| Dokumentenidentifikation |
EP1457110 21.10.2004 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001457110 |
| Titel |
Universell einsetzbarer Huf- und Klauenpflegestand |
| Anmelder |
Gangl, Johann, Passail, AT |
| Erfinder |
Gangl, Johann, 8162 Passail, AT |
| Vertreter |
derzeit kein Vertreter bestellt |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
11.03.2004 |
| EP-Aktenzeichen |
040058083 |
| EP-Offenlegungsdatum |
15.09.2004 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
21.10.2004 |
| IPC-Hauptklasse |
A01L 13/00
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| IPC-Nebenklasse |
A01K 1/06
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| Beschreibung[de] |
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Die vorliegende Erfindung betrifft einen universell einsetzbaren Huf-
und Klauenpflegestand zur Beschneidung von tierischen Paar- oder Einhufer, zu operativen
Behandlungen, als auch als Wiegestand und zur elektronischen Datenerfassung der
Tiere.
Bisher liegen zwei nennenswerte Arten von Klauenpflegeständen vor.
Bei der ersten Art wird das Tier an einem einfachen Rahmen angegurtet und mitsamt
dem Rahmen auf die Seite gekippt. Dadurch ist ein großer Arbeitsaufwand für
den Klauenpfleger, sowie eine ausgesprochen schlechte Körperhaltung und auch eine
schlechte Übersicht für das Beschneiden der Klauen gegeben. Für die Tiere ist außerdem
hierbei eine große Stressbelastung gegeben, die bekanntlich in einigen Fällen
bis zum Tod geführt hat.
Bei der zweiten Art handelt es sich um einen auf den Boden aufgesetzten Klauenpflegestand,
der keine guten Arbeitsbedingungen für den Klauenpfleger aufweist, Arbeitsbedingungen
wie gekrümmte Körperhaltung, weiteres große Verletzungsgefahr beim Ausschlagen
des Tieres beim Beschneiden der Klauen, sowie durch den tiefen Arbeitsbereich eine
schlechte Übersicht beim Beschneiden der Klauen.
Die Aufgabe der vorliegendenden Erfindung war es nun, diese Nachteile
bei den zur Verfügung stehenden Geräten zu beseitigen und dem Klauenpfleger ein
geeignetes Gerät mit leichterer Handhabung und besserer Arbeitsbedingungen beizustellen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die, bei den Ansprüchen 1 bis 3 gekennzeichneten
Merkmalen.
Da das Gerät mit einer Hydraulikpumpe ausgestattet ist, die von einem
Elektrikmotor (15) oder auch Akku angetrieben wird, ergibt sich die Möglichkeit
einer problemlosen Steuerung der Maschine. Zugleich ergibt sich ein großer
Vorteil daraus, dass man unabhängig von einer Zugmaschine ist, wie z.B. Traktor,
LKW oder ähnliches. In unserem Fall kommt ein PKW zum Einsatz, somit kann man zeitsparend
weite Strecken zurücklegen (ein Vorteil für Berufsklauenschneider). Beim Auf- und
Abladen vom Transportwagen (30) kommen an den hinteren (9) und vorderen (16) Steherrahmen
befestigte ausschwenkbare Arme (29,20) zum Einsatz. An diesen insgesamt vier ausschwenkbaren,
ausklappbaren bzw. ausziehbaren Armen (29, 20) sind jeweils Hubzylinder angebracht,
welche unterteilt sind in einen Niveauausgleichszylinder (1,22), eine Wiegezelle
(2, 21) und in einem Arbeitshubzylinder (3, 19). Daher ist eine große Standfestigkeit
der Maschine gegeben. Nachdem die Zylinder ausgefahren sind, kann man problemlos
das Anhängergestell (30), worauf das Arbeitsgerät transportiert wird, wegstellen.
Beim Absenken des Standes, geht es in die Grundstellung (Figur 4), dabei kann man
es danach auf jede Bodenbeschaffenheit horizontal einstellen (Unebenheit, Hangneigung).
