Es ist bisher bekannt, drehbar gelagerte Türelemente von Kastensystemen,
insbesondere von Briefkästen, in der Weise durch neue Türelemente auszuwechseln,
indem die jeweilige Verriegelungseinheit des Türelementes geöffnet und sodann die
Demontage der das Türelement drehbar lagernden Scharniere vorgenommen wird. Ebenfalls
ist bekannt, dass die Montage und Demontage der entsprechenden Türelemente bei geöffneter
Verriegelungseinheit erfolgt. So kann im Innenraum des Kastensystems das Scharnier
leicht montiert werden. Nach der Montage wird das Kastensystem durch Betätigung
der Verriegelungseinheit des Türelementes wieder verschlossen.
Es ist demzufolge zum Auswechseln der entsprechenden Türelemente notwendig,
vor der Montage die Verriegelungseinheiten der Türelemente zu öffnen. Häufig sind
die entsprechenden Verriegelungseinheiten mit Schlössern, insbesondere Schließzylindern,
versehen. Bei Kastenanlagen ohne abgestimmte Schließung der einzelnen Schließzylinder
in Form einer Haupt- oder Generalsschließanlage ist es notwendig, für das Wechseln
der Türelemente über sämtliche Schlüssel des Kastensystems zu verfügen. Zudem müssen
sämtliche Schlüssel den entsprechenden Schließzylindern separat zugeordnet werden.
Darüber hinaus erfordert das Auswechseln der entsprechenden Türelemente durch die
notwendige Betätigung der Verriegelungseinheit des einzusetzenden Türelementes einen
hohen zeitlichen Arbeitsaufwand.
Der Erfindung liegt im Wesentlichen die Aufgabe zugrunde, ein Türelement
derart zu gestalten, dass das Auswechseln des Türelementes möglich ist, ohne die
jeweilige Verriegelungseinheit des zu ersetzenden Türelementes, als auch des neu
einzusetzenden Türelementes betätigen zu müssen.
Zur Lösung der Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Türelement
derart gestaltet ist, dass ein Scharnierstift außerhalb des Kastens in einen Scharnierflügel
des Kastens und des Türelementes einsetzbar ist und eine Entnahmekuppe besitzt.
So ist es möglich, das Türelement mit geschlossener Verriegelungseinheit
in den Kasten einzusetzen und sodann durch Einsetzen des Scharnierstiftes das Türelement
funktionssicher mit dem Kasten zu verbinden und durch Ansetzen eines geeigneten
Werkzeugs an die Entnahmekuppe den Stift bei Demontage des Türelementes zu entnehmen.
Das Türelement besitzt eine Verriegelungseinheit mit einem Riegel,
der bei verschlossener Verriegelungseinheit in ein Schließblech des Kastens eingreift.
In zweckmäßiger Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Türelement
einen Scharnierflügel aufnimmt und ein weiterer Scharnierflügel, der am Kasten befestigt
ist, in das funktionssicher am Kasten arretierte Türelement hineinragt, sodass beide
Scharnierflügel ein Scharnier bilden.
In der weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das
Türelement eine obere und eine untere Umkantung aufweist, welche den Scharnierflügel
des Türelementes verdeckt, wobei die obere Umkantung im Bereich der Drehachse des
Scharniers eine Ausnehmung aufweist, damit der Scharnierstift von außen einsetzbar
ist.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die funktionssichere
Arretierung des Scharnierstifts durch eine Sperre, die vorzugsweise durch die untere
Umkantung des Türelementes oder der Entnahmekuppe gebildet wird, gewährleistet ist.
Die Erfindung sieht in weiterer Ausgestaltung vor, dass das Türelement
mehrere Scharniere aufweist, wobei nur ein Scharnierstift für alle Scharniere als
Drehachse dient.
Um eine hohe Lebensdauer und eine lang anhaltende Funktionssicherheit
zu gewährleisten, sieht die Erfindung in einer weiteren Ausgestaltung vor, dass
das Türelement zumindest teilweise aus Metall, vorzugsweise aus Edelstahl, oder
aus einem korrosionsbeständigen Material besteht.
Bei der Montage des Türelementes wird dieses derart an der Öffnung
des Kastens ausgerichtet, dass zuerst der Riegel der geschlossenen Verriegelungseinheit
funktionssicher in das Schließblech des Kastens arretiert wird und dann das Türelement
die Öffnung des Kastens vollständig verschließt. Sodann wird der Scharnierstift
von außen durch die Ausnehmung der oberen Umkantung in die entsprechenden Aufnahmen
der Scharnierflügel des Kastens und des Türelementes durch Einschieben eingesetzt,
bis der Scharnierstift an einer Sperre, vorzugsweise der unteren Umkantung des Türelementes
oder der Entnahmekuppe, anstößt.
