Die vorliegende Erfindung betrifft generell ein Verfahren zum Formen
eines Umfangsabschnittes eines Werkstücks in der Form einer kreisförmigen Platte,
um den Umfangsabschnitt zu verdicken, genauer gesagt ein solches Verfahren, das
eine gewünschte Verdickung des Umfangsabschnittes mit einer vergleichsweise einfachen
Steuerung einer zwischen dem Umfangsabschnitt und einer Walzbacke wirkenden Kraft
ermöglicht, während ein Ausknicken oder Falten des Umfangsabschnittes vermieden
wird:
Die Veröffentlichung WO-A-98/01246, die der US-A-5 904 060 entspricht,
offenbart ein Verfahren gemäß Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Bei Kraftfahrzeugen findet eine Antriebsscheibe, wie ein Schwungrad,
Verwendung, die mit einer Kurbelwelle eines Motors verbunden ist. In herkömmlicher
Weise besteht eine solche Antriebsscheibe aus einer kreisförmigen Platte und einem
Ringrad, das fest an der Umfangsfläche der kreisförmigen Platte montiert ist. Um
neueren Anforderungen in Bezug auf eine weitere Verringerung der Herstellkosten
der Antriebsscheibe gerecht zu werden, wurde eine einstöckige Antriebsscheibe vorgeschlagen,
die aus einer kreisförmigen Platte besteht, deren äußerer Umfangsabschnitt als integrierter
gezahnter Abschnitt ausgebildet ist. Um eine erhöhte Schock- oder Stoßfestigkeit
sowie mechanische Festigkeit zu erreichen, ist es erwünscht, die Antriebsscheibe
so zu formen, daß sie eine größere Dicke an ihrem Umfangsabschnitt als an ihrem
radial inneren Abschnitt aufweist. Bei einem Beispiel eines Verfahrens zum Verdicken
des Umfangsabschnittes eines Werkstücks in der Form einer kreisförmigen Platte findet
eine Walzvorrichtung bzw. Drehgesenkschmiedevorrichtung Verwendung, die umfaßt:
(a) eine drehbar gelagerte Walzbacke mit einer ringförmigen Formnut, die in ihrer
äußeren Umfangsfläche offen ist und einen im wesentlichen V-förmigen Querschnitt
in einer Ebene besitzt, die die Drehachse S1 der Walzbacke enthält, so daß die axiale
Abmessung der Formnut, gemessen in Axialrichtung der Walzbacke, in Radialrichtung
der Walzbacke nach außen zunimmt, (b) eine Werkstückhaltevorrichtung, die um eine
Drehachse S2 derselben gedreht wird und das Werkstück so hält, daß dieses koaxial
zur Werkstückhaltevorrichtung angeordnet ist, sowie einen Umfangsabschnitt aufweist,
der sich von der Werkstückhaltevorrichtung über eine vorgegebene radiale Distanz
radial nach außen erstreckt, und (c) eine Antriebsvorrichtung zum Drehen der Walzbacke
und der Werkstückhaltevorrichtung um ihre entsprechenden Achsen S1 und S2, so daß
das Werkstück an seiner äußeren Umfangsfläche in Walzkontakt mit einer Bodenfläche
der Formnut der Walzbacke gepreßt gehalten wird, wodurch der Umfangsabschnitt des
Werkstücks der Querschnittsform der Formnut folgend verdickt wird.
Die JP-A-9-10885 zeigt ein derartiges Verfahren, bei dem die Drehachsen
S1, S2 der Walzbacke und der Werkstückhaltevorrichtung parallel zueinander angeordnet
sind und das Werkstück von der Werkstückhaltevorrichtung so gehalten wird, daß es
in Axialrichtung der Walzbacke und der Werkstückhaltevorrichtung im wesentlichen
zu der Formnut in der Walzbacke ausgerichtet ist, und bei dem die Walzbacke und
die Werkstückhaltevorrichtung in Radialrichtung aufeinander zubewegt werden, so
daß der Umfangsabschnitt des Werkstücks 104 in einen verdickten Abschnitt
100 verformt wird, wie in 6A gezeigt. Dieser
verdickte Abschnitt 100 wird im wesentlichen symmetrisch sowohl auf der
Oberseite als auch auf der Unterseite verdickt, so daß er die Form eines Pfeiles
im Querschnitt in einer Ebene parallel zur Dickenrichtung des Werkstückes besitzt.
Der Umfangsabschnitt des Werkstücks wird in zwei Schritten zu dem verdickten Abschnitt
100 verformt, der dann nahezu unter rechten Winkeln von einer Walzbacke
102 gebogen oder gefaltet wird, so daß das Werkstück einen zylindrischen
Umfangsabschnitt 108 aufweist, der sich von einer der gegenüberliegenden
Flächen eines radial inneren ebenen Abschnittes 106 des Werkstücks
104 in Axialrichtung aus erstreckt, wie in den 6A–6C
gezeigt.
Bei dem herkömmlichen Verfahren zum Verformen des Umfangsabschnittes
des Werkstücks muß der Umfangsabschnitt des Werkstücks gegen die Bodenfläche der
Formnut der Walzbacke gepreßt werden, so daß der Umfangsabschnitt im wesentlichen
symmetrisch auf den gegenüberliegenden Seiten des Werkstücks verdickt wird, während
das Werkstück im wesentlichen flach gehalten wird, mit der Ausnahme, daß der radial
äußerste Teil verdickt wird. Der Umfangsabschnitt des Werkstücks neigt jedoch zum
Ausknicken, sobald die zwischen dem Werkstück und der Walzbacke in Radialrichtung
der Walzbacke wirkende Kraft einen vorgegebenen kritischen Wert übersteigt. Es ist
ziemlich schwierig, diese Radialkraft so zu steuern, daß der Umfangsabschnitt ohne
Ausknicken verdickt wird. Ferner wird der verdickte Umfangsabschnitt 100,
der durch das vorstehend beschriebene Verformen geformt wird, im wesentlichen um
90° von der Walzbacke 102 verbogen oder gefaltet, um den zylindrischen
Umfangsabschnitt 108 zu bilden, wie vorstehend beschrieben. Daher leidet
der zylindrische Abschnitt 108 unter unerwünschten Falten (Haarnadelbiegung),
wie mit A in 6C gezeigt. Diese Falten A beeinflussen
in nachteiliger Weise einen nachfolgenden Schmiede- oder Bearbeitungsvorgang am
zylindrischen Umfangsabschnitt 108, um einen mit einer Verzahnung versehenen Abschnitt
zu bilden. Dieser mit einer Verzahnung versehene Abschnitt kann während des Einsatzes
einer mit einem solchen verzahnten Abschnitt an ihrem Umfang versehenen Antriebsscheibe
keine ausreichend hohe Haltbarkeit und mechanische Festigkeit besitzen.
Die JP-A-9-66330 zeigt ein anderes Verfahren zum Verdicken des Umfangsabschnittes
eines Werkstücks in Form einer kreisförmigen Platte, bei dem der Umfangsabschnitt
des Werkstücks in Gleitkontakt mit einer von gegenüberliegenden Seitenflächen gebracht
wird, die teilweise eine in einer Walzbacke ausgebildete Formnut bilden, so daß
die äußere Umfangsfläche des Umfangsabschnittes in Stoßkontakt mit der anderen Seitenfläche
der Formnut gebracht wird, um den Umfangsabschnitt in einen im wesentlichen L-förmigen
verdickten Umfangsabschnitt zu verformen. Dieses Verfahren hat ebenfalls den Nachteil,
daß der Umfangsabschnitt des Werkstücks in Richtung auf die vorstehend erwähnte
andere Seitenfläche der Formnut ausbeult bzw. ausknickt, wenn die zwischen dem Werkstück
und der Walzbacke wirkende Kraft einen kritischen Wert übersteigt. Auch bei diesem
Verfahren ist es schwierig, die Kraft für eine gewünschte Verdickung des Umfangsabschnittes
des Werkstückes ohne Ausbeulen zu steuern. Wenn der Verdickungsvorgang nach dem
Ausbeulen fortgesetzt wird, besitzt der Umfangsabschnitt des Werkstücks einen mäandrierenden
alternierenden Materialfluß während des Verdickungsvorganges, wie bei fM in
7 angedeutet ist, wodurch eine Falte zwischen alternierenden
Kurven des Materialflusses erzeugt wird. 7 entspricht
der Schnittansicht der 6C. Dieser alternierende Materialfluß
wird durch das anfängliche Ausbeulen des Umfangsabschittes des Werkstücks von der
vorstehend erwähnten einen Seitenfläche der Formnut aus in Richtung auf die andere
Seitenfläche und das nachfolgende Ausbeulen des Umfangsabschnittes in umgekehrte
Richtung zur vorstehend erwähnten einen Seitenfläche als Reaktion des anfänglichen
Ausbeulens erzeugt. Wenn der Winkel ß einer Seitenfläche 110 einer Formnut
in Radialrichtung der Walzbacke größer ist als 15°, wie in 8
angedeutet, wird ein Werkstück 112 in der Form einer kreisförmigen Platte
an seinem Umfangsabschnitt in Richtung auf die andere Seitenfläche 114
der Formnut ausgebeult, wie bei B in 8 gezeigt, ohne
daß der Umfangsabschnitt verdickt wird. In diesem Fall findet daher nur ein eingeschränkter
Verdickungsvorgang statt.
Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum
Formen eines Umfangsabschnittes eines Werkstücks, das die Form einer kreisförmigen
Platte besitzt, um diesen Umfangsabschnitt zu verdicken, zu schaffen, mit dem mindestens
eines der vorstehend aufgezeigten Probleme des Standes der Technik verringert oder
eliminiert wird.
Dieses Ziel kann mit der vorliegenden Erfindung erreicht werden, die
ein Verfahren zum Formen eines Umfangsabschnittes eines Werkstücks, das die Form
einer kreisförmigen Platte besitzt, um diesen Umfangsabschnitt zu verdicken, zur
Verfügung stellt, welches die folgenden Schritte umfaßt: Vorsehen einer Walzbacke,
die drehbar um eine Achse derselben gelagert ist und eine äußere Umfangsfläche sowie
eine ringförmige Formnut aufweist, die in der äußeren Umfangsfläche offen ist und
eine erste Seitenfläche, eine zweite Seitenfläche, die von der ersten Seitenfläche
in Axialrichtung der Walzbacke beabstandet ist, und eine Bodenfläche aufweist, die
abgerundete Endabschnitte besitzt, die auf glatte Weise die erste und zweite Seitenfläche
miteinander verbinden; Vorsehen einer Werkstückhaltevorrichtung, die eine Drehachse
und eine äußere Umfangsfläche besitzt und die das Werkstück hält; Halten des Werkstücks
an der Werkstückhaltevorrichtung derart, daß das Werkstück koaxial zur Werkstückhaltevorrichtung
angeordnet ist und sich der Umfangsabschnitt von der äußeren Umfangsfläche über
eine vorgegebene radiale Distanz radial nach außen erstreckt; Drehen des Werkstücks
um die Achse der Werkstückhaltevorrichtung derart, daß das Werkstück an einer äußeren
Umfangsfläche desselben in Preßkontakt mit der Bodenfläche der ringförmigen Formnut
der Walzbacke gehalten wird, so daß der äußere Umfangsabschnitt des Werkstücks der
Form der Formnut folgend in einem Schnitt in einer Ebene, die die Achse der Walzbacke
enthält, verdickt wird; Formen der ersten Seitenfläche und Positionieren der Walzbacke
relativ zur Werkstückhaltevorrichtung derart, daß die erste Seitenfläche unter einem
Winkel al, der größer ist als 0°, zu einer Radialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung
geneigt wird, so daß die axiale Distanz zwischen der ersten und zweiten Seitenfläche
in Axialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung in einer radial nach außen weisenden
Richtung der Walzbacke zunimmt; und Steuern einer Kraft, die zwischen der äußeren
Umfangsfläche des Werkstücks und der Bodenfläche der Formnut wirkt, während der
Drehung des Werkstücks in Preßkontakt mit der Bodenfläche derart, daß der äußere
Umfangsabschnitt des Werkstücks in einem in eine konvexe Form der ersten Seitenfläche
folgend durchgebogenen Zustand gehalten und ein radial äußerster Teil des äußersten
Umfangsabschnittes in entgegengesetzte Richtungen zur ersten und zweiten Seitenfläche
hin verdickt wird, während der äußere Umfangsabschnitt im Abstand von der ersten
und zweiten Seitenfläche gehalten und an einem Ausknicken innerhalb der Formnut
gehindert wird.
Bei dem vorstehend beschriebenen Verfahren der vorliegenden Erfindung
werden die erste Seitenfläche der ringförmigen Formnut geformt und die Walzbacke
relativ zur Werkstückhaltevorrichtung (relativ zum Werkstück) so angeordnet, daß
die erste Seitenfläche unter einem Winkel al, der größer ist als 0°, relativ
zu einer Geraden senkrecht zur Achse der Werkstückhaltevorrichtung, d. h. relativ
zur Radialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung, geneigt wird, so daß die axiale
Distanz zwischen der ersten und zweiten Seitenfläche in Axialrichtung
der Werkstückhaltevorrichtung in radialer Richtung der Walzbacke nach außen zunimmt.
Ferner wird die Kraft, die zwischen der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks und
der Bodenfläche der Formnut wirkt, während der Drehung des Werkstücks in Preßkontakt
mit der Bodenfläche so gesteuert, daß der äußere Umfangsabschnitt des Werkstücks,
der sich von der Werkstückhaltevorrichtung radial nach außen erstreckt, in einem
in eine konvexe Form der ersten Seitenfläche folgend durchgebogenen Zustand gehalten
wird, während der äußere Umfangsabschnitt im Abstand von der ersten und zweiten
Seitenfläche gehalten und an einem Ausbeulen bzw. Ausknicken innerhalb der Formnut
gehindert wird, wodurch der radial äußerste Teil des äußeren Umfangsabschnittes
des Werkstücks in entgegengesetzten Richtungen zur ersten und zweiten Seitenfläche
hin verdickt werden kann, ohne daß der äußere Umfangsabschnitt ausbeult bzw. ausknickt.
Beispielsweise kann die Kraft in einfacher Weise so eingestellt werden, daß eine
wirksame Verdickung des radial äußersten Teiles des Werkstücks unter Vermeidung
von dessen Ausbeulen erreicht wird, indem der Zustand er Biegeverformung des äußeren
Umfangsabschnittes des Werkstücks überwacht wird.
Da die Verdickung des radial äußersten Teiles des Werkstücks so durchgeführt
wird, daß ein Kontakt des äußersten Umfangsabschnittes des Werkstücks mit der ersten
und zweiten Seitenfläche der Formnut verhindert wird, können die Querschnittsformen
oder Konfigurationen der Seitenflächen, die die Form des verdickten radial äußersten
Teiles oder extremen Umfangsteiles des Werkstücks bestimmen, mit einem hohen Freiheitsgrad
ausgebildet werden, da die Seitenflächen das Verbiegen des äußeren Umfangsabschnittes
des Werkstücks während des Verdickungsvorganges nicht nachteilig beeinflussen.
Das vorliegende Verfahren kann in geeigneter Weise zur Herstellung
eines Zwischenproduktes durchgeführt werden, das zu einer Antriebsscheibe für ein
Kraftfahrzeugt weiter verarbeitet wird, wobei diese Antriebsscheibe einen verzahnten
äußeren zylindrischen Abschnitt mit einer relativ großen Wanddicke besitzt. Das
vorliegende Verfahren kann jedoch auch zur Herstellung von diversen anderen Elementen
Anwendung finden, die einen äußeren zylindrischen Abschnitt mit einer relativ großen
Wanddicke besitzen.
Obwohl bevorzugt wird, daß beide Neigungswinkel &agr;1 und &agr;2
der ersten und zweiten Seitenfläche der ringförmigen Formnut der Walzbacke größer
sind als 0°, so daß die axiale Distanz zwischen den beiden Seitenflächen in
radialer Richtung der Walzbacken nach außen zunimmt, kann der Neigungswinkel &agr;2
der zweiten Seitenfläche 0° betragen oder sogar einen negativen Wert besitzen.
Wenn der Winkel &agr;2 negativ ist, ist die zweite Seitenfläche relativ zu einer
Linie senkrecht zur Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung auf der Seite der ersten
Seitenfläche geneigt. Die erste und zweite Seitenfläche können zwei oder mehr radiale
Abschnitte mit entsprechenden unterschiedlichen Winkeln oder bogenförmig gekrümmte
Abschnitte besitzen, wenn nur die erste Seitenfläche generell zur Radialrichtung
der Werkstückhaltevorrichtung geneigt ist.
Bei einer ersten bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist die Bodenfläche der ringförmigen Formnut so geformt, daß sie einen geradlinigen
Zwischenabschnitt besitzt, der zwischen den abgerundeten Endabschnitten angeordnet
ist und eine Abmessung aufweist, die im wesentlichen der Dicke "t" des Werkstücks
entspricht, so daß der geradlinige Zwischenabschnitt dazu dient, die äußere Umfangsfläche
des Werkstücks in Axialrichtung der Walzbacke bei einem Kontakt zwischen der äußeren
Umfangsfläche und dem geradlinigen Zwischenabschnitt zu positionieren.
Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsform dieser Erfindung besitzt
die Bodenfläche der ringförmigen Formnut einen solchen Neigungswinkel &agr;3 relativ
zur Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung, daß die Distanz zwischen der Drehachse
der Werkstückhaltevorrichtung und der Bodenfläche an einer Umfangsstelle der Bodenfläche,
an der die Bodenfläche die äußere Umfangsfläche des Werkstücks kontaktiert, in Axialrichtung
der Werkstückhaltevorrichtung von der zweiten Seitenfläche zur ersten Seitenfläche
hin zunimmt.
Bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform der Erfindung kann
der äußere Umfangsabschnitt des Werkstücks mit hoher Stabilität der Form der ersten
Seitenfläche folgend in eine konvexe Form durchgebogen werden, da die Bodenfläche
der Formnut unter einem Winkel von &agr;3 zur Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung
geneigt ist, so daß die Distanz zwischen der Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung
und dem Kontaktpunkt der Bodenfläche mit dem Werkstück in Radialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung
in Axialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung von der zweiten Seitenfläche zur
ersten Seitenfläche hin zunimmt.
Bei einer dritten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das
Werkstück von der Werkstückhaltevorrichtung so gehalten, daß es im wesentlichen
zur ersten Seitenfläche der ringförmigen Formnut in Axialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung
ausgerichtet wird, bevor das Werkstück in Preßkontakt mit der Walzbacke gebracht
wird. Das Verfahren dieser Ausführungsform der Erfindung umfaßt des weiteren einen
Schritt des Bewegens der Werkstückhaltevorrichtung und der Walzbacke relativ zueinander
in Radialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung, während das Werkstück um seine
Achse gedreht wird, so daß der äußere Umfangsabschnitt des Werkstücks verdickt wird.
Gemäß der dritten bevorzugten Ausführungsform dieser Erfindung wird
das Werkstück anfangs zur ersten Seitenfläche in Axialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung
(des Werkstücks) ausgerichtet, und das Werkstück und die Walzbacke werden danach
relativ zueinander bewegt, genauer gesagt in radialer Richtung der Werkstückhaltevorrichtung
relativ zueinander bewegt. Bei dieser Anorndung folgt der anfänglichen Verdickung
des radial äußersten Teiles des äußeren Umfangsabschnittes, die anfangs in entgegengesetzten
Axialrichtungen zur ersten und zweiten Seitenfläche hin stattfindet, eine nachfolgende
Verdickung, die asymmetrisch an der ersten und zweiten Seitenfläche stattfindet.
Mit anderen Worten, nachdem der radial äußerste Teil des äußeren Umfangsabschnittes
bis zur anfänglichen Axialposition des von der Werkstückhaltevorrichtung gehaltenen
Werkstücks verdickt worden ist, findet die Verdickung primär auf der Seite der zweiten
Seitenfläche statt, so daß der verdickte Umfangsabschnitt in geeigneter Weise auf
die Seite der zweiten Seitenfläche versetzt werden kann, ohne daß der äußere Umfangsabschnitt
in der ringförmigen Formnut gefaltet wird.
Bei einer vorteilhaften Anordnung der vorstehend beschriebenen dritten
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besitzt die Bodenfläche der ringförmigen
Formnut einen solchen Neigungswinkel &agr;3 in bezug auf die Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung,
daß die Distanz zwischen der Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung und der Bodenfläche
an einer Umfangsposition der Bodenfläche, an der die Bodenfläche mit der äußeren
Umfangsfläche des Werkstücks in Kontakt steht, in Axialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung
von der zweiten Seitenfläche zur ersten Seitenfläche hin zunimmt, und wird der Neigungswinkel
&agr;3 der Bodenfläche so festgelegt, daß ein Winkel &agr;5, der auf der Seite der
ersten Seitenfläche zwischen der Bodenfläche und einer Linie L, die die Punkte P1
und P2 bei einem Kontakt der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks mit der Bodenfläche
verbindet, gebildet wird, nicht kleiner ist als 90°, wobei der Punkt P1 der
Mittelpunkt der Dicke des Werkstücks, der auf der äußeren Umfangsfläche der Werkstückhaltevorrichtung
liegt, und Punkt P2 der Mittelpunkt der Bodenfläche, gemessen in Dickenrichtung
des Werkstücks, sind.
Bei der vorstehend beschriebenen Anorndung wird der Neigungswinkel
&agr;3 der Bodenfläche zur Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung so festgelegt,
daß der Winkel &agr;5, der auf der Seite der ersten Seitenfläche zwischen der Bodenfläche
der Nut und der vorstehend erwähnten Linie L beim Kontakt der äußeren Umfangsfläche
des Werkstücks mit der Bodenfläche gebildet wird, 90° oder größer ist, so daß
die äußere Umfangsfläche des Werkstücks so mit der Bodenfläche in Kontakt gebracht
wird, daß die Dickenmittellinie des Werkstücks an dessen radial äußersten Teil des
äußeren Umfangsabschnittes des Werkstücks im wesentlichen senkrecht zur Bodenfläche
oder geringfügig geneigt zu einer Linie senkrecht zur Bodenfläche auf der Seite
der ersten Seitenfläche verläuft, um eine anfängliche asymmetrische Verdickung des
radial äußersten Teiles des Werkstücks und damit einen größeren Fluß des Werkstückmateriales
zur zweiten Seitenfläche hin zu verhindern.
Wenn die Bodenfläche der ringförmigen Formnut unter einem Winkel &agr;3
relativ zur Achse der Werkstückhaltevorrichtung geneigt ist, kann der Winkel &agr;3
so festgelegt werden, daß die Dickenmittellinie des Werkstücks an einem radial äußersten
Teil des äußeren Umfangsabschnittes des Werkstücks nahezu senkrecht zur Bodenfläche
verläuft, wenn der radial äußerste Teil des Werkstücks der ersten Seitenfläche folgend
in die konvexe Form durchgebogen wird, wobei die äußere Umfangsfläche des Werkstücks
in Preßkontakt mit der Bodenfläche der Formnut gehalten wird. In diesem Fall wird
die von der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks von der Bodenfläche der Formnut
aufgenommene Reaktionskraft nahezu gleichmäßig auf den gegenüberliegenden Seiten
des Werkstücks zur ersten und zweiten Seitenfläche der Formnut hin verteilt, wodurch
der radial äußerste Teil des Werkstücks auf wirksame und stabile Weise in den entgegengesetzten
Richtungen zu den zwei Seitenfläche hin verdickt werden kann.
Die Walzbacke und die Werkstückhaltevorrichtung können so relativ
zueinander angeordnet werden, daß die Drehachsen der Walzbacke parallel zueinander
angeordnet sind und die Walzbacke und die Werkstückhaltevorrichtung relativ zueinander
in Radialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung entlang einer Geraden bewegt werden,
die die Achsen miteinander verbindet. Alternativ dazu können die Walzbacke und die
Werkstückhaltevorrichtung relativ zueinander so angeordnet werden, daß die Achsen
relativ zueinander in einer Ebene geneigt sind, die die Achsen enthält, und die
Walzbacke und die Werkstückhaltevorrichtung werden relativ zueinander entlang einer
Geraden bewegt, die die Achsen in der vorstehend genannten Ebene verbindet, oder
entlang einem Kreisbogen, der den Außenumfang des Werkstücks und den Außenumfang
der ringförmigen Formnut in der vorstehend erwähnten Ebene passiert. Wenn die Drehachsen
der Walzbacke und der Werkstückhaltevorrichtung parallel zueinander angeordnet sind,
können die Walzbacke und die Werkstückhaltevorrichtung näher beieinander angeordnet
werden als in einem Fall, in dem die Achsen relativ zueinander geneigt sind.
