Die Erfindung betrifft die Abfuhr von Flüssigkeit aus fluidführenden
Einrichtungen, insbesondere aus solchen Einrichtungen, die wenigstens entlang einer
Raumrichtung enge Kanalquerschnitte aufweisen und bei denen die Fluidführung unter
geringen treibenden Kräften (z.B. geringen Druckunterschieden) erfolgt.
Hintergrund der Erfindung
Bei fluidführenden Einrichtungen mit - im Vergleich zur Tropfengröße
oder der Dicke eines Flüssigkeitsfilms - großen Kanalquerschnitten werden
die fluidführenden Eigenschaften kaum beeinträchtigt, wenn sich innerhalb der Kanäle
Flüssigkeit niederschlägt (als Film oder in Tropfenform) oder sich am Auslassende
der Kanäle Tropfen bilden.
Auch bei kleineren Kanalquerschnitten stellt die Abfuhr von Flüssigkeit
aus den fluidführenden Kanälen, speziell von Flüssigkeit, die sich an den Innenwänden
dieser Kanäle niedergeschlagen hat, in der Regel kein Problem dar, falls die Fluide
mit einem hohen Druckunterschied zwischen Fluideinlass und Fluidauslass durch die
Fluidführungsstruktur getrieben werden. Die entsprechend hohe Strömungsgeschwindigkeiten
des (laminar oder turbulent) strömenden Fluids können dann Flüssigkeit "mitreißen",
die sich beispielsweise aufgrund von Kondensation an den Innenwänden niederschlägt,
so dass sich Flüssigkeit nicht nennenswert an den Innenwänden oder an den Auslassenden
ansammeln kann.
Ist dagegen der Druckabfall zwischen Fluideinlass und Fluidauslass
gering, so können die Kräfte, die durch das vorbeiströmende Fluid auf die an der
Innenwand niedergeschlagene Flüssigkeit wirken, unter Umständen nicht ausreichen,
um an den Innenwänden niedergeschlagene oder sich an den Auslassenden ansammelnde
Flüssigkeit aus den Kanälen auszutreiben. Wenn dies der Fall ist, so führt diese
Flüssigkeit, beispielweise aufgrund von Tropfenbildung, wenigstens bereichsweise
zu einer Verengung des Kanalquerschnitts und/oder zu einer Einschnürung am Auslassende
des Kanals. Dies verringert den effektiven Strömungsquerschnitt innerhalb des Kanals
und/oder am Auslassende des Kanals, wodurch die Strömungseigenschaften der Fluidführungsstruktur
verschlechtert werden, was zur Beeinträchtigung und gegebenenfalls sogar bis hin
zu einem völligen Erliegen einer Fluidströmung führen kann.
Ein typisches Beispiel für von derartigen Problemen betroffene Fluidführungsstrukuren
sind Plattenwärmetauscher, wie sie heute in vielen Bereichen der Technik beim Heizen,
Kühlen, Verdampfen und Kondensieren verwendet werden.
Ein solcher Plattenwärmetauscher besteht aus einer Anordnung von parallelen
Platten, die alternierende Strömungsbereiche für zwei Fluide definieren, wobei beispielsweise
ein wärmeres, zu kühlendes Fluid (Primärfluid) durch ein kälteres Fluid (Sekundärfluid)
gekühlt wird, ohne dass die beiden Fluide miteinander in Kontakt gelangen. Die Fluide
können Flüssigkeiten, Gase, oder Gas/Flüssigkeits-Gemische sein.
Bei der Verwendung eines Plattenwärmetauscher als Kondensator liegt
das Primärfluid am Wärmetauschereingang gasförmig oder als Zweiphasengemisch (Gas/Flüssigkeit)
vor und wird im Wärmetauscher teilweise oder vollständig kondensiert. Bei dem Fluid
kann es sich auch um ein mehrkomponentiges Fluid handeln, aus dem nur eine oder
mehrere Komponenten teilweise oder vollständig kondensiert werden. Ein typisches
Beispiel ist feuchte Luft, welche gekühlt wird, wobei ein Teil des Wasserdampfes
in flüssiges Wasser umgewandelt wird.
