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Dokumentenidentifikation DE10314484A1 28.10.2004
Titel Decouplersystem für Neutronenmoderatoren
Anmelder Forschungszentrum Jülich GmbH, 52428 Jülich, DE
Erfinder Stelzer, Hermann, Dr., 52080 Aachen, DE;
Conrad, Harald, Dr., 52428 Jülich, DE;
Matzerath, Theodor, 52441 Linnich, DE;
Soukhanov, Vladislav, 52428 Jülich, DE
DE-Anmeldedatum 31.03.2003
DE-Aktenzeichen 10314484
Offenlegungstag 28.10.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.10.2004
IPC-Hauptklasse G21G 4/02
Zusammenfassung In der Neutronenforschung werden die Instrumente bzw. ihre Neutronenstrahlrohre auf Moderatoren ausgerichtet, die durch sogenannte "Decoupler" (Entkoppler) getrennt werden. Der Einbauraum der Moderatoren ist begrenzt und das häufige Auswechseln eines erschöpften Decouplers führt nachteilig zu Ausfallzeiten.
Die Erfindung betrifft ein Decouplersystem insbesondere für Moderatoren in der Neutronenforschung, bei dem eine ein Decouplermaterial umfassende Folie zwischen den Moderatoren entlanggeführt wird und über wenigstens eine Rolle zum Umlenken, Ab- oder Aufrollen der Folie geleitet wird.
Das erfindungsgemäße Decouplersystem ermöglicht vorteilhaft zunächst einen mehrfachen Austausch der Decouplerfolie zwischen den Moderatoren, bevor ein endgültiger Austausch des gesamten Systems erforderlich ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Decoupler, insbesondere ein Decouplersystem für den Einsatz zwischen Neutronenmoderatoren, sowie ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Decouplersystems.

Für die Neutronenforschung werden Neutronen z. B. durch eine Kernspaltung oder einen Spallationsprozess erzeugt. Die dabei entstehenden Neutronen sind für die Neutronenforschung allerdings zu schnell. Aus diesem Grund müssen die schnellen Neutronen abgebremst werden, was in so genannten Moderatoren oder "Kalten Quellen" erfolgt. Moderatoren bremsen die Geschwindigkeit der Spaltungs- oder Spallationsneutronen auf Werte herab, die für die Experimente der Neutronenforschung gut geeignet sind. Moderatoren bestehen beispielsweise aus wasserstoff- oder methanhaltigen Materialien und werden bei Temperaturen teilweise unterhalb von 20 K eingesetzt.

Die Instrumente zur Neutronenforschung werden in der Regel derart angeordnet, dass ihre Neutronenstrahlrohre auf den Moderator ausgerichtet sind. Da für Neutronenforschungsexperimente je nach Aufgabenstellung häufig unterschiedliche Moderatoren besonders geeignet sind, ist es sinnvoll, die unterschiedlichen Moderatoren unmittelbar nebeneinander anzuordnen. So werden beispielsweise kryogene Moderatoren neben Moderatoren, die bei Raumtemperatur betrieben werden, angeordnet. Um die unterschiedliche Moderationswirkung der verschiedenen Moderatoren voneinander zu trennen, können so genannte "Decoupler" (Entkoppler) zwischen den unterschiedlichen Moderatoren positioniert werden, die einen Neutronenfluss von einem Moderator zu einem benachbart liegenden Moderator verhindern. Zu diesem Zweck ist z. B. Gadolinium (Gd) besonders geeignet.

Mit fortschreitender Entwicklung von Spallationsquellen für die Neutronenforschung wird die Leistungsfähigkeit dieser Anlagen und damit der Neutronenfluss in den zugehörigen Moderatoren immer größer. Das bedeutet, dass zur geeigneten Entkopplung zweier nebeneinander angeordneter Moderatoren wegen des Abbrandes des Entkoppler-Materials entweder die Standzeit des Decouplers entsprechend verkürzt werden muss oder die Dicke des Decouplers entsprechend zunehmen muss.

Die Schwierigkeiten zur Positionierung eines Decouplers zwischen verschiedenen, unmittelbar nebeneinander angeordneten Moderatoren liegen in der Regel darin, dass einerseits der Einbauraum der Moderatoren begrenzt und eine Vergrößerung der Dicke des Decouplers um einige Millimeter ggfs. nicht möglich ist. Andererseits führt das Auswechseln eines Decouplers zwischen den Moderatoren regelmäßig zu erheblichen Betriebsunterbrechungen, da sich die Moderatoren im Strahlungsfeld befinden und aktiviert sind. Dies bedingt, dass sich um die Moderatoren herum in erheblichem Maße Abschirmungsmaterial befindet, durch das hindurch die Zugänglichkeit zu den Moderatoren stark beeinträchtigt ist.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Decouplersystem für Neutronenmoderatoren zu schaffen, welches einerseits sehr kompakt aufgebaut ist und andererseits eine verlängerte Standzeit gewährt. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Decouplersystem für Neutronenmoderatoren zur Verfügung zu stellen, welches zum Austausch nur geringe Auswechselzeiten beansprucht.

