Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gaserzeugungsmittel-Formteil,
das unter Bildung von Gaskomponenten unter Expandieren eines Airbag-Systems verbrannt
wird, und ein Verfahren zur Herstellung desselben. Die vorliegende Erfindung betrifft
konkreter eine neue Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung, die Betriebsgase in Airbag-Systemen
produziert, die in Kraftfahrzeugen und Luftfahrzeugen angeordnet sind und zum Schutz
von Menschen verwendet werden.
Es sind Airbag-Systeme bekannt, bei denen ein Sack schnell durch Gas
ausgedehnt wird, um zu verhindern, daß Insassen infolge der Trägheit kräftig gegen
verletzende Spitzen und/oder harte Teile im Inneren von Kraftfahrzeugen (z.B Griffe
und Windschutzscheiben), wenn Fahrzeuge wie z. B. Kraftfahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit
kollidieren, stoßen. Die Anforderungen an Gaserzeugungsmittel, die für Airbag-Systeme
eingesetzt werden, sind sehr streng, wie z. B. daß die Sack-Expansionszeit sehr
kurz ist, üblicherweise 40 bis 50 Millisekunden, und außerdem, daß die Gasatmosphäre
im Sack für den menschlichen Körper ungefährlich sein sollte (ähnlich der Luftzusammensetzung
in einem Auto).
Zur Zeit umfassen Gaserzeugungsmittel, die üblicherweise für Airbag-Systeme
verwendet werden, anorganische Azid-Verbindungen, insbesondere Natriumazid. Natriumazid
genügt den oben beschriebenen Anforderungen bezüglich der Sicherheit für die Insassen
nicht, da eine Alkali-Komponente, die als Nebenprodukt bei der Gaserzeugung gebildet
wird, toxisch ist, obgleich Natriumazid bezüglich der Brennbarkeit hervorragend
ist. Da Natriumazid selbst auch toxisch ist, sind auch die Auswirkungen, die es
auf die Umgebung ausübt, wenn es weggeworfen wird, von Bedeutung.
Um diese Mängel zu überwinden, wurden einige sogenannte Nicht-Azid-Gaserzeugungsmittel
entwickelt und ersetzten Natriumazid-Gaserzeugungsmittel. Beispielsweise ist in
der JP-A-3-208878 eine Zusammensetzung offenbart, die als Hauptkomponenten Tetrazol,
Triazol oder Metallsalze davon und Sauerstoffenthaltene Oxidationsmittel wie alkalische
Metallnitrate umfaßt. Außerdem sind in den JP-B-64-6156 und JP-B-64-6157 Gaserzeugungsmittel
beschrieben, die als Hauptkomponenten Metallsalze von Bitetrazol-Verbindungen, die
keinen Wasserstoff enthalten, umfassen.
In der JP-B-6-57629 wird darüber hinaus ein Gaserzeugungsmittel beschrieben,
das einen Übergangsmetall-Komplex von Tetrazol oder Triazol enthält. Ein Gaserzeugungsmittel,
das Triaminoguanidinnitrat enthält, wird in JP-A-5-254977 beschrieben; ein Gaserzeugungsmittel,
das Carbohydrazid enthält, wird in JP-A-6-239683 beschrieben und ein Gaserzeugungsmittel,
das Stickstoff-enthaltende Nicht-Metallverbindungen einschließlich Celluloseacetat
und Nitroguanidin umfaßt, ist in der JP-A-7-61855 gezeigt. Ferner wird im US-Patent
Nr. 5 125 684 die Verwendung von Nitroguanidin als Energiematerial, das zu 15 bis
35% aus einem Cellulose-Bindemittel besteht, beschrieben. In der JP-A-4-265292 wird
eine Gaserzeugungs-Zusammensetzung beschrieben, die eine Kombination aus Tetrazol-
und Triazol-Derivaten mit einem Oxidationsmittel und einem Schlacke-bildenden Mittel
umfaßt.
Allerdings haben Stickstoff-enthaltene organische Verbindungen den
Nachteil, daß sie, verglichen mit Azid-Verbindungen, während einer Verbrennung normalerweise
eine große Menge an Wärme erzeugen, wenn ein Oxidationsmittel, das zu Sauerstofferzeugung
in einer Menge, die dem chemischen Äquivalent entspricht, ausreicht, verwendet wird
(d. h. in einer Menge, die zur Verbrennung von Kohlenstoff, Wasserstoff und anderen
Elementen, die im Molekül der Verbindung enthalten sind, notwendig ist). Obgleich
es für ein Airbag-System zusätzlich zur Leistungsfähigkeit des Gaserzeugungsmittels
essentiell ist, daß das System selbst eine Größe hat, die beim normalen Fahren nicht
störend ist, erfordert eine große Wärmeerzeugung des Gaserzeugungsmittels bei der
Verbrennung das Vorhandensein eines fakultativen Teils zur Entfernung von Wärme,
wenn ein Gasgenerator geplant wird, und damit wird es unmöglich, den Gasgenerator
selbst zu miniaturisieren. Obgleich der Heizwert durch Auswahl der Art des Oxidationsmittels
reduziert werden kann, wird die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit gleichfalls
reduziert, was zur Reduzierung der Gaserzeugungsleistungsfähigkeit führt.
Wie oben beschrieben wurde, hat eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung,
die eine Stickstoff-enthaltende organische Verbindung umfaßt, den Nachteil, daß
sie normalerweise, verglichen mit Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzungen unter Verwendung
von anorganischen Azid-Verbindungen, eine große Wärmemenge bei der Verbrennung erzeugt,
wenn ein Oxidationsmittel verwendet wird, das zur Erzeugung von Sauerstoff in einer
Menge, die dem chemischen Äquivalent davon entspricht, ausreichend ist. Als Resultat
einer hohen Verbrennungstemperatur ist die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit gering.
