Gegenstand der Erfindung ist ein Radialkolbenhydraulikmotor und ein
Verfahren zur Regelung des Radialkolbenhydraulikmotors.
Vom Stand der Technik ist eine Radialkolbenhydraulikmotorlösung bekannt,
bei der mit dem Gehäusekörper ein Nockenring verbunden ist. Der Nockenring ist eine
wellenförmige Konstruktion, gegen deren Innenfläche sich mit einem nicht rotierenden
Kolbengehäuse verbundene Kolben abwechselnd drücken lassen. Ein Teil der Kolben
befindet sich in Arbeitsphase und ein Teil in Rücklaufphase. Der Ölzulauf zum Kolbengehäuse
wird über ein Verteilerventil geregelt, das mit dem Gehäusekörper mitgedreht wird.
Das Kolbengehäuse ist mit einer zentralen nicht rotierenden Mittelachse verbunden.
Aus Lösungen vom Stand der Technik sind separate Freischaltventile
bekannt, mit welchen ein Motor in den Freilaufzustand geschaltet werden kann derart,
dass der Gehäusekörper und die damit verbundene Konstruktion, wie z.B. ein Fahrzeugrad,
sich frei drehen lässt. Freischaltventile vom Stand der Technik sind externe Teilgesamtheiten
der Konstruktion, die mit zusätzlichen Schläuchen und Anschlüssen den Preis des
Systems erhöhen und die Montage verzögern.
In der vorliegenden Anmeldung wird eine Radialkolbenhydraulikmotorlösung
vorgestellt, bei der in den Radialkolbenhydraulikmotor ein Freischaltventil oder
Freilaufventil integriert ist. Das betreffende Freilaufventil ermöglicht das Freischalten
und Wiedereinkuppeln des Hydraulikmotors. Somit ist ein hydraulikmotorexternes Freilaufventil
nicht erforderlich.
Erfindungsgemäß ist das Ventil in den Radialkolbenhydraulikmotor selbst,
in dessen Gehäuse und gemäß der in den Figuren dargestellten Ausführungsform in
deren Mittelachse eingebaut. Die Mittelachse weist eine Spindeltasche für eine separate
bewegliche Spindel auf. Erfindungsgemäß ist am Ende der in der Spindeltasche befindlichen
Spindel eine Feder vorgesehen, wobei Steuerungsdruck an das Ende der Spindel gebracht
werden kann. Durch Zuführen von Druck am Ende der Spindel lässt sich die betreffende
Spindel in der Spindeltasche in verschiedene Positionen bringen. In einer Position
wird der erfindungsgemäße Freilaufzustand verwirklicht, in dem die Zulaufleitung
und die Rücklaufleitung des Arbeitsdruckes versperrt sind, und in welchem Zustand
die mit den Kolben verbundenen Federn die Kolben in die Bodenposition gedrückt haben,
wobei die mit den Kolben verbundenen Kolbenrollen von dem wellenförmigen Nockenring
getrennt sind.
Bei der allgemeinsten Ausführungsform der Erfindung kann das erfindungsgemäße
Freilaufventil, das eine Spindel aufweist, allgemein in einem Radialkolbenhydraulikmotor
eingesetzt werden, der ein Kolbengehäuse, eine Mittelachse, einen Gehäusekörper
und ein Verteilerventil aufweist. Die Erfindung kann in einem Radialkolbenhydraulikmotor
eingesetzt werden, bei dem der Gehäusekörper gedreht wird oder in einem Radialkolbenhydraulikmotor,
bei dem der Gehäusekörper sich in stationärer Position befindet und die Mittelachse
gedreht wird. Erfindungsgemäß sperrt die Spindel im Freilaufzustand die Druckleitungen
ab und in der erfindungsgemäßen Lösung sind im Freilaufzustand sowie die zu den
Kolben führenden Kanäle der Arbeitsphase als auch die Rücklaufkanäle miteinander
in Reihe geschaltet und vorzugsweise besteht von der betreffenden In-Reihe-Schaltung
zusätzlich eine Hydraulikmediumverbindung zum Gehäusekörper. Somit wird mit dem
erfindungsgemäßen Ventil und durch dessen Betätigung im Freilaufzustand die Arbeitsdruckleitung
und die Rücklaufdruckleitung abgesperrt. Erfindungsgemäß erfolgt das genannte Absperren
innerhalb des Radialkolbenhydraulikmotors durch Betätigung der Spindel des innerhalb
des Radialkolbenhydraulikmotors befindlichen Freischaltventils so, dass die Kragen
der Spindel im Freilaufzustand den Arbeitsdruck der Zulaufleitung und die Rücklauf-
bzw. Austrittsleitung absperren. Die Leitungen werden auch als Kanäle bezeichnet.
