HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung beschichteter Teile
aus Aluminiumlegierung und insbesondere auf die Herstellung beschichteter Aluminiumniete.
Befestigungselemente dienen zur mechanischen Verbindung der verschiedenen
tragenden Elemente und Unterbaugruppen von Luftfahrzeugen. Ein großes Transportflugzeug
z. B. enthält typischerweise über eine Million Befestigungselemente wie Bolzen,
Schrauben und Niete. Die Befestigungselemente werden aus Legierungen mit hoher Festigkeit
wie Titanlegierungen, Stahl und Aluminiumlegierungen gebildet. In manchen Fällen
werden die Befestigungselemente wärmebehandelt, z. B. durch eine Alterungsbehandlung
mittels Ausscheidungshärten, um eine so hohe Festigkeit zusammen mit anderen wünschenswerten
Eigenschaften zu erzielen, wie sie für die jeweilige Legierung in sinnvoller Weise
möglich sind. Die Wärmebehandlung beinhaltet im Allgemeinen eine Folge eines oder
mehrerer Schritte der geregelten Erwärmung in einer überwachten Atmosphäre, des
Haltens auf der Temperatur über eine bestimmte Zeitspanne und einer geregelten Abkühlung.
Diese Schritte werden für jedes spezifische Material so gewählt, dass die gewünschten
physikalischen und mechanischen Eigenschaften erzielt werden. In anderen Fällen
wird das Befestigungselement im Herstellungszustand verwendet.
Es ist üblich, manche Typen Befestigungselemente mit organischen Beschichtungen
zu versehen, um das Grundmetall des Befestigungselements gegen Beschädigung durch
Korrosion zu schützen. Bei der üblichen Vorgehensweise wird das Befestigungselement
zunächst hergestellt und dann auf seine erforderliche Festigkeit wärmebehandelt.
Nach der Wärmebehandlung wird das Befestigungselement in einem Natronlaugebad geätzt,
um den bei der Wärmebehandlung erzeugten Zunder zu beseitigen. Wahlweise wird das
Befestigungselement alodiniert oder eloxiert. Das in einer flüchtigen Trägerflüssigkeit
gelöste Beschichtungsmaterial wird durch Spritzen, Tauchen oder dgl. auf das Befestigungselement
aufgebracht. Die Trägerflüssigkeit wird verdampft. Das beschichtete Befestigungselement
wird auf eine hohe Temperatur erwärmt und auf dieser eine gewisse Zeit gehalten,
um die Beschichtung auszuhärten. Das fertige Befestigungselement wird bei der Herstellung
der Struktur verwendet.
Dieses Beschichtungsverfahren funktioniert gut bei Befestigungselementen
aus einem Grundmetall mit hohem Schmelzpunkt, wie etwa Befestigungselemente aus
Stahl oder Titanlegierungen. Derartige Befestigungselemente werden bei Temperaturen
wärmebehandelt, die weit über der Aushärttemperatur der Beschichtung liegen. Folglich
beeinflusst das Aushärten der Beschichtung nach abgeschlossener Wärmebehandlung
des Befestigungselements die Eigenschaften des bereits behandelten Grundmetalls
nicht nachteilig.
Andererseits haben Aluminiumlegierungen einen sehr viel niedrigeren
Schmelzpunkt und damit eine allgemein viel niedrigere Wärmebehandlungstemperatur
als Stahl und Titanlegierungen. Es war bisher nicht üblich, hochfeste Befestigungselemente
aus Aluminiumlegierung mit härtbaren Beschichtungen zu versehen, da festgestellt
wurde, dass die Aushärtbehandlung für die Beschichtung die Festigkeit des Befestigungselements
nachteilig beeinflussen kann. Die Befestigungselemente aus Aluminiumlegierung sind
deshalb anfälliger für Korrosion als dies sonst der Fall wäre. Außerdem unterstützt
das Vorhandensein der organischen Beschichtung den Einbau der Befestigungselemente
bei Titanlegierungen und Stahl. Das Fehlen der Beschichtung bedeutet, dass Aluminiumbefestigungselemente
wie Niete unter Verwendung eines Nassdichtmittels zum Zwecke des Korrosionsschutzes
installiert werden müssen. Das Nassdichtmittel enthält typischerweise toxische Bestandteile
und erfordert deshalb Vorsichtmaßnahmen zum Schutz des damit arbeitenden Personals
und der Umwelt. Außerdem ist seine Verarbeitung schwierig und verursacht Schmutz,
so dass evtl. ein aufwändiges Reinigen des Bereichs um das Befestigungselement unter
Verwendung ätzender chemischer Lösungen erforderlich wird.
Es besteht daher ein Bedarf für ein verbessertes Verfahren zum Schutz
von Befestigungselementen auf Aluminiumbasis wie Nieten. Die vorliegende Erfindung
erfüllt diesen Bedarf und stellt des Weiteren zugehörige Vorteile bereit.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegendende Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung
eines Teils aus Aluminiumlegierung wie ein Befestigungselement und insbesondere
eines Niets bereit. Bei einem wärmebehandlungsfähigen Teil wird das Teil wärmebehandelt,
um gute mechanische Eigenschaften zu erhalten, und wird es außerdem durch eine gehärtete
organische Beschichtung geschützt. Bei einem Kaltarbeitsteil wird die Beschichtung
aufgebracht und gehärtet, wobei immer noch der gewünschte Umformungszustand des
Teils erzielt wird. Das Aufbringen der Beschichtung beeinflusst die gewünschten
endgültigen Eigenschaften des Teils nicht nachteilig. Das vorliegende Verfahren
kann mit zusätzlichen Kosten von weit unter einem Prozent pro Befestigungselement
zu den Kosten im ungeschützten Zustand durchgeführt werden.
Erfindungsgemäß weist ein Verfahren zur Herstellung eines Befestigungselements
aus Aluminiumlegierung wie ein Niet oder ein anderes Befestigungselement die Schritte
des Bereitstellens einer Vorstufe eines Befestigungselements aus Aluminiumlegierung,
das sich nicht in seinem endgültigen erforderlichen Wärmebehandlungszustand und
mechanischem Zustand befindet, und des Bereitstellens eines härtbaren organischen
Beschichtungsmaterials auf. Das Beschichtungsmaterial hat einen nicht flüchtigen
Anteil, der hauptsächlich organisch und bei etwa Wärmebehandlungstemperatur der
Vorstufe des Teils aus Aluminiumlegierung härtbar ist. Das Verfahren enthält ferner
das Aufbringen des organischen Beschichtungsmaterials auf die Vorstufe des Teils
aus Aluminiumlegierung und die Wärmebehandlung der Vorstufe des beschichteten Teils
aus Aluminiumlegierung auf seinen endgültigen Wärmebehandlungszustand bei der Wärmebehandlungstemperatur
und über einen ausreichenden Zeitraum, um das Aluminium auf seinen erforderlichen
wärmebehandelten und mechanischen Zustand wärmezubehandeln, und gleichzeitig die
organische Beschichtung zu härten, wodurch das Teil gebildet wird.