Ein Problem, das durch hohe Verbrennungstemperaturen verursacht wird,
besteht darin, daß die Säcke dadurch beschädigt werden, daß aus einer Aufblasvorrichtung
(i) ein chemisches Reaktionsprodukt aus alkalischem Nebel, der aus den Oxidationsmittel-Komponenten,
die in den Zusammensetzungen enthalten sind, besteht, zusammen mit (ii) heißen Körnern,
die im Kühlungsteil durch Erosion eines Kühlelements, das in vielen Fällen aus rostfreiem
Stahl hergestellt ist, neu gebildet werden, freigesetzt wird. Wenn man auch eine
Schlacke in der Verbrennungskammer bilden könnte, bevor die Nebel und heißen Körner
im Kühlungsteil ankommen, könnte dies allerdings verhindern, daß die alkalischen
Nebel, die aus den Oxidationsmittel-Komponenten erzeugt werden, und die heißen Körner,
die in einer Verbrennungskammer neu gebildet werden, aus der Aufblasvorrichtung
austreten. Auf diese Weise könnte ein Aufblassystem unter Verwendung einer geringen
Menge eines Kühlmittels verwirklicht werden, ohne daß der Sack in verhängnisvoller
Weise beschädigt wird, da die erzeugten Gase, obgleich sie hohe Temperaturen haben,
nur eine geringe Wärmekapazität aufweisen. Dies würde es möglich machen, eine Aufblasvorrichtung
geringerer Größe zu verwirklichen.
Nicht-Azid-Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzungen unter Verwendung
verschiedener Stickstoff-enthaltender organischer Verbindungen einschließlich Tetrazol-Derivate
wurden bereits früher untersucht. Obgleich die linearen Verbrennungsgeschwindigkeiten
der Zusammensetzung in Abhängigkeit von Art des damit kombinierten Oxidationsmittels
variieren, haben fast alle derartigen Zusammensetzungen eine lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
von 30 mm/s oder weniger.
Die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit beeinflußt die physikalische
Form einer Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung zur Erfüllung der geforderten Leistungen.
Bei einer Form einer Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung wird die
Verbrennungszeit der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung in Abhängigkeit von geringsten
Dicke der Dicke in einem dicken Teil davon bestimmt; das gleiche gilt für die lineare
Verbrennungsgeschwindigkeit der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung. Die Sack-Ausdehnungszeit,
die von Aufblassystemen gefordert wird, beträgt etwa 40 bis 60 Millisekunden.
Um innerhalb dieser Zeit vollständig zu verbrennen, wird in vielen
Fällen eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung in Granulatform und in Scheibenform
verwendet. Allerdings wird eine Zeit von 100 Millisekunden verlangt, z. B. wenn
die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit 20 mm/s bei einer Dicke von 2 mm ist; demnach
kann die erforderliche Aufblasleistung für einen Kraftfahrzeug-Airbag nicht zufriedenstellend
sein.
Dementsprechend kann die Leistung bei einer Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung,
die eine lineare Verbrennungsgeschwindigkeit von etwa 20 mm/s hat, nicht befriedigen,
wenn die Dicke nicht etwa 1 mm ist. Bei einer linearen Verbrennungsgeschwindigkeit
von etwa 10 mm/s oder weniger besteht daher eine essentielle Bedingung darin, daß
die Dicke des dicken Teils noch geringer ist.
Obgleich die Kombination eines Oxidationsmittel wie Natriumnitrat
und Kaliumperchlorat mit einem Gaserzeugungsmittel zur Erhöhung der linearen Verbrennungsgeschwindigkeit
bekannt ist, wird Natriumoxid aus Natriumnitrat oder Kaliumchlorid aus Kaliumperchlorat
aus dem Aufblassystem in Form einer Flüssigkeit oder eines festen feinen Pulvers
freigesetzt und, falls kein Schlacke-bildendes Mittel vorhanden ist, ist es äußerst
schwierig, die Menge, die daraus freigesetzt wird, mit herkömmlichen Filtern auf
ein zulässiges Ausmaß zu verringern.
Zur Erzielung einer Dicke eines dicken Teils in Granulatform oder
Scheibenform, die in vielen Fälle verwendet werden, wenn die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
etwa 10 mm/s oder weniger ist, ist die Dicke von etwa 0,5 mm oder weniger essentiell.
Allerdings ist es in der Praxis fast unmöglich, eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung,
die eine solche Dicke hat, zu produzieren, wenn dieselbe in Granulatform oder Scheibenform
vorliegt, so daß sie Vibration von Kraftfahrzeugen über einen langen Zeitraum aushält
und technisch stabil ist.
DE-A-195 48 919 betrifft eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung,
die insbesondere Dicyandiamid als Stickstoff-enthaltende organische Verbindung,
Nitrate wie Strontiumnitrat als Oxidationsmittel und einen Binder wie Natrium-Carboxymethylcellulose
enthält.
EP-A-0661253 betrifft eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung unter
Verwendung von Dicyanamid-Salzen. Strontiumnitrat wird als als Oxidationsmittel
offenbart, und gegebenenfalls kann ein Binder zugegeben werden, bei dem es sich
beispielsweise um Natrium-Carboxymethylcellulose handeln kann.
DE-U-94 16 112 betrifft eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung,
die Nitroguanidin, mindestens ein Erdalkalimetallnitrat als Oxidationsmittel und
Carboxymethylcellulose enthält.
EP-A-0607446 betrifft eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung, die
Nitroguanidin und ein Halogenoxosalz als Oxidationsmittel enthält. Die Zusammensetzung
kann ferner außerdem Carboxymethylcellulose enthalten.
US-A-4386979 betrifft eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung, die
eine Cyanoamid-Verbindung und ein Oxidationsmittel enthält, beispielsweise ein Erdalkalinitrat.