Die Platten eines Plattenwärmetauschers können im einfachsten Fall
planparallel und voneinander beabstandet sein. Sie können aber auch eine Kanalstruktur
auf wenigstens einer Seite aufweisen, die entweder als Mäanderstruktur oder als
parallele Kanäle ausgebildet ist, so dass die Platten des Plattenwärmetauschers
direkt aneinander gelagert werden können. Kleinstwärmetauscher können Kanalquerschnitte
in der Größenordnung von Millimetern oder Bruchteilen davon aufweisen. Wenn
Wärmetauscher mit solch kleinen Strukturen bei einem geringen Volumenstrom und einem
geringen Druckabfall als Kondensatoren betrieben werden, halten sich Kondensattropfen
in den Kanälen oder an deren Enden. Dieses Phänomen tritt insbesondere auch am Auslassende
der Kanäle auf.
Aufgrund der Oberflächenspannung ist ein an einem benetzbaren Material
haftender Tropfen energetisch günstiger als ein freier Tropfen der gleichen Größe.
Daher muss zum Ablösen des Tropfens vom Auslassende des Kanals Energie aufgebracht,
d.h. Arbeit geleistet werden. Diese Arbeit verrichten die am Tropfen durch das vorbeiströmende
Fluid angreifenden Kräfte und die Gravitationskraft. Da diese Kräfte umso größer
sind, je größer der Tropfen ist, kommt es ab einer bestimmten Tropfengröße
zu einer Tropfenablösung.
Speziell bei kleinen Kanalquerschnitten, die für hohe, der Tropfenablösung
entgegenwirkende Kapillarkräfte sorgen, und/oder bei kleinen Druckunterschieden
(d.h. geringen Fluidströmungsgeschwindigkeiten) kann diese, zur Tropfenablösung
erforderliche Tropfengröße aber so groß sein, dass noch nicht abgelöste
Tropfen, die diese Größe noch nicht erreicht haben oder aufgrund der geometrischen
Einschränkungen nicht erreichen können, entweder den gesamten Kanal blockieren oder
den Kanalquerschnitt stark einengen. In diesen Fällen wird das Nachströmen weiteren
Fluids stark beeinträchtigt bis verhindert. Durch das Blockieren oder Einengen einzelner
Kanäle wird die gesamte aktive Wärmetauscherfläche reduziert, was letztendlich zu
einem Erliegen der Funktionsfähigkeit des Wärmetauschers führen kann.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Lösungen zur Vermeidung
der oben beschriebenen Probleme bereitzustellen. Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße
Verfahren und die erfindungsgemäßen Einrichtungen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Abfuhr von Flüssigkeit
aus einer Fluidführungseinrichtung wird eine Flüssigkeitsablaufeinrichtung an einem
Auslassende der Fluidführungseinrichtung derart vorgesehen, dass der Abstand zwischen
der Flüssigkeitsablaufeinrichtung und dem Auslassende der Fluidführungseinrichtung
verschwindet oder kleiner ist als der für eine selbsttätige Tropfenablösung erforderliche
Abstand.
Dabei bezeichnet "selbsttätige Tropfenablösung" den Zustand, in dem
sich der Tropfen alleine unter Einwirken des vorbeiströmenden Fluids und/oder der
Gravitationskraft vom Auslassende loslösen würde.
