Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Leistungselektronik.
Sie geht aus von einer kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung gemäss dem
Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs.
Stand der Technik
Umrichterschaltungen werden heute in einer Fülle von leistungselektronischen
Anwendungen, wie z.B. in der Antriebstechnik für Bahnanwendungen oder in statischen
Umformeinrichtungen eingesetzt. Eine solche Umrichterschaltung ist gängigerweise
gegen einen auftretenden Kurzschlussstrom geschützt, damit die Umrichterschaltung
nicht beschädigt oder zerstört wird. Eine solche kurzschlussstromgeschützte Umrichterschaltung
ist beispielsweise in "Determination of added inductance by fuses in DC-link inverter
applications, Drive & Control 2001, 13-15 March, London" angegeben. Darin weist
die Umrichterschaltung einen Gleichspannungskreis auf, der durch ein Gleichspannungskreisteilsystem
gebildet ist, wobei das Gleichspannungskreisteilsystem einen ersten Energiespeicher
aufweist. Das Gleichspannungskreisteilsystem weist weiterhin einen mit dem ersten
Energiespeicher seriell verbundenen zweiten Energiespeicher und Sicherungen auf.
Die beiden Energiespeicher sind jeweils als Kondensator ausgeführt, wobei jeder
der Kondensatoren über eine seriell geschaltete Sicherung mit der Verschienung des
Gleichspannungskreises verbunden ist. Weiterhin umfasst die Umrichterschaltung mindestens
ein für jede Phase vorgesehenes und zu dem Gleichspannungskreis über die Verschienung
parallel geschaltetes Zweigpaar, wobei jedes Zweigpaar Leistungshalbleiterschalter
aufweist. Tritt nun ein Kurzschlussstrom in einem oder mehreren der ansteuerbaren
Leistungshalbleiterschalter eines Zweigpaars auf, so entladen sich die beiden Kondensatoren
sehr schnell, wobei der Kurzschlussstrom hauptsächlich über den oder die kurzgeschlossenen
Leistungshalbleiterschalter des entsprechenden Zweigpaars fliesst. Die jeweils eine
Sicherung an dem entsprechenden Kondensator dient nun dazu, diesen Kurzschlussstrom
möglichst schnell durch Abtrennung des Gleichspannungskreisteilsystems und damit
des Gleichspannungskreises selbst von dem hauptsächlich vom Kurzschlussstrom betroffenen
Zweigpaar und den übrigen Zweigpaaren abzuhalten.
Problematisch bei einer kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung
nach "Determination of added inductance by fuses in DC-link inverter applications,
Drive & Control 2001, 13-15 March, London" ist es, dass durch die beiden in
Serie zu den Kondensatoren geschalteten Sicherungen und durch die Verbindung der
beiden Kondensatoren ein hochinduktiver Aufbau des Gleichspannungskreises und damit
der kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung erreicht ist, da sich die parasitären
Induktivitäten der beiden Sicherungen und der Verbindung der beiden Kondensatoren
addieren. Diese parasitäre Gesamtinduktivität bildet mit den beiden Kondensatoren
einen Oszillationspfad, welcher nur schwach gedämpft ist und bei jedem Schaltvorgang
des entsprechenden Leistungshalbleiterschalters, insbesondere beim Abschalten neu
zu Schwingungen angeregt wird. Die in der parasitären Gesamtinduktivität gespeicherte
elektrische Energie bewirkt bei solchen Schwingungen eine Stromamplitude dieser
Schwingungen, die in der Grössenordnung des abgeschalteten Stromes liegt. Die Dämpfung
dieser Schwingungen und damit die Vernichtung der in der parasitären Gesamtinduktivität
gespeicherten elektrischen Energie erfolgt ausschliesslich durch Fliessen des Stromes
in ohmschen Widerstandsanteilen der beiden Kondensators des Gleichspannungskreises
und der Verschienung. Dies führt zu höheren elektrischen und thermischen Belastungen
dieser Komponenten bezüglich Verlustleistung. Darüber hinaus ist der Aufbau des
Gleichspannungskreisteilsystems durch die beiden Sicherungen montage - und bauelementintensiv
und verursacht somit erhebliche Kosten. Zudem benötigen die zwei für das Gleichspannungskreisteilsystem
vorzusehenden Sicherungen viel Platz. Ein kompakter Aufbau einer kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung, wie er beispielsweise für Traktionsanwendungen in elektrischen
Bahnen gefordert ist, ist damit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich.