Die Aufgaben der Erfindung werden gelöst durch ein Decouplersystem mit der Gesamtheit der Merkmale gemäß Hauptanspruch. Vorteilhafte Ausführungsformen des Decouplersystems finden sich in den auf Anspruch 1 rückbezogenen Ansprüchen.

Gegenstand der Erfindung

Bei dem erfindungsgemäßen Decouplersystem (Entkopplersystem) werden vorteilhaft Folien aus Decouplermaterial oder mit Decouplermaterial beschichtete Folien eingesetzt, wobei beispielsweise Gadolinium als Decouplermaterial verwendet wird. Die der Erfindung zugrunde liegende Idee basiert darauf, dass das Decouplermaterial in Form einer Folie an den Moderatoren vorbei geführt wird und über wenigstens eine Rolle umgelenkt, bzw. auf- oder abgerollt wird. Die Dicke der Folien, bzw. beschichteten Folien, im Folgenden nur noch als Folien bezeichnet, liegt dabei regelmäßig unterhalb von 0,5 mm, insbesondere zwischen 0,1 und 0,3 mm. Sie ist einerseits mindestens so dick, dass ein Zerreißen während des Betriebs ausgeschlossen werden kann, und andererseits maximal so dick, dass ein Auf- oder Abrollen, bzw. ein Umlenken der Folie um eine Rolle mit sehr geringem Durchmesser (bauartbedingt) noch möglich ist. Vorteilhaft wird zumindest eine der Rollen über einen vorzugsweise elektrischen Antrieb angetrieben, insbesondere über einen Antrieb, der außerhalb der Abschirmung der Moderatoren angeordnet ist.

In einer ersten Ausführungsform der Erfindung wird die Decouplerfolie zwischen zwei Umlenkrollen in Form einer Endlosfolie zwischen zwei Moderatoren geführt. Das Decouplersystem weist vorteilhaft ein Gehäuse (Einschub) auf, in welchem die Decouplerfolie und die Rolle, bzw. Rollen angeordnet sind. Vorteilhaft ist das Gehäuse derart aufgebaut, dass es beim Einbau zwischen zwei Moderatoren über die Abschirmung der Moderatoren hinaus reicht. Zur Kühlung der Decouplerfolie ist regelmäßig innerhalb des Gehäuses ein Mittel zum Kühlen, insbesondere Wasser, vorgesehen. Da immer zwei Bereiche der Folie zwischen den Moderatoren angeordnet sind, kann die Stärke des Entkopplermaterials auf bzw. in der Folie vorteilhaft halbiert werden. Wird beispielsweise eine Materialstärke von 0,5 mm zur Entkopplung zweier Moderatoren benötigt, so kann in dieser Ausgestaltung eine 0,25 mm starke Folie eingesetzt werden. Sobald der Bereich der Decouplerfolie, der zwischen den Moderatoren angeordnet ist, verbraucht ist, wird die Folie über die Umlenkrollen soweit weiter geführt werden, dass sich ein frischer, unverbrauchter Bereich zwischen den Moderatoren befindet. Aufgrund der Geometrie des Decouplersystems, welches vorteilhaft über die Abschirmung hinausgeht und mit einem Antrieb ausgestattet ist, kann so zunächst mehrfach die Folie verschoben werden, bevor ein endgültiger Austausch des gesamten Decouplersystems notwendig wird. Dadurch wird besonders viel Austauschzeit eingespart.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, in das vorgenannte Decouplersystem einen Moderator mit zu integrieren. Im Fall der Wasserkühlung für die Decouplerfolie kann auf diese Weise ein Wasser-Moderator einfach mit in dem Gehäuse angeordnet werden. Diese Ausführungsform spart einen separaten Wasser-Moderator ein. Der Austausch der Geräte erfolgt durch einen einzigen Einschub. Das Kühlwasser kann vorteilhaft für beide Funktionen genutzt werden.