Für diese Einstellung werden die Niveauausgleichszylinder (1, 22) zum Einsatz gebracht.
Das Klauenschneidegerät wird vorne (23) und hinten (7) geöffnet und
die Tiere können nun mühelos eingetrieben werden, entweder zum Klauenbeschneiden
oder Operieren oder zur Abwiege, wobei bei der Abwiege die Wiegezellen (2, 21) über
die elektronische Datenerfassung (24) gekoppelt sind.
Nachdem das Tier in den Rahmen getrieben bzw. geführt wurde, wird
das Tier mittels senkrechten Rohstäben (17) beim Kopf fixiert. Durch die senkrechten
Rohrstäbe (17) kann sich der Kopf des Tieres nach oben und unten frei bewegen und
es ist keine Erwürgungsgefahr für das Tier gegeben. Durch die zusätzliche hintere
Fixierung (7) mittels eines auf die Länge verstellbaren Querbalken (6) ist die Beweglichkeit
des Tieres soweit eingeengt, dass eine Verletzungsgefahr für den Klauenpfleger nicht
mehr gegeben ist. Nach Einengung der rechten und linken Bauchflanken mittels der
rechten und linken Flankenbügel (13) ist das Tier ruhig gestellt. Die Flankenflügeln
(13) werden mittels Hubzylinder (14) betätigt. Dabei steht das Tier völlig frei
auf seinen Beinen. Gefahrenquellen wie z.B. Ausschlagen des Tieres sind daher nicht
mehr gegeben. Für die Beseitigung dieser Gefahrenquellen trägt auch die gekröpfte
Anordnung der hinteren, schon an sich nach vorne gekröpft versetzten Steherrahmen
(9) weitgehend bei.
Äußerst vorteilhaft ist der Auslegearm (10), da einerseits durch
die Anordnung von elektrischen Anschlüssen und andererseits durch die angebrachte
Anhängevorrichtung eine geordnete und den Sicherheitsbestimmungen entsprechende
Verwahrung der Arbeitsgeräte, wie Fräsmaschinen und Schleifgeräte, während des Arbeitens
gegeben ist.
Die zu beschneidenden Extremitäten werden mittels der Fußwinden
(27, 8), die aufgrund Ihrer Form als Glocke bezeichnet werden, mit einem Seil hochgezogen,
wobei eine gepolsterte Schlaufe am Unterfuß des Tieres, und zwar zwischen
Hauptmittelfuß und Fesselbein, befestigt wird. Das Seil wird mit der Schlaufe
(Haken) in Verbindung gebracht. Die Winden (27, 8) werden elektrisch oder mit Ölpumpe
angetrieben und der Fuß wird bis zum unteren Anschlag der Glocke hochgezogen.
Die Glocke (5,26) ist in jede Richtung verstellbar und schwenkbar, und ergibt für
den Klauenpfleger optimale Arbeitsbedingungen. Nach dem Beenden der Behandlung oder
Beschneidung wird der Stand wieder mit dem Tier zu Boden gefahren, vorne werden
die Rohstäbe (17) wieder geöffnet und das Tier kann wieder aus dem Stand geführt
werden. Die Rohrstäbe (17) werden mittels Kurbelgetriebe (18) geöffnet. Nach Abschluss
der Arbeiten, wird der Huf- und Klauenpflegestand mittels der Desinfektionsanlage
(12) gereinigt.
Das anmeldungsgemäße Gerät zeichnet sich durch folgende Vorteile
aus:
- 1. Für jede Bodenbeschaffenheit horizontal leicht einstellbar.
- 2. Leichte Transportierbarkeit auch über weite Strecken.
- 3. Durch die Standbreite keine Kippgefahr. Dadurch für Kühe und Bullen geeignet.
- 4. Keine Stressbelastung für das Tier, da es die normale Körperhaltung beibehält.
- 5. Wird gleichzeitig als Wiegestand und zur Tier-Datenerfassung eingesetzt.