Darstellung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine kurzschlussstromgeschützte
Umrichterschaltung anzugeben, welche niederinduktiv aufgebaut ist, unkompliziert
und mit wenigen Bauelementen realisierbar ist und einen geringen Platzbedarf aufweist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. In den abhängigen
Ansprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung angegeben.
Die erfindungsgemässe kurzschlussstromgeschützte Umrichterschaltung
umfasst einen Gleichspannungskreis, der durch ein Gleichspannungskreisteilsystem
gebildet ist, wobei das Gleichspannungskreisteilsystem einen ersten Energiespeicher
und einen mit dem ersten Energiespeicher seriell verbundenen zweiten Energiespeicher
und eine Sicherung aufweist. Weiterhin umfasst die Umrichterschaltung mindestens
ein für jede Phase vorgesehenes und zu dem Gleichspannungskreis parallel geschaltetes
Zweigpaar, wobei jedes Zweigpaar Leistungshalbleiterschalter aufweist. Erfindungsgemäss
bildet die Sicherung die Verbindung zwischen dem ersten Energiespeicher und dem
zweiten Energiespeicher. Vorteilhaft kann dadurch ein niederinduktiver Aufbau des
Gleichspannungskreises und damit der kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung
erreicht werden, da gegenüber einer kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung
nach dem Stand der Technik eine Sicherung eingespart und damit die parasitäre Gesamtinduktivität
der Umrichterschaltung verringert werden kann. Weiterhin wird durch die vorteilhaft
verringerte parasitäre Gesamtinduktivität bewirkt, dass eine durch das Schalten,
insbesondere durch das Abschalten eines Leistungshalbleiterschalters eines Zweigpaars
der Umrichterschaltung angeregte elektrische Schwingung zwischen der parasitären
Gesamtinduktivität und den Energiespeichern des Gleichspannungskreises eine nur
sehr kleine Amplitude, insbesondere Stromamplitude aufweist. Die elektrische und
thermische Belastung der Komponenten der Umrichterschaltung kann somit vorteilhaft
vermindert werden.
Desweiteren ist die Montage und der Aufbau der erfindungsgemässen
kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung aufgrund der nur einen verwendeten
Sicherung für das Gleichspannungskreisteilsystem sehr einfach und bauelementextensiv,
wodurch erheblich Kosten eingespart werden können. Ferner benötigt die erfindungsgemässe
Umrichterschaltung nur ein Minimum an Platz und lässt sich somit vorteilhaft kompakt
realisieren. Die erfindungsgemässe Umrichterschaltung eignet sich vorteilhaft für
Anwendungen mit einphasiger Einspeisung und für Anwendungen mit grosser Energiespeicherkapazität.
Diese und weitere Aufgaben, Vorteile und Merkmale der vorliegenden
Erfindung werden aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
der Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung offensichtlich.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung,
- Fig. 2
- ein Ausschnitt der ersten Ausführungsform der erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung,
- Fig. 4
- ein Ausschnitt der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung nach Fig. 3 und
- Fig. 5
- eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung.
