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Dokumentenidentifikation DE10334685B3 14.10.2004
Titel Sitzeinrichtung, insbesondere für ein militärisches Fahrzeug
Anmelder Rheinmetall Landsysteme GmbH, 24159 Kiel, DE
Erfinder Haas, Heinz, 29556 Suderburg, DE;
Becker, Wilfried, 29223 Celle, DE;
Behringer, Rudolf, 24214 Gettorf, DE
DE-Anmeldedatum 30.07.2003
DE-Aktenzeichen 10334685
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.10.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.10.2004
IPC-Hauptklasse B60N 2/50
IPC-Nebenklasse B60N 2/04   
Zusammenfassung Es wird vorgeschlagen, einen Gurtsitz (20), bestehend aus mehreren Gurten (21 bis 24) und einer daran befestigten Sitzfläche (27), zu verwenden. Zur Aufnahme werden Fixierpunkte (7 bis 13) in einem Fahrzeug benötigt. An vier Punkten wird der Sitz (20) bzw. die Sitzfläche (27) in Höhe gehalten, ein Gurt fixiert den Sitz (20) nach unten und ein weiterer nach hinten. Die hinteren beiden, den Sitz (20) in Höhe fixierenden Gurte (22, 23) sind in einer Sitzrichtung gekreuzt, wodurch es möglich wird, durch Umhängen von drei der vier den Sitz (20) in Höhe fixierenden Gurte (21, 22, 24) den Sitz (20) in eine neue Position zu bringen und ihn in dieser zu halten. Wichtig ist dabei auch eine genügende Überlänge an den Gurten (21 bis 24), damit diese in die Fixierpunkte (7 bis 13) wieder eingehängt werden können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sitzeinrichtung für Land-, Luft-, und Seefahrzeuge, insbesondere jedoch für ein militärisches Fahrzeug.

Ein Problem bei den Sitzen in insbesondere militärischen Fahrzeugen besteht darin, dass diese Sitze um 90° in einer Ebene schwenkbar sein müssen, um einmal in eine Fahrtrichtung und einmal in eine, häufig quer zur Fahrtrichtung weisender Arbeitsposition für eine Bedienperson gedreht werden zu können.

Konventionelle Sitze können dieses Schwenken zwar erreichen, benötigen aber viel Platz und eine entsprechende Schwenkvorrichtung. Eine Sitzeinrichtung mit großem Raumbedarf ist aus der DE 199 21 571 A1 bekannt. Eine weitere ist der DE 197 17 782 C2 entnehmbar. Auch die DE 101 45 315 A1 beschreibt eine Sitzeinrichtung, hier insbesondere in einem minengeschützten Kampffahrzeug.

Alternativ werden die Sitze auch so in den Raum gebracht, dass der Benutzer selbst auf der Sitzfläche sich um beispielsweise bis zu 90° umsetzen kann. Da diese Sitze in der Regel schwer sind, bieten sich diese für die Leichtbauweise von insbesondere militärischen Fahrzeugen nicht an. In diesen Fahrzeugen sind Sitze mit geringem Eigengewicht einzusetzen.

Hier greift die Erfindung die Aufgabe auf, eine Möglichkeit zu schaffen, einen leichten Sitz zu verwenden und diesen so zu gestalten, dass ein Besatzungsmitglied oder Benutzer seinen Sitz in einer sehr kurzen Zeit von der Fahrposition in eine Arbeitsposition und umgekehrt verstellen kann.

Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patenanspruchs 1.

Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, einen Sitz, bestehend aus Gurten, Laschen etc. und einer eingenähten, eingehängten oder sonstwie befestigten Sitzfläche zu verwenden. Zur Aufnahme des Sitzes im Fahrzeug werden mehrere Aufhängepunkte im Fahrzeug benötigt. An vorzugsweise 4 Punkten wird der Sitz in Höhe gehalten, zwei weitere Gurte fixiert den Sitz nach unten und nach hinten. Die hinteren beiden, den Sitz in Höhe fixierenden Gurte sind in einer der einzunehmenden Sitzrichtung zu kreuzen, wodurch es möglich wird, durch umhängen der den Sitz in Höhe fixierenden Gurte den Sitz in eine neue Position zu bringen und ihn in dieser zu halten.

In einer Variante wird zusätzlich zu den vier Gurten an den Aufhängepunkten ein 5. Gurt an die Decke gehangen, so dass es möglich ist, einen der vier anderen Gurte zu lösen. Die Bedienperson kann sich dann mit oder den Sitz alleine drehen und klipst den 5. Gurt an seinen Sitz an. Die Bedienperson dreht sich dann weiter und löst den nächsten Gurt. Die Person befestigt nun den zuerst gelösten Gurt am Sitz, was auch mit dem dritten Gurt erfolgt. In Summe ist dann das Schwenken um einen definierten Bereich abgeschlossen. Wichtig sind dabei auch eine genügende Überlänge an den Gurten, damit diese in die Aufhängepunkte wieder eingehängt werden können.

Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigt

1 eine Aufhängungsanordnung eines Sitzes von der Seite (stilistisch),

2 die Aufhängungsanordnung aus 1 von oben

3 eine Darstellung des umgehängten Sitzes von oben.