Die Verdickung des äußeren Umfangsabschnittes des Werkstücks wird
am extremen Ende des Werkstücks benachbart zur äußeren Umfangsfläche initiiert,
unmittelbar nachdem die äußere Umfangsfläche des Werkstücks in Kontakt mit der Bodenfläche
der ringförmigen Formnut gebracht wordern ist. Die Verdickung des äußeren Umfangsabschnittes
wird nicht nur durch die zwischen der äußeren Umfangsfläche und der Bodenfläche
wirkende Kraft, sondern auch durch die Rotationsgeschwindigkeit der Walzbacke, den
Reibungskoeffizienten der Flächen der Formnut, den Elastizitätsmodul des Werkstücks,
das Vorhandensein oder Fehlen eines Schmiermittels auf den Kontaktflächen des Werkstücks
und der Formnut und die Raumtemperatur und Feuchtigkeit beeinflußt. Wenn die Verdickung
des äußeren Umfangsabschnittes des Werkstücks fortschreitet, wird die radiale Distanz
des äußeren Umfangsabschnittes, der sich von der äußeren Umfangsfläche der Werkstückhaltevorrichtung
radial nach außen erstreckt, verringert und die Wahrscheinlichkeit zum Ausbeulen
oder Ausknicken des äußeren Umfangsabschnittes wird geringer, so daß die zwischen
dem Werkstück und der Walzbacke wirkende Kraft vergrößert werden kann, wenn die
Rotationsgeschwindigkeit der Walzbacke und die anderen Werkstückverdickungsbedingungen
unverändert bleiben. Es ist daher wünschenswert, daß die zwischen dem Werkstück
und der Formnut wirkende Kraft, während der äußere Umfangsabschnitt des Werkstücks
im durchgebogenen Zustand der konvexen Form der ersten Seitenfläche der Formnut
folgend gehalten wird, auf der Basis eines Ausgangssignales eines Verschiebungssensors,
der den Zustand der Biegeverformung des äußeren Umfangsabschnittes detektieren kann,
so gesteuert wird, daß ein optimaler Zustand der Biegeverformung des äußeren Umfangsabschnittes
aufrechterhalten wird, um die Effizienz der Verdickung des äußeren Umfangsabschnittes
zu maximieren, während ein Ausbeulen bzw. Ausknicken desselben oder ein Kontakt
mit den Seitenflächen der Formnut verhindert wird. Die zwischen dem Werkstück und
der Walzbacke wirkende Preßkraft kann auf einem durch Versuche ermittelten Optimalwert
gehalten oder in Abhängigkeit von einem vorgegebenen, durch Versuche erhaltenen
Schema verändert werden.
Wenn die Werkstückhaltevorrichtung und die Walzbacke über eine Antriebsvorrichtung
einschließlich eines Elektromotors relativ zueinander bewegt werden, kann die Preßkraft
durch Steuern des Drehmomentes des Elektromotors gesteuert werden. Wenn die Relativbewegung
zwischen der Werkstückhaltevorrichtung und der Walzbacke von einem strömungsmittelbetätigten
Zylinder, beispielsweise einem hydraulisch betätigten Zylinder, bewirkt wird, kann
die Preßkraft gesteuert werden, indem der Druck des für den Zylinder verwendeten
Arbeitsmittels gesteuert wird. Ferner kann die Preßkraft gesteuert werden, indem
die Geschwindigkeit der Relativbewegung zwischen der Werkstückhaltevorrichtung und
der Walzbacke gesteuert wird.
Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wird der radial äußerste
Teil des äußeren Umfangsabschnittes des Werkstücks verdickt, während der äußere
Umfangsabschnitt in einem über einen gewünschten Betrag durchgebogenen Zustand gehalten
und an einem Ausbeulen sowie einem Kontakt mit der ersten und zweiten Seitenfläche
der ringförmigen Formnut gehindert wird. Der äußere Umfangsabschnitt muß jedoch
nicht während der gesamten Verdickungsperiode des radial äußersten Teiles des Werkstücks
im Abstand von der ersten und zweiten Seitenfläche gehalten werden. Er muß vielmehr
mindestens während eines Anfangsabschnittes oder einer ersten Hälfte des Verdickungsvorganges
im Abstand von den Seitenflächen gehalten werden, in dem bzw, in der der äußere
Umfangsabschnitt vergleichsweise einfach ausbeulen kann. In der zweiten oder letzten
Hälfte des Verdickungsvorganges, in der die Wahrscheinlichkeit eines Ausbeulens
des äußeren Umfangsabschnittes vergleichsweise gering ist, kann der äußere Umfangsabschnitt
mit der ersten Seitenfläche so in Kontakt gehalten werden, daß die Verdickung hauptsächlich
in Richtung auf die zweite Seitenfläche oder an dieser stattfindet.
Wie vorstehend beschrieben, wird die Verdickung des radial äußersten
Teiles des Werkstücks durchgeführt, während das Werkstück in Preßkontakt mit der
Bodenfläche der Formnut gedreht wird. Es ist wünschenswert, entweder nur die Walzbacke
oder nur die Werkstückhaltevorrichtung relativ zum anderen Teil zu drehen, indem
eine geeignete Drehvorrichtung aktiviert wird, während das andere Teil von einer
geeigneten Drehhaltevorrichtung drehbar gelagert wird, so daß das vorstehend erwähnte
erste Teil von der Walzbacke und der Werkstückhaltevorrichtung in Walzkontakt mit
dem Werkstück gedreht wird. Diese Anordnung ist wünschenswert im Hinblick auf eine
graduelle Verringerung des Außendurchmessers der kreisförmigen Platte, wenn die
Verdickung des radial äußersten Teiles fortschreitet. Es können jedoch auch sowohl
die Walzbacke als auch die Werkstückhaltevorrichtung gedreht werden.
Zur Vereinfachung der Konstruktion der Vorrichtung zur Durchführung
des vorliegenden Verfahrens ist es wünschenswert, entweder nur die Walzbacke oder
nur die Werkstückhaltevorrichtung relativ zum anderen Teil zu bewegen, indem eine
Vorschubvorrichtung aktiviert wird. Es können jedoch auch sowohl die Walzbacke als
auch die Werkstückhaltevorrichtung relativ zueinander bewegt werden.
Obwohl der Neigungswinkel &agr;3 der Bodenfläche der Formnut relativ
zur Drehachse der Werkstückhaltevorrichtung vorzugsweise in der vorstehend
beschriebenen Weise im Hinblick auf eine vorteilhafte Anordnung der dritten bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung und der vierten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
festgelegt wird, erfordert die zweite bevorzugte Ausführungsform der Erfindung lediglich,
daß der Winkel &agr;3 größer als 0° sein muß.
Bei der vorstehend beschriebenen dritten Ausführungsform der Erfindung,
bei der das Werkstück anfangs im wesentlichen mit der ersten Seitenfläche der Formnut
in Axialrichtung ausgerichtet wird, kann das Werkstück von der Werkstückhaltevorrichtung
so gehalten werden, daß es im wesentlichen zur Position eines radial äußeren Endes
der ersten Seitenfläche der ringförmigen Formnut in Axialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung
ausgerichtet wird, bevor der äußere Umfangsabschnitt des Werkstücks in Kontakt mit
der ersten Seitenfläche gebracht wird, so daß der äußere Umfangsabschnitt über einen
Gleitpreßkontakt am Umfangsrand desselben mit der ersten Seitenfläche durchgebogen
wird, wenn die Werkstückhaltevorrichtung und die Walzbacke relativ zueinander bewegt
werden. Alternativ dazu kann das Werkstück von der Werkstückhaltevorrichtung so
gehalten werden, daß es im wesentlichen zur Position der Bodenfläche der ringförmigen
Formnut in Axialrichtung der Werkstückhaltevorrichtung in Ausrichtung gehalten wird,
bevor die äußere Umfangsfläche des Werkstücks in Kontakt mit der Bodenfläche gebracht
wird. Das Verfahren umfaßt des weiteren einen Schritt der Bewegung des Werkstücks
oder der Walzbacke in Axialrichtung des Werkstücks, während die äußere
Umfangsfläche in Preßkontakt mit der Bodenfläche gehalten wird, um den äußeren Umfangsabschnitt
des Werkstücks der ersten Seitenfläche folgend in die konvexe Form zu biegen.
Bei der vorstehend beschriebenen dritten bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung findet die Verdickung primär auf der Seite der zweiten Seitenfläche
statt, nachdem der radial äußerste Teil des Werkstücks bis in die anfängliche axiale
Position des von der Werkstückhaltevorrichtung gehaltenen Werkstücks verdickt worden
ist, so daß der verdickte Umfangsabschnitt zu einer der gegenüberliegenden Seiten
des Werkstücks, die der zweiten Seitenfläche entspricht, versetzt wird. Die Verdickung
des radial äußersten Teiles des Werkstücks kann jedoch auch symmetrisch auf den
gegenüberliegenden Seiten des Werkstücks in Richtung der ersten und zweiten Seitenfläche
der Formnut stattfinden.