EP-A-0673809 betrifft ein Aufpumpsystem für ein aufpumpbares Automobilsicherheitssystem,
dass einen ein Treibmittel enthaltenden Sicherheits-Airbag aufweist. Diese Treibmittel
können auf Nitrocellulose basieren.
Aufgabe war, eine neue Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung mit einer
geringeren linearen Verbrennungsgeschwindigkeit, die innerhalb einer bestimmten
Zeit verbrannt werden kann, durch Formen in eine bestimmten Ausgestaltung bereitzustellen,
deren Leistungfähigkeit als Gaserzeugungsmittel für Airbags ausreichend ist.
Diese Aufgabe wird durch die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung nach
den Ansprüchen 1 und 5 sowie das Aufpumpsystem nach Anspruch 9 gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
1 zeigt das Aussehen eines Gaserzeugungsmittel-Formteils
für Airbags gemäß der vorliegenden Erfindung, worin L die Länge darstellt; R den
Außendurchmesser darstellt und d den Innendurchmesser darstellt.
Die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung, die in der vorliegenden Endung
verwendet wird, wird hergestellt, indem ein Bindemittel und ein Schlacke-bildendes
Mittel zu einer Stickstoff-enthaltenden organischen Verbindung und einem Oxidationsmittel
gegeben werden. Um die Wärmeerzeugung zu unterdrücken, wird eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung
verwendet, die eine lineare Verbrennungsgeschwindigkeit aufweist, welche in den
Bereich von 1 bis 12,5 mm/s fällt.
Die vorliegende Erfindung hat es möglich gemacht, eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung
mit einer linearen Verbrennungsgeschwindigkeit von etwa 10 mm/s oder weniger für
die Herstellung von Kraftfahrzeug-Airbags zu verwenden und hat es ferner möglich
gemacht, ein stärker miniaturisiertes Aufblassystem, einschließlich guter Qualität
der resultierenden gebildeten Gase, einer praktischen Verwendung zuzuführen.
Die Stickstoff-enthaltende Verbindung, die in der vorliegenden Erfindung
verwendet werden kann, ist Nitroguanidin im Hinblick auf die geringe Kohlenstoffatomzahl
im Molekül. Nitroguanidin umfaßt nadelförmiges kristallines Nitroguanidin mit einem
geringen spezifischen Gewicht und Nitroguanidin massiver Kristallgröße, das ein
hohes spezifisches Gewicht hat. Die Verwendung von Nitroguanidin mit hohem spezifischen
Gewicht ist auch vorteilhaft unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit bei der Produktion
in Gegenwart einer geringen Menge Wasser und der Einfachheit bei der Handhabung.
Die verwendete Menge liegt üblicherweise im Bereich von 25 bis 60
Gew.-%, bevorzugter im Bereich von 30 bis 40 Gew.-%. Die Konzentration an CO, das
in Spurenmengen im erzeugten Gas vorhanden ist, nimmt zu, wenn sie größer ist als
die theoretische Menge für die vollständige Oxidation ist. Wenn sie allerdings in
derselben oder in geringerer Menge als die theoretische Menge für die vollständige
Oxidation verwendet wird, nimmt die Konzentration an NOx, das in Spurenmengen im
erzeugten Gas enthalten ist, zu. Am günstigsten ist ein Bereich, in dem beide Gase
im optimalen Gleichgewicht gehalten werden.
Strontiumnitrat kann als Oxidationsmittel verwendet werden. Was seine
Menge angeht, so liegt das Oxidationsmittel normalerweise in einer Menge im Bereich
von 40 bis 65 Gew.-% und insbesondere im Bereich von 45 bis 60 Gew.-%, bezüglich
der oben beschrieben Konzentrationen an CO und NOx vor.
Nitrate sind unter den Gesichtspunkten, z. B. der Reduzierung der
Anzahl von Sauerstoffen, die in einem Nitrit-Molekül verglichen mit dem von Nitrat
enthalten sind, oder der Reduzierung der Bildung feiner Pulvernebel, die leicht
aus dem Sack freigesetzt werden, bevorzugt.
Die Funktion des Schlacke-bildenden Mittels besteht darin, zu bewirken,
daß Alkalimetall- oder Erdalkalimetalloxide, die durch Zersetzung einer Oxidationmittel-Komponente,
die in der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung enthalten ist, gebildet werden, in
einer Verbrennungskammer bleiben, indem sie z. B. aus einer flüssigen Form in eine
feste Form umgewandelt werden, um zu verhindern, daß sie als Nebel aus dem Aufblassystem
freigesetzt werden. Das Schlacke-bildende Mittel kann in Abhängigkeit von den verschiedenen
verwendeten Metallkomponenten ausgewählt und optimiert werden.
Ein Schlacke-bildendes Mittel, das unter den folgenden Elementen wie
z. B. natürlich produzierter Ton, der Aluminosilicat als Hauptkomponente umfaßt
(z. B. Bentonit und Kaolin), künstlicher Ton (z. B. synthetischer Glimmer, synthetischer
Kaolinit und synthetischer Smektit), Ton (der ein Glied der Magnesiumsilicathydrat-Mineralienfamilie
ist) und Siliciumdioxid ausgewählt ist, kann verwendet werden. Japanischer säureaktivierter
Ton kann als bevorzugtes Schlacke-bildendes Mittel genannt werden.
Was die Viskosität und den Schmelzpunkt z. B. des Oxid-Gemisches in
einem ternären System aus Calciumoxid, das aus Calciumnitrat gebildet wird, und
Aluminiumoxid und Siliciumoxid, die Hauptkomponenten in Ton sind, angeht, so schwankt
die Viskosität zwischen 3,1 Poise bis etwa 1000 Poise im Bereich von 1350°C
bis 1550°C, was vom Zusammensetzungsverhältnis abhängt. Der Schmelzpunkt schwankt
in Abhängigkeit von der Zusammensetzung zwischen 1350°C bis 1450°C. Das
Schlackenbildungsvermögen kann entsprechend dem Zusammensetzungsverhältnis der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung
unter Ausnutzung dieser Eigenschaften gezeigt werden.