Diese Vorgehensweise in Zusammenhang mit hochfesten Aluminiumbefestigungselementen
wie Niete erbringt überraschende und unerwartete technische und finanzielle Vorteile.
Die Befestigungselemente aus Aluminiumlegierung entwickeln ihre volle geforderte
Festigkeit durch die für sich selbst verwendete Wärmebehandlung oder den geforderten
Umformungszustand. Das Erzielen eines vorgeschriebenen Festigkeitsniveaus ist wichtig,
da die Kunden aus der Luftfahrtindustrie keine Einbuße der mechanischen Leistung
hinnehmen, um eine verbesserte Korrosionsbeständigkeit zu erreichen. In der Vergangenheit
sind deshalb sowohl akzeptable bzw. zulässige mechanische Eigenschaften als auch
die Verwendung von Nassdichtmitteln gefordert worden, um eine akzeptable bzw. zulässige
Korrosionsbeständigkeit zu erzielen. Bei der vorliegenden Vorgehensweise erhält
das Teil dagegen zulässige mechanische Eigenschaften als auch eine Beschichtung
für den zulässigen Korrosionsschutz. Deshalb brauchen beim Einbau eines gemäß des
vorliegenden Verfahren hergestellten Befestigungselements keine Nassdichtmittel
auf das Befestigungselement und die Passflächen der Bohrung, in die das Befestigungselement
eingesetzt wird, unmittelbar vor dem Stauchen des Befestigungselements aufgebracht
zu werden.
Dadurch, dass die Anforderung für das Verfahren des Einbaus mit Nassdichtmittel
bei den mehr als 700.000 Nieten eines großen Transportflugzeugs entfällt, wird eine
Kosteneinsparung von mehreren Millionen Dollar pro Luftfahrzeug erreicht. Der Wegfall
der Verwendung von Nassdichtmitteln verbessert auch die Ausführungsqualität, da
keine Gefahr besteht, einige Befestigungselemente zu übersehen, wenn das Nassdichtmittel
aufgebracht wird. Die beschichteten Befestigungselemente sind im Betrieb korrosionsbeständiger
als nicht beschichtete Befestigungselemente.
Andere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden ausführlicheren Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform
in Zusammenhang mit den beiliegenden Zeichnungen, die beispielhaft die Grundlagen
der Erfindung darstellen.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist ein Prozess-Flussdiagramm für eine
erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
2A ist ein Prozess-Flussdiagramm für
eine Form einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
2B ist ein Prozess-Flussdiagramm für
eine andere Form der zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
3 ist ein Prozess-Flussdiagramm für eine
zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
4 ist eine schematische Schnittansicht
eines Niet-Befestigungselements mit überstehendem Kopf vor dem Stauchen, das zur
Verbindung zweier Teile dient;
5 ist eine schematische Schnittansicht
eines Stauchniet-Befestigungselements vor dem Stauchen, das zur Verbindung zweier
Teile dient
6 ist eine schematische Schnittansicht
eines Niet-Befestigungselements mit Senkkopf vor dem Stauchen, das zur Verbindung
zweier Teile dient; und
7 ist eine schematische Schnittansicht
des Niet-Befestigungselements mit Senkkopf von 6 nach
dem Stauchen.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Wie aus 1 ersichtlich ist, wird zunächst
ein nicht behandeltes (d. h. unbeschichtetes und geglühtes) Teil bereitgestellt.
Die bevorzugte Ausführungsform der Erfindung betrifft die Herstellung von Befestigungselementen
wie Nieten und die folgende Beschreibung wird sich auf solche Produkte konzentrieren.
Die Anwendung der Erfindung ist nicht auf Befestigungselemente und Nieten beschränkt,
sondern in weiterem Umfang anwendbar. Ihre Anwendung auf Befestigungselemente
bietet jedoch besondere Vorteile, auf die noch eingegangen wird.
Es wird ein Niet 40 bereitgestellt, Bezugszeichen
20. Die vorliegende Erfindung wird auf einen Niet, ein Befestigungselement
oder ein anderes Teil angewendet, das in seiner herkömmlichen Form und Abmessung
hergestellt worden ist. 4 bis 6
zeigen drei Typen Niete 40 in einem Zwischenstadium ihres Einbaus zur Verbindung
eines ersten Teils 42 mit einem zweiten Teil 44 nach dem Einsetzen
in das erste und zweite Teil aber vor dem Stauchen. Der Niet 40 von
4 hat einen vorgefertigten vorstehenden Kopf
46 an einem Ende. Der Niet 40' von 5
ist ein Stauchniet und hat an keinem Ende einen vorgeformten Kopf. Der Niet
40'' von 6 hat einen vorgefertigten Senkkopf
46'' an einem Ende, der in einer Senkung im Teil 42 aufliegt.
Die vorliegende Erfindung kann auf diese und andere Niettypen angewendet werden.
Der Niet 40 wird aus einer Legierung auf Aluminiumbasis hergestellt.
Im vorliegenden Zusammenhang bedeutet "Aluminiumlegierung" oder "auf Aluminiumbasis",
dass die Legierung einen Aluminiumanteil von mehr als 50 Gew.-%, aber weniger als
100 Gew.-% hat. Typischerweise besteht die Legierung auf Aluminiumbasis aus ca.
85–98 Gew.-% Aluminium, wobei der Rest Legierungselemente und eine geringe
Menge Verunreinigungen enthält. Legierungselemente werden in präzise überwachten
Mengen zugefügt, um die Eigenschaften der Aluminiumlegierung wie gewünscht zu modifizieren.
Die zum Aluminium kombiniert zugefügten Legierungselemente zur Modifizierung von
dessen Eigenschaften enthalten beispielsweise Magnesium, Kupfer und Zink sowie andere
Elemente.
In einem interessierenden Fall kann die Aluminiumlegierung wärmebehandelt
werden. Das Teil wird zuerst in einer gewünschten Form, in diesem Fall ein Befestigungselement
wie ein Niet, hergestellt. Die Legierungselemente sind so gewählt worden, dass die
hergestellte Form so behandelt werden kann, dass sie einen relativ weichen Zustand
hat, vorzugsweise, indem sie auf eine erhöhte Temperatur erwärmt, eine gewisse Zeit
auf dieser gehalten und danach auf eine niedrigere Temperatur abgeschreckt wird,
ein Prozess, der als Lösungsglühen/Glühen bezeichnet wird. Beim Lösungsglühen-/Glühprozess
werden lösbare Elemente in der Legierungsmatrix gelöst (d. h. Lösungsbehandlung)
und durch rasches Abschrecken in Lösung gehalten, während die Matrix selbst gleichzeitig
geglüht wird (d. h. Glühen).
