Die Erfindung betrifft ein Vakuum-Sicherheitssystem, das auf einen
Koffer zum Transport von Wertsachen anwendbar ist und das aus einer Kombination
aus einem Mikroprozessor mit Chipkarte, der sich in dem Koffer befindet und die
gesamte Funktion des Sicherheitssystems steuert, Messfühlern für Temperatur, Feuchtigkeit,
Beschleunigung, elektrische Leitfähigkeit und Strahlung, aus einem Gerät, das die
Zerstörung der Wertsachen gewährleistet, und aus einem Riegelsystem, das das mechanische
Verschließen des Koffers sicherstellt und mittels zweier Pneumatik-Zylinder betätigt
wird, zwei Trägern, von denen sich einer am Ausgangspunkt des Werttransports und
der andere am Zielpunkt befindet, und die dazu bestimmt sind, den Koffer bei dessen
Abtransport und Ankunft in einer angepassten Aufnahme aufzunehmen und die mit einer
Vakuumpumpe ausgestattet sind, die im Koffer beim Abtransportieren ein Vakuum über
Druckluftleitungen und Druckluftverbindungen mit dem Koffer erzeugt, sowie mit Elektrokontakten,
die eine elektronische Verbindung mit dem Koffer herstellen und untereinander mit
einer Modem-Übertragungsleitung verbunden sind.
Das Grundproblem bei derartigen Transporten besteht in zunehmendem
Maße und führt zum Einsatz von Techniken, die immer komplizierter werden.
Das System gemäß der Erfindung umfaßt eine Kombination von Vorrichtungen,
die durch einen Mikroprozessor gesteuert werden, der in einem Koffer angeordnet
ist.
Mit dem Koffer sind zwei Träger bzw. Rahmen verbunden, deren einer
an der Ausgangsstelle und deren anderer an der Ankunftsstelle angeordnet ist; diese
beiden Träger enthalten jeweils eine elektronische Steuerung, die miteinander durch
eine Telefonleitung verbunden sind, die die Übertragung von codierten Informationen
ermöglicht.
Die beiden Träger weisen jeweils eine Vakuumquelle auf, die am Koffer
angeschlossen sind, entweder um das Vakuum im Koffer aufrechtzuerhalten oder um
sicherzustellen, daß das Vakuum in den Zylindern die mechanischen Riegel betätigt.
Wenn das Vakuum im Koffer aufrechterhalten wird, ist es nicht möglich, den Koffer
auf mechanischem Wege zu öffnen.
Jeder Versuch, während des Transports den Koffer oder Unterbrechungen
der Wand des Koffers zu öffnen, führt selbsttätig zum Abbau des Vakuums im Inneren
des Koffers. Ein Drucksensor im Koffer überträgt die abgefühlten Werte an den Mikroprozessor,
der ein Gerät beaufschlagt, das die Zerstörung der Wertsachen im Koffer in Aktion
setzt.
Das Schließen des Koffers durch Vakuum wird durch den Einsatz mehrerer
Riegel vervollständigt, die durch pneumatische Zylinder blockiert werden. Diese
Riegel wirken im schließenden oder im öffnenden Sinne, je nachdem, ob das Vakuum
oder Atmosphärendruck im Koffer wirksam ist.
Der Koffer weist keine von außen sichtbare Schließvorrichtung auf
und kann an der Abtransportstelle oder an der Ankunftsstelle nur über den Träger
bzw. Rahmen geöffnet werden.
Damit wird jeder Versuch der Veruntreuung beim Transport durch Begleitpersonen
oder durch Dritte ausgeschlossen.
Der Koffer weist ferner Sensoren zum Feststellen von Temperatur, Feuchtigkeit,
Beschleunigung, elektrischer Leitfähigkeit und Strahlung auf, die mit dem Mikroprozessor
gekoppelt sind. Wenn die von den Sensoren gemessenen Werte außerhalb eines vorbestimmten
Bereiches liegen und eine bestimmte Zeit lang andauern, gibt der Mikroprozessor
an die Vorrichtung den Befehl, die Wertsachen zu zerstören.
Die FR 2 674 897 A betrifft eine Vorrichtung zum Schutz gegen Diebstahl
von Wertsachen, die einen Behälter darstellt, dessen Wände hohl sind und dessen
Zugangstür, solange die Tür geschlossen ist, einen geschlossenen Raum ausbildet,
in dem ein Unterdruck herrscht, solange die Saugwirkung für den Schutz besteht.