Obgleich die Menge des Schlacke-bildenden Mittels, die verwendet werden
soll, im Bereich von 1 bis 20 Gew.-% liegen kann, ist der Bereich von 3 bis 7 Gew.-%
vorteilhaft. Wenn die Menge zu groß ist, kommt es zu einer Reduzierung der linearen
Verbrennungsgeschwindigkeit und der Gaserzeugungseffizienz; und wenn sie zu gering
ist, kann kein ausreichendes Schlackenbildungsvermögen gezeigt werden.
Das Bindemittel ist eine essentielle Komponente, um ein erforderlichen
Formteil aus der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung zu erhalten, und es können
viele Verbindungen verwendet werden, so lange sie in Gegenwart von Wasser und Lösungsmittel
Viskosität haben und auf den Verbrennungsmechanismus der Zusammensetzung keinen
zu großen nachteiligen Effekt ausüben. Obgleich Polysaccharid-Derivate wie z. B.
Metallsalze von Carboxymethylcellulosen, Hydroxyethylcellulosen, Celluloseacetaten,
Cellulosepropionaten, Celluloseacetatbutyraten, Nitrocellulosen und Stärken als
verwendbar beschrieben werden, werden wasserlösliche Bindemittel im Hinblick auf
die Sicherheit bei der Herstellung und der Einfachheit der Handhabung bevorzugt.
Metallsalze von Carboxymethylcellulosen, insbesondere Natriumsalze derselben können
als am stärksten bevorzugte Beispiele genannt werden.
Die zu verwendende Menge des Bindemittels liegt im Bereich von 3 bis
12 Gew.-% und der Bereich von 4 bis 12 Gew.-% ist noch vorteilhafter. Obgleich die
Bruchfestigkeit des Formteils am oberen Ende des Bereichs stärker wird, sind derartig
große Mengen nicht günstig, denn je größer die Menge ist, desto größer ist die Menge
des Elements Kohlenstoff und des Elements Wasserstoff in der Zusammensetzung und
desto größer ist die Konzentration an Spurenmengen CO-Gas, das durch unvollständige
Verbrennung des Elements Kohlenstoff gebildet wird. Dadurch wird die Qualität des
im Airbag produzierten Gases verringert. Insbesondere wenn das Bindemittel in Mengen
von über 12 Gew.-% im Airbag vorhanden ist, wird eine Erhöhung des relativen Vorliegens
des Oxidationsmittels notwendig, was wiederum den relativen Anteil der Gaserzeugungsmittel-Verbindung
verringert; und daher wird es schwierig, ein Aufblassystem zu erhalten, das der
praktischen Verwendung zugeführt werden kann.
Als Sekundäreffekt hat das Natriumsalz der Carboxymethylcellulose
den Effekt, daß durch Vorliegen eine Mikromischzustandes molekularer Ordnung von
Natriumnitrat, der durch Transmetallierung mit Nitraten bei der Herstellung des
Formteils unter Verwendung von Wasser gebildet wird, wie es später beschrieben wird,
die Zersetzungstemperaturen von Nitraten, die die Oxidationsmittel sind, insbesondere
von Strontiumnitrat, das eine Zersetzungstemperatur hat, zu einer niederen Temperaturseite
unter Erhöhung der Brennbarkeit verschoben werden.
Eine besonders bevorzugte Zusammensetzung ist eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung,
umfassend:
(a) etwa 30 bis 40 Gew.-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gew.-% Strontiumnitrat,
(c) etwa 3 bis 7 Gew.-% Japanischer säureaktivierter Ton und
(d) etwa 4 bis 12 Gew.-% des Natriumsalzes von Carboxymethylcellulose.
Erfindungsgemäß wird ein Gaserzeugungsmittel-Formteil für Airbags
hergestellt, indem eine Zusammensetzung, die eine lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
von 1 bis 12,5 mm/s hat, zu einer zylindrischen Form geformt wird, die ein Öffnungsloch
hat, wobei die Zusammensetzung umfaßt:
(a) etwa 25 bis 60 Gew.-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gew.-% eines Strontiumnitrats,
(c) etwa 1 bis 20 Gew.-% eines Schlacke-bildenden Mittels und
(d) etwa 3 bis 12 Gew.-% Natrium-Carboxymethylcellulose.
Die Menge des Stickstoff-enthaltenden Mittels, das in der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung
verwendet werden soll, schwankt in Abhängigkeit von der Anzahl der Elemente, die
das Stickstoff-enthaltende Mittel bilden, seinem Molekulargewicht und der Kombination
mit dem Oxidationsmittel und anderen Zusatzstoffen. Vorteilhafterweise ist der Sauerstoffausgleich,
der durch die Kombination mit dem Oxidationsmittel und anderen Zusatzstoffen entsteht,
nahe Null. Allerdings kann ein optimales Zusammensetzungs-Formteil erhalten werden,
indem das Sauerstoffgleichgewicht zu einer positiven Seite oder zu einer negativen
Seite gesteuert wird, was von den Konzentrationen an erzeugtem Co und NOx abhängt,
die wie oben beschrieben in Spurenmengen vorliegen.
Obgleich z. B. Kaliumnitrat ein Oxidationsmittel ist, das üblicherweise
für Gaserzeugungsmittel verwendet wird, ist es im Hinblick auf die thermische Belastung,
die wie oben beschrieben auf das Kühlmittel und Filtriermittel ausgeübt wird, nicht
bevorzugt, da der Hauptrestbestandteil bei der Verbrennung Kaliumoxid oder Kaliumcarbonat
ist; Kaliumoxid wird bei etwa 350°C zu Kaliumperoxid und metallisches Kalium
abgebaut und außerdem hat Kaliumperoxid einen Schmelzpunkt von 763°C und ist
im Betriebszustand des Gasgenerators in flüssigem oder gasförmigen Zustand.