Wenn der Abstand zwischen der Flüssigkeitsablaufeinrichtung und dem
Auslassende der Fluidführungseinrichtung verschwindet, so wird bewirkt, dass sich
am Auslassende überhaupt kein Tropfen bildet und die Flüssigkeit als kriechender
Film unmittelbar auf die Flüssigkeitsablaufeinrichtung übergeführt wird. Wenn die
Flüssigkeitsablaufeinrichtung innerhalb des für eine selbsttätige Tropfenablösung
erforderlichen Abstands angeordnet wird, so wird bewirkt, dass ein sich bildender
Tropfen in Berührung mit der Flüssigkeitsablaufeinrichtung gelangt und durch diese
vom Auslassende abgelöst wird, ohne dass er die für die selbsttätige Tropfenablösung
erforderliche Größe erreichen kann. Es sei in diesem Zusammenhang darauf verwiesen,
dass der für eine selbsttätige Tropfenablösung erforderliche Abstand im Allgemeinen
von der Geometrie und Orientierung der Anordnung und der Tropfenform abhängt und
somit richtungs- und orientierungsabhängig ist. Unter einem Abstand, der kleiner
ist, als der für eine selbsttätige Tropfenablösung erforderliche Abstand, ist also
bei einer gegebenen Orientierung allgemein eine Positionierung der Flüssigkeitsablaufeinrichtung
bezüglich dem Auslassende zu verstehen, bei der sich wenigstens ein Teil der Flüssigkeitsablaufeinrichtung
innerhalb des Volumenbereichs befindet, dass durch einen sich gerade noch nicht
ablösenden Tropfens eingenommen werden würde.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann eine Einschnürung
des Auslassendes durch Flüssigkeit beträchtlich verringert werden und ein Verschließen
des Auslassendes durch Flüssigkeitstropfen vermieden werden.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens wird die
Flüssigkeitsablaufeinrichtung und/oder die Fluidführungseinrichtung mit einer benetzungsfördernden
Beschichtung versehen.
In den Kanälen der Fluidführungseinrichtung bewirkt dies, dass sich
anstelle von Tropfen auf den Wänden dünne Flüssigkeitsfilme bilden, die das Strömungsprofil
weit weniger beeinträchtigen als Tropfen. An der Flüssigkeitsablaufeinrichtung bewirkt
eine benetzungsfördernde Beschichtung ein schnelleres Ablaufen von Flüssigkeit.
Handelt es sich bei der Flüssigkeit um Wasser oder wässrige Lösungen, so werden
als benetzungsfördernde Beschichtung besonders vorteilhaft hydrophile Substanzen
eingesetzt; bei öligen Flüssigkeiten bevorzugt lipophile Substanzen. Alternativ
können die entsprechenden Einrichtungen ganz aus benetzungsfördernden Materialien
hergestellt sein.
Es wird darauf hingewiesen, dass alle herkömmlichen Einrichtungen
als Flüssigkeitsablaufeinrichtung verwendet werden können, die entsprechend dem
oben beschriebenen Verfahren einsetzbar sind.
Insbesondere kann vorteilhaft ein schwammartiges Material als Flüssigkeitsablaufeinrichtung
verwendet werden, das an dem Auslassende der Fluidführungseinrichtung derart vorgesehen
wird, dass der Abstand zwischen dem schwammartigen Material und dem Auslassende
der Fluidführungseinrichtung verschwindet oder kleiner ist als der für eine selbsttätige
Tropfenablösung erforderliche Abstand. Aufgrund des Kapillareffekts unterdrückt
das schwammartige Material die Tropfenbildung besonders effektiv und begünstigt
dadurch die Flüssigkeitsabfuhr. Unter "schwammartig" sollen im Rahmen der Beschreibung
dieser Erfindung auch poröse Materialien umfasst sein.
Besonders für Fluidführungseinrichtungen mit einer Anordnung von Auslassenden
schlagen die Erfinder aber speziell ausgestaltete Flüssigkeitsablaufeinrichtungen
vor, wobei eine derartige Flüssigkeitsablaufeinrichtung eine Anordnung von Ablaufelementen
umfasst, die entsprechend der Anordnung von freien Auslassenden ausgebildet ist.
Entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Ablaufeinrichtung
bezüglich den Auslassenden der Fluidführungseinrichtung so angeordnet werden, dass
jedes Ablaufelement an einem Auslassende der Fluidführungseinrichtung derart vorgesehen
ist, dass der Abstand zwischen jedem Ablaufelement der Flüssigkeitsablaufeinrichtung
und dem entsprechenden Auslassende der Fluidführungseinrichtung verschwindet oder
kleiner ist als der für eine selbsttätige Tropfenablösung erforderliche Abstand.
Es können für jedes Auslassende auch mehrere Ablaufelemente vorgesehen sein, was
insbesondere dann Vorteile mit sich bringen kann, wenn das Auslassende kein hochsymmetrisches
Querschnittsprofil hat, beispielsweise längsgestreckt ist, und/oder wenn die Flüssigkeitsabfuhr
auch bei verschiedenen Orientierungen der Fluidführungseinrichtung zuverlässig funktionieren
soll.
