Die Erfindung betrifft mehrschichtige, zumindest teilweise gefärbte
Textilien.
Die Schichten eines mehrschichtigen Textils lassen sich auf unterschiedlichen
Wegen herstellen. Jede Schicht kann aus einem herkömmlichen Gewebe, einem Gewirke,
einem Gestricke oder mit biaxialer Struktur und auf anderen Wegen hergestellt werden.
Die einzelnen Schichten können nachträglich miteinander verbunden
werden. Die Schichten können auch unmittelbar bei der Herstellung miteinander verbunden
werden. Zu derartigen Textilien gehören auch die sogenannten Abstandsgewirke. Zu
den Einzelheiten von Geweben, Gestricken und Gewirken, insbesondere zu Abstandsgewirken
wird auf die Veröffentlichung Dr.. S. Raz „Einführung in technische Textilien"
erschienen bei Karl Mayer, Textilmaschinenfabrik GmbH, Obertshausen, www.karlmayer.de,
Bezug genommen, Ferner auf die EP748889A1.
Die Färbung kann durch nachträgliche Einfärbung des Textiles erfolgen.
Die Färbung kann auch durch eingefärbte Fäden entstehen.
Der Erfindung liegt auch die Aufgabe zugrunde, die Einfärbung zu bewirken.
Nach der Erfindung wird das dadurch erreicht, daß
- a) Gewebe oder Gewirke oder Gestricke mit offenen Maschen verwendet werden
- b) Gewebe oder Gewirke oder Gestricke unten mit einem Farbträger so beschichtet
werden, daß das Material des Farbträgers in die offenen Maschen dringt und durchscheint.
Die Farbgebung durch die Beschichtung wird besonders gut sichtbar
bei ganz oder teilweise transparenten Geweben oder Gewirken oder Gestricken.
Vorzugsweise ist eine Maschenweite von 0,3 bis 1,1 mm vorgesehen,
noch weiter bevorzugt eine Maschenweite von 0,6 bis 0,8 mm. Bei Gewirken mit Zick-Zack-förmig
verlaufenden Reihen ist der Abstand zwischen den Reihen für die Maschenweite bestimmend.
Die Maschenweite hat Einfluß auf das Gewicht des Gewebes oder Gewirkes oder Gestrickes.
Bei üblicher Beschaffenheit des Abstandsgewebes oder Abstandsgewirkes ergeben sich
Flächengewichte von z.B. 200 bis 600 Gramm pro Quadratmeter.
Vorzugsweise besteht das Gewebe oder Gewirke oder Gestricke aus Polyester.
Ferner ergeben sich vorteilhafte Strukturen mit einem Polyurethan
als Farbträger und Beschichtungsmaterial. Die Dicke des Beschichtungsmaterials wird
vorzugsweise so gewählt, daß sich ein Flächengewicht von 100 bis 300 Gramm pro Quadratmeter,
noch weiter bevorzugt 150 bis 250 Gramm pro Quadratmeter und höchst bevorzugt 180
bis 220 Gramm pro Quadratmeter ergibt.
Das Polyurethan wird vorzugsweise bei Raumtemperatur flüssig auf das
Gewebe oder Gewirke oder Gestricke aufgetragen. Dies geschieht in einer Lage, in
der die zu beschichtende Fläche nach oben weist. Das Polyurethan wird gleichmäßig
verteilt und so weit in die Maschenöffnungen des Gewebes, Gewirke oder Gestricke
gedrückt, daß es auf der gegenüberliegenden Seite erkennbar ist. Das geschieht wahlweise
mit einem Abstreifer oder mit einer Walze. Die richtige Materialaufgabe und der
richtige Druck können mit einigen Versuchen gefunden werden. Durch die Aushärtung
wird die Polyurethan-Beschichtung stabilisert.
Das Polyurethane (PUR) sind vor allem als Schaumstoffe, Elastomere
und Formteile bekannt. Auch die Beschichtung mit PUR ist bekannt. Dabei sind allerdings
größere Beschichtungsdicken üblich als sie nach der Erfindung vorzugsweise vorgesehen
sind. Bei dem oben wiedergegebenen Raumgewicht ergeben sich Schichtdicken, welche
kleiner als übliche Mindestbeschichtungsdicken von 1mm sind.