Strontiumnitrat wird als das in der vorliegenden Erfindung zu verwendende
spezifische Oxidationsmittel genannt. Die Hauptrestkomponente von Strontiumnitrat
bei der Verbrennung ist Strontiumoxid, das einen Schmelzpunkt von 2430°C hat
und selbst im Betriebszustand des Gasgenerators fast in festem Zustand ist.
Im allgemeinen werden Verfahren, die bisher bereits bekannt waren
wie z. B. Tablettenformen, Extrudierformen und dgl. angewendet, um eine explosive
Zusammensetzung unter Verwendung eines Bindemittel zu einer spezifischen Dicke zu
formen. Wenn die Zusammensetzung als Gaserzeugungsmittel für Airbags wie in der
vorliegenden Erfindung verwendet wird, ist es unter dem Gesichtspunkt der linearen
Verbrennungsgeschwindigkeit bevorzugt, ein Formteil mit einer relativ geringen Dicke
zu formen; zum Erhalt der erforderlichen Festigkeit ist es bevorzugt, daß das Formteil
zu einer zylindrischen Form geformt ist, die ein Öffnungsloch oder ein Durchgangsloch
aufweist; dieses Formen wird durch Anwendung eines Extrudier- und Spritzgießverfahrens
durchgeführt.
Erfindungsgemäß wird ein Gaserzeugungsmittel-Formteil mit einer Leistungsfähigkeit,
daß es fähig ist, auf Airbag-Systeme angewendet zu werden, erhalten, indem Wasser,
nachdem die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung, die oben beschrieben wurde, einem
Trockenvermischen unterzogen wurde, zugegeben wird, ein Vermischen der Aufschlämmung
durchgeführt wird, bis das Gemisch ausreichend homogen wird, dann mit einer Extrudier-Formmaschine,
die mit einer Düse ausgestattet wird, geformt wird, das Extrudat auf eine geeignete
Länge geschnitten wird und getrocknet wird.
Das Gaserzeugungsmittel kann zu einer zylindrischen Form mit einem
Öffnungsloch, wie sie in 1 dargestellt ist, verarbeitet
werden, indem sie nach dem Formen durch Extrudieren zu einer geeigneten Länge geschnitten
wird. Außerdem ist es im Verfahren des Extrudierens und Formens möglich, die Dicke
zu steuern, indem der Außendurchmesser unter Verwendung einer Düse auf einem fixierten
Level gehalten wird und der Innendurchmesser verändert wird.
Die Verwendung einer solchen Form macht es möglich, eine Wärmeerzeugung
zu unterdrücken und von der Außenseite und der Innenseite des Zylinders zu verbrennen;
auf diese Weise kann eine ausgezeichnete lineare Verbrennungsgeschwindigkeit erreicht
werden, die zur Anwendung auf Airbags ausreichend ist. Obgleich der Außendurchmesser
(R), der Innendurchmesser (d) und die Länge (L) des zylindrischen Formteils, das
ein Öffnungsloch hat, in geeigneter Weise in einem Bereich eingestellt werden können,
in dem es für Gasgeneratoren anwendbar ist, ist es unter Berücksichtigung der praktischen
Verwendbarkeit und der Verbrennungsgeschwindigkeit wünschenswert, daß der Außendurchmesser
6 mm oder weniger ist und daß das Verhältnis (L/W) der Länge (L) zu der Dicke =
(R-d)/2 vorzugsweise 1 oder mehr ist. Die erfindungsgemäßen Formteile können in
einer verlangten Verbrennungszeit verbrannt werden, selbst wenn die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
gering ist, und durch Mitverwendung eines Schlacke-bildenden Mittels ist ein fakultativer
Teil zur Wärmeentfernung nicht notwendig, was es möglich macht, den Gasgenerator
selbst zu miniaturisieren.
Als nächstes wird eine bevorzugte Ausführungsform zur Durchführung
des Herstellungsverfahrens unter Erhalt des Formteils, das in der vorliegenden Erfindung
zu verwenden ist, erläutert.
Zunächst wird ein Zusammensetzungsklumpen durch einen Knetprozeß unter
Verwendung von 10 bis 30 Gew.-%, Wasser, bezogen auf die Menge der erforderlichen
endgültigen Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung hergestellt; die Wassermenge hängt
dabei von der Korngröße und der Schüttdichte der Ausgangsmaterialien ab. Die Reihenfolge
des Zumischens unterliegt keinen besonderen Beschränkungen und es kann eine beliebige
Reihenfolge angewendet werden, durch welche die Produktionssicherheit am besten
aufrecht erhalten wird. Nach Entfernung von überschüssigem Wasser, wenn notwendig,
wird dann der Zusammensetzungsklumpen durch eine Düse mit einer festgelegten Form,
die eine zylindrische Form mit einem Öffnungsloch ergibt, unter einem Druck von
üblicherweise 40 bis 80 kg/cm2, in einigen Fällen 130 bis 140 kg/cm2,
extrudiert, wobei ein Material in zylindrischer Strangform erhalten wird. Bevor
die Oberfläche des strangförmigen Materials getrocknet wird, wird es mit Hilfe eines
Schneiders zu der verlangten Länge geschnitten und dann getrocknet, wodurch ein
gewünschtes Formteil mit einer Lochöffnung erhalten werden kann. Die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung wird bestimmt, indem sie unter einem Druck
70 kgf/cm2 in einem Behälter, der ein Volumen von 1 l hat und der vorher
mit Stickstoff gespült wurde, verbrannt wird und die Druckänderung im Behälter mit
Hilfe eines Druckfühlers analysiert wird.