In einer bevorzugten Weiterbildung der Ablaufeinrichtung umfassen
die Ablaufelemente eine benetzungsfördernde Oberfläche. Hierdurch kann die Flüssigkeitsabfuhr
aus der Fluidführungseinrichtung verbessert werden.
Demgemäß ist es bei Fluidführungseinrichtung mit Wasser oder
wasserhaltigen Flüssigkeitsmischungen besonders vorteilhaft, die Ablaufelemente
mit einer hydrophilen Oberfläche auszubilden.
In einer bevorzugten Weiterbildung der Flüssigkeitsablaufeinrichtung
umfassen die Ablaufelemente Lamellen, die an den Auslassenden vorgesehen sind, sei
es, dass sie dort nachträglich angebracht werden, sei es, dass sie integral mit
entsprechenden Einrichtungen der Fluidführungseinrichtung ausgebildet sind. Bei
dieser Weiterbildung liegt also ein verschwindender Abstand zwischen jedem Ablaufelement
der Flüssigkeitsablaufeinrichtung und dem entsprechenden Auslassende der Fluidführungseinrichtung
vor, so dass Flüssigkeit vom Auslassende über die unmittelbar anschließenden
Lamellen abgeführt werden kann und somit ein Blockieren des Auslassendes vermieden
werden kann.
In einer alternativen Weiterbildung ist die Flüssigkeitsablaufeinrichtung
physisch nicht mit den Auslassenden der Fluidführungseinrichtung verbunden, sondern
stellt ein eigenständiges Element dar, beispielsweise eine Matte, das Ablaufelemente
in der Form von Stiften umfasst, die entsprechend der Anordnung der Auslassenden
der Fluidführungseinrichtung angeordnet sind. Diese Flüssigkeitsablaufeinrichtung
kann unterhalb den Auslassenden der Fluidführungseinrichtung so angeordnet werden,
dass der Abstand zwischen jedem Stift der Flüssigkeitsablaufeinrichtung und dem
entsprechenden Auslassende der Fluidführungseinrichtung kleiner ist als der für
eine selbsttätige Tropfenablösung erforderliche Abstand. Tropfen, die sich an den
Auslassenden bilden und anwachsen, geraten mit den Stiften in Kontakt und werden
dann sogleich durch diese abgeleitet. Der Abstand zwischen den Stiften und den Auslassenden
muss so gewählt werden, dass die Tropfen keine Größe erreichen können, bei
der sie die Auslassenden spürbar verengen.
In einer besonders bevorzugten Weiterbildung umfasst die Flüssigkeitsablaufeinrichtung
ein schwammartiges Material, wobei die gesamte Flüssigkeitsablaufeinrichtung aus
dem schwammartigen Material gebildet sein kann, oder auch nur die Ablaufelemente.
Aufgrund des Kapillareffekts unterdrückt das schwammartige Material die Tropfenbildung
und fördert die Flüssigkeitsabfuhr besonders effektiv.
Die Erfindung stellt ferner Plattenelemente für einen Plattenwärmetauscher
bereit. Erfindungsgemäß sind an der auslassseitigen Kante dieses Plattenelements
Ablaufelemente für Flüssigkeit vorgesehen, die vorzugsweise integral mit dem Plattenelement
ausgebildet sind. Die Verwendung derartiger Plattenelemente zur Konstruktion eines
Plattenwärmetauschers führt automatisch zur Ausbildung einer Flüssigkeitsablaufeinrichtung,
so dass eine solche nicht nachträglich eingesetzt werden muss. Auch hier liegt ein
verschwindender Abstand zwischen jedem Ablaufelement der Flüssigkeitsablaufeinrichtung
und dem entsprechenden Auslassende der Fluidführungseinrichtung (Plattenwärmetauscher)
vor, so dass Flüssigkeit vom Auslassende über die unmittelbar anschließenden
Ablaufelemente abgeführt werden kann, ohne sich am Auslassende aufzustauen.
