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Dokumentenidentifikation DE10302940B3 07.10.2004
Titel Vorrichtung zur Insepktion und/oder Wartung und/oder Instandhaltung der Aufbauten von Schienenfahrzeugen
Anmelder DB Reise & Touristik AG, 60326 Frankfurt, DE;
Contelos Engineering GmbH i.G., 30989 Gehrden, DE
Erfinder Wilke, Henry, 30916 Isernhagen, DE
DE-Anmeldedatum 24.01.2003
DE-Aktenzeichen 10302940
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.10.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.10.2004
IPC-Hauptklasse B61D 15/00
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Inspektion und/oder Wartung und/oder Instandhaltung der Aufbauten von Schienenfahrzeugen, insbesondere in überdachten Einrichtungen, wie z. B. Wagenhallen der ICE-Instandhaltung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Nachteil des Standes der Technik dahingehend zu beseitigen, dass eine verfahrbare Gerüstkonstruktion entwickelt werden soll, die eine effektive Handhabung der durchzuführenden Arbeiten an Aufbauten an Schienenfahrzeugen gewährleistet und höchsten Sicherheitsstandards genügt.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die Dacharbeitsbühne in symmetrischer Ausführung für einen Einsatz an mindestens einem mit einem Zugverband beaufschlagten Gleis und über nahezu die gesamte Gleislänge in aufgeständerter Form selbstständig gleisverfahrbar sowie mit einem schwenkbaren Lastaufnahmemittel und mit beidseitig ausklappbaren Gitterrosten sowie Geländern ausgeführt ist und über eine Steuerung für beide Gleise sowie einen Einstieg mit Sicherungskäfig verfügt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Inspektion und/oder Wartung und/oder Instandhaltung der Aufbauten von Schienenfahrzeugen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Zur Inspektion und Reparatur an Oberleitungen sind Schienenfahrzeuge bekannt, die bewegliche Kabinen oder Gerüste u. U. auch mit verstellbaren Lastaufnahmeeinrichtungen aufweisen (DE 43 16 663 A1, DE 44 31 505 A1).

Für Inspektionen und Reparaturen von Schienenfahrzeugen in Wagenhallen sind verfahrbare Gerüstkonstruktionen bekannt, die an der Dachkonstruktion der Halle hängend angebunden sind. Dies hat den Nachteil, dass die Dachkonstruktion für die Aufnahme des Gerüstes und für die zusätzliche Tragkraft der Lastaufnahmeeinrichtung (ca. 5 t) ausgelegt bzw. verstärkt werden muss. Der konstruktive Aufwand ist erheblich und damit teuer.

Weiterhin sind Gerüstkonstruktionen in Wagenhallen bekannt, die ortsfest ausgeführt sind, so dass das Schienenfahrzeug zur Inspektion und zu Wartungsarbeiten verfahren werden muss. Dies erfordert einen erhöhten Zeitaufwand und entweder sehr lange Wagenhallen oder sehr kurze Zugeinheiten. So sind aus Zebisch, Hans-Jürgen, Fördertechnik 1, 3. überarb. u. erw. Auflage 1980, Vogel-Verlag, Pkt. 5.1.-Brückenkrane, ISBN 3-8023-0051-3 eine Reihe von Brückenkranen verschiedenster Bauart mit den o. g. Nachteilen bekannt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Nachteil des Standes der Technik dahingehend zu beseitigen, dass eine verfahrbare Gerüstkonstruktion entwickelt werden soll, die eine effektive Handhabung der durchzuführenden Arbeiten an Aufbauten an Schienenfahrzeug gewährleistet und höchsten Sicherheitsstandards genügt.

Diese Aufgabe wird durch eien Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Arbeitsbühne ist dabei mit einem Motor ausgestattet, der vorzugsweise elektrisch angetrieben wird, wobei die Stromeinspeisung über ein Kabel oder eine auf der Arbeitsbühne mitzuführende Batterie erfolgt.

Im Falle einer batteriegestützten Stromeinspeisung weist die Dacharbeitsbühne eine Andockstation mit Ladekupplung auf, so dass die Batterie im in der Andockstation abgestellten Zustand über die Ladekupplung automatisch aufgeladen wird.

Aus sicherheitstechnischen Gesichtspunkten muss die Dacharbeitsbühne einen Potentialausgleich mit Schleifbürsten zu mindestens einer ihrer Fahrschienen ausgestattet sein. Dabei muss ein Widerstand von max. 2 Ohm gewährleistet sein.

Die Dacharbeitsbühne ist über einen Einstieg mit Sicherheitskäfig erreichbar, wobei der Sicherheitskäfig Türen aufweist, deren Schlösser mit einer Sicherheitsschaltung versehen sind. Der Sicherheitskäfig weist dabei in seinem Eintrittsbereich mindestens eine, vorzugsweise zwei Türen auf, die sich nur öffnen lassen, wenn die Stromzufuhr zur jeweiligen Oberleitung abgeschaltet wurde. Die Schlösser der im Austrittsbereich des Sicherheitskäfigs zur Dacharbeitsbühne angeordnete(n) Türen) sind mit der Andockstation des Einstiegs verbunden und lassen sich nur öffnen, wenn sich die Dacharbeitsbühne in der Parkposition befindet (angedockt ist).