Nachdem das Teil lösungsgeglüht/geglüht worden ist, kann es weiter
behandelt werden, um seine Festigkeit auf ein Mehrfaches zu erhöhen und so die gewünschten
hochfesten Eigenschaften für den Betrieb aufzuweisen. Eine derartige Weiterbehandlung,
typischerweise durch einen Alterungsprozess durch Ausscheidungshärten, kann entweder
durch Erwärmen auf eine erhöhte Temperatur, Halten einer gewissen Zeit auf dieser
Temperatur (als künstliches Altern bezeichnet) oder durch Halten auf Raumtemperatur
über einen längeren Zeitraum (als natürliches Altern bezeichnet) erfolgen. Nach
der herkömmlichen Terminologie der Aluminum Association erzeugen verschiedene künstliche
Alterungsbehandlungen durch Ausscheidungshärten, von denen einige mit einer Zwischenumformung
kombiniert sind, die Zustände T6, T7, T8 oder T9, und eine natürliche Alterungsbehandlung
mit Ausscheidungshärten erzeugt den Zustand T4. (Die Terminologie der Aluminum Association
für Wärmebehandlungen, Legierungstypen und dgl. ist im Stand der Technik durchgängig
anerkannt und wird hierin verwendet.) Manche Legierungen erfordern eine künstliche
Alterung und andere Legierungen können auf jede Weise gealtert werden. Niete werden
im Allgemeinen aus beiden Materialtypen hergestellt.
Bei beiden Arten der Alterung erfolgt die Erhöhung der Festigkeit
als Ergebnis der Bildung von Partikeln der zweiten Phase, die typischerweise als
Ausscheidungen bezeichnet werden, in der Aluminiumlegierungsmatrix. Kollektiv werden
alle Behandlungsschritte, die zur Festigkeitserhöhung führen, allgemein als "Wärmebehandlung"
bezeichnet, wobei das Teil einer oder mehreren Perioden bei einer erhöhten Temperatur
für eine bestimmte Zeitdauer ausgesetzt wird, wobei die Erwärmungs- und Abkühlungsgeschwindigkeiten
so gewählt werden, dass sie zur Erzeugung der gewünschten endgültigen Eigenschaften
beitragen. Die Temperaturen, Zeiten und andere Parameter, die zur Erzielung bestimmter
Eigenschaften erforderlich sind, sind bekannt und in Referenz-Vorschriften bzw.
-Druckschriften für Standardlegierungen auf Aluminiumbasis enthalten.
Eine bestimmte künstlich gealterte Legierung auf Aluminiumbasis, die
für Nietanwendungen höchst interessant ist, ist die Legierung 7050, die eine Zusammensetzung
von ca. 2,3 Gew.-% Kupfer, 2,2 Gew.-% Magnesium, 6,2 Gew.-% Zink, 0,12 Gew.-% Zirkonium,
Rest Aluminium mit geringfügigen Verunreinigungen hat. (Andere geeignete Legierungen
sind u. a. wärmebehandlungsfähige Aluminiumlegierungen der Reihe 2000, 4000, 6000
und 7000). Diese Legierung ist von mehreren Aluminiumgesellschaften, einschließlich
ALCOA, Reynolds und Kaiser handelsüblich erhältlich. Nach der Herstellung auf die
gewünschte Form, wie eine der in 4 bis 6
dargestellten, kann die Legierung 7050 lösungsbehandelt/geglüht werden, um eine
Höchst- bzw. Bruchscherfestigkeit von ca. 234.430–241.325 kPa (34.000–35.000
psi) zu erhalten. Dieser Zustand wird im Allgemeinen nach der Herstellungsbearbeitung des
Befestigungselements, einschließlich spanende Bearbeitung, Schmieden oder anderweitige
gewünschte Formgebung erzielt. Dieser Bearbeitungszustand wird hierin als der "unbehandelte
Zustand" bezeichnet, da er vor dem abschließenden Alterungswärmebehandlungszyklus
vorliegt, der zur Optimierung der Festigkeit und anderer Eigenschaften des Materials
erforderlich ist. Das Teil kann mehreren Formgebungsoperationen unterzogen und je
nach Bedarf, vor dem Wärmebehandlungsprozess der Ausscheidungshärtung zur Festigkeitserhöhung,
periodisch erneut geglüht werden.
Nach der Formgebung (und dem optionalen erneuten Glühen) kann die
Legierung 7050 bei einer Temperatur von ca. 121°C (250°F) 4 bis 6 Stunden
lang wärmebehandelt werden. Die Temperatur wird danach von 121°C (250°F)
unmittelbar auf ca. 179°C (355°F) erhöht, für eine Zeitdauer von 8 bis 12
Stunden, worauf sich ein Umgebungsluft-Abkühlen anschließt. Dieser letzte Zustand
der Wärmebehandlung mit der Bezeichnung Bearbeitungsstand bzw. Stufe T73 erzeugt
eine Festigkeit von ca. 282.695–317.170 kPa (41.000–46.000 psi) in der
Legierung 7050, die für Befestigungselementanwendungen geeignet ist.
(Dieser Alterungsschritt der Ausscheidungsbehandlung wird anschließend
in Schritt 26 von 1 durchgeführt).
Nunmehr sei erneut das Verfahren von 1
erläutert, wonach das unbehandelte Befestigungselement wahlweise chemisch geätzt,
sandgestrahlt oder anderweitig bearbeitet wird, um seine Oberfläche aufzurauen,
und danach in Chromsäurelösung eloxiert wird; Bezugszeichen bzw. Schritt
30. Chromsäurelösung ist handelsüblich erhältlich oder kann durch Lösen
von Chromtrioxid in Wasser hergestellt werden. Die Chromsäurelösung hat vorzugsweise
eine Konzentration von ca. 4% Chromat in Wasser und eine Temperatur zwischen ca.