Erfindungsgemäß werden ferner fertig montierte Fluidführungseinrichtungen
mit integrierten Flüssigkeitsablaufeinrichtungen bereitgestellt, so dass ein nachträglicher
Einbau einer Flüssigkeitsablaufeinrichtung nicht erforderlich ist.
Die integrierte Flüssigkeitsablaufeinrichtung kann eine oben beschriebenen
erfindungsgemäße Flüssigkeitsablaufeinrichtung sein, wobei die Ablaufelemente
der Ablaufeinrichtung bezüglich der Auslassenden der Fluidführungseinrichtung so
angeordnet sind, dass die Abstände zwischen den Ablaufelementen der Flüssigkeitsablaufeinrichtung
und den entsprechenden Auslassenden der Fluidführungseinrichtung verschwinden oder
kleiner sind als der für eine selbsttätige Tropfenablösung erforderliche Abstand.
Die integrierte Flüssigkeitsablaufeinrichtung kann aber auch ein schwammartiges
Material sein, das bezüglich der Auslassenden der Fluidführungseinrichtung so angeordnet
wird, dass die Abstände zwischen den Auslassenden der Fluidführungseinrichtung und
dem schwammartigen Material verschwinden oder kleiner sind als der für eine selbsttätige
Tropfenablösung erforderliche Abstand. Die Vorteile von schwammartigen Materialien
bei der Flüssigkeitsabfuhr wurden bereits mehrfach erwähnt und bedürfen hier keiner
Wiederholung.
Insbesondere werden Wärmetauscher mit integrierten Flüssigkeitsablaufeinrichtungen
bereitgestellt, bei denen somit die eingangs beschriebenen Probleme nicht mehr bestehen.
Zur besseren Veranschaulichung der Erfindung wird diese nun anhand
der beigefügten Figuren von besonders bevorzugten Ausführungsbeispielen erläutert.
Figurenbeschreibung
- Figur 1
- zeigt einen Schnitt durch einen herkömmlichen Plattenkondensator;
- Figur 2
- zeigt eine erste bevorzugte Ausbildung einer Ablaufeinrichtung für einen Plattenkondensator;
- Figur 3
- zeigt eine zweite bevorzugte Ausführungsform einer Ablaufeinrichtung für einen
Plattenkondensator;
- Figur 4
- zeigt eine dritte bevorzugte erfindungsgemäße Ausführungsform, bei der
Ablaufelemente in eine Platte für einen Plattenkondensator integriert ist;
- Figur 5
- zeigt eine Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf den herkömmlichen
Plattenkondensator von Figur 1.
Figur 1 zeigt einen Plattenkondensator 1 in herkömmlicher Betriebsweise
in schematischer Schnittansicht: parallel angeordnete Platten 2 bilden alternierende
Strömungsbereiche für ein Primärfluid (zu kühlendes Fluid) und ein Sekundärfluid
(kühlendes Fluid). Diese Platten 2 sind mit Endstücken 3 so abgeschlossen, dass
die Fluide nicht direkt miteinander in Kontakt gelangen können. Der Wärmeaustausch
erfolgt über die die Strömungsbereiche trennenden Platten 2. Um die effektive wärmeaustauschende
Fläche zu vergrößern, können die Platten 2 des Wärmetauschers 1 Unterstrukturen
aufweisen, beispielsweise in die Plattenwand gefräste Kanäle oder Rippen an den
Plattenwänden.
Der Kondensator 1 weist an seiner Oberseite (in der Figur links oben)
einen Einlass 4 für das Primärfluid 6 und an der Unterseite (in der Figur links
unten) einen Auslass 5 für das gekühlte Primärfluid und für die aus dem Primärfluid
auskondensierte Flüssigkeit auf. Einlass und Auslass für das Sekundärfluid 7 sind
in der Schnittansicht nicht abgebildet. Die Strömung des Sekundärfluids 7 erfolgt
beim skizzierten beispielhaften Plattenkondensator senkrecht zur Zeichenebene.
Zur Vereinfachung der Beschreibung, aber ohne Einschränkung der Allgemeinheit,
wird nachfolgend angenommen, dass das zu kühlende Fluid warme, feuchte Luft und
das kühlende Fluid Kühlluft, beispielsweise Umgebungsluft, ist.
