HINTERGRUND DER ERFINDUNG
1. Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen einer
alkalischen Lösung durch effektives Endionisieren bzw. Entfernen von metallischen
Verunreinigungsionen aus der alkalischen Lösung sowie ein Verfahren zum Ätzen von
Halbleiterwafern, bei dem Ätzen durchgeführt werden kann, ohne dass die Qualität
der erhaltenen Halbleiterwafer verschlechtert wird, unter Einsatz der gereinigten
alkalischen Lösung, gereinigt durch das Reinigungsverfahren.
2. Beschreibung des Standes der Technik
Im allgemeinen umfasst das Herstellungsverfahren für Halbleiterwafer
einen Schneidschritt zum Erhalt von Wafern in der Form einer dünnen Scheibe, durch
Schneiden eines Einkristallblocks, einen Abschrägungsschritt zum Abschrägen des
periphären Kantenteils des Wafers, erhalten durch den Schneidschritt, um Rissbildung
und/oder Bruch des Wafers zu verhindern, einen Schritt zum Abflachen der Oberfläche
des Wafers, einen Ätzschritt zur Entfernung von Verarbeitungsbeschädigungen des
verarbeiteten Wafers, einen Polierschritt zum Erzeugen einer Spiegelpolieroberfläche
auf dem geätzten Wafer und einen Reinigungsschritt zum Reinigen des polierten Wafers,
um Poliermittel und/oder anhaftende Partikel zu entfernen.
Der Ätzschritt kann ein Säureätzverfahren umfassen, unter Einsatz
einer sauren Ätzlösung, oder ein alkalisches Ätzverfahren, unter Einsatz einer alkalischen
Ätzlösung, wie Natriumhydroxid oder ähnliches.
Säureätzen ist dadurch gekennzeichnet, dass eine hohe Ätzrate erhalten
wird, so dass es schwierig ist, einheitlich über die gesamte Oberfläche eines Wafers
zu ätzen, so dass das Problem auftritt, dass die Flachheit des Wafers reduziert
wird. Aus diesem Grund wird seit kurzem ein alkalisches Ätzen überwiegend verwendet,
was eine Natriumhydroxidlösung, eine Kaliumhydroxidlösung bzw. eine Alkylammoniumhydroxidlösung
usw. verwendet, da ein alkalisches Ätzen die Flachheit des Wafers nicht beeinträchtigt.
Beim obengenannten alkalischen Ätzen von Halbleiterwafern wird eine
auf dem Markt erhältliche industrielle alkalische Lösung verwendet, die relativ
hohe Konzentrationen an metallischen Verunreinigungen umfasst. Selbst wenn alkalische
Lösungen einer Reinheit für elektronische Anwendungen zum Ätzen von Halbleiterwafern
verwendet werden, so enthalten diese immer noch metallische Verunreinigungen im
Bereich von einigen ppb bis einigen ppm.
Metallische Verunreinigungen, enthalten in der alkalischen Lösung,
können Nickel, Chrom, Eisen, Kupfer usw. sein.
Es wurde nun gefunden, dass wenn ein Halbleiterwafer unter Einsatz
einer alkalischen Lösung geätzt wird, die solche metallischen Verunreinigungen enthält,
metallische Ionen einiger der metallischen Verunreinigungen, wie Kupfer, Nickel
oder ähnliches, gelöst in der alkalischen Ätzlösung, sehr tief ins Innere des Wafers
diffundieren, während des alkalischen Ätzens, um eine verschlechterte Waferqualität
hervorzurufen, so dass die Eigenschaften von Halbleitervorrichtungen, geformt durch
den Wafer, signifikant verschlechtert sind.
Als Maßnahme zur Verhinderung einer verschlechterten Waferqualität
aufgrund der obengenannten alkalischen Ätzlösung kann die Verwendung einer hochreinen
alkalischen Lösung in Betracht gezogen werden. Wie dem auch sei, hochreine alkalische
Lösungen, erhältlich auf dem Markt, sind die extrem teuren, die vom Analysegrad
sind, und die Verwendung einer derartig teuren alkalischen Lösung für industrielle
Einsatzzwecke ist im Hinblick auf die Kostenfrage nicht machbar. Zusätzlich wurde
gefunden, dass selbst diese hochreinen alkalischen Lösungen nicht ausreichend sind,
um die verschlechterte Waferqualität zu verhindern.