Die in der Zeichnung verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung
sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind in
den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Die beschriebenen
Ausführungsformen stehen beispielhaft für den Erfindungsgegenstand und haben keine
beschränkende Wirkung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen
kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung gezeigt. Weiterhin ist in Fig. 2
ein Ausschnitt der ersten Ausführungsform der erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung nach Fig. 1 dargestellt. Gemäss Fig. 1 umfasst die erfindungsgemässe
Umrichterschaltung einen Gleichspannungskreis 1, der durch ein Gleichspannungskreisteilsystem
2.1 gebildet ist, wobei das Gleichspannungskreisteilsystem 2.1 einen ersten Energiespeicher
3 und einen mit dem ersten Energiespeicher 3 seriell verbundenen zweiten Energiespeicher
4 und eine Sicherung 5 aufweist. Desweiteren umfasst die Umrichterschaltung nach
Fig. 1 mindestens ein für jede Phase R, S, T vorgesehenes und zu dem Gleichspannungskreis
1 parallel geschaltetes Zweigpaar 6, wobei jedes Zweigpaar 6 Leistungshalbleiterschalter
aufweist, d.h. allgemein weist somit jedes Zweigpaar 6 eine beliebige Anzahl an
Leistungshalbleiterschaltern auf, so dass auch Ausführungsformen mit nur einem einziger
Leistungshalbleiterschalter für jedes Zweigpaar 6 denkbar sind. Die Verbindung zwischen
jedem Zweigpaar 6 und dem Gleichspannungskreis 1 erfolgt über eine Verschienung
des Gleichspannungskreises 1. Vorzugsweise ist jeder Leistungshalbleiterschalter
als ansteuerbarer bidirektionaler Leistungshalbleiterschalter, insbesondere als
Bipolartransistor mit isoliert angeordneter Ansteuerelektrode (IGBT) mit zusätzlich
antiparallel geschalteter Diode ausgeführt. Selbstverständlich ist es auch denkbar,
dass ein solcher vorstehend genannter ansteuerbarer bidirektionaler Leistungshalbleiterschalter
beispielsweise als Abschaltthyristor, wie beispielweise GTO oder IGCT mit entsprechender
Beschaltung, oder als Leistungs-MOSFET mit antiparallel geschalteter Diode ausgeführt
sein kann.
In den Ausführungsformen der erfindungsgemässen Umrichterschaltung
gemäss Fig. 1 sowie in den nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen gemäss Fig.
3 und Fig. 5 ist die erfindungsgemässe Umrichterschaltung beispielhaft jeweils dreiphasig
ausgeführt. Allgemein kann die erfindungsgemässe Umrichterschaltung jedoch eine
beliebige Anzahl Phasen aufweisen, wobei dann, wie bereits erwähnt, für jede Phase
ein Zweigpaar 6 mit den entsprechenden Leistungshalbleiterschaltern vorgesehen ist.
Erfindungsgemäss bildet die Sicherung 5 die Verbindung zwischen dem
ersten Energiespeicher 3 und dem zweiten Energiespeicher 4. Vorteilhaft ist dadurch
ein niederinduktiver Aufbau des Gleichspannungskreises 1 und damit der kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung erzielt, da gegenüber bekannten kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltungen
eine Sicherung 5 eingespart und damit die parasitäre Gesamtinduktivität der Umrichterschaltung
verringert werden kann. Gegenüber vielen Anordnungen von Sicherungen 5 in Umrichterschaltungen
gemäss dem Stand der Technik, fliesst im Normalbetrieb aufgrund der Anordnung der
Sicherung 5 in der erfindungsgemässen Umrichterschaltung nur ein verhältnismässig
kleiner Strom über die Sicherung 5, so dass eine kostengünstige Sicherung 5 mit
einem geringen Nennstrom ausgewählt werden kann. Zudem bewirkt die nun verringerte
parasitäre Gesamtinduktivität, dass eine durch das Schalten, insbesondere durch
das Abschalten eines Leistungshalbleiterschalters eines Zweigpaars 6 der Umrichterschaltung
angeregte elektrische Schwingung zwischen der parasitären Gesamtinduktivität und
den Energiespeichern 3, 4 des Gleichspannungskreises 1 eine nur sehr kleine Amplitude,
insbesondere Stromamplitude aufweist. Die elektrische und thermische Belastung weiterer
Komponenten der Umrichterschaltung kann somit vorteilhaft reduziert werden.