Beim Durchströmen des Kondensators 1 wird die feuchte Luft gekühlt
und dadurch ein Teil des in der gasförmigen Phase der zu kühlenden Luft in flüssiges
Wasser umgewandelt. Das Wasser kondensiert an den Wänden des Kondensators aus und
wird unter Wirkung von Gravitation und/oder der vorbeiströmenden Luft in Richtung
des Auslassendes getrieben. Das Kondensat wird in einer Ablaufwanne 8 aufgefangen
und zu dem Auslass 5 geleitet und kann dort zu einem Wasserabscheider oder einem
Zwischentank geführt werden.
Die skizzierte Darstellung von Figur 1 zeigt ferner Flüssigkeitstropfen
9 am Auslassende von Kanälen. Die Form der Tropfen hängt von der Querschnittsform
der Kanäle ab, so dass ihre Gestalt sehr stark von einer gewöhnlichen rundlichen
Tropfenform, z.B. der Form eines frei fallenden Tropfens oder Form eines auf einer
ebenen Fläche haftenden Tropfens, abweichen kann.
Die Flüssigkeitstropfen 9 werden, insbesondere am Randbereich des
Auslassendes, aufgrund der Oberflächenspannung (Grenzflächenspannung) festgehalten
und wachsen dort so lange an, bis die Oberflächenspannung durch das Eigengewicht
der Tropfen und Kräfte, die das vorbeiströmende Fluid auf die Tropfen ausübt, überkompensiert
wird.
Die Oberflächenspannung und damit die Tropfengröße, bei der
ein Ablösen erfolgt, hängen von der Flüssigkeit und dem Wandmaterial ab, aber auch
von den geometrischen Bedingungen (z.B. Kanalform und -durchmesser, Krümmungsradien
der Kanten am Auslassende), der Oberflächenrauigkeit der Kanäle und der Temperatur.
Die sich am Auslassende ansammelnde Flüssigkeit bewirkt bei kleinen
Kanalquerschnitten einen nicht vernachlässigbare Verengung des Kanalquerschnitts
am Auslassende und führt zu einer Erhöhung des Strömungswiderstands für das vorbeiströmende
Fluid. Dadurch kommt es zu einer Verringerung des Volumenstroms und damit zu einer
Verringerung der Effektivität des Kondensators.
Bei sehr kleinen Kanalquerschnitten kann es sogar zu einem vollständigen
Verschlieβen der Auslassenden kommen und damit, je nach Anzahl der verschlossenen
Kanäle, zu einer starken Beeinträchtigung bis zu einer Aufhebung der Funktionsfähigkeit
des Kondensators.
Bis zu einem gewissen Ausmaß kann die Tropfenbildung durch eine
hydrophile Beschichtung oder eine andere, die Benetzung erhöhende Oberflächenbehandlung
reduziert werden. Vollständig können die oben genannten Probleme damit aber nicht
eliminiert werden.
Figur 2 illustriert nun eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Lösung dieses Problems.
In der Ablaufwanne 8 des Wärmetauschers 1, der ansonsten mit dem Wärmetauscher
von Figur 1 identisch ist, ist eine erfindungsgemäße Ablaufeinrichtung 200
vorgesehen, die eine Anordnung von Ablaufelementen 210 aufweist, die entsprechend
der Anordnung von freien Auslassenden der Kanäle für das zu kühlende Fluid ausgebildet
ist.
Die Ablaufelemente 210 sind als Stifte ausgebildet, die sich bei Einbringen
der Ablaufeinrichtung 200 in die Ablaufwanne 8 des Wärmetauschers 1 gerade soweit
nach oben erstrecken, dass der Abstand zwischen den Stiften der Flüssigkeitsablaufeinrichtung
und dem jeweiligen Auslassende der Fluidführungseinrichtung kleiner ist als der
für eine selbsttätige Tropfenablösung erforderliche Abstand. Im Unterschied zur
Figur 1 können die Flüssigkeitstropfen 9 bei der Anordnung von Figur 2 am Auslassende
nicht solange anwachsen, bis sie eine Größe erreichen, bei der eine selbsttätige,
i.d.R. im wesentlichen durch die Gewichtskraft bewirkte, Tropfenablösung erfolgt.