Das auf der Dacharbeitsbühne angeordnete Lastaufnahmemittel besitzt einen Seilzug und einen Schwenkarm. Darüber hinaus weist es einen Endlagenschalter auf, der ein verfahren der Bühne bei ausgeklappten/ausgeschwenktem Lastarm verhindert. Das Lastaufnahmemittel kann somit nur zu der Seite geschwenkt werden, deren Oberleitung abgeschaltet (ohne Stromzufuhr) ist.

Die Dacharbeitsbühne weist in ihrer Mitte eine Trennwand auf, die ein Wechseln des Personals auf die nicht abgeschaltete Oberleitungsseite bei einem beidseitigen Einsatz der Vorrichtung verhindert.

Für den Fall eines Stromausfalles weist die Dacharbeitsbühne eine Abseileinrichtung und eine Handkurbel zum Verfahren der Vorrichtung auf.

Zur Sicherung der Arbeitskräfte beim Verfahren der Dacharbeitsbühne sind Sitzplätze angeordnet.

Vorteile der Erfindung sind:

  • – einfache und kostengünstige Ausführung
  • – kein Lasteintrag in die Dachkonstruktion
  • – kein Verfahren des Schienenfahrzeuges in der Wagenhalle notwendig
  • – beidseitiges Arbeiten an zwei Gleisen möglich
  • – Vorrichtung ist nahezu über die gesamte Gleislänge in der Wagenhalle verfahrbar
  • – Steuerung einer Arbeitsbühne für zwei Gleise
  • – unabhängiges Verfahren der Vorrichtung von einer externen Stromzufuhr über Batteriebetrieb möglich
  • – durch den Einstieg über einen Sicherheitskäfig mit Verschaltung zur Stromzufuhr der Oberleitung und der Andockstation ist ein hoher Sicherheitsstandard gegeben
  • – durch die herausklappbaren Geländer und Trittroste ist die Vorrichtung an jeden Wagentyp anpassbar, das Geländer führt darüber hinaus zu einer Sicherung vor Absturz
  • – System ist erweiterbar auf zwei Dacharbeitsbühnen, wobei der Vorteil darin besteht, dass an zwei Gleisen Arbeiten in unterschiedlichen Positionen ausgeführt werden können.
  • – Durch Veränderung der Ausführung der Basiskonstruktion (Rahmen) und des mitgeführten Kranes sowie der Grundabmessungen, ist das System auch auf weitere Anforderungen anpassbar.

Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung näher erläutert werden.

Dabei zeigen:

1 – eine Systemübersicht der Dacharbeitsbühne

1a – mit Wagenhalle

1b – mit ausgeschwenktem Lastarm im Querschnitt

1c – mit ausgeschwenktem Lastarm in der Draufsicht

2 – den Einstieg mit Sicherheitskäfig und Aufständerung im Querschnitt

3 – den Einstieg mit Sicherheitskäfig und Aufständerung in der Draufsicht

Die Vorrichtung zur Inspektion und/oder Wartung und/oder Instandhaltung der Aufbauten von Schienenfahrzeugen – auch Dacharbeitsbühne (1) genannt – wird innerhalb einer Wagehalle (2) aufgeständert ausgeführt. Die Aufständerung (3) auf dem Hallenboden (4) wird dabei so hoch ausgelegt, dass die ausklappbaren Teile der Dacharbeitsbühne auf dem Dach eines jeden Schienenfahrzeugtypes sicher aufliegen können. Die Bühne (1) läuft verfahrbar auf Rollen (5) auf der Aufständerung (3), die die Gleise (6) aufweist.

Zum An- und Abbau von Aufbauten, wie beispielsweise Stromabnehmern, ist auf der Dacharbeitsbühne (1) ein Lastaufnahmemittel (7) mit Seilzug/Motor (8) und Schwenkarm/Getriebe (9) angeordnet. Der Schwenkarm ist längenverstellbar. Der Schwenkarm (9) muss dabei mindestens bis knapp über die Mitte des Schienenfahrzeuges ausladen können und kann immer nur zu der Gleisseite bewegt werden, deren Oberleitung gerade keine Stromversorgung besitzt. Die Last nimmt dabei die Dacharbeitsbühne (1) auf.

Entsprechende Endlagenschalter verhindern ein Verfahren der Dacharbeitsbühne (1) bei ausgeklappten/ausgeschwenkten Lastaufnahmemittel (7). Die Nullstellung des Lastaufnahmemittels (7) ist dabei parallel zur Fahrtrichtung.

Die Dacharbeitsbühne (1) ist nahezu über den gesamten Gleisbereich der Wagenhalle (2) verfahrbar.