Die Vorrichtungsanordnung ist vorzugsweise derart ausgeführt, dass
im normalen Antriebszustand der Steuerungsdruck auf das Ende der Spindel wirkt und
im Freilaufzustand auf das genannte Ende kein Steuerungsdruck wirkt.
Erfindungsgemäß ist die Spindel mit separaten Kragen versehen, die
im Freilaufzustand die Zuleitung und die Rücklaufleitung des Arbeitsdruckes absperren.
Für den erfindungsgemäßen Radialkolbenhydraulikmotor und das Verfahren
zur Regelung des Radialkolbenhydraulikmotors ist kennzeichnend, was in den Patentansprüchen
definiert ist.
Im Folgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf einige in den Figuren
der beigefügten Zeichnung dargestellte bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung
beschrieben.
In 1 ist ein erfindungsgemäßer Radialkolbenhydraulikmotor
als Querschnitt im Freilaufzustand gezeigt.
In 2 ist ein erfindungsgemäßer Radialkolbenhydraulikmotor
in einem Zustand gezeigt, in dem der Motor auf Antrieb geschaltet wird. Die Darstellung
ist eine Querschnittszeichnung.
In 3 ist der erfindungsgemäße Motor im Antriebszustand
gezeigt, in dem der Steuerungsdruck auf das Ende der Spindel wirkt.
In 4 ist der Teilschnitt I-I aus
1 gezeigt. Dargestellt sind ein Kolbengehäuse und mit
den Kolben verbundene Federn. Nockenring und Mittelachse sind in 4
nicht gezeigt.
In 5A ist eine zweite Ausführungsform
der Spindel in einem Zustand gezeigt, bei dem der Steuerungsdruck nicht in den Kanal
C gebracht wird und bei dem die Feder die Spindel in einer Position hält, in der
der Radialkolbenhydraulikmotor antreibt.
In 5B ist ein Zustand gezeigt, bei dem
der Steuerungsdruck in den Kanal C geführtt wird und der Radialkolbenhydraulikmotor
sich im Freilaufzustand befindet.
In 1 ist der Freilaufzustand dargestellt.
Wenn im Kanal C kein Steuerungsdruck ist, befindet sich der Radialkolbenhydraulikmotor
100 im Freilaufzustand. Dann befindet sich die Spindel 19 in ihrer Endlage
links durch die Wirkung der Feder 21, wobei sowohl die Zuleitung des Arbeitsdruckes
oder Kanal B als auch der Rücklaufkanal A abgesperrt sowie die Kolben
13a1, 13a2... in Bodenlage sind, wobei der
Gehäusekörper 10 des Radialkolbenhydraulikmotors 100 durch externe
Kraft frei gedreht werden kann, d.h. der Radialkolbenhydraulikmotor 100
ist sozusagen frei drehbar. Die Kanäle können auch als Leitungen bezeichnet werden.
In 1 ist der erfindungsgemäße Radialkolbenhydraulikmotor
im Freilaufzustand gezeigt. Anhand von 1 werden die
Hauptteile des erfindungsgemäßen Radialkolbenhydraulikmotors 100 erläutert.