32°C (90°F) und ca. 38°C (100°F). Das zu eloxierende Teil wird in
der sanft bewegten Chromsäurelösung bei einer Gleichspannung von ca. 18–22
V als Anode geschaltet. Die Eloxierdauer beträgt vorzugsweise 30 bis 40 Minuten,
aber auch mit kürzeren Zeiten sind gute Ergebnisse erbracht worden. Die Eloxieroperation
erzeugt eine stark haftende Oxidoberflächenschicht mit einer Dicke von ca. 0,000254–0,000762
cm (0,0001–0,0003 Zoll) auf dem Teil aus Aluminiumlegierung, die das Anhaften
der anschließend aufgebrachten organischen Beschichtung fördert. Eloxieren kann
auch zum chemischen Versiegeln der Oberfläche des Teils aus Aluminiumlegierung verwendet
werden. In diesem Fall wurde festgestellt, dass es nicht so wünschenswert ist, die
Oberfläche auf diese Weise chemisch zu versiegeln, da die chemische Versiegelung
die Tendenz hat, die starke Bindung der anschließend auf das Teil aus Aluminiumlegierung
aufgebrachten Beschichtung zu beeinträchtigen.
Andere Eloxiermittel wurden auch mit verschiedenen Eloxierzeiten getestet.
Schwefelsäure, Phosphorsäure, Borsäure und chemisches Ätzen waren in unterschiedlichem
Maße brauchbar, aber nicht so erfolgreich bei der Erzeugung des gewünschten Typs
einer Oxidoberfläche, der in einer starken Haftung der anschließend aufgebrachten
Beschichtung resultiert.
In Schritt 22 wird ein Beschichtungsmaterial bereitgestellt,
vorzugsweise in Lösungsform, so dass es sich problemlos und gleichmäßig aufbringen
lässt. Die übliche Aufgabe des Beschichtungsmaterials ist der Schutz des Grundmetall,
auf dem es aufgebracht wird, gegen Korrosion, einschließlich z. B. herkömmlicher
elektrolytischer Korrosion, galvanischer Korrosion und Spannungskorrosion. Das Beschichtungsmaterial
ist ein Ansatz mit hauptsächlich organischer Zusammensetzung, der aber Zusatzstoffe
enthalten kann, um die Eigenschaften der endgültigen Beschichtung zu verbessern.
Es wird wünschenswerterweise zunächst in einer Trägerflüssigkeit gelöst, so dass
es auf ein Substrat bzw. Werkstück aufgebracht werden kann. Nach dem Aufbringen
ist das Beschichtungsmaterial härtbar, um Gefügeänderungen in der organischen Komponente
zu bewirken, bei denen organische Moleküle typischerweise vernetzt werden, um Adhäsion
und Kohäsion der Beschichtung zu verbessern.
Eine derartige härtbare Beschichtung unterscheidet sich von einer
nicht härtbaren Beschichtung, die andere Eigenschaften hat und für die vorliegende
Anwendung als Korrosionsschutz nicht so geeignet ist. Bei einer nicht härtbaren
Beschichtung wie Lack besteht keine Notwendigkeit, das beschichtete Teil zum Aushärten
auf eine höhere Temperatur zu erwärmen. Die Überalterungsprobleme in Zusammenhang
mit der Verwendung härtbarer Beschichtungsmaterialien, die die vorliegende Erfindung
erforderlich gemacht haben, entstehen ganz einfach nicht.
Der Eloxierungsprozess, vorzugsweise in Chromsäure, der vor dem Aufbringen
der Beschichtung durchgeführt wird, dient zur Förderung einer starken Bindung der
organischen Beschichtung auf dem das Substrat bzw. Werkstück bildenden Teil aus
Aluminiumlegierung. Die Bindung wird offensichtlich sowohl durch physikalische Verankerungseffekte
als auch durch chemische Bindungseffekte bei der Chromataktivierung gefördert. Um
den physikalischen Verankerungseffekt zu erzielen, wird wie zuvor erörtert die eloxierte
Oberfläche nicht gegen das Eindringen von Wasser im Eloxierungsprozess chemisch
versiegelt. Die anschließend aufgebrachte und ausgehärtete organische Beschichtung
dient zum Versiegeln der eloxierten Oberfläche.
Eine Reihe härtbarer organischer Beschichtungsmaterialien sind verfügbar
und für den vorliegenden Prozess brauchbar. Ein typisches und bevorzugtes Beschichtungsmaterial
dieses Typs besteht aus Phenolharz, gemischt mit einem oder mehreren Weichmachern,
anderen organischen Bestandteilen wie Polytetrafluorethylen und anorganischen Zusatzstoffen
wie Aluminiumpulver und/oder Strontiumchromat. Diese Beschichtungskomponenten werden
vorzugsweise in einem geeigneten Lösungsmittel einer Menge zur Erzeugung der gewünschten
Auftragskonsistenz gelöst. Für das soeben oben beschriebene Beschichtungsmaterial
ist das Lösungsmittel ein Gemisch aus Ethanol, Toluol und Methylethylketon. Eine
typische spritzfähige Beschichtungslösung enthält ca. 30 Gew.-% Ethanol, ca. 7 Gew.-%
Toluol und ca. 45 Gew.-% Methylethylketon als Lösungsmittel sowie ca. 2 Gew.-% Strontiumchromat,
ca. 2 Gew.-% Aluminiumpulver, wobei der Rest aus Phenolharz und Weichmacher besteht.
Wahlweise kann eine kleine Menge Polytetrafluorethylen hinzugefügt werden. Ein derartiges
Produkt ist handelsüblich als "Hi-Kote 1" von der Hi-Shear Corporation, Torrance,
CA, erhältlich. Der Hersteller empfiehlt eine Standard-Härtungsbehandlung von einer
Stunde bei einer erhöhten Temperatur von 218°C–190°C (400°F ±
25°F).
Das Beschichtungsmaterial wird auf das unbehandelte Befestigungsteil
aufgebracht; Schritt 24. Jede geeignete Vorgehensweise wie Tauchen, Spritzen
oder Streichen kann angewendet werden. Bei der bevorzugten Vorgehensweise wird die
in Lösungsmittel gelöste Lösung aus Beschichtungsmaterial auf die unbehandelten
Nieten gespritzt. Das Lösungsmaterial wird aus der Beschichtung im aufgebrachten
Zustand durch Trocknen entweder bei Raumtemperatur oder einer leicht erhöhten Temperatur
entfernt, so dass das beschichtete Teil berührungstrocken ist. Vorzugsweise wird
die Verdampfung des Lösungsmittels durch ein etwa zwei Minuten langes Flash-Verdampfen
bei 93°C (200°F) erzielt. Das beschichtete Teil ist zu diesem Zeitpunkt
nicht für den Einsatz geeignet, da die Beschichtung nicht hinreichend ausgehärtet
ist und nicht hinreichend an dem Grundmetall aus Aluminiumlegierung anhaftet und
da die Beschichtung nicht ausreichend kohärent ist, um mechanischer Beschädigung
im Betrieb standzuhalten.