Die obigen und wahlweisen Ziele, Merkmale, Vorteile und technische
und industrielle Bedeutung dieser Erfindung werden besser verständlich durch Lesen
der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von gegenwärtig bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen. Hiervon zeigen:
1 eine schematische Ansicht eines Beispieles
einer Drehvorrichtung, mit der das Verfahren zum Formen eines Umfangsabschnittes
eines Werkstücks in der Form einer kreisförmigen Platte zur Erhöhung der Dicke des
Umfangsabschnittes gemäß der vorliegenden Erfindung durchgeführt werden kann;
2 eine Teilansicht im Schnitt, die den
Umfangsabschnitt des Werkstücks zeigt, wenn die äußere Umfangsfläche des Umfangsabschnittes
mit der Bodenfläche einer in der äußeren Umfangsfläche der Walzbacke der Vorrichtung
der 1 ausgebildeten Formnut in Kontakt steht;
3A–3G
Teilschnittansichten von aufeinanderfolgenden Walzschnitten, die von der Vorrichtung
der 1 am Umfangsabschnitt des Werkstücks durchgeführt
werden;
4A eine Ansicht einer durch Walzen des
Werkstücks durch die Vorrichtung der 3 erhaltenen Platte;
4B eine Ansicht einer durch Ausbilden
eines äußeren verzahnten Abschnittes am Umfangsabschnitt der Platte der
4A ausgebildeten Antriebsplatte bzw. Antriebsscheibe;
5 eine Drehvorrichtung, die bei einer
zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung verwendet wird;
6A, 6B
und 6C Teilschnittansichten von aufeinanderfolgenden
Schritten, die bei einem herkömmlichen Walzverfahren durchgeführt werden, bei dem
der Umfangsabschnitt des Werkstücks, der mit symmetrischen Materialflüssen auf der
oberen und unteren Seite verdickt worden ist, gefaltet wird, so daß der Umfangsabschnitt
eine zylindrische Form besitzt;
7 den mäandrierenden Materialfluß an
einem Umfangsabschnitt des Werkstücks während eines herkömmlichen Walzverfahrens,
bei dem ein Ausbeulen und Falten des Umfangsabschnittes stattfindet; und
8 eine Ansicht eines weiteren herkömmlichen
Walzverfahrens.
Wie in 1 gezeigt, kann man mit der schematisch
in der Figur dargestellten Walzvorrichtung ein Verfahren zum Formen eines Umfangsabschnittes
eines Werkstücks in der Form einer kreisförmigen Platte durchführen. Die Walzvorrichtung
10 umfaßt eine Haltevorrichtung 12 für ein drehbares Werkzeug,
die ein geeignetes Lager aufweist, und eine Walzbacke 14, die von der Haltevorrichtung
12 so gelagert wird, daß sie um eine Drehachse 51 drehbar ist,
die sich im wesentlichen in vertikaler Richtung erstreckt. Die Walzvorrichtung
10 besitzt ferner eine Werkstückhaltevorrichtung 18 zum Halten eines Werkstücks
16 in der Form einer kreisförmigen Platte, eine Werkstückdrehvorrichtung
20 zum Drehen der Werkstückhaltevorrichtung 18 um eine Achse S2
parallel zur Achse S1 und eine Vorschubvorrichtung 22 zum linearen Bewegen
der Werkstückdrehvorrichtung 20 in Radialrichtung der Walzbacke
14.
Die Werkstückhaltevorrichtung 18 ist so angeordnet, daß sie
das Werkstück 16 so hält, daß dieses als kreisförmige Platte koaxial zur
Werkstückhaltevorrichtung 18 angeordnet ist, d. h. sich in radialer Richtung
der Werkstückhaltevorrichtung 18 erstreckt. Die Werkstückdrehvorrichtung
20 besitzt einen Elektromotor, der an die Werkstückhaltevorrichtung
18 angeschlossen ist, zum Drehen der Werkstückhaltevorrichtung
18 und des Werkstücks 16 um die Achse S2. Die Werkstückdrehvorrichtung
20 ist an der Vorschubvorrichtung 22 so montiert, daß sie und
die Werkstückhaltevorrichtung 18 von der Vorschubvorrichtung
22 in radialer Richtung der Walzbacke 14 linear bewegt werden,
so daß die Drehachse S2 der Werkstückhaltevorrichtung 18 und das Werkstück
16 in Richtung auf die Achse S1 der Walzbacke 14 und von dieser
weg bewegt werden.
Die Walzbacke 14 kann mit einer geeigneten Drehvorrichtung,
beispielsweise einem Elektromotor, mit einer geeigneten Geschwindigkeit um ihre
Achse S1 gedreht werden. Obwohl die Vorschubvorrichtung 22 bei der vorliegenden
Ausführungsform so angeordnet ist, daß sie das Werkstück 16 relativ zur
Walzbacke 14 bewegt, kann eine entsprechende Vorschubvorrichtung vorgesehen
sein, um die Walzbacke 14 relativ zum Werkstück 16 (Werkstückhaltevorrichtung
18) zu bewegen. Ferner können sowohl die Walzbacke 14 als auch
das Werkstück 16 (Werkstückhaltevorrichtung 18) über entsprechende
Vorschubvorrichtungen oder eine einzige Vorschubvorrichtung relativ zueinander bewegt
werden.
Bei den 3A–3G
handelt es sich um Schnittansichten in einer Ebene, die die vorstehend erwähnten
Achsen S1 und S2 enthält, während 2 eine vergrößerte
Ansicht von 3D ist. In 2
ist auf eine Schraffierung der Schnittebene verzichtet worden, um die Deutlichkeit
der hier verwendeten Bezugszeichen zu vergrößern.
Die Walzbacke 14 besitzt eine ringförmige Formnut
26, die in ihrer äußeren Umfangsfläche 24 offen ist. Die ringförmige
Formnut 26 hat einen im wesentlichen V-förmigen Querschnitt in einer Ebene,
die die Achse S1 der Walzbacke 14 enthält. Wie in 2
gezeigt ist, nimmt die axiale Abmessung der Formnut 26, in Axialrichtung
der Walzbacke 14 gemessen, in Radialrichtung der Walzbacke 14
nach außen zu. Genauer gesagt, die Formnut 26 wird von einer ringförmigen
ersten oder oberen Seitenfläche 28, einer ringförmigen zweiten oder unteren
Seitenfläche 30, die der ersten Seitenfläche 28 generell gegenüberliegt,
und einer im wesentlichen zylindrischen Bodenfläche 32 gebildet, die auf
glatte Weise an ihren axial gegenüberliegenden Endabschnitten mit den radial inneren
Enden der ersten und zweiten Seitenfläche 28, 30 verbunden ist.
Die Endabschnitte der Bodenfläche 32 sind in geeigneter Weise abgerundet
oder gekrümmt. Die erste und zweite Seitenfläche 28, 30 besitzen
entsprechende Neigungswinkel &agr;1 und &agr;2 in bezug auf eine Gerade, die senkrecht
zur Achse S1 verläuft, d. h. in bezug auf eine Gerade, die sich in Radialrichtung
der Walzbacke 14 erstreckt, welche größer als 0° sind. Die erste und
zweite Seitenfläche 28, 30 sind in bezug auf die vorstehend erwähnte
Gerade unter den entsprechenden Winkeln &agr;1 und &agr;2 auf den gegenüberliegenden
Seiten der Gerade in der Ebene der 2 geneigt. Durch
diese Neigungen der ersten und zweiten Seitenfläche 28, 30 kann
die durch Reibung zwischen diesen Flächen 28, 30 und dem Werkstück
16 an einem relativ radial äußeren Abschnitt der Walzbacke 14,
an dem die Umfangsgeschwindigkeit höher ist als an einem relativ radial inneren
Abschnitt der Walzbacke 14, erzeugte Wärmemenge verringert werden. Daher
kann mit den Neigungen eine Veränderung der Eigenschaften des Materiales des Werkstücks
infolge der erzeugten Wärme verhindert werden, um auf diese Weise eine nachteilige
Beeinflussung des Walz- oder Verdickungsvorganges, der am Werkstück 16
durchzuführen ist, durch die Wärme zu vermeiden. Die Bodenfläche 32 besitzt
einen geradlinigen Zwischenabschnitt, dessen Abmessung im wesentlichen der Dicke
t des Werkstücks 16 entspricht und der dazu dient, den Umfang oder die
äußere Umfangsfläche des Werkstücks 16 in Axialrichtung der Walzbacke 14
beim Kontakt der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks 16 mit der Bodenfläche
32 zu positionieren. Der geradlinige Abschnitt der Bodenfläche
32 besitzt einen solchen Neigungswinkel &agr;3 in bezug auf die Achsen
S1 und S2, daß die radiale Distanz zwischen dem geradlinigen Abschnitt und der Achse
S1 in Axialrichtung von der zweiten Seitenfläche 30 zur ersten Seitenfläche
28 hin abnimmt.