Der in 1 gezeigte Radialkolbenhydraulikmotor
100 ist als Längsschnittzeichnung dargestellt. Der Radialkolbenhydraulikmotor
100 weist einen Gehäusekörper 10 auf. Mit dem rotierenden Gehäusekörper
10 ist ein Nockenring 11 verbunden. Das nicht rotierende Kolbengehäuse
12 weist Kolben 13a1, 13a2... auf,
wobei jeder Kolben 13a1, 13a2 ein Druckrad
oder eine Druckrolle 14a1, 14a2... aufweist,
die durch den Druck eines Hydraulkikmediums, wie Hydrauliköl, gegen die Innenfläche
11' des Nockenringes 11 gedrückt werden kann. Der Nockenring
11 ist eine wellenförmige Konstruktion, wobei durch kräftiges Drücken der
Kolben 13a1, 13a2... inklusive Druckräder
oder Druckrollen 14a1, 14a2... gegen den
Nockenring 11, das Druckrad der Form des Nockenringes folgt und somit den
Nockenring 11 und den dazu gehörigen Gehäusekörper 10 und weiter
z.B. eine Fahrzeugrad oder ein anderes anzutreibendes Objekt mit gewünschter Kraft
dreht.
In der Figur sind Lager 15 und Lager 16 gezeigt,
mit denen der Gehäusekörper 10 bezüglich der Mittelachse 17 drehbar
angebracht ist. Die Mittelachse 17 ist eine nicht rotierende Achse. Das
Verteilerventil 18 ist mit dem Gehäusekörper 10 verbunden und
dreht sich mit diesem mit. Das Verteilerventil 18 weist Bohrungen
23 auf von seiner einen Stirnseite zur anderen und weiter zu den Kolben
13a1, 13a2... in die Zylinderräume der Kolben
über im Kolbengehäuse 12 vorhandene Kanäle 22, mit denen der Arbeitsdruck
wie gewünscht vom Kanal B zu dem jeweils im Arbeitseinsatz befindlichen Kolben
13a1, 13a2... übertragen werden kann und
über das Verteilerventil 18 kann von den im Rücklaufzustand befindlichen
Kolben 13a1, 13a2... das Hydraulikmedium,
wie Hydrauliköl, in den Rücklaufkreislauf und den Rücklaufkanal A geführt werden.
Die Vorrichtungslösung weist ein sog. Freilaufventil 50 auf. In der zentralen
Spindeltasche 20 der Mittelachse 17 befindet sich die erfindungsgemäße
Steuerspindel 19 des Freilaufventils 50. Die Steuerspindel
19 weist Kragenabschnitte t1, t2, t3,
t4 und zwischen diesen im Querschnitt kleinere Wellenabschnitte p1,
p2, p3, p4 auf. Um den Wellenabschnitt p4
herum befindet sich eine Feder 21, gegen deren Kraft die Spindel
19 mit Hilfe des am Ende der Spindel aus dem Steuerungsdruckkanal C zugeführten
Druckes bewegt wird. Von jedem Kolben 13a1, 13a2...
führt ein Kanal 22 zum Verteilerventil 18 und weiter befinden
sich am Verteilerventil 18 Kanäle 23, die sich in eine an der
Außenfläche von Achse 17 vorhandene Ringnut 24a öffnen. In der
Figur sind die Druckkanäle durch die Buchstaben B und D und die Rücklaufkanäle durch
die Buchstaben E und A gekennzeichnet. Mit Kanal E ist ein axialer Kanal F verbunden,
an den sich ein Kanal G anschließt, der sich in das Ende der Spindeltasche
20 öffnet. Kanal E ist ein Radialkanal und er öffnet sich an seinem Ende
ebenfalls in die Spindeltasche 20. Zwischen Kanal B und D befindet sich
eine Wand 25, sog. Trennwand. Die Kanäle B und D öffnen sich in die Spindeltasche
20. Wenn sich der Kragen t2 von Spindel 19 an der Wand
25 befindet, sind die Kanäle A und B zueinander sozusagen abgesperrt bzw.
die Durchflussverbindung zwischen ihnen ist verhindert und der Gehäusekörper
10 des Radialkolbenhydraulikmotors 100 kann frei gedreht werden.