PUR ist durch Isocyanate kennzeichnet. Es handelt sich um die sehr
reaktionsfähige Isocyanatgruppe -N=C=O. Sie reagiert exotherm nicht nur mit wasserstoffaktiven
Verbindungen, sondern auch mit sich selbst. Eine besondere Rolle spielt Wasser als
OH-Komponente für die Schaumherstellung. Bei der Verbindung von Wasser mit Isocyanaten
bildet sich gasförmiges Kohlendioxid, das zur Schaumbildung führt. Auch bei der
Reaktion mit organischen Säuren entsteht Kohlendioxid. Das PUR kann Primärreaktionen
und Sekundärreaktionen erfahren.
Die in der Regel flüssigen Rohstoffe werden meistens bei Raumtemperatur
vermischt. Dabei können exakte stöchiometrische Verhältnisse oder überstöchiometrische
oder unterstöchiometrische Verhältnisse eingestellt werden.
Vorzugsweise findet ein 2-Komponenten-Sytem Anwendung, das aus Polyisocyanat
und einer Polyolkomponente besteht. Die Vermischung der Komponenten kann in einem
oder in mehreren Schritten erfolgen. Zur Einfärbung des PUR stehen Farbmittel als
Teige oder Pasten zur Verfügung. Die Farbmittel können als anorganische oder organische
Farbstoffe oder Pigmente in Polyolen vorgemischt vorkommen.
Je Rohstoffbasis härtet PUR bei Raumtemperatur oder bei höheren Temperaturen,
z.B. 60 bis 130 Grad Celsius aus.
Weitere Einzelheiten zur Anwendung von PUR sind in Saechtling, Kunststoff-Taschenbuch,
27.Aufl., S. 523 ff, beschrieben.
In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt.
1 zeigt eine Systemskizze mit einem Abstandsgewirke
mit einer unteren Schicht 1 und einer oberen Schicht 2 und Monofilamenten
3, welche die Schichten 1 und 2 miteinander verbinden.
Das Abstandsgewirke besteht aus Polyester und ist insgesamt transparent.
Die untere Schicht besitzt Maschen mit einer Öffnungsweite von 0,6
mm.
2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel
mit einem Abstandsgewirke 5, das sich von dem Gewirke nach 1
dadurch unterscheidet, daß es bei 6 mit schwarz eingefärbtem Polyurethan
beschichtet worden ist.
3 zeigt verschiedene Reihen
7,8 und 9 des Abstandsgewirkes zwischen denen jeweils
der Abstand von 0,6 mm besteht, welcher die Maschenweite bestimmt.
4 zeigt in einem dritten Ausführungsbeispiel
ein Abstandsgewirke 10, dessen Reihen 12 und 13 in
5 mit einem Abstand von 0,8mm dargestellt sind. Zwischen
den Reihen 12 und 13 sind die Monofilamente 11 ersichtlich,
welche die obere und unter Schicht miteinander verbinden, die zu dem Abstandsgewirke
gehören.
In allen dargestellten Ausführungsbeispielen sind die Abstandsgewirke
und die Beschichtung schwer entflammbar ausgelegt.
6 zeigt in schematischer Ansicht die Beschichtung
des Abstandsgewirkes.
Das Abstandsgewirke ist mit 17 bezeichnet und liegt in der
Beschichtungsanlage mit der Unterseite oben, so daß in der Benetzungsstation
15 PUR von oben auf das Gewirke gegeben werden kann. Die Menge ist so eingestellt,
daß keine Gefahr für ein Überlaufen am Rand besteht. In anderen Ausführungsbeispielen
wird das Überlaufen am Rand des Gewirkes durch geeignete Stege verhindert, die in
nicht dargestellter Weise oben auf dem Gewirke gleiten. Wahlweise gleitet das Gewirke
zugleich auf einem Tisch, welcher dem Gewirke eine definierte Lage gibt.
Nach der Beschichtung erfolgt eine gleichmäßige Verteilung des PUR
durch einen Abstreifer 16. Der Abstreifer übt zugleich einen Druck auf
das PUR aus, so daß PUR in die Maschen des Gewirkes eintritt, aber nicht durch die
Schicht hindurchtritt, welche die Unterseite des Gewirkes bildet und in der Beschichtungsanlage
oben liegt.
Das beschichtete Gewirke wird in eine Heizstation 19 geleitet.
Dort härtet das PUR unter Erwärmung aus und entsteht ein Kombiprodukt
20. Die Beschichtung wird zwischen zwei nachgeschalteten Kalanderwalzen
21 auf Maß gebracht und anschließend bei 22 aufgewickelt.