Obgleich die Form des Formteils durch die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
der Endzusammensetzung bestimmt wird, ist es bei Zusammensetzungen mit linearen
Verbrennungsgeschwindigkeiten von etwa 10 mm/s und weniger vorteilhaft, ein zylindrisches
Formteil mit einem Durchgangsloch zu bilden, dessen Außendurchmesser 1,5 bis 3 mm
ist und dessen Länge 0,5 bis 5 mm ist. Insbesondere bei der Zusammensetzung, die
35 Gew.-% Nitroguanidin, 50 Gew.-% Strontiumnitrat, 5 Gew.-% Japanischen säureaktivierten
Ton und 10 Gew.-% Natriumsalz von Carboxymethylcellulose enthält, ist es bevorzugt,
ein zylindrisches Formteil mit einer Durchgangsöffnung zu bilden, wobei der Außendurchmesser
des Formteil 2,2 bis 2,75 mm ist, der Innendurchmesser 0,56 bis 0,80 mm und die
Länge 2,5 bis 3,2 mm ist.
Darüber hinaus stellt die vorliegende Erfindung auch ein Aufblassystem
unter Verwendung eines Gaserzeugungsmittel-Formteils für Airbags bereit, das hergestellt
wird, indem eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung einem Knetprozeß unterzogen
wird, daraus nach Zugabe von Wasser oder einem Lösungsmittel ein Zusammensetzungsklumpen
geformt wird, der Zusammensetzungsklumpen durch eine Düse unter Druck extrudiert
wird, wodurch eine zylindrische Form mit einem Öffnungsblock gebildet wird, und
diese geschnitten und getrocknet wird; dabei umfaßt die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung:
(a) etwa 25 bis 60 Gew.-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gew.-% Strontiumnitrat,
(c) etwa 1 bis 20 Gew.-% eines Schlacke-bildenden Mittels und
(d) etwa 3 bis 12 Gew.-% Natrium-Carboxymethylcellulose.
Wenn die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung gemäß der vorliegenden
Erfindung in einem Aufblassystem verwendet wird, bestehen keine besonderen Beschränkungen.
Allerdings ist eine Kombination mit einer Aufblassystemstruktur am günstigsten,
bei der die Merkmale der Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung in wirksamer Weise
hervortreten.
Dementsprechend wird es mit der vorliegenden Erfindung möglich, ein
Gaserzeugungsmittel-Formteil mit hohem Heizwert und hoher Verbrennungsleistung herzustellen,
indem Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzungen verwendet werden, die eine geringe lineare
Verbrennungsgeschwindigkeit haben. Dies ist wichtig, da bisher eine solche Zusammensetzung
nicht fähig war, zufriedenstellende Leistungen zu bringen, obgleich diese Zusammensetzung
unter dem Sicherheitsgesichtspunkt Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Dementsprechend werden durch die vorliegende Erfindung eine neue Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung
für Airbags, die eine Stickstoff-enthaltende organische Verbindung und ein Oxidationsmittel
enthält, sowie ein Formteil unter Verwendung derselben bereitgestellt. Durch die
vorliegende Erfindung kann auch ein Weg zur Miniaturisierung eines Gasgenerators
zur Anwendung in einem Airbag-System erreicht werden.
BEISPIELE
Die vorliegende Erfindung wird nun spezifisch anhand von Beispielen
und Vergleichsbeispielen erläutert. Allerdings wird die vorliegende
Erfindung in keiner Weise durch diese Beispiele beschränkt.
BEISPIEL 1
Zu 35 Teilen (im folgenden stellen Teile Gew.-Teile dar) Nitroguanidin
hoher Dichte (im folgenden als NQ abgekürzt) wird Wasser in einer Menge von 15 Teilen,
bezogen auf die Gesamtmenge der Zusammensetzung, gegeben, dann wird gemischt und
geknetet.
Getrennt davon werden 50 Teile Strontiumnitrat, 5 Teile japanischer
säureaktivierter Ton und 10 Teile des Natriumsalzes von Carboxymethylcellulose in
trockenem Zustand gemischt; dann werden sie zu dem nassen gemischten Pulver, das
oben beschrieben wurde, gegeben, worauf ein weiteres Kneten folgt. Dann wird das
geknetete Gemisch durch eine Düse mit einem Außendurchmesser von 2,5 mm und einem
Innendurchmesser von 0,80 mm bei einem Druck von 80 kg/cm2 extrudiert,
wodurch ein Material als zylindrischer Strang mit einer Durchgangsöffnung hergestellt
wird. Mit einem Schneider wird ferner dieses Material in Strangform zu einer Länge
von 2,12 mm geschnitten, sein Feuchtigkeitsgehalt wird durch Trocknung reduziert,
wodurch ein Gaserzeugungsmittel-Formteil erhalten wird. Die Resultate des 60 l-Tanktests
bei Raumtemperatur, die unter Verwendung von 38 g dieses Gaserzeugungsmittel-Formteils
erhalten werden, sind im folgenden angegeben. Die lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
der vorliegenden Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung war 8,1 mm/s.
Der maximale Druck des Tanks war 1,83 kg/cm2 und die Zeit
bis zum Erreichen des maximalen Drucks war 55 Millisekunden.
Während die Nebelmenge im Tank 700 mg oder weniger war, war das Innere
des Tanks sehr sauber und die Konzentrationen der Gase wie z. B. CO und NOx, die
in Spurenmengen vorhanden waren, lagen innerhalb der Werte, die im allgemeinen von
den Autoherstellern gefordert werden.
BEISPIELE 2 BIS 5 UND VERGLEICHSBEISPIELE 1 BIS 3
Die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzungsformteile wurden in der gleichen
Weise wie in Beispiel 1 beschrieben hergestellt, außer daß die Gew.-Teile der jeweiligen
Komponenten oder die Formen der Formteile geändert wurden, wie es in Tabelle 1 angegeben
ist.