Dabei haben die Federn U1, U2... die Druckrollen
14a1, 14a2... der Kolben 13a1,
13a2... in die untere Position gedrückt, wobei die Druckrollen
14a1, 14a2... vom Nockenring 11
getrennt sind. Die Kanäle D und E und die Zulaufkanäle und die Rücklaufkanäle
23 des Verteilerventils 18 sind dann in Reihe miteinander verbunden.
Der Kragen t3 der Spindel 19 verhindert die Verbindung vom Raum
zwischen den Kragen t2 und t3 zum Rücklaufkanal A. Der Kragen
t2 verhindert die Verbindung zur Druckleitung B. Die Kanäle
23 des Verteilerventils 18 sind untereinander in Verbindung über
die Spindeltasche 20 im Bereich zwischen den Kragen t2 und t3,
womit das Öl von unterhalb der Kolben 13a1, 13a2...
mit Hilfe der Federn U1, U2... durch die Kanäle D, E, F, G,
den Raum H und den Kanal J in das Gehäuse K gelangt, wobei die Druckrollen
14a1, 14a2... der Kolben 13a1,
13a2... sich vom Nockenring 11 ablösen
und der Gehäusekörper 10 des Radialkolbenhydraulikmotors 100 frei
gedreht werden kann.
Wenn die Spindel 19 mit Hilfe des in den Kanal C geführten
Druckes des Hydraulikmediums, wie Öl, in die durch Pfeil L1 in der Figur
gekennzeichnete Richtung gegen die Federkraft bewegt wird, wird der an der Spindel
19 vorhandene Kragen t2 in eine Position gebracht, in der der
Kragen t2 sich an der Trennwand 26 befindet und vom Druckkanal
B Verbindung zu den Ölkanälen der Arbeitsseite von Verteilerventil 18 besteht
und die Ausgänge von Verteilerventil 18 immer noch mit dem Austrittskanal
A verbunden sind. Dabei sind die Druckseite B und die Austrittseite A über das Verteilerventil
18 und die Kolben 13a1, 13a2...
miteinander verbunden. Die Kanäle 23 des Verteilerventils 18 für
die in Arbeitsphase befindlichen Kolben 13a1, 13a2...
öffnen sich in die Ringnut 24a und die Kanäle 23 des Verteilerventils
18 für die in Rücklaufphase befindlichen Kolben 13a1,
13a2... öffnen sich in eine zweite Ringnut 24b. Der
Kanal C weist einen Stopfen 30 und in diesem ein Durchgangsloch
31 für das Hydraulikmedium auf. Der Stopfen 30 hält die Spindel
19 in der Spindeltasche 20.
Die Zulaufkanäle 23 des Verteilerventils 18 öffnen
sich in den in der Achse 17 vorhandenen Kanal D und die Rücklaufkanäle
23 öffnen sich in den in der Achse 17 vorhandenen Kanal E. Die
Kanäle D und E öffnen sich in die Spindeltasche 20. Mit dem Kanal E ist
der axiale Kanal F verbunden und mit diesem der radial der in der Achse
17 verlaufende Kanal G, der sich in die Spindeltasche 20 in deren
Endbereich öffnet. Der Rücklaufkanal A öffnet sich in die Spindeltasche
20 im Bereich zwischen den Kanälen E und G. Vom Innenraum K des Gehäuses
10 führt in die Achse 17 ein Kanal J, der sich in die Spindeltasche
20 in deren Endbereich öffnet. Die Spindel weist Kragen t1,
t2, t3 und t4, vorzugsweise Kragen mit Rundquerschnitt,
und zwischen diesen im Durchmesser kleinere Spindelabschnitte p1, p2,
p3, p4 auf, deren Querschnitt vorzugsweise ein Kreis ist.