In einer dritten Ausführungsform wird die Decouplerfolie nicht als Endlosfolie zwischen zwei Umlenkrollen geführt, sondern die Folie wird zwischen zwei Rollen aufgespannt, wobei sie zunächst hauptsächlich aufgerollt auf einer ersten Rolle vorliegt. Während des Betriebs wird die Folie dann Stück um Stück von der ersten Rolle abgerollt und auf die zweite Rolle aufgerollt. In dieser Ausführungsform liegt jeweils nur eine Lage der Folie zwischen den Moderatoren, so dass die Folien die benötigte Gesamtstärke an Decouplermaterial umfassen muss. Auch diese Ausführungsform wird vorteilhaft in einem Gehäuse angeordnet, in dem sich Mittel zum Kühlen der Decouplerfolie befinden. Auch in dieser Ausgestaltung bietet sich Wasser als Kühlmedium an.

Analog zur zweiten Ausführungsform ist auch eine Kombination mit einem Moderator denkbar, der direkt in das Gehäuse des Decouplersystems eingebaut ist.

Allen vorgenannten Decouplersystemen ist gemeinsam, dass während des Betriebs mehrere Bereiche mit frischem Decouplermaterial zwischen den Moderatoren angeordnet werden könne, bevor ein kompletter Austausch des Decouplersystems notwendig wird. Dadurch wird vorteilhaft wertvolle Austauschzeit eingespart. Zudem sind die Decouplersysteme aufgrund ihrer Gehäuse, die vorteilhaft als Einschübe ausgebildet sind, einfach zu wechseln.

Nachfolgend wird der Gegenstand der Erfindung anhand von Figuren näher erläutert, ohne dass der Gegenstand der Erfindung dadurch beschränkt wird. Es zeigen

1a: Schematischer Aufbau eines erfindungsgemäßen Decouplersystems mit einer Decoupler-Endlosfolie, welches zwischen zwei Moderatoren angeordnet ist, und durch die Abschirmung hindurchreicht.

1b: Vergrößerter Ausschnitt aus 1a.

2a: Schematischer Aufbau eines erfindungsgemäßen Decouplersystems mit einer Decoupler-Endlosfolie und integriertem Moderator, welches benachbart zu einem weiteren Moderator angeordnet ist, und durch die Abschirmung hindurchreicht.

2b: Vergrößerter Ausschnitt aus 2a.

3a: Schematischer Aufbau eines erfindungsgemäßen Decouplersystems mit einer Decouplerfolie zwischen zwei Rollen zum Auf- bzw. Abrollen der Folie, welches zwischen zwei Moderatoren angeordnet ist, und durch die Abschirmung hindurchreicht.

3b: Vergrößerter Ausschnitt aus 3a.

4a: Schematischer Aufbau eines erfindungsgemäßen Decouplersystems mit einer Decouplerfolie zwischen zwei Rollen zum Auf- bzw. Abrollen der Folie und integriertem Moderator.

4b: Vergrößerter Ausschnitt aus 4a.

5a-c: Ablauf des Verfahrens zum Austausch der Decouplerfolie ohne Austausch des gesamten Decouplersystems,

a) Anordnung des Decouplersystems wie unter 1 beschrieben,

b) Folie im Bereich zwischen den Moderatoren erschöpft (grau),

c) Weiterführung der Folie über die Rollen, bis unverbrauchte Decouplerfolie zwischen den Moderatoren angeordnet ist.

Die erfindungsgemäße Aufgabe kann durch verschiedene unterschiedliche Ausführungsformen gelöst werden. Gemeinsam ist allen Ausführungsformen, dass Folien aus Decoupler-Material, wie beispielsweise Gadolinium, oder mit Decoupler-Material beschichtete Folien mit Dicken kleiner als 0,5 mm, insbesondere im Bereich zwischen 0,1 und 0,3 mm eingesetzt werden. Die maximale Schichtdicke wird dabei durch den Umstand vorgegeben, dass die Folie um wenigstens eine Rolle mit sehr geringen Rollendurchmesser geführt werden soll, und dementsprechend biegsam sein soll. Die minimale Schichtdicke der Folie ist durch die Materialeingenschaft des Decouplermaterials, bzw. bei beschichteten Folien durch den Träger begrenzt, und sollte so gewählt werden, dass ein nachteiliges Zerreißen der Folie während des Betriebs der Moderatoren ausgeschlossen werden kann.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Decouplersystems besteht darin, dass mindestens einer der Moderatoren beim Austausch des Decouplers an seiner Position verbleiben kann und somit mindestens ein Moderatorbehälter weder entleert noch ausgetauscht werden muss.