Es wird angenommen, dass zur Lösung der Probleme des Standes der Technik
eine alkalische Lösung stärker gereinigt werden sollte. Im allgemeinen wird angenommen,
dass die Reinigung einer Lösung es erforderlich macht, dass die verunreinigenden
Metallbestandteile aus der Lösung entfernt werden. Wie dem auch sei, in Übereinstimmung
mit einem kürzlich erhaltenen Ergebnis von Untersuchungen des Erfinders der vorliegenden
Erfindung, wurde gefunden, dass der Mechanismus der Kontamination eines Siliziumsubstrats
mit metallischen Verunreinigungen, enthalten in einer alkalischen Lösung, hervorgerufen
wird durch die Ablagerung von metallischen Ionen, die in der alkalischen Lösung
als gelöste Spezien vorliegen, auf der Oberfläche des Siliziumsubstrats, durch Adsorption
oder elektrochemische Reaktion.
Aus dieser Tatsache konnte nun geschlossen werden, dass ein Effekt,
ähnlich der wesentlichen Aufreinigung einer alkalischen Lösung, erhalten werden
kann durch das Umwandeln der metallischen Verunreinigungen in eine Form, die keine
Kontamination hervorruft, selbst ohne Entfernung der metallischen Verunreinigungen
aus der alkalischen Lösung. In anderen Worten, wenn verunreinigende metallische
Ionen, vorliegend in einer alkalischen Lösung, in einen nicht ionisierten
Zustand übergeführt werden, so wird die Qualität von Halbleiterwafern nicht verschlechtert,
selbst wenn die Wafer geätzt werden unter Einsatz einer alkalischen Lösung, die
physikalisch metallische Verunreinigungen umfasst (feine feste metallische Verunreinigungen).
Solch ein Verfahren ist aus der EP-A-761599 bekannt, wobei dort Wasserstoff oder
Silizium als Reduktionsmittel verwendet werden.
ZIELE UND ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur
Aufreinigung einer alkalischen Lösung zur Verfügung zu stellen, fähig zur extrem
effizienten Überführung von metallischen Verunreinigungsionen in einer alkalischen
Lösung in einen nichtionischen Zustand, bei geringen Kosten. Weiterhin ist es ein
Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Ätzen von Halbleiterwafern zur
Verfügung zu stellen, fähig zum Ätzen der Halbleiterwafer unter Einsatz der gereinigten
alkalischen Lösung, ohne dass die Qualität der Wafer verschlechtert wird.
Um die obengenannten Ziele zu erreichen, ist die vorliegende Erfindung
dadurch charakterisiert, dass ein Reduktionsmittel, mit einem Oxidationspotential
geringer als das reversible Elektrodenpotential der metallischen Ionen, existierend
in der alkalischen Lösung, in dieser gelöst wird, um die in der alkalischen Lösung
vorliegenden metallischen Ionen in einen nichtionischen Zustand zu überführen.
Das Reduktionsmittel, obwohl es von der Art der in der alkalischen
Lösung existierenden metallischen Ionen abhängt, ist ein starkes Reduktionsmittel
mit einem extrem geringen Oxidationspotential, nämlich ein Dithionit.
Während die zu einer alkalischen Lösung zugegebene Menge von dem jeweils
verwendeten Reduktionsmittel abhängt und solange nicht beschränkt ist, wie der Effekt
der vorliegenden Erfindung erhalten werden kann, so sind doch 2,5 g/l oder mehr
bevorzugt, wenn Dithionite verwendet werden. Ist die gelöste Menge an Reduktionsmittel
zu gering, so kann der Effekt der vorliegenden Erfindung nicht ausreichend erhalten
werden. Eine übermäßig große Menge an gelöstem Reduktionsmittel ist von einem ökonomischen
Standpunkt aus unvorteilhaft.
Das Verfahren zum Ätzen eines Halbleiterwafers in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung ist dadurch charakterisiert, dass ein Dithionit mit
einem Oxidationspotential, geringer als das reversible Elektrodenpotential von metallischen
Ionen, existierend in der alkalischen Lösung, in dieser gelöst wird, um die in der
alkalischen Lösung existierenden metallischen Ionen in einen nichtionischen Zustand
zu überführen, und Ätzen des Halbleiterwafers unter Einsatz der so behandelten alkalischen
Lösung.
Für die Nichtionisierung der alkalischen Lösung kann das obengenannte
Verfahren der Nichtionisierung einer alkalischen Lösung verwendet werden.