Eine Feder 21 umgibt den Bereich p4 zwischen Kragen t4
und dem Ende der Spindel 20. Der Kanal B weist einen in der Achse
17 radial verlaufenden Endkanalabschnitt auf, der sich in die Spindeltasche
20 öffnet. Zwischen diesem und dem radial verlaufenden Kanal D befindet
sich eine Trennwand 25. Zwischen dem in der Achse 17 radial verlaufenden
Kanal E, der sich in die Spindeltasche 20 öffnet, und dem Kanal D befindet
sich ebenfalls eine Trennwand 26.
In der Vorrichtungsanordnung befindet sich der Kragen t2
der Spindel 20 im Antriebszustand des Motors an der Trennwand
26, wobei der Druckkanal B des Radialkolbenhydraulikmotors 100
über den Raum 20 zwischen den Kragen t1 und t2 mit
dem Kanal D, den Kanälen 23 des Verteilerventils 18 und den in
Arbeitsphase befindlichen Kolben 13a1, 13a2...
in Verbindung ist. Die Rücklaufkanäle 23 des Verteilerventils
18 und die in Rücklaufphase befindlichen Kolben 13a1,
13a2... sind in Verbindung mit Kanal E und zwischen den Kragen
t2 und t3 von der Spindeltasche 20 der Spindel
19 mit dem Rücklaufkanal A. Im Freilaufzustand, in dem der Motor
100 nicht treibt, drücken die Federn U1, U2... die
Kolben 13a1, 13a2... in die untere Position,
wobei die Druckleitungen A und B abgesperrt sind und die Arbeitsphasen- und Rücklaufphasenkanäle
23 des Verteilerventils 18 sind untereinander in Verbindung über
die Kanäle D und E und die Spindeltasche 20 im Bereich zwischen den Kragen
t2 und t3 der Spindel 19.
Im Folgenden werden die besonderen Merkmale der Erfindung genauer
erläutert.
In 2 ist eine Phase gezeigt, in der der
Radialkolbenhydraulikmotor 100 auf Antrieb geschaltet wird.
Beim Führen der den Druck der Feder 21 übersteigenden Druckkraft
in die Leitung C ist die Spindel 19 bestrebt, sich nach rechts zu bewegen.
Die Leitung G wird geschlossen, wobei der Druck nicht mehr von unterhalb der Kolben
13a1, 13a2... in den Innenraum K des Gehäuses
10 gelangt. Wenn der von links gesehen zweite Kragen t2 der
Spindel 19 sich an der Leitung D befindet, gelangt der Druck kurzzeitig
von der Leitung B in die Leitungen D und E und von dort über das Verteilerventil
18 wieder unter die Kolben 13a1, 13a2....
Dabei sind die Kolben 13a1, 13a2.... bestrebt,
aus ihrer unteren Position zum Nockenring 11 hin aufzusteigen. Der hohe
Arbeitsdruck der Leitung B sinkt kurzzeitig, weil in diesem Moment auch Verbindung
zu der Leitung A mit niedrigerem Druck besteht.
Wenn die Kolben 13a1, 13a2...
und die Druckrollen 14a1, 14a2... sich auf
dem Weg zum Nockenring 11 befinden, bildet sich im Gehäusekörper
10 Druck infolge der drosselnden Wirkung der vom Innenraum K des Gehäuses
10 zum Behälter T führenden normalen Schlauchleitung f. Der Druck des Innenraumes
K des Gehäuses 10 wirkt auch über den Kanal J auf das an der Feder
21 befindliche Ende der Spindel 19 und den Kragen t4.
Dabei verzögert sich die Bewegungsgeschwindigkeit der Spindel 19 nach rechts
(Pfeil L1) infolge der auf den Kragen t4 wirkenden Druckkraft
derart, dass im Innenraum K des Gehäuses 10 in keiner Phase starke Druckspitzen
auftreten. Der Kanal J ist ein in der Achse 17 vorhandener Radialkanal
und er öffnet sich in den Innenraum K des Gehäuses 10 und das Ende der
Spindeltasche 20.
In 3 ist ein normaler Antriebszustand
gezeigt (Steuerungsdruck wirkt in Kanal C).