Ein Gerät zur Zerstörung oder Veränderung von Wertsachen wird ausgelöst,
wenn eine Öffnung nicht mehr den Kriterien einer elektronischen Vorrichtung entspricht.
Die Vorrichtung umfaßt mindestens ein System mit zwei Trägern, einen
an der Abtransportstelle und einen an der Ankunftsstelle, die durch eine Telefonleitung
miteinander verbunden sind.
Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles
eines Koffers in Verbindung mit den Zeichnungen erläutert, die zeigen:
1 eine perspektivische Ansicht eines
transparent dargestellten Koffers und seiner Bestandteile,
2 eine Ansicht des Trägers bzw. Aufnahmerahmens,
3 einen Längsschnitt durch den Koffer,
4 eine Schnittansicht quer durch den
Koffer,
5 eine Anordnung für die Unterbringung
der Wertsachen, und
6 ein Scharnier und eine Dichtungsverbindung.
Nach der Darstellung in 1 besteht der
Koffer aus zwei Halbschalen 2, 3 aus Metall oder einem entsprechenden
Material hoher Stabilität. Die Ecken sind verstärkt ausgeführt und bieten einen
hohen Widerstand gegen Verschleiß. Die beiden Halbschalen 2,
3 sind mittels zweier Scharniere 4 miteinander verbunden, sind
jedoch elektrisch gegeneinander durch (nicht dargestellte) Isolierhülsen isoliert,
die in den Scharnieren angeordnet sind, und durch eine wasserdichte Verbindung
20 aus isolierendem Material, die zwischen den Rändern der beiden Schalen
2, 3 eingesetzt sind. Die Dichtverbindung 20 dient andererseits
dazu, die Dichtheit des Koffers zu gewährleisten und das Vakuum
im Inneren des Koffers während des Transportes aufrechtzuerhalten, wie weiter unten
beschrieben wird.
Die beiden Halbschalen 2, 3 stellen einen hohen
Widerstand gegen Kräfte dar, die bei einem eventuellen Öffnen angewendet werden,
und die durch das Vakuum im Inneren bedingt sind, wie auch Gegenkräfte, die durch
eventuelle Betätigung der Einrichtungen zur Zerstörung der Wertsachen hervorgerufen
werden.
Die untere Schale 3 weist verstellbare Abteile
7 zur Aufnahme der Wertsachen auf, die gegenüber Stempeln, Fräsern und
anderen Werkzeugen zur Zerstörung der Wertsachen angeordnet sind.
Diese untere Schale 3 nimmt die beweglichen Teile von Riegeln
9 an der Vorderseite und Riegeln 10 an den Seiten sowie die Blockierriegel
11 der Drehscharniere im rückwärtigen Teil des Koffers auf. In der unteren
Schale 3 sind verschiedene Sensoren, ein hydraulischer Druckspeicher
12 und ein pneumatischer Druckspeicher 20, ein Mehrfachschieber
13 für den Druckaufbau und den Druckabbau des Flusses, eine elektrische
Batterie und ein Mikroprozessor 21, der eine Chipkarte aufweist, vorgesehen.
Die obere Schale 2 enthält die Schließhaken der Riegel, den Mechanismus
22 zum Zerstören der Wertsachen und gegebenenfalls eine Anordnung, mit
der nicht entfernbarer Farbstoff auf die Wertsachen aufgetragen wird.
Das Verfahren zum Schließen oder Öffnen des Koffers an der Absendestelle
oder an der Ankunftstelle umfaßt mehrere Folgen, die ein ausreichendes Verlangsamen
der Bewegung ermöglichen, damit der Zerstörungsmechanismus aktiviert werden kann.
Die Träger 14 nehmen jeweils einen Rahmen 15 auf,
in den der Koffer gleiten kann, ferner eine Vakuumpumpe mit einer Düse
16, die an eine Pneumatikleitung des Koffers angeschlossen wird, sowie
das Elektronikgehäuse.
