des Innenteiles. Das wird dadurch
erreicht, dass oberhalb des inneren Teiles eine den Raum teilende Rippe angeordnet
ist, die verhindert, dass das Fluid von einer Seite des Raumes in die andere Seite
des Raumes dringt.
Vorteilhaft ist es weiterhin, dass zwischen Innen- und Außenteil weitere
Rippen angeordnet sind. Das können beispielweise auf jeder Seite zwei Rippen längs
des Mittelbalkenelementes sein, wobei es vorteilhaft ist, das Innenteil aus Guss
auszuführen und so zu gestalten, dass die Gussrippen am Innenteil angeordnet sind.
Dadurch entstehen mehrere übereinander liegende Kanäle, die vollflächig an den
thermisch belasteten Außenflächen anliegen und in denen die Kühlflüssigkeit von
der einen zur anderen Seite des Mittelbalkenelementes strömen kann. Vorteilhaft
ist es, an der einen Seite des Mittelbalkenelementes die Einströmöffnung anzuordnen
und an der anderen Seite des Mittelbalkenelementes die Ausströmöffnung vorzusehen.
Das Kühlmedium kann dann auf einer Seite des Mittelbalkenelementes in dieses hineinfließen,
wird dann am anderen Ende des Mittelbalkenelementes in die darüber liegende Kammer
gedrückt, fließt dann beidseitig des Innenteiles zur anderen Seite zurück, wo die
Kühlflüssigkeiten aus beiden Seiten zusammen in die nächste, darüber befindliche
Kammer gedrückt werden, in der sie wieder getrennt fließen und zur anderen Seite
gelangen, auf der sie gemeinsam in einem Kanal nach unten zur Auslauföffnung fließen.
Das Innenteil ist in vorteilhafter Weise aus Gusseisen, welches gute Notlaufeigenschaften
aufweist. Um eine günstige Befestigung zu gewährleisten, kann das Innenteil Querrippen
für Haltebleche aufweisen.
Das Außenteil, welches mit dem Innenteil fest und für Flüssigkeiten
undurchlässig mit dem Innenteil verbunden ist, kann zum Rostbelag hin Nocken aufweisen.
Es ist günstig aus Guss fertigbar. Es ist vorteilhaft, beidseitig des Außenteils
ungekühlte Verschleißplatten anzuordnen. Diese können aufgeschweißt sein und gewährleisten,
dass es durch Verschleiß nicht zu Wanddurchbrüchen des Außenteiles kommt. Damit
ist eine lange Laufdauer gewährleistet.
Weiterhin ist es vorteilhaft, das Außenteil so auf dem Innenteil anzuordnen,
dass die Auslaufseite vom höchsten Punkt des durchströmten Mittelbalkenelementes
wegführt.
Als Kühlmedium kann Wasser oder ein anderes, höhersiedendes Kühlmittel
Verwendung finden.
Mehrere, hintereinander liegende, fluidgekühlte Mittelbalkenelemente
können zu einem fluidgekühlten Mittelbalken zusammengebaut werden, wobei es vorteilhaft
ist, die Mittelbalkenelemente in Reihenschaltung anzuordnen.
Ebenso ist aber auch eine Parallelschaltung denkbar, wenn es das
Kühlregime sinnvoll erscheinen lässt. Mittelteil und Außenteil werden einzeln,
beispielsweise durch Gießen aus Stahlguss gefertigt und zusammengesetzt.
Die erfindungsgemäße Lösung bietet den Vorteil, dass ein Mittelbalkenelement
und ein Mittelbalken entwickelt wurden, die die Nachteile des Standes der Technik
beseitigen und gute Notlaufeigenschaften bei Fluidkühlung aufweisen. Durch die
Ausführung in Form eines zusammengesetzten Gussteiles lässt sich das Mittelbalkenelement
kostengünstig und zuverlässig herstellen.
Im Folgenden sei die erfindungsgemäße Lösung an zwei Figuren und einem
Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- Schnitt B-B von Fig. 2 durch den erfindungsgemäßen fluidgekühlten Mittelbalken,
- Fig. 2
- Schnitt A-A von Fig. 1 durch das erfindungsgemäße Mittelbalkenelement.
Der in Fig. 1 gezeigte Mittelbalken besteht aus einzelnen Mittelbalkenelementen
15, die je nach Länge des Mittelbalkens hintereinander aufgebaut werden können
und in der vorliegenden Ausführungsform in Reihe geschaltet sind. Ein Mittelbalkenelement
15 besteht aus zwei glockenförmig übereinander gestülpten, einseitig offenen Hohlkörpern,
von denen das Innenteil 1 und das Außenteil 2 unterschieden werden. Beide Teile,
aus Guss bestehend, werden einzeln gegossen und dann zusammengefügt. Auf der Außenfläche
des Innenteiles 1 sind Rippen 3 angeordnet, die nach dem Aufsetzen des Außenteiles
2 die Begrenzung der Kühlkanäle (a, b) bilden und den Verschluss des gesamten Hohlraumes
für die Aufnahme des Kühlmediums gewährleisten. Die Rippen 3 des Innenteiles 1
sind so angeordnet, dass sich hinter der Einströmöffnung 4 Kanäle (a, b) auf beide
Seiten des Innenteiles 1 aufteilen und erst auf der Auslaufseite 5 wieder zusammengeführt
sind, um in einer weiteren zweiten Ebene wieder gegenläufig aufgeteilt zu werden,
um auf der Einlaufseite wieder zusammenzutreffen. Von dort wieder gegenläufig geführt,
werden die Strömungen auf der obersten Ebene zur Auslaufseite 5 geführt, wo sie
als eine Strömung in das Auslaufrohr 7 münden. Das Auslaufrohr 7 ist zur Mitnahme
von Luftblasen bis an die oberste Stelle im Hohlraum geführt und durchdringt auf
seinem Weg zum unten liegenden Auslauf 8 die Kühlmedium führenden, darunter liegenden
Ebenen der Rippen 3. Zur Aufnahme von Halteblechen 9 hat das Innenteil 1 Querrippen
10 mit eingegossenen Löchern. Die Haltebleche 9 sind in ihrer Breite der Innenkontur
des Innenteiles 1 angepasst, damit sie formschlüssig nach außen auf das Mittelbalkenelement
15 einwirkende Querkräfte aufnehmen können. Bei mehreren, hintereinander geschalteten
Mittelbalkenlementen 15 ist es ―wie Fig. 1 zeigt - vorteilhaft, die Kühlflüssigkeit
nacheinander von einem Mittelbalkenelement zum nächsten fließen zu lassen.
Wie die Fig. 2 zeigt, sind an das Außenteil 2 ungekühlte Verschleißplatten
11 zwischen Rostbelag 12 und dem Mittelbalkenelement 15 anbringbar, wobei das
Mittelbalkenelement 15 in Fig. 2 mit Nocken 13 versehen ist. Die Verschleißplatten
11 werden auf diese Nocken 13 aufgelegt und sind mit einer kurzen Schweißnaht 14
an dem Mittelbalkenelement 15 gesichert.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
- 1
- Innenteil
- 2
- Außenteil
- 3
- Rippen
- 4
- Einströmöffnung
- 5
- Auslaufseite
- 6
- Zweite Ebene
- 7
- Auslaufrohr
- 8
- Auslauf
- 9
- Halteblech
- 10
- Querrippe
- 11
- Verschleißplatte
- 12
- Rostbelag
- 13
- Nocken
- 14
- Schweißnaht
- 15
- Mittelbalkenelement
- 16
- Kanal (a, b)