In 1 ist ein Sitz 20 bzw. eine Sitzeinrichtung dargestellt, welche hier sechs (vier dargestellte) Gurte 21 bis 24 sowie einer hier beispielsweise eingenähten Sitzfläche 27 aufweist (Ösen anstelle einer Naht sind auch möglich). Die Gurte 21 bis 24 sind an Fixierpunkten 1, 2, 4, 5 an der Sitzfläche 27 sowie an Aufhängepunkten 7, 8, 9, 10 an der Decke in einem nicht näher dargestellten Fahrzeug befestigt. Ein nicht belegter zusätzlicher Aufhängepunkt im Fahrzeug ist der Aufhängepunkt 13, der in etwa in einer Reihe (Linie) mit den Aufhängepunkten 8, 9 sowie 10 liegen sollte (hängt von der Größe der Sitzfläche 27 und dem Dreh- bzw. Verstellwinkel des Sitzes 20 ab).

Nicht weiter dargestellt sind der Übersichtlichkeit halber die Gurte zwischen den Fixierpunkten 6 und den Aufhängepunkten 12 sowie den Punkten 3/11. Diese Fixierung dient dazu, den Sitz 20 bzw. die Sitzfläche 27 einmal nach unten gegenüber dem Fahrzeugboden und einmal nach hinten zu fixieren.

Wesentlich für das Verständnis sind die vier Gurte 21 bis 24.

Der Gurt 21 verbindet den Fixierpunkt 1 und den Aufhängepunkt 7, der Gurt 22 die Punkte 2 und 9, der Gurt 23 die Punkte 4 und 8, und der Gurt 24 die Punkte 5 und 10. Wichtig ist, dass sich die Gurte 22 und 23 selbst einmal in einer der beiden durch den Sitz 20 einzunehmenden Richtungen überkreuzen.

Diese Kombination bzw. Anordnung ist in 2 dargestellt und zeigt den Sitz 20 beispielsweise in Sitzrichtung der Fahrtrichtung (Pfeil).

Zur Drehung des Sitzes 20 um beispielsweise 90° zur Fahrtrichtung werden in einer ersten Variante nun die Gurte 25, 24, 21 und 22 umgehängt. Dies erfolgt in folgender Reihenfolge:

  • 1. der Gurt 24 wird vom Aufhängepunkt 10 auf den Aufhängepunkt 13 umgehängt,
  • 2. der Gurt 21 wird vom Aufhängepunkt 7 auf den Aufhängepunkt 10 umgehängt,
  • 3. der Gurt 22 wird vom Aufhängepunkt 9 auf den Aufhängepunkt 7 umgehängt.

Entsprechend löst sich die vorherige Überkreuzung der beiden Gurte 22, 23 auf.

Soll die ursprüngliche Position wieder eingenommen werden. Erfolgt das Umhängen der Gurte in rückläufiger Reihenfolge, wobei das Überkreuzen der beiden Gurte 22, 23 erfolgen muss.

Der Zeitbedarf für eine Drehung liegt in etwa bei ca. 30 Sekunden.

Eine weitere Variante ergibt sich, wenn im Aufhängepunkt 13 ein zusätzlicher Gurt 25 angebracht ist. Dann wird der Gurt 24 vom Fixierpunkt 5 gelöst und der Fixierpunkt 5 mit dem Gurt 25 verbunden. Gurt 24 greift nach Lösen des Gurtes 21 in den Fixierpunkt 1, Gurt 21 nach Lösen des Gurtes 22 in den Fixierpunkt 2. Der Gurt 22 hängt dann ungebraucht herunter.

Prinzipiell kann das Gurtmaterial aus einem herkömmlichen Textilgewebe bestehen und entspricht beispielsweise dem Material der bekannten Autosicherheitsgurte. Die Sitzfläche selbst ist vorzugsweise ein textiles Gewebe.


Anspruch[de]
  1. Sitzeinrichtung, insbesondere für ein militärisches Fahrzeug, aufweisend mehrere, an Aufhängepunkten (7 bis 12) im Fahrzeug gelagerte Gurte (21 bis 24) sowie einer zwischen den Gurten (21 bis 24) befindlichen Sitzfläche (27), wobei wenigstens vier Gurte die Sitzfläche (27) in Höhe halten, zwei der wenigstens vier Gurte (22, 23) sich in einer der einzunehmenden Sitzrichtungen überkreuzen und wenigsten ein weiterer, freier Aufhängepunkt (13) im Fahrzeug vorhanden ist.
  2. Sitzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der freie Aufhängepunkt (13) in etwa in einer Linie zu den, den sich überkreuzenden Gurten (22, 23) zugehörigen Aufhängepunkten (8, 9) befindet und von diesen um die Länge des Sitzes (20) entfernt ist.
  3. Sitzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass am freien Aufhängepunkt (13) ein weiterer Gurt (25) befestigt ist.
  4. Sitzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (27) sowie die Gurte (21 bis 24) aus Leder bestehen.
  5. Sitzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (27) ein Tuchmaterial ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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