Die linearen Verbrennungsgeschwindigkeiten der entsprechenden Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzungen
der Beispiele 1 bis 5 und der Vergleichsbeispiele 1 bis 3 und die Gesamtheizwerte,
die erhalten werden, wenn die Mengen der Zusammensetzungen, die zur Erzeugung einer
festgelegten erzeugten Gasmenge notwendig sind, verwendet werden, sind in Tabelle
2 angegeben.
TABELLE 2
Die Resultate des Tanktests sind in Tabelle 3 angegeben.
BEISPIEL 6 (nicht zur Erfindung gehörend)
12 Teile Dicyandiamid, 53 Teile Strontiumnitrat, 30 Teile Kupferoxid
und 5 Teile des Natriumsalzes von Carboxymethylcellulose wurden jeweils in Pulverform
in trockenem Zustand gut vermischt; außerdem wurden 12,5 Teile Wasser zugegeben
und die Aufschlämmung gemischt, bis sie ausreichend homogen war. Nach dem Vermischen
der Aufschlämmung wurde ein Formen durch Extrudieren bei einem Formungsdruck von
60 bis 70 kgf/cm2 und einer Extrudiergeschwindigkeit von 0,2 cm/min durchgeführt,
wobei ein Extruder und eine Formungsmaschine, ausgestattet mit
einer Düse mit einem Außendurchmesser von 1,6 mm und einem Innendurchmesser von
0,56 mm verwendet wurde; anschließend wurde zu einer Länge von etwa 5 mm geschnitten.
Nach dem Schneiden wurde über 15 h oder mehr bei 50°C getrocknet, wobei eine
Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung erhalten wurde (lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
7,8 mm/s, Gesamtheizwert 22,2 kcal). Die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung wurde
mit einer Gewichtsausbeute von 80% oder mehr erhalten. Durch Verwendung von 54 g
dieser Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung wurde ein vorgeschriebener Tanktest durchgeführt
(Verfahren ist in JP-B-52-3620 und JP-B-64-6156 beschrieben). Es wurde ein Tankdruck
von 1,22 kg/cm2 und eine Zeit bis zum Erreichen des maximalen Drucks
von 50 Millisekunden erreicht; diese Werte liegen innerhalb der geforderten Bereiche,
in denen eine praktische Verwendung ohne Beschädigung eines Wärmeentfernungsmittels
aus Metall und eines Filters möglich sind.
BEISPIEL 7 (nicht zur Erfindung gehörend)
Es wurde eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung (lineare Verbrennungsgeschwindigkeit
7,6 mm/s, Gesamtheizwert 22,1 kcal) in der gleichen Weise wie in Beispiel 6 hergestellt.
Der Tanktest wurde in der gleichen Weise wie in Beispiel 6 durchgeführt, außer daß
die Zugabemengen in 10 Teile Dicyandiamid, 35 Teile Strontiumnitrat, 50 Teile Kupferoxid
und 5 Teile Natriumsalz von Carboxymethylcellulose geändert wurden und daß das Gewicht
der Zusammensetzung 65 g war. Es wurde ein Tankdruck von 1,31 kg/cm2
und eine Zeit von 55 ms bis zur Erreichung des maximalen Drucks erreicht. Die Werte
liegen innerhalb der verlangten Bereiche, wo eine praktische Verwendung ohne Beschädigung
des Wärmeentfernungsmittels aus Metall und des Filters möglich ist.
BEISPIEL 8 (nicht zur Erfindung gehörend)
Es wurde ein Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung in der gleichen Weise
wie in Beispiel 6 hergestellt, allerdings mit der Ausnahme, daß die Zugabemengen
in 13 Teile Dicyandiamid, 32 Teile Strontiumnitrat, 50 Teile Kupferoxid und 5 Teile
Carboxymethylcellulose-Natriumsalz geändert wurden. Die Zusammensetzung wurde geformt,
so daß sie einen Außendurchmesser von 1,15 mm, einen Innendurchmesser von 0,34 mm
und eine Länge von 0,52 mm hatte (lineare Verbrennungsgeschwindigkeit 6,1 mm/s,
Gesamtheizwert 22,2 kcal). Unter Verwendung von 67 g dieses Formteils wurde der
Tanktest in der gleichen Weise wie in Beispiel 6 durchgeführt. Es wurde ein Tankdruck
von 1,67 kg/cm2 und eine Zeit, bis zur Erreichung des maximalen Drucks,
von 47 Millisekunden erreicht. Es wurde ein Resultat erzielt, bei dem Leistungseinstellbereich
breiter war und bei dem keine Beschädigung des Wärmeentfernungsmittels aus Metall
und des Filters auftrat.
VERGLEICHSBEISPIEL 4
Mit derselben Zusammensetzung wie der von Beispiel 6 wurde ein Mischen
der Aufschlämmung durchgeführt und nach dem Mischen der Aufschlämmung wurde dieser
zu flockigem Stranggranulat mit einem Durchmesser von 5 mm und einer Dicke von 1
mm mit einer herkömmlichen Hubformungsmaschine geformt. Die Gewichtsausbeute des
flockenförmigen Granulats war 20% oder weniger, bezogen auf das zugeführte Gewicht,
und das Granulat zeigte keine Festigkeit, die für eine praktische Verwendung geeignet
war.
VERGLEICHSBEISPIEL 5
Nach Zugabe von 10 Teilen Wasser wurden die Pulver aus 23 Teilen Dicyandiamid,
57 Teilen Strontiumnitrat und 20 Teilen Kupferoxid vermischt, bis das Gemisch ausreichend
homogen wurde. Nach Einstellung der Feuchtigkeit wurde es zu flockigen Pellets (lineare
Verbrennungsgeschwindigkeit 24,0 mm/s, Gesamtheizwert 28,6 kcal) mit einem Durchmesser
von 5 mm und einer Dicke von 2 mm unter Verwendung einer herkömmlichen Hubformungsmaschine
geformt. Der Tanktest wurde in der gleichen Weise wie in Beispiel 5 unter Verwendung
von 50 g der Zusammensetzung durchgeführt. Allerdings wurde der Filter schwer beschädigt
und der erforderliche Tankdruck konnte nicht erzielt werden.
