| Dokumentenidentifikation |
EP1452578 07.10.2004 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001452578 |
| Titel |
Verfahren zur Reduzierung des Stickstoffgehaltes in Brenngasen |
| Anmelder |
von Görtz & Finger Techn. Entwicklungs GmbH, 36110 Schlitz, DE |
| Erfinder |
Finger, Ulrich, 7647 Oberthingau, DE; von Görtz, Graf, Rüdiger, 36110 Schlitz, DE |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SI, SK |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
28.02.2003 |
| EP-Aktenzeichen |
030043517 |
| EP-Offenlegungsdatum |
01.09.2004 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
07.10.2004 |
| IPC-Hauptklasse |
C10K 3/00
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| IPC-Nebenklasse |
C01B 21/068
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| Beschreibung[de] |
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Bei der Vergasung von Holz oder ähnlicher Biomasse entsteht je nach
Holzart und Feuchte eine Gaszusammensetzung die besteht im folgenden aus ca. 20%
Wasserstoff H2, ca. 20% Kohlenmonoxid CO und ca. 2% - 4% Methan CH4.
Diese drei Gase sind brennbar und können für die Energieerzeugung genutzt werden.
Aus der Verbrennung eines Teiles der Biomasse die für die Prozesswärmeerzeugung
benötigt wird, sind im Gas 7% - 8% Kohlendioxid CO2 enthalten. Der restliche
Anteil im Brenngas besteht aus ca. 50% Stickstoff N2.
Die Vergaserluft besteht aus 21% Sauerstoff, 78% Stickstoff und ca.
1 % andere Gase. Bei der Erzeugung der Prozesswärme im Vergaser wird nur der Sauerstoff
für die Verbrennung verwertet so dass die 78% Stickstoff als Ballast übrig bleiben.
Hieraus ergibt sich auch der hohe Anteil von 50% Stickstoff im Brenngas, dass bei
der Vergasung erzeugt wird.
Um diesen Stickstoffanteil zu reduzieren und gleichzeitig Prozesswärme
zu erzeugen, wurde ein Verfahren entwickelt bei dem Siliciumpulver mit Stickstoff
verbrannt wird.
Die Erfindung des Verfahrens beruht darauf, dass zuerst die 21% Sauerstoff
aus der Luft mit dem Kohlenstoff der in Form von Holzkohle im Vergaser vorhanden
ist verbrennen. Erst danach wird erwärmtes Siliciumpulver dem Prozess zugeführt,
so dass das Siliciumpulver mit dem heissen Stickstoffgas verbrennt.
Bei der Verbrennung von Siliciumpulver mit Stickstoff wird Siliciumnitrid
Si3N4 erzeugt.
Da jegliches Holz oder Biomasse, das vergast wird vorher eine gewisse
Feuchtigkeit enthält, muss diese Feuchtigkeit erst durch Wärmeeinwirkung verdampft
werden. Dieser Dampf besteht aus H2 O und wird im Laufe der Vergasung
ab Temperaturen von 750° Celsius in die Gase Wasserstoff H2 und Sauerstoff
O2 aufgespaltet. Der Sauerstoff verbindet sich mit dem Kohlenstoff zu
Kohlenmomoxid CO und der Wasserstoff H2 bleibt als Brenngas bestehen.
Diese Aufspaltung des Wasserdampfes findet im ersten Drittel des Vergasungsprozesses
statt. Wenn nun ein Teil des Wasserdampfes mit dem erzeugten Siliciumnitrid in Verbindung
kommt, entsteht zum einen Ammoniak und zum anderen eine zusätzlich externe Wärme,
die als Prozesswärme genutzt werden kann. Das Ammoniakgas wäre der vierte Volumenanteil
an dem Brenngas und würde den Heizwert des Gases wesentlich verbessern. Ein weiterer
Vorteil ergebe sich daraus, dass Ammoniak bei der Verbrennung im Motor sich mit
dem entstehenden CO2 zu Harnstoff verbindet. Harnstoff verhindert bei
der Verbrennung die Entstehung von NOx, wodurch die Abgase des Motors
wesentlich verbessert werden.
Vorteile bei der Vergasung von Biomasse mit einem dosierten Zusatz
von Siliciumpulver wären folgende:
- 1) Der Stickstoffgehalt im Brenngas würde von 50% Volumenanteil, auf ein Minimum
reduziert werden.
- 2) Durch die Verbrennung von Siliciumpulver mit Stickstoff, wird zusätzliche
Prozesswärme erzeugt.
- 3) Durch Beimischung des bereits vorhandenen Wasserdampfes zum aus der Siliciumverbrennung
entstandenen Siliciumnitrid, entsteht Ammoniak und damit ein zusätzliches brennbares
Gas.
- 4) Bei der Verbindung von Siliciumnitrid mit Ammoniak, wird zusätzliche Prozesswärme
erzeugt.
- 5) Durch den Ammoniakanteil im Brenngas entsteht im Verbrennungsmotor durch
die Verbindung mit CO2 Harnstoff, der den NOx-Gehalt im Abgas
reduziert.
- 6) Das bei der Verbrennung von Siliciumpulver mit Stickstoff erzeugte Siliciumnitrid
wird mit der Asche aus der Vergasung ausgetragen. Das Siliciumnitrid kann von der
Asche getrennt werden und erzeugt durch den Verkauf einen zusätzlich wirtschaftlichen
Gewinn. Für dieses Siliciumnitrid werden zur Zeit auf dem Weltmarkt hohe Preise
gezahlt.
- 7) Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass die Prozesswärme, die durch
die Verbrennung von Siliciumpulver und Stickstoff entsteht es ermöglicht, auch nicht
brennbare Biomasse, wie zum Beispiel Klärschlamm, zu vergasen.
Es besteht auch die Möglichkeit, dem zu vergasendem Material in genau
bemessenen Dosierungen Siliciumpulver beizumischen.
Bei diesem Verfahren verbrennen die 21% Sauerstoff in der Luft zuerst
mit dem Siliciumpulver zu Quarzsand SiO2, der mit der Asche ausgetragen
wird.
Hierbei wird sehr viel Prozesswärme erzeugt, die für den Vergasungsprozess
verbraucht wird.
Erst danach verbrennt das Siliciumpulver mit dem 78% Stickstoffanteil
um den Heizwert des Brenngases zu verbessern.
Auch bei diesem Verfahren wird durch die Verbrennung von Siliciumpulver
und Stickstoff ein Siliciumnitrid erzeugt.
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| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Reduzierung des Stickstoffgehaltes in Brenngasen dadurch gekennzeichnet,
dass durch Beimischung von Siliciumpulver der Stickstoff im Gas verbrannt wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass durch die Verbrennung
von Siliciumpulver und Stickstoff Prozesswärme erzeugt wird.
- Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass durch die Verbindung
des bei der Trocknung entstandenen Wasserdampfes und dem aus der Stickstoffverbrennung
entstandenen Siliciumnitrid Ammoniak entsteht.
- Verfahren nach Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass durch den Ammoniak
ein weiteres brennbares Gas im Gasgemisch entsteht.
- Verfahren nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass durch die Verbindung
von Wasserdampf und Siliciumnitrid zusätzliche Prozesswärme entsteht.
- Verfahren nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass das aus der Verbrennung
von Siliciumpulver und Stickstoff entstandene Siliciumnitrid von der Asche getrennt
wird und als hochwertiges verkauft werden kann.
- Verfahren nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass durch die Prozesswärme,
die bei der Verbrennng von Siliciumpulver und Stickstoff entsteht, auch andere nicht
brennbare Stoffe (z.B. Klärschlammgranulat) vergast werden können.
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