Während verunreinigende metallische Ionen, die in einen nichtionischen
Zustand in der vorliegenden Erfindung umgewandelt werden, Nickelionen, Kupferionen,
Chromionen, Eisenionen usw. umfassen, so ist es doch insbesondere wichtig, im Hinblick
auf die Qualität des Siliziumwafers, was ein repräsentativer Halbleiterwafer ist,
Nickelionen in einen nichtionischen Zustand zu überführen, die eine große Diffusionsrate
im Siliziumkristall aufweisen.
Der in der vorliegenden Erfindung verwendete Begriff der Reinigung
einer alkalischen Lösung bedeutet, dass verunreinigende metallische Ionen in einer
alkalischen Lösung in einen nichtionischen Zustand überführt werden. Selbst wenn
verunreinigende metallische Elemente in einer alkalischen Lösung in einem physikalischen
oder festen Zustand vorliegen, so ist doch ein gereinigter Zustand erreicht, wenn
diese nicht mehr im Zustand von metallischen Ionen vorliegen.
Das Verfahren der Reinigung einer alkalischen Lösung in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung umfasst das Nichtionisieren von metallischen Ionen,
vorliegend in einer alkalischen Lösung, unter Einsatz eines Reduktionsmittels, wodurch
eine Reaktion in Übereinstimmung mit der folgenden chemischen Formel durchgeführt
wird, bei der metallische Ionen durch ein Reduktionsmittel reduziert und als Nichtionen
(Metall) abgelagert werden:
Mn+m + R = M + O(1)
wobei Mn+m metallische Ionen darstellt, R ein Reduktionsmittel und O
ein Oxidationsmittel darstellt.
Damit die in Formel (1) dargestellte Reaktion fortschreitet, muss
das Oxidationspotential des Reduktionsmittels geringer sein als das reversible Elektrodenpotential
des Metalls.
Liegen zum Beispiel Nickelionen in einer alkalischen Lösung als metallische
Verunreinigungen vor, so kann das reversible Elektrodenpotential der Nickelionen
in der alkalischen Lösung wie folgt ausgedrückt werden:
HNiO2 + H2O + 2e = Ni + 3OH–:–0,9
(E/V)(2)
Das heißt, um die metallischen Ionen unter Einsatz eines Reduktionsmittels
zu reduzieren, um sie also als Nichtionen (Metall) abzulagern,
kann ein Reduktionsmittel mit einem Oxidationspotential von weniger als –0,9
(E/V) in der alkalischen Lösung gelöst werden. Wird Natriumdithionit (Na2S2O4)
als Reduktionsmittel genommen, so kann das Oxidationspotential von Natriumdithionit
in der alkalischen Lösung wie folgt dargestellt werden:
2SO32– + 2H2O + 2e = S2O42–
+ 4OH–:–1,1 (E/V)(3)
so dass die Nickelionen reduziert und als Nichtionen abgelagert (Metall) werden.
Die obengenannten und weitere Ziele, Merkmale und Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden durch die folgende detaillierte Beschreibung klar werden, wenn
sie betrachtet werden in Kombination mit den begleitenden Zeichnungen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist ein Graph, der die Beziehung zwischen
der Menge an gelöstem Reduktionsmittel und Nickelkonzentrationen in alkalischen
Lösungen darstellt, aus Beispiel 1 und Vergleichsbeispiel 1.
2 ist ein Graph, der die Beziehung zwischen
der Menge an gelöstem Reduktionsmittel und Nickelkonzentrationen auf Wafern darstellt,
aus Beispiel 2 und Vergleichsbeispiel 2.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung wird im folgenden detailliert beschrieben
unter Verweis auf die folgenden Beispiele, die als illustrativ und nicht restriktiv
aufgefasst werden sollen.
Beispiel 1 (Reinigung einer Natriumhydroxidlösung mit Natriumdithionit)
Eine Natriumhydroxidlösung (45%, 20 l, 80°C) wurde mit 20, 50
bzw. 100 g Natriumdithionit (Na2S2O4) versetzt,
um die jeweiligen Lösungen herzustellen. 10 ml der jeweiligen Lösungen wurden als
Probe gezogen und 45mal verdünnt. Anschließend wurde die Nickelionenkonzentration
durch eine Ionenchromatographie analysiert. Die Resultate der Analysen sind in
1 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 1
Eine Analyse wurde in einer ähnlichen Art und Weise wie in Beispiel
1 durchgeführt, mit der Ausnahme, dass Natriumdithionit (Na2S2O4)
nicht zur Natriumhydroxidlösung gegeben wurde. Die Resultate sind ebenfalls in
1 gezeigt.
