Die Erfindung betrifft einen Hydrozyklonaufstromwäscher zur Feststoffabscheidung,
Feststoffsortierung, Feststoffaustrag und Feststoffentwässerung sowie ein Austragssystem
für das in der Feststoffaufbereitung separierte organische Material.
In der Rohstoffgewinnung, Feststoffaufbereitung und Abwasserbehandlung
ist in vielen Fällen eine Fest-Flüssig-Trennung, eine Aufbereitung des Feststoffs
und eine weitgehende Entwässerung des Feststoffs im Rahmen des Aufbereitungsprozesses
erforderlich. Die Fest-Flüssig-Trennung, z.B. von Sand und Wasser, erfolgt dabei
im wesentlichen über die Sedimentation oder Trennung im Zentrifugalfeld. Aufgrund
der Gleichfälligkeit von Partikeln unterschiedlicher Dichte und Korngröße werden
bei diesen Prozessen in vielen Fällen neben den mineralischen Feststoffanteilen
auch organische Feststofffraktionen mit abgeschieden. Die weitestgehend vollständige
Trennung zwischen Sand und organischem Material erfolgt deshalb in einem nachgeschalteten
Aufstromwäscher. Im Aufstromwäscher bildet sich ein Wirbelbett mit einem vom Bettmaterial
abhängigen Dichtegradienten aus. Dies fuhrt dazu, daß sich die organischen Partikel
vom Sand trennen und oberhalb des Sandbettes anreichern. Aufgrund dieser Schichtung
kann das leichtere organische Material oben und der Sand im unteren Bereich ausgetragen
werden. Anschließend wird der Sand, z.B. über eine Schnecke, aus dem System ausgetragen
und statisch entwässert.
Im Bereich der Abwasserbehandlung werden in den meisten Fällen Langsandfänge,
die als belüftete und unbelüftete Sandfänge ausgeführt werden, zur Sandabscheidung
eingesetzt. Die Langsandfanganlagen haben den Nachteil, daß sie zur Erzielung einer
geringen Fließgeschwindigkeit großvolumig ausgeführt werden müssen, was auch ein
großräumiges Bauwerk nach sich zieht. Zudem ist insbesondere bei Feinsanden unter
0,2 mm nur eine eingeschränkte Abscheideleistung möglich. Der Einsatz eines Hydrozyklons
zur Abscheidung von Sand aus dem Rohabwassers erfolgt bisher nur in Ausnahmefällen.
Aufgrund der geringen Fließgeschwindigkeit wird in den Langsandfängen auch partikuläres
organisches Material abgeschieden. Daher wird das im Langsandfang abgeschiedene
Material in einem Aufstromwäscher vom organischen Material befreit und anschließend
Sand und organisches Material getrennt abgeführt.
In den Aufbereitungsverfahren zur Feststoffbehandlung und Rohstoffgewinnung
sind im Gegensatz zur Abwasserbehandlung Hydrozyklone weit verbreitet. Der im Zyklon
abgeschiedene Feststoff tritt mit der aus dem Unterlauf abfließendenden Flüssigkeit
aus dem Zyklon aus. Der Unterlauf des Zyklons wird in den Aufstromwäscher geleitet
und dort der Feststoff vom organischen Material getrennt und anschließend getrennt
abgeführt.
Der Langsandfang hat den Nachteil, daß er, will man die Bauwerksgröße
im vertretbaren Rahmen halten, nur über eine eingeschränkte Leistung bei der Abscheidung
von Feinsanden verfügt. Zudem werden beim Langsandfang und im Hydrozyklon größere
Mengen an organischem Material abgeschieden, so daß die hier abgeschiedenen Feststoffe
zur weiteren Behandlung einem Aufstromwäscher zugeführt werden müssen. Da es sich
bei der Abscheidung und Aufbereitung des Feststoffes um zwei getrennte Verfahrensschritte
handelt, werden diese Verfahrensschritte in getrennten Anlagen durchgeführt. Bei
einer üblichen Aufbereitungsanlage aus Hydrozyklon und Aufstromwäscher wird der
Hydrozyklon so angeordnet, daß das Feststoff-/Flüssigkeitsgemisch aus dem Unterlauf
in einen Aufstromwäscher geleitet wird. Dort wird dann durch kontinuierliche Zuführung
von Aufstromwasser ein Wirbelbett erzeugt, in dem sich die spezifisch schweren Partikeln
am Boden des Aufstromwäschers anreichern, wohingegen die spezifisch leichten Partikeln
mit dem Aufstromwasser aus dem Wäscher ausgetragen werden. Zur Ausschleusung der
spezifisch schweren Feststofffraktion wird das Wirbelbett am Boden des Wäschers
kontinuierlich (z.B. über einen Schwanenhals) oder diskontinuierlich (durch taktweises
Öffnen eines Ablassventils) abgelassen. In einer Anlage mit Langsandfang wird häufig
der Sand in Bodennähe an einer Stelle gesammelt und von hier aus über eine Pumpe
der weiteren Behandlung in einem Aufstromwäscher zugeführt.
Nachteilig ist, daß in beiden beschriebenen Fällen zum Transport des
Feststoffes auch eine hohe Flüssigkeitsmenge erforderlich ist. So fallen beispielsweise
bei der konventionellen Kombination aus den jeweils kontinuierlich betriebenen und
baulich getrennten Verfahrensstufen Hydrozyklonierung und Aufstromsortierung wegen
des mit dem Unterlauf des Zyklons ausgetragenen Flüssigkeitsstroms und des notwendigen
Aufstromwassers große Suspensionsmengen an. Diese Suspensionsströme müssen in nachfolgenden
Prozeßschritten meist aufwendig entwässert werden.