VERGLEICHSBEISPIEL 6
Die Zusammensetzung wurde in der gleichen Weise wie in Vergleichsbeispiel
2, außer daß 19 Teile Dicyandiamid, 31 Teile Strontiumnitrat und 50 Teile Kupferoxid
verwendet wurde zu Pellets geformt (lineare Verbrennungsgeschwindigkeit 9,1 mm/s,
Gesamtheizwert 25,3 kcal); dann wurde der Tanktest in der gleichen Weise wie bei
Beispiel 6 unter Verwendung von 60 g des Formteils durchgeführt. Die Verbrennungszeit
war 100 ms oder mehr, und somit konnten die Anforderungen für eine praktische Leistung
nicht erfüllt werden.
Die linearen Verbrennungsgeschwindigkeiten der jeweiligen Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzungen
der Beispiele 6 bis 8 und die Gesamtheizwerte, die erhalten wurden, wenn die für
die Erzeugung einer festgesetzten erzeugten Gasmenge notwendigen Mengen der Zusammensetzung
verwendet wurden, sind in Tabelle 4 angegeben.
Anspruch[de]
Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung für Airbags, umfassend:
(a) etwa 25 bis 60 Gewichts-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gewichts-% Strontiumnitrat,
(c) etwa 1 bis 20 Gewichts-% eines Schlacke bildenden Mittels und
(d) etwa 3 bis 12 Gewichts-% Natrium-Carboxymethylcellulose.
Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung für Airbags nach Anspruch 1, wobei
das Schlacke bildende Mittel eine natürlich hergestellte Alumosilikattonerde, künstliche
Tonerde oder Talkum umfaßt.
Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung für Airbags nach Anspruch 2; umfassend:
(a) etwa 30 bis 40 Gewichts-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gewichts-% Strontiumnitrat,
(c) etwa 3 bis 7 Gewichts-% saure japanische Tonerde und
(d) etwa 4 bis 12 Gewichts-% des Natriumsalzes von Carboxymethylcellulose.
Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung für Airbags nach Anspruch 3, umfassend:
(a) 35 Gewichts-% Nitroguanidin,
(b) 50 Gewichts-% Strontiumnitrat,
(c) 5 Gewichts-% saure japanische Tonerde und
(d) 10 Gewichts-% des Natriumsalzes von Carboxymethylcellulose.
Gaserzeugungsmittel-Formteil für Airbags, das hergestellt wird, indem
eine Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung einer Knetbehandlung unterzogen und daraus
nach Hinzufügen von Wasser oder eines Lösungsmittels eine Masse der Zusammensetzung
geformt wird, die Masse der Zusammensetzung unter Druckbedingungen unter Bildung
einer zylindrischen Form mit einem Öffnungsloch durch ein Mundstück extrudiert wird
und die resultierende zylindrische Form geschnitten und getrocknet wird und
wobei diese Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung umfaßt:
(a) etwa 25 bis 60 Gewichts-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gewichts-% Strontiumnitrat,
(c) etwa 1 bis 20 Gewichts-% eines Schlacke bildenden Mittels und
(d) etwa 3 bis 12 Gewichts-% Natrium-Carboxymethylcellulose.
Gaserzeugungsmittel-Formteil für Airbags nach Anspruch 5, das hergestellt
wird, indem eine Zusammensetzung einer Knetbehandlung unterzogen und daraus nach
Hinzufügen von Wasser eine Masse der Zusammensetzung geformt wird, die Masse der
Zusammensetzung unter Druckbedingungen unter Bildung einer zylindrischen Form mit
einem Öffnungsloch durch ein Mundstück extrudiert wird, und die resultierende zylindrische
Form geschnitten und getrocknet wird.
Gaserzeugungsmittel-Formteil für Airbags nach den Ansprüchen 5 bis
6, wobei der Außendurchmesser des Formteils 1,5 bis 3 mm und seine Länge 0,5 bis
5 mm beträgt, wobei die Zusammensetzung umfaßt:
(a) etwa 25 bis 60 Gewichts-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gewichts-% Strontiumnitrat,
(c) etwa 1 bis 20 Gewichts-% saure japanische Tonerde und
(d) etwa 3 bis 12 Gewichts-% des Natriumsalzes von Carboxymethylcellulose.
Gaserzeugungsmittel-Formteil für Airbags nach den Ansprüchen 5 bis
6, wobei die Zusammensetzung umfaßt:
(a) etwa 25 bis 60 Gewichts-% Nitroguanidin,
(b) etwa 40 bis 65 Gewichts-% Strontiumnitrat,
(c) etwa 1 bis 20 Gewichts-% saure japanische Tonerde und
(d) etwa 3 bis 12 Gewichts-% des Natriumsalzes von Carboxymethylcellulose;
und
wobei dieses Gaserzeugungsmittel-Formteil in Form eines zylindrischen Rohrs vorliegt,
das ein einzelnes, sich dadurch erstreckendes Hohlrohr aufweist, und wobei das Formteil
einen Außendurchmesser von 1,5 bis 3 mm und eine Länge von 0,5 bis 5 mm aufweist.
Aufpumpsystem, das als Gaserzeugungsmittel die Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung
für Airbags nach Anspruch 1 enthält.
Gaserzeugungsmittel-Zusammensetzung für Airbags nach den Ansprüchen-1
bis 2, die, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, etwa 1–20 Gewichts-%
saure japanische Tonerde enthält.