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Dokumentenidentifikation DE202004003630U1 14.10.2004
Titel Mehrschichtige Textilien
Anmelder Visser, Ferdinand, Ijsselstein, NL
Vertreter Kaewert, K., Rechtsanw., 40593 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 202004003630
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 14.10.2004
Registration date 09.09.2004
Application date from patent application 05.03.2004
IPC-Hauptklasse D06N 3/14

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft mehrschichtige, zumindest teilweise gefärbte Textilien.

Die Schichten eines mehrschichtigen Textils lassen sich auf unterschiedlichen Wegen herstellen. Jede Schicht kann aus einem herkömmlichen Gewebe, einem Gewirke, einem Gestricke oder mit biaxialer Struktur und auf anderen Wegen hergestellt werden.

Die einzelnen Schichten können nachträglich miteinander verbunden werden. Die Schichten können auch unmittelbar bei der Herstellung miteinander verbunden werden. Zu derartigen Textilien gehören auch die sogenannten Abstandsgewirke. Zu den Einzelheiten von Geweben, Gestricken und Gewirken, insbesondere zu Abstandsgewirken wird auf die Veröffentlichung Dr.. S. Raz „Einführung in technische Textilien" erschienen bei Karl Mayer, Textilmaschinenfabrik GmbH, Obertshausen, www.karlmayer.de, Bezug genommen, Ferner auf die EP748889A1.

Die Färbung kann durch nachträgliche Einfärbung des Textiles erfolgen. Die Färbung kann auch durch eingefärbte Fäden entstehen.

Der Erfindung liegt auch die Aufgabe zugrunde, die Einfärbung zu bewirken.

Nach der Erfindung wird das dadurch erreicht, daß

  • a) Gewebe oder Gewirke oder Gestricke mit offenen Maschen verwendet werden
  • b) Gewebe oder Gewirke oder Gestricke unten mit einem Farbträger so beschichtet werden, daß das Material des Farbträgers in die offenen Maschen dringt und durchscheint.

Die Farbgebung durch die Beschichtung wird besonders gut sichtbar bei ganz oder teilweise transparenten Geweben oder Gewirken oder Gestricken.

Vorzugsweise ist eine Maschenweite von 0,3 bis 1,1 mm vorgesehen, noch weiter bevorzugt eine Maschenweite von 0,6 bis 0,8 mm. Bei Gewirken mit Zick-Zack-förmig verlaufenden Reihen ist der Abstand zwischen den Reihen für die Maschenweite bestimmend. Die Maschenweite hat Einfluß auf das Gewicht des Gewebes oder Gewirkes oder Gestrickes. Bei üblicher Beschaffenheit des Abstandsgewebes oder Abstandsgewirkes ergeben sich Flächengewichte von z.B. 200 bis 600 Gramm pro Quadratmeter.

Vorzugsweise besteht das Gewebe oder Gewirke oder Gestricke aus Polyester.

Ferner ergeben sich vorteilhafte Strukturen mit einem Polyurethan als Farbträger und Beschichtungsmaterial. Die Dicke des Beschichtungsmaterials wird vorzugsweise so gewählt, daß sich ein Flächengewicht von 100 bis 300 Gramm pro Quadratmeter, noch weiter bevorzugt 150 bis 250 Gramm pro Quadratmeter und höchst bevorzugt 180 bis 220 Gramm pro Quadratmeter ergibt.

Das Polyurethan wird vorzugsweise bei Raumtemperatur flüssig auf das Gewebe oder Gewirke oder Gestricke aufgetragen. Dies geschieht in einer Lage, in der die zu beschichtende Fläche nach oben weist. Das Polyurethan wird gleichmäßig verteilt und so weit in die Maschenöffnungen des Gewebes, Gewirke oder Gestricke gedrückt, daß es auf der gegenüberliegenden Seite erkennbar ist. Das geschieht wahlweise mit einem Abstreifer oder mit einer Walze. Die richtige Materialaufgabe und der richtige Druck können mit einigen Versuchen gefunden werden. Durch die Aushärtung wird die Polyurethan-Beschichtung stabilisert.

Das Polyurethane (PUR) sind vor allem als Schaumstoffe, Elastomere und Formteile bekannt. Auch die Beschichtung mit PUR ist bekannt. Dabei sind allerdings größere Beschichtungsdicken üblich als sie nach der Erfindung vorzugsweise vorgesehen sind. Bei dem oben wiedergegebenen Raumgewicht ergeben sich Schichtdicken, welche kleiner als übliche Mindestbeschichtungsdicken von 1mm sind.

PUR ist durch Isocyanate kennzeichnet. Es handelt sich um die sehr reaktionsfähige Isocyanatgruppe -N=C=O. Sie reagiert exotherm nicht nur mit wasserstoffaktiven Verbindungen, sondern auch mit sich selbst. Eine besondere Rolle spielt Wasser als OH-Komponente für die Schaumherstellung. Bei der Verbindung von Wasser mit Isocyanaten bildet sich gasförmiges Kohlendioxid, das zur Schaumbildung führt. Auch bei der Reaktion mit organischen Säuren entsteht Kohlendioxid. Das PUR kann Primärreaktionen und Sekundärreaktionen erfahren.