Im Fall des bevorzugten Hi-Kote 1 wurde die Beschichtung im aufgespritzten
Zustand in einem Elektronenrastermikroskop einer EDS (energy dispersive spectrometry)-Analyse
unterzogen. Der Anteil der schwereren Elemente in Gewichtsprozent betrug: Al 82,4%;
Cr 2,9%; Fe 0,1%, Zn 0,7% und Sr 13,9%. Die leichteren Elemente wie Kohlenstoff,
Sauerstoff und Wasserstoff wurden in der Beschichtung nachgewiesen, aber nicht protokolliert,
da die EDS-Analyse für solche Elemente im Allgemeinen nicht genau ist.
Das Grundmetall des Niets und die aufgebrachte Beschichtung werden
zusammen auf eine geeignete erhöhte Temperatur erwärmt, Schritt 26, um
zwei Ergebnisse gleichzeitig zu erzielen. Bei diesem einen Schritt wird die Aluminiumlegierung
durch künstliches Altern mit Ausscheidungshärten auf ihren endgültigen gewünschten
Festigkeitszustand wärmebehandelt und die Beschichtung wird auf ihren endgültigen
gewünschten Bindezustand ausgehärtet. Vorzugsweise werden die Temperatur und Zeit
bei der Behandlung in Schritt 26 wie erforderlich so gewählt, dass die
gewünschten Eigenschaften des Aluminiumlegierungs-Grundmetalls erzielt werden, wie
sie in den branchenüblichen und bewährten Prozessvorschriften für die betreffende
Legierung auf Aluminiumbasis festgelegt sind. Diese Behandlung ist typischerweise
nicht die vom Beschichtungshersteller vorgeschriebene und erbringt möglicherweise
nicht den optimalsten Aushärtungszustand der Beschichtung, aber es wurde festgestellt,
dass die Wärmebehandlung des Metalls geringfügige Abweichungen von der optimalen
Behandlung weniger gut ausgleicht als die Aushärtbehandlung der organischen Beschichtung.
Das heißt, der Erfinder hat nachgewiesen, dass beim Aushärten der Beschichtung größere
Abweichungen hinsichtlich Zeit und Temperatur mit akzeptablen Ergebnissen hingenommen
werden können als bei der Wärmebehandlung des Metalls. Im Gegensatz zu den Erwartungen
und den Vorschriften des Herstellers weist die Beschichtung, die nach den nicht
empfohlenen Verfahren ausgehärtet wird, eine einwandfreie Adhäsion am Werkstück
aus Aluminiumlegierung und andere gute Betriebseigenschaften auf. Die Anwendung
der empfohlenen Wärmebehandlung des Metalls erbringt also die optimalen physikalischen
Eigenschaften des Metalls und äußerst gute Eigenschaften der Beschichtung.
Im Fall der bevorzugten Legierung 7050 auf Aluminiumbasis und der
oben beschriebenen Beschichtung Hi-Kote 1 ist die bevorzugte Wärmebehandlung der
Alterungsprozess durch Ausscheidungshärten T73 der Legierung 7050 für die Dauer
von 4 bis 6 Stunden bei 121°C (250°F), gefolgt durch eine gleichmäßige Temperaturerhöhung
von 121°C auf 179°C (250°F auf 355°F), Halten der Temperatur auf
179°C (355°F) für die Dauer von 8 bis 12 Stunden und der Abkühlung in Umgebungsluft
auf Raumtemperatur.
Die künstliche Alterung durch Ausscheidungshärten, Schritt
26, bedeutet also erhebliche längere Zeiten auf der jeweiligen Temperatur
und andere Temperaturen als vom Hersteller für die organische Beschichtung vorgeschrieben
ist. Anfänglich gab es Bedenken, dass die höheren Temperaturen und längeren Zeiten,
die die erforderlichen für das Standard-Aushärten der Beschichtung überschreiten,
eine Verschlechterung der Beschichtung und ihrer Betriebseigenschaften verursachen
würde. Diese Bedenken erwiesen sich als unbegründet. Die schematisch in den
4 bis 7 dargestellte
endgültige Beschichtung 48 haftet fest auf dem Grundmetall aus Aluminiumlegierung
und ist auch intern stark kohärent. (In den 4 bis
7 ist die Dicke der Beschichtung
48 vergrößert dargestellt, um sichtbar zu sein. In Wirklichkeit hat die
Beschichtung 48 nach der Behandlung in Schritt 26 typischerweise
eine Dicke von ca. 0,000762–0,00127 cm (0,0003–0,0005 Zoll)).
Der beschichtete und behandelte Niet 40 ist nun fertig zum
Einbau bzw. Einsetzen; Schritt 28. Das Befestigungselement wird auf die
für seinen Typ passende Weise eingesetzt. Im Fall des Niets 40 wird der
Niet durch gefluchtete Bohrungen in zwei Passteilen 42 und 44
eingeführt und in Passkontakt gebracht wie in 4 dargestellt.
Das vorstehende entfernte Ende 50 des Niets 40 wird gestaucht
(plastisch verformt), so dass die Teile 42 und 44 mechanisch zwischen
dem vorgefertigten Kopf 46 und einem geformten Kopf 52 des Niets
gehalten werden. 7 zeigt den gestauchten Niet
40'' für den Fall des Senkkopfniets von 6,
und die allgemeine Form der gestauchten Niete der anderen Niettypen ist ähnlich.
Die Beschichtung 48 bleibt auf dem Niet selbst nach dem Stauchen haften
wie in 7 dargestellt.
Der Einbauschritt zeigt einen der Vorteile der vorliegenden Erfindung.
Wäre die Beschichtung nicht auf dem Befestigungselement aufgebracht worden, wäre
es erforderlich, ein viskoses Nassdichtmaterial in die Bohrungen und auf die Passflächen
beim Stauchen des Niets aufzubringen, um die Berührungsflächen zu beschichten. Das
Nassdichtmaterial ist für die Arbeiter möglicherweise toxisch, bei der Verarbeitung
schmutzig und schwierig und erfordert aufwändige Reinigungsarbeiten der Werkzeuge
und der frei liegenden Oberflächen der Teile 42 und 44 mit ätzenden
chemischen Lösungen nach dem Einsetzen der Niete. Außerdem ist festgestellt worden,
dass vorhandenes restliches Nassdichtmittel die Adhäsion später aufgebrachter Lackdeckbeschichtungen
auf den Nietköpfen verhindert. Vor der vorliegenden Erfindung war die Vorgehensweise
mit Nassdichtmittel die einzig durchführbare Technik, um ausreichende Korrosionsbeständigkeit
zu erzielen, obwohl es seit langem Bemühungen gibt, sie zu ersetzen. Die vorliegende
Vorgehensweise der Beschichtung überwindet diese mit Nassdichtmitteln einhergehenden
Probleme. Nassdichtmittel wird während des Einbaus nicht gebraucht und nicht verwendet.