Bei einem auftretenden Kurzschlussstrom in einem oder mehreren der
ansteuerbaren Leistungshalbleiterschalter eines Zweigpaars 6 entladen sich die beiden
Energiespeicher 3, 4 sehr schnell, wobei der Kurzschlussstrom hauptsächlich über
den oder die kurzgeschlossenen Leistungshalbleiterschalter des entsprechenden Zweigpaars
6 fliesst. Die Verbindung zwischen den beiden Energiespeichern 3, 4 bildende Sicherung
5 hat nun den Zweck, diesen Kurzschlussstrom möglichst schnell durch Abtrennung
des Gleichspannungskreisteilsystems 2.1 zu unterbrechen und damit den Kurzschlussstrom
von dem hauptsächlich betroffenen Zweigpaar 6 und den übrigen Zweigpaaren 6 abzuhalten.
Die Sicherung 5 ist vorzugsweise als Schmelzsicherungen ausgeführt, da diese genügend
schnell und zudem bauartbedingt niederinduktiv ist.
Gemäss Fig. 1 und Fig. 2 weist der erste Energiespeicher 3 des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 einen Kondensator und der zweite Energiespeicher 4 des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 einen Kondensator auf. In einer zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemässen
kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung nach Fig. 3 und in einem Ausschnitt
nach Fig. 4 der zweite Ausführungsform der erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung nach Fig. 3 weist der erste Energiespeicher 3 des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 zwei Kondensatoren und der zweite Energiespeicher 4 des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 ebenfalls zwei Kondensatoren auf. Allgemein ist es somit denkbar, dass der erste
Energiespeicher 3 des Gleichspannungskreisteilsystems 2.1 mindestens einen Kondensator
aufweist und der zweite Energiespeicher 4 des Gleichspannungskreisteilsystems 2.1
ebenfalls mindestens einen Kondensator aufweist. Gemäss Fig. 3 und Fig. 4 sind bei
einem mehrere Kondensatoren aufweisenden ersten Energiespeicher 3 des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 die Kondensatoren parallel geschaltet. Weiterhin sind gemäss Fig. 3 und Fig.
4 bei einem mehrere Kondensatoren aufweisenden zweiten Energiespeicher 4 des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 die Kondensatoren auch parallel geschaltet. Die vorstehend angegebene Parallelschaltung
der Kondensatoren bewirkt vorteilhaft eine Kapazitätserhöhung des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 und damit des Gleichspannungskreises 1 selbst. Es ist aber alternativ ebenso
denkbar, dass bei einem mehrere Kondensatoren aufweisenden ersten Energiespeicher
3 die Kondensatoren in Serie geschaltet sind und bei einem mehrere Kondensatoren
aufweisenden zweiten Energiespeicher 4 die Kondensatoren ebenfalls in Serie geschaltet
sind. Durch die vorstehend angegebene Serienschaltung der Kondensatoren kann vorteilhaft
eine Spannungserhöhung des Gleichspannungskreisteilsystems 2.1 und damit des Gleichspannungskreises
1 selbst erreicht werden, da sich die Gesamtspannung des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 als Addition der einzelnen an jedem Kondensator anliegenden Spannungen ergibt.