Vielmehr kommen die Oberflächen der anwachsenden Tropfen schon vor Erreichen dieser
Größe mit den Stiften in Berührung, wobei jeder entsprechende Tropfen (oder
wenigstens der größte Teil der Flüssigkeitsmenge des Tropfens) vom Auslassende
abgelöst und durch die Ablaufelemente 210 der Bodenwanne zugeführt wird.
In der unteren Teilfigur ist die Ablaufeinrichtung 200 in Aufsicht
dargestellt. Da die Auslassenden eines Plattenkondensators ein langgestrecktes rechteckiges
Querschnittsprofil aufweisen, sind für jedes Auslassende mehrere (im skizzierten
Beispiel: drei) Ablaufelemente (Stifte) 200 vorgesehen, die das übermäßige
Tropfenwachstum entlang des gesamten Querschnittsprofils unterbinden.
Eine zweite erfindungsgemäße Ausführungsform zur Lösung des
oben beschriebenen Problems ist in Figur 3 skizziert.
Bei dieser Ausführungsform wird die Ablaufeinrichtung 300 durch lamellenartige
Ablaufelemente 310 gebildet, die an den Auslassenden der Kanäle vorgesehen sind
und sich bis in die Bodenwanne 8 des Plattenkondensators 1 erstrecken. Da diese
Lamellen direkt an den Auslaufenden angebracht sind, verschwindet der Abstand zwischen
der Flüssigkeitsablaufeinrichtung und dem Auslassende der Fluidführungseinrichtung.
Wie die rechte Teilfigur von Figur 3 zeigt, verlängern diese Lamellen
die Platten abschnittsweise über das eigentliche Auslassende hinaus in die Bodenwanne
8, so dass Wasser kontinuierlich über die Lamellen zur Bodenwanne abgeführt werden
kann und sich nicht in Form freier Tropfen vom Auslassende lösen muss. Bei Plattenabständen
in der Größenordnung der Durchmesser von Flüssigkeitstropfen sind die Lamellen
benachbarter Platten bevorzugt einander gegenüberliegend angeordnet, so dass ein
Tropfen zwischen einem Lamellenpaar ablaufen kann.
Die lamellenartigen Ablaufelemente 310 können (nachträglich) an den
Platten des Kondensators angebracht werden, alternativ - und besonders bevorzugt
- aber können die einzelnen Platten des Kondensators einschließlich der Ablaufelemente
310 einstückig hergestellt werden.
Zudem ist die rechteckige Zungenform der Ablaufelemente 310 von Figur
3 nur exemplarisch zu verstehen. Für die Funktionsfähigkeit eines Kanals ist es
allein wichtig, dass wenigstens ein Teil des Auslassendes für nachströmendes Gas
durchlässig bleibt, d.h. über dem Flüssigkeitsspiel in der Bodenwanne bleibt und
auch nicht durch Tropfen verstopft wird. Eine alternative Form von Ablaufelementen
zeigt Figur 4.
Figur 4 zeigt ein Plattenelement 402 nach den Prinzipien der vorliegenden
Erfindung, wobei eine Mehrzahl derartiger Plattenelemente 402 zur Ausbildung eines
Plattenkondensators verwendet werden.
Das Plattenelement 402 weist an seiner Unterseite in Dreiecksform
zulaufende Ablaufelemente 410 auf, wobei die Ablaufelemente 410 integraler Bestandteil
des Plattenelements 402 sind. Bei der Anordnung der Plattenelemente 402 zu einem
Kondensator können die Dreiecksspitzen beispielsweise auf dem Boden 8b der Bodenwanne
des Kondensators aufliegen. Der Flüssigkeitsspiegel ist durch eine gestrichelte
horizontale Linie angedeutet. Zwischen dem Auslassende und dem Flüssigkeitsspiegel
bilden sind freie dreiecksförmige Bereiche, über die Gas aus den Kanälen austreten
kann, während Flüssigkeit über die teilweise in die Flüssigkeit eintauchenden Ablaufelemente
410 aus den Kanälen ablaufen kann.