Das Betreten der Dacharbeitsbühne (1) erfolgt über einen Einstieg (10), dem sich ein Sicherheitskäfig (11) anschließt. Der Sicherheitskäfig (11) weist im Eintrittsbereich die Türen (12; 13) und im Austrittsbereich die Türen (14; 15) auf. Die Türen (12; 13) lassen sich nur öffnen, wenn die zugeordnete Oberleitung abgeschaltet/geerdet ist. Die Türen (14; 15) sind nur zu öffnen, wenn die Dacharbeitsbühne (1) sich in der Endposition direkt vor dem Sicherheitskäfig (11) in der Andockstation (22) befindet.

Im Sicherheitskäfig (11) befindet sich ein Batterieladegerät (16) für die Batterie (17), die die gesamte Dacharbeitsbühne mit Strom versorgt und eine Verfahrbarkeit unabhängig von Stromanschlüssen gewährleistet. Selbstverständlich kann die Dacharbeitsbühne (1) auch über eine normale Stromversorgung mittels Kabel erfolgen.

Nach betreten der freigeschalteten Seite der Dacharbeitsbühne (1), die über eine Trennwand (18) zur nichtfreigeschalteten Seite verfügt, wird zuerst ein klappbares Geländer (19) und danach ein beweglicher Gitterrost (20) auf das Dach des Schienenfahrzeuges (21) gekippt. Damit wird verhindert, dass ein Absturz von Personal stattfinden kann.

Über Schleifbürsten zum Gleis (6) erfolgt ein Potentialausgleich. Der Widerstand darf dabei max. 2 Ohm betragen.

Die Dacharbeitsbühne (1) verfügt weiterhin über eine Abseilvorrichtung bei Stromausfall und Sitzplätze bei einem Verfahren der Bühne, sowie über einen Notfall-Handbetrieb, der das Verfahren auch ohne elektrische Energie ermöglicht.

Ein elektronisches Sicherheitssystem, gespeist aus den Batterien oder über den Netzanschluss, überwacht die Endlagen der mitgeführten Komponenten und realisiert somit einen hohen Sicherheitsstandard.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Inspektion und/oder Wartung und/oder Instandhaltung der Aufbauten von Schienenfahrzeugen, insbesondere in überdachten Einrichtungen, wobei die Vorrichtung als eine fahrbare Gerüstkonstruktion und Dacharbeitsbühne ausgebildet ist, gekennzeichnet dadurch, dass die Dacharbeitsbühne (1) in symmetrischer Ausführung für einen Einsatz an mindestens einem mit einem Zugverband beaufschlagten Gleis und über nahezu die gesamte Gleislänge in aufgeständerter Form selbständig gleisverfahrbar sowie mit einem schwenkbaren Lastaufnahmemittel (7) und mit beidseitig ausklappbaren Gitterosten/Trittrosten (20) sowie Geländern (19) ausgeführt ist und über eine Steuerung für beide Gleise verfügt sowie über einen Einstieg (10) mit Sicherheitskäfig (11) erreichbar ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass die Dacharbeitsbühne (1) mit einem Motor ausgestattet ist, der elektrisch angetrieben ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet dadurch, dass der elektrische Antrieb mit einer batterie- oder kabelgestützten Stromeinspeisung versehen ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet dadurch, dass bei einer batteriegestützten Stromeinspeisung die Dacharbeitsbühne (1) eine Andockstation (22) mit Ladekupplung aufweist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet dadurch, dass die Dacharbeitsbühne (1) einen Potentialausgleich mit Schleifbürsten zu mindestens einer ihrer Fahrschienen aufweist.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, dass der Sicherheitskäfig (11) Türen (12; 13; 14, 15) aufweist, deren Schlösser mit einer mechanischen und/oder elektronischen Sicherheitsschaltung versehen sind.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch, dass die Schlösser der ersten Türen (12; 13) des Sicherheitskäfigs (11) eine Verknüpfung mit dem Stromkreis einer Oberleitung aufweisen.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet dadurch, dass die Schlösser der zweiten Türen (14; 15) des Sicherheitskäfigs (11) mit einer Andockstation (22) des Einstiegs (10) verbunden sind.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass das Lastaufnahmemittel (7) einen Seilzug mit Motor (8) und einen Schwenkarm mit Getriebe (9) aufweist.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, gekennzeichnet dadurch, dass das Lastaufnahmemittel (7) einen Endlagenschalter aufweist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 10, gekennzeichnet dadurch, dass die Dacharbeitsbühne (1) eine Trennwand (18) aufweist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 11, gekennzeichnet dadurch, dass die Dacharbeitsbühne (1) mit einer Abseilvorrichtung ausgestattet ist.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 12, gekennzeichnet dadurch, dass die Dacharbeitsbühne (1) mit Sitzplätzen ausgestattet ist.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 13, gekennzeichnet dadurch, dass die Dacharbeitsbühne (1) mit einem Notfall-Handbetrieb für die Fahrbewegung ausgestattet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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