Aus 1 wird klar, dass Nickelionen in
der Natriumhydroxidlösung sehr stark abnehmen bzw. nichtionisiert werden, selbst
wenn nur geringe Mengen an Natriumdithionit gelöst werden. In der Fig. ist N.D.
eine Abkürzung; sie bedeutet, dass die gemessenen Daten unter dem Detektionslimit
lagen.
Beispiel 2 (Ätzen unter Einsatz einer Natriumhydroxidlösung,
gereinigt mit Natriumdithionit)
Eine Natriumhydroxidlösung (45%, 20 l, 80°C) wurde mit 20, 50
bzw. 100 g Natriumdithionit (Na2S2O4) versetzt
und zwei Siliziumwafer (Czochralski-Wachstum, p-Typ, <100>-orientiert, 0,005 bis
0,010 ⎕⎕cm, Durchmesser 200 mm, geglättete Siliziumwafer) wurden in
die jeweiligen Lösungen eingelegt, um die Oberflächen der Wafer für 10 min zu ätzen.
Die Mengen der Verunreinigungen auf den Wafern wurden untersucht.
Die Wafer wurden in der folgenden Art und Weise untersucht. Eine Seite
jedes geätzten Wafers wurde einem Sandstrahlverfahren unterworfen und anschließend
einer thermischen Oxidation bei 600°C, um metallische Verunreinigungen aufzusammeln,
die in den Wafer während des Ätzens eingewandert waren, in einem thermischen Oxidfilm,
geformt auf der sandgestrahlten Oberfläche des Wafers. Der thermische Oxidfilm wurde
mit einem Dampf aus Flusssäure in der Gasphase zersetzt. Die zersetzten Materialien
wurden mit Tröpfchen aufgesammelt, umfassend die Flusssäure. Die aufgesammelten
Materialien wurden durch ICP-MS analysiert (induktiv gekuppelte Plasma-Massenspektroskopie).
Die Resultate sind in 2 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 2
Eine Analyse wurde in ähnlicher Art und Weise wie in Beispiel 2 durchgeführt,
mit der Ausnahme, dass Ätzlösungen ohne Natriumdithionit (Na2S2O4)
hergestellt wurden. Die Resultate sind auch in 2 gezeigt.
2 zeigt deutlich, dass bestätigt werden
konnte, dass die Nickelkonzentration auf einem Wafer sehr stark reduziert ist, wenn
mit einer Natriumhydroxidlösung geätzt wurde, die mit Natriumdithionit versetzt
war. In der Fig. ist N.D. eine Abkürzung die bedeutet, dass die gemessenen Daten
unter dem Detektionslimit lagen.
Es wurde gefunden, dass die vorliegende Erfindung es ermöglicht, dass
metallische Ionen in einer alkalischen Lösung sehr effizient in einen nichtionischen
Zustand überführt werden können, bei geringen Kosten, so dass Halbleiterwafer geätzt
werden können, ohne dass die Qualität dieser Wafer verschlechtert wird, unter Einsatz
der so gereinigten alkalischen Lösung.
Wie oben beschrieben, ist das Verfahren der Reinigung einer alkalischen
Lösung in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung dahingehend vorteilhaft,
dass metallische Ionen (Nickel, Chrom, Eisen, Kupfer usw.) in einer alkalischen
Lösung signifikant durch ein einfaches Verfahren in einer kurzen Zeit und bei geringen
Kosten reduziert werden können, selbst wenn eine große Menge an alkalischer Lösung
behandelt werden soll. In Übereinstimmung mit dem Verfahren zum Ätzen von Halbleiterwafern
der vorliegenden Erfindung kann auch die Menge an metallischen Verunreinigungen
aufgrund des Ätzens der Halbleiterwafer signifikant reduziert werden, durch die
Verwendung einer alkalischen Lösung mit einer geringeren metallischen Ionenkonzentration
während des Ätzschritts, ohne dass eine Verschlechterung der Waferqualität oder
eine Verschlechterung der Eigenschaften der Halbleitervorrichtungen zu befürchten
ist.
Es ist klar, dass verschiedene kleinere Veränderungen und Modifikationen
der vorliegenden Erfindung möglich sind, im Licht der oben gezeigten technischen
Lehre. Es ist daher zu verstehen, dass im Umfang der folgenden Ansprüche die vorliegende
Erfindung auch anders als hier spezifisch beschrieben durchgeführt werden kann.