Gemäss Fig. 1 und Fig. 3 sind jeweils zwei Phasen R, S, T über ein
erstes ansteuerbares Kurzschlusselement 8 miteinander verbunden. Die Verbindung
zwischen den jeweiligen Phasen R, S, T ist dabei niederimpedant, d.h. mit einer
nur sehr kleinen seriellen Impedanz ausgeführt. Dieses erste ansteuerbare Kurzschlusselement
8 dient bei einem Kurzschluss an einer oder mehreren Phasen R;S;T dazu, dass ein
durch den Kurzschluss bedingter Kurzschlussstrom aus den Phasen R, S, T, d.h. beispielsweise
aus einem elektrischen Versorgungsnetz, nicht oder nur mit einer kleinen Amplitude
über die Leistungshalbleiterschalter der entsprechenden Zweigpaare 6, insbesondere
bei entsprechend ausgeführten Leistungshalbleiterschalteren über die antiparallel
geschalteten Dioden fliesst, damit die Leistungshalbleiterschalter nicht weiter
oder überhaupt nicht beschädigt oder zerstört werden. Das erste Kurzschlusselement
8 wird dann angesteuert, wenn in oder an einem Zweigpaar 6 mittels einer Detektionseinrichtung
ein Kurzschlussstrom detektiert wird, wobei das erste ansteuerbare Kurzschlusselement
8 dann die beiden jeweils mit dem ersten Kurzschlusselement 8 verbundenen Phasen
R, S, T kurzschliesst. Für eine dreiphasig ausgeführte erfindungsgemässe Umrichterschaltung
ist es auch denkbar, dass bei nur zwei Phasen R, S, T jeweils ein erstes Kurzschlusselement
8 vorgesehen ist. Mit Vorteil ist ein solches erste ansteuerbares Kurzschlusselement
8 aus zwei antiparallel geschalteten ansteuerbaren Leistungshalbleitern mit jeweiliger
Druckkontaktierung, wie beispielsweise Scheibenthyristoren oder GTOs, gebildet.
Das erste ansteuerbare Kurzschlusselement 8 kann aber auch als Triac ausgebildet
sein.
Gemäss Fig. 1 und Fig. 3 weist die erfindungsgemässe Umrichterschaltung
mindestens ein zweites ansteuerbares Kurzschlusselement 7 auf, das parallel zu dem
Gleichspannungskreisteilsystem 2.1 geschaltet ist. Dieses zweite ansteuerbare Kurzschlusselement
7 dient bei einem Kurzschluss in einem oder mehreren der ansteuerbaren Leistungshalbleiterschalter
eines Zweigpaars 6 dazu, dass ein durch den Kurzschluss bedingter Kurzschlussstrom
aus den Energiespeichern 3, 4 oder aus den Phasen R, S, T, d.h. beispielsweise aus
einem elektrischen Versorgungsnetz, nur sehr kurz über den oder die kurzschlussbehafteten
Leistungshalbleiterschalter des entsprechenden Zweigpaars 6 fliesst und dann über
das zweite Kurzschlusselement 7 gelenkt wird, damit das oder die kurzschlussbehafteten
Leistungshalbleiterschalter nicht weiter beschädigt oder zerstört werden. Das zweite
Kurzschlusselement 7 wird dann angesteuert, wenn in oder an einem Zweigpaar 6 mittels
der Detektionseinrichtung ein Kurzschlussstrom detektiert wird, wobei das zweite
ansteuerbare Kurzschlusselement 7 dann durch entsprechendes Schalten den Gleichspannungskreis
1 kurzschliesst. Bei Ansteuerung des zweiten Kurzschlusselementes 7 werden die antiparallel
geschalteten Dioden bei entsprechend ausgeführten Leistungshalbleiterschaltern mit
dem Kurzschlussstrom beaufschlagt, wenn beispielsweise keine ersten Kurzschlusselemente
8 vorgesehen sind. Mit Vorteil ist ein solches zweites ansteuerbares Kurzschlusselement
7 als ansteuerbarer Leistungshalbleiter mit Druckkontaktierung, wie beispielsweise
ein Scheibenthyristor oder ein GTO, ausgebildet. Dieses derart ausgebildete zweite
ansteuerbare Kurzschlusselement 7 ist vorzugsweise direkt an der Verbindung eines