Bei der vorliegenden Ausführungsform, bei der die Drehachse S1 der
Walzbacke 14 und die Drehachse 52 des Werkstücks 16 (Werkstückhaltevorrichtung
18) parallel zueinander angeordnet sind, verläuft die vorstehend erwähnte
Gerade, die sich senkrecht zur Achse S1 erstreckt und als Bezugslinie für die Winkel
&agr;1 und &agr;2 dient, parallel zu einer Geraden, die sich senkrecht zur Achse
S2 erstreckt. Daher können die obigen Definitionen der Winkel &agr;1 und &agr;2
unter Verwendung der Achse S1 als Bezugsachse zur Definition der Winkel &agr;1 und
&agr;2 unter Verwendung der Achse S2 als Bezugsachse Verwendung finden. Die Definition
des Winkels &agr;3 unter Verwendung der Achse S1 als Bezugsachse findet jedoch keine
Anwendung zur Definition des Winkels &agr;3 unter Verwendung der Achse S2 als Bezugsachse.
Mit anderen Worten, der geradlinige Abschnitt der Bodenfläche 32 ist unter
dem Winkel &agr;3 relativ zur Achse 52 so geneigt, daß die Distanz zwischen
der Achse S2 und dem geradlinigen Abschnitt der Bodenfläche 32 an einer Umfangsposition
der Bodenfläche, bei der die Bodenfläche das Werkstück 16 kontaktiert,
in Axialrichtung des Werkstücks 16 von der zweiten Seitenfläche
30 zur ersten Seitenfläche 28 zunimmt. Es versteht sich, daß die
Umfangsposition, bei der die Bodenfläche 32 die äußere Umfangsfläche des
Werkstücks 16 kontaktiert, auf der rechten Seite der Achse S1 der
1 und 2 liegt.
Die Definition des Winkels &agr;3 unter Verwendung der Achse S2 ist auf eine zweite
Ausführungsform der 5 anwendbar, bei der die Achsen
S1 und S2 nicht parallel verlaufen und die nachfolgend beschrieben wird.
Die Werkstückhaltevorrichtung 18 besitzt ein Paar von zylindrischen
Druckelementen 34, 36 mit im wesentlichen dem gleichen Durchmesser.
Das obere und untere Druckelement 34, 36 sind so angeordnet, daß
sie dazwischen einen radial inneren oder mittleren Abschnitt der kreisförmigen Platte
16 so halten, daß sich ein Umfangsabschnitt oder radial äußerer Abschnitt
16a des Werkstücks 16 von der äußeren Umfangsfläche der Werkstückhaltevorrichtung
18 um eine vorgegebene anfängliche radiale Überhangdistanz a radial nach
außen erstreckt, wie in 1 gezeigt. Die Werkstückhaltevorrichtung
18 ist relativ zur Walzbacke 14 in Axialrichtung der Haltevorrichtung
18 so angeordnet, daß das Werkstück 16 nahezu zum radial äußeren
oder offenen Ende oder offenen Endabschnitt der ringförmigen ersten Seitenfläche
28 in Axialrichtung der Haltevorrichtung 18 ausgerichtet ist.
Mit anderen Worten, das Werkstück 16 wird von der Werkstückhaltevorrichtung
18 in Axialrichtung so positioniert, daß es anfangs an seiner Oberseite
16b gegen den radial äußeren Endabschnitt der ersten Seitenfläche
28 stößt, wie in 3B gezeigt, wenn das Werkstück
16 von der Vorschubvorrichtung 22 zusammen mit der Werkstückhaltevorrichtung
18 in Richtung auf die Walzbacke 14 bewegt wird, wie in den
3A–3G
gezeigt. Das Werkstück 16 wird nach einer weiteren Bewegung desselben an
seiner äußeren Umfangsfläche mit der Bodenfläche 32 in Kontakt gebracht,
wie in 3D gezeigt, wobei seine Oberseite
16b (oberer Umfangsrand) in Gleitkontakt mit der ersten oder oberen Seitenfläche
28 gehalten wird, wie in 3C gezeigt. Wenn
das Werkstück 16 mit seiner Oberseite 16b in Gleitkontakt mit
der Seitenfläche 28 bewegt wird, wird der Umfang des Werkstücks
16 nach unten in Richtung auf die Bodenfläche 32 verschoben und
wird der äußere Umfangsabschnitt 16a des Werkstücks 16, der sich
von der Haltevorrichtung 18 radial nach außen erstreckt, in eine aufwärts
konvexe Form durchgebogen.
Der Neigungswinkel &agr;3 des geradlinigen Abschnittes der Bodenfläche
32 wird so festgelegt, daß ein Winkel &agr;5, der auf der Seite der ersten
Seitenfläche 28 zwischen dem geradlinigen Abschnitt und einer Linie L,
die die Punkte P1 und P2 in 2 miteinander verbindet,
gebildet wird, beim Kontakt der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks 16
mit der Bodenfläche 32 90° oder größer ist. Dieser Punkt P1 ist ein
Mittelpunkt der Dicke t des Werkstücks 16, das an der äußeren Umfangsfläche
der Werkstückhaltevorrichtung 18 liegt, während der Punkt P2 ein Mittelpunkt
des geradlinigen Abschnittes der Bodenfläche 32, in Richtung der Dicke
des Werkstücks 16 gesehen, ist. Bei dieser Anordnung verläuft die Dickenmittellinie
des Werkstücks 16 in dessen radial äußerstem Teil oder äußeren Endteil
des äußeren Umfangsabschnittes 16a nahezu senkrecht zum geradlinigen Abschnitt
der Bodenfläche 32, wenn der radial äußerste Teil des Werkstücks der ersten
Seitenfläche 28 folgend in eine aufwärts konvexe Form gebogen ist. Ferner
wird der Winkel &agr;3 so festgelegt, daß ein Winkel &agr;4, der zwischen dem geradlinigen
Abschnitt der Bodenfläche 32 und der ersten Seitenfläche 28 gebildet
wird, etwa 90° beträgt.
Bei der vorliegenden Ausführungsform umfaßt die Vorschubvorrichtung
22 einen Elektromotor, eine Spindel in der Form einer Kugelschraube, die
mit dem Elektromotor verbunden ist, und eine Kugelmutter, die an der Werkstückdrehvorrichtung
20 fixiert ist und mit der Kugelschraube in Eingriff steht. Bei einer Betätigung
des Elektromotors wird die Werkstückdrehvorrichtung 20 zusammen mit der
Werkstückhaltevorrichtung 18 und dem Werkstück 16 relativ zur
Walzbacke 14 in Radialrichtung der Walzbacke linear bewegt, wenn ein Walzvorgang
am äußeren Umfangsabschnitt 16a des Werkstücks 16 mit der Walzbacke
14 durchgeführt wird, um auf diese Weise die Dicke am radial äußersten
Teil zu vergrößern, wobei das Werkstück 16 an seiner äußeren Umfangsfläche
gegen die Bodenfläche 32 der in der Walzbacke 14 ausgebildeten
Formnut 26 gepreßt wird. Das Drehmoment des Elektromotors der Vorschubvorrichtung
22, das eine zwischen der Bodenfläche 32 und dem Werkstück
16 wirkende Kraft F erzeugt, wird von einer nicht gezeigten Steuervorrichtung
beispielsweise in Abhängigkeit von einem durch Versuche festgelegten vorgegebenen
Schema gesteuert, so daß der radial äußerste Teil des Werkstücks 16 auf
wirksame Weise in die entgegengesetzten Richtungen zur ersten und zweiten Seitenfläche
28, 30 hin verdickt werden kann, während der äußere Umfangsabschnitt
16a im Abstand von der ersten und zweiten Seitenfläche 28,
30 gehalten und an einem Ausbeulen oder Verbiegen in Richtung auf die zweite
Seitenfläche 30 gehindert wird. Der Elektromotor der Vorschubvorrichtung
22 kann auch so gesteuert werden, daß die Vorschubgeschwindigkeit des Werkstücks
16 anstelle der vorstehend erwähnten Kraft F (Drehmoment des Motors) in
Abhängigkeit von einem vorgegebenen Schema gesteuert wird. Das
Drehmoment des Elektromotors oder die Vorschubgeschwindigkeit des Werkstücks
16 können mittels Rückkopplung gesteuert werden, so daß die Betätigung
zur Verdickung des radial äußersten oder extremen Umfangsteiles des äußeren Umfangsabschnittes
16a durchgeführt wird, während der Zustand der Biegeverformung des äußeren
Umfangsabschnittes 16a in geeigneter Weise auf der Basis von Ausgangssignalen
eines geeigneten Verschiebungssensors gesteuert wird, der die Verformung des äußeren
Umfangsabschnittes 16a detektieren kann. Dieser Verschiebungssensor kann
von einem kontaktfreien Typ sein.