Die 1a und 1b zeigen den Bau eines Einschubes mit einem erfindungsgemäßen Decouplersystem, der ausschließlich der Versorgung des Decouplers mit notwendiger Kühlflüssigkeit und der Bereitstellung des Decouplers selbst dient. Der Decoupler wird über die gesamte Länge von der Außenseite der Abschirmung bis zur Position zwischen den Moderatoren geführt und über Umlenkrollen geleitet. Dabei kann der über eine Länge von bis zu einigen Tausend Millimetern aufgespannte Decoupler außerhalb der Abschirmung mit einem Antrieb ausgestattet werden, der nach Ablauf der Entkopplungs-Wirkung den Decoupler ein solches Stück weit voran treibt, dass wieder unverbrauchter Decoupler zwischen den Moderatoren entkoppelnd wirken kann. Der Austausch des Decouplers erfolgt regelmäßig nach vollständigem Verbrauch der gesamten Decouplerfolie durch Entnahme des Decoupler-Einschubs in eine Abschirm-Flasche. Ein neuer, baugleicher Decoupler-Einschub kann gleich wieder eingebaut werden, ohne dass es zu erheblichen Ausfallzeiten kommt.

Die 2a und 2b zeigen den Bau eines Einschubes, bei dem ein Einschub neben dem Decoupler auch einen Moderator enthält und das Moderatormaterial gleichzeitig zur Kühlung des Decouplers genutzt werden kann (Moderator-Decoupler-Einschub). Dabei wird der Decoupler über die gesamte Länge von der Außenseite der Abschirmung bis zur Position zwischen den Moderatoren geführt. Die Führung der Decopler-Folie erfolgt durch Umlenkrollen so, dass die Folie im Bereich der nebeneinander angeordneten Moderatoren zwischen den beiden Moderatoren liegt. Dabei kann der über eine Länge von bis zu einigen Tausend Millimetern aufgespannte Decoupler außerhalb der Abschirmung mit einem Antrieb ausgestattet werden, der nach Ablauf der Entkopplungs-Wirkung den Decoupler ein solches Stück weit voran treibt, dass wieder unverbrauchter Decoupler zwischen den Moderatoren entkoppelnd wirken kann. Der Austausch des Decouplers erfolgt vorteilhaft durch Entnahme des kombinierten Moderator-Decoupler-Einschubs in eine Abschirm-Flasche. Ein neuer, baugleicher Moderator-Decoupler-Einschub kann gleich wieder eingebaut werden, ohne dass es zu erheblichen Ausfallzeiten kommt.

In den 3a und b werden Ausführungsformen eines Decouplersystems dargestellt, die den Decoupler über der Breite des Moderators wie ein Film im Fotoapparat vor der Linse zwischen zwei Rollen aufspannen. Zunächst ist der Decoupler auf einer Rolle aufgerollt und wird in Abhängigkeit des Verbrauchs auf der zweiten Rolle aufgerollt. In diesem Fall können die Decoupler-Einheit und die Versorgungsleitungen z. B. zur Zuführung der notwendigen Kühlflüssigkeit als eine zusammenhängende oder als zwei von einander getrennte Einheiten ausgeführt werden. Je nach Ausführung kann nach Verbrauch des gesamten Decoupler-Materials die Decoupler-Einheit allein oder zusammen mit der Einheit, die die Versorgungsleitungen des Decouplers enthält, ausgetauscht werden. Dies erfolgt dadurch, dass die auszuwechselnden Teile in eine Abschirm-Flasche, die an der Außenseite der Abschirmung angedockt werden kann, gezogen werden. Ein neuer, baugleicher Decoupler-Einschub kann gleich wieder eingebaut werden, ohne dass es zu erheblichen Ausfallzeiten kommt.

Die 4a und 4b offenbaren Decouplersysteme, bei denen ein Einschub sowohl einen Moderator als auch den Decoupler enthält und das Moderatormaterial gleichzeitig der Kühlung des Decouplers dient (Moderator-Decoupler-Einschub). Dabei ist der Decoupler über der Breite des Moderators wie ein Film im Fotoapparat vor der Linse zwischen zwei Rollen aufgespannt. Zunächst ist der Decoupler auf einer Rolle aufgerollt und wird in Abhängigkeit des Verbrauchs auf der zweiten Rolle aufgerollt. Auch in diesem Fall können die Moderator-Decoupler-Einheit und die Versorgungsleitungen z. B. zur Zuführung der notwendigen Kühlflüssigkeit als eine zusammenhängende oder als zwei von einander getrennte Einheiten ausgeführt werden. Je nach Ausführung kann nach Verbrauch des gesamten Decoupler-Materials die Moderator-Decoupler-Einheit allein oder zusammen mit der Einheit, die die Versorgungsleitungen der Einheit enthält, ausgetauscht werden. Ein neuer, baugleicher Moderator-Decoupler-Einschub kann gleich wieder eingebaut werden, ohne dass es zu erheblichen Ausfallzeiten kommt.