Die in der Regel flüssigen Rohstoffe werden meistens bei Raumtemperatur vermischt. Dabei können exakte stöchiometrische Verhältnisse oder überstöchiometrische oder unterstöchiometrische Verhältnisse eingestellt werden.

Vorzugsweise findet ein 2-Komponenten-Sytem Anwendung, das aus Polyisocyanat und einer Polyolkomponente besteht. Die Vermischung der Komponenten kann in einem oder in mehreren Schritten erfolgen. Zur Einfärbung des PUR stehen Farbmittel als Teige oder Pasten zur Verfügung. Die Farbmittel können als anorganische oder organische Farbstoffe oder Pigmente in Polyolen vorgemischt vorkommen.

Je Rohstoffbasis härtet PUR bei Raumtemperatur oder bei höheren Temperaturen, z.B. 60 bis 130 Grad Celsius aus.

Weitere Einzelheiten zur Anwendung von PUR sind in Saechtling, Kunststoff-Taschenbuch, 27.Aufl., S. 523 ff, beschrieben.

In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.

1 zeigt eine Systemskizze mit einem Abstandsgewirke mit einer unteren Schicht 1 und einer oberen Schicht 2 und Monofilamenten 3, welche die Schichten 1 und 2 miteinander verbinden. Das Abstandsgewirke besteht aus Polyester und ist insgesamt transparent.

Die untere Schicht besitzt Maschen mit einer Öffnungsweite von 0,6 mm.

2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel mit einem Abstandsgewirke 5, das sich von dem Gewirke nach 1 dadurch unterscheidet, daß es bei 6 mit schwarz eingefärbtem Polyurethan beschichtet worden ist.

3 zeigt verschiedene Reihen 7,8 und 9 des Abstandsgewirkes zwischen denen jeweils der Abstand von 0,6 mm besteht, welcher die Maschenweite bestimmt.

4 zeigt in einem dritten Ausführungsbeispiel ein Abstandsgewirke 10, dessen Reihen 12 und 13 in 5 mit einem Abstand von 0,8mm dargestellt sind. Zwischen den Reihen 12 und 13 sind die Monofilamente 11 ersichtlich, welche die obere und unter Schicht miteinander verbinden, die zu dem Abstandsgewirke gehören.

In allen dargestellten Ausführungsbeispielen sind die Abstandsgewirke und die Beschichtung schwer entflammbar ausgelegt.

6 zeigt in schematischer Ansicht die Beschichtung des Abstandsgewirkes.

Das Abstandsgewirke ist mit 17 bezeichnet und liegt in der Beschichtungsanlage mit der Unterseite oben, so daß in der Benetzungsstation 15 PUR von oben auf das Gewirke gegeben werden kann. Die Menge ist so eingestellt, daß keine Gefahr für ein Überlaufen am Rand besteht. In anderen Ausführungsbeispielen wird das Überlaufen am Rand des Gewirkes durch geeignete Stege verhindert, die in nicht dargestellter Weise oben auf dem Gewirke gleiten. Wahlweise gleitet das Gewirke zugleich auf einem Tisch, welcher dem Gewirke eine definierte Lage gibt.

Nach der Beschichtung erfolgt eine gleichmäßige Verteilung des PUR durch einen Abstreifer 16. Der Abstreifer übt zugleich einen Druck auf das PUR aus, so daß PUR in die Maschen des Gewirkes eintritt, aber nicht durch die Schicht hindurchtritt, welche die Unterseite des Gewirkes bildet und in der Beschichtungsanlage oben liegt.

Das beschichtete Gewirke wird in eine Heizstation 19 geleitet. Dort härtet das PUR unter Erwärmung aus und entsteht ein Kombiprodukt 20. Die Beschichtung wird zwischen zwei nachgeschalteten Kalanderwalzen 21 auf Maß gebracht und anschließend bei 22 aufgewickelt.


Anspruch[de]
  1. Textil aus zwei beabstandeten Schichten aus Gewebe oder Gewirke oder Gestricke, die durch Monofilamente miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewebe oder Gewirke oder Gestricke offene Maschen besitzen und an der Unterseite mit einem Farbträger beschichtet sind, der in die offenen Maschen dringt und durchscheint.
  2. Textil nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Abstandsgewirkes.
  3. Textil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschen eine Öffnungsweite von 0,3 bis 1,1 mm, vorzugsweise 0,6 bis 0,8 mm besitzen.
  4. Textil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Textil ein Flächengewicht von 200 bis 600 Gramm pro Quadratmeter besitzt.
  5. Textil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Verwendung von Polyester für Gewebe, Gewirke, Gestricke.
  6. Textil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine Beschichtung mit Polyurethan.
  7. Textil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch ein Flächengewicht der Beschichtung von 100 bis 300 Gramm pro Quadratmeter, vorzugsweise von 150 bis 250 Gramm pro Quadratmeter und höchst bevorzugt von 180 bis 220 Gramm pro Quadratmeter.
  8. Textil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe oder Gewirke oder Gestricke ganz oder teilweise transparent ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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