Die Werkstückdrehvorrichtung 20 kann so angeordnet und gesteuert
sein, daß sie die Werkstückhaltevorrichtung 18 und das Werkstück
16 während sämtlicher Schritte des Walz- oder Verdickungsvorganges, die
in 3A–3G gezeigt
sind, mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit dreht. Die Drehgeschwindigkeit des
Werkstücks 16 kann jedoch auch in geeigneter Weise in Abhängigkeit von
einem vorgegebenen Schema gesteuert werden. Die Walzbacke 14 wird um ihre
Achse S1 in Reibwalzkontakt mit dem Werkstück 16 gedreht, das von der Werkstückdrehvorrichtung
20 gedreht wird.
Bei dem in 3D gezeigten Schritt, bei
dem die äußere Umfangsfläche des Werkstücks 16 in Kontakt mit der Bodenfläche
32 gebracht wird, wirkt die Kraft auf die Bodenfläche 32 in einer
Richtung senkrecht zur Bodenfläche. Wenn die Oberseite 16b die erste Seitenfläche
28 kontaktiert, wirkt eine Kraft auf die erste Seitenfläche 28
in einer Richtung senkrecht zur Fläche 28, wodurch eine Reaktionskraft
auf den äußeren Umfangsabschnitt 16a in einer Richtung zur zweiten Seitenfläche
30 hin wirkt und dazu neigt, ein Ausbeulen des äußeren Umfangsabschnittes
16a in Richtung auf die zweite Seitenfläche 30 zu verursachen.
In diesem Sinne ist es erforderlich, die Kraft F zwischen der Bodenfläche
32 und der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks 16 so zu steuern,
daß ein Kontakt der äußeren Umfangsfläche 16a mit der ersten Seitenfläche
28 verhindert wird. Die äußere Umfangsfläche des Werkstücks 16,
die die Reaktionskraft von der Bodenfläche 32 aufnimmt, ist infolge einer
Bewegung der äußeren Umfangsfläche relativ zur Bodenfläche 32 einer dynamischen
Reibung ausgesetzt, so daß Materialflüsse zwischen der äußeren Umfangsfläche des
Werkstücks 16 und der Bodenfläche 32 auftreten. Infolgedessen
wird der radial äußerste Teil des äußeren Umfangsabschnittes 16a des Werkstücks
16 in den entgegengesetzten Richtungen von der oberen und unteren Fläche
16b, 16c in Richtung auf die erste und zweite Seitenfläche
28, 30 verdickt, wie in 3E gezeigt.
In den in den 3F und 3G
gezeigten nachfolgenden Schritten wird der anfangs verdickte radial äußerste Teil
des Umfangsabschnittes 16a allmählich weiter verdickt, wenn der Umfangsabschnitt
16 weiter in die Formnut 26 bewegt wird, so daß ein Zwischenprodukt
40 erhalten wird, dessen äußerer Umfangsabschnitt der Querschnittsform
der Formnut 26 folgend verdickt wird. Die Verdickung des äußeren Umfangsabschnittes
16a des Werkstücks 16 durch die Walzbacke 14 wird von
diversen Faktoren gesteuert und beeinflußt. Hierzu zählen: die Kraft F, die zwischen
der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks 16 und der Bodenfläche
32 der Formnut 32 wirkt; die Drehgeschwindigkeit der Walzbacke
14, die Reibungskoeffizienten der Flächen 28, 30,
32 der Formnut 26; der Elastizitätsmodul des Werkstücks
16; die Abwesenheit oder das Vorhandensein eines Schmiermittels zwischen
den Kontaktflächen des Werkstücks 16 und der Formnut 26 und die
Raumtemperatur und Feuchtigkeit. Nachdem die Verdickung des Werkstücks
16 initiiert worden ist, wird die Dicke t des Werkstücks 16 allmählich
reduziert, und die Wahrscheinlichkeit eines Ausbeulens des äußeren Umfangsabschnittes
16a wird gering, so daß die Kraft F oder die Geschwindigkeit der Bewegung
des Werkstücks 16 in die Formnut 26 erhöht werden kann, um das
nachfolgende Verdicken des Werkstücks 16 zu fördern. Wenn das Ausbeulen
des äußeren Umfangsabschnittes 16a zur zweiten Seitenfläche 30
hin im Schritt der 3D verhindert werden kann, nimmt
die Möglichkeit des Ausbeulens des Umfangsabschnittes 16a ab, wenn die
Verdickung am radial äußersten oder extremen Umfangsteil fortschreitet.
In den Schritten der 3B und
3C wird der äußere Umfangsabschnitt
16a des Werkstücks 16 in die Formnut 26 bewegt, wobei
die Oberseite 16b (der obere Umfangsrand) des Werkstücks 16 in
Gleitkontakt mit der ersten Seitenfläche 28 gehalten wird, so daß der Abschnitt
16a geringfügig nach unten verschoben und der ersten Seitenfläche
28 folgend in eine aufwärts konvexe Form durchgebogen wird, wenn sich die
äußere Umfangsfläche des Werkstücks 16 mit der Bodenfläche 32
der Formnut 26 in Kontakt befindet. Auf diese Weise kann ein abwärts gerichtetes
Ausknicken des äußeren Umfangsabschnittes 16a zur zweiten Seitenfläche
30 hin verhindert werden. Das Ausmaß der aufwärts gerichteten Durchbiegung
des äußeren Umfangsabschnittes 16a wird vom Material des Werkstücks
16 und von anderen Faktoren bestimmt. Obwohl die vorliegende Ausführungsform
so ausgebildet ist, daß der äußere Umfangsabschnitt 16a in die Formnut
26 in Gleitkontakt mit der ersten Seitenfläche 28 eingesetzt wird,
so daß der Abschnitt 16a im Schritt der 3D in Richtung
auf die erste Seitenfläche 28 nach oben konvex ist, kann die äußere Umfangsfläche
des Werkstücks 16 auch direkt ohne einen Kontakt der Oberseite
16b mit der ersten Seitenfläche 28 mit der Bodenfläche
32 in Kontakt gebracht werden. In diesem Fall wird entweder die Walzbacke
14 oder die Werkstückhaltevorrichtung 18 (Werkstück
16) in ihrer Axialrichtung (entlang der Achse S1 oder
S2) vertikal bewegt, während die äußere Umfangsfläche des Werkstücks 16
in Rollkontakt mit der Bodenfläche 32 gehalten wird, so daß der äußere
Umfangsabschnitt 16a entweder nach oben in Richtung auf die erste Seitenfläche
28 oder nach unten in Richtung auf die zweite Seitenfläche 30
konvex ist.
Das in 3G gezeigte Zwischenprodukt
40, das einen verdickten Umfangsabschnitt 40a besitzt, wird von
der Walzbacke 14 weg bewegt. Zu diesem Zeitpunkt wird der verdickte Umfangsabschnitt
40a aufgrund eines Zurückfederungseffektes mehr oder weniger nach oben
verschoben. Der verdickte Umfangsabschnitt 40a bleibt jedoch nach unten
versetzt vom radial inneren Abschnitt des Zwischenproduktes 40. Dieses
Zwischenprodukt 40 dient zur Herstellung eines Endproduktes in der Form
einer in 4B gezeigten Antriebsplatte 44, die
in einem Kraftfahrzeug verwendet wird. Mit anderen Worten, das Zwischenprodukt
40 wird zu der in 4A gezeigten Platte
42 geformt, indem eine Walzbacke verwendet wird, die eine ringförmige Formnut
mit einer rechteckigen Querschnittsform besitzt. Die Platte 42 besitzt
einen dickwandigen zylindrischen Umfangsabschnitt 42a, der einem Walz-
oder Bearbeitungsvorgang unterzogen wird, um einen Zahnabschnitt 42b an
der Antriebsplatte 44 auszubilden, wie in 4B
gezeigt. Somit wird schließlich die gewünschte Antriebsplatte 44 mit dem
Zahnabschnitt oder das Ringrad 42b hergestellt.
Beispielsweise kann die vorstehend erwähnte Formwalzbacke zum Formen
des Zwischenproduktes 40 drehbar angeordnet sein, so daß diese Formwalzbacke
und die Verdickungswalzbacke 14 in entsprechenden zwei Positionen angeordnet
sind, die diametral in Bezug auf die Werkstückhaltevorrichtung 18 einander
gegenüberliegen, so daß das von der Werkstückhaltevorrichtung 18 gehaltene
Zwischenprodukt 40 von der Vorschubvorrichtung 22 in
1 nach rechts bewegt wird, um den verdickten Umfangsabschnitt
40a des Zwischenproduktes 40 in die rechteckige Formnut der Formwalzbacke
einzusetzen.