Vorstellbar sind auch Ausführungsformen, ähnlich wie die in den 3a und 3b bzw. 4a und b dargestellten, bei denen die der Abschirmung benachbarten Rollen zum Auf- oder Abrollen der Decouplerfolie außerhalb der Abschirmung angeordnet sind. Zudem sind auch noch weitere Rollen zur Umlenkung bei allen vorgenannten Ausführungsformen denkbar.

Die 5a bis c verdeutlichen die Handhabung der erfindungsgemäßen Decouplersysteme. In 5a ist nochmals die Anordnung zu sehen, wie sie bereits in der Beschreibung zu 2 offenbart wurde. Die Decouplerfolie ist noch komplett unverbraucht (weiß). während des Betriebs der Neutronenquelle und der Moderatoren erschöpft sich mit der Zeit die Decouplerfolie im Bereich zwischen den Moderatoren. Dies wird in 5b durch den grauen Bereich der Folie angedeutet. Anders als im Stand der Technik, wo dann der gesamte Decoupler ausgetauscht werden müsste, kann nun vorteilhaft die Folie über die Umlenkrollen so weit weitergeführt werden, bis zwischen den Moderatoren ein Bereich der Folie angeordnet ist, der wieder frischen, unverbrauchten Decoupler aufweist. Da sich die Anordnung vorteilhaft durch die Abschirmung erstreckt, und damit einige Meter lang sein kann, kann die Folie zunächst mehrfach (mindestens 5-fach) in der oben beschriebenen Weise weitergeleitet werden, bevor ein endgültiger Austausch des kompletten Einschubs notwendig wird.

Bei den Ausführungsformen mit einer Rolle zum Abrollen und einer weiteren Rolle zum Aufrollen der Folie, ist dieser Effekt noch deutlicher, da hier regelmäßig eine mehrere Meter lange Folie eingesetzt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Entkopplersystem für Neutronenmoderatoren, gekennzeichnet durch eine Decouplermaterial umfassende Folie, sowie wenigstens eine Rolle zum Umlenken, Ab- oder Aufrollen der Folie.
  2. Entkopplersystem nach vorhergehendem Anspruch, mit zwei Rollen zum Umlenken, Ab- oder Aufrollen der Folie.
  3. Entkopplersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 2 mit einem elektrischen Antrieb für wenigstens eine Rolle.
  4. Entkopplersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Folie derart zwischen zwei Umlenkrollen angeordnet ist, dass sie in Form eines Endlosbandes vorliegt.
  5. Entkopplersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Folie derart zwischen zwei Rollen derart angeordnet ist, das eine erste Rolle die auf einer zweiten Rolle aufgerollten Folie von dieser ab- und auf die erste Rolle aufzurollen vermag.
  6. Entkopplersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Rolle, bzw. Rollen und die Folie in einem Gehäuse angeordnet sind.
  7. Entkopplersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6, bei dem das Gehäuse ein Mittel zum Kühlen des Decouplers aufweist.
  8. Entkopplersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem das Entkopplersystem zusätzlich einen Moderator aufweist.
  9. Entkopplersystem nach vorhergehendem Anspruch 8, bei dem das Entkopplersystem einen Wasser-Moderator aufweist.
  10. Entkopplersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einer weiteren Rolle zur Umlenkung der Folie.
  11. Verfahren zum Entkoppeln von Neutronenmoderatoren, bei dem eine Entkopplungsmaterial umfassende Folie zwischen zwei Neutronenmoderatoren entlang geführt wird.
  12. Verfahren zum Entkoppeln von Neutronenmoderatoren, bei dem die Entkopplungsmaterial umfassende Folie zwischen zwei Neutronenmoderatoren entlang geführt und an wenigstens einer Rolle umgelenkt, auf- oder abgerollt wird.
  13. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch 11 bis 12, bei dem die Folie zwischen zwei Neutronenmoderatoren geführt, an wenigstens einer Rolle umgelenkt, und erneut zwischen zwei Neutronenmoderatoren entlang geführt wird.
  14. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch 11 bis 12, bei dem die Folie von einer Rolle abgerollt, zwischen zwei Neutronenmoderatoren entlang geführt, und auf eine weitere Rolle aufgerollt wird.
  15. Verfahren nach vorhergehendem Anspruch 11 bis 14, bei dem wenigstens eine Rolle elektrisch angetrieben wird.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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