Bei einer hohen organischen Belastung des Feststoff-Flüssigkeitsgemisches
im Zulauf des Aufstromwäschers ist die Trennung von Feststoff und Flüssigkeit problematisch,
da die Absetzvorgänge und die Trennung von Sand und organischem Material durch das
organische Material beeinträchtigt wird. Es besteht die Gefahr, daß bei hoher hydraulischer
Beschickung neben dem organischen Material auch Sand in den Oberlauf gelangen und
bei entsprechend schlechter Trennung von Sand und organischem Material der Sand
immer noch erhebliche Restanteile an organischen Feststofffraktionen
enthalten kann. Häufig wird deshalb eine zusätzliche Mischeinrichtung zur Auflockerung
des eingetragenen Organik-Feststoffgemisches angeordnet.
Diese Nachteile werden durch die hier angemeldete Erfindung vermieden.
Bei der hier vorgestellten Aufbereitungsanlage, dem Hydrozyklonaufstromwäscher,
werden u.a. die beiden Verfahrensschritte Sandabscheidung und Aufstromwäsche so
kombiniert, daß zwischen der Abscheidung des Feststoffs im Hydrozyklon und der Aufbereitung
in einem Aufstromwäscher kein Flüssigkeitstransport stattfindet. Die Verfahrensschritte
Abscheidung, Aufbereitung, Transport und Entwässerung werden beim Hydrozyklonaufstromwäscher
in einem geschlossenen System durchgeführt.
Der Hydrozyklonaufstromwäscher besteht im wesentlichen aus einem Hydrozyklon
Hy, dem Aufstromwäscher Aw, einem Austragssystem Asf, hier z.B. als Schnecke ausgeführt,
und einer Abzugseinrichtung Aso für das organische Material.
Der Transport der zu behandelnden Flüssigkeit erfolgt über eine geeignete
Fördereinrichtung Fe, z.B. Pumpen, in den Hydrozyklon Hy. Hervorgerufen durch die
tangentiale Einleitung in den Hydrozyklon Hy werden die Feststoffe durch die Zentrifugalkraft
an die Außenwandung des Hydrozyklons Hy transportiert und aus der unteren Öffnung
U1 des Hydrozyklons Hy ausgetragen. Im Gegensatz zu der üblichen Betriebsweise tritt
aus der unteren Öffnung U1 des Hydrozyklons Hy nur der Feststoff und keine Flüssigkeit
aus. Der Austrag des Feststoffes aus der untern Öffnung U1 erfolgt lediglich durch
die Schwerkraft des Feststoffes, der, unterstützt durch die Drehbewegung des rotierenden
Zykloninhalts, aus der unteren Öffnung U1 des Hydrozyklons Hy austritt.
Die weitestgehend vom Feststoff befreite Flüssigkeit tritt durch den
Oberlauf 01 des Hydrozyklons Hy aus.
Das Gemisch aus organischem Material und z.B. Sand sedimentiert in
dem Aufstromwäscher Aw und lagert sich auf dem bereits behandelten Material ab.
Durch den Eintrag des Aufstromwassers Asw, daß durch die Membran M gleichmäßig am
Boden des Aufstromwäschers Aw verteilt wird, bildet sich ein Wirbelbett aus. Dies
führt dazu, daß sich die organischen Partikel vom Sand trennen und oberhalb des
Sandbettes anreichern. Der Füllstand des Sandes wird über eine kapazitive Sonde
Ks gemessen, und bei entsprechendem Sandfüllstand wird das Austragssystem Asf aktiviert.
Das Austragssystem Asf, hier z.B. als Transportschnecke ausgeführt, transportiert
den Sand aus dem Aufstromwäscher Aw heraus. Im oberen Bereich des Austragssystems
Asf wird der Sand entwässert. Ein wichtiges Konstruktionsmerkmal des Hydrozyklonaufstromwäschers
ist, daß das Austragssystem Asf so hoch geführt wird, daß der sich im Hydrozyklon
Hy und im Aufstromwäscher Aw aufbauende Wasserdruck nicht in der Lage ist, den Wasserstand
in dem Austragssystem Asf über die Höhe der Austragsöffnung Aö zu heben. Das Austragssystem
Asf wird zudem noch so weit verlängert, daß eine ausreichende Strecke zur Entwässerung
des Sandes innerhalb des Austragssystems Asf oberhalb des höchsten Wasserstandes
in dem Austragssystem Asf zur Verfügung steht.
Das organische Material, das sich aufgrund des sich im Aufstromwäscher
Aw einstellenden Dichteunterschiedes oberhalb des behandelten Feststoffes sammelt,
wird von einer Abzugseinrichtung Aso aus dem Aufstromwäscher Aw ausgetragen. Diese
Abzugseinrichtung Aso ist hier beispielhaft als Druckluftheber ausgeführt. Alternativ
wäre auch ein Austrag mit einer Pumpe oder ein seitlicher Ablaß mit entsprechender
Verschlußeinrichtung denkbar. Bei einer Ausführung als offenes System, wie es bei
der hier vorgestellten Drucklufthebervariante der Fall ist, muß die Austragsleitung
so hoch geführt werden, daß der Innendruck in dem Hydrozyklonaufstromwäscher nicht
ausreicht, den Wasserspiegel in der Austragsleitung der Abzugseinrichtung Aso so
weit anzuheben, daß ein Ablauf aus diesem Rohr erfolgt. Erst mit der Inbetriebnahme
der Luftzuführung über einen Verdichter V kann ein Überlauf und damit eine Ableitung
des organischen Materials erfolgen.