Wenn die Druckrollen 14a1, 14a2...
den Nockenring 11 erreicht haben, befindet sich der Radialkolbenhydraulikmotor
100 im normalen Antriebszustand. Der Kragen t2 der Spindel
19 trennt die Druckleitungen B und A sowie die Kanäle D und E voneinander.
Das Öl fließt vom Kanal B durch die Leitung D zum Verteilerventil 18 und
weiter unter die Kolben 13a1, 13a2... In
der Rücklaufphase der Kolben 13a1, 13a2...
(die Kolben 13a1, 13a2... bewegen sich zum
Zentrum des Radialkolbenhydraulikmotors 100 hin) wird das Öl von unterhalb
der Kolben 13a1, 13a2... über das Verteilerventil
18 in den Kanal E und weiter in die Leitung A geführt. Die Spindel
19 befindet sich in einer Position, in der der radiale Kanal E sich in
den Raum zwischen den Kragen t2 und t3 öffnet, wobei der Druck aus der Leitung E
nur in die Kanäle F und G und in den Raum zwischen den Kragen t3 und
t4 in der Spindeltasche 20 gelangt. Der Kragen t4
verhindert die Druckverbindung zum Kanal J und dem Innenraum K des Gehäuses
10.
Überwechseln auf Freischaltung
Wenn der Öldruck aus der Leitung C abgelassen wird, beginnt die Spindel
19 mit Hilfe der Feder 21 nach links zurückzugehen. Wenn die Spindel
19 ganz nach links zurückgekehrt ist (1),
gelangt das Öl von unterhalb der Kolben 13a1, 13a2...
durch das Verteilerventil 18 und die Kanäle D und E in die Kanäle F und
G und weiter durch den Endraum H der Spindeltasche 20 und den Kanal J in
den Innenraum K des Gehäuses 10, von wo die Gehäuseleitung f in den Behälter
T führt. Oberhalb und unterhalb der Kolben 13a1, 13a2...
herrscht der gleiche Druck, wobei die Freilauffedern U1, U2...
und der Nockenring 11 (während er rotiert) dazu gebraucht werden, die Kolben
13a1, 13a2... in ihre untere Position zu
drücken. Wenn alle Kolben 13a1, 13a2...
in der unteren Position sind, kann der Motor frei gedreht werden. Zum Ändern der
Drehrichtung des Radialkolbenhydraulikmotors 100 wird der höhere Arbeitsdruck
in den Kanal A geführt, wobei die Rücklaufleitung mit niedrigerem Druck aus dem
Kanal B gebildet wird. Die Funktion des Radialkolbenhydraulikmotors 100
ist im Übrigen die gleiche.
In den Ausführungsformen gemäß den im Vorstehenden genanten Figuren
ist die Spindel 19 so konstruiert, dass in der Phase, in der kein Druck
in den Kanal C gebracht wird, die Feder 21 die Spindel 19 in Freilaufposition
hält. Wird Steuerungsdruck in den Kanal C gebracht, wird die Spindel 19
in eine Position befördert, in der der normale Antriebszustand verwirklicht wird.
In 4 ist der Schnitt I-I aus
1 gezeigt. Die Abbildung ist ein Teilquerschnitt. Dargestellt
sind das Kolbengehäuse 12 und die mit den Kolben 13a1,
13a2... verbundenen Federn U1, U2... Der
Nockenring 11 und die Mittelachse 17 sind in der Figur nicht dargestellt.
Mit Hilfe der Federn U1, U2... werden die Kolben
13a1, 13a2... und die damit verbundenen
Druckrollen 14a1, 14a2... im Freilaufzustand
von der Innenfläche des Nockenringes 11 getrennt.