In einer weiterführenden Ausgestaltungsform ist vorgesehen, dass die
Entnahmekuppe des Scharnierstiftes eine Ausgestaltung aufweist, die nur zur Montage
berechtigte Personen das Entfernen des Scharnierstiftes gewährt, zum Beispiel wegen
der Form der Entnahmekuppe, nur mittels eines passenden Werkzeuges. Ferner ist in
einer weiteren Ausgestaltungsform vorgesehen, dass die Entnahmekuppe des Scharnierstiftes
durch eine Blende verdeckt ist, die nur durch einen hohen Montageaufwand
beseitigt werden kann. Bei Briefkastenanlagen ist die Blende vorzugsweise als Abschlussblende
ausgestaltet. Deren Demontage ist bei größeren Briefkastenanlagen wegen deren Höhe
nur mittels weiterer Hilfsmittel, so einer Leiter, möglich. Die Sicherung der Scharnierstifte
der Türelemente, die nicht durch die Blende verdeckt sind, wird dadurch gewährleistet,
dass die Frontflächen aller weiteren Türelemente eine Ebene bilden, jedoch zumindest
so angeordnet sind, dass das jeweils oberhalb eines Türelementes anliegende weitere
Türelement die Entnahmekuppe verdeckt.
Das erfindungsgemäße Türelement kann bei geschlossener Verriegelungseinheit
in einen vorhandenen Kasten leicht eingesetzt werden. Es ist bei der Montage nicht
notwendig, im Besitz der entsprechenden Schlüssel für die jeweilige Verriegelungseinheit
zu sein. Somit kann die Montage sehr leicht und ohne zeitliche Verzögerung, verursacht
durch Suche des zur Verriegelungseinheit passenden Schlüssels, erfolgen. Es wird
der Arbeitsgang der Betätigung der Verriegelungsvorrichtung eingespart.
Dadurch, dass der Scharnierstift von außen in das Scharnier eingefügt
wird, ist ebenfalls ein leichteres Einführen gewährleistet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand des in der Zeichnung schematisch
dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Die I zeigt eine schematische dreidimensionale
Ansicht der Vorrichtung.
Das Türelement (2) beinhaltet eine Verriegelungseinheit (17).
Des Weiteren sind an dem Türelement ein Scharnierflügel des Türelementes (4)
und ein weiterer Scharnierflügel des Türelementes (4') angebracht. Darüber
hinaus weist das Türelement (2) eine umlaufende Umkantung (7)
auf, die sich im rechten Winkel an die Frontfläche (11) anschließt und
die Scharnierflügel des Türelementes (4) und (4') vollständig
verdeckt. Die Scharnierflügel (4) und (4') des Türelementes (2)
sind parallel zueinander in einem definierten Abstand zur umlaufenden Umkantung
(7) an der Scharnierkante (12) angebracht. Die Verriegelungseinheit
(17) ist in einem definierten Abstand an der der Scharnierkante (12)
gegenüberliegenden Riegelkante (13) angeordnet. Des Weiteren bildet die
umlaufende Umkantung (7) eine obere Umkantung (19) und eine untere
Umkantung (18), welche die Scharnierflügel des Türelementes (4)
und (4') teilweise verdecken. Die obere Umkantung (19) weist eine
Ausnehmung (14) auf, welche die Verdeckung der Scharnierflügel des Türelementes
(4) und (4') durch die obere Umkantung (19) im Bereich
der Drehachse freigibt.
Der Kasten (1), der zur Aufnahme von Postsendungen dient,
weist eine Öffnung (8) auf, an der ein Schließblech (16) angeordnet
ist.
Im Innenraum des Kastens (1) sind in einem definierten Abstand
die beiden Scharnierflügel des Kastens (5) und (5') derart angeordnet,
dass beide Scharnierflügel des Kastens (5) und (5') in das Türelement
(2) hineinragen, wenn das Türelement (2) funktionsgerecht auf
die Öffnung (8) des Kastens (1) aufgesetzt ist.
Dabei befindet sich die Verriegelungseinheit (17) im geschlossenen
Zustand, sodass der Riegel (15) in das Schließblech (16) eingreift.
Die Scharnierelemente des Kastens (5) und (5') und
der Tür (4) und (4') bilden ein Scharnier (6) und ein
weiteres Scharnier (6'). Die Scharnierflügel des Kastens (5) und
(5') sind derart zu den Scharnierflügeln des Türelementes (4)
und (4') angeordnet, dass der Scharnierstift (3) von außen durch
die Ausnehmung (14) in die Scharnierflügel funktionssicher einsetzbar ist.
Der Scharnierstift (3) wird so weit eingesetzt, bis er an einer Sperre
(20) anstößt, die durch die untere Umkantung (18) oder die Entnahmekuppe
(9) gebildet wird. In dieser Anordnung ist das Scharnier (6) durch
die umlaufende Umkantung (7) vollständig verdeckt. Bezüglich der oberen
Umkantung (19) und der unteren Umkantung (18), separat betrachtet,
liegt nur eine teilweise Verdeckung vor.
II stellt die Entnahmekuppe (9)
dar, die eine Entnahmesicherung (10) besitzt. Die Entnahmesicherung (10)
weist eine Form auf, die es nur zur Montage berechtigten Personen gestattet, den
Scharnierstift (3) mittels eines speziellen Werkzeugs zu entfernen.
Die III zeigt die Anordnung einer Kastenanlage
(21), bei der die Entnahmekuppe (9) durch eine Blende (22)
verdeckt ist. Die Blende (22) dient in dieser Ausführungsform als Abschlussblende.
IV zeigt eine weitere Anordnung der Kastenanlage
(21), bei der die Sicherung des Scharnierstiftes (3) des Türelementes
(2), dessen Entnahmekuppe (9) nicht durch die Blende (22)
verdeckt ist, dadurch gewährleistet wird, dass das oberhalb des Türelementes (2)
anliegende weitere Türelement (2') die Entnahmekuppe verdeckt.