In den Wänden der skizzierten Platte 402 sind außerdem Strukturen
415 vorgesehen, die fördern, das an den Plattenwänden auskondensierende und nach
unten ablaufende Flüssigkeit in Richtung der Abschnitte mit Ablaufelementen 410
abfließt, wodurch insgesamt ein schnelleres Ablaufen des Kondensats erreicht
werden kann.
Fig. 5 skizziert die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
auf den herkömmlichen Plattenkondensator von Figur 1.
Eine Flüssigkeitsablaufeinrichtung 510 wird an der Unterseite der
Kanäle quer über die Auslassenden in die (nicht abgebildete) Bodenwanne eingebracht,
so dass sie mit den Unterkanten der Platten 2 in Kontakt steht oder ein Abstand
zu diesen besteht, der kleiner ist als der für eine selbsttätige Tropfenablösung
erforderliche Abstand.
Soll eine Tropfenbildung auf den Kondensationsplatten selbst vermieden
werden oder die Ablaufeigenschaft des Kondensats an den Platten verbessert werden,
bringt man auf den Platten eine flüssigkeitsabsorbierende Substanz auf. Beim Auskondensieren
an dieser Schicht bildet sich an Stelle von Tropfen ein dünner Flüssigkeitsfilm,
an den weiteres Kondensat ohne Tropfenbildung nach unten abfließt, und dort
über die Ablaufstruktur abgeleitet wird. Diese Schichten können durch übliche Dünnschichttechniken
(z.B. Bedampfen) oder durch entsprechendes mechanisches Auftragen aufgebracht werden.
Der selbe Effekt kann auch durch Aufbringen von dünnen absorbierenden Materialien
wie z.B. saugfähigen Membranen oder Fleece erreicht werden. Als Materialien für
die Ablaufstruktur eignen sich besonders Stoffe, die eine hohe Benetzbarkeit mit
dem Kondensat aufweisen, bei Wasser beispielsweise hydrophile Keramiken, Schwämme
oder Materialien mit gut benetzbaren Beschichtungen.
Auch wenn viele der oben genannten Ideen in Bezug auf einen Wärmetauscher
in Form eines Plattenkondensators erläutert wurden, so wird doch darauf hingewiesen,
dass sich die Erfindung nicht auf diese Anwendung beschränkt, sondern auch auf andere
fluidführende Strukturen angewandt werden kann. Beispiele sind z.B. die Strömungskanäle
sogenannter Flowfields, wie sie bei Brennstoffzellenstacks verwendet werden. Auch
hier erfolgt die Flüssigkeitsdurchfuhr unter einem geringen Druckgradienten.
Die Erfindung basiert auf folgenden physikalischen Prinzipien: Um
einen Tropfen aus einem Kanal auszutreiben, muss der Tropfen am Ende des Kanals
ausgeschoben werden. Dabei wird seine Oberfläche vergrößert, und zwar so lange,
bis seine Masse und damit die auf den Tropfen wirkende Gravitationskraft groß
genug ist, um die Kohäsionskräfte und Oberflächenspannung zu überwinden und den
Tropfen dadurch abzulösen. Wenn nun eine Ablaufeinrichtung mit geeigneter Oberfläche
(vorteilhaft benetzungsfördernd, z.B. hydrophil) an der Unterkante der Kanäle anliegt
oder gering beabstandet ist, z.B. wenn Spitzen in die Kanäle hineinragen, so kommt
das Kondensat schon bei der ansatzweisen Bildung des Tropfens mit der Ablaufeinrichtung
in Berührung und bewirkt ein Abfließen des Kondensats, ohne dass der Kanal
verschlossen wird. Wenn ein Abstand zwischen der Ablaufeinrichtung und den Kanälen
besteht, bildet sich ein Tropfen, der sich aus dem Kanal herauswölbt und bei Berührung
mit der Ablaufeinrichtung an dieser abläuft.
Der Schutzumfang der Erfindung ist nicht durch die Beschreibung der
bevorzugten Ausführungsformen beschränkt, sondern allein durch den in den nachfolgenden
Ansprüchen beschriebenen Sachverhalt definiert.