In 5A und 5B
ist eine zweite Ausführungsform der Spindel 19 gezeigt, in dieser Ausführungsform
ist der Funktionsmodus ein anderer. Wenn in den Kanal C kein Steuerungsdruck geführt
wird, wird die Spindel 19 mit Hilfe der Feder 21 in einer Position
gehalten, in der der Antriebszustand verwirklicht wird, und wenn Steuerungsdruck
in den Kanal C geführt wird, wird die Spindel 19 gegen die Federkraft von
Feder 21 in eine Position gebracht, in der der Freilaufzustand verwirklicht
wird. In der Phase nach 5A wird kein Steuerungsdruck
in den Kanal C gebracht und die Spindel 19 befindet sich in einer Position,
in der der Antriebszustand verwirklicht wird, und in der Darstellung nach
5B ist der Kanal C mit Steuerungsdruck beaufschlagt
und die Spindel 19 ist in eine Position gebracht, in der die Kragen t1
und t2 die Druckleitungen A und B absperren und der Radialkolbenhydraulikmotor
100 im Freilaufzustand frei drehbar ist.
In dem erfindungsgemäßen Regelungsverfahren des Radialkolbenhydraulikmotors
100 wird ein in den Radialkolbenhydraulikmotor 100 eingebautes
Freilaufventil 50 eingesetzt. Das Freilaufwentil 50 weist eine
Spindel 19 auf, die in einer Spindeltasche 20 bewegt wird. Erfindungsgemäß
wird der Radialkolbenhydraulikmotor 100 so geregelt, dass die an der Spindel
19 vorhandenen Kragen t1 und t2 im Freilaufzustand
die Ein- und Austrittskanäle A und B des Arbeitsdruckes absperren, wobei im Freilaufzustand
mit den Federn U1, U2... die Kolben 13a1,
13a2... und die dazu gehörigen Druckrollen 14a1,
14a2... in die untere Position und vom Nockenring
11 los gedrückt werden. Damit kann der Radialkolbenhydraulikmotor
100 frei gedreht werden.
Zusätzlich werden in dem erfindungsgemäßen Verfahren im Freilaufzustand
die zu den in Arbeitsphase befindlichen Kolben 13a1,
13a2... führenden Kanäle und die von den in Rücklaufphase befindlichen
Kolben 13a1, 13a2... weg führenden Kanäle
des Verteilerventils 18 in Reihe geschaltet und außerdem wird das genannte
in Reihe geschaltete Kanalsystem im Freilaufzustand mit dem Innenraum K des Gehäusekörpers
10 verbunden. In dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Regelung des
Radialkolbenhydraulikmotors 100 durch lineare Bewegung der in der Spindeltasche
20 der Mittelachse 17 befindlichen Spindel 20.
Die in 5A und 5B
gezeigte Funktion kann auch mit einer Lösung nach 1–3
ausgeführt werden derart, dass die Feder 21 an dem in 1
gezeigten linken Ende der Spindel 19 angebracht wird und externer Steuerungsdruck
dementsprechend an das in 1 gezeigte
rechte Ende der Spindel 19 geführt wird. Dazu muss am rechten Ende der
Spindel 19 ein zusätzlicher Kragen t zur Aufnahme des Druckes sowie eine
Steuerungsdruckzuleitung C ausgeführt werden. Wenn jetzt Steuerungsdruck auf die
rechte Seite des zusätzlichen Kragens gebracht wird, schaltet der Radialkolbenhydraulikmotor
100 auf Freilauf. Ohne den genannten Steuerungsdruck am rechten Ende der
Spindel 19 befindet sich der Radialkolbenhydraulikmotor 100 im
normalen Antriebszustand, wobei die Feder 21 in dieser Ausführungsform
die Spindel 19 nach rechts (Pfeil L1) in die zweite Extremlage
der Spindel 19 bewegt.
In der vorliegenden Anmeldung ist der dem Kanal C zugeführte Steuerungsdruck
zum Bewegen der Spindel 19 vorzugsweise der Druck eines Hydraulikmediums,
wie Öl. Die Spindel 19 kann auch mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung, wie
z.B. Elektromotor, bewegt werden. Im Rahmen der Erfindung ist möglich, die Feder
21 am Ende der Spindel 19 z.B. durch eine Luftfeder zu ersetzen.