Außerdem haften die später aufgebrachten Lackdeckschichten gut auf den beschichteten
Nietköpfen, was ein wichtiger Vorteil ist. Die Verwendung von Nassdichtmitteln macht
das Lackieren der Nietköpfe manchmal schwierig, weil der Lack nicht gut haftet.
Die vorliegende Erfindung ist mit Nieten aus Legierung 7050 in die
Praxis umgesetzt worden. Die zunächst im unbehandelten Zustand vorliegenden Niete
wurden mit Hi-Kote 1 und einem anderen, aber chromfreien Beschichtungsmaterial Alumazite
ZY-138 beschichtet. (Alumazite ZY-138 ist eine spritzfähige Beschichtung, die von
der Tiodize Co., Huntington Beach, CA., erhältlich ist. Die Zusammensetzung enthält
2-Butanon-Lösungsmittel, organisches Harz und Aluminiumpulver). Die beschichteten
Niete wurden einer Wärmebehandlung durch Ausscheidungshärten auf den Zustand T73
mit der künstlichen Alterungsbehandlung für die Dauer von 4 bis 6 Stunden bei 121°C
(250°F), gefolgt durch eine gleichmäßige Temperaturerhöhung von 121°C auf
179°C (250°F auf 355°F), Halten der Temperatur auf 179°C (355°F)
für die Dauer von 8 bis 12 Stunden und der Abkühlung in Umgebungsluft auf Raumtemperatur
unterzogen.
Die beschichteten Niete wurden mechanisch gemäß MIL-R-5674 geprüft,
um zu überprüfen, dass sie die Anforderungen hinsichtlich der doppelten Höchst-
bzw. Bruchscherfestigkeit von 282.695–317.170 kPa (41.000–46.000 psi)
erfüllen, die von unbeschichteten Nieten erreicht werden. Bei der Prüfung lag die
doppelte Höchst- bzw. Bruchscherfestigkeit mit 293.037–299.933 kPa (42.500–43.500
psi) innerhalb des zulässigen Bereichs. Zylindrische Längen jedes Typs der beschichteten
Niete wurden auf einen Durchmesser gestaucht, der dem 1,6-Fachen ihres ursprünglichen
Durchmessers entsprach, um ihre Einschlagfähigkeit zu prüfen. Es wurden selbst am
Umfang der Stauchzone, in der die stärkste Verformung eintritt, keine Rissbildung
und kein Abplatzen der Beschichtungen festgestellt. Außerdem wurde Niete eingebaut
und anschließend wieder herausgenommen, um die Unverletztheit der Beschichtung mittels
eines Elektronenrastermikroskops zu prüfen. Die Beschichtungen wiesen keine Anzeichen
von Rissbildung, Abplatzen oder sonstige unzulässige Zustände oder Abweichungen
auf. Das zuletzt genannte Ergebnis ist besonders wichtig und überraschend. Die Beschichtungen
blieben selbst nach der starken Verformung durch den Stauchprozess auf den Nieten
haften. Die Beschichtungen blieben also erhalten, um den Niet nach dem Einsetzen
gegen Korrosion zu schützen, wodurch jegliche Notwendigkeit für die Verwendung von
Nassdichtmitteln entfällt.
Wenn Aluminiumlegierungen auf Vergütungszustände der natürlichen Alterung
behandelt werden auf die Weise, wie in 1 dargestellt,
wird die Aluminiumlegierung aufgrund des Erwärmungsschrittes 26, der zum
Härten der organischen Beschichtung erforderlich ist, überaltert. Bei manchen Anwendungen
mit Befestigungselementen ist eine Überalterung der Aluminiumlegierung akzeptabel.
Bei anderen Anwendungen resultiert eine Überalterung in unzulässigen Eigenschaften
und ist zu vermeiden. 2A und
2B zeigen Verfahren, mit denen die Vorteile
einer härtbaren organischen Beschichtung erzielt werden können, die auf Legierungen
aufgebracht wird, die zu natürlich gealterten Vergütungszuständen behandelt werden.
Bei einer in 2A dargestellten Vorgehensweise
wird der Nietevorrat aus Aluminiumlegierung bereitgestellt, der zur Wärmebehandlung
durch Ausscheidungshärten auf einen natürlichen Alterungszustand ausgewählt ist;
Schritt 32. Das Nietmaterial bzw. der Nietvorrat wird mit geringem Übermaß
(d. h. größerem Durchmesser) verglichen mit dem zur konventionellen Verarbeitung
ohne härtbare Beschichtung bereitgestellt. Die bevorzugte Aluminiumlegierung zum
Ausscheidungshärten durch natürliche Alterung auf den Zustand T4 ist die Legierung
2117 mit einer nominalen Zusammensetzung aus 0,4–0,8 Gew.-% Magnesium, 3,5–4,5
Gew.-% Kupfer, 0,4–1,0 Gew.-% Mangan, 0,10 Gew.-% Chrom, 0,2–0,8 Gew.-%
Silizium, 0,7 Gew.-% Eisen, 0,25 Gew.-% Zink, 0,15 Gew.-% Titan, maximal 0,05 Gew.-%
von anderen Elementen, wobei die Summe der anderen Elemente nicht mehr als 0,15
Gew.-% betragen darf; der Rest ist Aluminium. Die Legierung 2117 ist von mehreren
Aluminiumgesellschaften, einschließlich Alcoa, Reynolds und Kaiser handelsüblich
erhältlich. Diese Legierung kann durch natürliche Alterung bei Raumtemperatur für
die Dauer von mindestens ca. 96 Stunden auf den Zustand T4 ausscheidungsgehärtet
werden, wobei eine Scherfestigkeit von ca. 179.270–208.850 kPa (26.000–30.000
psi) entwickelt wird. (Dieser Schritt der Wärmebehandlung zur natürlichen Alterung
wird anschließend in Schritt 37 von 2A und
2B durchgeführt.) Diese Vorgehensweise ist
auch für andere Legierungen möglich, die durch Ausscheidungswärmebehandlung zur
natürlichen Alterung gealtert werden, wie beispielsweise die Legierungen 2017, 2024
und 6061.