Zweigpaars 6 und der Verschienung zum Gleichspannungskreis 1 angeordnet, wodurch
weiter Platz eingespart werden kann und ein niederinduktiver Aufbau der erfindungsgemässen
Umrichterschaltung erreicht werden kann. Zur Erhöhung der Stromführbarkeit im Falle
des vorstehend detailliert beschriebenen Kurzschliessens des Gleichspannungskreisteilsystems
2.1 und damit des Gleichspannungskreises 1 können auch mehrere parallel zu dem Gleichspannungskreisteilsystem
2.1 geschaltete zweite ansteuerbare Kurzschlusselemente 7 vorgesehen sein. Ein weiterer
Vorteil des zweiten Kurzschlusselementes 7 besteht darin, dass die beiden Energiespeicher
3, 4 des Gleichspannungskreisteilsystems 2.1 bei einem auftretenden Kurzschluss
durch das Schalten des zweiten Kurzschlusselementes 7 frühzeitig entladen werden
und damit die Sicherung 5 schneller ansprechen kann. Durch das frühzeitige Ansprechen
der Sicherung 5 kann das hauptsächlich vom Kurzschluss betroffene Zweigpaar 6 und
die übrigen Zweigpaare 6 in verbesserter Weise vor weiterer Beschädigung oder Zerstörung
geschützt werden.
In Fig. 5 ist eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemässen
kurzschlussstromgeschützten Umrichterschaltung gezeigt. Die Umrichterschaltung nach
Fig. 5 unterscheidet sich von den in Fig. 1 und Fig. 3 dargestellten und vorstehend
detailliert beschriebenen Ausführungsformen der Umrichterschaltung darin, dass der
Gleichspannungskreis 1 mindestens ein weiteres Gleichspannungskreisteilsystem 2.2,
..., 2.n des bisherigen Gleichspannungskreisteilsystems 2.1 aufweist, wobei die
Gleichspannungskreissteilsysteme 2.1, ..., 2.n zueinander parallel geschaltet sind.
Entsprechend Fig. 3 kann gemäss Fig. 5 jedes Gleichspannungskreisteilsystem 2.1,
..., 2.n bezüglich des zugehörigen ersten Energiespeichers 3 mehrere Kondensatoren
und bezüglich des zugehörigen zweiten Energiespeichers 4 mehrere Kondensatoren aufweisen.
Entsprechend Fig. 3 sind dann gemäss Fig. 5 die Kondensatoren des ersten und zweiten
Energiespeichers 3, 4 eines jeden Gleichspannungskreissteilsystems 2.1, ..., 2.n
vorzugsweise jeweils parallel geschaltet. Wie schon bei der Beschreibung der zweiten
Ausführungsform der erfindungsgemässen Umrichterschaltung nach Fig. 3 erwähnt, bewirkt
die Parallelschaltung der Kondensatoren vorteilhaft eine Kapazitätserhöhung des
jeweiligen Gleichspannungskreisteilsystems 2.1, ..., 2.n und damit des Gleichspannungskreises
1 selbst. Es ist aber alternativ ebenso denkbar, wie auch bei der Beschreibung der
zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen Umrichterschaltung nach Fig. 3 entsprechend
schon erwähnt, dass die Kondensatoren des ersten und zweiten Energiespeichers 3,
4 eines jeden Gleichspannungskreissteilsystems 2.1, ..., 2.n jeweils in Serie geschaltet
sind. Durch diese Serienschaltung der Kondensatoren kann vorteilhaft eine Spannungserhöhung
des jeweiligen Gleichspannungskreisteilsystems 2.1, ..., 2.n und damit des Gleichspannungskreises
1 selbst erreicht werden. Es versteht sich, dass der erste Energiespeicher 3 und
der zweite Energiespeicher eines jeden Gleichspannungskreisteilsystems 2.1, ...,
2.n auch jeweils nur einen Kondensator aufweisen kann. Bei der Ausführungsform der
Umrichterschaltung gemäss Fig. 5 ist entsprechend Fig. 1 und Fig. 3 ein erstes ansteuerbares
Kurzschlusselement 7 und für jeweils zwei Phasen R, S, T ein zweites ansteuerbares
Kurzschlusselement 8 vorgesehen, wobei auf die detaillierte Beschreibung bei Fig.