Ein ganz wichtiger und wesentlicher Teil dieses Gerätes liegt darin,
dass durch die individuelle Einstellbarkeit man den Klauenstand samt dem Tier hochfahren
kann, so dass optimale Arbeitsbedingungen gegeben sind. Dieses Hochfahren erfolgt
mit dem Hubzylindern, die mit der Hydrauliksteuerung (24) betätigt werden. Damit
sind nun mit dem anmeldungsgemäßen Gerät besonders günstige Arbeitsbedingungen
gegeben und zwar keine gekrümmte Arbeitshaltung mehr und eine optimale Sicht auf
die Hufe oder Klauen der Tiere.
Bezugszeichen der Zeichnungen
- (1) Hinterer Hydraulikzylinder für Niveauausgleich
- (2) Hintere Wiegezelle
- (3) Hydraulikzylinder für Arbeitshub
- (4) Hydraulikzylinder für hinteren Verschlussrahmen
- (5) Hintere seitlich verstellbare Glocke (Fußwinde)
- (6) Längsvariabler hinterer schwenkbarer Querbalken
- (7) Hinterer Verschlussrahmen
- (8) Elektrische Seilwinde
- (9) Rückwärtiger gekröpfter Steherrahmen
- (10) Auslegearm für Arbeitsmaschinen
- (11) Oberer Seitenrahmen mit integriertem Öltank
- (12) Desinfektionsgerät
- (13) Rechter und linker Flankenbügel
- (14) Hydraulikzylinder für Flankeneinstellung
- (15) Elektromotor mit Hydraulikpumpe
- (16) Vorderer Steherrahmen
- (17) Vorderer Hals-/Fixiervorrichtung
- (18) Kurbelgetriebe
- (19) Vorderhydraulikzylinder für Arbeitshub
- (20) Vordere schwenkbare Auslegearme
- (21) Vordere Wiegezellen
- (22) Vorderer Hydraulikzylinder für Niveauausgleich
- (23) Austrittschutzrahmen
- (24) Hydrauliksteuerung mit elektronischer Datenerfassung
- (25) Vorderes Seil mit Ring für Fußwinde
- (26) Vordere Glocke
- (27) Elektrische Seilwinden
- (28) Grundrahmen
- (29) Hintere schwenkbare Auslegearme
- (30) Transportwagen
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| Anspruch[de] |
- Huf- und Klauenpflegestand zur universellen Einsetzbarkeit, wie bei Huf- bzw.
Klauenbeschneidungen, operativen Behandlungen, als Wiegestand und elektronischer
Datenerfassung von tierischen Paar- oder Einhufern, dadurch gekennzeichnet, dass
an dem vorderen und hinterem Steherrahmen (9,16) ausziehbare, ausschwenkbare bzw.
abklappbare Auslegearme (20,29) befestigt sind, wobei an diesen Auslegearmen (20,29)
Hubzylinder angeordnet sind, welche sich unterteilen in Niveauausgleichszylinder
(1,22) und Arbeitszylinder (3,19), und dazwischenliegend die Wiegezellen (2,21)
für das Abwiegen des Tieres, und dass zur seitlichen variablen Fixiereinrichtung
des Tieres Flankenbügel (13) vorgesehen sind und zur Fußaufhebung eine seitlich
variabel verstellbares glockenförmiges Führungsrohr (5,26) als Bestandteil einer
elektrischen Seilwinde (8,27) gegeben ist.
- Pflegestand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steherrahmen
(9) gekröpft nach vorne versetzt ist.
- Pflegestand nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass
die Fußaufhebung durch ein Seil (25) erfolgt, welches wiederum mit einer gepolsterten
Schlaufe, die um unteren Extremitäten des Tieres geschlungen wird und mittels elektrischer
Seilwinde (8,27) bis zum unteren Anschlag des glockenförmigen Führungsrohres (5,26)
hochgezogen und fixiert wird.
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