Das Befestigungselement wird auf eine Größe verformt, die verschieden
und typischerweise größer ist als die gewünschte endgültige Größe, Schritt
34, ein Zustand, den der Erfinder als "Übermaß normal" bezeichnet. Im Fall
eines zylindrischen symmetrischen Niets wird das Nietmaterial vorzugsweise auf einen
Durchmesser mit Übermaß normal gezogen, der typischerweise etwa 10 bis 15% größer
ist als die gewünschte endgültige Größe. Das auf Übermaß normal gezogene Nietmaterial
wird gemäß dem für die Aluminiumlegierung empfohlenen Verfahren lösungsgeglüht/geglüht;
Schritt 36. Im Fall der bevorzugten Legierung 2117 erfolgt das Lösungsglühen/die
Alterung eine Stunde lang bei 476–510°C (890–950°F), gefolgt
von Abschrecken. Das Nietmaterial wird gemäß den Empfehlungen für die behandelte
Legierung mindestens ca. 96 Stunden lang bei Raumtemperatur im Falle der Legierung
2117 natürlich gealtert; Schritt 37. Das gezogene und lösungsgeglühte/geglühte
sowie gealterte Material wird danach durch Kaltverformung, typischerweise Ziehen,
auf den endgültigen gewünschten Durchmesser in Schritt 38 verformt, ein
Schritt, der als erneutes Ziehen oder Kaltverformung bezeichnet wird. (Für die vorliegenden
Zwecke kann jedoch der Schritt 34 gleichwertig zum Verformen des Nietmaterials
auf eine kleinere Größe als die gewünschte endgültige Größe angewendet werden, wobei
der Schritt 38 verwendet werden kann, um das Nietmaterial auf die größere
endgültige Größe z. B. durch Kaltstauchen zu verformen). Diese Kaltverformung bewirkt
eine geringfügige Verformung des Niets. Das kaltverformte Nietmaterial wird wahlweise
eloxiert, vorzugsweise in Chromsäurelösung, und bleibt vorzugsweise unversiegelt,
Schritt 30, wobei die zuvor beschriebene Vorgehensweise angewendet wird.
Das Beschichtungsmaterial wird als Lösung bereitgestellt, Schritt 22, und
auf das Nietmaterial aufgebracht, Schritt 24. Die Schritte 30,
22 und 24 entsprechen den oben in Zusammenhang mit 1
beschriebenen und diese Beschreibungen werden hier miteinbezogen.
Das beschichtete Befestigungselementmaterial wird gehärtet; Schritt
26. Das bevorzugte Aushärten entspricht der Empfehlung des Herstellers
und wird am meisten bevorzugt eine Stunde lang bei 204°C (400°F) durchgeführt,
wie zuvor beschrieben worden ist. Es kann jedoch ein modifizierter Aushärtprozess
angewendet werden, was vom Ausmaß der Kaltverformung des Befestigungselements in
Schritt 38 abhängt. Der modifizierte Aushärtzyklus beträgt 45 Minuten bei
190°C (375°F) und hat gute bzw. akzeptable Ergebnisse erbracht, die die
Anforderungen an das Beschichtungsmaterial erfüllen. Die Aushärtoperation kann zur
Überalterung der Aluminiumlegierung führen, die normalerweise nur eine natürliche
Alterung (bei Raumtemperatur) benötigt, um ihre volle Festigkeit zu erreichen. Es
hat sich jedoch äußerst überraschend herausgestellt, dass die zusätzliche Kaltverformungsoperation
in Schritt 38, die nach den Lösungsglühen/Glühen von Schritt
36 und der natürlichen Alterung von Schritt 37 durchgeführt wird,
den Überalterungseffekt von Schritt 26 kompensiert und in einem fertigen
Niet resultiert, der auf gute Eigenschaften der Aluminiumlegierung beschichtet und
gealtert, aber nicht überaltert ist.
Bei einer Variante des Verfahrens nach 2A
zur Wärmebehandlung und Beschichtung von Teilen, die auf einen natürlichen Alterungszustand
zu behandeln sind, wie in 2B dargestellt wird das Nietmaterial
aus Aluminiumlegierung mit Übermaß bereitgestellt; Schritt 32. Das Nietmaterial
wird auf seine endgültige Größe gezogen oder geformt; Schritt 34. (Hier
handelt es sich um einen von Schritt 34 in 2A
verschiedenen Schritt, bei dem das Nietmaterial auf den Durchmesser mit Übermaß
normal verformt wird.) Das gezogene Nietmaterial wird lösungsgeglüht/geglüht, Schritt
36, und natürlich gealtert; Schritt 37. Der Schritt
38 des Ziehens auf den endgültigen Durchmesser wie in
2A ist nicht erforderlich. Die restlichen Schritte
22, 30, 24, 26 und 28 entsprechen den
in Zusammenhang mit 2A zuvor beschriebenen und werden
hier miteinbezogen.
Das Verfahren gemäß 2B ist in der Praxis
mit Aluminiumlegierung 2117 erfolgreich durchgeführt worden. Das Nietmaterial wurde
mit einem Übermaßdurchmesser von ca. 0,508–0,521 cm (0,200–0,205 Zoll)
bereitgestellt, Schritt 32, gegenüber einem herkömmlichen Ausgangsdurchmesser
von 0,469–0,472 cm (0,185–0,186 Zoll). Das Nietmaterial mit Übermaß
wurde in Schritt 34 auf einen Durchmesser von 0,469–0,472 cm (0,185–0,186
Zoll) gezogen und in Schritt 34 auf einen Durchmesser von 0,474–0,478
cm (0,187–0,188 Zoll) kaltgestaucht. Die anderen Schritte von 2B
entsprachen den zuvor für die Aluminiumlegierung 2117 beschriebenen. Die erforderliche
Festigkeit des T4-Vergütungszustands wurde erzielt und außerdem waren die Niete
durch die anhaftende Beschichtung geschützt.
Bei den Verfahren gemäß den 2A und
2B resultiert die zusätzliche mechanische
Verformung des Nietmaterials in den Schritten 34 und 38 aus dem
ursprünglichen Übermaß-Durchmesser von Schritt 32 zusammen mit der zusätzlichen
Erwärmung im Aushärtschritt 26 in einer endgültigen Festigkeit und anderen
mechanischen Eigenschaften, die die geforderten Standards und Vorschriften für Befestigungselemente
dieses Typs erfüllen. Die zusätzliche mechanische Kaltverformung hat die Tendenz,
die mechanischen Eigenschaften über die zulässigen Grenzwerte hinaus zu erhöhen,
während die zusätzliche Erwärmung beim Aushärten die mechanischen Eigenschaften
wieder in den zulässigen Bereich absenkt. Eine exakte Abstimmung dieser Effekte
ermöglicht es sogar, die mechanischen Eigenschaften am oberen oder unteren Rand
des von den meisten Normen vorgeschriebenen Bereichs einzustellen. Die Behandlungsmodifikationen
erbringen den weiteren wichtigen Vorteil, dass das Befestigungselement mit einer
ausgehärteten Beschichtung beschichtet ist, die es gegen Korrosion schützt.