1 und Fig. 3 des ersten und zweiten ansteuerbaren Kurzschlusselementes 7, 8 mit
den dabei angegebenen Vorteilen verwiesen wird. Selbstverständlich ist bei der Ausführungsform
der erfindungsgemässen Umrichterschaltung nach Fig. 5 entsprechend Fig. 1 bis Fig.
4 für jedes Gleichspannungskreisteilsystem 2.1, ..., 2.n eine Sicherung 5 vorgesehen,
die Verbindung zwischen dem ersten Energiespeicher 3 des zugehörigen Gleichspannungskreisteilsystems
2.1, ..., 2.n und dem zweiten Energiespeicher 4 desselben Gleichspannungskreisteilsystems
2.1, ..., 2.n bildet.
Der Vorteil, neben dem bisherigen Gleichspannungskreissteilsystem
2.1 weitere parallelgeschaltete Gleichspannungskreissteilsysteme 2.2, ..., 2.n vorzusehen,
besteht darin, dass sich die parasitäre Gesamtinduktivität durch die Parallelschaltung
der Gleichspannungskreisteilsysteme 2.1, ..., 2.n weiter reduzieren lässt. Dies
bewirkt vorteilhaft, dass die eingangs erwähnte elektrische Schwingung zwischen
der parasitären Gesamtinduktivität und sämtlichen ersten und zweiten Energiespeichern
3, 4 des Gleichspannungskreises 1 amplitudenmässig weiter verringert werden kann.
Die elektrische und thermische Belastung weiterer Komponenten der Umrichterschaltung
kann somit vorteilhaft auf ein Minimum reduziert werden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einem Kurzschluss innerhalb eines
der Gleichspannungskreisteilsysteme 2.1, ..., 2.n nur das vom Kurzschluss betroffenen
Gleichspannungskreisteilsystem 2.1, ..., 2.n durch die zugehörige Sicherung 5 vom
übrigen-Gleichspannungskreis 1 abgetrennt wird. Durch diese redundanten Gleichspannungskreisteilsysteme
2.1, ..., 2.n ist somit vorteilhaft ein hohes Mass an Selektivität erreichbar, so
dass die erfindungsgemässe Umrichterschaltung mit den restlichen, nicht vom Kurzschluss
betroffenen Gleichspannungskreisteilsystemen 2.1, ..., 2.n nahezu uneingeschränkt
weiterbetrieben werden kann. Gerade bei Einsatz der erfindungsgemässen kurzschlussstromgeschützten
Umrichterschaltung beispielsweise für Traktionsanwendungen in elektrischen Bahnen
ist ein solcher Weiterbetrieb der Umrichterschaltung unerlässlich.
Die erfindungsgemässe kurzschlussstromgeschützte Umrichterschaltung
zeichnet sich insgesamt durch einen montagefreundlichen, einfachen und damit kostengünstigen
Aufbau aus, kommt mit einer Minimalanzahl an Bauelementen aus und ist weiterhin
platzsparend und somit kompakt realisierbar.
Bezugszeichenliste
- 1
- Gleichspannungskreis
- 2.1,..., 2.n
- Gleichspannungskreisteilsystem
- 3
- erster Energiespeicher
- 4
- zweiter Energiespeicher
- 5
- Sicherung
- 6
- Zweigpaar
- 7
- zweites ansteuerbares Kurzschlusselement
- 8
- erstes ansteuerbares Kurzschlusselement