Nach dem Einbringen der Wertsachen in den Koffer und dem Verschließen
des Koffers von Hand wird der Koffer 1 in den Rahmen 15 eingesetzt,
wo er in seiner Funktionsposition gehalten wird, die Düse der Vakuumpumpe
16 und die Pneumatikleitung am Koffer werden angeschlossen. Ein zugeordneter
Schalter 23 am Träger kommt in Kontakt mit einem Gegenschalter auf der
Außenfläche des Koffers und erzeugt ein Befehlssignal, das auf den Mikroprozessor
21 codiert ist, den Schließvorgang auszuführen. Die Vakuumpumpe wird aktiviert
und während einer einstellbaren Zeitdauer wird in dem Koffer 1 enthaltene
Luft entfernt, bis ein Vakuum mit gewünschtem Wert erzielt ist. Der Mehrfachschieber
wird geschlossen, um das Vakuum aufrechtzuerhalten. Die Riegel 9,
10, 11 sind dann bedingt durch die Einwirkung eines Vakuums auf
die Wirkfläche der Pneumatikzylinder geschlossen, was durch einen Strömungsdurchgang
in dem Mehrfachschieber 13 sichergestellt ist. Die andere Wirkfläche der
Pneumatikzylinder bleibt einem Umgebungsdruck ausgesetzt, der die Blockierung der
Riegel 9, 10, 11 in der Schließ-Position gewährleistet.
Der Koffer 1 wird dann einerseits durch das im Inneren herrschende
Vakuum und den Druck von außen, und andererseits durch die Riegel an der Vorderseite,
der Rückseite und den Seitenflächen 9, 10, 11 geschlossen,
deren Befehlsorgane durch das gleiche Vakuum und den gleichen Umgebungsdruck blockiert
sind.
Der Mikroprozessor 21 beaufschlagt den Zerstörungsmechanismus
8.
Dieser enthält Hydraulikzylinder 17, die ihre Energie von
einem hydraulischen Druckspeicher 12 beziehen.
Die Zylinder 17 weisen Stanzvorrichtungen 18 auf,
die die Teile der Wertsachen, welche in den Räumen 7 angeordnet sind, durch
eine Bewegung quer zur Mittenebene des Koffers 1 beschädigen bzw. zerstören
können.
Entsprechend ihrer Form können die Stanzen 18 entweder eine
Ecke eines jeden Teiles oder einen zentrischen Abschnitt des Teiles der Wertsachen
abschneiden bzw. zerstören. Dieser Schneidvorgang geht so vor sich, daß eine unmittelbare
Identifizierung eines so behandelten Wertgegenstandes erfolgt.
Während des Transportes kontrolliert der Mikroprozessor
21 durch die Sensoren die Bedingungen in der Umgebung des Koffers, d. h.
die Temperatur, die Feuchtigkeit, den Druck, die Beschleunigung und vergleicht diese
Werte kontinuierlich mit Werten, die während des Schließens des Koffers registriert
worden sind. Wenn ein Wert von den vorher festgelegten Grenzwerten innerhalb einer
festgelegten Zeitdauer abweicht, löst der Mikroprozessor 21 den Vorgang
der Zerstörung der Wertsachen durch Beaufschlagung eines der Zylinder
17 aus.
Das Öffnen geschieht analog dem Schließvorgang. Der Koffer
1, der keinen Unregelmäßigkeiten während des Transportes ausgesetzt ist,
wird bei der Ankunft an der Bestimmungsstelle in einen Träger 14 identisch
dem, der für den Abgang verwendet wird, eingeführt. Dieser Träger hat über ein Modem
den Code empfangen, der im Mikroprozessor 21 gespeichert ist.
Eine elektronische Verbindung ermöglicht die Abgabe von codierten
Befehlen zum Öffnen über den Mikroprozessor 21, der beginnt, den Öffnungsvorgang
auszulösen.
Der Mikroprozessor 21 schaltet zuerst die Zerstörungsvorrichtung
8 aus. Der Mehrfachschieber 13 wird dann so betätigt, daß er den
Eintritt von Luft in den Koffer 1 bewirkt.
Durch eine andere Schaltung stellt der Mehrfachschieber
13 eine Verbindung zu den hinteren Wirkflächen der Zylinder für die Riegel
9, 10, 11 mit einem Vakuumspeicher 20 her, so
daß die vorderen Wirkflächen einem Atmosphärendruck ausgesetzt werden, der in diesem
Augenblick im Koffer 1 herrscht. Dies ermöglicht, daß
die Zylinder zurückgezogen werden und die Riegel 9, 10,
11 entriegelt werden.
Ein Signal zeigt das Ende des Betriebes an. Der Koffer kann dann geöffnet
werden und die Wertsachen können entnommen werden.