Manche Legierungen werden vor der Verwendung nicht lösungsgeglüht/geglüht
und ausscheidungsgehärtet, sondern statt dessen im kaltverformten Zustand mit einem
minimalen Ausmaß verformungsinduzierter Festigkeit verwendet. Der erforderliche
verformte Zustand solcher Legierungen wäre offensichtlich nicht vereinbar mit der
Erwärmung auf höhere Temperaturen zum Aushärten der Beschichtung. Es ist jedoch
nachgewiesen worden, dass eine Behandlung wie die von 3
für eine dritte bevorzugte Ausführungsform der Erfindung die Verwendung der Legierung
in einem durch Verformung induzierten Zustand höherer Festigkeit sowie die Beschichtung
mit einer härtbaren Beschichtung gestattet. Eine derartige bevorzugte Legierung
ist 5056-H32 mit einer nominalen Zusammensetzung aus 4,5–5,6 Gew.-% Magnesium,
0,10 Gew.-% Kupfer, 0,05–0,20 Gew.-% Mangan, 0,30 Gew.-% Silizium, 0,40 Gew.-%
Eisen, 0,05–0,20 Gew.-% Chrom, 0,10 Gew.-% Zink, maximal 0,05 Gew.-% eines
anderen Elements, wobei die Summe der anderen Elemente nicht mehr als 0,15 Gew.-%
betragen darf; der Rest ist Aluminium. Wenn die Legierung 5056 durch Kaltverformung
mit einer etwa 2 bis 3%-igen Verkleinerung zur Erlangung des Zustands H32 verformt
worden ist, weist sie eine Höchst- bzw. Bruchscherfestigkeit von ca. 179.270–193.060
kPa (26.000–28.000 psi) auf. Wird die Legierung 5056 jedoch danach eine Stunde
lang bei 204°C (400°F) erwärmt – die Standard-Aushärtbehandlung für
das härtbare Beschichtungsmaterial – sinkt die Höchst- bzw. Bruchscherfestigkeit
auf ca. 165.480–179.270 kPa (24.000–26.000 psi), das heißt auf den untersten
Rand des zulässigen Festigkeitsbereichs, was für industrielle Anwendungen als zu
niedrig erachtet wird, da Behandlungsschwankungen in Festigkeitswerten resultieren
können, die unterhalb der Festigkeitsspezifikation für manche behandelten Teile
liegen.
3 zeigt ein Verfahren, bei dem die erforderlichen
mechanischen Eigenschaften erzielt werden, während gleichzeitig die Vorteile einer
ausgehärteten Beschichtung für den bevorzugten Fall des Nietbefestigungselements
gegeben sind. Das Aluminiummaterial 5056 wird in einem Anfangszustand mit Übermaß
bereitgestellt; Schritt 70. Herkömmlicherweise wird beispielsweise ein
Niet mit einem endgültigen Durchmesser von 0,474–0,478 cm (0,187–0,188
Zoll) aus Material gezogen, das zunächst einen Durchmesser von ca. 0,482–0,485
cm (0,190–0.191 Zoll) hat. Bei der bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens
von 3 hat das Vorstufenmaterial zunächst ein Übermaß
von ca. 4–5% (d. h. einen Durchmesser von 0,495 cm (0,195 Zoll) im Fall eines
Niets mit dem endgültigen Durchmesser von 0,474–0,478 cm (0,187–0,188
Zoll)). Das Material mit Übermaß wird vorzugsweise durch Kaltverformung auf den
erforderlichen endgültigen Durchmesser verformt; Schritt 72. Da diese Niet-Vorstufe
von einer Größe über der für das Erreichen des Zustandes H32 erforderlichen kaltverformt
wurde, hat sie eine höhere Festigkeit als im Zustand H32 gefordert wird. Das Beschichtungsmaterial
wird im Schritt 22 bereitgestellt und auf das Niet-Vorstufenmaterial im
verformten Zustand aufgebracht; Schritt 24. Wahlweise kann das Niet-Vorstufenmaterial
zum Aufrauen seiner Oberfläche behandelt und vor dem Aufbringen des Beschichtungsmaterials
vorzugsweise in Chromsäure eloxiert (aber vorzugsweise nicht chemisch versiegelt)
werden, wie zuvor beschrieben worden ist.
Das beschichtete Niet-Vorstufenmaterial wird zur
Durchführung des Standard-Aushärtzyklus von einer Stunde bei 204°C (400°F)
oder des modifizierten Aushärtzyklus von 45 Minuten bei 190°C (375°F) erwärmt;
Schritt 74. Der Aushärtzyklus bewirkt zweierlei. Erstens wird die Beschichtung
ausgehärtet, so dass sie kohärent ist und am Aluminiumniet haftet. Zweitens wird
das Aluminiummaterial teilgeglüht, um es zu erweichen. Die Teilerweichungsbehandlung
verringert den Zustand der Kaltverformung des Niets von dem der Überkaltverformung
(Schritt 72) auf den, der normalerweise durch die H32-Behandlung erzielt
wird. Der Niet kann deshalb mit den Verfahren eingesetzt werden, die bereits für
den 5056-H32-Niet bekannt sind. Der Niet unterscheidet sich von herkömmlichen 5056-H32-Nieten
durch seine gehärtete Beschichtung.
Die Vorgehensweise gemäß 3 ist in der
Praxis unter Verwendung der zuvor erläuterten Materialien und Abmessungen verwirklicht
worden. Das zunächst in Schritt 70 mit Übermaß bereitgestellte Aluminiummaterial
hat eine Höchst- bzw. Bruchscherfestigkeit von 172.375–179.270 kPa (25.000–26.000
psi). Nach dem Ziehen in Schritt 72 hat das Material eine Höchst- bzw.
Bruchscherfestigkeit von 186.165–193.060 kPa (27.000–28.000 psi). Nach
der Erwärmung in Schritt 74 hat der fertige Niet eine Höchst- bzw. Bruchscherfestigkeit
von 179.270–186.165 kPa (26.000–27.000 psi), die gut innerhalb des Bereichs
für die erforderlichen vorgeschriebenen mechanischen Eigenschaften des Zustands
H32 liegt. Zum Vergleich: hat das Aluminiummaterial zunächst kein Übermaß, sondern
den herkömmlichen Ausgangsdurchmesser, hat der fertige Niet, der den übrigen Schritten
72, 22, 24 und 74 unterzogen wird, eine Höchst-
bzw. Bruchscherfestigkeit von 165.480–179.270 kPa (24.000–26.000 psi)
am äußersten unteren Rand des nach der H32-Vorschrift erforderlichen Bereichs, die
wie zuvor erläutert zu niedrig für kommerzielle Verfahren bzw. industrielle Anwendungen
ist.