Die Antriebsplatte 44 wird in einem Kraftfahrzeug so installiert,
daß der Zahnabschnitt 42b mit einem Ritzel kämmt, das von einem Startermotor
gedreht wird, und so, daß die Antriebsplatte 44 an ihrem inneren oder zentralen
ebenen Abschnitt mit Bolzen an einer Kurbelwelle des Kraftfahrzeuges befestigt wird,
so daß der Motor durch den Startermotor über die Antriebsplatte 44 gestartet
werden kann. Alternativ dazu wird die Antriebsplatte 44 zwischen der Kurbelwelle
und einem Drehmomentwandler eines Automatikgetriebes angeordnet, um eine geringfügige
Axialbewegung oder Vibration der Kurbelwelle infolge einer Vibration des Motors
oder eines Fehlers in der Axialposition des Drehmomentwandlers relativ zur Kurbelwelle
zu absorbieren. Die in den 4A und 4B
dargestellte Platte 42 ist in Bezug auf die Orientierung des in
3G gezeigten Zwischenproduktes 40 umgekehrt
angeordnet.
Bei der erfindungsgemäß verwendeten Walzvorrichtung (Gesenkschmiedevorrichtung)
10 wird die zwischen der Walzbacke 14 und dem Werkstück
16 wirkende Kraft F so eingestellt, daß der äußere Umfangsabschnitt
16a des Werkstücks 16, der sich von der Werkstückhaltevorrichtung
18 radial nach außen erstreckt, der ersten Seitenfläche 28 folgend
in eine aufwärts konvexe Form durchgebogen wird, während der äußere Umfangsabschnitt
16a im Abstand von der ersten und zweiten Seitenfläche 28, 30
gehalten und daran gehindert wird, in der Formnut 26 auszuknicken oder
sich dort zu verbiegen, so daß auf diese Weise der radial äußerste Teil des Abschnittes
16a auf wirksame Weise in entgegengesetzte Richtungen zur ersten und zweiten
Seitenfläche 28, 30 hin ohne Ausknicken des äußeren Umfangsabschnittes
16a verdickt werden kann.
Da die Verdickung durchgeführt wird, um einen Kontakt des äußeren
Umfangsabschnittes 16 mit der ersten und zweiten Seitenfläche
28, 30 zu verhindern, können die Querschnittsformen oder Konfigurationen
dieser Flächen 28, 30, die die Querschnittsform des verdickten
Umfangsabschnittes 40a des Zwischenproduktes 40 bestimmen, mit
einem hohen Freiheitsgrad ausgebildet werden, es sei denn, die Flächen
28, 30 beeinflussen die Durchbiegung des äußeren Umfangsabschnittes
16a während des Walz- oder Verdickungsvorganges nachteilig.
Des weiteren kann der äußere Umfangsabschnitt 16a des Werkstücks
16 mit hoher Stabilität der ersten Seitenfläche 28 folgend in
eine konvexe Form gebogen werden, da der gerade Abschnitt der Bodenfläche
32 der Formnut 26 unter einem vorgegebenen geeigneten Winkel &agr;3
relativ zur Achse S1 geneigt ist, so daß der radiale Abstand zwischen der Bodenfläche
32 und der Achse S1 in Axialrichtung von der zweiten Seitenfläche
30 zur ersten Seitenfläche 28 hin abnimmt.
Das vorliegende Verfahren zum Formen des Werkstücks 16 besitzt
einen weiteren Vorteil aufgrund der anfänglichen Ausrichtung des Werkstücks
16 mit dem radial äußeren Ende der ersten Seitenfläche 28 in Axialrichtung
der Werkstückhaltevorrichtung 18 und aufgrund der nachfolgenden Bewegung
des Werkstücks 16 (der Werkstückhaltevorrichtung 18) in Richtung
auf die Walzbacke 14 in Radialrichtung des Werkstücks 16 (der
Walzbacke 14). Gemäß dieser Anordnung folgt der anfänglichen Verdickung
des radial äußersten Teiles des Abschnittes 16a, die in entgegengesetzten
Richtungen zur ersten und zweiten Seitenfläche 28, 30 hin stattfindet,
wie in den 3E und 3F
angedeutet, eine nachfolgende Verdickung, die asymmetrisch auf
der ersten und zweiten Seitenfläche 28, 30 stattfindet. Mit anderen
Worten, nachdem der radial äußerste Teil des äußeren Umfangsabschnittes
16a bis zu der anfänglichen axialen Position des von der Werkstückhaltevorrichtung
18 gehaltenen Werkstücks 16 verdickt wurde, findet die Verdickung
hauptsächlich auf der Seite der zweiten Seitenfläche 30 statt, so daß der
verdickte Umfangsabschnitt 40a des Zwischenproduktes 40 in geeigneter
Weise auf die Seite der unteren Fläche 16c des äußeren Umfangsabschnittes
16a des Werkstücks 16 versetzt werden kann, ohne den Abschnitt
16a zu falten, wie in 3G gezeigt. Folglich
kann die Platte 42 mit dem zylindrischen verdickten Umfangsabschnitt
42a, der sich von einer Fläche des inneren ebenen Abschnittes aus erstreckt,
wie in 4A gezeigt, aus dem Zwischenprodukt
40 erhalten werden, das den versetzten verdickten Umfangsabschnitt
40a aufweist. Da der verdickte Umfangsabschnitt 40 des Zwischenproduktes
40 keine unerwünschten Haarnadelfaltungen oder Biegungen aufweist, wie
bei A in 6C gezeigt, besitzt der durch Walzen oder
Bearbeiten des Umfangsabschnittes 42a der Platte 42 geformte Zahnabschnitt
42b eine erhöhte mechanische Festigkeit und Haltbarkeit.
Die vorliegende Walzvorrichtung (Gesenkschmiedevorrichtung)
10, bei der sich die Drehachsen S1, S2 der Walzbacke 14 und der
Werkstückhaltevorrichtung 18 parallel zueinander erstrecken, kann mit einem
kleineren Abstand zwischen der Haltevorrichtung 12 für das Drehwerkzeug
und der Drehvorrichtung 20 für das Werkstück kleiner gemacht werden als
die in 5 gezeigte Walzvorrichtung gemäß einer zweiten
Ausführungsform der Erfindung, bei der die Drehachse S1 einer Walzbacke
50 relativ zur Drehachse S2 der Werkstückhaltevorrichtung 18 geneigt
ist. Die Walzvorrichtung der 5 kann ebenfalls die Dicke
des äußeren Umfangsabschnittes 16a des Werkstücks 16 vergrößern,
während der Abschnitt 16a in eine nach oben gerichtete konvexe Form durchgebogen
wird, und besitzt daher im wesentlichen die gleichen Vorteile wie die Vorrichtung
der ersten Ausführungsform. Die Walzbacke 50 besitzt eine ringförmige Formnut
52, die so geformt ist, daß ihre Querschnittsform auf der rechten Seite
der Achse S1, in 5 gesehen (auf der Seite, die mit
dem Werkstück 16 in Eingriff steht), die gleiche ist wie die der Formnut
26, wenn die Walzbacke 50 installiert wird, wobei ihre Achse S1
unter einem vorgegebenen Winkel relativ zur Achse S2 geneigt ist.
Die dargestellten Ausführungsformen ermöglichen eine stabile Verdickung
des radial äußersten Teiles des äußeren Umfangsabschnittes 16a des Werkstücks
16 in entgegengesetzten Richtungen zur ersten und zweiten Seitenfläche
28, 30 aufgrund des Neigungswinkels &agr;3 des geraden Abschnittes
der Bodenfläche 32 der Formnut 26, 52 relativ zur Achse
S1, wobei dieser Winkel &agr;3 so festgelegt wird, daß sich der gerade Abschnitt
im wesentlichen senkrecht zum Umfangsteil des äußeren Umfangsabschnittes
16a des Werkstücks 16 erstreckt, der sich in der Nähe der äußeren
Umfangsfläche befindet, während der äußere Umfangsabschnitt 16a der ersten
Seitenfläche 28 folgend durchgebogen wird, wobei die äußere Umfangsfläche
des Werkstücks 16 in Walzkontakt mit der Bodenfläche 32 gehalten
wird, so daß die von der äußeren Umfangsfläche des Werkstücks 16 vom geraden Abschnitt
der Bodenfläche aufgenommene Reaktionskraft nahezu gleichmäßig auf die gegenüberliegenden
Seiten des Werkstücks 16 verteilt wird.
Vorstehend wurden die gegenwärtig bevorzugten Ausführungsformen dieser
Erfindung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen lediglich zu Darstellungszwecken
im einzelnen erläutert. Es versteht sich jedoch, daß die Erfindung auch mit diversen
Änderungen, Modifikationen und Verbesserungen verwirklicht werden kann, die für
die Fachmann offensichtlich sind und im durch die nachfolgenden Patentansprüche
festgelegten Umfang der vorliegenden Erfindung liegen.